Re: Flying home
Posted: Wed Feb 10, 2021 6:23 pm
1. Findest du einen 'mitfühlenden Menschen' ?
Nein. Das ist ein Gedankenkonstrukt.
2.Findest du ein Ich, das mitfühlt?
Nein.
3.Braucht es 'Ich', 'Mensch' oder 'Persönlichkeit', dass 'Mitfühlen' da ist?
Nichts davon ist in der Realität zu finden. "Mitfühlen" ist ein Gedanke, der sich an eine DE hängt.
Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen.
Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen: Sieh dich langsam im Zimmer um. Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen.
Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest. Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert.
Dann schließe die Augen wieder.
Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl taucht auf, und Gedanken etikettieren es. Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird. Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz spannend ist das bei Schriften, Werbeplakaten, Ortsschildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))
Erzähl mir bitte, wie es dir damit gegangen ist.
Ja, es passiert alles automatisch. Gedankeninhalte "kleben" sich fast sofort auf eine aktuelle Wahrnehmung. Aber vorher gibt diese kleine Lücke/Pause, egal bei welcher Wahrnehmung.
Beispiel:
Ein Geräusch wird wahrgenommen (HÖREN) > Pause > DENKEN (Inhalt: "Ein Flugzeug")
Da ist immer dieser kleine Moment, bevor sich Gedanken über das hermachen, was ist. Erst dann beginnt das Benennen, Beurteilen, To Do-Listen erstellen, Geschichten erzählen, etc.
Grundsätzlich ergeht es mir gut mit der Übung.
Allerdings gibt es nach wie vor Schwierigkeiten DENKEN getrennt von den Gedankeninhalten zu beobachten >>>
Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert.