Was ist das für ein Ich, über das die Interessen und Vorlieben "Kontrolle haben"?Manchmal denke ich, dass es eher umgekehrt ist. Die Interessen und Vorlieben haben Kontrolle über mich.
Oder gibt es etwa NUR Interessen und Vorlieben, und KEIN Ich?
Was jetzt. Ist da ein Ich, das Entscheidungen trifft, oder nicht?Diese Erkenntnis hat mich noch nicht ganz durchdrungen. Ich dürfte diese Erkenntnis aber nicht preisgeben. Dann hält man mich für schwach oder verantwortungslos. Aber ich komme gut damit zu recht, auch wenn ich immer noch oft glaube, Entscheidungen zu treffen, treffen zu müssen, treffen zu können.Wie fühlt sich die Erkenntnis an, dass du keine Entscheidungen (über Lächeln, abbiegen, anrufen...)
triffst?
Ja!Es scheint so, als hätte ich das entschieden. Wenn ich aber genau nachdenke, hatte ich keine andere Wahl.
Tatsächlich? Hättest du in einem gegebenen Moment tatsächlich anders entscheiden können?Trotzdem, wenn dann die Erinnerungen an solche (Fehl-)Entscheidungen kommen, verspüre ich
nach wie vor Schuld, Trauer, Ärger oder ich hadere mit mir.
Oder ist das nur eine Geschichte, die du JETZT darum spinnst?
Hast du dich nicht jedesmal - den Gegebenheiten entsprechend- bestmöglich entschieden?
Oder, besser ausgedrückt - haben die Gegebenheiten nicht jedesmal die Entscheidung hervorgerufen? (Und jetzt gerade, wenn du darüber nachdenkst, rufen die Gegebenheiten eben Schuld, Trauer, Ärger hervor.)
Wie entscheidet Wasser, welchen Weg es nehmen soll?
Da wir gerade bei Schuld, Trauer und Ärger sind - guck dir das, wie gestern besprochen, mit Neugierde an.
Nicht wegschieben, nicht ändern.
Nichts tun.
Schau dir an, wie diese Gefühle ein Ich konstruieren "wollen". Kannst du diesen Mechanismus erkennen und beschreiben?

