Das bedeutet, dass es ohne Gedanken kein Ich gibt? D. h. das Ich ist also auch nur ein Gedanke?
Es gibt schon etwas, was permanent wahrnimmt, und das würde ich als Ich bezeichnen. Wenn ich dann das Wahrgenommene reflektiere wird der Eindruck von einem Ich stärker. Z. B. "Das gefällt mir", oder "Wie kann sie mir so etwas sagen".... Wenn ich aber ganz in der Wahrnehmung bin, nimmt da zwar auch etwas wahr, aber die Wahrnehmung an sich steht im Mittelpunkt, dann scheint es dieses Ich nicht zu geben. Und wenn ich nicht reflektiere, gibt es auch das Wahrgenommene nicht... In diesem Moment zumindest.
Wenn ich ganz genau hinschaue, scheint es da eine Instanz zu geben, aber sie ist nicht permanent und dauerhaft gleich.... Ich würde schon sagen, dass das Ich nur ein sehr dynamischer Prozess in meiner Wahrnehmung ist.
Das Ich entscheidet nicht, welche Gedanken kommen und gehen, aber kann trotzdem gezielt über etwas nachdenken?
Ja, das ist ein Widerspruch, den Du da deutlich machst!
. Wer oder was stellt das Repertoire von möglichen Gedanken zur Verfügung?
Genau das ist die Frage! Wer oder was, wenn nicht ich?!
. Wie schon erwähnt. Es geht nicht um Theoretisches, um Glauben oder Philosophieren. Prüfe das ganz genau. Aus der direkten Wahrnehmung heraus.
Das mache ich. Mein "Problem" ist, dass sich die Konzepte doch wieder einschleichen. Ich nehme ganz deutlich eine Veränderung wahr, die positiv ist, wenn ich nur in der reinen Wahrnehmung bin, bin ich aber im altbekannten Modus, ist es damit auch wieder vorbei.
Würdest Du denn sagen, dass das Nichtvorhandensein eines Ichs in der reinen Wahrnehmung bereits die Einsicht in die Ichlosigkeit ist? Also, es macht nicht knall und peng und man hört auch keine Engel singen, wenn man die Einsicht hat (ist jetzt ein übertriebener Scherz!)?!