If I were the subject of this thread, what would I be?

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sat Oct 26, 2019 12:25 pm

Hui, da scheint sich was zu bewegen... :)
Nun bemerke ich dass, wenn ich auf Körpergefühle achte, diese Mitte der Kopf ist.
Dieses Gefühl kommt oft auf, einfach weil in dieser Gegend vier von fünf Sinnesorganen angesiedelt sind, womit entsprechend verstärkt Spannungen stattfinden (beobachte mal die feinen Augen- und Gesichtsmuskeln wenn Gedanken da sind: Bei visuellen arbeiten die Augen, bei auditiven die feine Gehörmuskeln, bei gedachten Dialogen die Kiefermuskel usw..)

Lege die Finger auf die Tastatur (falls du keine Tastatur benutzt, den Tisch) und schließe die Augen.

Was ist zu fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten und den Fingern?
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?

was ist Realität überhaupt, …
Was, wenn es für diese Frage keine Antwort gibt? Was wenn es überhaupt keine Antworten gibt? Was ist das einzige was sicher gewusst werden kann?
Eine Stunde ist vergangen, die physische Entität steht auf und setzt sich auf die Couch. Zurück zu etwas mehr Ruhe. Der Versuch Erfahrung zu beschreiben alleine Erzeugt ein Gedankliches Modell. Momentan tauchen Buchstaben auf einem Laptop auf. "Ich" (aus Mangel an einem besseren Wort), kann nicht wahrnehmen woher diese Worte kommen. Dinge passieren, soetwas wie einen Ort an dem sie passieren gibt es nicht.
Wow, sehr gut gesehen :)
Wenn zwei Dinge passieren ist da aber eine Relation zwischen ihnen und eine räumliche Verortung kann passieren.
Was ja auch ganz praktisch ist für den Alltag.... ;)

Zwei Fragen sind noch offen geblieben (bitte beantworte immer alle Fragen, auch wenn sie dir unwichtig erscheinen, eine davon könnte der Schlüssel sein, wir wissen nicht welche... :))

Schaue genau hin: Siehst du überhaupt eine "Kiwi" oder nur Farbe?

Woher kennst du den Namen der Farbe?


(Du kannst jedes beliebige Objekt für diese Untersuchung nehmen)
Was nimmt die Kontraktion wahr? Nur die reine Spürerfahrung betrachtend: Weiß die etwas von „Kopf“? Was macht den Kopf zu „deinem“ Kopf?
Hmm, Worte sind schwer, sie beinhalten Konzepte die wir hier zu überwinden versuchen. Und ich finde nicht die richtigen Worte für das was ich erfahre, wenn es die überhaupt gibt. Ich... ARGH....

Zuerst ist da ein Geräusch, ganz für sich alleine. Dann ist da der Versuch mehr Details von diesem Geräusch wahrzunehmen. Woher diese Intention kommt ist ungewiss. Dann ist da die Erfahrung einer körperlichen Kontraktion je länger die Konzentration auf einen einzelnen, kleinen Sinneseindruck anhält. Körperliche Sinneseindrücke scheinen nur in einem sehr limitierten Raum aufzutreten. Dieser Raum hat keine sehr klar definierten Grenzen, aber ist doch recht klein im Verlgeich zu anderen Sinneseindrücken. Das verursacht vllt die Illusion einer zusammenhängenden Einheit.
Versuche es so einfach wie möglich zu halten ohne viele Geschichten: Spüre die Kontraktion, Druck, Spannung oder was auch immer in der Gegend die wir als Kopf bezeichnen und frage dich: Weiß dieses reine Spüren etwas von „Kopf“? Ist im Spüren ein Kopf oder einfach nur Kontraktion oder ähnliches? Gehört dieses Gefühl „dir“? Bist „du“ irgendwo außerhalb und besitzt diese Empfindung?
In den Momenten in denen alle Konzepte wegfallen ist da ein Gefühl von Freiheit. Verstehen und Kategorisieren scheinen jedoch so unglaublich starke Triebe zu sein, dass diese Momente nicht von allzu langer Dauer sind und der Verstand zurückkehrt. Interessanter Weise funktioniere "ich" in diesem Momenten immer noch tadellos. Kann sprechen, gehen, etc. Aber ich denke diesen Trieb zu überkommen ist eine der Kernaufgaben dieser Reise
Hört sich doch gut an :) Es geht weniger darum diese Triebe oder irgendetwas zu überwinden, sondern vielmehr darum zu sehen, dass das genauso Erscheinungen sind und durch immer wieder nachschauen und nachfragen zu erkennen, dass es einfach nicht auf alles Antworten gibt... :) Der Verstand (das Denken) ist ein wunderbares Werkzeug, jedoch kann er über sich selbst nicht hinaus, er ist selbst ein kleiner Teil der Realität die unfassbar ist für ihn, die jedoch in jedem Augenblick erlebt wird, ganz einfach als das was jetzt hier ist... :)


Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen.

Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.

Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert. Dann schließe die Augen wieder.

Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl taucht auf, und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz spannend ist das bei Schriften, Werbeplakaten, Ortsschildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))


Erzähl mir bitte, wie es dir damit gegangen ist... :)
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sat Oct 26, 2019 10:51 pm

Was ist zu fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten und den Fingern?
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?
Zu Beginn meiner Meditation mache ich immer einen Entspannungs-Körper-Scan. Heute habe ich mich dann gefragt, woher weiß "Ich" das nach dem dieser Empfindung, die sich linker Fuß nennt, diese Empfindung kommt, die sich linkes Schienbein nennt? Wenn es räumliche Nähe ist könnte ich genau so gut in meinen rechten Fuß gehen, oder vom Oberschenkel in die Hand auf den Beinen. Es ist nur ein gelerntes Konzept und wenn ich ganz nah heranzoome ist der Übergang von Oberschenkel zu Hand kein wirklich klar definierter und ich könnte nicht sagen das "Berühren" in Hand oder Oberschenke stattfindet, sondern irgendwo dazwischen wo, logisch gesehen, kein Körper mit Sinnesorganen ist.

Ergo, fühlen ist ein Sinneseindruck. Wie schon mit sehen und hören beschrieben, ist da roher Sinneseindruck und Konzepte des Verstands um sie zu sortieren.

Es ist weniger das Empfindungen dazu führen das ein auditiver / linguistischer Name in Gedanken auftaucht, aber da kommt häufig ein visuelles Bild des Körperteils. Das kann sehr schnell passieren, ist aber nachdem ich ein Gefühl bemerkt habe und mich dann darauf fokussiere. Wenn ich ein bestimmtest Körperteil suche hingegen (z.B. mit der Instruktion "fühle den Fuß"), kommt erst das Bild, das Konzept einer räumlichen Verortung und erst dann "geht Fühlen" dort hin und Fühlen geschieht. Natürlich kann ich dann wie oben beschrieben die Differenz zwischen Konzept und tatsächlichen Sinneseindrücken erfahren.

Wenn ich den Finger über eine Taste bewege, _wird_ der Finger die Taste. Ich spüre keinen Finger. Das Sinnesorgan nimmt die Form des Objekts an. Wenn der Finger ruht und ich langsam vom Gelenk hinunter zur Taste wandere könnte "mein Finger" einen Millimeter in die Taste hineinreichen. Lege ich meine Finger auf einen weichen Gegenstand wie ein Kissen, ist dieser Bereich so Finger und Kissen eins sind noch größer.

Es ist interessant. Es fühlt sich nicht an als gäbe es da _Jemanden_ der das fühlt, aber trotzdem ist die räumliche Wahrnehmung des Sinneseindrucks normalerweise eine Distanz die vom Kopf aus. Vielleicht weil zwar nicht immer jeder Teil des Körpers bewusst wahrgenommen wird, aber der Kopf in der Regel recht deutlich irgendwo in der Wahrnemung ist. Mit etwas Zeit kann das Zentrum in den Torso wandern, aber ein Gefühl in den Extremitäten ist dann eine Distanz vom Torso statt vom Kopf aus. Mit etwas mehr Zeit kann jedes Gefühl ohne räumliche Verortung oder Distanz wahrgenommen werden wenn die Gefühle im Kopf außer Acht gelassen werden. Das kollabiert aber gern wieder in den "vom Kopf aus" Zustand.
Was, wenn es für diese Frage keine Antwort gibt? Was wenn es überhaupt keine Antworten gibt? Was ist das einzige was sicher gewusst werden kann?
Stimulus passiert, also muss es "etwas" geben. So unterschiedlich wie mit verschiedenen Sinnen in verschiedenen Geisteszuständen auf die Welt geschaut werden kann, scheint es genau so wahrscheinlich dass eine Welt existiert oder alles in der Matrix passiert. Wahrnehmung wird in mehreren Ebenen in immer komplezere Informationen organisiert, also muss es Verarbeitungsprozesse geben.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt eine "Kiwi" oder nur Farbe?
"Nur Farben" klingt zu wenig, "Formen" klingt aber schon zu viel. Ein Sinneseindruck ohne Konzepte auf jeden Fall. Das Wort "Grün" oder "Kiwi" taucht in einem anderen Sinnesmedium, auditive / verbale Geisteswahnehmung auf, ganz ohne ein Gefühl von Zusammenhang mit dem gesehen.
Weiß dieses reine Spüren etwas von „Kopf“? Ist im Spüren ein Kopf oder einfach nur Kontraktion oder ähnliches? Gehört dieses Gefühl „dir“? Bist „du“ irgendwo außerhalb und besitzt diese Empfindung?
Das Spüren kennt keinen Kopf, da ist einfach nur eine Kontraktion. Mit der Übung von oben wird klar, dass das Konzept Kopf im Nachhinein aufkommt. Es ist sogar so, dass kein allzu bewusster Zusammenhang zwischen dem Konzentrieren auf einen Sinneseindruck und dem Aufkommen eines anderen (der Kontraktion) besteht.

Der Verstand, der ja Zusammenhänge findet und sie als Gedanken in die Wahrnehmung projiziert sagt dann, das Konzentrieren verursacht die Kontraktion. Da kommt dann eine Notation von Aktion, etwas das etwas anderes verursacht.

Und vielleicht, das ist jetzt pure logische Schlussfolgerung, aber irgendwie will die jetzt aufgeschrieben werden, kommt daher das Gefühl von Jemand der Etwas macht. Wenn Jemand etwas macht, muss es Kontrolle geben - und freien Willen. Und dann passiert der ganze Konflikt dass Ich Kontrolle über etwas ausüben will und der Schmerz der kommt, wenn es nicht so funktioniert wie Ich will...

Zurück zur direkten Erfahrung. Diese Gefühl "ich mache das" passiert, wie so vieles von dem was wir erforscht haben, im Nachhinein.
Der Verstand (das Denken) ist ein wunderbares Werkzeug, jedoch kann er über sich selbst nicht hinaus, er ist selbst ein kleiner Teil der Realität die unfassbar ist für ihn, die jedoch in jedem Augenblick erlebt wird, ganz einfach als das was jetzt hier ist... :)
Wundervoll geschrieben :-D
Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne und dann öffne die Augen:
Das wahnwitzige ist wie unzusammenhängend diese Dinge bei genauerer Beobachtung sind. Etwas taucht in meinem visuellen Feld auf, ich kann mit meinen Gedanken ganz wo anders sein, dieses etwas kann mein visuelles Feld auch schon verlassen haben, und plötzlich taucht das Wort zu dem Gesehenen auf. Es ist nicht nur das es im Nachhinein passiert, sondern dann kein offensichtlicher Zusammenhang zwischen physischem Sinneseindruck und Gedanke besteht.

Gestern habe ich auf ein Schild geschaut, nach der Übung mit der Kiwi. Da waren nur Farben und Formen und plötzlich ein Gedanke in meinem Kopf "Ausgang", aber es ist nicht so als wäre da ein bewusster Prozess von lesen abgelaufen.

Fühlen ist der Sinn mit den wenigsten Konzepten, dann Höhren, dann Sehen. Schmecken und riechen können bei bestimmten Stimuli unglaublich starke Erinnerungen verursachen.

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sun Oct 27, 2019 10:30 am

Nachtrag von ein paar Dingen die mir heute so über den Tag aufgefallen sind.

Wenn da etwas ist das nicht sofort klar kategorisierbar ist, springt die Maschine an um es zu identifizieren. Zb wenn ein Logo in der Ferne im Sichtfeld ist, kommt der Name möglicher Firmen als Gedanke.

Ein Sehen wird wahrgenommen, ein Konzept wird wahrgenommen. Logisches Schlussfolgern zeigt im Nachhinein eine Verbindung. Ergo muss ein Großteil der Welt unterhalb der Wahrnehmungsschwelle passieren.

Der Verstand benennt nicht nur Erfahrungen, er simuliert auch Szenarien. Zb ein Passant könnte mich in den Teich schubsen, ...

Konversationen erscheinen in Verstand bevor sich der Mund bewegt.

Die Vorhersage Funktion kann auch eine Fehlfunktion haben, zb unbewegte Dinge bewegt erscheinen lassen. Ein Ast in der Peripherie ist auf einmal ein sich bewegendes Tier. Bei genauem Hinsehen wird er erst als Ast erkannt.

Verbale Gedanken sind im Übrigen teilweise Deutsch seit ich mit dir kommuniziere ;-) Nach Jahren Down Under war mein innerer Monolog überwiegend Englisch.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sun Oct 27, 2019 11:48 am

Das kollabiert aber gern wieder in den "vom Kopf aus" Zustand.
Ja, wie schon erwähnt vermutlich weil dort die meisten Sinnesorgane mit den meisten Aktivitäten sind... :)
"Nur Farben" klingt zu wenig, "Formen" klingt aber schon zu viel.
Woher kommt dieses Urteil? Es kann immer irgendwie alles „zu“ sein (eine Angewohnheit des Verstandes... ;)) Jedes Wort ist schon ein Konzept, aber wir brauchen sie um zu kommunizieren. Hier versuchen wir alles so nach wie möglich an die ursprüngliche Erfahrung – nämlich wahrnehmen – heranzubringen. Wahrnehmen teilen wir auf in sehen/Farbe – hören/Geräusch – spüren/Empfindung – riechen/Geruch – schmecken/Geschmack – denken/Gedanke (immer nur das Wahrnehmen, dass Gedanken da sind, nicht deren Inhalt... da gefällt mir Shinzens Konzept mit „innen hören“ und „innen sehen“ ganz gut, wobei innen von was?... :))
Und vielleicht, das ist jetzt pure logische Schlussfolgerung, aber irgendwie will die jetzt aufgeschrieben werden, kommt daher das Gefühl von Jemand der Etwas macht. Wenn Jemand etwas macht, muss es Kontrolle geben - und freien Willen. Und dann passiert der ganze Konflikt dass Ich Kontrolle über etwas ausüben will und der Schmerz der kommt, wenn es nicht so funktioniert wie Ich will...
Genau, und was passiert wenn gesehen wird dass da kein Jemand ist der Kontrolle hat?
Zurück zur direkten Erfahrung. Diese Gefühl "ich mache das" passiert, wie so vieles von dem was wir erforscht haben, im Nachhinein.
Super beobachtet!
Das wahnwitzige ist wie unzusammenhängend diese Dinge bei genauerer Beobachtung sind. Etwas taucht in meinem visuellen Feld auf, ich kann mit meinen Gedanken ganz wo anders sein, dieses etwas kann mein visuelles Feld auch schon verlassen haben, und plötzlich taucht das Wort zu dem Gesehenen auf. Es ist nicht nur das es im Nachhinein passiert, sondern dann kein offensichtlicher Zusammenhang zwischen physischem Sinneseindruck und Gedanke besteht.
Ist schon faszinierend wenn man das mal beginnt zu sehen, nicht wahr... :)
Ein Sehen wird wahrgenommen, ein Konzept wird wahrgenommen. Logisches Schlussfolgern zeigt im Nachhinein eine Verbindung. Ergo muss ein Großteil der Welt unterhalb der Wahrnehmungsschwelle passieren.
Der Verstand benennt nicht nur Erfahrungen, er simuliert auch Szenarien. Zb ein Passant könnte mich in den Teich schubsen, ...
Die Vorhersage Funktion kann auch eine Fehlfunktion haben, zb unbewegte Dinge bewegt erscheinen lassen. Ein Ast in der Peripherie ist auf einmal ein sich bewegendes Tier. Bei genauem Hinsehen wird er erst als Ast erkannt.
Wieder mal sehr gut beobachtet...

Wahrnehmung ist eine Ansammlung von Erinnerungen, die die empfangenen Daten bearbeitet, sobald ein Reiz auftritt, noch bevor die Daten bewusst werden. Nur was das Gehirn für relevant und überlebenswichtig hält scheint dann auf. Wahrnehmung ist dieser Bezugsrahmen, die Voreingenommenheit, die wir alle entwickeln, welche unsere Erfahrungen bewertet und verändert.

Und weil jeder Reiz Daten erzeugt, die wahrgenommen und eingeteilt werden, noch bevor sie bewusst werden, können wir die Realität niemals so wahrnehmen, wie sie wirklich ist. Unsere Wahrnehmung wird unsere Erfahrungen immer so formen, dass sie zu unseren Erinnerungen passen.

Es könnte ebenso gut alles ein Traum oder eine Simulation sein. Wir wissen nicht ob das real ist, was wir wahrnehmen, aber DASS wir wahrnehmen ist das einzige das sicher gewusst werden kann. So wie du oben so schön geschrieben hast: Da ist “etwas” (was das ist werden wir nie wissen).... :)
Verbale Gedanken sind im Übrigen teilweise Deutsch seit ich mit dir kommuniziere ;-) Nach Jahren Down Under war mein innerer Monolog überwiegend Englisch
Haha, ist sicher auch eine interessante Erfahrung... :)
Konversationen erscheinen in Verstand bevor sich der Mund bewegt.
Ist das wahr? Ist das immer so? Beobachte mal, wenn du in einer angeregten Unterhaltung bist - bzw. wenn das währenddessen nicht leicht ist durch starkes involviert sein – ziehe hinterher ein Resümee ob wirklich alles vorher gedacht wurde was dann ausgesprochen wurde.

Lass uns mal die Natur der Gedanken ein wenig näher betrachten:

Nimm dir dafür wieder Zeit und beobachte:

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?



Viel Spaß beim Beobachten :)
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sun Oct 27, 2019 9:03 pm

Aus meiner Morgensitzung (den Rest heute Abend):
1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
In der Wahrnehmung blenden Gedanken ein und aus. Sie scheinen nicht irgendwoher zu kommen. Das Ein- und Ausblenden kann schneller oder langsamer geschehen. Sie kommen aus und gehen in das Nichts. Wenn ich auf einen Gedanken warte ist da Nichts, wenn ein Gedanke kommt ist da etwas, und nachdem er ausgeblendet ist, ist da wo er war wieder Nichts.

Gedanken können "scharf" oder "unscharf" sein. Da kann ein Gefühl sein wie "es liegt mir auf der Zunge". Ein sehr unklarer Gedanke. Ein visueller Gedanke, aber nicht vollständig ausgebaut. Oder nur das Wissen das es auditive Gedanken sind, ohne klare Wörter.
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein
3. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit NICHT zu denken?
Ach, wenn es doch nur so einfach wäre... ;-)
4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Der Verstand kann durch Intentionen und Wiederholung konditioniert werden. Die Assoziationsmaschine. Aber da können natürlich immer unangenehme Assoziationen zu dem gerade gedachten aufkommen, "Ablenkungen" können hereinkommen oder zufälliges unterbewusstes Material kann aufwellen.
5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Nein. Interessanter Weise scheinen die Zahlen nicht sehr zufällig, nach einer Weile kommen Wiederholungen und dann eine Weile nichts.
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Das Wort "Ich" ist erstmal nur ein auditiver Gedanke. Plötzlich kommt die Empfindung von Brust und Kopf in der Wahrnehmung. Eine Assoziation eines Gedankenkonstrukts mit Empfindungen (interessanterweise nur ein Teil des physischen Körpers). Der Versuch an ein Bild von meinem Gesicht zu denken um Assoziationen hervorzurufen fühlt sich nicht so an als wäre da eine starke Verbindung. Ein visueller Gedanke meiner Hände hingegen schon eher.

Und selbstständig Gedanken denken können diese Gedanken natürlich nicht.
7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Wäre da "Jemand", wäre der dann nicht in Kontrolle? Und das haben wir ja schon ausgeschlossen.

Gedanken passieren von alleine. Wie jedes Organ Ausscheidungen hat, so sind Gedanken Ausscheidungen des Hirns. Wie jedes Organ eine überlebenswichtige Funktion erfüllt, so ist das Hirn überlebenswichtig. Wie jedes Organ von ganz alleine funktioniert, so funktioniert auch das Hirn von ganz alleine.

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Mon Oct 28, 2019 8:40 am

Genau, und was passiert wenn gesehen wird dass da kein Jemand ist der Kontrolle hat?
Vorher war da Widerstand, Konflikt, Panik. Ich war ein ziemlicher Kontrollfreak. Vor ein paar Monaten ist dann etwas in mir geplatzt.

Jetzt ist da entweder Akzeptanz und tiefer Frieden (wenn alles hinreichend gut läuft) oder verzweifelte Traurigkeit und ein Gefühl von Machtlosigkeit (wenn es nicht so gut läuft). Die Grundeinstellung ist aber in beiden Fällen "Keine Lust mehr zu kämpfen".

Mir ist auch aufgefallen dass da häufig Müdigkeit ist. Antriebslosigkeit. Eine Theorie die aufgekommen ist ist, dass das Energielevel des Verstands ohne die ganzen Konflikte gefallen ist.
Ist das wahr? Ist das immer so? Beobachte mal, wenn du in einer angeregten Unterhaltung bist - bzw. wenn das währenddessen nicht leicht ist durch starkes involviert sein – ziehe hinterher ein Resümee ob wirklich alles vorher gedacht wurde was dann ausgesprochen wurde.
In der Tat, wenn die Situation involviert ist, ist da ein Fluss. Das habe ich heute auf der Arbeit gemerkt, wo es produktiv war. Im Streit kann das natürlich auch eher negativ ablaufen...

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Mon Oct 28, 2019 10:02 am

Jetzt ist da entweder Akzeptanz und tiefer Frieden (wenn alles hinreichend gut läuft) oder verzweifelte Traurigkeit und ein Gefühl von Machtlosigkeit (wenn es nicht so gut läuft). Die Grundeinstellung ist aber in beiden Fällen "Keine Lust mehr zu kämpfen".
Kleiner Nachtrag, das ist ein "Ich"-Gefühl in dieser Hilflosigkeit. "Da ist Schmerz und _ich_ kann nichts dagegen tun." Da ist eine Situation die auftritt und ein Ich dass darunter leidet.

Im Gegensatz zu meinem früheren, getriebenen Ich ist da viel weniger Ego vorhanden, aber es ist trotzdem noch da.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Mon Oct 28, 2019 12:42 pm

Der Verstand kann durch Intentionen und Wiederholung konditioniert werden. Die Assoziationsmaschine. Aber da können natürlich immer unangenehme Assoziationen zu dem gerade gedachten aufkommen, "Ablenkungen" können hereinkommen oder zufälliges unterbewusstes Material kann aufwellen.
Woher kommen Intentionen?
Wäre da "Jemand", wäre der dann nicht in Kontrolle? Und das haben wir ja schon ausgeschlossen.
Haben wir das schon ausgeschlossen? Habe ich nicht ganz so mitgekriegt, dass für dich das absolut klar ist. Aber lass uns sicherheitshalber dazu ein kleines Experiment anschauen:

Hebe deinen rechten oder linken Arm (oder lass ihn unten). Während des Hebens oder Nicht-Hebens wird eine Entscheidung getroffen, zumindest geschieht etwas (oder nicht).

Kannst du den genauen Augenblick der Entscheidung bestimmen und das konkrete Wesen finden, das diese Entscheidung zu treffen scheint?

Ist es möglich, den Moment der Entscheidung sowie den scheinbaren „Entscheider“ zu finden? Oder taucht die Idee „Ich habe mich entschieden, meinen rechten oder linken Arm (nicht) zu heben“ erst nach dem eigentlichen Ereignis auf?

Versuche generell im Alltag wenn Entscheidungen geschehen – ganz egal welche, auch die kleinsten z.B. was esse ich heute, was ziehe ich an usw.. - nachzuschauen ob da irgendwo ein Entscheider ist, und versuche auch einen Ursprung der Entscheidung zu finden... Ist sowas auffindbar?

Gedanken passieren von alleine. Wie jedes Organ Ausscheidungen hat, so sind Gedanken Ausscheidungen des Hirns. Wie jedes Organ eine überlebenswichtige Funktion erfüllt, so ist das Hirn überlebenswichtig. Wie jedes Organ von ganz alleine funktioniert, so funktioniert auch das Hirn von ganz alleine
Haha, tolle Beschreibung... Ausscheidungen des Gehirns - sehr treffend :))
Jetzt ist da entweder Akzeptanz und tiefer Frieden (wenn alles hinreichend gut läuft) oder verzweifelte Traurigkeit und ein Gefühl von Machtlosigkeit (wenn es nicht so gut läuft).
Woher kommt das Urteil ob etwas gut oder schlecht läuft? Woher kommen diese Einteilungen? Bedeutet „schlecht“ dass etwas entgegen der Erwartungen gelaufen ist? Wie kommen Erwartungen zustande?

Ist es dir vielleicht möglich ein Gefühl der Traurigkeit bzw. Machtlosigkeit zu generieren? Wenn du es kannst, dann bitte für den Anfang ziemlich moderat und nicht gleich die schlimmste Ausführung... und bitte mach es auch nicht aus der Erinnerung. Wenn es nicht geht, dann hebe dir die Übung auf, für Zeiten wo wieder starke Emotionen hochkommen.

Wenn es geht, dass du so ein Gefühl hervorrufen kannst, dann schau es dir genau an. Lass es da sein, umarme es, erlaube ihm sich einfach zu zeigen. So wie ungeliebte Kinder, die man immer im Keller weggesperrt hat und die endlich an die Oberfläche dürfen, ohne sie loswerden zu wollen. Versuche alle Gedankengeschichte die da mit kommen zu ignorieren, fühle einfach die Gefühle.

Wo im Körper ist die Empfindung Traurigkeit oder Verzweiflung? Wie schlimm ist die Empfindung ohne Geschichte? Schau dem Gefühl mitten ins Antlitz... schau ob du etwas findest, was es beschützen will... Und dann schau dahinter... Ist da was?

Mir ist auch aufgefallen dass da häufig Müdigkeit ist. Antriebslosigkeit. Eine Theorie die aufgekommen ist ist, dass das Energielevel des Verstands ohne die ganzen Konflikte gefallen ist.
Eigentlich ist es eher so, dass die Verstandeskonflikte enorm viel Energie brauchen, wahrscheinlich sind einfach die Batterien leer... :) Vielleicht wurde zu viel gekämpft und der Körper fordert jetzt Ruhe ein, vielleicht ist es aber auch ein Nährstoffmangel...

Müdigkeit und Antriebslosigkeit können viele Ursachen haben. Versuch in jedem Fall dich so gut um dich zu kümmern wie du kannst... Entspanne und nimm es leicht... Gönne dem Körper die Ruhe die er braucht...
Kleiner Nachtrag, das ist ein "Ich"-Gefühl in dieser Hilflosigkeit. "Da ist Schmerz und _ich_ kann nichts dagegen tun." Da ist eine Situation die auftritt und ein Ich dass darunter leidet.
Braucht es ein „Ich“ um Schmerz zu empfinden? Wie zeigt sich dieses „Ich“-Gefühl in direkter Erfahrung? Was davon ist zu sehen-hören-spüren und was davon ist nur Gedankeninhalt?
Im Gegensatz zu meinem früheren, getriebenen Ich ist da viel weniger Ego vorhanden, aber es ist trotzdem noch da
Wie sieht das Ego aus?
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Mon Oct 28, 2019 9:05 pm

Woher kommen Intentionen?
Gewohnheiten lassen situationsspezifische Intentionen in der Wahrnehmung Erscheinen. Langeweile sorgt für eher zufällige Intentionen. Und dann natürlich externe Trigger; Schmerz erzeugt die Intention sich davon weg zu bewegen; sehen/hören/fühlen triggert Assoziationen die Intentionen hervorufen (z.B. sehen wie jemand Kaffee trinkt verursacht die Intention Kaffee zu trinken).
Hebe deinen rechten oder linken Arm (oder lass ihn unten). Während des Hebens oder Nicht-Hebens wird eine Entscheidung getroffen, zumindest geschieht etwas (oder nicht).

Kannst du den genauen Augenblick der Entscheidung bestimmen und das konkrete Wesen finden, das diese Entscheidung zu treffen scheint?

Ist es möglich, den Moment der Entscheidung sowie den scheinbaren „Entscheider“ zu finden? Oder taucht die Idee „Ich habe mich entschieden, meinen rechten oder linken Arm (nicht) zu heben“ erst nach dem eigentlichen Ereignis auf?
Schon bevor in der Wahrnehmung eine Intention auftaucht ist da schon die physische Wahrnehmung des linken Arms. Im Verstand erscheinen dann Argumente für das eine oder andere, widersprüchliche Intentionen. Logische und impulsive. Verschiedene Subsysteme kommen mit verschiedenen Ansätzen; hebe gerade den anderen Arm, gar keinen, ...

Am Ende hat sich der linke Arm bewegt in einem Moment an dem ganz andere Gedanken im Bewusstsein waren, keine Verarbeitung über den Arm mehr Wahrgenommen wurde. Da war kein Gefühl von "Ich" das den Arm bewegt hat. Im Allgemeinen wird die Entscheidung getroffen wenn bestimmte Intentionen überhand gewinnen. Entweder durch mehr Information die verfügbar wird oder durch unbewusste Impulse.

Ich werde auch über den Tag auf Entscheidungen achten und berichten.

In einer Meditation an die ich mich erinnere kam da tatsächlich mal der Gedanke auf das "Ich" mich daran erinnert habe auf den Atem zu achten und sofort kam mir dieser Gedanke sehr absurd vor. Seit dem ist dieses Ich-Gefühl nach Entscheidungen nicht mehr deutlich wahrnehmbar.

Meine aktuelle Wahrnehmung ist dass in der Regel das meiste automatisch abläuft. In manchen Situationen (was esse ich heute, welchen Arm hebe ich, ...) kommen unterschiedliche und widersprüchliche Intentionen in die Wahrnehmung. Die triggern dann die Assoziationsmaschine immer mehr Argumente in die Wahrnehmung zu projizieren. Das einzige Ich das übrig bleibt ist das, was von Intentionen durch die Gegend geschubst wird und nicht mag was passiert. Das manifestiert sich durch das erwähnte Gefühl von Machtlosigkeit. Das System als ganzes trinkt einen Kaffee oder eine Cola obwohl "Ich" das nicht will. Dieses Ich ist denke ich Teil der anderen Aufgabe für heute.
Woher kommt das Urteil ob etwas gut oder schlecht läuft? Woher kommen diese Einteilungen? Bedeutet „schlecht“ dass etwas entgegen der Erwartungen gelaufen ist? Wie kommen Erwartungen zustande?
Zwei Urteile. Äußere Umstände die Schmerz verursachen, z.B. Allergie, Müdigkeit, Muskelkater, ... sind Sinneseindrücke mit negativem "Geschmack". Erwartungen sind genau so Gedanken wie Intentionen Informationen die Wahrgenommen werden. Wenn diese Gedanken im Konflikt mit objektiver Realität stehen kommt da ein Konflikt auf. Wenn die Assoziationsmaschine dann nicht mit Intentionen aufkommen kann die den Soll-Zustand hervorbringen, bleibt dieser Konflikt bestehen. Panik oder Depression (nicht im klinischen Sinn, einfach nur als normale Empfindungen) sind die Folge. Zustande kommen diese Erwartungen wie andere Gedanken auch. Offensichtlich, aus Sicht der Wahrnehmung, eher zufällig. Bei logischer Betrachtung durch historische Konditionierung (Erziehung, Medien, ...).

Manchmal ist da auch ein Schmerz oder Unwohlsein ohne offensichtlichen Grund. Und keine Begründung zu haben ist schon in sich eine Qual für den logischen Verstand...
Wo im Körper ist die Empfindung Traurigkeit oder Verzweiflung? Wie schlimm ist die Empfindung ohne Geschichte? Schau dem Gefühl mitten ins Antlitz... schau ob du etwas findest, was es beschützen will... Und dann schau dahinter... Ist da was?

Wo im Körper ist die Empfindung Traurigkeit oder Verzweiflung? Wie schlimm ist die Empfindung ohne Geschichte? Schau dem Gefühl mitten ins Antlitz... schau ob du etwas findest, was es beschützen will... Und dann schau dahinter... Ist da was?

Braucht es ein „Ich“ um Schmerz zu empfinden? Wie zeigt sich dieses „Ich“-Gefühl in direkter Erfahrung? Was davon ist zu sehen-hören-spüren und was davon ist nur Gedankeninhalt?

Wie sieht das Ego aus?
Eine Kontraktion im Kehlkopf, das Gesicht zieht sich zusammen, ein Gefühl von Weinen. Und das System kommt mit Intentionen auf um die Symptome zu tilgen (z.B. den Kaffee einfach zu trinken statt zu widerstehen). Selbstschutz.

Die vorherige Übung, zu sehen woher die Intentionen und Urteile kommen, war noch recht einfach. Mit dem Schmerz zu sein ohne den Intentionen zur Tilgung zu folgen ist schwer. Die Intention mit den Empfindungen zu sein ist mit dieser Aufgabe im System gesät und ich werde später berichten wie es so über den Tag gelaufen ist.

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Tue Oct 29, 2019 7:59 am

Versuche generell im Alltag wenn Entscheidungen geschehen – ganz egal welche, auch die kleinsten z.B. was esse ich heute, was ziehe ich an usw.. - nachzuschauen ob da irgendwo ein Entscheider ist, und versuche auch einen Ursprung der Entscheidung zu finden... Ist sowas auffindbar?
Ich bin mir recht sicher dass ich heute nicht eine einzige Entscheidung getroffen habe. Manche Handlungen kommen aus dem Affekt, ohne durch das Bewusstsein zu gehen. Andere Handlungen sind Vorhersehbar. Heute morgen habe ich schon gewusst, was ich heute zu Abend esse. Nicht weil ich eine Entscheidung getroffen habe, sondern weil bestimmte Gedanken wahrgenommen wurden die einen Pfad verursacht haben.

Manchmal kommen Intentionen mit gleichem Gewicht für zwei Optionen auf. Das führt dann oft zu einem mentalen Schachmatt und unangenehmen mentalen Zuständen von Angst.
Wo im Körper ist die Empfindung Traurigkeit oder Verzweiflung? Wie schlimm ist die Empfindung ohne Geschichte? Schau dem Gefühl mitten ins Antlitz... schau ob du etwas findest, was es beschützen will... Und dann schau dahinter... Ist da was?
Da war heute eine Situation die unangenehme Gefühle hervorgerufen hat. Eine Intention kam auf etwas zu tun, Realität hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht - eine Erwartung. Dann begann der Verstand Gedanken ins Bewusstsein zu werfen darüber, die schrecklich die Situation gerade ist. Die heute morgen gesetzte Intention auf den Körper zu achten wurde getriggert. Gefühle von Kontraktion. Immer wieder hat die Intention von Gedanken zu Gefühlen zurückgebracht. Das Gefühlte war ertragbar.
schau ob du etwas findest, was es beschützen will...
Ich verstehe die Frage nicht. Das Gefühl will "mich" beschützen. Ein eingeengtes Gefühl mit der Intention zur Flucht aus einer unangenehmen Situation. Ein natürlicher Flucht-Reflex.

Nachdem ich nur mit meinen Gefühlen war konnte ich die Situation ertragen und die Gedanken haben es nicht schlimmer gemacht als es ohnehin war. Der Geist hatte immernoch eine negative Resonanz und da war eine sehr bewusste Wahrnehmung nach der Situation dass der Geist in eine positivere Resonanz wechselt.
Braucht es ein „Ich“ um Schmerz zu empfinden? Wie zeigt sich dieses „Ich“-Gefühl in direkter Erfahrung? Was davon ist zu sehen-hören-spüren und was davon ist nur Gedankeninhalt?
Ich denke "Instinkt" beschreibt den körperlichen Aspekt ganz gut. Und der kommt ohne "Ich" aus. Das erste das Bewusst wird sind Gedanken. Gedanken sind abstrakt und modellieren die Welt in eine Ursache für den Schmerz und eine Entität die eine Gegenmaßnahme treffen kann. Aber die Gedanken sind optional und wenn ich darunter schaue ist da nur der körperliche, instinktive Aspekt. Eine direkte Erfahrung ohne "Ich".
Wie sieht das Ego aus?
Mit "Ego" meinte ich das Ich das leidet, ich hoffe also das ist mit den anderen Fragen beantwortet.

---

Wenn ich die geschriebenen Worte so lese erscheinen sie wirr, unsortiert. Die bisherigen Fragen / Aufgaben von dir haben gezieltes Nachforschen ausgelöst und rasche Einsichten gebracht. Wahrscheinlich war der Prozess durch mein Training in "klassischer" Meditation einfacher.

Die heutigen Aufgaben gehen ans Eingemachte. Instinktiver Widerstand, unklare Wahrnehmung, ... Ich schreibe viel aber sehe wenig. Ich habe das Gefühl ich schreibe mehr als ich tatsächlich nachforsche / nachsehe. Da ist ein Gefühl keine der heutigen Fragen hinreichend beantwortet zu haben. Weder dir noch mir gegenüber.

Das ist denke ich ein "gutes" Zeichen das hier die Arbeit ist die getan werden muss.

Ich habe die Fragen / Aufgaben in mein Notizbuch kopiert, werde sie regelmäßig und bei gegebenem Anlass nochmal durchgehen und dann hier posten.

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Tue Oct 29, 2019 8:14 am

Wahrscheinlich muss das System erst lernen einfach mit dem Schmerz zu verweilen, Gefühlen ins Antlitz zu schauen, bevor Einsicht geschehen kann. Vielleicht ist es eine gute Idee keine neuen Fragen / Aufgaben für morgen zu stellen, sondern die von heute nochmal durchzugehen?!

Ich bin gespannt auf deine Antwort.

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Tue Oct 29, 2019 12:13 pm

.
.



Es gibt einen großen Unterschied zwischen denken/vermuten und dem Schauen/Sehen.
Kleines Beispiel:

Wenn ich dich frage, welche Farbe deine Socken haben, die du gerade trägst, hast du zwei Möglichkeiten, eine Antwort zu finden:

• Du kannst darüber nachdenken, du kannst an den heutigen Morgen zurückdenken und versuchen, dich daran zu erinnern, wie du deine Socken angezogen hast, und du kannst mir sagen, welche Farbe du für wahrscheinlich hältst, was du vermutest

• Alternativ kannst du deine Socken kurz ansehen und mir sagen, welche Farbe sie tatsächlich haben :)
Hoffentlich stimmst du zu, dass du nur zu 100% sicher sein kannst, wenn du nachsiehst.

Es kann auch vorkommen, dass ich dir Fragen stelle, auf die einfach keine Antworten kommen. Du schaust nach, du fragst dich immer und immer wieder - und es kommt einfach nichts... nur Stille... Das ist aber dann nicht "Nichts", sondern die Stille ist die Antwort... Tauch ein und verweile darin ohne eine "logische" Antwort zu suchen...

Wir haben schon erforscht, wie der Gedanke dazu neigt, "virtuelle Schichten" über die Erfahrung zu legen, indem wir Geschichten darüber hinzufügen. Je komplexer die Idee, desto mehr virtuelle Ebenen wurden hinzugefügt. Was also passieren muss, ist, die Schichten der Geschichte abzureißen, bis nur noch die blanken Knochen übrig bleiben. Und es gibt eine Möglichkeit zu bestimmen, wann du alle Ebenen die reine Phantasie sind entfernt hast, und nur noch die direkte Erfahrung übrig ist. Wenn du den Gedanken durch „blahblahblah“ ersetzt und das, worauf er sich bezog bleibt, weißt du, dass du den Grund erreicht hast bevor die Geschichten beginnen.

Schließe also die Augen (oder lasse sie offen) und bring die Geschichte von "Ich fühle mich traurig/verzweifelt" in den Vordergrund, und beachte das Gefühl und die Bilder, die scheinbar mit diesem Gedanken einhergehen.

Ersetze jetzt den Gedanken "Ich fühle mich traurig" durch "Blahblahblah". Schaue dir die tatsächliche Erfahrung an, wobei der Gedanke nur "blahbahblah" sagt. Gibt es ein "Ich", das traurig ist, ohne dass der Gedanke es sagt? Gibt es Traurigkeit ohne Interpretation?

Wenn nicht, dann weißt du, dass der Gedanke "virtuelle Schichten" hinzugefügt hat. Es ist Fantasie und wird nicht als tatsächliche Erfahrung bestätigt, denn das, was er sagte, blieb nicht bestehen, als der Gedanke durch "blahblahblah" ersetzt wurde. Was bleibt, ist zum Beispiel Empfindung - spüren. Dann ist alles, was sich tatsächlich bestätigt, die aktuelle Erfahrung "Empfindung/spüren", aber kann ein „Ich fühle mich traurig“ bestätigt werden?

Du kannst diese Übung mit jedem Gedanken durchführen der erschient, um zu sehen ob er ein blanker Knochengedanke ist oder ein Gedanke, der der direkter Erfahrung virtuelle Ebenen hinzugefügt hat.
Dieses Ich ist denke ich Teil der anderen Aufgabe für heute.
Nicht denken – SCHAUEN!
Manchmal ist da auch ein Schmerz oder Unwohlsein ohne offensichtlichen Grund. Und keine Begründung zu haben ist schon in sich eine Qual für den logischen Verstand...
Ist das wahr? Wie zeigt sich "Qual" in direkter Erfahrung? Was bleibt davon ohne Geschichte?
Die vorherige Übung, zu sehen woher die Intentionen und Urteile kommen, war noch recht einfach. Mit dem Schmerz zu sein ohne den Intentionen zur Tilgung zu folgen ist schwer.
Es geht hier nicht darum die richtigen Antworten zu finden, das ist kein Quiz... :) Die Fragen die ich stelle haben einen einzigen Zweck: Dich dazu zu bringen genau zu SCHAUEN – ohne denken, vermuten, wissen. Einfach nur die rohe Schauerfahrung...
Dann begann der Verstand Gedanken ins Bewusstsein zu werfen darüber, die schrecklich die Situation gerade ist.

Schauen wir uns diese Geschichte mal näher an:
Gibt es wirklich „Verstand“? Nicht logisch nachdenken – nachschauen! Ist da irgendwo das Männlein „Verstand“ das „Gedanken“ nimmt und ins „Bewusstsein“ wirft? Was davon ist wirklich wahr? Wie ist die direkte Erfahrung dieser Geschichte? Versuch es ganz einfach zu halten ohne große Erklärungen...

Du schilderst generell sehr geschichtsträchtig und metaphernreich, was ja an und für sich nicht falsch ist, doch für unsere Untersuchung ist es eher nicht dienlich. Versuche dich immer so einfach wie möglich zu halten immer wieder zur reinen wirklichen aktuellen Erfahrung zu kommen ohne dem ganzen Überbau...
Die heute morgen gesetzte Intention auf den Körper zu achten wurde getriggert. Gefühle von Kontraktion. Immer wieder hat die Intention von Gedanken zu Gefühlen zurückgebracht. Das Gefühlte war ertragbar.
War das Gefühlte bis jetzt nicht immer ertragbar? Wenn nicht wärst du dann noch hier? Hört sich fast nach ein klein wenig Drama an.... ;)
schau ob du etwas findest, was es beschützen will...
Ich verstehe die Frage nicht.
Fantastisch! Es geht nicht ums verstehen! Schau einfach, schau das Gefühl an und dann frag es was es beschützen will... Sei nicht so sehr interessiert an der gedanklichen logischen Antwort, sondern was sich zeigt in direkter Erfahrung...
Nachdem ich nur mit meinen Gefühlen war konnte ich die Situation ertragen und die Gedanken haben es nicht schlimmer gemacht als es ohnehin war. Der Geist hatte immer noch eine negative Resonanz und da war eine sehr bewusste Wahrnehmung nach der Situation dass der Geist in eine positivere Resonanz wechselt.
Hört sich gut an... Sei dennoch nicht so sehr interessiert an den Zuständen und Geschichten (Gefühle, ertragbar, negativ, positiv....) Schau dich nach dem um was das alles sieht...
Wie sieht das Ego aus?
Mit "Ego" meinte ich das Ich das leidet, ich hoffe also das ist mit den anderen Fragen beantwortet.
Nicht die Geschichte die die Gedanken erzählen... Was vom Ego ist zu sehen-hören-spüren? Schau da wirklich mit allen Sinnen nach ob es in direkter Erfahrung zu finden ist! Schau so wie ein Wissenschaftler, neugierig, interessiert und tu es nicht von vornherein als unlogisch oder weiß ich ja schon ab... Schau immer wieder frisch und neu...
Die heutigen Aufgaben gehen ans Eingemachte. Instinktiver Widerstand, unklare Wahrnehmung, ... Ich schreibe viel aber sehe wenig. Ich habe das Gefühl ich schreibe mehr als ich tatsächlich nachforsche / nachsehe.
Schön dass du das erkennst, komme einfach immer wieder ins Schauen! Lass die Gedanken ihren Zirkus aufführen, schüttel dich ab... Untersuche den Widerstand genauso wie die anderen Gefühle...!
Da ist ein Gefühl keine der heutigen Fragen hinreichend beantwortet zu haben. Weder dir noch mir gegenüber.
Das ist denke ich ein "gutes" Zeichen das hier die Arbeit ist die getan werden muss.
Haha – schon wieder „Ich denke“... :) Denken/glauben führt nirgendwohin... Einfach immer wieder schauen-schauen-schauen
Wahrscheinlich muss das System erst lernen einfach mit dem Schmerz zu verweilen, Gefühlen ins Antlitz zu schauen, bevor Einsicht geschehen kann.
Vielleicht – vielleicht auch nicht... :) Wer weiß das schon so genau... Versuch aus dem Modus des „wissen wollens“ raus zu kommen... Es geht wirklich nur ums Schauen, nicht ums verstehen... Es gibt nichts zu verstehen – nichts zu wissen...
Vielleicht ist es eine gute Idee keine neuen Fragen / Aufgaben für morgen zu stellen, sondern die von heute nochmal durchzugehen?!
Ich hoffe es war jetzt nicht zu viel was ich dir da wieder mitgegeben habe. Ganz konnte ich es nicht lassen, du kannst dir aber gerne so viel Zeit nehmen wie du brauchst. Versuche trotzdem immer alles ganz einfach zu halten, dich nicht in logischen Schlussfolgerungen und Vermutungen zu verlieren. Die haben zwar im menschlichen Leben ihre Berechtigung, aber dieses Terrain auf dem wir uns hier bewegen bleibt ihnen unerschlossen, sie behindern das Schauen nur...
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Tue Oct 29, 2019 11:08 pm

OK, nochmal von vorn ;-)
Woher kommen Intentionen?
Da erscheint ein Gedanke daran, etwas zu tun, von ganz allein in der Wahrnehmung.
Kannst du den genauen Augenblick der Entscheidung bestimmen und das konkrete Wesen finden, das diese Entscheidung zu treffen scheint?

Ist es möglich, den Moment der Entscheidung sowie den scheinbaren „Entscheider“ zu finden? Oder taucht die Idee „Ich habe mich entschieden, meinen rechten oder linken Arm (nicht) zu heben“ erst nach dem eigentlichen Ereignis auf?

Versuche generell im Alltag wenn Entscheidungen geschehen – ganz egal welche, auch die kleinsten z.B. was esse ich heute, was ziehe ich an usw.. - nachzuschauen ob da irgendwo ein Entscheider ist, und versuche auch einen Ursprung der Entscheidung zu finden... Ist sowas auffindbar?
Tatsächlich kann nichts davon wahrgenommen werden. Intentionen, also Gedanken daran etwas zu tun, können wahrgenommen werden. Aber nicht, woher diese Intentionen kommen. Es kann auch wahrgenommen werden, wie verschiedene Intentionen aufkommen oder das manche stärker oder schwächer sind. Irgendwann kann dann eine körperliche Aktion wahrgenommen werden.

Manchmal können körperliche Aktionen wahrgenommen werden, ohne dass vorher Gedanken wahrgenommen wurden.
Woher kommt das Urteil ob etwas gut oder schlecht läuft? Woher kommen diese Einteilungen? Bedeutet „schlecht“ dass etwas entgegen der Erwartungen gelaufen ist? Wie kommen Erwartungen zustande?
Da ist zuerst die Wahrnehmung von etwas, ein Ist-Zustand. Dann kommt der Gedanke eines möglichen anderen Zustands. Gedanken können sich positiv oder negativ anfühlen. Fühlt sich der Gedanke positiv an, kommt da ein Gedanke das dies ein Soll-Zustand ist (=> Urteil). Dann kommen Intentionen etwas dafür zu tun. Dann kommen Gedanken über das "wie" (=> Erwartungen). Als nächstes Gedanken über die mögliche Wirksamkeit dieser Maßnahme.

Ist da kein Gedanke an etwas Wirksames, kommt Traurigkeit und Verzweiflung. Das hat eine physische und eine mentale Komponente. Du fragst nach der physischen.
Wo im Körper ist die Empfindung Traurigkeit oder Verzweiflung? Wie schlimm ist die Empfindung ohne Geschichte? Schau dem Gefühl mitten ins Antlitz... schau ob du etwas findest, was es beschützen will... Und dann schau dahinter... Ist da was?
Die Empfindung ohne Geschichte ist nicht mehr so schlimm, ein Druck in Kehlkopf und Brust. Es kommen sehr leicht wieder viele Gedanken auf. Ich werde bei gegebenen Anlass üben nur mit den körperlichen Empfindungen zu bleiben.

Wenn ich mit den Empfindungen bin und das Gefühl frage was es beschützen will kommt da der Gedanke "nicht beschützen, im Gegenteil, Schutzlos und Hilflos". Die körperlichen Empfindungen werden dann stärker. Wenn ich frage "was ist dahinter" kommen eine Menge an Gedanken. Ich bewege mich also wieder weg vom Körper. Da ist ein Gedanke dass das nicht die Aufgabe war und ich breche ab.

Was ist hier die Aufgabe? Ich kann mit dem Körper sein, mit etwas Training wird das sicherlich einfacher. Oder ich kann Fragen stellen. Das kann mit Sicherheit zu Antworten führen, Konditionierungen aufzeigen, etc., führt aber scheints unweigerlich zu Gedanken.
Braucht es ein „Ich“ um Schmerz zu empfinden? Wie zeigt sich dieses „Ich“-Gefühl in direkter Erfahrung? Was davon ist zu sehen-hören-spüren und was davon ist nur Gedankeninhalt?
Ein Schmerz ist ein Gefühl in der Wahrnehmung, das kein Ich braucht. Oben haben wir untersucht wie Intentionen von allein funktionieren. Eine Handlung im Nachhinein den Gedanken erzeugen kann "Ich habe das gemacht". Genau so kann eine nicht-Handlung einen Gedanken erzeugen "Ich kann nichts tun". Eine nicht-Handlung ist der Fall von oben, wo die Intention etwas gegen einen Schmerz zu tun aufkommt, aber kein Gedanke der wirksam erscheint aufkommt.
Wie sieht das Ego aus?

Was vom Ego ist zu sehen-hören-spüren?
Es scheint der Satz "Ich habe das getan" tritt in meinen Gedanken nicht mehr so sehr auf, aber der Gedanke "Ich kann nichts tun" schon. Das Ich zeigt sich also als Gedanke der im Nachhinein passiert, nach anderen Gedanken über die Situation und mögliche Lösungen.

Zu sehen/hören/spüren ist der Gedanke nicht. Unmittelbar nach diesem Gedanken kommen dann natürlich Empfindungen im Körper, kontraktion.
Schließe also die Augen (oder lasse sie offen) und bring die Geschichte von "Ich fühle mich traurig/verzweifelt" in den Vordergrund, und beachte das Gefühl und die Bilder, die scheinbar mit diesem Gedanken einhergehen.

Ersetze jetzt den Gedanken "Ich fühle mich traurig" durch "Blahblahblah". Schaue dir die tatsächliche Erfahrung an, wobei der Gedanke nur "blahbahblah" sagt. Gibt es ein "Ich", das traurig ist, ohne dass der Gedanke es sagt? Gibt es Traurigkeit ohne Interpretation?

Wenn nicht, dann weißt du, dass der Gedanke "virtuelle Schichten" hinzugefügt hat. Es ist Fantasie und wird nicht als tatsächliche Erfahrung bestätigt, denn das, was er sagte, blieb nicht bestehen, als der Gedanke durch "blahblahblah" ersetzt wurde. Was bleibt, ist zum Beispiel Empfindung - spüren. Dann ist alles, was sich tatsächlich bestätigt, die aktuelle Erfahrung "Empfindung/spüren", aber kann ein „Ich fühle mich traurig“ bestätigt werden?
Nein, das kann nicht bestätigt werden. Gefühle und Gedanken verstärken sich auch gegenseitig. Unmittelbar nach einem negativen Gedanken taucht eine negative Empfindung auf, eine negative Empfindung verursacht einen negativen Gedanken, ... Die Übung nur mit den Körperempfindungen zu bleiben lässt diese Empfindungen mit der Zeit abklingen.
Manchmal ist da auch ein Schmerz oder Unwohlsein ohne offensichtlichen Grund. Und keine Begründung zu haben ist schon in sich eine Qual für den logischen Verstand...
Ist das wahr? Wie zeigt sich "Qual" in direkter Erfahrung? Was bleibt davon ohne Geschichte?
Hier wird wieder klar wie Gedanken und Empfindungen sich gegenseitig aufschaukeln. Unangenehme Empfindung, unangenehme Gedanken über diese unangenehme Empfindung, mehr unangenehme Empfindung, ...
Gibt es wirklich „Verstand“? Nicht logisch nachdenken – nachschauen! Ist da irgendwo das Männlein „Verstand“ das „Gedanken“ nimmt und ins „Bewusstsein“ wirft? Was davon ist wirklich wahr? Wie ist die direkte Erfahrung dieser Geschichte? Versuch es ganz einfach zu halten ohne große Erklärungen...
Da kommt ein Gedanke, dann kommt ein fragender Gedanke wo dieser Gedanke herkommt, dann kommen erklärende Gedanken die ein (oder mehrere) Modell(e) anbieten.
War das Gefühlte bis jetzt nicht immer ertragbar? Wenn nicht wärst du dann noch hier?
Unangenehme Empfindungen führen zu Flucht. In die Gedanken (an etwas ganz anderes, an jemanden der Schuld ist, ...) oder in ablenkende Handlungen (Fernsehen, Arbeit, Sport, ...). Mit dem Gefühl zu bleiben kostet Überwindung einer starken, meist unbewussten, Handlung.

User avatar
starflower
Posts: 52
Joined: Sun Sep 29, 2019 8:45 am

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Wed Oct 30, 2019 7:06 am

Heute war da ein Gedanke. Der Gedanke kam in der Form eines simulierten Dialogs mit jemandem. Der Inhalt hatte die Form von "Ich sage dir dass ...". In dem Moment des Wahrnehmens des Gedanken war da kein besonderes Ich-Gefühl. Da war nur inneres hören eines auditiven Gedankens. Der Inhalt des Gedanken hatte das "bedeutungslose" Wort "Ich" und "dir".

Dann kam da die Einsicht dass "Ich" und "Du" lediglich Hilfsmittel zur Organisation im Prozess des Informationsaustausches sind.

Hoffentlich ist das nicht zu kopflastig ;-)

User avatar
barb
Posts: 1418
Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Wed Oct 30, 2019 12:37 pm

Woher kommen Intentionen?
Da erscheint ein Gedanke daran, etwas zu tun, von ganz allein in der Wahrnehmung.

Tatsächlich kann nichts davon wahrgenommen werden. Intentionen, also Gedanken daran etwas zu tun, können wahrgenommen werden. Aber nicht, woher diese Intentionen kommen. Es kann auch wahrgenommen werden, wie verschiedene Intentionen aufkommen oder das manche stärker oder schwächer sind. Irgendwann kann dann eine körperliche Aktion wahrgenommen werden.
Wunderbar gesehen :)... Es wird einfach alles wahrgenommen...
Gibt es jemanden der wahrnimmt, oder einfach nur wahrnehmen? Anders ausgedrückt: Existiert irgendwo eine Trennung zwischen Wahrnehmer – wahrnehmen – Wahrgenommenes? Schau ganz genau nach ob eine Grenze wahrnehmbar ist!
Woher kommt das Urteil ob etwas gut oder schlecht läuft? Woher kommen diese Einteilungen? Bedeutet „schlecht“ dass etwas entgegen der Erwartungen gelaufen ist? Wie kommen Erwartungen zustande?
Da ist zuerst die Wahrnehmung von etwas, ein Ist-Zustand. Dann kommt der Gedanke eines möglichen anderen Zustands. Gedanken können sich positiv oder negativ anfühlen. Fühlt sich der Gedanke positiv an, kommt da ein Gedanke das dies ein Soll-Zustand ist (=> Urteil). Dann kommen Intentionen etwas dafür zu tun. Dann kommen Gedanken über das "wie" (=> Erwartungen). Als nächstes Gedanken über die mögliche Wirksamkeit dieser Maßnahme.
Ja schon, das ist die Beschreibung des Ablaufes. Aber was ist der Ursprung? Wurden diese Gedanken und Erwartungen nicht genauso gelernt und konditioniert wie das Wort „Kiwi“?
Wo im Körper ist die Empfindung Traurigkeit oder Verzweiflung? Wie schlimm ist die Empfindung ohne Geschichte? Schau dem Gefühl mitten ins Antlitz... schau ob du etwas findest, was es beschützen will... Und dann schau dahinter... Ist da was?
Ich werde bei gegebenen Anlass üben nur mit den körperlichen Empfindungen zu bleiben.
Gute Idee!
Wenn ich mit den Empfindungen bin und das Gefühl frage was es beschützen will kommt da der Gedanke "nicht beschützen, im Gegenteil, Schutzlos und Hilflos". Die körperlichen Empfindungen werden dann stärker. Wenn ich frage "was ist dahinter" kommen eine Menge an Gedanken. Ich bewege mich also wieder weg vom Körper. Da ist ein Gedanke dass das nicht die Aufgabe war und ich breche ab.
Immer wieder versuchen die Aufmerksamkeit in die körperlichen Empfindungen zu bringen und dich einfach nicht zu interessieren was die Gedanken sagen, da sollte dir dein Achtsamkeitstraining zugute kommen...
Was ist hier die Aufgabe? Ich kann mit dem Körper sein, mit etwas Training wird das sicherlich einfacher. Oder ich kann Fragen stellen. Das kann mit Sicherheit zu Antworten führen, Konditionierungen aufzeigen, etc., führt aber scheints unweigerlich zu Gedanken.
Fragen stellen, und dann den Empfindungen nachspüren, schauen... Die Gedankengeschichten links liegen lassen, nicht ernst nehmen. Auch wenn Gedanken aufkommen werden die dennoch wahrgenommen, nicht wahr?

Sehen, dass Gedanken nicht die treibende Kraft sind, sondern einfach nur Kommentare... Es werden immer Gedanken da sein, wie du so schön ausgedrückt hast als "Ausscheidungen des Gehirns", es ist nur die Frage wie ernst und wichtig wir sie nehmen. Natürlich ist auch das einfach das was passiert, ohne etwas anders entscheiden zu können. Wir können nur immer wieder nachsehen, ob es wahr ist was die Gedanken sagen. So lange bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist - quasi als neues Mindset - dass Gedanken einfach nur Reflektionen der Vergangenheit und Projektionen in eine nicht vorhandene Zukunft sind, und nichts mit der Realität zu tun haben. Komm immer wieder in die direkte Erfahrung - sehen-hören-spüren-riechen-schmecken...
Nein, das kann nicht bestätigt werden. Gefühle und Gedanken verstärken sich auch gegenseitig.
Welches Gefühl verstärkt der Gedanke blahblahblah? Oder ist es dir nicht möglich mal die Gedankenstories für einige Minuten auf die Seite zu schieben und, blahblah zu denken und dabei auf die körperlichen Empfindungen zu achten?
Unmittelbar nach einem negativen Gedanken taucht eine negative Empfindung auf, eine negative Empfindung verursacht einen negativen Gedanken,
Ja genau, diesen negativen Gedanken greife auf, schmeiß ihn in den Mülleimer und denke (oder sag es auch ganz laut) stattdessen BLAHBLAHBLAH... und dann schau was davon da ist, was der Gedanken gesagt hat... Negative Gedanken sind immer irgendwelchen Geschichten aus der Vergangenheit oder Zukunft, Befürchtungen oder Sorgen. Sie haben ganz einfach nichts mit dem zu tun was jetzt hier ist. Es ist wichtig das zu erkennen... Nicht einfach nur zu verstehen, sondern ganz klar zu sehen...
Ist das wahr? Wie zeigt sich "Qual" in direkter Erfahrung? Was bleibt davon ohne Geschichte?
Hier wird wieder klar wie Gedanken und Empfindungen sich gegenseitig aufschaukeln. Unangenehme Empfindung, unangenehme Gedanken über diese unangenehme Empfindung, mehr unangenehme Empfindung, …
Deshalb ist es so wichtig die Natur der Gedanken zu durchschauen. Sie sind ein wunderbares Werkzeug, aber wenn geglaubt wird, dass sie die Wahrheit repräsentieren kann das desaströs werden... :)
Da kommt ein Gedanke, dann kommt ein fragender Gedanke wo dieser Gedanke herkommt, dann kommen erklärende Gedanken die ein (oder mehrere) Modell(e) anbieten.
Ganz genau – einfach nur Gedanken... :)
War das Gefühlte bis jetzt nicht immer ertragbar? Wenn nicht wärst du dann noch hier?
Unangenehme Empfindungen führen zu Flucht. In die Gedanken (an etwas ganz anderes, an jemanden der Schuld ist, ...) oder in ablenkende Handlungen (Fernsehen, Arbeit, Sport, ...). Mit dem Gefühl zu bleiben kostet Überwindung einer starken, meist unbewussten, Handlung
Unangenehme Empfindungen können auch ein Kompass sein, ein Wegweiser. Das Durchschauen der Ich-Illusion hat absolut nichts zu tun mit dem Auflösen von unguten Gefühlen. Es kann schon geschehen, dass vieles etwas lockerer wird, weil die Geschichten um die sich die Gedanken und Emotionen drehen nicht mehr so ernst genommen werden. Aber generell gilt, wenn ein unangenehmes Gefühl da ist – schauen ob es auf eine reale Situation verweist, und ob daran etwas änderbar ist, wenn ja ändern, wenn nein – verlassen. Wenn beides nicht möglich ist – akzeptieren. Es ist immer nur der Widerstand der Leid verursacht....


Heute war da ein Gedanke. Der Gedanke kam in der Form eines simulierten Dialogs mit jemandem. Der Inhalt hatte die Form von "Ich sage dir dass ...". In dem Moment des Wahrnehmens des Gedanken war da kein besonderes Ich-Gefühl. Da war nur inneres hören eines auditiven Gedankens. Der Inhalt des Gedanken hatte das "bedeutungslose" Wort "Ich" und "dir".

Dann kam da die Einsicht dass "Ich" und "Du" lediglich Hilfsmittel zur Organisation im Prozess des Informationsaustausches sind.

Hoffentlich ist das nicht zu kopflastig ;-)
Haha :) Genau das ist es, darum geht es um „Einsicht“! Du hast das klar gesehen und nicht vermutet...
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom


Return to “Deutsch (Archiv)”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 13 guests