Rein garnichts

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barb
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Re: Rein garnichts

Postby barb » Thu Jun 11, 2020 12:49 pm

Ich kann erkennen, daß ich die verschiedenen Körperteile und Organe nicht exakt wahrnehmen kann. Doch es fällt mir sehr schwer, die verschiedenen Empfindungen NICHT in bestimmten Regionen zu orten, also oben über dem Leib, im Oberkörper, in der Bauchgegend, in den Gliedmaßen , in der Herzgegend u.s.w. Nur links und rects sind als EIN Empfinden deckungsgleich, aber nur mit sehr viel Mühe.
Alles gut :) Wir gehen ein wenig später noch genauer auf den Körper ein.
Mir ist so, barb, als käme ich allmählich in's Schleudern. Ich ahne so langsam, daß ich die Körpergefühle kaum differenziert wahrnehme.
Das ist doch eine gute Erkenntnis, oder nicht? Sollte es anders sein? Eigentlich zeigt ja genau das auf, dass die Empfindungen ziemlich ähnlich sind, aber die Gedanken aus allem möglichen ein Drama stricken... :)
Bei all dem ist es jedoch gut möglich, daß ich einfach noch nicht genug Sensibilität für's Fein- Tuning entwickelt habe.
Alles ganz super beobachtet! Sei nicht so streng mit dir :) Es geht auch gar nicht darum eine „richtige“ Antwort zu geben, das ist kein Quiz hier ;). Richtig und falsch sind relativ und nur Beurteilungen der konditionierten Gedanken, oder? Schreib immer das was hochkommt, frisch von der Leber weg, ohne viel darüber nachzudenken. Nur dadurch kann ich sehen wo es noch hakt, was das „Sehen“ vernebelt...Manchmal ist es so, dass gar keine Antwort kommt auf eine Frage. Das ist dann auch nicht falsch – ganz im Gegenteil, wenn keine Antwort kommt, dann ist diese Stille die Antwort...
Und, barb, leider habe ich bei mir den Verdacht, als liefe ich in zu großen Schuhen, wenn ich dir die Ergebnisse meiner Beobachtungen präsentiere. So, als ob ich übertreibe, hochstapele. Und auch nicht Schritt halte. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, ist mir in meinem Leben sehr wichtig geworden. Und ich weiß, daß die unbedingte Ehrlichkeit in unserem Dialog das Wesentliche ist.
Wie gesagt – alles gut! Take it easy, wir sind auf einer Erkundungstour. Ich finde du machst das alles sehr gut und auch deinen Beschreibungen kann ich gut folgen. Mit Ehrlichkeit ist gemeint, dass du das schreibst so wie es für dich gerade ist, das was du gerade auf die Fragen erkennen kannst, und nicht das was du glaubst was die richtige Antwort sein könnte.

Kann es sein, dass noch irgendwo Erwartungen schlummern wie es sein sollte? Ich habe zumindest keine Erwartungen an dich was du antworten solltest :)
Wenn du magst, dann stelle mir, bitte, entsprechende Fragen, die dir meinen tatsächlichen Stand offenbaren. Ich bin mutig genug.
Haha, leicht gesagt :)) Es gibt viele Fragen, und es gibt viele Glaubenssätze die untersucht werden können. Jahrzehntelange Konditionierungen sind sehr komplex, und in einer der Fragen könnte der Schlüssel sein um zu durchschauen. Wir wissen nicht in welcher, auch weiß ich nicht welche Frage entsprechend wäre um mir deinen „tatsächlichen Stand“ zu offenbaren (hat was von einer Geschichte ;))

Der Grund warum wir das alles so genau hinterfragen ist der, dass wir herausfinden wollen was 1. Gedanken von der Realität wissen können, und 2. ob das getrennte „Ich“ mehr ist als ein Gedanke.

Schaun wir doch mal genau was die Gedanken so alles in die rohe, direkte Erfahrung hinein interpretieren:

Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:

Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Gibt es eine Grenze zwischen Außen und Innen?
Wenn ja: wo? Außen wovon? Innen wovon?

Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.

Woher kennst du den Namen der Farbe?
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.

Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen? Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur wahrnehmen?

Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?


Wie gesagt, nimms leicht und entspannt... :)
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Mathilda
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Fri Jun 12, 2020 12:10 am

Hallo! Danke, bar.
Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Gibt es eine Grenze zwischen Außen und Innen?
Wenn ja: wo? Außen wovon? Innen wovon?
Das Sehen findet statt ohne ein Außen und ein Innen. Es gibt also auch keine Grenze.
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Ich assoziiere durch das Sehen eines weichen Hell und eines weichen Dunkel reflexhaft eine Wölbung. Es gelingt mir nicht, mich von diesem Reflex zu lösen. Also 3D.
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Gesehen werden verschiedene Farben, die vor allem oben von einer anderen Farbe (Weiß) eingekreist weden, und unten von einer Dunkelheit (Schatten). Aber eigentlich werden nur verschiedene ich-weiß-nicht-was in einer bestimmten Anordnung gesehen.
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Ja, das ist sehr lästig.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Der Name erscheint aus der Erinnerung.
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
Da ist etwas, und erst dann ist da das Etikett. Die Lücke ist meistens winzig, manchmal aber auch größer, wenn man das Objekt gar nicht erwartet hat, und dann staunt.
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen? Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur wahrnehmen?
Ich nehme in meinem Körper keinen Sehenden wahr.
Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Die Erfahrung ist das eine, das Denken ein anderes.
Danke für's Lesen!

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barb
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Re: Rein garnichts

Postby barb » Fri Jun 12, 2020 11:19 am

Ich assoziiere durch das Sehen eines weichen Hell und eines weichen Dunkel reflexhaft eine Wölbung. Es gelingt mir nicht, mich von diesem Reflex zu lösen. Also 3D.
Du hast es schon ganz wunderbar selbst gesagt: „Ich assoziiere...“ Es geht auch gar nicht darum, dass dir plötzlich alles 2d erscheint, sondern darum zu erkennen was tatsächlich gesehen wird und was durch Gelerntes drübergestülpt wird und es dann reflexartig real erscheinen lässt.

Hell und Dunkel sind doch auch nur verschiedene Farbabstufungen, oder?


Wenn gesehen wird, dass Gedanken und Worte nur Konzepte sind um zu versuchen die Wirklichkeit zu beschreiben und darin zu navigieren, kann es geschehen, dass sich die Identifikation davon löst. Sobald dann auch wirklich klar ist, dass „Ich“ auch nur ein Gedanke ist, könnte die Ich-Illusion durchschaut sein... :)
Gesehen werden verschiedene Farben, die vor allem oben von einer anderen Farbe (Weiß) eingekreist weden, und unten von einer Dunkelheit (Schatten). Aber eigentlich werden nur verschiedene ich-weiß-nicht-was in einer bestimmten Anordnung gesehen.
Oh ja, „ich-weiß-nicht“ ist perfekt :))

Bleiben wir doch noch ein wenig bei der Frucht (oder etwas anderes essbares wenn du möchtest):

Überlege vorher, was du gerne für den Zweck der Übung hernehmen möchtest und sei sicher, dass du es zu Hause hast. Bevor du es dir holst und bevor du es isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung den Geschmack der Frucht (oder sonstiges) ihre Textur, Farbe, den Klang den es macht beim Hineinbeißen und beim Essen. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Danach iss die Frucht und beobachte währenddessen, was du dabei wahrnimmst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.

Nun frag dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?

Können Gedanken denn die absolute Realität der verstehen?


:)
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Sat Jun 13, 2020 12:00 am

Hallo!
Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?
Nein. Nur die Sinneswahrnehmungen haben etwas mit der Erfahrung zu tun.
Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?
Worte wie süß oder saftig u.s.w. sind und bleiben Worte. Diese können gar nichts wissen.
Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
Ein Gedanke kann keine Erfahrung machen. Daher kann er auch nichts über eine Erfahrung wissen. Nur über die Sinne kann etwas erfahren werden.
Können Gedanken denn die absolute Realität der verstehen?
Gleich, welches Wort hier fehlt (smilie)
Gedanken haben keine Sinne, und weil sie also nichts be-greifen können, können sie garnichts verstehen.
Danke für' Lesen

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Re: Rein garnichts

Postby barb » Sat Jun 13, 2020 11:39 am

Nein. Nur die Sinneswahrnehmungen haben etwas mit der Erfahrung zu tun.
Findest du eine Trennung zwischen „wahrnehmen“ und „Erfahrung“?

Gibt es Wahrnehmenden – wahrnehmen – Wahrgenommenes(Erfahrung)? Also eine getrennte Entität „Ich“ die das wahrnehmen eines getrennten Objektes macht, bzw. der diese Erfahrung widerfährt?

Worte wie süß oder saftig u.s.w. sind und bleiben Worte. Diese können gar nichts wissen.
Ja genau
Ein Gedanke kann keine Erfahrung machen. Daher kann er auch nichts über eine Erfahrung wissen. Nur über die Sinne kann etwas erfahren werden.
Findest du irgendjemanden der eine Erfahrung „macht“?
Können Gedanken denn die absolute Realität der verstehen?
Gleich, welches Wort hier fehlt (smilie)
:)) „Erfahrung“...


Probiere es mit mal Klängen aus. Halte zwei Minuten inne und lausche aufmerksam allen Geräuschen, die im Moment wahrzunehmen sind.

Gibt es eine Hörende getrennt vom Hören und dem, was gehört wird? Wo passiert Hören?
Achte auf entfernte Geräusche. Wo befindet sich die Hörende jetzt?

Finde mit geschlossenen Augen heraus, ob es eine Grenze zwischen hier und dort gibt. Ist es möglich, sie zu definieren?
Kannst du irgendwo ein “Ich” finden, das hört?




Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich keine Grußformeln verwende. Für mich ist der Austausch so irgendwie fließender :)
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Sat Jun 13, 2020 11:03 pm

Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich keine Grußformeln verwende. Für mich ist der Austausch so irgendwie fließender :)
Ja, geht mir genauso.
Gibt es eine Hörende getrennt vom Hören und dem, was gehört wird? Wo passiert Hören?
Achte auf entfernte Geräusche. Wo befindet sich die Hörende jetzt?

Finde mit geschlossenen Augen heraus, ob es eine Grenze zwischen hier und dort gibt. Ist es möglich, sie zu definieren?
Kannst du irgendwo ein “Ich” finden, das hört?
Da ist das Hören, da ist das Geräusch. Beide bedingen einander, sie sind eins. Das ist überraschend! Ein Ich, welches Hören bewerkstelligt, finde ich nicht. Ich finde kein Hier, kein Da, also keinen Raum und keine Grenze. Übrigens finde ich somit auch keine Grenzenlosigkeit Hören IST einfach.
Mit Sehen, riechen, schmecken und tasten ist es ebenso. Kein tuendes Ich, keine Trennung zwischen Wahrnehmung und Objekt, kein Raum.
************************************************************
Dennoch ist da dieser hartnäckige Gedanke, an ein Schaltzentrum tief in meinem Gehirn, welches alle Impulse von außen zusammenfügt und macht und tut, und mehr oder weniger sinnvolle Gedankenimpulse produziert. Ich merke an dieser Stelle, daß ich mich verrenne. Dann wäre da ein autonom wirkendes Ich in meinem Gehirn, und ein Ich, das
Gedankenimpulse wahrnimmt oder verweigert. So kann's nicht sein. Aber dieser Glaube an etwas, was man mir über das Gehirn beigebracht hat, schiebt sich zwanghaft über die Direkte Erfahrung. Gibt es denn NUR die DE? Mit bedeutungslosen Gedankeninhalten? Geschehen die Erfindungen der Menschheit von ganz allein?
Dies ist mein Zwiespalt, barb.
Ich bin sehr neugierig auf dein Feedback.

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Re: Rein garnichts

Postby barb » Sun Jun 14, 2020 11:39 am

Da ist das Hören, da ist das Geräusch. Beide bedingen einander, sie sind eins. Das ist überraschend! Ein Ich, welches Hören bewerkstelligt, finde ich nicht. Ich finde kein Hier, kein Da, also keinen Raum und keine Grenze. Übrigens finde ich somit auch keine Grenzenlosigkeit Hören IST einfach.
Mit Sehen, riechen, schmecken und tasten ist es ebenso. Kein tuendes Ich, keine Trennung zwischen Wahrnehmung und Objekt, kein Raum.
That's it :)
Dennoch ist da dieser hartnäckige Gedanke, an ein Schaltzentrum tief in meinem Gehirn, welches alle Impulse von außen zusammenfügt und macht und tut, und mehr oder weniger sinnvolle Gedankenimpulse produziert.
Das Gehirn ist die Schaltzentrale – heißt es zumindest aus wissenschaftlicher Sicht... :) Steigen wir da mal drauf ein und sagen das ist so. Das Gehirn ist ein absolutes Wunderwerk (so wie die gesamte Existenz ;)), braucht es da ein „Ich“ einen Kapitän der alles steuert? Naturwissenschaftlich gesehen ist alles auf try and fail aufgebaut – Versuch macht kluch... Dafür ist der Verstand mit der Memoryfunktion unschlagbar. Das Gehirn reflektiert ständig über Vergangenes und projiziert in die Zukunft. Ist ständig auf der Suche nach Gefahren, so war es möglich zu überleben. Jemand hat mal so schön gesagt, dass Gedanken so was wie die Ausscheidungen des Gehirns sind :)

Auf der anderen Seite, wenn du träumst während du schläfst, könnte im Traum eine Mathilda erscheinen die dort (im Traum) Geschichten erlebt und handelt usw. Gibt es dort in der Traum-Mathilda ein Gehirn?

Wer sagt, dass das hier nicht auch alles nur ein Traum ist? Ich behaupte nicht dass es so ist, ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass nur eines absolut gewiss ist und das ist „wahrnehmen/erfahren“... Egal ob Traum oder wach - wahrnehmen ist immer. Alles was danach kommt könnte man immer wieder in Frage stellen, kann man niemals sicher wissen...

Ich merke an dieser Stelle, daß ich mich verrenne. Dann wäre da ein autonom wirkendes Ich in meinem Gehirn, und ein Ich, das Gedankenimpulse wahrnimmt oder verweigert. So kann's nicht sein.
Gut gesehen :)
Aber dieser Glaube an etwas, was man mir über das Gehirn beigebracht hat, schiebt sich zwanghaft über die Direkte Erfahrung.
Du schaust wirklich sehr gut und beantwortest dir vieles selber. Genau, es ist der Glaube der dir beigebracht wurde.

Was ist Glaube? Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Was davon ist eine mehr oder weniger hartnäckige Geschichte?
Ist es wirklich wahr, dass er sich über die direkte Erfahrung schieben kann? Wie schaut das aus in direkter Erfahrung? Schau da wirklich nach!

Gibt es denn NUR die DE?
Was es gibt oder nicht, kann ich nicht sagen. Ich habe noch nichts anderes gefunden als Erfahrung/Wahrnehmung/Sein/Existenz (ist für mich das gleiche)... somit ist alles andere für mich irrelevant... ;) Was nicht heißt, dass Konzepte was schlechtes wären, sie können sehr hilfreiche Navigationswerkzeuge sein. Aber vor jeder Interpretation liegt " Sein/wahrnehmen/erfahren" allem zugrunde , das ist die Bezeichnung die noch am nächsten zur absoluten Realität hinkommt...

Mit bedeutungslosen Gedankeninhalten?
Och, alle Gedankeninhalte sind doch nicht bedeutungslos... Nur so 95%... ;)... obwohl was bedeutet schon „Bedeutung“?
Und zum kommunizieren sind Worte/Gedanken ja auch ganz wunderbar, sonst könnten wir hier nicht schreiben...
Geschehen die Erfindungen der Menschheit von ganz allein?
Was glaubst du? Glaubst du, dass irgendwo der große Steuermann sitzt und alle Fäden in der Hand hat?

Du hast ja schon die Natur der Gedanken beobachten können (mach das übrigens immer wieder mal), und hast gesehen, dass die einfach so daher kommen, dass die niemand „macht“. Meinst du, dass das bei irgendwem anders ist? Die ganzen Funktionen des Denkapparates, Verknüpfungen, Erinnerungen, Imagination, Kommunikation, Konzepte, sprich der ganze menschliche Verstand – ist der nicht genauso eine Naturerscheinung wie alles andere der Natur/des Seins/der Existenz?

ABER viel wichtiger als alle diese Fragen (deren Beantwortung garnix bringt, denn jede Antwort wirft wieder viele neue Fragen auf... ;)), sind die Fragen:

Wer oder was will das wissen und warum? Schau da wirklich mal ganz tief nach was darauf die Antwort sein könnte...
Dies ist mein Zwiespalt, barb.
Ist ein Zwiespalt nicht rein konditionierter gedanklicher Natur? Dieses endlich endgültig wissen-wollen? Diese "Zwiespaltgedanken" werden gesehen, oder? Achte immer wieder aufs sehen...

Zum Thema Steuermann habe ich noch ein lustiges Experiment für dich:

Hebe deinen rechten oder linken Arm (oder lass ihn unten). Während des Hebens oder Nicht-Hebens wird eine Entscheidung getroffen, zumindest geschieht etwas (oder nicht).

Kannst du den genauen Augenblick der Entscheidung bestimmen und das konkrete Wesen finden, das diese Entscheidung zu treffen scheint?

Ist es wirklich möglich, den Moment der Entscheidung sowie den scheinbaren „Entscheider“ zu finden? Taucht vielleicht die Idee „Ich habe mich entschieden, meinen rechten oder linken Arm (nicht) zu heben“ erst nach dem eigentlichen Ereignis auf?
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Sun Jun 14, 2020 11:45 pm

That's it :)
Aber doch, bitte, nicht das Ende meines wunderbaren Weges mit dir!.......
Gibt es dort in der Traum-Mathilda ein Gehirn?
Ein Traumgehirn :)
Wer sagt, dass das hier nicht auch alles nur ein Traum ist? Ich behaupte nicht dass es so ist, ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass nur eines absolut gewiss ist und das ist „wahrnehmen/erfahren“... Egal ob Traum oder wach - wahrnehmen ist immer. Alles was danach kommt könnte man immer wieder in Frage stellen, kann man niemals sicher wissen...
Danke für diese heilsamen Worte! In ihrer radikalen Wahrheit geben sie gleichzeitig Frei- Raum.
Was ist Glaube? Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Was davon ist eine mehr oder weniger hartnäckige Geschichte?
Ja, nur eine Ansammlung von Gedanken, die dennoch sehr mächtig sein können.
Ist es wirklich wahr, dass er sich über die direkte Erfahrung schieben kann?
Hin und wieder schlage ich mir, bildlich gesprochen, mit der Hand an die Stirn! Nein, der Glaube kann sich nicht über die direkte Erfahrung schieben, und das macht mich wirklich froh. Er ist ein Bündel von Gedanken, und somit ist er "nur" und AUCH ein Aspekt direkter Erfahrung.
Du hast ja schon die Natur der Gedanken beobachten können. Mach das übrigens immer wieder mal.
Danke für's Erinnern! Ich übersehe immer mal wieder, daß die Gedanken zur direkten Erfahrung dazugehören. Dies zu sehen, ist eine große Erleichterung. Auch jeder Zwiespalt hat mühelos Platz darin :)
Wer oder was will das wissen und warum? Schau da wirklich mal ganz tief nach was darauf die Antwort sein könnte...
Ich finde niemand, der das wissen will. Manchmal muß ich bei meinen Entdeckungen innerlich lachen. Nein, da ist niemand. Ein Gedanke ist's, versehen mit einem Fragezeichen, verpackt in einer Art von Gier (nach Durchblick), Angst und Verzweiflung.
Kannst du den genauen Augenblick der Entscheidung bestimmen und das konkrete Wesen finden, das diese Entscheidung zu treffen scheint?
Immer wieder: nein, kein Entscheider, keine Steuerfrau :) Immer wieder stelle ich seit längerem fest, daß mein Körper eine Handlung ausführt, und danach erst wird es mir bewußt. Ist es beim Sprechen nicht das gleiche: Da kommen Worte aus meinem Mund in einem Gespräch, und ich kann ihnen förmlich zuhören. Der Gedanke, ich wüßte den genauen Zeitpunkt, in dem der entsprechende Impuls entstanden ist, ist ein bißchen gruselig...

All diese Entdeckungen, die ich mit deiner Begleitung, deiner Geduld, Genauigkeit und Güte bisher machen durfte, sind mir eine große Freude.
Aber ich kann sie noch nicht in mein Leben und den Alltag integrieren. Es geschieht nur im Innehalten und bewußten Erinnern, - ein zärtlicher und frischer Hauch von SEHEN.

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Re: Rein garnichts

Postby barb » Mon Jun 15, 2020 12:41 pm

That's it :)
Aber doch, bitte, nicht das Ende meines wunderbaren Weges mit dir!.......
Aber nicht doch! Wir haben doch gerade erst angefangen... :))
Gibt es dort in der Traum-Mathilda ein Gehirn?
Ein Traumgehirn :)
Hihi... :)
Danke für diese heilsamen Worte! In ihrer radikalen Wahrheit geben sie gleichzeitig Frei- Raum.
Ja genau, die Radikalität des Nichtwissens und nicht mehr wissen wollen IST die Freiheit...

Was musst du wissen um zu SEIN?
Was ist Glaube? Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Was davon ist eine mehr oder weniger hartnäckige Geschichte?
Ja, nur eine Ansammlung von Gedanken, die dennoch sehr mächtig sein können.
Stimmt, deshalb gehört immer wieder alles angeschaut und hinterfragt. Es sind einfach nur Gewohnheiten...
Hin und wieder schlage ich mir, bildlich gesprochen, mit der Hand an die Stirn! Nein, der Glaube kann sich nicht über die direkte Erfahrung schieben, und das macht mich wirklich froh. Er ist ein Bündel von Gedanken, und somit ist er "nur" und AUCH ein Aspekt direkter Erfahrung.
Perfekt :)
Wer oder was will das wissen und warum? Schau da wirklich mal ganz tief nach was darauf die Antwort sein könnte...
Ich finde niemand, der das wissen will. Manchmal muß ich bei meinen Entdeckungen innerlich lachen. Nein, da ist niemand. Ein Gedanke ist's, versehen mit einem Fragezeichen, verpackt in einer Art von Gier (nach Durchblick), Angst und Verzweiflung.
Wunderbar, dieses innerliche Lachen :)
Wenn Gier, Angst, Verzweiflung aufkommen – immer wieder anschauen, beobachten, sezzieren, da sein lassen... Das ganze Ding hier dreht sich wirklich nur ums SCHAUEN...
Schaue dich nicht nach „etwas“ um, sondern schau immer wieder auf das was genau jetzt hier ist... Einfach nur schauen, ohne einzuteilen/beurteilen... Wenn Urteile auftauchen auch diese registrieren und beobachten wie das ganze sich entfaltet, sich wandelt, fließt...
Immer wieder: nein, kein Entscheider, keine Steuerfrau :) Immer wieder stelle ich seit längerem fest, daß mein Körper eine Handlung ausführt, und danach erst wird es mir bewußt. Ist es beim Sprechen nicht das gleiche: Da kommen Worte aus meinem Mund in einem Gespräch, und ich kann ihnen förmlich zuhören. Der Gedanke, ich wüßte den genauen Zeitpunkt, in dem der entsprechende Impuls entstanden ist, ist ein bißchen gruselig...
Super gesehen!
Schau mal beim Sprechen und zuhören der eigenen Worte ob da irgendwo eine Trennung zu finden ist...

Ist da eine Sprecherin – sprechen – hören – Hörerin? Oder ist da einfach ein Happening "sprechenhörenwahrnehmen"?
All diese Entdeckungen, die ich mit deiner Begleitung, deiner Geduld, Genauigkeit und Güte bisher machen durfte, sind mir eine große Freude.
Das freut mich total! Mir ist es auch eine große Freude dass du mit so einer Ehrlichkeit und solchem Einsatz dabei bist <3
Aber ich kann sie noch nicht in mein Leben und den Alltag integrieren. Es geschieht nur im Innehalten und bewußten Erinnern, - ein zärtlicher und frischer Hauch von SEHEN
Klar, wie gesagt es ist nur Gewohnheit. Außerdem habe ich noch einige Übungen und Experimente für dich im Ärmel... :)
Du hast ja schon die Natur der Gedanken beobachten können. Mach das übrigens immer wieder mal.
Danke für's Erinnern! Ich übersehe immer mal wieder, daß die Gedanken zur direkten Erfahrung dazugehören. Dies zu sehen, ist eine große Erleichterung. Auch jeder Zwiespalt hat mühelos Platz darin :)
:)


Betrachte den Verstand einfach als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen.

Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.

Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert. Dann schließe die Augen wieder.

Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl
taucht auf, und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz spannend ist das bei Schriften, Prospekten, Schildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))

Erzähl mir bitte wieder, wie es dir damit gegangen ist.
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Mon Jun 15, 2020 11:57 pm

Aber nicht doch! Wir haben doch gerade erst angefangen... :))
Große Erleichterung!
Was musst du wissen um zu SEIN?
Um zu SEIN, muss ich nichts wissen. Aber um in der Alltagsrealität zu überleben, brauche ich mein Alltagswissen.
Wenn Gier, Angst, Verzweiflung aufkommen – immer wieder anschauen, beobachten, sezzieren, da sein lassen... Das ganze Ding hier dreht sich wirklich nur ums SCHAUEN...
Schaue dich nicht nach „etwas“ um, sondern schau immer wieder auf das was genau jetzt hier ist... Einfach nur schauen, ohne einzuteilen/beurteilen... Wenn Urteile auftauchen auch diese registrieren und beobachten wie das ganze sich entfaltet, sich wandelt, fließt...
Wenn eines von diesen schmerzhaften Gefühlen da ist, ist die Geschichte des Widerstands gleich so stark,ebenso die Angst, die Situation nicht mehr handhaben zu können, all dieses "Zeugs" wirrer, widersprüchlicher Gedanken erhebt sich, und das Ergebnis ist, daß meine Aufmerksamkeit wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt, erstarrt, und hofft, alles möge einfach so davonschleichen. Ich habe mir den Begriff "Identifikation" angelesen, und es liegt mir nun auf der Zunge. Kurzum, in der Identifikation mit diesen unwillkommenen Gefühlen (was für ein Widerspruch), vergesse ich einfach immer noch die Beobachtung. Ich spüre, dies ist eine Ausrede. Nein, wahrscheinlich vergesse ich nicht. Wahrscheinlich habe ich einfach nur Angst. Und ich weiß nicht, wovor.
Ist da eine Sprecherin – sprechen – hören – Hörerin? Oder ist da einfach ein Happening "sprechenhörenwahrnehmen"?
Da ist dieses Paradoxon: Wenn ich dies als bewußte Übung mache, stehe ich irgendwie neben mir, und ich wirke auf mich selber wie eine künstliche Person. (Aber die Beschreibung als 'Happening' finde ich auch so ganz toll!)
Ebenso ist es für mich bei dem bewußten Beobachten von Gedanken. Beim Wahrnehmen verändern sie sich, werden langsamer und flacher, meist inhaltsleerer, und verstummen. Ich beoabachte sie dann nicht mehr in ihrer Intensität, und ihrem natürlichen Verlauf. Es wird bestenfalls ein paar zehntel Sekunden später wahrgenommen, daß sie nicht mehr sind.
Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.
Die Gedanken etikettieren alles ohne Punkt und Komma. Wenn ihnen nichts mehr einfällt, kommentieren sie sich selber. Die Etikettiermaschine rattert und schnurrt und zuckelt unaufhörlich. Fast könnte sie mir leid tun, fast möchte ich sie umarmen. Als sei da eine ebenso unscharfe wie große Angst, und die Etikettiermaschine kleistert sie unaufhörlich zu.
Offensichtlich ist, daß die Etiketten nur sehr grob das wirkliche Erleben der Objekte beschreiben, weit entfernt von der Lebendigkeit und Ganzheitlichkeit des Erlebens selbst.

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Re: Rein garnichts

Postby barb » Tue Jun 16, 2020 11:55 am

Große Erleichterung!
:) Es gibt sowieso keinen Grund zur Sorge... Wenn du hier „durch“ bist, gibt es diverse FB Gruppen wo man sich austauschen kann und auch weitere Bereiche des Forums. Außerdem wäre es mir eine Freude wenn wir auch "danach" in Kontakt bleiben <3
Um zu SEIN, muss ich nichts wissen. Aber um in der Alltagsrealität zu überleben, brauche ich mein Alltagswissen.
Ja genau, um im Leben zu navigieren ist es ein wunderbares Werkzeug.

Und trotzdem ist da dieses aussichtslose „wissen-wollen“ was das Leben ist und wie es funktioniert usw., nicht wahr? Doch Sein/Leben/Existenz braucht dieses Wissen nicht um zu bestehen, das gilt es zu erkennen...
Wenn eines von diesen schmerzhaften Gefühlen da ist, ist die Geschichte des Widerstands gleich so stark,ebenso die Angst, die Situation nicht mehr handhaben zu können, all dieses "Zeugs" wirrer, widersprüchlicher Gedanken erhebt sich, und das Ergebnis ist, daß meine Aufmerksamkeit wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt, erstarrt, und hofft, alles möge einfach so davonschleichen. Ich habe mir den Begriff "Identifikation" angelesen, und es liegt mir nun auf der Zunge. Kurzum, in der Identifikation mit diesen unwillkommenen Gefühlen (was für ein Widerspruch), vergesse ich einfach immer noch die Beobachtung. Ich spüre, dies ist eine Ausrede. Nein, wahrscheinlich vergesse ich nicht. Wahrscheinlich habe ich einfach nur Angst. Und ich weiß nicht, wovor.
Alles gut, du machst das ganz toll... Einfach immer wieder schauen so gut es geht. Wenn wieder mal sowas da ist, kannst du ja versuchen wie geschrieben zu beobachten, da sein zu lassen und dann schau doch die Angst direkt an und frag sie, wovor sie dich beschützen will... Sei neugierig was da hochkommt... Und dann versuch vielleicht mal hinter die Angst zu schauen... Was ist da? Ist da was?
Da ist dieses Paradoxon: Wenn ich dies als bewußte Übung mache, stehe ich irgendwie neben mir, und ich wirke auf mich selber wie eine künstliche Person. (Aber die Beschreibung als 'Happening' finde ich auch so ganz toll!)
Klingt gut, "künstliche Person" trifft es sehr gut... :)
Sind da dann zwei „Ichs“? Das eine das beobachtet und das andere das beobachtet wird? Wenn du sagst du stehst neben dir, meinst du dann mit der "künstlichen Person" den Körper? Bist „du“ der Körper? Von wo aus geschieht beobachten?()
Ebenso ist es für mich bei dem bewußten Beobachten von Gedanken. Beim Wahrnehmen verändern sie sich, werden langsamer und flacher, meist inhaltsleerer, und verstummen. Ich beoabachte sie dann nicht mehr in ihrer Intensität, und ihrem natürlichen Verlauf. Es wird bestenfalls ein paar zehntel Sekunden später wahrgenommen, daß sie nicht mehr sind.
Hihi, ja so sind die Gedanken... :) Wenn man sie direkt anschaut verschwinden sie wie die Mäuschen ins Mauseloch...
Die Gedanken etikettieren alles ohne Punkt und Komma. Wenn ihnen nichts mehr einfällt, kommentieren sie sich selber. Die Etikettiermaschine rattert und schnurrt und zuckelt unaufhörlich. Fast könnte sie mir leid tun, fast möchte ich sie umarmen.
Das ist gut das so zu sehen, so wird der Widerstand gegen die unaufhörlichen Gedanken eventuell immer kleiner...
Als sei da eine ebenso unscharfe wie große Angst, und die Etikettiermaschine kleistert sie unaufhörlich zu.
Könnte das nicht auch eine weitere Etikettengeschichte sein? Schau wieder mit den Sinnen was davon direkt erfahrbar ist!
Offensichtlich ist, daß die Etiketten nur sehr grob das wirkliche Erleben der Objekte beschreiben, weit entfernt von der Lebendigkeit und Ganzheitlichkeit des Erlebens selbst
Ja genau so ist es. Mach dir das immer wieder klar und komm immer wieder zum direkten Erleben zurück...
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Mathilda
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Wed Jun 17, 2020 12:44 am

) Es gibt sowieso keinen Grund zur Sorge... Wenn du hier „durch“ bist, gibt es diverse FB Gruppen wo man sich austauschen kann und auch weitere Bereiche des Forums. Außerdem wäre es mir eine Freude wenn wir auch "danach" in Kontakt bleiben <3
Es ist mir eine große Ehre! Ob ich mich allerdings dieser Ehre als würdig erweise, weiß ich nicht, und deshalb bin ich auch verwirrt und ängstlich. Aber das Licht einer stillen Freude bleibt.
Gerade heute war mir so, als müßte ich wirklich ganz von vorn anfangen.Immer wieder bin ich verstrickt gewesen in die altenachsobekannten Muster von Minderwertigkeit und Versagen und Angst, jemand (:)) über kurz oder lang zu enttäuschen. Und all die zusätzlichen Gedankengeschichten haben mich vom Direkten Erleben abgezogen wie eine Hundemeute.Doch vorhin habe ich mir die "gute alte" 1 Min.-Übung (Sehen, hören, spüren, denken, und dann alles wie's kommt) vorgeknöpft, und sie hat gut getan wie eine Scheibe frisch geschnittenes Brot.
..dann schau doch die Angst direkt an und frag sie, wovor sie dich beschützen will... Sei neugierig was da hochkommt... Und dann versuch vielleicht mal hinter die Angst zu schauen... Was ist da? Ist da was?
Aber ich kann doch die Angst garnicht anschauen, ich kann sie nur fühlen. Fragen kann ich sie auch nichts, denn ich sehe keine Ohren. Ich nehme die Angst auch nicht räumlich wahr, also kann ich hinter ihr nichts sehen. Ich personalisiere gewisse innere Dinge gerne, weil sie sich mir oft bildhaft darstellen, aber mir ist im Grunde, und gottseidank, bewußt, daß es sich eben um Etwas formloses handelt,welches ich in meinem Körper fühlen kann. jenseits einer Geschichte. Würde ich die Angst, oder den Schmerz, oder die Traurigkeit, etwas fragen, so würde ich das Ganze auf die gedankliche Ebene bringen. Ich kann nicht erkennen, wie ein solcher für mich eher therapeutischer Ansatz mit der Direkten Erfahrung im Einklang steht. Mich verwirrt dies sehr.
Und hier leider noch etwas, was mir überhaupt nicht klar ist:
Das bewußte Fühlen von Emotionen, dies kann ich im Zusammenhang mit der Direkten Erfahrung nur verstehen, wenn ich Emotionen als körperlichen Ausdruck von Gedanken definiere.Doch für die Direkte Wahrnehmung kommen doch nur die äußeren körperlichen Sinne, und der taktile und kinästhetische Sinn, neben der Wahrnehmung der Gedanken, in Frage. Wenn ich dies richtig verstehe. Aber welcher innere Sinn nimmt denn die Gefühle im Körper wahr? Und auch dies: Was eigentlich nimmt denn die Gedanken wahr?
Ich weiß, barb, daß ich mit diesen Fragen die Spielregelnverletze, deshalb bitte ich um dein Verständnis! Ich weiß einfach nicht, wie ich es formulieren soll, ohne zu fragen. Diese meine Unklarheiten haben für mich seit Tagen leider Priorität.
S
ind da dann zwei „Ichs“? Das eine das beobachtet und das andere das beobachtet wird? Wenn du sagst du stehst neben dir, meinst du dann mit der "künstlichen Person" den Körper? Bist „du“ der Körper? Von wo aus geschieht beobachten?()
Ja, ich meine den Körper. Und beobachtend sehe ich, daß ich nicht der Körper bin. Das Sehen geschieht. Es ist mir dennoch so, als sei da ein Zweites.Etwas, das ich bin und doch nicht bin.

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barb
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Re: Rein garnichts

Postby barb » Wed Jun 17, 2020 12:20 pm

Es ist mir eine große Ehre! Ob ich mich allerdings dieser Ehre als würdig erweise, weiß ich nicht, und deshalb bin ich auch verwirrt und ängstlich. Aber das Licht einer stillen Freude bleibt.
Aber nicht doch... „Ehre“, „würdig“.... alles nur Geschichten... Es gibt nichts was du tun oder wissen kannst oder musst um zu sein. Sein ist genug und immer vollkommen...
Gerade heute war mir so, als müßte ich wirklich ganz von vorn anfangen.Immer wieder bin ich verstrickt gewesen in die altenachsobekannten Muster von Minderwertigkeit und Versagen und Angst, jemand (:)) über kurz oder lang zu enttäuschen.
Ent-täuschen kannst du nur jemanden der Erwartungen an dich hat, der Vor-stellungen hat wie du sein solltest... Ent-täuschung = das Ende der Täuschung... ist doch was Gutes, oder? Es ist ganz wunderbar dass du deine Muster sehen kannst, und die müssen sich auch gar nicht ändern. Das Durchschauen der Illusion bedeutet nicht, dass sie verschwindet - sie wird einfach nur als solche erkannt...
Und all die zusätzlichen Gedankengeschichten haben mich vom Direkten Erleben abgezogen wie eine Hundemeute.Doch vorhin habe ich mir die "gute alte" 1 Min.-Übung (Sehen, hören, spüren, denken, und dann alles wie's kommt) vorgeknöpft, und sie hat gut getan wie eine Scheibe frisch geschnittenes Brot.
Werden Gedanken nicht auch erfahren? Und super dass du das selber so gut siehst... Vielleicht magst du die Übung ja wirklich täglich am besten morgens einbauen...
Aber ich kann doch die Angst garnicht anschauen, ich kann sie nur fühlen.
Mit „schauen“ ist hier generell jede Sinnesempfindung gemeint. Also einfach mit der Angst sein...
Fragen kann ich sie auch nichts, denn ich sehe keine Ohren. Ich nehme die Angst auch nicht räumlich wahr, also kann ich hinter ihr nichts sehen. Ich personalisiere gewisse innere Dinge gerne, weil sie sich mir oft bildhaft darstellen, aber mir ist im Grunde, und gottseidank, bewußt, daß es sich eben um Etwas formloses handelt,welches ich in meinem Körper fühlen kann. jenseits einer Geschichte. Würde ich die Angst, oder den Schmerz, oder die Traurigkeit, etwas fragen, so würde ich das Ganze auf die gedankliche Ebene bringen. Ich kann nicht erkennen, wie ein solcher für mich eher therapeutischer Ansatz mit der Direkten Erfahrung im Einklang steht. Mich verwirrt dies sehr.
Verwirrung ist spitze! Eigentlich geht es darum von der gedanklichen Ebene weg zu kommen, eine Lücke im Denken zu finden. Mit dieser – zugegeben – ziemlich aussichtslosen Übung, kann das manchmal gut gelingen. Durch das intensive Schauen auf etwas was nicht wirklich festzumachen ist könnte sich eine Art Stille/Leere offenbaren.
Es ist aber nicht jede Frage oder jedes Experiment für jeden geeignet. Deshalb schauen wir und probieren wir. In einer der Fragen könnte der Schlüssel liegen, du brauchst einfach immer wieder nur hinzuschauen. Ganz unbekümmert darüber ob eine „richtige“ Antwort kommt oder nicht. Es geht weniger um die Antworten als viel mehr ums schauen... Dazu bedienen wir uns auch Metaphern und Vorstellungen und Konzepten. So wie der Wind die Wolken vor die Sonne bringt, kann er sie auch wieder verwehen... Gleich ist es mit Worten und Gedanken...
Und hier leider noch etwas, was mir überhaupt nicht klar ist:
Das bewußte Fühlen von Emotionen, dies kann ich im Zusammenhang mit der Direkten Erfahrung nur verstehen, wenn ich Emotionen als körperlichen Ausdruck von Gedanken definiere.Doch für die Direkte Wahrnehmung kommen doch nur die äußeren körperlichen Sinne, und der taktile und kinästhetische Sinn, neben der Wahrnehmung der Gedanken, in Frage. Wenn ich dies richtig verstehe. Aber welcher innere Sinn nimmt denn die Gefühle im Körper wahr?
Du kannst doch im inneren des Körpers genauso Empfindungen spüren wie auf der Haut z.B, oder? Druck, Enge, Verspannung usw. Bei der Untersuchung der Emotionen schauen wir was davon wirklich real körperlich spürbar ist, und was nur Gedankengeschichten. Also einfach spüren, egal ob im inneren des Körpers oder auf der Außenseite (innen und außen sind in diesem Fall auch nur Konzepte) Weißt du was ich meine?
Und auch dies: Was eigentlich nimmt denn die Gedanken wahr?
Haha, das ist die Frage der Fragen! Schau mal genau nach, geh auf die Suche und sag mir was du gefunden hast, ob überhaupt was zu finden ist... :)
Ich weiß, barb, daß ich mit diesen Fragen die Spielregeln verletze, deshalb bitte ich um dein Verständnis! Ich weiß einfach nicht, wie ich es formulieren soll, ohne zu fragen. Diese meine Unklarheiten haben für mich seit Tagen leider Priorität.
Ach ist doch kein Thema, kannst immer wieder gerne fragen wenn was anliegt. Die Sache ist nur, dass meine Antworten nichts helfen, immer nur das was du selber finden und erfahren kannst... Ich kann immer wieder nur Anregungen und Pointer geben...
Ja, ich meine den Körper. Und beobachtend sehe ich, daß ich nicht der Körper bin. Das Sehen geschieht. Es ist mir dennoch so, als sei da ein Zweites.Etwas, das ich bin und doch nicht bin
Schau dir den Körper mal näher an:

Finde einen ruhigen Ort und eine ruhige Zeit.
Lege dich hin, schließe die Augen und entspanne dich.
Gedanken mögen die Situation vielleicht beschreiben als "Ich liege hier" oder "Mein Körper liegt hier" oder "Ein Körper liegt hier auf einem Sofa".
Aber kannst du diese beschreibenden Gedanken für die Dauer der Übung ausblenden und in einer entspannten Art und Weise nur Empfindung betrachten?
Gedanken mögen vielleicht sagen, dass da ein angenehmer Druck ist am Rücken.
Aber nur auf Empfindung achtend, woher wüsstest du etwas von "Druck" oder "Rücken"?

Wenn du dort angekommen bist, betrachte bitte folgende Fragen:

Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?

Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?

Nur im Spüren, weißt du wieviel Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?

Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?

Fehlt irgendetwas, wenn du so erfährst?

Ist da ein Körper, der wahrnimmt oder wird der Körper wahrgenommen?
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
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Mathilda
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Re: Rein garnichts

Postby Mathilda » Wed Jun 17, 2020 11:33 pm

„Ehre“, „würdig“.... alles nur Geschichten...
Ja, wirklich. In diesem Fall eine mit ganz viel Staub auf dem Buckel. Ich hab es sehr gern, wenn du mich auf meinen Ballast aufmerksam machst.
Vielleicht magst du die Übung ja wirklich täglich am besten morgens einbauen...
Ich möchte sie lieber machen, wenn mir danach ist. Aber ich probier`s gleich morgen mal aus.
Mit „schauen“ ist hier generell jede Sinnesempfindung gemeint. Also einfach mit der Angst sein...
Danke für die Klärung.
Du kannst doch im inneren des Körpers genauso Empfindungen spüren wie auf der Haut z.B, oder?
...
Also einfach spüren, egal ob im inneren des Körpers oder auf der Außenseite (innen und außen sind in diesem Fall auch nur Konzepte) Weißt du was ich meine?
Ja, natürlich, ich weiß nun. Wieder einmal große Er-Leichterung! Diese Antwort zumindest ist für mich sehr hilfreich. Danke, barb!
Und auch dies: Was eigentlich nimmt denn die Gedanken wahr?

Haha, das ist die Frage der Fragen! Schau mal genau nach, geh auf die Suche und sag mir was du gefunden hast, ob überhaupt was zu finden ist..
Werde ich gerne trotz der Aussichtslosigkeit immer mal wieder gern machen.:)
...
Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?

Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Weder Größe noch Gewicht oder Form wird wahrgenommen. Aber die Körperempfindungen verorte ich immer noch mit "oben - unten", "links - rechts", "Mitte".
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?
Es gelingt mir nur mit großer Mühe, die Gedankengeschichte hierbei auszublenden. Nur für sehr kurze Augenblicke sind da nur unterschiedliche Empfindungen.
Nur im Spüren, weißt du wieviel Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?
Zehen sind nicht, nur ein lebhaftes Kribbeln.
Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?
Das Ausblenden der Geschichte : Haut ist auch hier sehr schwer. Auch, weil hier eine Geschichte : außen=kalt, innen=warm rasch zur Stelle ist. Die Grenze ist jedoch sehr verschwommen.
Fehlt irgendetwas, wenn du so erfährst?
Das weiß ich nicht. Das reine Empfinden kennt nur das, was gerade empfunden wird. Es weiß kein besser oder schlechter. Aber möglicherweise ist dies nur ein Gedanke.
Ist da ein Körper, der wahrnimmt oder wird der Körper wahrgenommen?
Wohnt Wahrnehmung an einem bestimmten Ort?
Der Körper wird wahrgenommen. Wahrnehmung ist für mich immer dort, wo gerade die Aufmerksamkeit ist

Zum Schluß der Übung, obwohl ich sie nicht gerne machte, weil das Ausblenden der Geschichten so mühsam war,
schweifte mein Geist für ein paar Sekunden irgendwie in ein wohliges Nichts ab.

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Re: Rein garnichts

Postby barb » Thu Jun 18, 2020 11:47 am

Ja, wirklich. In diesem Fall eine mit ganz viel Staub auf dem Buckel. Ich hab es sehr gern, wenn du mich auf meinen Ballast aufmerksam machst.
Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn die Gedanken irgendwas – egal was – erzählen, dann ersetze sich doch mal ne zeitlang mit blablablablablablablabla......... dann schau dich um, und wenn das, was die Gedanken erzählt haben weder zu sehen-hören-spüren-riechen-schmecken ist, dann war es einfach nur eine Geschichte... :)
Probier das mal aus und sag mir wie das für dich ist...
Vielleicht magst du die Übung ja wirklich täglich am besten morgens einbauen...
Ich möchte sie lieber machen, wenn mir danach ist. Aber ich probier`s gleich morgen mal aus.
Mach es natürlich so, wie es dir am besten behagt, wir sind ja nicht im Achtsamkeitskurs... ;) Es kommt halt nur leichter in den Sinn, wenn man sichs zur Gewohnheit macht...
Haha, das ist die Frage der Fragen! Schau mal genau nach, geh auf die Suche und sag mir was du gefunden hast, ob überhaupt was zu finden ist..
Werde ich gerne trotz der Aussichtslosigkeit immer mal wieder gern machen.:)
Eigentlich ist es gerade diese Aussichtslosigkeit die dazu führen kann, dass der Verstand vielleicht mal aufgibt. Keine geistige Aktivität (oder Abwesenheit davon) wird zum Durchschauen führen. Das Beste was geschehen kann ist dass der Geist beginnt, seine eigenen Glaubenssysteme zu erforschen und zu dem Schluss kommt, dass er nichts über die Realität weiß oder wissen kann, obwohl er gleichzeitig ein Ausdruck davon ist.
Weder Größe noch Gewicht oder Form wird wahrgenommen. Aber die Körperempfindungen verorte ich immer noch mit "oben - unten", "links - rechts", "Mitte".
Was ja auch recht praktisch ist im Alltag... Ich nehme aber an, dass dir sehr klar ist, dass das angelernte Konzepte sind, oder?
Schau nochmal genau hin: Oben – unten – links -rechts – Mitte von was? Von wo aus? Wo ist wahrnehmen? Wo bist „du“? Entspanne, atme sanft und langsam und schau ganz neugierig und spielerisch nach ob da was zu finden ist...
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Unterlage?
Es gelingt mir nur mit großer Mühe, die Gedankengeschichte hierbei auszublenden. Nur für sehr kurze Augenblicke sind da nur unterschiedliche Empfindungen.
Wenn es schwer fällt die Geschichte auszublenden, dann reicht es völlig sie als solche zu erkennen. Wenn die Gedanken sagen: Das ist die Grenze, dann schau (spür) einfach nach ob wirklich eine Grenze fühlbar ist - ob irgendwas von "Grenze" zu sehen-hören-spüren ist...

Lege z. B. jetzt die Finger auf die Tastatur, falls du keine Tastatur benutzt, den Tisch und schließe die Augen:

Was ist zu spüren?
Ist eine Grenze zwischen den Tasten/Tisch und den Fingern zu spüren, oder ist einfach nur “spüren" (dem wir das Etikett "Druck" gegeben haben, und dann in weiterer Folge die Bezeichnung "Grenze")?
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?

Nur im Spüren, weißt du wieviel Zehen du hast, weiß das Spüren überhaupt was von Zehen, oder ist da einfach nur eine Empfindung?
Zehen sind nicht, nur ein lebhaftes Kribbeln.
:)
Das Ausblenden der Geschichte : Haut ist auch hier sehr schwer. Auch, weil hier eine Geschichte : außen=kalt, innen=warm rasch zur Stelle ist. Die Grenze ist jedoch sehr verschwommen.
Du machst das sehr gut. Wie gesagt, die Geschichte muss nicht verschwinden, einfach nur sehen reicht... :)
Wir wollen hier auch nicht zu einer veränderten Wahrnehmung kommen. Es geht einzig und alleine darum zu untersuchen, ob Gedanken etwas von der erfahrbaren Realität wissen können, und ob das getrennte "Ich" mehr ist als ein Gedanke. Das ist der Hauptzweck der ganzen Experimente. Nicht dass sich irgendetwas ändern sollte... :)
Fehlt irgendetwas, wenn du so erfährst?
Das weiß ich nicht. Das reine Empfinden kennt nur das, was gerade empfunden wird. Es weiß kein besser oder schlechter. Aber möglicherweise ist dies nur ein Gedanke.
Versuche nochmal in einen entspannten Zustand zu kommen und frage dich und schau nach ob hier und jetzt irgendetwas fehlen könnte im So Sein wie es gerade ist...

Fehlt hier und jetzt was? Sollte oder könnte irgendetwas anders sein als es jetzt ist? Versuche diese Fragen spürend zu beantworten... Lass dir Zeit, frag dich das immer wieder mal...
Wahrnehmung ist für mich immer dort, wo gerade die Aufmerksamkeit ist
Erfährst du das so, oder ist das eine eher intellektuelle Annahme?
Zum Schluß der Übung, obwohl ich sie nicht gerne machte, weil das Ausblenden der Geschichten so mühsam war,
Vielleicht magst du sie ja noch einmal probieren, doch jetzt mit der Option dass alles da sein darf wie es ist. Auch die Geschichten, und du einfach immer wieder nachschaust, ob die Geschichte wahr ist, ob das tatsächlich so wahrnehmbar ist. Du kannst diese Körperbeobachtung auch während des Alltags machen, bei Routinetätigkeiten z.B., oder wann es dir einfällt. Immer wieder mal schauen: Ist da wirklich eine „Grenze“ spürbar?
schweifte mein Geist für ein paar Sekunden irgendwie in ein wohliges Nichts ab
Schön... :)

Bitte quäle dich nicht zu sehr mit der Annahme, dass bestimmte Ergebnisse oder Antworten erwartet werden. Sieh es eher wie einen Tanz, ganz leicht und spielerisch. Die Antworten die kommen, die kommen eben und ich frag dann wieder nach... Ist doch ein toller Austausch, oder? Genieße und entspanne so gut du kannst... :)
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