Es ist einfach pure Logik. Wenn ich mir einen Fantasieelefanten vorstelle und mir dann überlege, ob der eine Kontrolle hat, dann ist es: nein, es gibt ihn nicht, also kann er auch keine Kontrolle haben.
Der Knackpunkt sind nicht die Gedanken, sondern Du fügst noch ‚Handlungen‘ dazu, dort blicke ich nicht durch, weil ich meine, eine gewisse Kontrolle über Handlungen zu haben.
Er kommt einfach so aus dem Nichts. Sollte das für alle Gedanken gelten, frage ich mich, was dann mit "Ich" überhaupt noch gemeint sein könnte. Was ist das Ich, wenn es nicht die Instanz ist, die Entscheidungen trifft und handelt?
Ja, es gilt für jeden Gedanken. Ich erkenne, dass es kein Ich gibt, ausser in Gedanken (was keines ist, denn ich bin nicht die Gedanken), und DENNOCH habe ich das Gefühl, ich könne Dinge beeinflussen. Ich weiss, das ist absurd und ergibt keinen Sinn. Hier ist ein Knoten in der Leitung. :)
Was bedeutet dann, dass Du etwas planst? Was bedeutet es, wenn nach dem Vorgang ein Gedanke auftaucht, der bestätigt, dass alles so gelaufen ist wie geplant - wenn auch dieser Gedanke aus dem Nichts kommt?
Das lief jetzt so ab:
1. Gedanke: Gut, ich beweise jetzt Tom, dass ich etwas kontrollieren kann.
2. Gedanke: Hmm, wie könnte ich das machen?
3. Abwarten, was auftaucht/nichtstun
4. Blick fällt auf Kerze auf dem Pult.
5. Gedanke: Gut, ich stelle jetzt die Kerze von rechts nach links auf dem Pult.
6. Hand greift Kerze und stellt sie von rechts nach links auf dem Pult
7. Gedanke: Gut gemacht, ich hatte geplant und kontrolliert.
(8. Gedanke: Was meint er bloss? Ich schnalle es einfach nicht.)
Wir können an der Stelle auch noch etwas tiefer gehen, wenn Dir das nicht zu unheimlich wird. ;)
Bis jetzt ist es mir nicht unheimlich. Wahrscheinlich, weil ich nicht verstehe, was Du meinst ...
Unheimlich finde ich bisher nur: Wenn es keine Kontrolle gibt, gibt es keine Verantwortung und Schuld. Das macht mir Angst. Auf der einen Seite wäre es zwar erleichternd, auf der anderen ist dann jeder Gewaltverbrecher unschuldig und nicht verantwortlich, niemand ist verantwortlich für was er tut?!
Gibt es überhaupt einen vorherigen Gedanken? Wo ist der angeblich vorausgegangene planende Gedanke?
Manchmal schon. Wie beim Salat. Dass man zuerst denkt ‚Ich hole jetzt einen Salat‘ und ihn dann holt. Oder wie oben bei der Kerze. Muss natürlich nicht sein, kommt aber ständig vor!
Ist Erinnerung nicht ein Gedanke, der jetzt gerade da ist, und gewisse Inhalte dieses Gedanken als "vergangen" deklariert?
Ja, das bestreite ich nicht. :)
entweder es gibt Kontrolle über die Gedanken, oder sie tauchen aus dem Nichts auf.
Es gibt keine Kontrolle über das Auftauchen der Gedanken, aber über die Reaktion darauf, die Handlung. Wieso funktioniert das ohne Ich?
Hmm, vielleicht muss ich das gar nicht verstehen? Ich habe jedenfalls das GEFUEHL, ich hätte die Kontrolle! (Aber nicht die 100%ige, was nicht mit schwanger/nicht schwanger vergleichbar ist. Eher so, wie wenn du Farben mischst, da kannst du je nach Farbgemisch durchaus sagen - wenn es nicht eindeutig ist - es ist ein bisschen blau, aber irgendwie doch eher ein grün... aber ein BISSCHEN blau ists auch)
Ich hoffe ich treibe Dich nicht in den Wahnsinn. ;-)
Nein, sorry, beim Punkt mit der Kontrolle hat's wirklich noch nicht klick gemacht.