Stille
Re: Stille
Ja, es ist schon so, da ist stets der Wunsch, es möge sich etwas dauerhaft zeigen, einstellen! Es gab / gibt Momente von unpersönlicher Wahrnehmung, von wirklicher Gleichgültigkeit und einfachem Mitfließen – und ja, da ist der Wunsch, diesen „Zustand“ nicht zu verlieren. Da ist eine Art Sehnsucht nach „Unpersönlichkeit“, nach dem Erleben von Gleichgültigkeit sich selbst und den Dingen gegenüber. Da ist eine Sehnsucht nach bedingungslosem Mitschwingen mit den Dingen, die passieren. Sich selbst nicht mehr so wichtig nehmen. In der Ich-Losigkeit sein, damit keine Muster, keine Konditionierungen, keine gewohnten Mechanismen mehr eine Angriffsfläche haben. Damit sich alles auflösen kann, damit es keine Widerstände mehr gibt. Damit alles fließen und einfach sein darf.
Das ist der Wunsch. Das ist das Ziel. Das ist die Sehnsucht.
Vom Kopf her weiß ich, dass das alles Gedankenkonstrukte sind, denen geglaubt wird. Und auch beim Glauben an diese Gedankenmuster zeigen sich Konditionierungen und Prägungen; Dinge werden geglaubt oder auch nicht geglaubt. Das ist etwas ganz Persönliches.
Es nervt mich ja alles selbst. Es macht mich manchmal unzufrieden und ruhelos. Also genau das Gegenteil von dem, was gesucht wird. Da hast du schon recht, eine Art Antreiberin ist nicht zufrieden mit dem, was gerade ist. Es müsste sich alles noch mehr, noch intensiver und vor allem KLARER zeigen. Dieser Wunsch nach Eindeutigkeit und Klarheit ist schon sehr, sehr groß!
Was braucht es noch, damit dieser LU-Dialog abgeschlossen werden kann? Klarheit. Ja, Klarheit. Die hat sich noch nicht eingestellt. Aber Zweifel gibt es irgendwie auch nicht.... Eher ein starkes Ich, das meistens die Stellung hält.
Manchmal ist der Wunsch da, das Ich einfach erschießen zu können. Peng! Und weg! Dann gäbe es nur noch unpersönliche Freude und Lebendigkeit.
Und dann muss ich wieder lachen ob der vielen Stimmen, die da innerlich im Dialog sind. Ein Für und Wider. Und dabei weiß ich, dass Alles und Nichts hinter diesen Stimmen liegt. Dass alles bereits einfach fließt und so ist, wie es ist. Und dass sich das Ich dagegen stemmt und Hürden baut.
Und ich denke an ein Jo-Jo, an ein Hin und Her.
Das ist der Wunsch. Das ist das Ziel. Das ist die Sehnsucht.
Vom Kopf her weiß ich, dass das alles Gedankenkonstrukte sind, denen geglaubt wird. Und auch beim Glauben an diese Gedankenmuster zeigen sich Konditionierungen und Prägungen; Dinge werden geglaubt oder auch nicht geglaubt. Das ist etwas ganz Persönliches.
Es nervt mich ja alles selbst. Es macht mich manchmal unzufrieden und ruhelos. Also genau das Gegenteil von dem, was gesucht wird. Da hast du schon recht, eine Art Antreiberin ist nicht zufrieden mit dem, was gerade ist. Es müsste sich alles noch mehr, noch intensiver und vor allem KLARER zeigen. Dieser Wunsch nach Eindeutigkeit und Klarheit ist schon sehr, sehr groß!
Was braucht es noch, damit dieser LU-Dialog abgeschlossen werden kann? Klarheit. Ja, Klarheit. Die hat sich noch nicht eingestellt. Aber Zweifel gibt es irgendwie auch nicht.... Eher ein starkes Ich, das meistens die Stellung hält.
Manchmal ist der Wunsch da, das Ich einfach erschießen zu können. Peng! Und weg! Dann gäbe es nur noch unpersönliche Freude und Lebendigkeit.
Und dann muss ich wieder lachen ob der vielen Stimmen, die da innerlich im Dialog sind. Ein Für und Wider. Und dabei weiß ich, dass Alles und Nichts hinter diesen Stimmen liegt. Dass alles bereits einfach fließt und so ist, wie es ist. Und dass sich das Ich dagegen stemmt und Hürden baut.
Und ich denke an ein Jo-Jo, an ein Hin und Her.
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
Da ist eine Art Sehnsucht nach „Unpersönlichkeit“
Sehr schön :) Das fühlt sich wunderbar an.Da ist eine Sehnsucht nach bedingungslosem Mitschwingen mit den Dingen, die passieren. Sich selbst nicht mehr so wichtig nehmen. In der Ich-Losigkeit sein, damit keine Muster, keine Konditionierungen, keine gewohnten Mechanismen mehr eine Angriffsfläche haben. Damit sich alles auflösen kann, damit es keine Widerstände mehr gibt. Damit alles fließen und einfach sein darf.
Und jetzt kommt der Verstand, die Konditionierung...
Vom Kopf her weiß ich, dass das alles Gedankenkonstrukte sind, denen geglaubt wird.
Was ist tatsächlich das Gedankenkonstrukt? Die Sehnsucht oder der Kopf und seine Kommentare?
Was ist das tatsächliche Empfinden? Was sind die Gedanken?
Manchmal ist der Wunsch da, das Ich einfach erschießen zu können. Peng!
Wenn das "Ich" für die konditionierte Rolle steht, dann ist aus dieser Aussage zu schließen: "Ich mag meine Rolle nicht mehr!" Ist das so?
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Re: Stille
Das tatsächliche Empfinden ist eine Art Sehnen. Da ist etwas zu spüren, das ich in Worte zu fassen versuche. Ohne Worte wäre es weder für mich noch für andere beschreibbar. Es gibt eine Sehnsucht, eine Form von Verlangen, ein Streben, ein Suchen. Die Form, wie tagtäglich gedacht, empfunden, interpretiert und bewertet wird, passt nicht mehr. Es ist zu eng, zu klein, zu unbequem geworden. Darauf gründet diese Sehnsucht. Es ist eine Sehnsucht, da raus zu gehen.Was ist tatsächlich das Gedankenkonstrukt? Die Sehnsucht oder der Kopf und seine Kommentare?
Was ist das tatsächliche Empfinden? Was sind die Gedanken?
Ich weiß nicht, wo das Gedankenkonstrukt beginnt. Ob es bereits bei der Beschreibung der Sehnsucht beginnt oder bei den Gedanken, die dem Sehnen folgen. Körperlich sind jedenfalls unterschiedliche Reaktionen wahrnehmbar. Die wahrgenommene Sehnsucht löst bei einem tiefen Ausatmen viel Resonanz aus; da klingt etwas ganz Authentisches, Ehrliches an.
Beginnen die kommentierenden Gedanken, scheint irgendwie viel kaputt gemacht zu werden. Sie umgarnen die Sehnsucht und verleiben sie sich ein. Und plötzlich scheint alles nur ein Gedankenkonstrukt zu sein. Als ob das „Ich“ für die Sehnsucht und für ihre Befriedigung zuständig sei.
Es ist so, dass mir meine Herangehensweise an die Dinge manchmal regelrecht zuwider geworden ist. Das Kostüm, das dafür sorgt, dass ich so und so denke, dass ich so und so bewerte, dass mich dieses und jenes unzufrieden macht, passt nicht mehr. Es ist nicht so, dass mir das Leben, das ich führe, keine Freude macht. Im Gegenteil. Ich mag es so, wie es gerade so ist. Aber es ist innerlich alles zu eng geworden! Und zu „fremdbestimmt“. Worte, Verhaltensweisen, Aussagen von anderen können mich manchmal richtig „antriggern“; alte Muster und Mechanismen fangen dann wie selbstverständlich an zu laufen. Diese ganzen konditionierten Rollen mag ich nicht mehr! Ich hab dann echt genug von mir!!!Wenn das "Ich" für die konditionierte Rolle steht, dann ist aus dieser Aussage zu schließen: "Ich mag meine Rolle nicht mehr!" Ist das so?
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
Es ist so, dass mir meine Herangehensweise an die Dinge manchmal regelrecht zuwider geworden ist. Das Kostüm, das dafür sorgt, dass ich so und so denke, dass ich so und so bewerte, dass mich dieses und jenes unzufrieden macht, passt nicht mehr.
Was hindert Dich daran, das Kostüm, das nicht mehr passt, auszuziehen und ein anderes, besser passendes anzuziehen? Hier ist Ehrlichkeit ganz wichtig. Drücke das Empfinden aus, so wie es sich ausdrücken möchte. Lass jede Analyse weg...
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Re: Stille
Es entsteht eine Angst, von anderen nicht mehr akzeptiert zu werden. Wenn ich nicht mehr so spiele wie es meine gewohnte Rolle vorgibt, macht sich eine Unsicherheit bemerkbar. Aber es ist auch noch etwas anderes da: Auf was kann ich mich dann verlassen? Ich spürte heute da hinein und konnte etwas Bodenloses wahrnehmen. „Das Ich ist dann arbeitslos“, schoss es durch den Kopf. Das „Ich“ hat dann nichts mehr zu tun. Dieser Gedanke fühlt sich sehr erleichternd an – und dennoch ist da auch eine Art Festhalten wollen am Kostüm. Wer bin ich denn wenn ich auf nichts Gewohntes zurückgreifen kann? Wenn ich alles ablege, was mich für mich und andere kennzeichnet? Die Vorstellung, ganz ohne Kostüm zu sein, tut sehr gut. Irgendwie möchte ich gar kein Kostüm mehr anziehen, wenn ich meins ausgezogen habe. Es fühlt sich sehr erleichternd an, so als ob ganz viel Schwere abfallen würde. Einfach leicht sein. Und leer sein. Da gibt es körperlich ganz viel Resonanz.Was hindert Dich daran, das Kostüm, das nicht mehr passt, auszuziehen und ein anderes, besser passendes anzuziehen?
Und gleichzeitig ist da auch Traurigkeit zu spüren. Für was waren denn dann die ganzen Jahre, wenn das alles nicht (mehr) gebraucht wird? Was bleibt denn dann? Nichts…. Wie schrecklich!.... Wie schön!…. So fühlt sich das irgendwie an. Ich kann es nicht besser beschreiben.
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
Sehr schön.Das „Ich“ hat dann nichts mehr zu tun. Dieser Gedanke fühlt sich sehr erleichternd an – und dennoch ist da auch eine Art Festhalten wollen am Kostüm. Wer bin ich denn wenn ich auf nichts Gewohntes zurückgreifen kann? Wenn ich alles ablege, was mich für mich und andere kennzeichnet?
Wenn ein "Ich", das es nicht gibt, nichts mehr zu tun hat, wie fühlt sich das an?
Lass uns mit dieser "Leere" ein wenig experimentieren. Nimm Dir Zeit dafür und nimm kindliche Neugier mit...
Setze Dich an einen ruhigen Platz. Dann lenke die Aufmerksamkeit auf den Raum zwischen Deinem Körper und dem nächsten Gegenstand (beispielsweise Sessel, Tisch,...). Beobachte zuerst, dann empfinde den leeren Raum. Wie fühlt sich das an?
Dann beobachte weiter - endet der leere Raum an einem Gegenstand?
Gehe zum Fenster. Blicke hinaus. Gibt es mehr leeren Raum oder mehr gegenständlichen Raum? Durchdringt der Gegenstand den leeren Raum oder der leere Raum den Gegenstand? Was empfindest Du im leeren Raum?
Jetzt betrachte alles Geschriebene in diesem Kasten. Gibt es mehr Leerraum oder mehr schwarz Geschriebenes?
Jetzt sieh die Leere zwischen den Buchstaben. Die Leere zwischen den einzelnen Gedanken und die Leere zwischen jedem einzelnen "Gedanken-Buchstaben".
Was dominiert in Wahrheit? Der leere Raum oder der "Füllstoff"? Sei der Raum. Was ist das Empfinden?
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Re: Stille
Habe der Leere heute mal meine Aufmerksamkeit geschenkt.Lass uns mit dieser "Leere" ein wenig experimentieren
Schaue ich die Leere an, gibt es kaum plappernde Gedanken. Da ist quasi nichts, an das sich Gedanken heften könnten. Es gibt keine Geschichten, es passiert gedanklich kaum etwas.
Empfinde ich den leeren Raum, verändert sich irgendwie mein Atem. Es wird alles ruhiger, weiter, tiefer. Stiller. Als ob sich eine Leere auch in mir ausbreiten würde.
Gegenstände im Raum führen dazu, dass die Leere „weichen“ muss. Offene Bereiche eines Gegenstandes werden von der Leere durchdrungen, in sich geschlossene Formen (z.B. ein Teller, ein Holzklotz) nicht. Die Leere ist aber überall, sie hört nirgendwo auf. Und sie scheint einfach nur ruhig zu sein. Still. Da ist irgendwie nichts.
Draußen ist auch soviel Leere! Der Baum vor meinem Fenster wird vom Wind bewegt. Ein ständiges Spiel mit der ihn umgebenden Leere.
Dennoch nehme ich bei allen Dingen eine Grenze zur Leere wahr; dort, wo es eine geschlossene stoffliche Form gibt, grenzt sich etwas ab.
Mein Körper bewegt sich durch die Leere hindurch und wird durch Körperöffnungen mit Leere durchflutet. Ich atme den leeren Raum ein und aus. Dennoch nehme ich den größten Teil meiner Körperoberfläche als Grenze gegenüber der Leere wahr.
Die Leere.Was dominiert in Wahrheit? Der leere Raum oder der "Füllstoff"?
Das ist wunderbar! Dann ist da nichts, wo sich etwas anhaften könnte. Keine Fläche für irgendetwas. Dann ist es leer und ruhig. Und irgendwie auch unbewegt. Dann breites sich ein sattes, tiefes Gefühl aus. Als ob die Zeit stillstehen würde.Sei der Raum. Was ist das Empfinden?
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
Wunderbar geschrieben!
Gehe ins Empfinden und prüfe diese Aussage. Weicht die Leere tatsächlich oder taucht der Gegenstand in der Leere auf?
Haben Wahrnehmung und Leere etwas gemeinsam?
Gegenstände im Raum führen dazu, dass die Leere „weichen“ muss.
Gehe ins Empfinden und prüfe diese Aussage. Weicht die Leere tatsächlich oder taucht der Gegenstand in der Leere auf?
Haben Wahrnehmung und Leere etwas gemeinsam?
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
Bleibe im Empfinden, wenn Du antwortest. Ich will keine Antwort vom Verstand!
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Re: Stille
Lieber Andreas,
möchte heute nochmals schreiben.
Bei Gegenständen, die bewegt werden, ist es ähnlich. Sie nehmen sich ihren Platz und drängen in die Leere hinein. Aber dort, von wo sie bei Bewegung kommen, füllt die Leere alles wieder aus. Es bleibt nichts als Leere.
Beim Empfinden von Leere war es ähnlich. Da gab es dann nur Stille. Unbewegtes.
Die Gedanken plapperten nach kurzer Zeit wieder hinein, versuchten das Erleben in Worte zu kleiden, versuchten es einzuordnen. Es gelang nicht oft, ihnen die Aufmerksamkeit zu entziehen, sie zu ignorieren.
Dennoch möchte ich dir kurz von einer Wahrnehmung berichten:
Während des Sitzens / während der Meditation wurde der Körper plötzlich angenehm schwer. Von den Schultern bis zu den Füßen. Der Körper wurde dann schlicht und einfach wie eine Art Hülle wahrgenommen. Es war ein Körper, nicht „mein Körper“. Es entstand dann ein inneres, abstraktes Bild des Körpers, eine Art innere Substanz oder Gerüst. Es fiel langsam in sich zusammen. Wie Staub. Das fühlte sich sehr angenehm und erleichternd an. Der Kopf wurde allerdings vom Empfinden her größer und fing an zu glühen. Er war irgendwie losgelöst vom restlichen Körperempfinden, war ganz „wach“, wurde vom Empfinden her größer und heißer. Es schien sich ganz viel Energie hier zu stauen. Obwohl der Eindruck da war, dass auch das, was im Kopf „festhing“, sich lösen wollte. Es löste sich nicht, sondern bewegte sich Richtung Körper, wodurch der Körper so langsam wieder als „mein Körper“ erwachte.
Ich weiß nicht, wie lange das alles ging. Wahrscheinlich nur ein paar Sekunden. Habe kein Zeitempfinden gehabt.
möchte heute nochmals schreiben.
Die Leere weicht nicht. Anhand der Atmung konnte ich das gut wahrnehmen. Der Oberkörper oder Bauch bewegen sich beim Einatmen in die Leere hinein. Und sanft drückt die Leere beim Ausatmen wieder gegen den Körper. Oder: Beim Ausatmen zieht sich der Körper wieder etwas zurück. Die Leere ist untrennbar mit dieser Bewegung verbunden.Weicht die Leere tatsächlich oder taucht der Gegenstand in der Leere auf?
Bei Gegenständen, die bewegt werden, ist es ähnlich. Sie nehmen sich ihren Platz und drängen in die Leere hinein. Aber dort, von wo sie bei Bewegung kommen, füllt die Leere alles wieder aus. Es bleibt nichts als Leere.
War heute Abend in Meditation. In Momenten der direkten Wahrnehmung war „Ich“ nicht da. Es interessierte auch gar nicht mehr, wer oder was irgendetwas wahrnehmen kann. Das war echt egal.Haben Wahrnehmung und Leere etwas gemeinsam?
Beim Empfinden von Leere war es ähnlich. Da gab es dann nur Stille. Unbewegtes.
Die Gedanken plapperten nach kurzer Zeit wieder hinein, versuchten das Erleben in Worte zu kleiden, versuchten es einzuordnen. Es gelang nicht oft, ihnen die Aufmerksamkeit zu entziehen, sie zu ignorieren.
Dennoch möchte ich dir kurz von einer Wahrnehmung berichten:
Während des Sitzens / während der Meditation wurde der Körper plötzlich angenehm schwer. Von den Schultern bis zu den Füßen. Der Körper wurde dann schlicht und einfach wie eine Art Hülle wahrgenommen. Es war ein Körper, nicht „mein Körper“. Es entstand dann ein inneres, abstraktes Bild des Körpers, eine Art innere Substanz oder Gerüst. Es fiel langsam in sich zusammen. Wie Staub. Das fühlte sich sehr angenehm und erleichternd an. Der Kopf wurde allerdings vom Empfinden her größer und fing an zu glühen. Er war irgendwie losgelöst vom restlichen Körperempfinden, war ganz „wach“, wurde vom Empfinden her größer und heißer. Es schien sich ganz viel Energie hier zu stauen. Obwohl der Eindruck da war, dass auch das, was im Kopf „festhing“, sich lösen wollte. Es löste sich nicht, sondern bewegte sich Richtung Körper, wodurch der Körper so langsam wieder als „mein Körper“ erwachte.
Ich weiß nicht, wie lange das alles ging. Wahrscheinlich nur ein paar Sekunden. Habe kein Zeitempfinden gehabt.
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
In Momenten der direkten Wahrnehmung war „Ich“ nicht da. Es interessierte auch gar nicht mehr, wer oder was irgendetwas wahrnehmen kann. Das war echt egal.
Beim Empfinden von Leere war es ähnlich. Da gab es dann nur Stille. Unbewegtes.
Wann 'verschwindet" direkte Wahrnehmung? Wenn die Aufmerksamkeit zersplittert? Hier Gedanken, dort Sinneswahrnehmung?
Versuche einmal immer genau da zu sein, wo gerade Wahrnehmung ist. Ungeteilt. Lass keinen Widerstand aufkommen. "Es interessierte auch gar nicht mehr, wer oder was irgendetwas wahrnehmen kann".
Wenn Verwirrung oder Disharmonie aufkommt, lenke die Aufmerksamkeit wieder auf den leeren Raum.
Wenn Du die gemeinsame Natur von leerem Raum und
Wahrnehmung erkennst, ...
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Re: Stille
Heute in meiner Wohnung hatte ich das diffuse Empfinden, dass die Leere sich eigentlich ausbreiten will. Dass die Dinge, die im Raum stehen, irgendwie stören. Sie ragen in die Leere hinein, und diese will sich so gut wie sie es kann, immer mehr ausbreiten. Es ist schon oke, dass Dinge im Raum stehen. Aber in Bezug zur Leere waren sie irgendwie störend. Ich kann es gar nicht genau beschreiben, es war ein unklares Empfinden. Ein sich Einstimmen auf die Leere. Dann spüren, dass sie sich ausdehnen möchte, alles umspielen möchte, alles so gut wie es geht, durchdringen möchte. Denn sie schien in diesem Empfinden das einzig Reale zu sein. Das Einzige, das wirklich ist. Kann es nicht besser beschreiben.
Und dann war dann noch ein Empfinden, dass Wahrnehmung und Leere aufs Engste miteinander verbunden sind. Dass sie irgendwie eins sind. Ich kann das aber nicht beschreiben, weil ich es nicht verstehe. Als dieses Empfinden da war, haben Gedanken das sofort in Worte fassen wollen. Aber es war nur diffus. Ich habe das alles schon wieder vergessen. In Erinnerung geblieben ist der Eindruck, dass das, was wahrgenommen werden kann, erst durch die Leere möglich wird. Und dass dadurch alles miteinander verbunden ist. So war es plötzlich nicht mehr klar, wo das knisternde Geräusch des Feuers wahrgenommen wurde: Beim Ofen selbst oder innerhalb des Körpers. Es schien, dass durch die Leere das Hören bei den Dingen selbst stattfinden konnte. Was der Verstand aber nicht erklären konnte / kann.
Ja, und wenn dann die Aufmerksamkeit bei den Gedanken ist, dann entsteht der Eindruck, aus der direkten Wahrnehmung herauszufallen. Wobei das Wahrnehmen der Gedanken an sich ja nicht schlimm ist. Ich merke nur, dass die Gedanken die Aufmerksamkeit dann so stark bündeln, dass etwas anderes dann nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Gedanken folgt dem nächsten; und alles zusammen ist dann wie ein Sog, der die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Und „mich“ mitnimmt in Gedankenspiele, Überlegungen, usw.. Und da ich noch ganz stark mit Gedanken identifiziert bin und über Gedanken ein „Ich“ immer wieder entstehen lasse, führen die Gedanken immer wieder zum Auftauchen eines „Ichs“. Deswegen erlebe ich die Gedanken als störend.
Und dann war dann noch ein Empfinden, dass Wahrnehmung und Leere aufs Engste miteinander verbunden sind. Dass sie irgendwie eins sind. Ich kann das aber nicht beschreiben, weil ich es nicht verstehe. Als dieses Empfinden da war, haben Gedanken das sofort in Worte fassen wollen. Aber es war nur diffus. Ich habe das alles schon wieder vergessen. In Erinnerung geblieben ist der Eindruck, dass das, was wahrgenommen werden kann, erst durch die Leere möglich wird. Und dass dadurch alles miteinander verbunden ist. So war es plötzlich nicht mehr klar, wo das knisternde Geräusch des Feuers wahrgenommen wurde: Beim Ofen selbst oder innerhalb des Körpers. Es schien, dass durch die Leere das Hören bei den Dingen selbst stattfinden konnte. Was der Verstand aber nicht erklären konnte / kann.
Ja, und wenn dann die Aufmerksamkeit bei den Gedanken ist, dann entsteht der Eindruck, aus der direkten Wahrnehmung herauszufallen. Wobei das Wahrnehmen der Gedanken an sich ja nicht schlimm ist. Ich merke nur, dass die Gedanken die Aufmerksamkeit dann so stark bündeln, dass etwas anderes dann nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Gedanken folgt dem nächsten; und alles zusammen ist dann wie ein Sog, der die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Und „mich“ mitnimmt in Gedankenspiele, Überlegungen, usw.. Und da ich noch ganz stark mit Gedanken identifiziert bin und über Gedanken ein „Ich“ immer wieder entstehen lasse, führen die Gedanken immer wieder zum Auftauchen eines „Ichs“. Deswegen erlebe ich die Gedanken als störend.
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
... bin heute spät dran... Entschuldige. Melde mich spätestens morgen!
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Re: Stille
Lieber Andreas,
ich freue mich über den Dialog mit dir, bin ganz dankbar darüber - egal, ob du mir heute, morgen oder übermorgen schreibst....
Herzliche Grüße!
ich freue mich über den Dialog mit dir, bin ganz dankbar darüber - egal, ob du mir heute, morgen oder übermorgen schreibst....
Herzliche Grüße!
- Glueckseligkeit
- Posts: 1101
- Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm
Re: Stille
Heute in meiner Wohnung hatte ich das diffuse Empfinden, dass die Leere sich eigentlich ausbreiten will. Dass die Dinge, die im Raum stehen, irgendwie stören. Sie ragen in die Leere hinein, und diese will sich so gut wie sie es kann, immer mehr ausbreiten.
Ist das so? Wenn in der Leere/Wahrnehmung alles auftaucht oder existiert, wohin könnte sich die Leere/Wahrnehmung dann noch ausbreiten?
Empfindest Du den leeren Raum? Wie ist das Empfinden dabei? Fehlt etwas? Oder sind Gegenstände (oder Gedanken), die darin auftauchen wirklich störend? Wer oder was stellt fest: "die Leere will sich ausbreiten" oder "die Dinge, die im Raum stehen, stören"?
Liebe Grüße
Andreas
Andreas
Who is online
Users browsing this forum: No registered users and 2 guests

