Ok, alles klar. So eine ähnliche Übung mach ich schon lange, allerdings nicht mit labeln der Sinneseindrücke, sondern mit labeln dessen, was ich grad mache. Jetzt z.B. sitzen, tippen, lesen, zum Glas greifen, trinken, usw. Hab ich mir angewöhnt, wenn ich bemerkte, dass die Gedanken grad Schlitten fahren mit mir (Emotionen auslösen) um wieder ganz ins "Hier und Jetzt" zu kommen. Brauch ich allerdings kaum mehr, weil die Gedankengeschichten nicht mehr geglaubt werden, also die Identifikation damit nur mehr selten da ist.Entschuldige bitte, dass ich mich ungenau ausgedrückt habe. Es war nicht gemeint, jeden Sinneseindruck zu labeln, sondern in einem Takt, der stimmig ist. So alle 3 – 10 Sekunden vielleicht.
Es geht eigentlich nur darum zu Sinnen zu kommen und zu erkennen und zu üben, das wahrzunehmen was genau jetzt da ist - also die direkte Erfahrung. Die Achtsamkeit haftet die meiste Zeit auf Gedankengeschichten - auf der Fantasiewelt. Gedanken weisen entweder auf das was jetzt hier ist (eher selten), oder auf andere Gedankeninhalte (Traumwelt).
Das ist vielleicht auch der Grund, warum mich das labeln der Sinneseindrücke stresst, denn wenn ich "ganz da bin" dann ist da ja nur "Stille" und pure Wahrnehmung und diese dann jeweils mit den Wörtern für die Sinneseindrücke zu labeln, ist anstrengend.
Ich werds morgen nochmal versuchen und es tun, wenn da wieder Gedankengeschichten auftauchen, die mich von dem was jetzt hier ist, ablenken.
Nein, so war das nicht gemeint. Handlungen geschehen oft ohne Gedanken. Aber wenn ich etwas beschreiben soll, dann ist da denken/labeln, weil es zum Schreiben Wörter braucht.Ist das wahr? Geht jeder Handlung ein Gedanken voraus?
Hab ich oben schon geschrieben, ich glaub sie kaum mehr. Ich bemerke sie, höre ihnen eine Zeit lang zu und lass sie wieder sein oder ich finde sie lustig und muss grinsen :-)Genau, die meiste Zeit laufen irgendwelche Geschichten. Die Frage ist nur, wie sehr glauben wir ihnen?
Keine Ahnung, wo sie herkommen und wohin sie gehen. Ein Gedanke/ein Wort oder ein Satz taucht auf, ist da. Fühlt sich an als ob ich ihn innerlich höre und dann ist er wieder weg und der nächste kommt. Dazwischen ist auch eine Zeit lang Stille, vor allem wenn da grad spüren ist. Mit spüren mein ich z.B. meinen Atem, meinen Herzschlag, wie das Blut im Körper fließt oder wie der Darm grummelt :-).Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
NeinKannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt?
NeinKannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Ja, eine Zeit lang schon, also nicht "ich" kontrolliere, sondern aufgrund deiner Frage denkt sich hier ein Satz in "Dauerschleife". Ich hab lange Zeit Autosuggestion gemacht und da ist z.B. der Gedanke "Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser". Den und andere hab ich jahrelang im Bett beim Einschlafen in Dauerschleife gedacht und siehe da, das funktioniert immer noch. Das ist ein angelernter Automatismus. Ich weiß aber nicht, wie lange, ob sich das zwei oder fünf Minuten lang denkt. Irgendwann mischt sich dann wieder unkontrolliert ein anderer Gedanke rein.Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Nein, die Zahl (78) erscheint sofort sobald ich deinen Satz/deine Aufforderung sehe. Wüßte ich, welche kommt, müsste sie sich ja denken bevor sie sich denkt :-).Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Das Wort "ich" ist ein Gedanke/Wort/Label wie jeder andere/jedes andere Wort/Label, das sich denkt und kann keine anderen Gedanken denken. Hab keine Ahnung ob er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken kommt, denn ich weiß ja nicht, von welcher Stelle die anderen Gedanken kommen :-).Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Keiner da, der denkt. Kein Denker, keine Kontrolle. Gedanken erscheinen von selbst und keiner hat Kontrolle drüber, wiewohl es manchmal so erscheint als ob ein Gedanke, nachdem er sich gedacht hat, "umgedacht" also anders/neu gedacht werden könnte. Aber auch dieses Umdenken erscheint manchmal - und manchmal nicht, daher auch da keine Kontrolle.Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?

