Bereit zu schauen

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Mauritius
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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Tue Mar 23, 2021 6:54 pm

Hi MartaFeb,
ich glaube, ich sagte bereits einmal, dass ich eine Vielschreiberin bin. Ich schaffe es eigentlich regelmäßig, meine jeweiligen Schreibpartner*innen irgendwann zum Kapitulieren zu bringen. Nicht dass das meine Absicht ist, aber wer nicht gerne "Schreibschulden" hat, gerät mit mir in Stress.
Keine Sorge, ich fühle mich in keinster Weise "schuldig"...auch nicht was schreiben angeht ;-).
Ich antworte, wenn ich zeitlichen Raum dafür habe...
Jedoch: es ist nicht Zweck hier mehr zu schreiben, bewusst viel zu schreiben, schnell zu schreiben, etc..... Druck in jedwede Richtung ist hier verkehrt.

Ich hoffe, ich enttäusche nicht
Keine Erwartungen, keine Enttäuschung, ganz einfach (aber natürlich erfreuts den Guide, wenn "sehen" geschieht, wenn das "Tor durchschritten" wird....). Doch Enttäuschung, nö, es ist wie es ist :-)

Absolut, total anstrengend. Alles ist anstrengend. Mein ganzes Leben ist irgendwie anstrengend. Das ist mit ein Grund, mich hierauf einzulassen. Ich habe es satt mich anzustrengen. Die Aussicht, dass ich vielleicht nicht diese sich ständig abrackernde Person bin, ist da sehr verlockend.
Oh, hier muss ich Dich möglicherweise enttäuschen: Zu sehen, dass du nicht diese Person bist, lässt angelernte Verhaltensweisen nicht verschwinden," persönliche Strukturen" lösen sich des wegen nicht auf. Wenn hier Anstrengung verursachende Strukturen am Werk sind, so helfen andere Dinge ...z.B Atemübungen, Meditation, Tiefenentspannung, etc...derlei ist ohnehin empfehlenswert :-).
Aber eine andere Sichtweise ist es natürlich schon...die Auswirkungen können subtil und doch mannigfaltig sein.

die direkte Erfahrung ist mir jedoch neu. Ich höre das hier zum ersten Mal, habe da nicht hingeschaut.
Ja, so einfach und doch so unbeachtet....ist bei den meisten Menschen so. Im Prinzip sind die meisten Übungen ja auch Achtsamkeitsübungen. Wir werden uns da noch einiges ansehen :-)

Also, ich spoiler mir die Übungen nicht selbst. Ich lese nicht bis zum Ende, sondern lasse mich sofort Schritt für Schritt darauf ein. Ich will nicht, dass mein Denken mir das kaputt macht, wenn ich vorher alles gelesen habe. So habe ich dann die direkte Erfahrung.
Das ist sehr gut!
Allerdings ist die Beantwortung der Fragen nur mehr aus der Erinnerung möglich....was zu dem führen kann:
Aber jetzt denke ich darüber nach und ziehe es in Zweifel

Ein Tipp:
Mach die Übung doch mehrmals (übrigens ist das für alle vorgeschlagenen Übungen vorteilhaft, du wirst sehen, dass sich die Erfahrung dabei durchaus ändern kann, dass die Antworten klarer werden).
-Das Erste Mal so, wie Du es erwähnt hast.
-Das Zweite Mal, indem Du Dir direkt während der direkten Erfahrung die Fragen "herholst" (hast sie dann ja schon gelesen) und das Gefragte direkt untersuchst.
Beantworte die Fragen nicht nur aus dem Verstand heraus, versuche auch herauszufinden, wie es sich "anfühlt".
Vergleiche die beiden "Ergebnisse"...:-)


Mach das doch mal mit der letzten Übung und erzähl mir darüber....

P.S.:
Den Körper kann ich spüren, ohne Frage.
Wer da was spürt, das werden wir uns demnächst noch sehr genau anschaun :-)
Zusatzfrage zur obigen Übung:
Wer dabei ist Ich? Wer dabei ist MartaFeb? Wer oder was ist es, der/die den Körper spürt?

Schönen Abend :-)
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Wed Mar 24, 2021 7:23 pm

Guten Abend
Keine Sorge, ich fühle mich in keinster Weise "schuldig"...auch nicht was schreiben angeht ;-).
Ich antworte, wenn ich zeitlichen Raum dafür habe...
Jedoch: es ist nicht Zweck hier mehr zu schreiben, bewusst viel zu schreiben, schnell zu schreiben, etc..... Druck in jedwede Richtung ist hier verkehrt.
Perfekt. So soll es sein.

Oh, hier muss ich Dich möglicherweise enttäuschen: Zu sehen, dass du nicht diese Person bist, lässt angelernte Verhaltensweisen nicht verschwinden," persönliche Strukturen" lösen sich des wegen nicht auf. Wenn hier Anstrengung verursachende Strukturen am Werk sind, so helfen andere Dinge ...z.B Atemübungen, Meditation, Tiefenentspannung, etc...derlei ist ohnehin empfehlenswert :-).
Aber eine andere Sichtweise ist es natürlich schon...die Auswirkungen können subtil und doch mannigfaltig sein.
Mist ;-)

Ein Tipp:
Mach die Übung doch mehrmals (übrigens ist das für alle vorgeschlagenen Übungen vorteilhaft, du wirst sehen, dass sich die Erfahrung dabei durchaus ändern kann, dass die Antworten klarer werden).
-Das Erste Mal so, wie Du es erwähnt hast.
-Das Zweite Mal, indem Du Dir direkt während der direkten Erfahrung die Fragen "herholst" (hast sie dann ja schon gelesen) und das Gefragte direkt untersuchst.
Beantworte die Fragen nicht nur aus dem Verstand heraus, versuche auch herauszufinden, wie es sich "anfühlt".
Vergleiche die beiden "Ergebnisse"...:-)

Mach das doch mal mit der letzten Übung und erzähl mir darüber....

Ich habe die Übung jetzt dreimal gemacht.
Das erste Mal hatte ich beschrieben.
Beim zweiten Mal auf die Frage, wo MartaFeb ist: das ist die gesamte so etikettierte Person. Der Körper, der so genannt ist. Das war eher sehr unpersönlich.
Wer dabei ist Ich? Wer dabei ist MartaFeb? Wer oder was ist es, der/die den Körper spürt?
Das "Ich"-Gefühl war dann plötzlich oberhalb hinter dem Körpers, das hat Angst erzeugt.
MartaFeb war hier wie gesagt, das so genannte Körper-Ding (wobei MartaFeb hier Distanz schafft, da dies der Username hier ist). Ein Etikett.

In der dritten Runde, lag der Fokus dann auf der Frage, wer oder was ist es, der/die den Körper spürt. Und hier weiß ich es nicht. Die Wahrnehmungen des Körpers sind da. Der Rest scheint in der Fantasie stattzufinden (ich stelle mir die Hände vor, die kribbeln, zu spüren ist nur das Kribbeln an einem Ort, wo ich "meine" Hände denke).

Sonst ist mir nichts weiter aufgefallen.

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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Wed Mar 24, 2021 8:22 pm

Hi MartaFeb,
Mist ;-)
Hihi, wirf bitte alle Erwartungen, die Du hast über Bord, soweit möglich....es ist immer anders als Du denkst (was nicht heißt schlechter :-)).
Beim zweiten Mal auf die Frage, wo MartaFeb ist: das ist die gesamte so etikettierte Person. Der Körper, der so genannt ist. Das war eher sehr unpersönlich.
Sehr gut, ja es ist unpersönlich...doch unpersönlich ist nur für den bewertenden Verstand unangenehm (falls Du es als unangenehm empfunden hast).

Das "Ich"-Gefühl war dann plötzlich oberhalb hinter dem Körpers, das hat Angst erzeugt.
Wenn mal Angst auftaucht...bleib bei der Wahrnehmung deiner Atmung, konzentrier dich darauf....vielleicht kannst Du das Entstehen der Angst sogar beobachten:
Ist da eine Wahrnehmung, eine Empfindung?
Tauchen dazu Gedanken auf, die die Wahrnehmung ev. als ungewöhnlich, vielleicht sogar als Gefahr identifizieren?
Sind da körperliche Empfindungen ( z.B. Hitzegefühl, Druck in der Brust, etc.)...und tauchen dazu Gedanken auf, die zu den Empfindungen etwas "erzählen"?
Und sei Dir bewusst: Dir kann nichts geschehen!

MartaFeb war hier wie gesagt, das so genannte Körper-Ding (wobei MartaFeb hier Distanz schafft, da dies der Username hier ist). Ein Etikett
Das mit dem Körper-Ding sehen wir uns noch an, natürlich macht es Sinn, bei den Übungen deinen eigenen, Dir vertrauten Namen zu verwenden :-)

Sonst ist mir nichts weiter aufgefallen.
Das ist doch schon ein ganze Menge, sehr gut beobachtet! :-)


Zu "Ich erlebe" etwas, oder "es wird etwas erlebt" hab ich mal ne kleine Übung für Dich:

Sie dauert 10 Minuten und du brauchst Papier und Schreibzeug.

Schreibe die ersten fünf Minuten alles auf was du erlebst und zwar mit ‚Ich‘:
Ich sitze hier.
Ich sehe aus dem Fenster.
Ich höre ein Auto.
Mein Fuß juckt.
Ich kratze meinen Fuß.
Ich habe Verspannungen im Nacken
Ich schreibe hier komisches Zeugs
usw....
Reines Beschreiben, bleib dabei und achte gleichzeitig auf körperliche Wahrnehmungen.

Die nächsten fünf Minuten mach das Gleiche nur ohne das Wort ‘Ich’ zu benutzen:
Sitzen (Empfindung)
aus dem Fenster schauen (Sehen)
Auto hören (Hören)
Vogelgezwitscher hören
Finger spüren (Empfindung)
Nase kitzelt (…)
kratzen an der Nase
einatmen – ausatmen
usw....

Und wieder achte auf den Körper.

Danach vergleiche beide Male:
1. Fühlt sich das eine wahrer an als das andere und wenn ja, welches?
2. Ohne Etiketten, was ist hier jetzt als reine Erfahrung da?
3. Beeinflussen Etiketten die Erfahrung oder beschreiben sie sie nur?
4. Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
5. Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?


Viel Spass mit der Übung.....:-)
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Thu Mar 25, 2021 10:16 am

Hallo lieber Mauritius
Sehr gut, ja es ist unpersönlich...doch unpersönlich ist nur für den bewertenden Verstand unangenehm (falls Du es als unangenehm empfunden hast).

Nein, es war absolut angenehm. Wie bereits gesagt, ich hab diese ganzen Geschichten sowas von satt.


Wenn mal Angst auftaucht...bleib bei der Wahrnehmung deiner Atmung, konzentrier dich darauf....vielleicht kannst Du das Entstehen der Angst sogar beobachten:
Ist da eine Wahrnehmung, eine Empfindung?
Tauchen dazu Gedanken auf, die die Wahrnehmung ev. als ungewöhnlich, vielleicht sogar als Gefahr identifizieren?
Sind da körperliche Empfindungen ( z.B. Hitzegefühl, Druck in der Brust, etc.)...und tauchen dazu Gedanken auf, die zu den Empfindungen etwas "erzählen"?
Und sei Dir bewusst: Dir kann nichts geschehen!

Danke, dass Du die Angst aufgreifst. Sie war bislang immer der Grund zurückzuweichen und das Thema wieder wegzupacken. Ich habe aber den Eindruck, dass dies mittlerweile händelbar ist.

Die Angst kann bis zur Panik gehen (und Panik ist in meinem normalen Leben kein Thema, nur in diesem Kontext).

Die Gedanken sagen "Huh, das ist nicht kontrollierbar, lass das sein!". Das Herz schlägt schneller. "Vorsicht, da gibt es vielleicht kein zurück!".

Angst, die Büchse der Pandora zu öffnen, den Deckel vom Topf zu nehmen, etwas Unbekanntes und vielleicht Unangenehmes zu erleben.

An dem Abend war es jedoch nicht schlimm. Ich habe es gespürt, mich beruhigt, war müde und bin schnell eingeschlafen.


Das mit dem Körper-Ding sehen wir uns noch an, natürlich macht es Sinn, bei den Übungen deinen eigenen, Dir vertrauten Namen zu verwenden :-)

Da das hier öffentlich ist, ich zudem mich sehr persönlich einlasse, schütze ich mich natürlich trotzdem und halte meinen persönlichen Background aus dem Geschehen heraus, auch wenn Hintergründe und Erlebnisse aus meinem realen Leben einfließen.

Ich werde bei den Übungen jetzt meinen realen Namen benutzen.



Die nächste Übung:

Danach vergleiche beide Male:
1. Fühlt sich das eine wahrer an als das andere und wenn ja, welches?
2. Ohne Etiketten, was ist hier jetzt als reine Erfahrung da?
3. Beeinflussen Etiketten die Erfahrung oder beschreiben sie sie nur?
4. Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
5. Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?

1. Fühlt sich das eine wahrer an als das andere und wenn ja, welches?
Das zweite ist unmittelbarer. Beim ersten sind ganz viele Geschichten an Bord, die das ganze Geschehen aufblähen, komplex machen, mühsam machen. Das erste geht mir gewohnheitsmäßig leichter von der Hand, das Blatt füllt sich, die Zeit geht schnell rum.
Beim zweiten sind es nur die einzelnen wenigen Wörter. Dadurch gibt es viel mehr Zeit (obwohl beide Male das exakt gleiche abläuft - jucken, Schmerz, Lärm hören, gähnen, spüren, etc.). Das zweite fühlt sich wahrer an, weil beim ersten die ganzen gedachten Geschichten hinzukommen, die eher Ballast sind und nur Interpretationen sind.

2. Ohne Etiketten, was ist hier jetzt als reine Erfahrung da?
Beim zweiten ist reichlich wenig da. Sinnenswahrnehmungen. Langweilig. Ohne Bedeutung. Nicht schlimm, nicht schön.
Beim ersten werden Geschichten drumherum erzählt.

3. Beeinflussen Etiketten die Erfahrung oder beschreiben sie sie nur?
Die Erfahrung ist exakt die gleiche. In den zehn Minuten ist in beiden fünf Minuten etwa dasselbe passiert. Die gleichen Körperempfindungen, die gleichen Geräusche von draußen, die gleichen Dinge in meiner Umgebung.
Die Erfahrung wurde nicht beeinflusst durch die Etiketten. Sie fügen den Empfindungen Wörter und Interpretationen hinzu.

4. Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
Nein.

5. Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?
Beim zweiten war ein Gefühl der Langeweile da. Ohne Geschichten passiert nicht viel. Jucken, gähnen, kratzen, Schmerz, hören, sehen. Ich bin eher ein bisschen fassungslos, beim ersten Teil der Übung so viele Gedanken an quasi nichts zu verschwenden, der Geist unterhält sich selbst. Verführerische Gewohnheiten, die eine Bedeutung beimessen zu Unterhaltungszwecken. Der Film war aber langweilig. Im Kino wäre ich aufgestanden und nach Hause gegangen. Das Buch hätte ich zugeklappt und in den öffentlichen Bücherschrank gebracht in der Hoffnung, ein anderer findet vielleicht noch Spaß daran.

Viele Grüße

"Marta" (meinen tatsächlichen Namen kann ich wahrscheinlich genauso in Anführungszeichen setzen...)

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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Thu Mar 25, 2021 5:30 pm

HI liebe Marta :-)
Nein, es war absolut angenehm. Wie bereits gesagt, ich hab diese ganzen Geschichten sowas von satt.
Das ist schön zu lesen :-)

Die Gedanken sagen "Huh, das ist nicht kontrollierbar, lass das sein!". Das Herz schlägt schneller. "Vorsicht, da gibt es vielleicht kein zurück!"
Zum Thema Kontrolle, werden wir noch sehen....ob es da überhaupt jemanden gibt, der/die etwas kontrolliert.

Angst, die Büchse der Pandora zu öffnen, den Deckel vom Topf zu nehmen, etwas Unbekanntes und vielleicht Unangenehmes zu erleben.
Ja, das kenn ich gut :-) Diese Schwelle hält auch viele Menschen von der Beschäftigung mit sich selbst ab, fiel mir auf.
Atemübungen sind da eben gut, UNd sehr achtsam sein: Was für körperliche Empfindungen sind da, welche Gedanken tauchen auf.
Es kann sehr hässlich sein, doch es sind nur Gedanken...Angst vor dem Unbekannten.
Wie Du schon ein wenig gesehen hast, kommt aber nix schlimmes...es kommt eher mehr Natürlichkeit, weniger Identifikation....kein Guide würde jemand begleiten, wenn die Untersuchung etwas schlimmes beim Klienten hervorrufen könnte.
Aber ich weiss auch, dass sich das leicht sagt....
Es gibt eine Methode zur Loslösung starker Emotionen, die ich Dir hier ans Herz legen kann. Sie nennt sich EFT, falls Du es noch nicht kennst, so google mal. Du kannst mir auch gern eine PN schicken, wenn du Näheres wissen möchtest, da dies nicht direkt zur Untersuchung gehört :-)
Ansonsten....immer wieder hinschauen, den Atem fühlen, ....bis das Gespenst seinen Schrecken verliert. Es kann Dir nichts Schlimmes geschehen. Und: setz Dich nicht unter Druck :-)

Da das hier öffentlich ist, ich zudem mich sehr persönlich einlasse, schütze ich mich natürlich trotzdem und halte meinen persönlichen Background aus dem Geschehen heraus, auch wenn Hintergründe und Erlebnisse aus meinem realen Leben einfließen.
Natürlich....Mauritius ist, wie Du vielleicht schon vermutest hast, auch nicht mein Alltagsname...doch ich fühle mich mit diesem Pseudonym sehr verbunden :-)
Sollte es mal eine direktere Frage geben, so gibt es ja die Möglichkeit, mal nur per PN zu kommunizieren.

Im Kino wäre ich aufgestanden und nach Hause gegangen. Das Buch hätte ich zugeklappt und in den öffentlichen Bücherschrank gebracht in der Hoffnung, ein anderer findet vielleicht noch Spaß daran.
Hihi....ja, ohne Geschichten scheint es langweilig, mit Geschichten erst recht....

Was fühlte sich entspannter an, oder welche Version rief mehr Entspannung hervor?
der Geist unterhält sich selbst
Es gibt hier ne krasse Übung, wenn Du willst kannst Du das mal machen:

Hast Du ein Tonbandgerät, oder ein Handy mit Aufnahmefunktion?

Dann setz Dich 10 Minuten hin...drück auf die Aufnahmetaste....und sprich JEDEN Gedanken, der Dir durch den Kopf geht laut aus. JEDEN!
Dann lass etwas Zeit vergehen.
Dann setz Dich wieder 10 Minuten hin und höre die Aufnahme an. Aber wirklich die ganzen 10 Minuten!
Hör Dir bewusst an, was dein Kopf so die ganze Zeit von sich gibt.

Und wenn Du noch eins draufsetzen möchtest, stell Dir vor die Aufnahme ist eine andere Person, die ständig an deiner Seite ist. Dir ständig das laut erzählt, was du in der Aufnahme hörst.

Wie würdest Du diese Person finden?
Was würdest Du mit dieser Person machen?

Und an welcher Stelle hast Du das Gefühl, dass Du das denkst....oder zieht es einfach durch wie ein Film, eine Radioshow?

Wo in diesem Ganze ist ein Ich zu finden, inwiefern ist Marta da dran beteiligt?

Braucht es für diese Gedanken überhaupt eine Marta?


Diese Übung ist nur eine Empfehlung, du kannst sie machen, wenn Du möchtest (ev. genügen 5 Minuten auch :-))

Schönen Abend,

Mauritius :-)
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Sat Mar 27, 2021 12:03 am

Lieber Mauritius,

bin gerade eben erst dazu gekommen, die letzte Übung noch abzuschließen. Und jetzt will ich noch berichten.

Diese Übung war mir unangenehm. Erst habe ich lange keine Gelegenheit gefunden, mein lautes Selbstgespräch aufzunehmen, da wir alle Pandemie-bedingt zu Hause sind und ich mir dabei nicht zuschauen und zuhören lassen wollte. Dann war ich lange unterwegs, dann all die Telefonanrufe mit den Nachfragen, schließlich noch die Familienaufgaben.

Zwischendurch habe ich aber die Aufgabe gemacht und dann gerade eben auch noch abgehört.

Und wenn Du noch eins draufsetzen möchtest, stell Dir vor die Aufnahme ist eine andere Person, die ständig an deiner Seite ist. Dir ständig das laut erzählt, was du in der Aufnahme hörst.

Wie würdest Du diese Person finden?
Was würdest Du mit dieser Person machen?

Und an welcher Stelle hast Du das Gefühl, dass Du das denkst....oder zieht es einfach durch wie ein Film, eine Radioshow?

Wo in diesem Ganze ist ein Ich zu finden, inwiefern ist Marta da dran beteiligt?

Braucht es für diese Gedanken überhaupt eine Marta?

Da etwas Abstand zwischen Aufnahme und Abhören war, war es relativ leicht, mir vorzustellen, dass mir eine andere Person diese Dinge aus meinen Gedanken erzählt.

Wie würdest Du diese Person finden?
Die Person, die ich dort hörte, war sehr in Sorge und sie war in dieser Sorge sehr liebevoll.
Das hat mich sehr überrascht. Mein Urteil über mich selbst ist eher hart und oft mit Schuldgefühlen. Aber diese Stimme in der Aufzeichnung war sehr sanft und liebevoll.

Was würdest Du mit dieser Person machen?
Ich würde sie in mein Herz schließen.

Und an welcher Stelle hast Du das Gefühl, dass Du das denkst....oder zieht es einfach durch wie ein Film, eine Radioshow?
Ich weiß es nicht. Ich denke schon, dass dies "meine" Gedanken waren. Sie sprudelten allerdings tatsächlich ganz einfach heraus, ohne Überlegen. Es erschienen mir dennoch meine Geschichten zu sein.

Wo in diesem Ganze ist ein Ich zu finden, inwiefern ist Marta da dran beteiligt?
Ich habe das beobachtet, während ich gleichzeitig geglaubt habe, dass es meine Erlebnisse sind. Marta hat das erlebt und irgendwas hat es wahrgenommen.

Braucht es für diese Gedanken überhaupt eine Marta?
Ich weiß es nicht.
Wenn ich etwas länger warte, kommt ein Nein. Verstehen tue ich das jedoch nicht.

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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Sat Mar 27, 2021 6:33 pm

Guten Abend Marta,

Schön, dass Du die Übung gemacht hast, es ging darum, zu sehen, was einem so alles durch den Kopf geht.

Marta hat das erlebt und irgendwas hat es wahrgenommen.
Wo ist der Unterschied zwischen "Marta" und dem was wahrnimmt? Was ist dann "Marta"?

Wenn ich etwas länger warte, kommt ein Nein. Verstehen tue ich das jedoch nicht.
Was meinst Du mit Verstehen? Wer oder was möchte etwas verstehen?

Heute mal ganz kurz, bin grad sehr eingespannt, morgen wieder mehr....

Schönen Abend,

LG Mauritius
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Sat Mar 27, 2021 10:29 pm

Lieber Mauritius,

Heute mal ganz kurz, bin grad sehr eingespannt, morgen wieder mehr....

Das ist das Schöne an den guten alten Internet-Foren. Immer schön in Ruhe, jede Seite so wie es passt.

Wo ist der Unterschied zwischen "Marta" und dem was wahrnimmt? Was ist dann "Marta"?

Marta bzw. mein tatsächlicher Name ist die Person, die das alles erlebt und die glaubt, dass sie das ist, der alles widerfährt. Darüber hinaus gibt es aber offensichtlich eine Instanz, die wiederum Marta wahrnehmen kann. Dieses Wahrnehmen schien mir bislang in Marta zu sitzen, ich bin mir da aber nicht mehr so sicher.
Marta ist zunächst ein Etikett. Jemand hat es auf mich geklebt als Säugling, es mir lange vorgequatscht, bis ich mich damit identifiziert habe und selbst glaube das zu sein. Marta ist also ein Fantasieprodukt in mir. Was ich dagegen tatsächlich bin, weiß ich nicht.

Was meinst Du mit Verstehen? Wer oder was möchte etwas verstehen?

Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass die aufkommende Antwort "nein" lautete, aber ich nicht wirklich davon überzeugt bin. Es ist nicht so, dass ich das tatsächlich klar wahrnehmen kann.


Im Moment bin ich, glaube ich, reichlich verwirrt. Ich werte das mal ein gutes Zeichen, d.h. die betonharten Überzeugungen bröckeln ein wenig.

Vielen Dank für Dein Angebot, Dich ggf. per PN zu kontaktieren. Wie Du siehst, habe ich das nicht gemacht.
Ich habe den Eindruck, das würde mich ablenken. Mein Ego findet den Gedanken natürlich verführerisch, darüber vielleicht herauszufinden, wer sich hinter dem Usernamen verbirgt. Ich habe auch festgestellt, dass ich ein bisschen kokettiere mit Dir, gefallen möchte, es gut machen möchte, Anerkennung von Dir als Guide haben möchte, einen privaten Kontakt aufbauen möchte. Das ganze Programm *lol*.

Nach dem torlosen Tor aber sehr gerne...

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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Sun Mar 28, 2021 9:30 am

Guten Morgen Marta,
Marta bzw. mein tatsächlicher Name ist die Person, die das alles erlebt und die glaubt, dass sie das ist, der alles widerfährt.
Mal ganz direkt:

Kannst Du "Marta" sehen, hören, riechen, schmecken, spüren?
Was veranlasst Dich zu sagen, "Marta" sei mehr als nur ein (wenn auch tief sitzender) Glaubenssatz?.

Im Moment bin ich, glaube ich, reichlich verwirrt. Ich werte das mal ein gutes Zeichen, d.h. die betonharten Überzeugungen bröckeln ein wenig.
:-) Es ist in der Tat so, dass es zu Verwirrung führen kann, wenn jahrzehntelange Überzeugungen plötzlich hinterfragt werden und zu wackeln beginnen. So gesehen, ja, das ist ein gutes Zeichen :-). Wir sind ja eher noch am Anfang unserer Untersuchung, und du siehst das schon sehr gut.
Wir haben jede Menge Zeit, wichtig ist, nichts erzwingen zu wollen. Wenn Du mal ne Pause brauchst, keine Problem ;-).

wer sich hinter dem Usernamen verbirgt
Hihi, ja, das kann ich verstehen, ich muss Dich allerdings enttäuschen: Auch Im Raum der PN ist da nur: Mauritius :-)

Nach dem Tor, ja da sieht man dann ein wenig mehr :-)

Ich möchte Dir mal ne Übung zur Hinterfragung einer Gedanke mitgeben, mach Sie sehr gründlich, sie kann sehr aufschlussreich sein (Oder schreibe ich das bei allen Übungen? ;-) ):

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach. Werden Sie erzeugt? Oder sind sie einfach plötzlich da?

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?


Bin wie immer gespannt, was Du berichtest :-)
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Sun Mar 28, 2021 2:39 pm

Lieber Mauritius,

danke für Deine Antwort und die Versorgung mit einer weiteren Übung.

Kannst Du "Marta" sehen, hören, riechen, schmecken, spüren?
Was veranlasst Dich zu sagen, "Marta" sei mehr als nur ein (wenn auch tief sitzender) Glaubenssatz?.

Ich kann schon Marta sehen, hören, riechen, schmecken und spüren. Ich schaue auch durch ihre Augen, höre durch ihre Ohren, spüre mit ihren Nervenbahnen. Ins Gesicht sehen kann ich ihr über einen Spiegel. Marta unterscheidet sich von anderen Personen dadurch, dass es da eine Verbindung mit ihren Sinnesorganen gibt.

Ich kann Marta aber auch beobachten, die Gedanken in ihrem Kopf beobachten, ihr Verhalten beobachten. Sie macht eine Menge Dinge ganz von alleine ohne jedes Zutun. Und damit meine ich nicht nur regelmäßiges Atmen oder den Herzschlag. Das verleitet mich zu der Vermutung, dass ich nicht identisch nur mit Marta bin. Ich kann sehen, dass vieles von außen mit Bedeutung versehen wurde und ich auch selbst vielem Bedeutung beimesse. Das scheint aber eher willkürlich zu sein. "Marta" verändert sich auch die ganze Zeit, wächst vom Säugling zur erwachsenen Frau, wird älter, wechselt die Rollen. Das Seinsgefühl dagegen hat kein Alter, ist immer gleich. In der Identifikation mit Marta kommt es auch zu einem überraschten Blick in den Spiegel und auf ältere Fotos. Das Seinsgefühl altert nicht, ist immer frisch, ohne Zeit.
Das alles lässt mich vermuten, dass Marta nur ein begrenzter Teil von etwas anderem ist.

Hihi, ja, das kann ich verstehen, ich muss Dich allerdings enttäuschen: Auch Im Raum der PN ist da nur: Mauritius :-)
Auch gut, haha.

Ich stelle etwas Neues in den letzten Tagen fest. Ich lasse mich neuerdings überraschen. Also einfach mal gucken, was da im Leben so daherspaziert. Nichts erwarten, nichts groß planen, einfach schauen, was passiert.

Das ist angenehm, weniger stressig, immer neu.


Nun zur nächsten Übung:
1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach. Werden Sie erzeugt? Oder sind sie einfach plötzlich da?

Ganz klare Sache, finde ich: Die Gedanken erscheinen einfach. Manchmal werden sie durch eine Sinneswahrnehmung ausgelöst oder durch eine Aufforderung von außen. Aber sie kommen einfach auf, spinnen eine kleine Geschichte zusammen und verschwinden dann wieder. Dann kommt das nächste.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

Ich wache neuerdings immer sehr früh morgens um 4.00 Uhr auf (meine Hoffnung liegt nun auf der Sommerzeit, dass es dann schon 5 Uhr und näher an meinem üblichen Tagesablauf ist). Ich wache auf, liege einen kurzen Moment entspannt herum, orientiere mich im Wachsein und dann schaltet sich automatisch der Gedankenapparat ein.
Ich muss in letzter Zeit an einen alten Witz von Otto denken "Da waren sie wieder, meine drei Probleme, kein..., kein... und ...", wobei der Witz von Otto ist, dass es immer situationsbedingt jeweils drei andere, teils ganz banale Probleme sind.

Bei mir ist das so ähnlich. Es gibt hartnäckigere Geschichten, die über einen längeren Zeitraum immer wieder aufploppen, aber auch ganz variable Themen. Es ist im Grunde egal, drei Probleme gibt es immer ;-)

Da ich morgens eigentlich lieber noch schlafen will, als mir bei diesen Problemgedanken zuzuschauen, versuche ich diese wegzuschieben. Und ganz klar, das funktioniert nicht. Funktioniert nicht! Ich beobachte auch, wie mein Körper auf die jeweiligen Gedankengeschichten reagiert.

Und ich kann keinen Gedanken ungeschehen machen.


3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

Nein, das kann ich ebenso nicht, wie meinen Atem längere Zeit anzuhalten. Ich kann mich ein bisschen hereinlegen durch einen Überraschungseffekt, aber das ist wie beim Atemanhalten, es geht einfach von selbst wieder weiter.

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?


Ich kann in beängstigenden Situationen (z.B. im MRT mit fixiertem Schädel und enger Röhre) versuchen, mir meine Kinder vorzustellen oder einfach die angekündigten Minuten in Sekunden herunterzählen. Funktioniert sogar ein bisschen, aber erfordert einen starken Fokus.
Im Normalzustand kann ich das nicht kontrollieren. Ist die Stimmung allgemein fröhlich, erscheinen angenehme Geschichten. Ist die Stimmung bedrückt, kommen bedrückende Geschichten auf. Und es kann auch mittendrin wechseln. Einfach so. Die eine Geschichte ist ausgiebig ausgetreten und plötzlich findet sich etwas Neues.

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

42?

Nein, weiß ich nicht.

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?

Hui, dieser Aspekt ist neu. Hier unterbreche ich kurz und schaue mal nach.

Okay, es gibt keine Hierarchieebenen von Gedanken. Alles reiht sich wie Perlen aneinander.

Und ja, dieser Ich-Gedanke kommt genauso daher wie alle anderen. Erstaunlich. Ist mir noch nie aufgefallen.

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?

Von der Warte aus betrachtet, ist der aktive Denker eine Illusion.

Schlussfolgernd alles richtig. Mein Ego ist auf der Lauer. Es weiß, dass es nichts mehr in den Händen hält, aber es geht nicht zur Seite. Das ist gerade sehr erheiternd. Das 90cm große Kind hat verstanden, dass es nicht in das kleine Spielzeugauto einsteigen kann, aber es will es nicht wahrhaben. Die Illusion mit dem Spielzeugauto durch die Welt fahren zu können, ist einfach noch zu attraktiv.

Nächste Kurve: Mein Ego glaubt nun an einen Taschenspielertrick. Die Abfolge der aufeinander aufbauenden Fragen führen in ihrer Logik nur zu diesem Schluss, der aber falsch ist.

Oder der Vertreter an der Tür, der etwas verkaufen will. Drei banale "Ja"-Antworten erzeugen und dann das Produkt unterjubeln.

Aber auch hier wieder: Der Zweifel ist nun gesetzt. Ich bin gespannt.


Liebe Grüße

Marta

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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Mon Mar 29, 2021 7:21 pm

Hi Marta,
Ich kann schon Marta sehen, hören, riechen, schmecken und spüren. Ich schaue auch durch ihre Augen, höre durch ihre Ohren, spüre mit ihren Nervenbahnen. Ins Gesicht sehen kann ich ihr über einen Spiegel. Marta unterscheidet sich von anderen Personen dadurch, dass es da eine Verbindung mit ihren Sinnesorganen gibt.
Wer ist Ich?
Wer ist Marta?
Siehst Du Martas Gesicht?
Oder siehst Du nur Formen, Farben, etc...reichlich garniert mit vielerlei Gedanken....allein schon "Gesicht" ;-)
Was an Gesicht ist wahrnehmbar? Z.B.: Nase? Form Farbe, Gedanken, die das etikettieren, vergleichen mit Angelernten Erinnerungen (auch das sind Gedanken)...Bis daraus eine Nase "entsteht", ein Mund , etc. Ein Gesicht....

Was ist Wahrnehmung? Was daran sind Geschichten?
Schau mal genau hin , kann man etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung (Spüren), Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt, wie bei den fremdsprachigen Nachrichten....Töne, aber der Inhalt wird nicht verstanden)?

Das alles lässt mich vermuten, dass Marta nur ein begrenzter Teil von etwas anderem ist
Wir treffen uns hier nicht, um Vermutungen anzustellen. Das Einzige, was hier zählt, ist das was Du sehen, hören, schmecken riechen und körperlich empfinden (spüren) kannst. Denken ist ne Sondergeschichte, es wird auch wahrgenommen....
Alles an Vermutungen, Konzepten Vorstellungen: Pack Sie in eine Kiste, versenke Sie im Meer. Sie dienen uns hier nicht, sondern stehen eher im Weg.
Hast Du das getan? Hats geklappt? Dann weiter :-)

Ich stelle etwas Neues in den letzten Tagen fest. Ich lasse mich neuerdings überraschen. Also einfach mal gucken, was da im Leben so daherspaziert. Nichts erwarten, nichts groß planen, einfach schauen, was passiert.
Das ist doch schon mal schön zu lesen :-)

42?

Nein, weiß ich nicht.
Ist kein Ratespiel, schau Dir das genau an: Hast Du die Zahl gedacht? Hat sie irgendjemand gedacht? Oder tauchte sie einfach auf und wurde gesehen. Bestenfalls der Gedanke "das habe ich jetzt gedacht" kann erscheinen. Doch der ist tricky, denn die Zahl wurde gesehen und ist zur Zeit des Folgegedankens bloß noch Erinnerung. Kannst Du mir da folgen?

Okay, es gibt keine Hierarchieebenen von Gedanken. Alles reiht sich wie Perlen aneinander.

Und ja, dieser Ich-Gedanke kommt genauso daher wie alle anderen. Erstaunlich. Ist mir noch nie aufgefallen.
Sehr cool....spul nochmal zurück und lass Dir das auf der Zunge zergehen....nicht einfach so textuell reinklatschen, setz Dich mit dieser Erkenntnis mal medidativ auseinander!
Und wenn Du es schaffts da so richtig drin zu sein....dann schau dir mal diese "Dinge" an:
"Ich"
"Du"
"Marta"
Erzähl mir darüber...


Von der Warte aus betrachtet, ist der aktive Denker eine Illusion.
Wenn "Du" deinem Verstand mal kurz keine Aufmerksamkeit schenkst und nur wahrnimmst, beobachtest: Gibt es eine andere Warte überhaupt?

Nächste Kurve: Mein Ego glaubt nun an einen Taschenspielertrick. Die Abfolge der aufeinander aufbauenden Fragen führen in ihrer Logik nur zu diesem Schluss, der aber falsch ist.
Wir fühlen dem Taschenspieler auf den Zahn:
Logik interessiert uns hier ebenso wenig wie Vermutungen. Wenn Du diese Untersuchung nur mit dem Verstand führst, wird sie immer dort bleiben: im Verstand. Erkenntnis ist eine andere Ebene, sie kommt, kann aber nicht gemacht werden.
Nimm Dir Zeit, "fühl" die Übungen, lass die Erkenntnisse auf Dich wirken!

Aber auch hier wieder: Der Zweifel ist nun gesetzt. Ich bin gespannt.
Gut!

Bin auch gespannt :-)

Schönen Abend
*Don't think about it...just look...and you'll see*

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MartaFeb
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Tue Mar 30, 2021 10:31 am

Hallo Mauritius,

ich steige direkt ein.

Wer ist Ich?
Wer ist Marta?
Siehst Du Martas Gesicht?
Oder siehst Du nur Formen, Farben, etc...reichlich garniert mit vielerlei Gedanken....allein schon "Gesicht" ;-)
Was an Gesicht ist wahrnehmbar? Z.B.: Nase? Form Farbe, Gedanken, die das etikettieren, vergleichen mit Angelernten Erinnerungen (auch das sind Gedanken)...Bis daraus eine Nase "entsteht", ein Mund , etc. Ein Gesicht....

Ich nehme zwanghaftes Etikettieren und Bewerten wahr. Nehme den Spiegel in der Hand und sofort läuft die Denk- und Bewertungsmaschine los. Spiele mit dem Spiegel herum, erzeuge dabei ungewohnte Winkel und Blicke. Auf dem Schreibtisch liegt ein Blatt mit Text. Im Spiegelbild ist der Text nicht unmittelbar lesbar (wenn ich darauf fokussiere, dann schon). Einfach bloß geformtes schwarz auf weiß. Die Textur der "Haut" ("Spiegel" "ganz nah" "vor" das "Gesicht") und schon werden bekannte Begrifflichkeiten zugeordnet.

Während es hier diese Übung macht, hört es plötzlich ein Geräusch im Nebenraum, von dem es weiß, dass es sich um den Trockner handelt, der diesen Ton macht, wenn die Wäsche trocken ist. Es kommt automatisch der Wunsch auf, das Geräusch abzuschalten. Es steht also auf und läuft in den Nebenraum. Der Gedanke kommt auf, die trockene, warme Wäsche direkt zusammenzulegen (die Übung hier wird also unterbrochen), aus der Erfahrung heraus, dass dies glattere Wäschestapel erzeugt, die als schöner, besser eingestuft werden. Alle weiteren Schritte entstehen spontan. Es wird gefühlt, gesehen und ein Impuls entsteht, was gemacht werden soll. Das Gedachte entfaltet sich daraufhin, was vom Entfalten zum Falten von Wäsche führt. Teile werden in das Zimmer des "Kindes" gebracht, das sich "schlafend" befindet, wie zuvor vorgestellt. Es hätte aber auch im Zustand wach sein können. Es kommt der Gedanke auf, ob wach nicht besser wäre, die "Mutter" denkt an ihren Auftrag, entscheidet aber "später".

Was ist Wahrnehmung? Was daran sind Geschichten?
Schau mal genau hin , kann man etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung (Spüren), Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt, wie bei den fremdsprachigen Nachrichten....Töne, aber der Inhalt wird nicht verstanden)?

Es sind alles Geschichten.

Wir treffen uns hier nicht, um Vermutungen anzustellen. Das Einzige, was hier zählt, ist das was Du sehen, hören, schmecken riechen und körperlich empfinden (spüren) kannst. Denken ist ne Sondergeschichte, es wird auch wahrgenommen....
Alles an Vermutungen, Konzepten Vorstellungen: Pack Sie in eine Kiste, versenke Sie im Meer. Sie dienen uns hier nicht, sondern stehen eher im Weg.
Hast Du das getan? Hats geklappt? Dann weiter :-)

Ich kann Gedanken nicht in eine Kiste packen und im Meer versenken. Und ich lese, was Du hier schreibst, und ich kann das auch nachvollziehen. Vermutungen, Konzepte, Vorstellungen stehen im Weg. Ich nicke und kurz drauf macht es wieder genau auf die selbe Weise weiter. Das wurde das ganze bisherige Leben eingeübt, das gesamte Umfeld macht dies, alles scheint daraus gebaut.
Ich kann nur abwarten, dass die Botschaft irgendwo eingesunken ist und im richtigen Moment wieder aufploppt, wenn eine günstige Gelegenheit gekommen ist.

Ich stelle etwas Neues in den letzten Tagen fest. Ich lasse mich neuerdings überraschen. Also einfach mal gucken, was da im Leben so daherspaziert. Nichts erwarten, nichts groß planen, einfach schauen, was passiert.

Das ist doch schon mal schön zu lesen :-)

Ich stelle auch fest, dass das, was passiert, oft sehr freundlich ist. Und selbst wenn es nicht freundlich ist (wenn ich irgendwo angeranzt werde, etwas Negatives mir unterstellt wird oder Situationen sich auf eine scheinbar üble Weise weiterentwickeln), kann es am Ende passieren, dass auch das freundlich ist. Ich habe keine Kontrolle darüber.

42?

Nein, weiß ich nicht.

Ist kein Ratespiel, schau Dir das genau an: Hast Du die Zahl gedacht? Hat sie irgendjemand gedacht? Oder tauchte sie einfach auf und wurde gesehen. Bestenfalls der Gedanke "das habe ich jetzt gedacht" kann erscheinen. Doch der ist tricky, denn die Zahl wurde gesehen und ist zur Zeit des Folgegedankens bloß noch Erinnerung. Kannst Du mir da folgen?

Die "42?" war ein Scherz, eine Anspielung auf die verfilmte Romanreihe "Per Anhalter durch die Galaxis".
Zitat aus Wikipedia: "Im Roman ist „42“ die von einem Supercomputer nach einigen Millionen Jahren Rechenzeit gegebene Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ (englisch “life, the universe and everything”), mit der die Protagonisten letztlich nichts anfangen können, weil die Frage zu vage gestellt war."


Diese Geschichte kam mir bei der Frage spontan mit einem Grinsen in den Sinn, als ich antwortete.

Packe ich den Scherz beiseite:

Nein, ich denke nicht aktiv eine Zahl. Sie erscheint einfach.

Diese Übung war schon sehr erhellend. Ich mache meine Gedanken nicht selbst. Sehr erleichternde Erkenntnis im Übrigen, insbesondere wenn ich nachts wachliege und die Gedanken verscheuchen will, was mir regelmäßig nicht gelingt.
Ich lasse sie neuerdings einfach laufen. Damit sind sie nicht weg, aber ich verschwende keine zusätzliche Energie darauf, mit dem Film auf der Leinwand sinnloserweise zu kämpfen.

Sehr cool....spul nochmal zurück und lass Dir das auf der Zunge zergehen....nicht einfach so textuell reinklatschen, setz Dich mit dieser Erkenntnis mal medidativ auseinander!
Und wenn Du es schaffts da so richtig drin zu sein....dann schau dir mal diese "Dinge" an:
"Ich"
"Du"
"Marta"
Erzähl mir darüber...

"Textuell reinklatschen" - ich bemerke einen kurzen Moment des Beleidigtseins *lol*.

Nein, es stimmt. Da war ein großes Überraschtsein, als ich die Übung machte. Ein sehr großes erstauntes "Wow!"
Aber dann wurde das sofort gekapert und Vertretertricks wurden unterstellt.

Da steht dann eine dicke Mauer, an der es nicht so einfach weitergeht.
Ich versuche es jetzt noch einmal mediativ anzugehen.
"Ich"
"Du"
"Marta"
Erzähl mir darüber...

Ich stehe leider vor einer Wand. Der Körper Marta gähnt während des Nachspürens bestimmt 50 Mal. Bilder der im Haus anwesenden Familienmitglieder tauchen auf, da wo ich mir diese in den jeweiligen Räumen vorstelle, in der jeweiligen Pose, die ich mir vorstelle. Die eigene Pose, die ich mir vorstelle, so wie Körperempfindungen dies melden, daraus entsteht ein Bild.

Es sind alles Gedanken, Bilder, Geschichten.

Aber, geht die Tür zum Nachbarzimmer auf und eine Person dieser Familienmitglieder richtet das Wort an "mich", ist da doch ein "Du", oder nicht?

Ich bin verwirrt.

Allerdings nach der Trockner-Episode eben, ist das "ich" genauso ein anderer wie das "du".

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Mauritius
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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Tue Mar 30, 2021 6:19 pm

Hallo Marta,
Ich kann nur abwarten, dass die Botschaft irgendwo eingesunken ist und im richtigen Moment wieder aufploppt, wenn eine günstige Gelegenheit gekommen ist.
Fein...wir haben ja erst angefangen :-)

Ich habe keine Kontrolle darüber.
:-)

Die "42?" war ein Scherz, eine Anspielung auf die verfilmte Romanreihe "Per Anhalter durch die Galaxis".
Ahja, da fiel der Taschenspieler drauf rein...hat er doch den Film bisher noch nicht gesehen, hihi ;-).

Ich lasse sie neuerdings einfach laufen. Damit sind sie nicht weg, aber ich verschwende keine zusätzliche Energie darauf, mit dem Film auf der Leinwand sinnloserweise zu kämpfen.
Ja, sehr schön....ich kann mich erinnern, mal von Papaji gehört zu haben, dass ihn ein Schüler fragte: Hast du denn keine Gedanken mehr? Papajis Antwort: Doch, bis zum Ende...
Sie einfach mal laufen lassen zu können ist doch ein toller Schritt :-)

Nein, es stimmt. Da war ein großes Überraschtsein, als ich die Übung machte. Ein sehr großes erstauntes "Wow!"
Aber dann wurde das sofort gekapert und Vertretertricks wurden unterstellt
Ja, das macht der Verstand....aber wichtig ist das Wow...denn das Wow kam von Dir, nicht vom Vertreter ;-)

Aber, geht die Tür zum Nachbarzimmer auf und eine Person dieser Familienmitglieder richtet das Wort an "mich", ist da doch ein "Du", oder nicht?Ich bin verwirrt.
Nun, es braucht für die Interaktion ein Ich, ein Du....wie sollten wir sonst kommunizieren, die Bedürfnisse des Köpers ausdrücken?
Ich ist ein rhetorisches Hilfsmittel...Gäbe es nur "uns" oder "Nichts"....wie sollten wir dann "unser" Leben bestreiten?
Die Verwirrung, ja sie kommt , wenn man das Verstehen möchte....

Es gibt da so ne schöne Metapher, lass sie mich kurz erzählen, sie beschreibt das sehr anschaulich:

Stell dir vor, du bist in der Wüste unterwegs, und siehst am Horizont eine verlockende Wasserstelle...Du hast von Fata Morganas gehört, aber du bist nicht sicher, das Wasser sieht einfach zu echt aus.
Also gehst du hin....siehst dir die vermeintliche Wasserstelle ganz genau an, von allen Seiten:
Und entdeckst:
das verlockende Wasser ist eine Luftspiegelung, eine Täuschung, ein Trugbild. Mehr nicht.

Doch: verschwindet die Fata Morgana nun, da du das erkannt hast?

Nein, sie bleibt wie sie ist, doch du hast nun ihre wahre Natur als Trugbild erkannt.


Das ist der Unterschied: es darf ein Gedanke von ich auftauchen, doch ob "du" ihn glaubst...oder einfach als Erscheinung siehst....um das geht es letztendlich.


---------------------------------------------------------------------------------------------

Lass uns die direkte Erfahrung noch ein wenig erforschen:

Nimm dir einen Timer zur Hand (oder vielleicht eine App, wo du einstellen kannst, dass jede Minute ein Gong ertönt...)
Dann mach es dir ganz bequem, entspanne.

Für die 1. Minute lass die Augen offen und richte die Aufmerksam nur aufs Sehen.
Blick dich im Zimmer um und jedes mal, wenn der Blick auf einem Objekt haften bleibt, sagst du laut „sehen“. Die auftauchenden Gedanken lass durchziehen.
Sehen – Sehen – Sehen......

Für die zweite Minute schließe die Augen, und konzentriere dich aufs Hören.
Ganz egal ob Kühlschrank, Auto, jedes mal wenn die Aufmerksamkeit auf ein Geräusch kommt label es laut mit „hören“. Hören – Hören – Hören.....

Für die dritte Minute konzentriere dich aufs spüren (nur Körperempfindungen).
Ganz egal ob der Druck vom Hintern auf dem Stuhl, das Jucken am Fuß, die Verspannung im Nacken, das Grummeln oder Druck im Bauch, die Enge in Brust oder Kehle... benenne es mit „spüren“. Alles andere wieder ignorieren....
Spüren – Spüren – Spüren....

Die vierte Minute widme dem Denken. Nicht der Inhalt ist wichtig, nur das bemerken von auftauchenden Gedanken...(egal ob Wort- oder Bildgedanken)
Sprich laut das Label „denken“.
Denken – Denken – Denken..

Die fünfte Minute (wenn du möchtest kannst du auch länger) lass die Aufmerksamkeit frei, und was auch immer in das Wahrnehmungsfeld kommt versehe mit einem Label.
Hören – denken – spüren – spüren – denken – sehen.....

Wenn du merkst, dass du in Gedankengeschichten abgedriftet bist, dann freue dich, dass du es gemerkt hast, und komme wieder zur direkten Erfahrung zurück..

Riechen und Schmecken untersuchen wir vielleicht ein andermal :-)

So, das ist die direkte Erfahrung. Und nur das.
Alles was danach kommt sind Gedankeninhalte, Konzepte, Vorstellungen, Vermutungen = Märchenwelt. Keine Frage –
Konzepte können uns dazu verhelfen angenehme Seh- Hör- Spür- Riech- und Schmeckerfahrungen zu machen. Doch im Endeffekt gibt es nur die direkte Erfahrung wirklich.

Alles andere ist Gedankeninhalt. Und damit Fantasie.

Lass das auf dich wirken, und baue die Übung in deinen Alltag mit ein (wie schon erwähnt, kannst Du die Übungen gerne wiederholen...und sie nicht nur schnellschnell einmal machen, sondern, ja, nimm sie mit in den Alltag :-)


Diese Art der direkten Wahrnehmung ist auch eine Neukonditionierung.

Dranbleiben ist da ganz wichtig :-)

Geniess die Übung,

schönen Abend :-)
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Re: Bereit zu schauen

Postby MartaFeb » Wed Mar 31, 2021 10:02 am

Lieber Mauritius,

ohne dass es geplant war, verfüge ich plötzlich über weitere arbeitsfreie Wochen. Das trifft sich gut für diesen Prozess hier. So kann ich tatsächlich auf täglicher Basis in Ruhe antworten und kann auch die Übungen immer wieder durchführen und diese auf mich wirken lassen.

Stell dir vor, du bist in der Wüste unterwegs, und siehst am Horizont eine verlockende Wasserstelle...Du hast von Fata Morganas gehört, aber du bist nicht sicher, das Wasser sieht einfach zu echt aus.
Also gehst du hin....siehst dir die vermeintliche Wasserstelle ganz genau an, von allen Seiten:
Und entdeckst:
das verlockende Wasser ist eine Luftspiegelung, eine Täuschung, ein Trugbild. Mehr nicht.

Doch: verschwindet die Fata Morgana nun, da du das erkannt hast?

Nein, sie bleibt wie sie ist, doch du hast nun ihre wahre Natur als Trugbild erkannt.

Das ist der Unterschied: es darf ein Gedanke von ich auftauchen, doch ob "du" ihn glaubst...oder einfach als Erscheinung siehst....um das geht es letztendlich.

In der Wüste war ich noch nicht, aber das Phänomen kennt man ja auch an heißen Tagen unterwegs auf langgezogenen Autostraßen. Da flirrt es in der Ferne auf dem Asphalt und es sieht so als, als wäre dieser nass, ist er aber nicht.

Ich versuche das einmal zu übertragen. Das heißt das Phänomen des getrennten Selbst bleibt bestehen, aber ich weiß nach der Untersuchung aufgrund der eigenen Erfahrung, dass es ein Trugbild ist. Ich spüre dem jetzt gerade einmal nach. Auch in Zusammenhang mit dem, was Du davor geschrieben hast. Das Naturphänomen bleibt bestehen, aber ich weiß dann, dass es sich anders verhält.

Da ich das im Augenblick aber (noch) nicht wahrnehmen kann, nehme ich das jetzt einfach mal so hin, dass sich die Dinge anders verhalten könnten, als sie mir scheinen.

Für die Durchführung der weiteren Übung nehme ich mir jetzt im Anschluss noch die Zeit und verfolge das dann auch noch weiterhin.

Ich werde berichten.

Bis dahin.

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Re: Bereit zu schauen

Postby Mauritius » Wed Mar 31, 2021 12:49 pm

Liebe Marta,
ohne dass es geplant war, verfüge ich plötzlich über weitere arbeitsfreie Wochen. Das trifft sich gut für diesen Prozess hier. So kann ich tatsächlich auf täglicher Basis in Ruhe antworten und kann auch die Übungen immer wieder durchführen und diese auf mich wirken lassen.
Super :-)
Das Naturphänomen bleibt bestehen, aber ich weiß dann, dass es sich anders verhält.
So ist es. Zu erkennen, dass es da kein persönliches ich gibt, dass es nur so scheint, ist einfach....ich würde sagen, zu einfach, zu direkt für den Verstand, daher gedanklich nicht greifbar....es lohnt also nicht darüber nachzudenken, beobachte einfach anhand der direkten Erfahrung weiter :-)

Ich werde berichten.

Bis dahin.
Fein, bis dann :-)
*Don't think about it...just look...and you'll see*


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