Auflösen

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Mon Aug 15, 2022 12:15 pm

Also ich hab versucht nachzuvollziehen was eigentlich passiert. Wenn ich wieder "zu mir kam", versuchte ich mich zu erinnern, was da eigentlich abläuft. Ob es eine innere Diskussion oder eine Vorstellung war, wie z.B. ich stehe im Garten und die Gedanken kommen: wenn da jetzt eine richtig große Melone dran wäre ... es ist immer ein abdriften in eine Änderung der eigentlichen Situation.
Daran scheint ja erstmal nix schlimmes zu sein, sich vorzustellen wie schön es wäre eine reife Melone im Garten zu haben. Aber es geht nicht um die Melone. Es geht darum, dass mir nicht gefällt, dass da nichts dran ist an der Pflanze. Das was ist, soll anders sein. Da ist eine Unzufriedenheit mit dem was da ist. Es könnte doch anders sein.
Und Unzufriedenheit mit der Unzufriedenheit... :) Letztendlich mit „dir“ weil du noch immer nicht in ewigem inneren Frieden bist, könnte es so sein?
Manchmal sind Emotionen (E-motion, energy in motion) ganz nützliche Antriebsvehikel, die was in Bewegung bringen, und letztendlich ist davon sehr sehr viel konditioniert. Am besten wahrnehmen, da sein lassen, liebevoll beobachten... Und je nachdem, wenn an der unliebsamen Situation was geändert werden kann (und auch will), was in die Wege leiten, ansonsten versuchen so gut es geht zu akzeptieren (inklusive und vor allem die Emotion...denn es sind nicht die Dinge und Situationen die tangieren, sondern nur die Emotionen die damit einhergehen, oder?)

Oder "innere Diskussionen", ich nenn das mal so. Letztendlich bedeutet das ein sich wiederholender ... Rechtfertigungsprozess. Wenn das losgeht, entgleitet die Gegenwart.
Ist das wirklich wahr? Kann die Gegenwart tatsächlich jemals entgleiten?
Dann ist da ein jemand, ein Ich das was macht, mit einem Gegenüber. Dann verengt sich etwas.
Enge = spüren, das ist direkte Erfahrung.

Wie ist die direkte Erfahrung des Ich das was mit einem Gegenüber macht? Sind da dann 2 Ichs?

Die Sätze ohne Ich sind wahrheitsgetreuer!
Bei den Sätzen mit Ich, ist eine Einengung zu spüren, eine Angespanntheit. Vor allem in den Schultern spüre ich das. Das fühlt sich an wie ein unnötiger Zusatz.
Bei der Variante ohne Ich, ist sehen, ist hören usw. Da ist eine Offenheit, der Körper macht alles von selbst. Es ist auch wieder direkter und unmittelbarer. Wach.
Sehr schön gesehen... Ja, der Körper weiß... :)

Schauen wir uns mal die Natur der Gedanken ein wenig näher an. Mache es dir ganz gemütlich, atme ein paarmal ruhig und langsam ein und aus, und entspanne. Dann beginne auf eine liebevolle Art und Weise die Gedanken zu beobachten und frage dich:

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?


Mach die Übung der Gedankenbeobachtung zuerst formal, und danach kannst du einzelne Fragen immer wieder während des Alltags wenn nicht die volle Konzentration erforderlich ist betrachten.

Lass dir bitte wieder ein bisschen Zeit damit und "mariniere" ein wenig in den Fragen, vielleicht wieder mit in den Schlaf nehmen... :)
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Tue Aug 16, 2022 10:07 am

Und Unzufriedenheit mit der Unzufriedenheit... :) Letztendlich mit „dir“ weil du noch immer nicht in ewigem inneren Frieden bist, könnte es so sein?

Ja so ist es. Es ist, als ob nur noch ein kleiner Schritt fehlt. Ich habe das Gefühl, dass ich nichts mehr verstehen muss, eher erkennen. Ich bin nichts von dem was wahrgenommen wird.
Manchmal sind Emotionen (E-motion, energy in motion) ganz nützliche Antriebsvehikel, die was in Bewegung bringen, und letztendlich ist davon sehr sehr viel konditioniert

Ja das Gefühl habe ich, dass da alte Muster sind
als wenn die Reaktion automatisch abläuft.
Am besten wahrnehmen, da sein lassen, liebevoll beobachten
.... ohne sich mitreißen zu lassen, ohne Identifikation. Ok , ich versuche es.
....ansonsten versuchen so gut es geht zu akzeptieren (inklusive und vor allem die Emotion...denn es sind nicht die Dinge und Situationen die tangieren, sondern nur die Emotionen die damit einhergehen, oder?)
ja, es sind die unangenehmen Gefühle, die hervorgerufen werden.
Ist das wirklich wahr? Kann die Gegenwart tatsächlich jemals entgleiten?
Es ist immer Gegenwart, immer jetzt. Aber wenn man in Geschichten hineingezogen wird, ist man in Gedanken nicht mehr im hier und jetzt. Wenn mir das bewusst wird, ist es als ob ich wach werde. Ich nehme die Geschichte wahr, mache nichts damit. Nur wahrnehmen. Sie verliert an Bedeutung. Nicht immer, aber zunehmend. Was bringt die Geschichte, die Gedanken ins Rollen? Es scheint eine Art Abwehr zu sein, von unangenehmen Gefühlen.
Wie ist die direkte Erfahrung des Ich das was mit einem Gegenüber macht? Sind da dann 2 Ichs?
DE bedeutet sehen-spüren-hören-schmecken-riechen, davon ist nichts da, nur Gedanken.
Das bin ich in diesem Moment, die involviert ist in irgendein Drama. Als wenn zwei etwas spielen,wie blöd oder schön das Spiel auch sein mag. Dann, warum auch immer, wird das Drama wahrgenommen. Da sind nicht zwei ichs. Da ist eine Geschichte, und das Wahrnehmen der Geschichte.
1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Sie tauchen einfach auf, aus dem Nichts, dahin verschwinden sie auch wieder.
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein, ich kann das nicht vorhersagen.
Es kann kein Gedanke verhindert werden, auch nicht ungeschehen machen.

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?
Kann versucht werden, ist nicht möglich.
4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Nein.
5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Nein, keine Ahnung warum die 74 kam.
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Der Ich- Gedanke ist wie jeder andere Gedanke, er kommt und geht. Er ist ein subtiles Objekt, ein Objekt kann kein anderes wahrnehmen oder in einem anderen erscheinen. Gedanken sind das gleiche wie Regen, Körperempfindungen, Autos usw. Das alles erscheint und geht wieder.
7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Da ist keiner zu finden. Die Gedanken kommen und gehen, ohne Kontrolle.


.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Tue Aug 16, 2022 12:11 pm

Es ist, als ob nur noch ein kleiner Schritt fehlt. Ich habe das Gefühl, dass ich nichts mehr verstehen muss, eher erkennen. Ich bin nichts von dem was wahrgenommen wird.
Erkennen, dass nichts fehlt... ;)
Am besten wahrnehmen, da sein lassen, liebevoll beobachten
.... ohne sich mitreißen zu lassen, ohne Identifikation. Ok , ich versuche es.
Und wenn mitreißen da ist und Identifikation, diese da sein lassen und beobachten... Immer einfach so gut es geht. Oft bemerkt man es erst hinterher, aber dann wie gesagt sich am besten drüber freuen, dass man es merkt (da ist man dann nämlich schon raus) und sehen, dass alles einfach immer so ist wie es ist... :)
Ist das wirklich wahr? Kann die Gegenwart tatsächlich jemals entgleiten?
Es ist immer Gegenwart, immer jetzt. Aber wenn man in Geschichten hineingezogen wird, ist man in Gedanken nicht mehr im hier und jetzt. Wenn mir das bewusst wird, ist es als ob ich wach werde. Ich nehme die Geschichte wahr, mache nichts damit. Nur wahrnehmen. Sie verliert an Bedeutung. Nicht immer, aber zunehmend.
Gedanken/Geschichten: in direkter Erfahrung = denken... :) Auch sehr lebhafte Gedanken geschehen im Jetzt...
Was bringt die Geschichte, die Gedanken ins Rollen?
Wer oder was will das wissen und warum?
Es scheint eine Art Abwehr zu sein, von unangenehmen Gefühlen.
Mal ist es vielleicht so, mal vielleicht genau andersherum, dass die Gedanken der Auslöser sind... Alles ein Happening... Nichts muss sich ändern... :)
Wie ist die direkte Erfahrung des Ich das was mit einem Gegenüber macht? Sind da dann 2 Ichs?
DE bedeutet sehen-spüren-hören-schmecken-riechen, davon ist nichts da, nur Gedanken.
Gedanken werden auch wahrgenommen, oder? DE ist auch die direkte Erfahrung des Denkens...Mit dem Durchschauen der Ich-Illusion verschwinden die Gedankengeschichten keineswegs, denken und Geschichten spinnen ist unter anderem etwas was das Gehirn tut, so wie die Verdauungsorgane verdauen usw...:)
Das bin ich in diesem Moment, die involviert ist in irgendein Drama.
Wie manifestiert sich dieses „Ich“ das in ein Drama involviert ist?
Ist das nicht auch einfach eine weitere Geschichte, ein weiteres Drama? Da sind Gedankengeschichten am laufen, und dann kommt darauf der nächste Gedanke, dass das nicht sein soll und das ein Drama ist... ?
Der Ich- Gedanke ist wie jeder andere Gedanke, er kommt und geht. Er ist ein subtiles Objekt, ein Objekt kann kein anderes wahrnehmen oder in einem anderen erscheinen. Gedanken sind das gleiche wie Regen, Körperempfindungen, Autos usw. Das alles erscheint und geht wieder.
Gibt es tatsächlich „Objekte“? Was wird wahrgenommen, ein „Objekt“, oder sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken? Und die Bezeichnung die „Etwas“ zu einem „Objekt“ macht, ist einfach ein Etikett, auf dass sich Mensch geeinigt hat zur Navigation in Alltag und Gesellschaft?

Probiere mal folgendes:

Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Sie benennen, was die Sinne wahrnehmen, bezeichnen Gefühle und erzählen Geschichte.

Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.

Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert. Dann schließe die Augen wieder.

Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl taucht auf, und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf die Aufmerksamkeit fällt. (Ganz spannend ist das bei Schriften, Werbeplakaten, Ortsschildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))

Erzähl mir bitte wieder, wie es dir damit gegangen ist.
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Wed Aug 17, 2022 10:31 pm

Und wenn mitreißen da ist und Identifikation, diese da sein lassen und beobachten... Immer einfach so gut es geht. Oft bemerkt man es erst hinterher, aber dann wie gesagt sich am besten drüber freuen, dass man es merkt (da ist man dann nämlich schon raus) und sehen, dass alles einfach immer so ist wie es ist... :)
Danke barb :-)

[
Was bringt die Geschichte, die Gedanken ins Rollen?
Wer oder was will das wissen und warum?
Ich habe geglaubt, dass ich das herausfinden sollte, um es aufzuarbeiten. Wenn da nur wahrnehmen ist, wer soll da etwas aufarbeiten? Das erscheint immer sinnfreier.
Ich wollte nachsehen, wo das Ich ist, hab ich auch, aber da ist niemand zu finden. Nur Weite. Dann erübrigt sich die Frage nach dem Warum.
DE ist auch die direkte Erfahrung des Denkens...
ja, stimmt.
Wie manifestiert sich dieses „Ich“ das in ein Drama involviert ist?
Da manifestiert sich kein Ich, das scheint nur so. Die Gedanken kreisen um eine Geschichte. Da ist Unbewusstheit, die ist unerwünscht. ;) Irgendwann ist da auftauchen und die Geschichte wird gesehen.
Ist das nicht auch einfach eine weitere Geschichte, ein weiteres Drama? Da sind Gedankengeschichten am laufen, und dann kommt darauf der nächste Gedanke, dass das nicht sein soll und das ein Drama ist... ?
ja. Diese Rumgedenke verschleiert die Gegenwart, das scheint jedenfalls so. Und wenn das bewusst wird, ist da Frust. Ich hab mich über deinen Ratschlag gefreut; wenn das bemerkt wird: freuen :)
Gibt es tatsächlich „Objekte“? Was wird wahrgenommen, ein „Objekt“, oder sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken?
DE wird wahrgenommen. Was haben wir dann vor unserer Nase? Wenn es kein separates Ich gibt, nur DE real ist? Dann gibt es ja gar keine Dinge.
Und die Bezeichnung die „Etwas“ zu einem „Objekt“ macht, ist einfach ein Etikett, auf dass sich Mensch geeinigt hat zur Navigation in Alltag und Gesellschaft?
Aha, ok.
Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:
...... Erzähl mir bitte wieder, wie es dir damit gegangen ist.
Zu allem was gesehen wird, kommen Bildergedanken oder kurze Sequenzen an Gedanken, manchmal nur ein Bild z.B. des Geschäftes, wo wir das gekauft hatten.
Da ist niemand der das steuert, es passiert einfach.
Mit dem hören ist es auch so. Der Hund bellt: sofort taucht ein Bild von Nachbars Hund auf.
Mir fiel auf, dass das Etikettieren nach dem Geschehnis passiert.
Das mit den Schildern ist mir auch aufgefallen, beim Autofahren. Ich könnte nicht mal behaupten das ich es lese, das Wort erklingt in mir, ohne dass etwas dafür getan wird.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Thu Aug 18, 2022 11:37 am

Ich habe geglaubt, dass ich das herausfinden sollte, um es aufzuarbeiten. Wenn da nur wahrnehmen ist, wer soll da etwas aufarbeiten? Das erscheint immer sinnfreier.
Ich wollte nachsehen, wo das Ich ist, hab ich auch, aber da ist niemand zu finden. Nur Weite. Dann erübrigt sich die Frage nach dem Warum.
Sinnfrei ist super!!.... ;)
Ist das nicht auch einfach eine weitere Geschichte, ein weiteres Drama? Da sind Gedankengeschichten am laufen, und dann kommt darauf der nächste Gedanke, dass das nicht sein soll und das ein Drama ist... ?
ja. Diese Rumgedenke verschleiert die Gegenwart, das scheint jedenfalls so. Und wenn das bewusst wird, ist da Frust. Ich hab mich über deinen Ratschlag gefreut; wenn das bemerkt wird: freuen :)
Wäre dieser Frust auch da, wenn du auf deiner Suche niemals gehört hättest, dass die Gedanken zum Stillstand gebracht werden sollen..., und dass wahre Freiheit nur in der Stille ist usw...? (Es gibt da noch ganz viele schöne spirituelle Phrasen und Karotten...;))
Gibt es tatsächlich „Objekte“? Was wird wahrgenommen, ein „Objekt“, oder sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken?
DE wird wahrgenommen.
Ist wahrnehmen von erfahren getrennt?
Was haben wir dann vor unserer Nase? Wenn es kein separates Ich gibt, nur DE real ist? Dann gibt es ja gar keine Dinge.
Ist das eine intellektuelle Schlussfolgerung oder deine Erfahrung?
Und die Bezeichnung die „Etwas“ zu einem „Objekt“ macht, ist einfach ein Etikett, auf dass sich Mensch geeinigt hat zur Navigation in Alltag und Gesellschaft?
Aha, ok.
Wie ist deine Erfahrung dazu?
Bitte glaube mir überhaupt nichts was ich behaupte, jede Frage oder Aussage sollte nur dazu dienen dass du selber schaust wie es für dich im Moment ist... Das einzige was zählt ist immer nur deine eigene unmittelbare Erfahrung... :)
Zu allem was gesehen wird, kommen Bildergedanken oder kurze Sequenzen an Gedanken, manchmal nur ein Bild z.B. des Geschäftes, wo wir das gekauft hatten.

Da ist niemand der das steuert, es passiert einfach.
Mit dem hören ist es auch so. Der Hund bellt: sofort taucht ein Bild von Nachbars Hund auf.
Mir fiel auf, dass das Etikettieren nach dem Geschehnis passiert.
Das mit den Schildern ist mir auch aufgefallen, beim Autofahren. Ich könnte nicht mal behaupten das ich es lese, das Wort erklingt in mir, ohne dass etwas dafür getan wird
Sehr schön beobachtet :) Ja genau, Gedanken können Wort- oder Bildgedanken sein...

Schaun wir doch noch weiter was die Gedanken so alles in die rohe, direkte Erfahrung hinein interpretieren:

Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:

Wo findet Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?

Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.

Woher kennst du den Namen der Farbe?
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.

Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen?
Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung?
Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Fri Aug 19, 2022 11:14 am

Wäre dieser Frust auch da, wenn du auf deiner Suche niemals gehört hättest, dass die Gedanken zum Stillstand gebracht werden sollen..., und dass wahre Freiheit nur in der Stille ist usw...? 
Ich habe davon gehört, ja, das dies jedoch nicht wahr ist, ebenso. Gedanken stehen bewusst sein nicht entgegen. Da ist Präsenz und die Gedanken werden wahrgenommen. Ich bin bewusst und höre, rieche, spüre, denke, schmecke. Der Frust ist, wenn die Identifikation so überwältigend ist, dass "ich" in die Unbewusstheit sinke.
Ist wahrnehmen von erfahren getrennt?
Ist das nicht dasselbe? Wahrnehmen kann auf den verschiedenen Kanälen der DE geschehen.
Hören ist erfahren.

Was haben wir dann vor unserer Nase? Wenn es kein separates Ich gibt, nur DE real ist? Dann gibt es ja gar keine Dinge.
Ist das eine intellektuelle Schlussfolgerung oder deine Erfahrung?

- Intellektuelle Schlussfolgerung.
- Alles was ich weiß, kenne ich ausschließlich aus DE. Es gibt nichts außerhalb davon. Ich sitze jetzt auf dem Sofa und schaue das Fenster an. Es ist dunkel draußen. Ich stehe auf und fasse es an. Ich spüre den Fensterrahmen. Alles was da ist ist spüren! Ich berühre nichts außerhalb, nichts .... anderes, das wird mir jetzt erst klar! Mir ist auch aufgefallen, dass ich beim bewussten Schauen nicht sagen könnte, wo ich eigentlich bin. Ich habe das komische (und seltsamerweise vertraute) Gefühl, dass ich immer da bin, wo ich hinschaue.
Und die Bezeichnung die „Etwas“ zu einem „Objekt“ macht, ist einfach ein Etikett, auf dass sich Mensch geeinigt hat zur Navigation in Alltag und Gesellschaft?

Aha, ok.

Wie ist deine Erfahrung dazu?
Ja, geht ja nicht anders. Wir wollen uns ja verständigen. Für jeden "normalen" Menschen ist jedes Objekt ein Objekt, ein Name macht es nicht erst dazu. Hätte mir jemand vor 10 Jahren gesagt, dass ein Baum kein Objekt ist, sondern in Wahrheit nicht getrennt von mir ist, ja, dass es mich in Wahrheit nicht gibt, wie ich das glaube, ich hätte ihn entgeistert angesehen.
Wo findet Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Ich würde sagen drinnen, aber dann müsste ich ein draußen ... wahrnehmen, kann ich nicht. Es gibt kein drinnen und/oder draußen.

Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?
nirgends.
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Diese Fragestellung Apfel kenne ich von Greg Goode. Der Schatten auf dem Tisch und das Licht auf dem Apfel könnten 3D simulieren, wie ein Gemälde, das ist ja auch flach und trotzdem hat man das Gefühl, in einen Raum reinzuschauen. Aber ich muss mir das bewusst machen, ich muss mir das "erzählen ". Gabi sieht 3D.
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Denken erzählt Name: das ist ein Apfel. Sehen und spüren nehmen die Form wahr. Der Name ist vollkommen irrelevant für die Realität, schon weil er austauschbar ist. Lassen wir alle Namen beiseite, sind da nur Formen und Farben. Ohne Form gibt es nur Farbe. Ich lass also den Namen Apfel weg, es bleibt rot, rund. Letztendlich bleibt sehen. Aber immer noch 3D.

Das Advaita Vedanta sagt auch es gibt nur Name und Form. Passt auch zu meiner Fenster- Erfahrung. Kein aussen. Ich hatte mal ein Erlebnis, da gab es keinen Raum, nix 3D.
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
APFEL, ohne jede Anstrengung.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Gelernt. Alles gelernt, gehört, gelesen. Drüber gestülpt.
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
das ist ja ein Ding! Da ist tatsächlich eine Lücke! Diese Lücke habe ich bisher nicht bemerkt!
Ich sehe etwas, sage das gelernte. Aber was ist es wirklich??
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen?
nur sehen.
Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung?
Da ist keine Instanz, kein Extra-Stück, da ist nur wahrnehmen. Ich nehme mein Dasein, meine Existenz wahr. Oder: wahrnehmen von Dasein? Von Ich bin - Sein?
Irgendwie kriege ich grad nicht die Kurve ... das ist irgendwie doppelt gemoppelt ...
Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Ha, das ist witzig! Da ist nur erfahren :)

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Sat Aug 20, 2022 12:15 pm

Ich habe davon gehört, ja, das dies jedoch nicht wahr ist, ebenso. Gedanken stehen bewusst sein nicht entgegen. Da ist Präsenz und die Gedanken werden wahrgenommen. Ich bin bewusst und höre, rieche, spüre, denke, schmecke. Der Frust ist, wenn die Identifikation so überwältigend ist, dass "ich" in die Unbewusstheit sinke.
Aber erst nachdem das bemerkt wurde, oder?
Beschreibe bitte mal näher wie sich „Frust“ in direkter Erfahrung zeigt.
(Mache das aber bitte nicht aus der Erinnerung, sondern nur wenn aktuell Frust da ist)

Alles was ich weiß, kenne ich ausschließlich aus DE. Es gibt nichts außerhalb davon. Ich sitze jetzt auf dem Sofa und schaue das Fenster an. Es ist dunkel draußen. Ich stehe auf und fasse es an. Ich spüre den Fensterrahmen. Alles was da ist ist spüren! Ich berühre nichts außerhalb, nichts .... anderes, das wird mir jetzt erst klar! Mir ist auch aufgefallen, dass ich beim bewussten Schauen nicht sagen könnte, wo ich eigentlich bin. Ich habe das komische (und seltsamerweise vertraute) Gefühl, dass ich immer da bin, wo ich hinschaue.
:)
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Diese Fragestellung Apfel kenne ich von Greg Goode. Der Schatten auf dem Tisch und das Licht auf dem Apfel könnten 3D simulieren, wie ein Gemälde, das ist ja auch flach und trotzdem hat man das Gefühl, in einen Raum reinzuschauen. Aber ich muss mir das bewusst machen, ich muss mir das "erzählen ". Gabi sieht 3D.
Haha, ja Greg Goode hat viele gute Pointer... :) Und kein Problem wenn du 3d siehst, ist ja auch eine sehr frühe Konditionierung und Verdrahtung im Gehirn, und auch sehr wichtig für den Alltag
Letztendlich bleibt sehen.
Genau
Aber immer noch 3D.
Macht nix... :)

Gelernt. Alles gelernt, gehört, gelesen. Drüber gestülpt.
Ja genau :)
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
das ist ja ein Ding! Da ist tatsächlich eine Lücke! Diese Lücke habe ich bisher nicht bemerkt!
Ich sehe etwas, sage das gelernte. Aber was ist es wirklich??
Was wäre wenn es nicht möglich wäre das zu wissen? Also was etwas wirklich ist?
Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung?
Da ist keine Instanz, kein Extra-Stück, da ist nur wahrnehmen. Ich nehme mein Dasein, meine Existenz wahr. Oder: wahrnehmen von Dasein? Von Ich bin - Sein?
Irgendwie kriege ich grad nicht die Kurve ... das ist irgendwie doppelt gemoppelt …
Oder einfach Sein? Und das dazu noch bewusst... mit Worten und Gedanken nicht zu fassen...einfach nur zum Staunen...

Als nächstes untersuchen wir keinen Apfel, sondern das was wir Körper nennen :)

Finde einen ruhigen Ort und eine ruhige Zeit.
Lege dich hin, schließe die Augen, atme langsam und sanft und entspanne dich.

Wenn du angekommen bist, betrachte bitte folgende Fragen:

Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?

Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?

Nur im Spüren, weißt du wieviel Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was
von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?

Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?

Fehlt irgendetwas, wenn du dich so erfährst?

Ist da ein Körper, der wahrnimmt oder wird der Körper wahrgenommen?
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Sun Aug 21, 2022 12:02 pm

Aber erst nachdem das bemerkt wurde, oder?
Beschreibe bitte mal näher wie sich „Frust“ in direkter Erfahrung zeigt. (Mache das aber bitte nicht aus der Erinnerung, sondern nur wenn aktuell Frust da ist)
Ja, natürlich erst danach. Das geht doch gar nicht anders. Der Frust zeigt sich im Gefühl des Versagens, einer persönlichen Unfähigkeit.
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
das ist ja ein Ding! Da ist tatsächlich eine Lücke! Diese Lücke habe ich bisher nicht bemerkt!
Ich sehe etwas, sage das gelernte. Aber was ist es wirklich??
Was wäre wenn es nicht möglich wäre das zu wissen? Also was etwas wirklich ist?
Wenn es nicht möglich wäre, das zu wissen....
Das sprengt fast meine Vorstellungskraft, wenn es so ist, dann kann es nicht anders sein, das ALLES (das Wort reicht nicht aus) nicht zwei ist. Es müsste etwas da sein, das auf ein anderes schaut, um davon zu wissen. Wenn es nicht möglich wäre das zu wissen, dann gibt es GAR KEIN anderes. Nur EINS. Dieses könnte jedoch Verwirrung stiften, wo eins ist, kann auch ein zweites sein. Der Ausdruck Nicht-zwei ist näher dran. Wo es kein anderes gibt, ist keine Angst. Das weiß ich.
Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?
(Dieses Heranführen an die Realität kenne ich von Rupert Spira:). Sehr schön. )
Nein, der Körper wird repräsentiert durch ein Kribbeln, mal hier, mal da. Das Gewicht wird allein scheinbar dadurch vermittelt, dass ich Druck spüre, an den Oberschenkeln die auf dem Sofa liegen. Dieser Druck ist eine Empfindung die erscheint. Sie selbst hat kein Gewicht.
Der Umfang, kann ich mit geschlossen Augen nicht sagen. Der Körper erscheint in einem Raum, nicht als ganzes, sondern als zusammenhanglose Empfindungen.
Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Nein
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Nein, kann ich nicht sagen. Ich weiß nicht, wo eins aufhört und das andere beginnt.
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?
nein, auch hier nicht. Ich kann es nicht unterscheiden. Ich spüre berühren, aber kann keinen klaren Übergang von "mir" und "nicht-mir" erkennen.
Nur im Spüren, weißt du wieviel Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was
von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?
das ist nicht zu erspüren. Da ist nur eine Empfindung von ... von ... das da was ist.
Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?
Also der Körper erscheint in einem Raum, im selben Raum höre ich die Vögel, die Uhr, also die Welt. Ich kann da keine Grenze finden. Ein innen gibt es in Unbewusstheit. Scheint jedenfalls so.
Fehlt irgendetwas, wenn du dich so erfährst?
nein. Ich nehme wahr, dass der Körper nicht gesund ist, eine weitere Wahrnehmung. In diesem Fall ist Identifikation leichter möglich.
Ist da ein Körper, der wahrnimmt oder wird der Körper wahrgenommen?
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
Alles wird wahrgenommen, auch der Körper. Bewusstsein ist das einzige, das wahrnimmt.
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
keine Ahnung. Kein Ort zu finden. Da ist der Raum, und das was ihn wahrnimmt.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Mon Aug 22, 2022 11:33 am

Ja, natürlich erst danach. Das geht doch gar nicht anders. Der Frust zeigt sich im Gefühl des Versagens, einer persönlichen Unfähigkeit.
Das ist nur die Geschichte dazu... :)
Wie nimmst du das Gefühl Frust, Versagen, Unfähigkeit in direkter Erfahrung wahr? Wie und wo ist es zu spüren? Was davon ist bloß Story die von Gedanken erzählt wird?
Wenn es nicht möglich wäre, das zu wissen....
Das sprengt fast meine Vorstellungskraft,
Sehr gut! Da wollen wir hin, letztendlich ist Vor-Stellung (Er-Wartung) ein oder sogar das Hindernis, das das Sehen dessen was wirklich ist verstellt... :)
wenn es so ist, dann kann es nicht anders sein, das ALLES (das Wort reicht nicht aus) nicht zwei ist. Es müsste etwas da sein, das auf ein anderes schaut, um davon zu wissen. Wenn es nicht möglich wäre das zu wissen, dann gibt es GAR KEIN anderes. Nur EINS. Dieses könnte jedoch Verwirrung stiften, wo eins ist, kann auch ein zweites sein. Der Ausdruck Nicht-zwei ist näher dran.
Ja genau, kein Wort reicht heran... die Wahrheit die ausgesprochen werden kann ist nicht die Wahrheit... :)

Der Umfang, kann ich mit geschlossen Augen nicht sagen. Der Körper erscheint in einem Raum, nicht als ganzes, sondern als zusammenhanglose Empfindungen.
Kannst du „Raum“ tatsächlich wahrnehmen?
nein, auch hier nicht. Ich kann es nicht unterscheiden. Ich spüre berühren, aber kann keinen klaren Übergang von "mir" und "nicht-mir" erkennen.
Ist da überhaupt irgendwas anderes außer spüren wenn man nicht auf die Gedanken hört? Gibt es sowas wie mir und nicht mir tatsächlich in direkter Erfahrung - im Spüren in diesem Fall?
das ist nicht zu erspüren. Da ist nur eine Empfindung von ... von ... das da was ist.
Weiß das Spüren was von „etwas“? Ist da spüren "von was" oder einfach nur spüren?
Ein innen gibt es in Unbewusstheit. Scheint jedenfalls so.
Wie erscheint das in Erfahrung?
Ist da ein Körper, der wahrnimmt oder wird der Körper wahrgenommen?
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
Alles wird wahrgenommen, auch der Körper. Bewusstsein ist das einzige, das wahrnimmt.
Kannst du „Bewusstsein“ finden in direkter Erfahrung?
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
keine Ahnung. Kein Ort zu finden. Da ist der Raum, und das was ihn wahrnimmt
"Keine Ahnung" ist das allerbeste... :)

Schau nochmal ganz genau hin: Ist da tatsächlich ein Raum getrennt von wahrnehmen? Wo beginnt wahrnehmen und wo endet Raum und umgekehrt?
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Tue Aug 23, 2022 8:15 am

Das ist nur die Geschichte dazu... :)
Wie nimmst du das Gefühl Frust, Versagen, Unfähigkeit in direkter Erfahrung wahr? Wie und wo ist es zu spüren? Was davon ist bloß Story die von Gedanken erzählt wird?
Das Gefühl des Versagens, der Unfähigkeit ist auch Enttäuschung. Es ist zu spüren, in der Brust, wenn ich tief und lange genug hinsehe, sehe ich das es Angst ist. Es ist einengend, beklemmend. Die Gedanken erzählen: schon wieder gepennt. Wenn du so weitermachst, schaffst du es nicht. Pass doch besser auf!
Kannst du „Raum“ tatsächlich wahrnehmen?
da ist so eine Leere, in der der Körper ist. Der Körper wird wahrgenommen, dieses wahrnehmen ist auch um den Körper herum. Ich weiß nicht ob das Raum ist. Es ist leer, ohne Eigenschaften. Aber es weiß.
Ist da überhaupt irgendwas anderes außer spüren wenn man nicht auf die Gedanken hört?
Ja, stimmt. Da ist nur spüren, denken erzählt gelerntes dazu.
Gibt es sowas wie mir und nicht mir tatsächlich in direkter Erfahrung - im Spüren in diesem Fall?
Nein, mir und nicht mir ist gelernt.
Weiß das Spüren was von „etwas“? Ist da spüren "von was" oder einfach nur spüren?
Da ist nur spüren. Aber unterschiedliche Arten von spüren.

Ein innen gibt es in Unbewusstheit. Scheint jedenfalls so.
Wie erscheint das in Erfahrung?
Das zieht sich etwas zurück oder zusammen. Der Fokus liegt allein auf dem denken/Geschichten. Mit einer Restaufmerksamkeit um nicht gegen die Tür zu rammeln. Der Alltag läuft dann fast automatisch ab. Auf einmal, ich kann nicht einmal sagen wie und warum wird das Denken gesehen. Licht kommt in die Geschichte.
Kannst du „Bewusstsein“ finden in direkter Erfahrung?
Schöne Frage:)
Never, null Eigenschaften. Aber es weiß um sich selbst und das macht manchmal Schmetterlinge.
Schau nochmal ganz genau hin: Ist da tatsächlich ein Raum getrennt von wahrnehmen?
Der Raum oder die Leere ist nicht getrennt, es scheint innen abzulaufen, obwohl kein außen gefunden werden kann. Wenn denken erscheint, scheint es irgendwie aufzutauchen, aus dem nichts. In diesem Wissen, das sich selbst kennt, taucht denken auf.
Was ist eigentlich wahrnehmen? Das ist doch DE: sehen-hören-riechen-schmecken-spüren-denken = erfahren.
Und was ist z.B. sehen? Sehen selbst kann nicht gesehen werden. Sehen ändert sich nie, nur das Gesehene. Sehen selbst hat keine Eigenschaften.
Das gilt auch für die anderen: hören, spüren usw.
Sehen ist leer, das gesehene ist voll sozusagen.
Sehen, hören, riechen selbst sind nicht zu finden, sie sind leer, haben keine Eigenschaften. Sie sind einfach. ( ich weiß ich wiederhole mich, dass ist einfach zu krass!)
Sehen, Hören usw. sind so leer wie Bewusstsein selbst. Kann es eine leerere Leere als eine andere geben? Gibt es zwei Absolute nebeneinander oder gleichzeitig? Das lässt nur (für mich in diesem Moment) eine einzige Schlussfolgerung zu: DE ist Bewusstsein selbst. So eine Art Modifikation....erfahren ist Bewusstsein. Tataaaaaa !:))
Das bedeutet das alles was es gibt erfahren ist, ohne jemanden der erfährt, ohne etwas das erfahren wird.
(Dies sind nur intellektuelle Schlussfolgerungen.)
Wo beginnt wahrnehmen und wo endet Raum und umgekehrt?

Mir platzt gleich der Schädel... das ist nicht auseinander zu halten, ich weiß es nicht

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Tue Aug 23, 2022 12:30 pm

Das Gefühl des Versagens, der Unfähigkeit ist auch Enttäuschung. Es ist zu spüren, in der Brust, wenn ich tief und lange genug hinsehe, sehe ich das es Angst ist. Es ist einengend, beklemmend.
Wenn das nächste Mal wieder eine Emotion (körperliches Gefühl + Gedankengeschichte) auftaucht, dann schau nach und frage dich abermals:

Wo und wie ist die Angst diesmal im Körper zu spüren? Was davon ist rein gedanklicher Natur?

Dann versuche nicht auf die Gedankengeschichten zu achten und fokussiere dich gut aufs reine Spüren... Lass das Gefühl ganz da sein, ohne es weghaben zu wollen. Schau es an, betrachte es, beobachte es, umarme es...

Ist es immer gleich? Ist es immer an der gleichen Stelle? Schau es mit Wohlwollen an, erlaube dem Gefühl da zu sein so lange es will... Bedanke dich bei ihm, betrachte es als Freund der einfach nur mal gesehen werden will und dich beschützen will.

Nimm dir ausreichend Zeit dafür und mache diese Betrachtung nicht mit der Intention, dass das Gefühl (die Angst in diesem Fall) verschwinden soll, sondern mit der Haltung, dass es – wenn es das möchte – für immer da sein darf... :)

Und dann versuche dahinter zu schauen, versuche zu sehen, ob da irgendwas ist hinter der Angst, schau ob da was ist wovor sie dich beschützen will... Ist da was?
Die Gedanken erzählen: schon wieder gepennt. Wenn du so weitermachst, schaffst du es nicht. Pass doch besser auf!
Was gibt es denn zu schaffen? Was musst du wissen oder tun um zu sein? Musst du irgendwas schaffen, damit „wahrnehmen“ ist?
Kannst du „Raum“ tatsächlich wahrnehmen?
da ist so eine Leere, in der der Körper ist. Der Körper wird wahrgenommen, dieses wahrnehmen ist auch um den Körper herum. Ich weiß nicht ob das Raum ist. Es ist leer, ohne Eigenschaften. Aber es weiß.
….
Ist da überhaupt irgendwas anderes außer spüren wenn man nicht auf die Gedanken hört?
Ja, stimmt. Da ist nur spüren, denken erzählt gelerntes dazu.
:)
Ein innen gibt es in Unbewusstheit. Scheint jedenfalls so.
Wie erscheint das in Erfahrung?
Das zieht sich etwas zurück oder zusammen. Der Fokus liegt allein auf dem denken/Geschichten. Mit einer Restaufmerksamkeit um nicht gegen die Tür zu rammeln. Der Alltag läuft dann fast automatisch ab. Auf einmal, ich kann nicht einmal sagen wie und warum wird das Denken gesehen. Licht kommt in die Geschichte.
Einfach nur entspannen so gut es geht... nimms ganz leicht...
Kannst du „Bewusstsein“ finden in direkter Erfahrung?
Schöne Frage:)
Never, null Eigenschaften. Aber es weiß um sich selbst und das macht manchmal Schmetterlinge.
Abgefahren, oder.... :))
Der Raum oder die Leere ist nicht getrennt, es scheint innen abzulaufen, obwohl kein außen gefunden werden kann.
Es "scheint" innen abzulaufen, aber ist das auch so? Wenn kein außen gefunden werden kann, kann es dann innen geben? Ist das nicht einfach nur der Versuch einer Erklärung?
Wenn denken erscheint, scheint es irgendwie aufzutauchen, aus dem nichts. In diesem Wissen, das sich selbst kennt, taucht denken auf.
Was ist eigentlich wahrnehmen? Das ist doch DE: sehen-hören-riechen-schmecken-spüren-denken = erfahren.
Und was ist z.B. sehen? Sehen selbst kann nicht gesehen werden. Sehen ändert sich nie, nur das Gesehene. Sehen selbst hat keine Eigenschaften.
Das gilt auch für die anderen: hören, spüren usw.
Sehen ist leer, das gesehene ist voll sozusagen.
Sehen, hören, riechen selbst sind nicht zu finden, sie sind leer, haben keine Eigenschaften. Sie sind einfach. ( ich weiß ich wiederhole mich, dass ist einfach zu krass!)
Sehen, Hören usw. sind so leer wie Bewusstsein selbst. Kann es eine leerere Leere als eine andere geben? Gibt es zwei Absolute nebeneinander oder gleichzeitig? Das lässt nur (für mich in diesem Moment) eine einzige Schlussfolgerung zu: DE ist Bewusstsein selbst. So eine Art Modifikation....erfahren ist Bewusstsein. Tataaaaaa !:))
Das bedeutet das alles was es gibt erfahren ist, ohne jemanden der erfährt, ohne etwas das erfahren wird.
Wow, sehr schön beschrieben... :) Ja, letztendlich ist nur „wahrnehmen“, und das verzweigt sich dann in sehen-wahrnehmen, hören-wahrnehmen, spüren-wahrnehmen, denken-wahrnehmen usw... Das sind noch die neutralsten Begriffe, alles was danach kommt sind schon noch mehr Konzepte, Label, Einteilungen, Urteile...
(Dies sind nur intellektuelle Schlussfolgerungen.)
Wie ist die direkte Erfahrung dazu? Ist da was anderes zu finden, als das was du beschrieben hast? Ist es nicht vielleicht eher so, dass es das ist was erfahren wird, aber einfach nicht zu verstehen ist?
Wo beginnt wahrnehmen und wo endet Raum und umgekehrt?
Mir platzt gleich der Schädel... das ist nicht auseinander zu halten, ich weiß es nicht
„Ich weiß nicht“ ist das beste... :))
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Thu Aug 25, 2022 10:45 am

Wo und wie ist die Angst diesmal im Körper zu spüren?
Die Angst sitzt in der Mitte, in der Herzgegend, dann breitet sie sich aus und brennt auf und zwischen den Schultern. Ich habe es beobachtet, dann fing es stärker an zu brennen, auch im Gesicht. Irgendwann ließ es nach, ich glaube weil ich versuchte mich an deine Worte zu erinnern.
Was davon ist rein gedanklicher Natur?
Ich weiß nicht mehr was der Auslöser war, auf jeden Fall denken.
Und dann versuche dahinter zu schauen, versuche zu sehen, ob da irgendwas ist hinter der Angst, schau ob da was ist wovor sie dich beschützen will... Ist da was?
Im Auftauchen der Angst werden Strategien inszeniert, etwas zu verhindern, Bedrohungen z.B., wie etwa allein gelassen zu werden. Die Angst will etwas verhindern, warnt mich. Ich habe das Gefühl, etwas unternehmen zu müssen, zu klären, anzurufen, abzuwenden. Es ist ätzend....
Das wird bestimmt langwierig, ääähhhhhhh.....
Was gibt es denn zu schaffen?
Bewusst bewusst zu sein. Wissentlich im Selbst verweilen. Wissen, dass das Licht an ist.
Was musst du wissen oder tun um zu sein?
um zu sein? Nix. Und um bewusst zu sein GARNICHTS - kein tun. Präsenz, wenn nichts scheinbar Objektives Präsenz verschleiert. Und daher müssen wir wohl schauen, was da hinter der Angst sitzt, die mich fort reißt.
Ich kann nichts tun, um das zu sein was ich bin, ich bin es schon. Ich glaube es geht darum zu fühlen was ich nicht bin. Ich bin ja eigentlich nichts .... in dem alles erscheint, wenn ich da grad auf unseren Apfelbaum schaue. Mir fällt gerade auf dass das wirkliche Leben nichts mit denken (besser: Gedankengeschichten) zu tun hat. Diese Geschichten bedudeln diesen einzigen Moment den es gibt.
Musst du irgendwas schaffen, damit „wahrnehmen“ ist?
Die Antwort ist Nein. Wahrnehmen geschieht sozusagen von allein.
Aber .... da sitzt ein menschlicher Körper-Mind, der sich immer wieder in Geschichten verliert. Und das will er nicht mehr. (Wie kann da was sein, das etwas nicht will, obwohl es ihn nicht gibt, barb???)
Das wird auch gesehen.
Das zieht sich etwas zurück oder zusammen. Der Fokus liegt allein auf dem denken/Geschichten. Mit einer Restaufmerksamkeit um nicht gegen die Tür zu rammeln. Der Alltag läuft dann fast automatisch ab. Auf einmal, ich kann nicht einmal sagen wie und warum wird das Denken gesehen. Licht kommt in die Geschichte.
Einfach nur entspannen so gut es geht... nimms ganz leicht...
Ok :)
Kannst du „Bewusstsein“ finden in direkter Erfahrung?
Schöne Frage:)
Never, null Eigenschaften. Aber es weiß um sich selbst und das macht manchmal Schmetterlinge.
Abgefahren, oder.... :))
jaaaaa .....
Es "scheint" innen abzulaufen, aber ist das auch so? Wenn kein außen gefunden werden kann, kann es dann innen geben?
Das stimmt natürlich, wenn kein außen gefunden werden kann, kann es (schon theoretisch nicht) kein außen geben. Was macht, dass es sich nach innen anfühlt? Eine seltsame Art Vertrautheit, Bekanntes. Es fühlt sich so nach mir an.
Ist das nicht einfach nur der Versuch einer Erklärung?
Äh, ja .... .
(Dies sind nur intellektuelle Schlussfolgerungen.)
Wie ist die direkte Erfahrung dazu? Ist da was anderes zu finden, als das was du beschrieben hast?
Ich habe aus der DE berichtet, ich hab "gesehen" dass sehen leer ist, das ist auch vollkommen logisch. Stimmt
Ist es nicht vielleicht eher so, dass es das ist was erfahren wird, aber einfach nicht zu verstehen ist?
Ja, die Feststellung das sehen leer ist ist für mich offensichtlich, aber ich habe absolut keine Ahnung warum das so ist.
Wo beginnt wahrnehmen und wo endet Raum und umgekehrt?
Mir platzt gleich der Schädel... das ist nicht auseinander zu halten, ich weiß es nicht
„Ich weiß nicht“ ist das beste... :))
Seltsamerweise ist es auch kein Problem, das nicht zu wissen. Das ist neu.
PS. Ich kann mich nicht erinnern, je ein so tiefes, beglückendes, trotz Anonymität ein mit dieser Nähe geführtes Gespräch gehabt zu haben. Danke.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Thu Aug 25, 2022 11:59 am

Was davon ist rein gedanklicher Natur?
Ich weiß nicht mehr was der Auslöser war, auf jeden Fall denken.
Es geht hier nicht um den Auslöser, sondern die Geschichte, die das „Spüren“ begleitet...
Und dann versuche dahinter zu schauen, versuche zu sehen, ob da irgendwas ist hinter der Angst, schau ob da was ist wovor sie dich beschützen will... Ist da was?
Im Auftauchen der Angst werden Strategien inszeniert, etwas zu verhindern, Bedrohungen z.B., wie etwa allein gelassen zu werden. Die Angst will etwas verhindern, warnt mich. Ich habe das Gefühl, etwas unternehmen zu müssen, zu klären, anzurufen, abzuwenden. Es ist ätzend....
Das wird bestimmt langwierig, ääähhhhhhh.....
Genau das ist die Geschichte, die die Empfindung begleitet... :)

Kannst du nochmal in diese Emotion hineingehen? Versuche wirklich alle Gedanken, Strategien und Geschichten zu ignorieren... Wenn das nicht möglich ist, dann beginne zu labeln „spüren-spüren-spüren“ während du mit der Aufmerksamkeit auf die Empfindung gehst. Wenn du wieder dahinter schaust, dann suche nicht irgendwelche Geschichten, höre nicht auf die Gedanken... Einfach nur schauen...Was ist diese "Angst" ohne Geschichten, ohne auf die Gedanken zu hören? Ist da ohne Story irgendwas dahinter zu finden im Schauen?
Was gibt es denn zu schaffen?
Bewusst bewusst zu sein. Wissentlich im Selbst verweilen. Wissen, dass das Licht an ist.
Warum? Hört sich anstrengend an...
Was musst du wissen oder tun um zu sein?
um zu sein? Nix. Und um bewusst zu sein GARNICHTS - kein tun. Präsenz, wenn nichts scheinbar Objektives Präsenz verschleiert.
Na und? Mal ist Präsenz mehr bewusst, mal weniger... Wen kümmerts?
Und daher müssen wir wohl schauen, was da hinter der Angst sitzt, die mich fort reißt.
Ist da wirklich ein „mich“, die von einer Angst fortgerissen wird? Kannst du jemals woanders sein als „HIER“?
Ich kann nichts tun, um das zu sein was ich bin, ich bin es schon. Ich glaube es geht darum zu fühlen was ich nicht bin. Ich bin ja eigentlich nichts .... in dem alles erscheint, wenn ich da grad auf unseren Apfelbaum schaue. Mir fällt gerade auf dass das wirkliche Leben nichts mit denken (besser: Gedankengeschichten) zu tun hat. Diese Geschichten bedudeln diesen einzigen Moment den es gibt.
Was wäre, wenn dieses bedudeln der Gedanken auch der Moment wäre... und was wäre wenn die gar nicht aufhören würden?
Aber .... da sitzt ein menschlicher Körper-Mind, der sich immer wieder in Geschichten verliert. Und das will er nicht mehr. (Wie kann da was sein, das etwas nicht will, obwohl es ihn nicht gibt, barb???)
Das wird auch gesehen.
Es gibt diesen Pull and Push Mechanismus, das ist ganz menschlich, dass man sich zu dem hingezogen fühlt was vermeintlich gut tut, und dass das abgelehnt wird was unangenehm ist...
Was macht, dass es sich nach innen anfühlt? Eine seltsame Art Vertrautheit, Bekanntes. Es fühlt sich so nach mir an.
Ja, dieses Selbstgefühl... Das muss und wird auch nicht verschwinden...Brauchen wir ja auch zum Navigieren im Alltag damit wir das Glas Wasser in den „richtigen“ Mund leeren... ;) Nichts muss sich ändern oder verschwinden, es reicht schon Illusionen als solche zu erkennen, so wie bei einer Fata Morgana... :)
„Ich weiß nicht“ ist das beste... :))
Seltsamerweise ist es auch kein Problem, das nicht zu wissen. Das ist neu.
Sehr gut... :)
PS. Ich kann mich nicht erinnern, je ein so tiefes, beglückendes, trotz Anonymität ein mit dieser Nähe geführtes Gespräch gehabt zu haben. Danke
Schööön, ich danke dir auch für dein Vertrauen und deine Offenheit... Es ist mir auch eine sehr große Freude... vielleicht ist gerade durch die Anonymität eine Öffnung möglich... <3
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
Gabi7777
Posts: 34
Joined: Mon May 30, 2022 2:24 pm

Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Fri Aug 26, 2022 9:42 am

Kannst du nochmal in diese Emotion hineingehen? Versuche wirklich alle Gedanken, Strategien und Geschichten zu ignorieren... Wenn das nicht möglich ist, dann beginne zu labeln „spüren-spüren-spüren“ während du mit der Aufmerksamkeit auf die Empfindung gehst. Wenn du wieder dahinter schaust, dann suche nicht irgendwelche Geschichten, höre nicht auf die Gedanken... Einfach nur schauen...Was ist diese "Angst" ohne Geschichten, ohne auf die Gedanken zu hören? Ist da ohne Story irgendwas dahinter zu finden im Schauen?
Wenn ich nicht auf die Gedanken höre, was alles andere als einfach ist, dann ist Angst eine heftige körperliche Empfindung. Gedanken und Empfindung scheinen verschweißt zu sein, ohne die Gedanken käme diese Angst nicht. Das bedeutet nicht, dass sie dann weg wäre nur weil ich nicht dran denke. Sie schlummert und wird getriggert durch Begegnungen, Worte, Sätze, Erinnerungen.
Lass ich all das weg, ist es "nur" eine Empfindung.
Ich möchte meinen darunter ist Wut und Traurigkeit.

Was gibt es denn zu schaffen?
Bewusst bewusst zu sein. Wissentlich im Selbst verweilen. Wissen, dass das Licht an ist.
Warum? Hört sich anstrengend an...
Barb, na damit die Illusion erlischt. :)
Seitdem ich mich freuen darf, wenn ich (wieder) bewusst bewusst bin, ist scheinbar so eine Art Hindernis weg. Und gleichzeitig ist klar, dass ich das selbst gebastelt habe.
um zu sein? Nix. Und um bewusst zu sein GARNICHTS - kein tun. Präsenz, wenn nichts scheinbar Objektives Präsenz verschleiert.
Na und? Mal ist Präsenz mehr bewusst, mal weniger... Wen kümmerts?
Mich, ich will ja die Wahrheit wissen (ich muss selbst lachen wenn ich das lese, aber so ist es).
Mir ist gerade der Gedanke durch den Kopf geschossen, erst wenn ich wirklich weiß was ich bin kann ich mich entspannen. (Oh Gott ...das finde ich garnicht toll..)
Ist da wirklich ein „mich“, die von einer Angst fortgerissen wird? Kannst du jemals woanders sein als „HIER“?
Da sind Gedanken, Empfindungen die Unbewusstheit verursachen. Wie ein Nebel. Und ja, dieser Nebel ist nur "HIER". Er wird erst danach bemerkt.
Was wäre, wenn dieses bedudeln der Gedanken auch der Moment wäre... und was wäre wenn die gar nicht aufhören würden?

Dieses bedudeln der Gedanken sind im Moment, klar. Aber es ist unbewusst. Denken brauch auch nicht aufhören, genauso wenig wie sehen, riechen, schmecken ....
Es ist mir auch eine sehr große Freude... vielleicht ist gerade durch die Anonymität eine Öffnung möglich... <3
Hm, ja. :)

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Auflösen

Postby barb » Fri Aug 26, 2022 11:27 am

Wenn ich nicht auf die Gedanken höre, was alles andere als einfach ist, dann ist Angst eine heftige körperliche Empfindung. Gedanken und Empfindung scheinen verschweißt zu sein, ohne die Gedanken käme diese Angst nicht. Das bedeutet nicht, dass sie dann weg wäre nur weil ich nicht dran denke. Sie schlummert und wird getriggert durch Begegnungen, Worte, Sätze, Erinnerungen.
Lass ich all das weg, ist es "nur" eine Empfindung.
Ich möchte meinen darunter ist Wut und Traurigkeit.
Ja genau, ohne Geschichten ist es einfach „nur“ spüren... Und ja, kann schon mal heftiger sein, es sind oft diese ganz tief liegenden Blockaden, Kontraktionen und Traumen. Es gibt da schon mehrere Möglichkeiten damit zu sein, eine davon ist es, diese Emotionen wenn sie hochkommen, immer wieder da sein zu lassen und ihnen Raum zu geben verbunden mit sanftem langsamen Atem... Das Durchschauen der Ich-Illusion macht sie aber nicht weg, teilweise kann es sogar sein dass es zwischendurch noch ein wenig heftiger wird, aber meistens ziehen sie dann auch schneller durch, wenn sie nicht mehr persönlich genommen werden...

Beobachte immer wieder mal so im Alltag, ob manchmal zuerst ein Gedanke und dann ein Gefühl da ist, und ein anderes mal vielleicht zuerst das Gefühl und dann der Gedanke
Und dann guck auch noch ob es manchmal vielleicht so ist, dass einfach nur Gedankengeschichten da sind, die behaupten dass es ein Gefühl ist, und vielleicht gar nichts Körperliches zu Spüren (also quasi als Gefühl verkleidete Gedanken), und ob manchmal die körperlichen Empfindungen die du findest auch mal ganz ohne Geschichten da sein können.

Barb, na damit die Illusion erlischt. :)
Vielleicht ist ja die Illusion, dass man immer bewusst sein müsste? Das irgendwas anders sein müsste als es jetzt gerade ist?
Seitdem ich mich freuen darf, wenn ich (wieder) bewusst bewusst bin, ist scheinbar so eine Art Hindernis weg. Und gleichzeitig ist klar, dass ich das selbst gebastelt habe.
Ja schön, sehr wichtig sich zu freuen... Sei gut und sanft zu dir... Und so ein Autopilotenmodus hat ja auch seine Vorzüge... Alles Happenings...
Hast „du“ irgendeine Kontrolle, tust und bastelst du wirklich was? Beobachte mal...
Mir ist gerade der Gedanke durch den Kopf geschossen, erst wenn ich wirklich weiß was ich bin kann ich mich entspannen. (Oh Gott ...das finde ich garnicht toll..)
Ach, ist ja auch bloß nur eine Gedankengeschichte... ;) Was du wirklich bist, ist nicht wissbar... Wie sollte der Verstand als winziger Teil des großen Mysteriums auch über sich hinauskommen und alles wissen können? Musst du wissen wie Atmen funktioniert um nicht zu ersticken? Weißt du wie Verdauung genau funktioniert? Weißt du etwas über die Millionen Prozesse die jede Minute in den Körperzellen ablaufen, damit dieser Organismus lebendig ist? Weißt du was lebendigsein ist? Musst du irgendwas davon wissen um zu sein? Was du bist kann nicht gewusst werden, jedoch DASS sein ist... Es geht nicht darum neues Wissen anzuhäufen, davon haben wir schon viel zu viel... Es ist eher ein verlernen...
(Diese ganzen Fragen brauchst du nicht zu beantworten, das sind eher nur so Fragen für dich zum reflektieren... :))

Und ja, zum Thema entspannen gibt es wirklich sehr viele gute Werkzeuge... Ich bin ein großer Fan davon und kann dir gerne ein paar Ressourcen nennen, aber das ist eine andere Baustelle als unsere hier... :) Möglicherweise könnte es geschehen wenn die Illusion durchschaut wird, dass quasi als Nebenwirkung mehr Entspannung eintritt, das muss aber nicht sein...
Was wäre, wenn dieses bedudeln der Gedanken auch der Moment wäre... und was wäre wenn die gar nicht aufhören würden?
Dieses bedudeln der Gedanken sind im Moment, klar. Aber es ist unbewusst.
Wenn es unbewusst wäre, dann würdest du es ja nicht wissen, oder?
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom


Return to “Deutsch”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 104 guests