Aber hast du das auch wirklich GESEHEN und erlebt? Oder ist das mehr eine logische Schlußfolgerung?
Das war wohl auch mehr eine Schlussfolgerung. Ich möchte jetzt RICHTIG SEHEN und nicht nur bestätigen, was andere sagen .
Wenn ich da Augen öffne passiert Sehen einfach. Es gibt kein Möglichkeit nicht zu sehen, ausser wenn ich die Augen schliesse. Sehen passiert von einem bestimmten Blickwinkel aus, denn ich sehe z.b. nicht das, was hinter mir ist. Ich kann nicht sagen, dass ich es bin, die aus den Augen herausschaut und sieht, denn das Sehen passiert vor den Augen, in Richtung dessen, was gesehen wird.
Es gelingt mir nicht Sehen vom Gesehenen zu trennen. Sie gehören zusammen. Der Seher müsste der Ausgangspunkt vom Sehen sein. Ich kann aber keinen Ausgangspunkt und somit keinen Seher finden. Da sind nur Sehen und Gesehenes. Wenn ich dann sage : "Ich finde/sehe keinen Seher" kommt wieder das Ich ins Spiel.
Wenn ich die Augen schliesse und lausche auf die Autos , die drausen vorbeifahren, oder die Uhr , die tickt, ist es noch schwieriger ein Abgrenzung zwischen mir und dem klang zu finden. Das ist dann eins, oder geht ineinander über. Das ist dann Hören, dass den Hörenden und das Gehörte miteinschließt. Der Klang ist überall und es gibt da auch kein innen und aussen. Da kann ich wirklich keine Grenze finden . Innen und aussen sind da, wenn ich die Augen wieder öffne.
Beobachte noch mal im Laufe des Tages, wie Aktivitäten geschehen (das hast du schon gemacht) und Sehen, Hören, Riechen von selbst passieren. Und wie dies dann hinterher "etikettiert" wird, mit "Ich rieche, ich höre, ich sehe".
Wenn du diese Etiketten wegnimmst, was bleibt dann übrig?
Das ich kommt zu diesen "automatischen" Tätigkeiten immer erst hinzu, wenn über sie nachgedacht wird. ansonsten laufen sie einfach nur ab, ohne Ich. Auch dann, wenn ich mit jemandem darüber spreche, kommt das Ich dazu, wie z.B. Ich rieche, dass du Kuchen gebacken hast!
Wenn ich diese Ichetiketten wegnehme, bleibt nur das , was gerade geschieht : riechen , hören, sehen.