Lieber Andreas,
erstmal herzlichen Dank, dass Du Dich wieder "gemeldet" hast, ich war ja eigentlich dran.
Danke für den "Support", der natürlich mehr als willkommen ist. Mir ist schon klar, dass es kein Ich gibt, was das alles tut, was ich mache. Das ändert leider aber meistens fast nichts (und hier kommt es glaub ich auf das Wörtchen "fast" an) an dieser beschissenen Leiderfahrung, die mich fast permanent "durchdringt". Die ist natürlich auch Bestandteil dieser krampfhaft aufrecht gehaltenen Ich-Struktur, und nur, weil ich das weiß, halte ich das noch aus jeden Tag. (Das Schönste ist immer der Tiefschlaf, da merk ich nichts mehr). Nun weiß ich auch, das große Leiderfahrung eine erhebliche transformierende Kraft in Richtung Aufwachen sein kann. Insofern kann ich es sogar noch gut finden. Der Druck ist jedenfalls enorm hoch und zwingt mich, etwas zu verändern oder besser gesagt, die Wahrheit rauszufinden. Zu Deinen Fragen nun:
- Woher kommt all Dein Wissen, das Du heute hast?
- Woher kommt die Sprache, die Du sprichst?
- Was ist Sprache eigentlich überhaupt?
Ich weiß, worauf Du hinaus willst: Das sind allesamt in der sog. Sozialisation gelernte Fähigkeiten, die kulturabhängig das Kleinkind langsam erlernt. Und sich damit immer weiter von seinem Ursprung entfernt. Das Ich, was so aufgebaut wird, darf man dann, wenn man will, wieder durchschauen als Nicht-Selbst. Okay, ich will ja, bzw. muss ja. Die Illusion ist zu schmerzhaft.
(..)stammt dann überhaupt irgendein Gedanke in Deinem Kopf von Dir?
Nein, kein Gedanke ist original mein Erzeugnis, deshalb will ich ja weg aus der Gedankenwelt. Das ist alles fremdbestimmt und kulturabhängig usw.
Und irgendwann gibt der kleine Klaus kleinbei und lebt fortan in der Hypnose seiner Gedanken, die nicht von ihm sind, aber angeblich eine enorme Wichtigkeit haben.
Ich habe übrigens fast gleich nach der Geburt bis heute mich der Anpassung versucht zu verweigern, aber zu einer eigenständigen Identität hat mich das nicht geführt bislang.
Klaus ist aber in Wahrheit die nichtwissende Mühelosigkeit. Wie fühlt sich das an?
Natürlich fühlt sich das toll an und ich setze auch alles darauf, aber es ist verdammt schwer, es zu realisieren. Frage mich echt, wie Du das hingekriegt hast, wenn es denn so ist. Im Moment flehe ich gerade ständig "Gott" oder die Engel (von Mari Nil inspiriert, die übrigens im Februar gestorben ist) an, mir zu helfen oder zu erlösen oder sterben zu lassen oder mir ein Zeichen zu geben. Keine Antwort, oder ich verstehe sie nicht.
Liebe Grüße
Klaus