Re: Alle Lampen an, aber keiner zuhause.
Posted: Wed May 27, 2026 4:25 pm
Ich sehe, dass du “Beweis(e)” schon in Anführungsstrichen geschrieben hast, und vermute, dass du damit zum Ausdruck bringen wolltest, dass es nur scheinbare Beweise sind. Um sicherzugehen, frage ich trotzdem nach: Geben diese nachfolgenden Gedanken Gewissheit, dass der Inhalt des Erinnerungsgedankens tatsächlich stattgefunden hat? Allgemein und/oder in der Weise, wie der Erinnerungsgedanke es darstellt?Weist irgendetwas in einem Zukunftsgedanken selbst darauf hin, dass das, was er sagt, wirklich passieren wird?Weist irgendetwas in einem Erinnerungsgedanken selbst darauf hin, dass das, was er sagt, wirklich stattgefunden hat?
Nein, in beiden Fällen ist da einfach nur der Gedanke. Die "Beweise" sind darauf folgende Gedanken.Wenn ich direkt schaue, dann stelle ich fest: der Gedanke allein weist nicht darauf hin, dass etwas wirklich geschehen ist. Es ist ein weiterer Gedanke (oder mehrere), dessen Inhalt diesen "Beweis" vornimmt.Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Erinnerungsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen ist?
Warum das relevant ist:
Gedanke 1: “Ich habe entschieden, ____ zu ____”.
Gedanke 2: “Das ist tatsächlich vorhin/letzte Woche/letztes Jahr passiert”.
Beweist Gedankeninhalt 2 die Realität/Wahrheit von Gedankeninhalt 1?
Ja.Ich taucht immer erst "after the fact" auf
wenn "ich" die zuvor erlebte Erfahrung gedanklich interpretiere.
wie "ich" dann nachträglich feststelle.
Auch hier, obwohl du “ich” in Anführungsstrichen geschrieben hast:Aber auch hier kann "ich" erst rückwirkend durch Gedanken und weitere Interpretationen diese Erfahrung vereinnahmen und darüber sprechen.
Ist da jemand, der das tut, oder tauchen interpretierende Gedanken und gesprochene Sätze einfach auf?
Ein besserer Begriff ist vielleicht das Wort Gewahrsein?
Was ist die direkte Erfahrung von “Gewahrsein”?Wenn eine Pause zwischen zwei Gedanken auftritt, ist da einfach Gewahrsein
Also… kurz gesagt: Die direkte Erfahrung zeigt, dass da kein Beobachter ist?Es ist kein dauerhaft aktiver Beobachter zu finden. [...] Der "Beobachter" ist ebenfalls einfach ein Gedanke, der dann auftritt.
Das klingt nach einem guten, lebendigen Prozess. Bin gespannt und freue mich darauf, zu lesen, was du berichtest.Danke für die Anregungen für den Alltag. Ja, auf einmal kommen vermehrt "solche" Gedanken auf - ich halte dich gerne auf dem laufenden, was ich in der kommenden Zeit beobachte... :) Es passiert jetzt jedenfalls häufiger am Tag, dass "mir in den Sinn kommt": "Wie kommt es, dass du das noch nie hinterfragt hast?"
Ich taucht immer erst "after the fact" auf
Wie fühlt es sich an, das zu sehen?In der direkten Erfahrung "jetzt" ist kein "ich" auffindbar. Nur passives "Wahrnehmen" oder "Gewahrsein".
Hier noch ein weiterer Bereich zum Schauen und Experimentieren - zuerst mit den Übungen und dann immer wieder im Alltag. Berichte wieder einfach von der direkten Erfahrung:
Schließe die Augen.
Mit geschlossenen Augen wirst du nun „Schwärze“ erleben. Es mag auch andere Dinge geben, die du wahrnehmen kannst, klar. Wenn du auf eine helle Lichtquelle geschaut hast, kann es ein rötliches Glühen geben. Es können funkelnde Punkte oder wolkige Flecken auftauchen und wieder verschwinden – die konkreten Details spielen keine Rolle.
Um es einfach zu halten, werde ich alles, was mit geschlossenen Augen gesehen werden kann, der Einfachheit halber als „schwarz“ oder „Schwärze“ bezeichnen.
Kannst du bestätigen, dass mit geschlossenen Augen das Erlebte „Schwärze“ ist, wie oben beschrieben?
Gibt es im „Sehen“ irgendetwas anderes als „Schwärze“?
Kann das gefunden werden, was die Schwärze wahrnimmt?
Können eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas gefunden werden, das die Schwärze beobachtet? Oder ist da einfach nur „Schwärze“ zu finden?
Was findest du? Kann ein INHÄRENTER SEH-ER gefunden werden?
Wäre irgendetwas, das der Seh-er zu sein scheint, etwas anderes als ein Konzept / eine Idee / ein Gedanke?
Öffne nun die Augen.
Geh die Übung wieder ganz einfach an – für den Moment untersuchen wir nur den Sinn des „Sehens“.
Mit geöffneten Augen erscheint eine Welt von Objekten … ein Raum … ein Computerbildschirm usw.
Was genau gesehen wird, ist hier nicht von Interesse. Was immer es ist, wird im Folgenden einfach als „das Gesehene“ bezeichnet.
Das ist vielleicht etwas kniffliger – nimm dir Zeit und betrachte es genau.
Kannst du bestätigen, dass das, was mit geöffneten Augen erfahren wird, einfach „das Gesehene“ ist, wie oben beschrieben?
Gibt es im „Sehen“ noch irgendetwas anderes als „das Gesehene“?
Lässt sich etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt?
Lässt sich eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt? Oder ist da einfach nur „das Gesehene“?
Was findest du? Lässt sich ein INHÄRENTER SEH-ER - ein Etwas, das sieht - finden?
Wenn etwas der Seh-er zu sein scheint - ist das etwas anderes als ein Konzept / eine Vorstellung / ein Gedanke?