Postby Mayalu » Fri May 16, 2014 8:10 am
Wenn nichts da ist, also keine persönliche Geschichte, dann ist da einfach nur Wahrnehmung. Da ist "bewegte Bilder" schauen, Töne hören, die Katze streicheln. Es ist so ruhig ohne die Quasselbox und ich erkenne vereinzelt und sehr langsam, dass es niemanden gibt, der das macht. Wenn Gedanken kommen, dann sind sie da. Bei mir sind es in aller Regel die Angstgedanken, die zu einem Riesenphantom werden, weil sich Gedanke an Gedanke reiht. Es sieht so aus, als würden sich diese Dinger potenzieren, aber in Wirklichkeit sind es einzelne Gedanken und die Gedanken über die Gedanken. Das ist verrückt. Es erscheint einerseits völlig logisch, dass ich mir diese Gedanken nicht freiwillig antun würde, also nicht selber denke, und andererseits überlagern die Angstgedanken als unmittelbare Erfahrung die unmittelbare Erfahrung , dass da niemand ist, der das tut. Gestern in dieser völligen Trägheit und Müdigkeit war es sehr gut möglich, zu sehen, dass eine Handlung nicht einem Gedanken folgt. So setzt sich dieses Puzzle langsam zusammen.
Das Ich ist ist allerdings nicht nur mangelbehaftet, sondern tackert sich auch gerne die persönlichen Errungenschaften ans Revers. Das kommt mir natürlich auch sehr bekannt vor. Das und das, ja, das könnte automatisch gegangen sein, aber alles andere, nein, alles andere hab ich mir hart erarbeitet, dafür hab ich gekämpft, sonst wär ich ja gar nicht so weit gekommen.
Beim Autofahren (nein, eigentlich immer hinterher) wird mir immer wieder klar, dass da niemand Entscheidungen trifft. Es gibt immer wieder Situationen, von denen ich mir schwöre, beim nächsten Mal...und dann ZACK genau das gleiche wieder. Keine Chance, irgendwas anders zu machen. Die Gedanken hängen dann an der Situation, ich ärgere mich, aber es gibt keine Antwort. Da ist einfach nur Autofahren.
Ich glaube, dass alles vor unseren Augen völlig einfach stattfindet. Die Wahrnehmung und die Selbstverständlichkeit, Dinge SO wahr zu nehmen, ist einfach nur getrübt, weil es immer, immer die Gedankenschleife gibt und es nicht möglich ist, ungefiltert wahrzunehmen oder weil völlig einfach nicht bemerkt wird, dass da sowieso niemand ist. Den Gedanken wird mehr geglaubt als der Wahrnehmung, fast nichts geschieht ohne Gedanken. Die wären auch gar nicht das Problem, einmal erkannt, dass sie auch nur das sind, was auftaucht. Sie sind dann problematisch, wenn sie zu einer persönlichen Geschichte werden.
Können wir mit der nächsten Übung fortfahren? By the way erkunde ich meinen Alltag und das, was
geschieht. Im Moment ist alles entspannt, es gibt keine Gedanken an irgendwas und ich weiß, dass sich das sehr schnell wieder ändert. Ich habe noch nicht raus, wie ich an den Besitzer der Angstgedanken komme. Im Moment des Erlebens gibt es vollkommen nur das. Das ist die schwierigste Nuss, die ich knacken muss.