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Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Mon Mar 15, 2021 10:06 pm
by seeadler
Denkst du - oder geschieht Denken vollkommen von selber?
Das Denken geschieht von selber.
aber ist da wirklich ein "ich", das etwas sagt, oder was genau?
Nein, kein ich, nur ein Gedanke, wenn ich schaue ist da nichts auch der Gedanke „verschwindet“ beim schauen...
ja.......schön gesehen.


antwortet wirklich Jemand darauf, oder was wird wahrgenommen?
Das ist schon schwieriger für mich zu beantworten, in meinen Gedanken antworte „ich“ in dem „ich“ das Wort denken formuliere da ich ja theoretisch weiß, dass das ich eine Illusion ist, bin ich mir nicht sicher wer auf die willkürlichen Gedanken antwortet. Zumindest glaube ich, das ich die Antwort bewusst in meinem Kopf forme. Aber ob das nun jemand ist... eher nein, weil ich kein jemand wahrnehmen kann... es ist ja nur ein Gedanke. Während ich das hier schreibe versuche ich noch mal den der den Gedanken bewusst formt zu finden... Ich kann aber nichts finden, außer den Gedanken.🤔
Genau- trau einfach dem, was du selber vorfindest - nichts anderem!
Bemerke, wie das scheinbar so harmlose Wörtchen "ich" einen Teil unserer Sprachgewohnheit ist.
Aber was verbirgt sich dahinter?

Wenn da noch ein Verdacht ist, dass "du" deine Gedanken bewusst formst, dann lass uns mal zur folgenden Übung gehen:



Nimm dir Zeit, setzte dich hin, entspanne, atme langsam und sanft ein und aus und dann schau mal:

1. Kannst du sagen wo die Gedanken herkommen und wo sie hingehen? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen "Denker"?



freu mich auf deine Antworten!

kalle

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Tue Mar 16, 2021 8:30 pm
by DrZenZen
Hi Kalle,
1. Kannst du sagen wo die Gedanken herkommen und wo sie hingehen? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Nein, kann ich nicht, sie tauchen aus dem nichts auf und vergehen wieder ins nichts ...

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein, zu allen drei Punkten, es erscheint das Gedanken manchmal Kontext bezogen Und manchmal willkürlich erscheinen, verhindern kann ich die Gedanken nicht, weil er ja schon da ist wenn ich ihn wahrnehme, ungeschehen kann ich ihn auch nicht machen weil er ja da war... ich kann ihn nicht beachten...
3. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit NICHT zu denken?
Ich kann mich entscheiden meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten z.B. Atmen und somit für eine kurze Zeit von dem Gedankenstrom befreien... Ich kann zwar die Entscheidung treffen längere Zeit nicht zu denken, nur die Entscheidung bewirkt aber keine Veränderung... also nein

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
;-) das wäre super, klappt aber auf Dauer leider eben so wenig wie das nicht Denken
5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Nein, ich sehe die Zahl erst wenn ich daran denke

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Er kommt von der selben Stelle und fühlt sich nicht anders oder besonders an.

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen "Denker"?
Also für mich gibt es aktuell zwei Formen von Denken. Die erste Form ist ungesteuert, so zu sagen das Rauschen. Die zweite Form würde ich nachdenken nennen, das geschieht „gesteuert“ bzw. strukturiert, wenn ich mich mit einer Fragestellung oder Problem auseinandersetze, ich habe heute geschaut, ob da ein Denker ist, ich konnte keinen finden, was mich dann zu der Frage geführt hat, wenn da kein Denker ist wer, löst dann die Fragestellung bzw.. das Problem an dem Punkt hänge ich gerade... meine Vermutung ist der Verstand, aber kein ich....

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Tue Mar 16, 2021 10:30 pm
by seeadler
hi Mark,
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

Nein, zu allen drei Punkten, es erscheint das Gedanken manchmal Kontext bezogen Und manchmal willkürlich erscheinen,
ja genau... aber sind "willkürlich" und "kontextbezogen" nicht auch nur gedankliche Konzepte? Gedanken über andere Gedanken?

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen "Denker"?
Also für mich gibt es aktuell zwei Formen von Denken. Die erste Form ist ungesteuert, so zu sagen das Rauschen. Die zweite Form würde ich nachdenken nennen, das geschieht „gesteuert“ bzw. strukturiert, wenn ich mich mit einer Fragestellung oder Problem auseinandersetze, ich habe heute geschaut, ob da ein Denker ist, ich konnte keinen finden, was mich dann zu der Frage geführt hat, wenn da kein Denker ist wer, löst dann die Fragestellung bzw.. das Problem an dem Punkt hänge ich gerade... meine Vermutung ist der Verstand, aber kein ich....
findest du einen 'Verstand' in der direkten Erfahrung?

Oben hast du über die Gedanken geschrieben:
sie tauchen aus dem nichts auf und vergehen wieder ins nichts ...
ist das bei dem, was man 'Nachdenken' nennt, anders?

Sagen wir mal, du möchtest irgendwas möglichst genau auf den Punkt bringen.
Woher kam diese Absicht, diese Idee?
Taucht dann irgendwo ein Ich auf oder irgendetwas, das die aufeinanderfolgenden Gedanken macht oder steuert?





Wenn Gedanken einfach aus dem Nichts erscheinen - wie sieht es dann mit den 'Entscheidungen' aus?

Stelle zwei Getränke, die du magst, in einem Glas oder einer Tasse nebeneinander
vor dich auf den Tisch.
Schaue das eine Getränk an und denke über alle Vorteile und Nachteile dieses
Getränks nach.
Dann schaue das andere Getränk an und überlege dir wieder alle Vorteile und
Nachteile.
Dann schließe die Augen für eine halbe Minute.
Öffne sie wieder und greife zu einem Getränk.
Wie ist die Entscheidung gefallen, welches Getränk du in die Hand nimmst?


Beobachte das mal im Tagesverlauf.. immer wieder gibt es ja scheinbar Situationen, in denen 'man' sich entscheiden muss, die Wahl hat... und berichte mir, woher die Entscheidung kommt; ob da jemand oder etwas wählt. :-)

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Wed Mar 17, 2021 9:01 pm
by DrZenZen
Hi Kalle,
findest du einen 'Verstand' in der direkten Erfahrung?
Ein klares Nein
ist das bei dem, was man 'Nachdenken' nennt, anders?
Ich habe heute über den Tag verteilt immer wieder geschaut... jetzt kann ich auch hier klar nein sagen
Woher kam diese Absicht, diese Idee?
Taucht dann irgendwo ein Ich auf oder irgendetwas, das die aufeinanderfolgenden Gedanken macht oder steuert?
Die Fragen sind super... ich kann es nicht sagen, woher die Idee oder Absicht kommt ... eins kann ich sagen, nicht von einem „ich“, denn das konnte ich nicht finden, das Gleiche gilt für die Abfolge und Steuerung... kein ich wahrnehmbar...
Stelle zwei Getränke, die du magst, in einem Glas oder einer Tasse nebeneinander
vor dich auf den Tisch.
Schaue das eine Getränk an und denke über alle Vorteile und Nachteile dieses
Getränks nach.
Dann schaue das andere Getränk an und überlege dir wieder alle Vorteile und
Nachteile.
Dann schließe die Augen für eine halbe Minute.
Öffne sie wieder und greife zu einem Getränk.
Wie ist die Entscheidung gefallen, welches Getränk du in die Hand nimmst?
Das hat mich am meisten verblüfft, gestern hätte ich noch Stein und Bein geschworen, das da eine „bewusste“ Entscheidung ist. Heute habe ich es mehrfach ausprobiert, nicht nur mit Getränken, auch mit unterschiedlichen „Naschsachen“, ich habe nicht rausbekommen wie „ich“ die Entscheidung fälle, die Entscheidung war einfach da, Bzw. habe ich dann einfach das Getränk gegriffen, schwer zu beschreiben.

Ich glaube, das ich so ganz langsam verstehe was Du gesagt hast, nachdenken oder bewusste Gedanken sind nur Gedanken über andere Gedanken, das ist mir klar geworden, im Prinzip ist das alles das Gleiche... eben Gedanken. Die Illusion des Ichs kommt in verschiedenen Facetten und Selbstverständlichkeiten die ich vorher nie hinterfragt habe.. „Irgendwie verrückt“...

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Wed Mar 17, 2021 9:53 pm
by seeadler
Das hat mich am meisten verblüfft, gestern hätte ich noch Stein und Bein geschworen, das da eine „bewusste“ Entscheidung ist. Heute habe ich es mehrfach ausprobiert, nicht nur mit Getränken, auch mit unterschiedlichen „Naschsachen“, ich habe nicht rausbekommen wie „ich“ die Entscheidung fälle, die Entscheidung war einfach da, Bzw. habe ich dann einfach das Getränk gegriffen, schwer zu beschreiben.
:-)
Das Getränk wird einfach gegriffen, und dann mag ein Gedanke erscheinen: "Ich habe entschieden.." - oder?
Ich glaube, das ich so ganz langsam verstehe was Du gesagt hast, nachdenken oder bewusste Gedanken sind nur Gedanken über andere Gedanken, das ist mir klar geworden, im Prinzip ist das alles das Gleiche... eben Gedanken.
Genau. Man könnte die Gedanken einteilen, zB in Gedankenbilder; in Gedanken, die sich direkt auf etwas Wahrgenommenes beziehen (blau, heiß); und Gedanken über andere Gedanken (zB "Ich sollte nicht...")

Wenn du zB deine Sätze liest, wird klar, wie sehr das Wörtchen Ich (Du etc.) Teil der Sprache ist.
Ob das wirklich so harmlos ist, wird durch die nächste Übung vielleicht deutlicher:


sie dauert 10 bis 20 Minuten und du brauchst einen Zettel, Stift und am besten einen Timer.

Schreibe die ersten fünf bis 10 Minuten alles auf was du erlebst und zwar mit ‚Ich‘:

Ich sitze hier.
Ich lese Kalles Antwort.
Ich höre ein Auto.
Mir juckt's am Kopf
Ich habe Verspannungen im Nacken
Ich atme ruhig
usw....

Reines Beschreiben, bleib dabei und achte gleichzeitig auf körperliche Wahrnehmungen.

Die nächsten fünf bis 10 Minuten mach das gleiche nur ohne das Wort ‘Ich’ zu benutzen:

zB:
Sitzen
Kalles Antwort lesen
Vogelgezwitscher hören
Jucken am Kopf
usw....

Und wieder achte auf den Körper.
Danach vergleiche beide Male:


Welche von den beiden Varianten klingt wahrheitsgetreuer und entspannter?
Wie reagiert der Körper jeweils?


Gruß :-)
kalle

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Thu Mar 18, 2021 8:09 pm
by DrZenZen
Hi Kalle,
Schreibe die ersten fünf bis 10 Minuten alles auf was du erlebst und zwar mit ‚Ich‘:

Ich sitze hier.
Ich lese Kalles Antwort.
Ich höre ein Auto.
Mir juckt's am Kopf
Ich habe Verspannungen im Nacken
Ich atme ruhig
usw....

Reines Beschreiben, bleib dabei und achte gleichzeitig auf körperliche Wahrnehmungen.

Die nächsten fünf bis 10 Minuten mach das gleiche nur ohne das Wort ‘Ich’ zu benutzen:

zB:
Sitzen
Kalles Antwort lesen
Vogelgezwitscher hören
Jucken am Kopf
usw....

Und wieder achte auf den Körper.
Danach vergleiche beide Male:
Welche von den beiden Varianten klingt wahrheitsgetreuer und entspannter?
Wie reagiert der Körper jeweils?
Am Anfang beim ersten Teil der Übung hat es sich normal angefühlt, wie wenn man einfach etwas aufschreibt. Beim zweiten Teil hat sich die Übung schon direkt beim ersten Mal anders angefühlt, es war irgendwie entspannter, weniger aufwendig, leichter, kürzer (obwohl es die gleiche Dauer hatte) und angenehmer. Das war jetzt alles nicht intensiv, aber wahrnehmbar. Zum Körper, da bin ich mir nicht ganz sicher... es hat sich angefühlt als würde sich auch die Angespanntheit im Körper etwas lösen... das könnte aber auch „Einbildung“gewesen sein ;-)

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Thu Mar 18, 2021 9:15 pm
by seeadler
Am Anfang beim ersten Teil der Übung hat es sich normal angefühlt, wie wenn man einfach etwas aufschreibt. Beim zweiten Teil hat sich die Übung schon direkt beim ersten Mal anders angefühlt, es war irgendwie entspannter, weniger aufwendig, leichter, kürzer (obwohl es die gleiche Dauer hatte) und angenehmer. Das war jetzt alles nicht intensiv, aber wahrnehmbar. Zum Körper, da bin ich mir nicht ganz sicher... es hat sich angefühlt als würde sich auch die Angespanntheit im Körper etwas lösen... das könnte aber auch „Einbildung“gewesen sein ;-)
genau- es ist 'nicht intensiv', aber wahrnehmbar. Vieles in diesem Prozess läuft subtil ab!
Nimm dir ruhig die Zeit und mach das noch einmal.


Und dann schauen wir mal, was die Gedanken so alles in die rohe Erfahrung hineininterpretieren.

Gehe bitte auf jede Frage einzeln ein, und schreib auch was dir so auffällt.

Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche. Wenn es dann dort steht schau hin, ignoriere die Gedankengeschichten dazu und untersuche:

Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Gibt es eine Grenze zwischen Außen und Innen? Wenn ja – wo?
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nicht auf die Gedanken hörst?

Wird überhaupt ein "Apfel" gesehen oder nur Farbe?
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Woher kommt der Name der Farbe?
Hat das, was du siehst, bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Kannst du die Lücke bemerken, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt?

Gibt es eine Entität "Ich", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt - oder ist da einfach nur wahrnehmen?



Gruß :)
kalle

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Fri Mar 19, 2021 7:38 pm
by DrZenZen
Hi Kalle;
Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Weder noch, es findet einfach statt
Gibt es eine Grenze zwischen Außen und Innen? Wenn ja – wo?
Man meint das, aber wenn man sich nur auf die Wahrnehmung verlässt, dann gibt es diese Grenze nicht mehr
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nicht auf die Gedanken hörst?
Komischerweise eher 2D...
Wird überhaupt ein "Apfel" gesehen oder nur Farbe?
Nur Farbe, die Definition kommt später, wo bei die Farbe ja auch schon ein Definition ist. Die Farbe gibt auch die Form, ohne Farben keine Formen....
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Ja, es kommt automatisch in den Kopf.
Woher kommt der Name der Farbe?
Nicht aus der Wahrnehmung, er kommt aus den Gedanken, einfach so hoch....
Hat das, was du siehst, bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas?
Anfangs nicht, dann schon, wenn die Gedanken dazu kommen.
Kannst du die Lücke bemerken, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt?
Ja, ich habe sie bemerkt, sehr klein, aber da.
Gibt es eine Entität "Ich", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt - oder ist da einfach nur wahrnehmen?
Einfach nur wahrnehmen .

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Fri Mar 19, 2021 9:50 pm
by seeadler
Schön gesehen :-)


Gibt es eine Entität "Ich", die den Apfel / das Objekt wahrnimmt - oder ist da einfach nur wahrnehmen?
Einfach nur wahrnehmen .


und wo ist dann Mark?



Was nimmt wahr?






------------------------------------------------------------
Wenn du so vor dem PC oder Laptop sitzt.... schließe mal die Augen, geh in die 'körperlichen Empfindungen'.

Im reinen Spüren - gibt es da einen 'Hintern auf dem Stuhl'?

Gibt es 'Beine in der Hose'?

Gibt es 'Mark, der seinen Körper spürt'?

Ist überhaupt eine Grenze zwischen "Körper" und "Nicht-Körper" zu spüren?

GIbt es einen Spürenden - getrennt vom Spüren?

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Sun Mar 21, 2021 9:50 am
by DrZenZen
Hi Kalle,
und wo ist dann Mark?
Gut Frage, den gibt es einfach dann gerade nicht.
Was nimmt wahr?
Das weiß ich nicht
Im reinen Spüren - gibt es da einen 'Hintern auf dem Stuhl'?

Nein, den gibt es nicht, da ist nur „spüren“
Gibt es 'Beine in der Hose'?
Ja, aber ich nehme sie nicht wahr. Außer die Wahrnehmung wird auf die Beine gerichtet.
Gibt es 'Mark, der seinen Körper spürt'?
Nein, den gibt es nicht, nur das spüren, ohne Mark
Ist überhaupt eine Grenze zwischen "Körper" und "Nicht-Körper" zu spüren?
Beim sitzen kann ich keine eindeutige Grenze zwischen Körper und nicht Körper (Stuhl) wahrnehmen
GIbt es einen Spürenden - getrennt vom Spüren?
Nein, den gibt es nicht, nur das Spüren.

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Sun Mar 21, 2021 12:23 pm
by seeadler
und wo ist dann Mark?
Gut Frage, den gibt es einfach dann gerade nicht.
Wann gibt es ihn denn?

und wenn ja, wo?


Was nimmt wahr?
Das weiß ich nicht
:-)

..und ergänzend:
Gibt es einen Spürenden - getrennt vom Spüren?
Nein, den gibt es nicht, nur das Spüren.
ja......wahrnehmen/erfahren/sein ist da - aber das war's auch schon.

Oder findest du in der direkten Erfahrung jemanden, dem 'das alles' widerfährt?

Wann fühlt es sich so an, als wäre da ein "ich, Mark"?



Gibt es 'Beine in der Hose'?
Ja, aber ich nehme sie nicht wahr. Außer die Wahrnehmung wird auf die Beine gerichtet.
Mit dem Üben der Direkten Erfahrung wollen wir das, was die Gedanken über das Wahrgenommene erzählen, von dem wirklich wahrgenommenen trennen. Um zu sehen, was tatsächlich da ist - und was nur Gedankeninhalt, d.h. nicht real vorhanden.

Wenn also die Wahrnehmung auf 'die Beine' gerichtet wird-

1. Sagt das Spüren von sich aus, dass es 'Bein' oder 'Hose' ist?

2. Weiß das Spüren etwas von 'einer Grenze' - auch wenn sie noch so verschwommen sein mag?

3. Was berechtigt zu sagen "Ich spüre"?

4. Weiß "wahrnehmen" überhaupt etwas? Außer das es "ist" ?



Gruß!
kalle

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Sun Mar 21, 2021 9:42 pm
by DrZenZen
Hi Kalle,
Wann gibt es ihn denn?
Guter Punkt, den Mark gibt es nie..

Oder findest du in der direkten Erfahrung jemanden, dem 'das alles' widerfährt?
Definitiv nein, ist ist einfach
Wann fühlt es sich so an, als wäre da ein "ich, Mark"?
Immer dann wenn ich aus der direkten Erfahrung „rausrutsche“... aber jetzt bemerke ich es immer öfter...
1. Sagt das Spüren von sich aus, dass es 'Bein' oder 'Hose' ist?
Nein, das sagt es nicht
2. Weiß das Spüren etwas von 'einer Grenze' - auch wenn sie noch so verschwommen sein mag?
Nein, keine Grenze, auch keine „verschwommene“
3. Was berechtigt zu sagen "Ich spüre"?
Bin nicht ganz sicher wie ich die Frage beantworten soll, bzw. ob ich die Frage verstehe, ist das Wort spüren nicht auch nur ein Hilfsmittel um die Wahrnehmung zu beschreiben? Beim spüren ist kein ich .. nur die Wahrnehmung?
4. Weiß "wahrnehmen" überhaupt etwas? Außer das es "ist" ?
Nein, das Wahrnehmen weiß nichts, außer das es „ist“.

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Mon Mar 22, 2021 10:33 am
by seeadler
3. Was berechtigt zu sagen "Ich spüre"?
Bin nicht ganz sicher wie ich die Frage beantworten soll, bzw. ob ich die Frage verstehe, ist das Wort spüren nicht auch nur ein Hilfsmittel um die Wahrnehmung zu beschreiben? Beim spüren ist kein ich .. nur die Wahrnehmung?
genau... 'Spüren' ist natürlich auch nur ein Hilfsmittel; ein Begriff der vielleicht noch am nächsten an der Erfahrung dran ist.



Wann fühlt es sich so an, als wäre da ein "ich, Mark"?
Immer dann wenn ich aus der direkten Erfahrung „rausrutsche“... aber jetzt bemerke ich es immer öfter...
Verstehe :-)
Aber, lass uns mal genau sein: wer rutscht wo raus?

Ist da jemand, der mal 'direkt erfährt' und mal nicht?

Was genau läuft ab, wenn "du raus rutschst"?

und ist 'direkte Erfahrung' dann weg?



1. Sagt das Spüren von sich aus, dass es 'Bein' oder 'Hose' ist?
Nein, das sagt es nicht
2. Weiß das Spüren etwas von 'einer Grenze' - auch wenn sie noch so verschwommen sein mag?
Nein, keine Grenze, auch keine „verschwommene“
:-)

Du siehst, jegliche Einteilung des Wahrgenommen existiert nur als Idee, als Gedankeninhalt.

Jetzt schauen wir mal, ob das, was die Gedanken erzählen, etwas mit der Realität zu tun hat.

Nimm dir ausreichend Zeit zum Untersuchen und überlege vorher, was du gerne (an Essbarem) für den Zweck der Übung hernehmen möchtest und sei sicher, dass du es zu Hause hast.
Bevor du es dir holst und bevor du es isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung möglichst genau den Geschmack der Frucht (oder sonstiges) ihre Textur, Farbe, den Klang den es macht beim Hineinbeißen und beim Essen. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Dann hol dir die Frucht, beiß genüßlich hinein und iß sie! Geh ganz in diese Erfahrung und beobachte, was du dabei wahrnimmst.


Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.
Nun frag dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?


Viel Spaß dabei!

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Mon Mar 22, 2021 8:31 pm
by DrZenZen
Hi Kalle,
Aber, lass uns mal genau sein: wer rutscht wo raus?
Immer wenn die direkte Erfahrung verlassen wird, aktuell ist es noch kein Automatismus, in der direkten Erfahrung zu sein. Dann übernimmt die Ich-Illusion... das ist tricky, denn die Identifikation ist dann auch wieder da obwohl Sekunden zuvor klar war da ist kein Mark ist.
Ist da jemand, der mal 'direkt erfährt' und mal nicht?
Nein, es ist irgendwie anders, es gibt kein jemand in der direkten Erfahrung, auch nicht wirklich 100%ig wenn ich nicht in der direkten Erfahrung bin (das war nicht immer so) denn weiß ich ja das es keinen Mark gibt der Unterschied ist das Gedanken erscheinen und verschwinden und diesen Gedanken Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird.
Was genau läuft ab, wenn "du raus rutschst"?
Die Stille hört auf und Gedanken erscheinen und verschwinden und die Wahrnehmung folgt den Gedanken und nicht der direkten Erfahrung
und ist 'direkte Erfahrung' dann weg?
Hm, ne nicht wirklich weg, sondern eher „verschüttet“ oder „zugeschüttet“ von dem Gedankenstrom, also in dem Moment nicht wahrnehmbar“ bis die Aufmerksamkeit zurück auf die direkte Wahrnehmung fokussiert...

Dann hol dir die Frucht, beiß genüßlich hinein und iß sie! Geh ganz in diese Erfahrung und beobachte, was du dabei wahrnimmst.
Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.
Nun frag dich:
Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?
Nein, nicht wirklich, sie ist ja nicht real, nur ein Konstrukt, das wird schon bei dem in die Hand nehmen ganz klar
Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?
Auch hier nein, auch nur ein Konzept, hinter dem Wort süß gibt es auch nur Gedanken, süß könnte genauso gut salzig oder bitter sein, es ist nur ein Wort keine Erfahrung .
Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
Nein, es ist nicht so, eigentlich ist der Gedanke nur ein Gedanke, wenn ich an süß denke, dann schmecke ich es nicht, nur ein abstrakter Begriff, keine Erfahrung, nicht real, das ist der Unterschied.

BG
Mark

Re: Die Quelle des Spiegelbilds verändern

Posted: Mon Mar 22, 2021 10:07 pm
by seeadler
Aber, lass uns mal genau sein: wer rutscht wo raus?
Immer wenn die direkte Erfahrung verlassen wird, aktuell ist es noch kein Automatismus, in der direkten Erfahrung zu sein. Dann übernimmt die Ich-Illusion... das ist tricky, denn die Identifikation ist dann auch wieder da obwohl Sekunden zuvor klar war da ist kein Mark ist.
Das wird sich auch so schnell nicht ändern! Jahrzehntelange Konditionierungen....

Ist da jemand, der mal 'direkt erfährt' und mal nicht?
Nein, es ist irgendwie anders, es gibt kein jemand in der direkten Erfahrung, auch nicht wirklich 100%ig wenn ich nicht in der direkten Erfahrung bin (das war nicht immer so)
war früher wirklich ein Jemand, ein Ich da?

oder wurde das immer nur geglaubt - so wie an den Weihnachtsmann?
denn weiß ich ja das es keinen Mark gibt der Unterschied ist das Gedanken erscheinen und verschwinden und diesen Gedanken Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird.
ganz genau, schön gesehen! Aufmerksamkeit ist immer wieder bei den Gedankengeschichten... machst du das?

Was genau läuft ab, wenn "du raus rutschst"?
Die Stille hört auf und Gedanken erscheinen und verschwinden und die Wahrnehmung folgt den Gedanken und nicht der direkten Erfahrung
ja - wobei das Denken an sich ja auch eine Form der Erfahrung ist, oder? "Gedanke wird wahrgenommen" Oder "Denken findet statt" :-)
Das wird natürlich oft nicht sofort bemerkt.
Feine körperliche Anspannungen sind oft ein guter Hinweis...
Kannst du verhindern, dass ein Gedanke erscheint?


Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
Nein, es ist nicht so, eigentlich ist der Gedanke nur ein Gedanke, wenn ich an süß denke, dann schmecke ich es nicht, nur ein abstrakter Begriff, keine Erfahrung, nicht real, das ist der Unterschied.
:-)

----------------------------------------

Die ganzen Übungen zur direkten Erfahrung machen wir nicht, um dem Gedankenstrom zu entkommen. Wie du gesehen hast, kann das Erscheinen von Gedanken nicht verhindert werden. Sie sind ja auch ein wunderbares Navigationsinstrument im Leben :-) Nur- wie oft sind sie tatsächlich von praktischem Nutzen, und wieviel ist einfach nur blabla?

Auch wenn mir scheint, dass dir vieles klar (geworden) ist, geben ich dir hier noch eine schöne Übung zum Beobachten von Gedanken mit:

Diese Übung hat einen doppelten Zweck. Erstens, um sich über jeden Gedanken bewusst zu werden wenn er erscheint. Zweitens ist die sorgfältige Suche nach der Lücke ein Beispiel dafür, wie es geht genau zu schauen, wenn man nach dem "getrennten Selbst" sucht.
Mach das am Besten mehrmals am Tag. Nimm dir so 5 – 10 Minuten Zeit, atme langsam und sanft, entspanne. Schließe die Augen und beachte nur das Auftauchen der Gedanken. Beschäftige dich nicht mit deren Inhalten, bemerke einfach das Erscheinen.

1. Bemerke den aktuellen Gedanken, der vorhanden ist. Z.B. wenn du sitzt und den Körper beobachtest, könnte ein Gedanke auftauchen: "Das sind meine Füße" oder "Hier ist eine Verspannung “oder„ Ich atme zu schnell “oder„ Mir ist diese Übung langweilig“ oder „Ich würde lieber was tun“oder irgendwelche Gedanken.
2. 2. Dieser Gedanke wird vergehen und ein anderer wird kommen. Also beobachte einfach diesen Gedanken wie er vorüberzieht.
3. Warte dann, bis der nächste Gedanke kommt.
4. Wenn der nächste da ist, bemerke ihn einfach und schau, wie er vergeht.
5. Warte dann, bis der nächste Gedanke kommt.
6. Wiederhole die Schritte 4 und 5 einige Male. Zwischen zwei Gedanken besteht eine Lücke. Sie kann sehr kurz oder subtil sein, nur eine oder wenige Sekunden bevor der nächste Gedanke auftaucht.

So betrachtet man Gedanken: Schauen, wie sie kommen und gehen, und die kurze Lücke zwischen ihnen erkennen. Bemerken, wie der aktuelle Gedanke vergeht. Und auf den nächsten Gedanken warten.
Versuche während des Tages, die Lücke zwischen den Gedanken so oft wie möglich zu beobachten. Du kannst das tun, indem du feststellst, dass gerade "Denken" stattfindet, und dann aufhören und einfach auf den nächsten Gedanken warten. Im "Warten" gibt es eine Lücke zwischen zwei Gedanken.


Erzähl mal, wie es dir dabei geht :-)