Ankommen

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GRACE
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Re: Ankommen

Postby GRACE » Wed Apr 17, 2013 9:43 am

Aber das wäre dann ja wieder "überzeugen", einen neuen Glauben "überstülpen", wie du es nennst. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass da schon ein gewisser Shift passiert. Mehr und mehr.
Gut erkannt!
Es geht hier wirklich nicht darum, dass ein Glaube durch einen anderen ersetzt wird. Es geht einzig und allein darum, das ganze Konstrukt als solches zu durchschauen. Das ist alles!
Versuch doch mal, dich von der Vorstellung zu lösen, dass du dauerhaft ein "gutes Gefühl" haben müsstest, wenn die Illusion wirklich durchschaut ist.
Wärst du enttäuscht, wenn ich dir sagen würde, dass es IMMER NUR DAS IST, was du in jedem Moment gerade wahrnimmst und erlebst?

Gefühle, Gedanken, Schmerz, Freude, Trauer, usw...
all das bleibt dir erhalten. Kommt und geht. Wie Wellen im Ozean. Nur, dass du siehst, dass alles quasi "von alleine" läuft (und es immer schon getan hat). Ich denke, das hast du hinreichend erforscht. Möglicherweise muss sich das noch ein bisschen vertiefen. Gib dir die Zeit. Alles geschieht ohnehin zur rechten Zeit.
Und taucht nicht auch deine Ungeduld aus der selben Quelle auf?
Du merkst:
Aha, da ist schon wieder diese Ungeduld.
Ich WILL es durchschauen!
JETZT!
Und dann siehst du, dass du auch die Ungeduld nicht "gemacht" hast. Und der nächste Gedanke könnte vielleicht sein: Aha, es ist also Ungeduld in diesem Wesen Om-Heart aufgetaucht. Naja. Kommt und geht. Vielleicht amüsiert es dich eines Tages sogar, was da alles in dir auftaucht. Und der Knackpunkt ist:
ALL DAS DARF AUCH DA SEIN!
Lediglich der Gedanke, dass es NICHT so sein sollte, schmerzt und lässt den Eindruck entstehen, dass da was nicht stimmt.
Aber glaub mir nix! Prüf es immer wieder selber nach.
Experimentiere damit herum. Das Leben ist wie eine Spielwiese!
Hab deinen Spaß damit! :-)

Ist da wirklich JEMAND der das alles macht, oder sind da einfach nur verschiedene Handlungsabläufe, die durch Impulse entstanden sind? Hast du irgendeine Idee davon, was im nächsten Moment passieren wird? Also ich für meinen Teil nicht. Ich hab nicht die geringste Ahnung. Und es ist prima! Ich staune über dieses wundersame Leben, das mich pausenlos überrascht. Aber um mich geht´s ja hier gar nicht! ;-)

Ich hab den Eindruck, dass du die Illusion im Grunde durchschaut hast, was dich zu irritieren scheint ist, dass die Illusion weiterhin (zumindest zum Teil) besteht. Das erinnert mich an die Sache mit der Fata Morgana. Selbst wenn du genau weißt, dass es sich um eine solche handelt, glaubst du weiterhin, dass sich da tatsächlich Wasser oder eine Stadt in der Wüste befindet. Wenn du dich näherst, löst sich die Illusion auf. Ich glaub mit der Ich-Illusion ist es ein bisschen so, wie mit einer Fata Morgana. ;-)
Du hast genau nachgeschaut, du konntest nirgends ein ICH finden. Weit und breit nicht. Du konntest mir keinen einzigen Beweis erbringen, dass dieses ICH existiert.
Alles was ich sehe sind Gedanken, die auftauchen, Handlungen die aufgrund irgendwelcher Impulse ausgeführt werden. Das Leben entfaltet sich in jedem Moment gerade so wie es sein soll.

Und was siehst du?
:-)

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Om-Heart
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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Wed Apr 17, 2013 11:17 am

Versuch doch mal, dich von der Vorstellung zu lösen, dass du dauerhaft ein "gutes Gefühl" haben müsstest, wenn die Illusion wirklich durchschaut ist.
Wärst du enttäuscht, wenn ich dir sagen würde, dass es IMMER NUR DAS IST, was du in jedem Moment gerade wahrnimmst und erlebst?

Gefühle, Gedanken, Schmerz, Freude, Trauer, usw...
all das bleibt dir erhalten. Kommt und geht. Wie Wellen im Ozean. Nur, dass du siehst, dass alles quasi "von alleine" läuft (und es immer schon getan hat). Ich denke, das hast du hinreichend erforscht. Möglicherweise muss sich das noch ein bisschen vertiefen. Gib dir die Zeit. Alles geschieht ohnehin zur rechten Zeit.
Ja, ich glaube schon, dass auch unangenehme Empfindungen und Erfahrungen bestehen bleiben. Das ist nicht der Knackpunkt.

Und ich schätze auch, dass es noch ein gutes Stück Vertiefung braucht, und dass diese auch geschieht, wenn ich es nicht aus den Augen verliere.
Und taucht nicht auch deine Ungeduld aus der selben Quelle auf?
Du merkst:
Aha, da ist schon wieder diese Ungeduld.
Ich WILL es durchschauen!
JETZT!
Und dann siehst du, dass du auch die Ungeduld nicht "gemacht" hast.
Ich glaube, der Knackpunkt für mich ist, dass ich noch fast immer mit dem, was auftaucht, identifiziert bin. Es fühlt sich immer noch so an, als wäre es MEINE Ungeduld, als wäre ICH da mit dieser Ungeduld. Als wäre das MEIN angespanntes Gefühl im Bauch, MEINE Angst. Da ist immernoch dieses ganz starke Ich-Empfinden. Und das ist es, was diese Unzufriedenheit hervorruft.

Ich habe zwar gesehen, was ich alles nicht bin und dass ich keine Kontrolle habe. Aber ich sehe, erkenne und fühle noch nicht, was da stattdessen ist. Wer oder was ich in Wirklichkeit bin. Was wahr, real, existent ist.

Was bin ich? Was ist? Was existiert? Was ist wahr?
Ist da wirklich JEMAND der das alles macht, oder sind da einfach nur verschiedene Handlungsabläufe, die durch Impulse entstanden sind? Hast du irgendeine Idee davon, was im nächsten Moment passieren wird?
Es passiert einfach. Eh ich's mich verseh' habe ich etwas getan. Und wenn ich mich dann frage, wie es dazu kam, dann gab es da einfach nur diesen Impuls, aus einem Gefühl oder Gedanken heraus, der auf meiner Konditionierung beruht. Dieser Impuls ist von mir nicht kontrollierbar. Der passiert einfach. Genau wie die Gedanken, Gefühle und Emotionen. Einfach nur Geschehen.

Aber was für eine Rolle spiele ICH darin? Es gibt da noch dieses Ich-Gefühl, das mit der Wahrnehmung, mit der Beobachtung verbunden ist. So, als würde ICH es beobachten und wahrnehmen. Auch wenn ich nichts beeinflussen kann oder kontrollieren kann, so ist da dennoch das Gefühl, dass ICH es beobachte, wahrnehme und sogar irgendwie "auswerte".

Aber die Auswertung, das sind ja auch nur wieder Gedanken, die in diesem System auftauchen. Gedanken, die auch wieder nur aufgrund dieser Konditionierung stattfinden. Mie einer anderen Konditionierung wären es sicherlich ganz andere Gedanken, wäre es sicherlich eine ganz andere Auswertung.

Und natürlich habe ich keine Idee davon, was im nächsten Moment passieren wird.
Und was siehst du?
Tja, was sehe ich? Ich sehe Hände auf der Tastatur, Finger, die tippen, den Bildschirm, ich sehe, dass da Gedanken ablaufen, die Finger tippen von allein. Die Schreibpause geschieht von allein. Das Schauen geschieht von allein. Alles läuft einfach ab. Die Musik wird gehört. Gefühle sind da. Das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos wird wahrgenommen, Frieren wird wahrgenommen, die Kälte in den Fingern ist einfach da und wird empfunden. Alles läuft einfach ab. Es geschieht.

Gedanken kommen: Da ist kein Glücksgefühl. Nur nüchterne Feststellung. Kann es das denn schon sein? Müsste es nicht anders sein? Sich anders anfühlen? Ist es das schon? Ist das alles? Kommt da noch was nach?

Damit verbundene Gefühle, Angst: Werde ich es je in seiner ganzen beglückenden Tiefe erfahren? Wird es mir vergönnt sein? Bekommen es nur andere? Wenn es das schon wäre, dann müsste ich mich doch zumindest ein bisschen glücklicher und leichter fühlen, oder? Das kann doch noch nicht alles gewesen sein.

Gefühle, Gedanken, Zweifel, die auftauchen. Wahrscheinlich aus der Konditionierung heraus. Jedenfalls ohne Kontrolle. Das läuft einfach ab.

...

???

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Re: Ankommen

Postby GRACE » Thu Apr 18, 2013 12:16 pm

Also gut, drehen wir noch ´ne Runde! :-)
Ich glaube, der Knackpunkt für mich ist, dass ich noch fast immer mit dem, was auftaucht, identifiziert bin. Es fühlt sich immer noch so an, als wäre es MEINE Ungeduld, als wäre ICH da mit dieser Ungeduld. Als wäre das MEIN angespanntes Gefühl im Bauch, MEINE Angst. Da ist immernoch dieses ganz starke Ich-Empfinden. Und das ist es, was diese Unzufriedenheit hervorruft.
Dazu kann ich nur sagen:
Ich will dir nicht EINREDEN, dass das ICH nicht existiert!
Und wenn du darauf bestehst, dass es DEINE Ungeduld, DEINE Angst, DEINE Unzufriedenheit etc... ist, dann werde ich dir ganz bestimmt auch das nicht ausreden. Wozu?
Es ist das, was eben bei dir auftaucht. Wo liegt das Problem?
Es ist auch kein Problem, wenn jemand an Engel, Elfen, Drachen und Außerirdische glaubt.
Ich für meinen Teil hab halt nur irgendwann festgestellt, dass ich weder Engel noch Elfen in meiner Wahrnehmung vorfinde. Was für einen Nutzen hat es also, daran zu GLAUBEN dass es sie geben KÖNNTE. Das ist reine Fiktion. Genauso wie das ICH.
Schon mal drüber nachgedacht, dass Identifikation auch EINFACH AUFTAUCHT, wie alles andere auch?
"Ich sollte nicht identifiziert sein."
SAGT WER???
Für mich klingt das eher wie eine weitere VORSTELLUNG.

NUR
WIEDER
EINE
VORSTELLUNG!

Und eine Vorstellung ist eine VORstellung, weil sie sich VOR die Realität stellt. Ohne die Vorstellung ist da nur die Realität.
Aber möglicherweise willst du ja noch ein bisschen festhalten an all den Vorstellungen.
Vielleicht magst du sie ja. :-)

Ach ja und was bedeutet "Identifikation" eigentlich?
Sich gedanklich an etwas festzuklammern?
Der Körper z.B.:
GEHÖRT er dir?
Was hast du dazu getan, ihn zu "bekommen"?
Und kannst du was dagegen tun, dass er dir eines Tages wieder "genommen" wird?
Aber ist es nicht ungeheuer praktisch, zu wissen, in welchen Mund du dein Essen Essen schieben sollst, wenn du hungrig bist?! Sonst würdest du am Ende noch die ganz falsche Person füttern. ;-)
Aber die Auswertung, das sind ja auch nur wieder Gedanken, die in diesem System auftauchen. Gedanken, die auch wieder nur aufgrund dieser Konditionierung stattfinden. Mit einer anderen Konditionierung wären es sicherlich ganz andere Gedanken, wäre es sicherlich eine ganz andere Auswertung.
Ja genau. Das alles hängt ganz von der jeweiligen Konditionierung ab. Und die haben wir alle ausnahmslos verpasst bekommen. Jeder auf seine ureigenste Art. Die Konditionierungen verschwinden auch nicht einfach, nur weil man durchschaut hat, dass das ICH nicht existiert. Sie bestehen weiterhin. Ob und wann sie sich auflösen, liegt wohl auch nicht wirklich in unserer Hand. Möglich, dass sich besonders hartnäckige Konditionierungen bis zum Lebensende nicht auflösen.
Dann ist es eben so.
Auch nach dem Durchschauen der Illusion kann der Wunsch in dir auftauchen, z.B. an deinen Glaubenssätzen zu arbeiten. Vielleicht auch nicht. Wie auch immer. Darüber musst du dir gar keine Sorgen machen. Wenn der Impuls dazu auftaucht , kriegst du es schon mit! Wenn nicht, dann nicht. Du kannst Impulse nicht "herstellen".
???
Und diese 3 Fragezeichen sind wohl auch einfach "aufgetaucht", nicht wahr?!
:-)

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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Thu Apr 18, 2013 1:48 pm

Es ist das, was eben bei dir auftaucht. Wo liegt das Problem?
Es ist auch kein Problem, wenn jemand an Engel, Elfen, Drachen und Außerirdische glaubt.
:-)) Ganz schön frech, liebe Grace! ;-))

Aber vielleicht ist das das Problem hier bei diesem sogenannten Ich. "Ich" glaube nämlich tatsächlich, dass es all das gibt oder gab. Hm... ;-))

Aber ich muss ja nicht an alles glauben. Und ich könnte ja mal damit anfangen, aufzuhören, an das Ich zu glauben. Um den Rest kümmere "ich" mich dann später.

Grace, halte mich nicht für blöd, unwillig, oberflächlich oder sonst irgendwas. Ich bin wirklich in aller Ernsthaftigkeit und Tiefe mit der Thematik befasst.

Und es fühlt sich auch so an, als würde es sich immer mehr entkoppeln, als würde die Identifikation immer weniger. Einbildung? Keine Ahnung.

Ich bleibe am Ball. Nicht aufgeben, bitte!!!

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Re: Ankommen

Postby GRACE » Fri Apr 19, 2013 1:54 pm

:-)) Ganz schön frech, liebe Grace! ;-))
"Frech" ist mein zweiter Vorname! ;-)))
Aber vielleicht ist das das Problem hier bei diesem sogenannten Ich. "Ich" glaube nämlich tatsächlich, dass es all das gibt oder gab. Hm... ;-))
Ja wie gesagt, es ist kein Problem, wenn du die Illusion "behalten" willst.
Vielleicht hast du ja auch Engel, Elfen und all das tatsächlich in deiner Wahrnehmung. Wenn das so ist, auch gut. :-)
Die Frage ist nur, was machen wir dann hier?
Dann wäre der Dialog im Grunde beendet.
Om-Heart behält die Illusion und Ende. :-)

Andrerseits willst du am Ball bleiben.
Ich fürchte nur, dass mir langsam die Fragen ausgehen! :/
Und ich bin auch leider keine Elfe, sonst könnte ich vielleicht den Zauberstab schwingen, abakadabra sagen und "machen" dass du die die Illusion durchschaust. Und dann sollte sich natürlich auch noch das gewünschte Gefühl dazu gesellen! ;-)
Aber Spaß beiseite.
Und es fühlt sich auch so an, als würde es sich immer mehr entkoppeln, als würde die Identifikation immer weniger. Einbildung? Keine Ahnung.
Ob es Einbildung ist oder nicht kannst letztlich nur DU sagen. Es ist DEINE Erfahrung. Das kommt mir fast vor, als würdest du beim Betrachten einer Banane sagen:
"Hm. Also es kommt mir so vor, als wäre das eine Banane.
Könnte aber auch sein, dass ich mir das nur einbilde und es ist in Wirklichkeit gar keine. Ein fieser Trick vielleicht. Aber das Ding ist gelb, länglich und leicht gebogen. Also muss es doch eine Banane sein. Grace, kannst du mir bitte bestätigen, dass es wirklich eine Banane ist?" usw. usf...

Verstehst du was ich meine?

JA IST ES NUN EINE BANANE ODER NICHT???!!!
:-)
Vertrau dem, was du wahrnimmst.
Mehr hast du nicht. Was außerhalb deiner Wahrnehmung ist, nimmst du ja nun mal schlicht und einfach nicht wahr und muss dich von daher auch nicht interessieren.
Hier ist nicht der richtige Ort für Annahmen, Hypothesen und Vorstellungen, weil das für den Dialog nicht hilfreich ist. Verlass dich nur auf das, was DU wahrnimmst und fokussier´ dich auf folgende Frage:

Gibt es nun einen Steuermann - genannt "ICH" in deiner Wahrnehmung oder nicht?

Und wichtig: Mach es nicht so kompliziert! Die Wahrheit ist unfassbar einfach. Wenn es kompliziert wird, lass sofort die Finger davon!
:-)

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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Sat Apr 20, 2013 1:19 pm

Ja, witzig! :-))

Hihihi!!! :-))

Das mit der Banane ist echt gut! Ich weiß gerade gar nicht, ob ich über das lache, was du geschrieben hast, oder ob ich über mich lache, weil ich mein Muster in deinem Beispiel erkenne. :-))

Okay. Also: ICH WILL AM BALL BLEIBEN!!! Das steht absolut und völligst außer Frage. Ich bin dabei. Permanent und die ganze Zeit und fast nur. :-)

Gib (mich) nicht auf, bitte!!!

Und ich will keinesfalls die Illusion "behalten". Der direkte tiefe Wunsch, sie zu durchschauen, sie loszuwerden und das dazugehörige Gefühl zu erfahren, ist aus ganzem Herzen und tiefster Seele da. Es gibt nichts Wichtigeres als das.

Okay, Grace. Es ist keine Einbildung! Es ist ganz klar und deutlich zu sehen und vor allem zu fühlen, dass sich da etwas entkoppelt, denn es fühlt sich irgendwie leichter an. Nicht super einschneidend und wahnsinnig offensichtlich oder aufdringlich klar und deutlich. Aber es ist da. Da tut sich was. So kann man es vielleicht am Besten beschreiben: Da tut sich was. Und das fühlt sich gut an. Es macht alles etwas leichter. Es fühlt sich nicht mehr lebensbedrohlich an, wenn da ein Grund zur Sorge oder eine Meinungsverschiedenheit mit nahestehenden Menschen ist. Alleine das ist schon toll. Und es scheint auch nicht nur ein vorübergehender "Effekt" zu sein, sondern es hält jetzt schon ein paar Tage an.

Und ich stelle mir immer wieder die grundlegenden Fragen: Wer bin ich? Wer hat dieses Gefühl? Wer hat diesen Gedanken? Ist da ein Ich? Wer erlebt das alles?...

Bitte hab noch etwas Geduld mit mir.

Ganz lieben Dank!!! :-)

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Re: Ankommen

Postby GRACE » Sat Apr 20, 2013 4:45 pm

Ich glaube allzu viel Geduld muss ich hier gar nicht mehr aufbringen, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass du den faulen Zauber bereits durchschaut hast.
Nur erwartest du offenbar, dass da noch ein ganz bestimmtes, möglichst supertolles und dauerhaftes Gefühl, also sowas wie Liebe und Frieden und so Zeugs mit im Lieferumfang enthalten sein sollte. Da verweise ich aber auf das Kleingedruckte, denn das steht da nirgends geschrieben.
Also vergiss es! ;-)))
...Und es scheint auch nicht nur ein vorübergehender "Effekt" zu sein, sondern es hält jetzt schon ein paar Tage an.
Ja, da hört sich gut an. Da tut sich was! :-)
...Und ich stelle mir immer wieder die grundlegenden Fragen: Wer bin ich? Wer hat dieses Gefühl? Wer hat diesen Gedanken? Ist da ein Ich? Wer erlebt das alles?...
Ja WER denn? ;-)
Das ist hervorragend! Eine gute Übung.
Das nimmt die ganze "Ladung" etwas heraus.

Mir scheint, dass du gesehen hast, dass das ICH ein Phantom ist. Eine Einbildung. Und vielleicht spürst du, dass damit so nach und nach deine ganzen bisherigen Überzeugungen zusammenfallen. Wie beim Domino-Spiel.
Wenn ein Stein fällt, fallen nach und nach alle anderen Steine mit ihm.
Falls es dich das ängstigt, kann ich dir nur empfehlen, es einfach voller Vertrauen geschehen zu lassen. Was soll sein? Es sind ja nur Überzeugungen.
Gedankenzeug. Das meiste davon ist eh nutzloser Kram.
Ab auf den Sondermüll!
Und übrig bleibt WAS?
Schau nach!
Was bleibt, wenn du deine Überzeugungen, deine ganzen liebgewonnenen Stories, die du über´s Leben hast, wegfallen?

Was bleibt?

SCHAU NACH!!!

Und BITTE:
Keine Stories!!!
Ich will nur lesen, was in deiner DIREKTEN ERFAHRUNG ist.
Sonst nichts!
(Also Engel, Elfen, Drachen und Außerirdische lassen wir weg, ja!)

Okay?!

:-)

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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Sun Apr 21, 2013 2:16 pm

SCHAU NACH!!!

Und BITTE:
Keine Stories!!!
Ich will nur lesen, was in deiner DIREKTEN ERFAHRUNG ist.
Sonst nichts!
(Also Engel, Elfen, Drachen und Außerirdische lassen wir weg, ja!)

Okay?!
Oh ja! Sei streng mit mir! ;-)

Okay, Scherz beiseite! Danke für's Zurechtweisen.

Dass meine ganzen bisherigen Überzeugungen zusammenfallen wie bei einem Domino-Spiel, kann ich noch nicht bestätigen. Aber vielleicht bin ich da auch noch zu sehr am Anfang. Mag sein, dass ich das in kurzer Zeit rückblickend tatsächlich so empfinde.

Wenn ich mir vorstelle, dass die Gedanken wegfallen und die Überzeugungen, und mich frage, was dann wohl übrig bleibt, dann ist das reine Wahrnehmung, reines Bewusstsein.

Das habe ich noch nicht so erfahren. Aber es ist die logische Schlussfolgerung, wenn ich es jetzt in Gedanken innerlich durchspiele.

Aber das ist ja jetzt wieder noch nicht in meiner direkten Erfahrung. Weiß nicht, ob du mit dieser Antwort zufrieden bist. :-/

Andererseits: Wenn ich da sitze und jeden Gedanken, jede Bewertung, jedes Gefühl, das aufkommt, einfach wahrnehme und weiß, dass es nichts mit "mir" zu tun hat, sondern einfach da ist, einfach auftaucht, vielleicht, weil es so konditioniert ist, dann ist da ja nur noch diese Wahrnehmung. Aber irgendwie mit einer neuen Bewertung. Nämlich der Bewertung, dass das alles nicht zu "mir" gehört. Nicht zu so etwas, wie einem "ich" gehört. Und auch diese Bewertung ist einfach in der Wahrnehmung. Gehört auch nicht zu "mir". Wird wahrgenommen.

Wenn ich mich hinsetze, mir klar ist, dass es das Ich nicht gibt, und schaue, was dann ist, dann ist da die einfache Wahrnehmung von allem. Von Gedanken, von Gefühlen, vom Körper, von Geräuschen, von Sehen, von Zweifeln, von... Und das fühlt sich irgendwie gut an. Da steigt dann unweigerlich so etwas, wie ein Glücksgefühl in mir auf. Das reißt mich dann nicht weg oder um, aber es steigt so langsam und nachdrücklich auf und zaubert ein Schmunzeln auf mein Gesicht.

Soweit der momentane Stand der Dinge.

Hab einen schönen Sonntag nachmittag und Abend!

Danke.

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Re: Ankommen

Postby GRACE » Sun Apr 21, 2013 3:43 pm

Wenn ich mir vorstelle, dass die Gedanken wegfallen und die Überzeugungen, und mich frage, was dann wohl übrig bleibt, dann ist das reine Wahrnehmung, reines Bewusstsein...
Der Punkt ist: Du sollst es dir nicht VORSTELLEN! Es geht um die direkte Erfahrbarkeit. Aber das hast du ja selber schon gemerkt. :-)
Und damit wir jetzt nicht wieder bei den Elfen und Drachen landen, muss ich dich auch sofort wieder zurückpfeifen. Auch wenn das streng erscheint. Es geschieht aus Mitgefühl, weil ich sehe, dass dich das kein Stück näher ans Ziel bringt.
Wobei das Ziel im Grunde kein entfernter Ort irgendwo "da draußen" ist, sondern es ist direkt vor deiner Nase. Du siehst es nur nicht, weil dir die ganzen Vorstellungen die Sicht verstellen.

Es geht auch nicht darum, dass du mich mit deinen Antworten zufrieden stellen sollst. Wie sind hier nicht in der Schule, wo du die "richtigen" Antworten geben musst, damit der Lehrer zufrieden ist.
Von mir aus kannst du hier auch rumschimpfen wie ein Rohrspatz und dich verbal auskotzen, wenn dir danach ist. Keine Angst, ich kann das ab!

Nochmal: Ich will hier weder Annahmen, noch Vorstellungen und Ideen darüber hören, wie es vielleicht sein könnte.

WAS
IST
JETZT
GERADE
DA?

Und was hält dich davon ab, das wahrzunehmen, was eben gerade da ist?!
Wenn ich mich hinsetze, mir klar ist, dass es das Ich nicht gibt, und schaue, was dann ist, dann ist da die einfache Wahrnehmung von allem. Von Gedanken, von Gefühlen, vom Körper, von Geräuschen, von Sehen, von Zweifeln, von... Und das fühlt sich irgendwie gut an. Da steigt dann unweigerlich so etwas, wie ein Glücksgefühl in mir auf. Das reißt mich dann nicht weg oder um, aber es steigt so langsam und nachdrücklich auf und zaubert ein Schmunzeln auf mein Gesicht.
Na geht doch! :-)
Wo es glaub ich noch irgendwie hakt ist, dass du nun dieses Glücksgefühl, das da aufsteigt, festhalten und für immer behalten willst.
Besteht die Möglichkeit, dass du dich von dieser Idee mal allmählich verabschiedest?
Das ist Märchenland! - Tschüss! :-)

Wenn du einen Nagel in die Wand schlagen willst und du triffst versehentlich deinen Daumen anstatt den Nagel, was denkst du ist da wohl die angemessene Reaktion?
Also ich glaube ein Glücksgefühl können wir hier ausschließen, oder? ;-)))

Also vergiss jetzt bitte mal, dass es sich irgendwie die ganze Zeit und dauerhaft "besonders" anfühlen muss.

Schau bitte nochmal nach, wie diese Ich-Annahme einfach überall in Gedanken dran gehängt wird. Sogar an völlig automatische Handlungen wie atmen, gehen, aufstehen, hinsetzten, lesen, denken... Du hast ja schon gesehen, dass diese Dinge alle automatisch ablaufen. Was macht sie jetzt du DEINEN Handlungen? Ist es nicht erst der Gedanke: "ICH habe das gemacht", der das ganze quasi zu DEINEN Handlungen macht?

Vielleicht magst du das mal probieren:
Schließe die Augen (natürlich erst, nachdem du das zu Ende gelesen hast! ;-))
und beantworte mal folgende Fragen, OHNE auf deine Erinnerung oder das, was du gelernt hast, zurückzugreifen. Antworte NUR AUS DEINER MOMENTANEN, DIREKTEN ERFAHRUNG!

- Was bist du?
- Was für eine Form hast du?
- Hast du Zehen und wenn ja, wieviele?
- Bist du ein Mann oder eine Frau?
- Wo ist die Grenze zwischen dir und der Umgebung?

Nochmal: Antworte aus deiner direkten Wahrnehmung heraus und greife nicht auf das zurück, was du aus deiner Erinnerung weißt. (Schon klar, dass du WEISST, ob du ein Mann oder eine Frau bist, und wieviele Zehen du hast! ;-))

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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Mon Apr 22, 2013 5:11 pm

Und was hält dich davon ab, das wahrzunehmen, was eben gerade da ist?!
Das, was mich abhält, ist schwer zu sagen. Es fühlt sich an, wie Gedankenbrei im Kopf, durch den ich einfach nicht durchkomme, oder wo ich einfach die Tür nicht finde, um da raus zu kommen.

Und auch die meisten Erfahrungen oder Erkenntnisse scheinen eher gedanklich-theoretisch stattzufinden.

Ich habe deine vorgeschlagene Übung gemacht und finde sie auch richtig toll. Zu den Fragen:
- Was bist du?
Wenn ich die Augen schließe und alles vergesse, was ich über mich weiß, dann bleibt da nichts außer einer wahrnehmenden Instanz. Was es ist, weiß ich nicht. Aber es ist das, was wahrnimmt, was die Gedanken, die Gefühle, die Körperwahrnehmung erfährt. Also, ich bin dann nur noch Wahrnehmung, oder das, was wahrnimmt.
- Was für eine Form hast du?
Ich bin mit geschlossenen Augen und wenn ich alles vergessen habe formlos. Ich kann keine Form und keine Grenze feststellen.
- Hast du Zehen und wenn ja, wieviele?
Natürlich kann ich mich erinnern, dass ich 10 Zehen habe. Aber wenn ich mit geschlossenen Augen einfach meine Wahrnehmung betrachte, dann kann ich bestenfalls ein vages Zehengefühl ausmachen und ganz sicher kann ich nicht sagen, wie viele Zehen ich habe.
- Bist du ein Mann oder eine Frau?
Auch hier ist es eine Erinnerung an das, was ich als Information habe. Aber wenn ich die Augen geschlossen habe, dann gibt es keinen Anhaltspunkt für männlich oder weiblich. Bestenfalls ein Körpergefühl, dass sich anfühlt, wie Brüste. Aber wie fühlt sich denn Mann oder Frau-sein an? Keine Ahnung, was ich bin, wenn ich alles vergesse.
- Wo ist die Grenze zwischen dir und der Umgebung?
Wie schon bei der Frage nach der Form geschrieben: Ich habe keine Grenze, kann keine wahrnehmen oder ausmachen. Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich mit der Umgebung verschmelze oder ähnliches. (Würde ich gerne sagen können.) :-)

Soweit meine "Forschungsarbeit". Das war interessant. Und schön. Und gut.

Und jetzt könnte das bitteschön die gewohnte Alltagswahrnehmung werden und die alte gelernte Form ablösen. ;-)

Ein lieber Gruß :-)

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Re: Ankommen

Postby GRACE » Mon Apr 22, 2013 6:29 pm

Das, was mich abhält, ist schwer zu sagen. Es fühlt sich an, wie Gedankenbrei im Kopf, durch den ich einfach nicht durchkomme, oder wo ich einfach die Tür nicht finde, um da raus zu kommen.
Die Frage ist: GIBT ES EINE TÜR?

Da sind also Gedanken.
Viele, viele Gedanken.
Und weißt du was: Du müssen auch nicht weg! Die können ruhig da sein!
Der Verstand produziert Gedanken, wie die Niere Urin produziert. Das liegt einfach in seiner Natur!
Kein Problem.
Wer sagt, dass die Gedanken weg müssen, um WAHRNEHMEN zu können?
Findet Wahrnehmung nicht pausenlos statt???
BITTE SCHAU DIR DAS GENAU AN!
Findet HÖREN nicht einfach nur statt?
Das Vogelgezwitscher, ist das nicht eh einfach da und wird wahrgenommen?
Musst du da erst was TUN, um ein Geräusch wahrzunehmen?
Die blühenden Bäume: Werden sie nicht auch gesehen, ohne, dass du darüber nachdenkst?
Wenn du eine rote Ampel siehst, denkst du da:
Ah eine Ampel, die ist rot, da muss ich wohl stehenbleiben.
?
Du liest diese Zeilen hier. Nimmst du sie wahr oder nicht?
Beobachte das mal so im Tagesverlauf.
UND LASS DIR ZEIT!!!
Mir kommt es manchmal so vor als würdest du die Fragen nicht genug "durchkauen". Du schluckst die einfach ungekaut runter.
Das macht sie leider etwas unverdaulich.
Soweit meine "Forschungsarbeit". Das war interessant. Und schön. Und gut.
Ja, gute Arbeit! :-)
Und jetzt könnte das bitteschön die gewohnte Alltagswahrnehmung werden und die alte gelernte Form ablösen. ;-)
WER will das? ;-)

Schau lieber nach, woher der Gedanke kommt, dass das nun die Alltagswahrnehmung werden soll!

Und weiche vor allem dieser einen Frage nicht immer aus. Ich hab sie dir vor ein paar Tagen schon gestellt und keine Antwort erhalten:

Gibt es einen Steuermann - genannt "ICH" in deiner Wahrnehmung oder nicht?

Weich nicht aus. Kau die Frage gut durch, lass sie dir auf der Zunge zergehen.
Bin gespannt auf die Antwort!
:-)

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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Tue Apr 23, 2013 11:39 am

Hallo Grace,

jetzt hatte ich dir eine Nachricht geschrieben, sie war lang und ausführlich. Und als ich sie senden wollte, hat das System von mir verlangt, mich einzuloggen, und die Nachricht ist verschwunden. Einfach weg. Dabei war ich eigentlich eingeloggt. Aber offenbar hat das System mich nach einer Weile wieder rausgeschmissen. Das ist gerade echt deprimierend und passt zu meiner allgemeinen Stimmung.

Okay. Ich bin mit meiner Forschung gerade bei der Kontrollierbarkeit der Gedanken, weil es immer noch den Eindruck gibt, bestimmte Gedanken kontrollieren zu können.

Aber ich habe gerade gesehen, dass ich auf Kommando keinen Gedanken "machen" kann, und ich erlebe immer wieder, dass die Gedanken oft ein Eigenleben haben und ablaufen, ohne dass ich mir ihrer bewusst bin. Das ist dann, als wäre ich mit den Gedanken identifiziert.

Und dann gibt es Momente, da sind mir die Gedanken bewusst. Das heißt, ich höre ihnen bewusst zu. Und wenn sie sich dann mit einer Frage beschäftigen oder mit dem Versuch, eine Frage zu erörtern, dann habe ich das Gefühl, dass ich sie kontrolliere. Also dann, wenn sie das tun, was ich möchte.

Ah, was WER möchte? Wollen kann ich ja auch nicht machen...

Da ist also die Wahrnehmung von Wollen, von einem Wunsch, der als "meiner" empfunden wird. "Ich will." Aber das Wollen taucht ja auch einfach so auf. Ohne Kontrolle. Da ist kein ICH, das entscheiden kann, was es will.

Das lasse ich jetzt erstmal wirken.

So ganz kann ich dir die Steuermann-Frage noch nicht beantworten. Aber ich bin dran.

...

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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Tue Apr 23, 2013 3:06 pm

Also, wenn ich schaue, dann ist da immer nur die Wahrnehmung von...

Wahrnehmung von Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Körperempfindungen, Gefühlen und vor allem: Gedanken.

Eines dieser Gefühle ist das Ich-Gefühl. Und immer wieder der Gedanke: "Ich"

Ich mache, ich denke, ich fühle, ich gehe, ich suche, ich will, ich...

Und das ist ganz schön aufdringlich, fühlt sich aber (noch) ganz real an. Also, so als gäbe es dieses Ich wirklich, das all das tut und fühlt und denkt.

Dass es nicht wirklich aktiv denken kann, habe ich jetzt glaube ich, wirklich gesehen. Da scheinen die Zweifel jetzt ausgeräumt.

Hören passiert einfach, wenn da Geräusche sind. Manchmal werden Geräusche auch ausgeblendet und nicht bewusst gehört. Besonders Dauergeräusche. Und es ist möglich, mich auf etwas zu konzentrieren. Also bewusst zu lauschen. Und hier setzt wieder der Ich-Gedanke ein. ICH lausche bewusst. ICH suche es mir aus, jetzt bewusst zu lauschen.

Aber das stimmt so auch nicht. Plötzlich wird es mir bewusst. Aus irgendeinem äußeren oder vielleicht auch inneren Anlass. Und selbst wenn ich mir vornehme, bewusst zu lauschen, ist es manchmal zwei Sekunden später wieder vergessen.

Und dieses "es mir vornehmen" kann ich ja auch nicht absichtlich herbeiführen. Es taucht einfach plötzlich als Idee auf. Und hätte genau so gut auch nicht auftauchen können. Jedenfalls konnte "ich" diese Idee nicht machen.

Wenn ich also genau forsche, was mir manchmal vergönnt ist, dann stelle ich fest, dass ich Ideen, Impulse und Gedanken nicht machen und kontrollieren kann.

Hören, sehen, schmecken und riechen passiert einfach. Körperempfindungen ebenfalls, so wie Körperfunktionen. Gefühle kommen auch einfach, oft wohl als Reaktion auf Gedanken, die ich nicht kontrollieren kann.

Habe ich etwas vergessen?

Bei allem Genannten gibt es keine Kontrolle. Das heißt, "ich" habe keine Kontrolle.

Das Ich-Gefühl und der Ich-Gedanke existieren aber noch.

Soweit der Stand der Dinge. Diesmal tatsächlich eher von der Erfahrungsebene und weniger auf der verstandesmäßigen theoretischen Erkenntnisebene.

...

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Om-Heart
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Re: Ankommen

Postby Om-Heart » Tue Apr 23, 2013 9:49 pm

Irgendwie fühlt es sich an, wie ein Neuanfang in der Thematik. Seit ich gestern abend das Video auf der Startseite von LU gesehen habe, ist mir klar, dass ich die ganze Zeit versucht habe, die Fragen auf gedanklicher Ebene zu lösen. Somit habe ich lauter passende und einleuchtende theoretische Antworten gehabt. Aber ohne sie direkt zu erfahren und zu "sehen". Deswegen waren sie auch nicht so überzeugend.

Als ich gestern die Übung gemacht habe, die du mir empfohlen hast, mit geschlossenen Augen wahrzunehmen (Form, Größe, Zehen...) habe ich zum ersten mal tatsächlich ansatzweise gesehen und direkt erfahren.

Und das ging auch heute immer wieder mehr oder weniger gut. Jedenfalls hat es zumindest für den Moment etwas bewegt.

Aber alles, was ich vorher schon so schlau daher geschrieben habe, war bisher nur auf der Verstandesebene erfasst, aber noch nicht wirklich erlebt, erfahren und begriffen. Ich fange also nochmal an. So scheint es.

Okay. Momentaner Stand der Dinge ist, dass klar ist, dass ich nichts steuere und nichts mache. Das habe ich heute gesehen, nachdem ich alles geprüft habe. Übrig geblieben ist noch: Ich nehme wahr.

Also, da ist noch das Ich-Gefühl, verknüpft damit, dass "ich" das alles wahrnehme, was hier passiert und abläuft. Ich kann es nicht kontrollieren und steuern, aber "ich" nehme es wahr.

An dieser Stelle hätte ich gerne Hilfe. Danke schonmal.

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GRACE
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Re: Ankommen

Postby GRACE » Wed Apr 24, 2013 7:23 am

Sorry Om-Heart, ich konnte gestern leider beim besten Willen nicht mehr antworten. Hab einfach sehr viel um die Ohren im Moment. Ich schaffte es einfach nicht, daheim den Rechner nochmal hochzufahren. Aber das wird jetzt hoffentlich besser, da ich Urlaub habe. :-)

Prima, deine Ehrlichkeit. Genau das ist es, war wir hier brauchen. Gnadenlose Ehrlichkeit. :-)

Das mit dem Verstand ist so eine Sache. Einerseits kann der Verstand es nicht "lösen" und dennoch wird der Verstand als Werkzeug benutzt, um die Sache zu durchschauen. Es ist also nicht hilfreich, den Verstand "ausschalten" zu wollen. Wie sollte das auch gehen? Verteufle also um Himmels Willen nicht den Verstand, denn er ist ein hilfreicher Diener. Er sollte sich nur einfach nicht als Meister aufspielen. Das ist alles.
Okay. Momentaner Stand der Dinge ist, dass klar ist, dass ich nichts steuere und nichts mache. Das habe ich heute gesehen, nachdem ich alles geprüft habe. Übrig geblieben ist noch: Ich nehme wahr.
Also, da ist noch das Ich-Gefühl, verknüpft damit, dass "ich" das alles wahrnehme, was hier passiert und abläuft. Ich kann es nicht kontrollieren und steuern, aber "ich" nehme es wahr.
Ja, das kannst du auch gerne weiterhin behaupten, dass "du es wahrnimmst".
Aber kannst du sehen, dass dieses "ICH" immer ganz automatisch an alle Handlungen und Gedankengänge sozusagen "hinzugefügt" wird und dann erst wird es zu "deinem" Erleben?
Im Grunde ist da einfach ein Gedanke, ein Impuls, eine Handlung und nichts davon MACHST du. Der Laden läuft auch so! Ich glaube, das hast du erkannt, oder?
Falls du das anzweifelst, prüf das bitte immer wieder nach. Das kann dir keiner abnehmen.

Es geht hier einzig und allein darum, den DENKER der Gedanken als Illusion entlarven.
Schau also weiterhin in deiner DIREKTEN Erfahrung nach. GLAUBE nichts, schau was WAHR ist, was WIRKLICH ist.
Es tauchen also Gedanken und Bilder auf. Die sind "real". Du nimmst sie wahr. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass ihr INHALT wahr ist, oder?
Die Story über DICH selbst, hast du dir nur ein Leben lang quasi immer wieder erzählt. Aber ist sie wahr? Existiert deine Vergangenheit? Wo ist sie denn JETZT? Zeig sie mir mal! Ist das nicht lediglich eine Gedankenstory?
Weißt du, es können auch Bilder und Gedanken von rosa Elefanten, fliegenden Untertassen und eben auch von "eigenständigen ICH´s" auftauchen.
Du hast dir die Story vom ICH so lange und so oft "erzählt", dass du sie absolut glaubst.

Stell dir mal vor, du würdest glauben, dass du jeden Morgen ein Huhn opfern musst, damit die Sonne aufgeht. Das hat man dir erzählt, das hast du gelernt und du würdest es niemals anzweifeln. Und aufeinmal kommt einer daher und sagt: "Die Sonne wird auch ohne das Huhn aufgehen." Da hättest du vermutlich auch erstmal Angst, dass es dunkel bleibt, oder?

Mach dir den Unterschied zwischen direktem Erleben und Fiktion klar!
:-)


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