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Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Mon Oct 15, 2018 8:48 am
by Stillness
Ich kann das nicht beschreiben..
Unendlichkeit ist natürlich nur ein Wort....
Ja, genau...es ist nur ein Wort. Was wir hier betrachten ist die direkte Erfahrung. Kannst das, worauf das Wort "Unendlichkeit" hindeuten soll, direkt erfahren?
Ist "Unendlichkeit" jetzt/hier real?
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Mon Oct 15, 2018 6:41 pm
by CarolinaS
Ist "Unendlichkeit" jetzt/hier real?
Nein, ich kann sie nicht hören, sehen, fühlen, schmecken, denken. Da ist nichts. Jedoch scheint dieses „nichts“ unendlich..
Oder es ist wie „einfach Sein“. Kein Ort. Kein Raum. Auch kein unendlicher Raum (!)...
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 12:37 pm
by Stillness
Da ist nichts. Jedoch scheint dieses „nichts“ unendlich..
Was meinst du damit? Kannst du "nichts" erfahren?
Da ist Sehen, Hören, Denken etc. - direktes Erfahren. Was daran ist "nichts"?
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 2:01 pm
by CarolinaS
Kannst du "nichts" erfahren?
Nein, „nichts“ kann nicht erfahren werden.
Es kann auch nicht beschrieben werden..
Es ist einfach immer hier.
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 2:19 pm
by Stillness
Hören, Sehen, Fühle, Riechen, Schmecken, Denken...es wird so viel direkt erfahren. Jetzt, in diesem Moment.
Nein, „nichts“ kann nicht erfahren werden.
Wenn es nicht erfahren werden kann, wie kannst du dann wissen, dass es 'immer hier' ist?
Wie kannst du etwas sagen über etwas, das außerhalb des Erfahrens liegt?
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 2:38 pm
by CarolinaS
Es ist immer da, wenn „mein Gewahrsein“ von den Sinnen / von der Erfahrung „loslässt“ und in sich selbst „zurücksinkt“.. Je öfter das geschieht, um so mehr erscheint es so, als sei einfach alles so wie „eingebettet“ in dieses „alles/nichts“..
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 6:24 pm
by Stillness
Und würdest du sagen, dass die Ich-Illusion zu 100% durchschaut wurde?
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 7:23 pm
by CarolinaS
Ja, ich glaube schon.
Da ist ist ein Gefühl da, das sagt, dass dieses "Durchschauen" auf eine Art getestet werden wird..
Aber vielleicht gehört das dazu.. um letztlich nur noch tiefer zu gehen.
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 7:42 pm
by Stillness
Du 'glaubst'? :-) Was ist es, das du glauben musst?
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 7:58 pm
by CarolinaS
Das ist nur ein Gedanke.. "Ich traue mir nicht." ...oder "Ich traue mir."
Werder der eine noch der andere Gedanke ist vertrauenswürdig. :-)
Es gibt nichts zu glauben.
Wow.. Das ist gut!
Und es gibt niemanden, dem man erst über den Weg trauen können muss!
:-))
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 8:09 pm
by Stillness
Gut :-) dann frage ich nochmal so:
Bist du absolut sicher, dass die Ich-Illusion durchschaut wurde?
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 8:20 pm
by CarolinaS
Ja, ich bin sicher.
:-)
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 8:32 pm
by Stillness
Wundervoll! :-)
Dann beschreibe mir doch bitte mal - mit einfachen Worten, so wie du es einer Freundin beschreiben würdest - was jetzt erfahren wird. Auch was jetzt anders ist.
Und wie es dazu gekommen ist, dass die Illusion, eine Person namens Carolina zu sein, gesehen und durchschaut wurde.
Lass dir dafür ausreichend Zeit.
Ich bin sehr gespannt :-)
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Tue Oct 16, 2018 10:34 pm
by CarolinaS
Es wird erfahren, dass die Geschichte weiter geht, dass alles genauso wie vorher weitergeht, aber da ist ein „Wissen“, dass „ich“ nichts tue.. oder denke oder fühle. Da sind einfach Handlungen oder Gedanken oder Gefühle, aber kein Besitzer oder Verwalter oder Verantwortlicher. Alles ist „eingebettet“ ins Sein. All die persönlichen Belange, sogar Wünsche und suboptimale Verhaltensweisen können auftauchen, aber sie haben viel weniger „Schwungkraft“ und Bedeutung.. Es ist kein Fluchtimpuls mehr vor all diesen Erscheinungen da. Alles darf auftauchen, sich „auslaufen“, verschwinden ohne Nachhall. Es wird auch nicht mehr „Partei für Carolina (oder sonst wen) ergriffen“, während in anderen Momenten viel ehrlicher Grenzen gesetzt werden können, bzw. viel authentischer reagiert werden kann.. da es nichts mehr zu schützen oder zu verbergen gibt. Es braucht kein Taktieren mehr. Alles geschieht von allein und darf da sein.
Ein großer und ständiger Impuls war früher die Suche oder das Suchen selbst. Auch das ist jetzt anders. Der Weg geht weiter. Das ist auch schön, dass es so ist. Aber früher war die Suche wie ein Schmerz / ein Getrieben-Sein und gleichzeitig der Versuch diesem Schmerz zu entkommen. Da ist jetzt kein Schmerz mehr. Ich stoße wohl noch auf alte Gewohnheiten, Ablenkungsstrategien und Vorlieben. Das wird gesehen und als „leer“ erkannt. Es ist viel Angst einfach „über Bord“ gegangen. Und da ist gar keine Angst mehr vor dem Fühlen selber. Alles darf gefühlt werden. Alles ist willkommen.
„Unter“ allem „weiß ich“ um die Stille, die Leere, das Sein.
Wenn ich frage, worin oder wo taucht dieses oder jenes Phänomen auf?.. dann bin ich manchmal… wie… einfach Frieden selbst… keine Grenzen..
Wortlos. Ortlos. Nur jetzt. Und ich weiß inzwischen, dass das immer ist.
Selbst wenn ich einmal konzentriert in irgendeiner Arbeit versinke.. oder in was auch immer.. es macht nicht mehr wirklich einen Unterschied.
Ich merke auch, dass ich mich zum Teil anders bewege.. Die Hektik ist verschwunden. Machmal laufe ich extrem langsam von A nach B. Manchmal ganz normal, aber ohne innerlich getrieben zu sein.
Auch sogenannte äußere Umstände können nicht mehr so viel in mir bewirken. Alles ist mehr wie ein „Spiel“.. und ich weiß, ich kann nicht „aus dem Sein herausfallen“.
Ich glaube, ich kann nicht sagen, dass es den einen Moment oder Auslöser gab. Es waren eher ganz viele kleine Einsichten.. immer wieder von dir gefragt zu werden, immer wieder hinzusehen (Stichwort: "Socken-Beispiel"), immer wieder selber zu versuchen, es zu beschreiben, so als würde ich es zum ersten Mal versuchen.. und die unterschiedlichen Übungen zu machen..
Das hat es irgendwie „Stück für Stück tiefer rutschen lassen“.
Ich bin dir so dankbar für deine Begleitung! Das war essenziell wichtig für mich, diesen Austausch und deine Anleitung zu haben und somit einfach auch „dran zu bleiben“ und auf eine nicht repetitive Art (= nicht nur immer wieder dieselben Satsang-Videos anzuschauen), sondern in einem lebendigen ‚Gespräch‘ alle Fragen klären zu können.
Anfangs war meine Dankbarkeit noch mit einem leicht schlechten Gewissen vermischt, da du so viel deiner Zeit hier hineingegeben hast.
Jetzt ist einfach nur noch Dankbarkeit übrig. :-)
Das ist noch schöner.
Sei sehr sehr lieb umarmt!
In tiefer Verbundenheit..
Re: Bis ans Ende des Weges
Posted: Wed Oct 17, 2018 6:01 pm
by Stillness
Ein wirklich schöner Bericht, danke! Es freut mich sehr, dass die Begleitung hier so unterstützend war... :-)
Mich würden noch zwei Dinge interessieren, ja?
Ein großer und ständiger Impuls war früher die Suche oder das Suchen selbst. Auch das ist jetzt anders. Der Weg geht weiter.
Was ist daran nun anders? Gibt es die Suche und das Suchen nicht mehr? Gibt es denn noch einen Sucher?
.. und ich weiß, ich kann nicht „aus dem Sein herausfallen“.
Wie meinst du das? Bist du stattdessen "im Sein verankert"? Gibt es da ein Sein und dich...und du bist im Sein?