Hallo Jörg,
Das Thema „Hingabe“ ist schwierig, da hängen sehr viel Erziehungskonzepte daran. Ebenso anzunehmen, dass man das Steuer nicht in der Hand hat und die Dinge sich so oder so entwickeln. Es ist für die Erledigung der Alltagsaufgaben problematisch, besonders als Chef eines Pflegeheimes mit 80 Mitarbeitern und deren sowie die Probleme der Bewohner?
Alles, was nicht selbst erfahren wird, ist ein Konzept und ohnmächtiges Wissen. Auch beispielsweise das, dass "man nicht das Steuer in der Hand hat". Solange die Überzeugung besteht, selbst der Handelnde zu sein und man glaubt, dass alles im Chaos versinkt, wenn man nicht ständig alles kontrolliert und steuert, ist es vollkommen nutzlos, sich mit Gedanken wie "ich bin nicht der Steuermann" zu beschäftigen. Dann wird nur versucht, eine Überzeugung gegen eine andere auszutauschen. Überzeugungen, die nur auf der Basis von "Hören-Sagen" basieren aber nie selbst erforscht wurden, sind Konzepte. Und dann entsteht im Verstand ein "Haben-Soll-Konto", das niemals ausgeglichen ist. Ansprüche, wie man sein sollte oder sein müsste durchziehen dann die Gedanken und setzen einen permanent unter Druck.
Du sollst in LU nicht umkonditioniert werden sondern erkennen, dass ALLES dazu neigt zu konditionieren. Selbst große spirituelle Weisheiten. Deshalb ist die direkte Wahrnehmung so wichtig. Beispielsweise zu beobachten, was Überzeugungen mit einem machen. Zu erkennen, ob positive Gedanken ein gutes Gefühl machen und weitere positive Gedanken und Gefühle heranziehen. Zu erkennen, ob negative Gedanken ein schlechtes Gefühl machen und weitere schlechte Gedanken und Gefühle heranziehen. Und zu beobachten, ob sich darin irgendein ein "Ich" befindet oder einfach nur Gedanken da sind, die Tendenzen haben, dieses oder jenes zu bewirken. Und all das spielerisch. Hier ist keine Schule und es gibt kein Ziel, außer selbst hinzuschauen und zu forschen.
Auch weil man sich emotional, trotz des Erkennens mit rein ziehen lässt.
Ist "es" wirklich erkannt, zieht einen nichts irgendwo hinein! Differenziere Wissen vom tatsächlichen Erkennen. Das Erkannte muss so klar sein wie das konkrete Spüren Deiner Hände und das Sehen eines Fußgängers, der an Dir vorüber läuft. Es geht also nicht um 99% sondern 100%. Ich würde es Gewissheit statt Wissen nennen.
Übung 1: Beobachte das, was gerade passiert. Entsteht das "Jetzt" von selbst oder bist Du daran beteiligt. Wenn Du daran beteiligt bist... forsche danach, wo der Impuls für Dein Handeln herkommt. Verursachst Du die Gedanken, die zu einem Impuls führen oder kommen diese einfach? WER beobachtet das Ganze? Auch den handelnden Jörg? Beschreibe.
Übung 2: Bisher haben wir uns konkrete Dinge angesehen. Richte Deine Aufmerksamkeit einmal auf den leeren Raum um Dich und verweile in der Wahrnehmung des leeren Raums. Wie fühlt sich dieser an. Gibt es ein Empfinden? Beschreibe.