Was ist „die Weite“ von der du schreibst? Kannst du die sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?
Nein, kann ich nicht direkt erfahren. Es ist mehr der Punkt, wieviel Raum „meine Aufmerksamkeit“ der Wahrnehmung lässt. Besser gesagt, wie viele Gedanken sich grade über die reine Wahrnehmung legen. Die Weite ist also sozusagen das Sichtfenster….
Sicher? Ist nicht jede Ursache bereits Wirkung? Wie weit kannst du zurückgehen mit dem Suchen der Ursache?
Auf die Gedanken bezogen, ja, da kann ich keine Ursache ausfindige machen. Eine Ursache ist hier ein gedankliches Konzept. „Ich“ kann meine Gedanken nicht direkt zu einer Quelle zurückverfolgen. Scheinbare Ursachen für diverse Gedanke bestehen wieder aus Gedanke, etc….
Ganz simpel: Tisch, Universität, Weihnachtsmann.
Was davon kann man unmittelbar in der direkten Erfahrung wahrnehmen,
was davon nur in Teilen und
was davon garnicht?
Wozu gehört das “Ich”?
Tisch: direkt erfahrbar (sehen, spüren, ev. Riechen)
Universität: nur in Teilen direkt erfahrbar (sehen, fühlen,…)
Weihnachtsmann: nicht erfahrbar
Das ICH ist nicht direkt erfahrbar. In keiner Weise.
Ist nicht "Logik" auch nur ein Gedanke, ein Konzept?
Oh ja, Logik ist ein Gedankliches Konzept. Ein Konzept, das Gedankenketten entstehen lässt. In unserem Alltag ein sehr stark vertretenes Konzept, weil dieses Konzept für unser Alltagsfunktionieren sehr wichtig ist. Wir daher in manchen Bereichen gerne überbewertet. Logik für sich genommen ist nichts, nur eine Funktionsweise für verschachtelte Gedanken.
Ja, nur leider kannst du dir den Weg nicht rausdenken, sondern es geht nur über direkte Erfahrung. Und es hilft nichts zu sehen, dass das „Ich“ nur ein Gedanke ist, solange der Glaube noch da ist, dass Gedanken wahr sind ... :)
Ja, ich weiss, rausdenken hab ich schon öfter probiert :-). Ich merke, dass der Glaube an Gedanken von Ihrer Stärke (oder sagen wir Gedankenlärm) abhängt=> also die Wirkung, die Gedanke hinterlassen. Also je lärmender die Gedanken, umso eher ziehen sie „mich“ mit sich. D.h. umso eher rufen Sie nachfolgende Gedanke auf…die dann „Mein“ Tun beeinflussen. Das ist der Glaube. Und er ist unterschiedlich stark. Sie haben aber auch dann nichts mit der direkten Erfahrung zu tun. Gedanken eben.
Könnte es sein, dass aufgrund dieser Spannungen, dieses Drucks im Kopfbereich, der Eindruck entsteht, dass da das „Ich“ ist? So als würdest "du" aus zwei Löchern wie aus einem Zelt nach „draussen“ schauen?
Da diese Empfindungen wahrgenommen werden, kannst du das dann sein? Schau mal nach, von wo aus wird das bemerkt? Wohnt Wahrnehmung/Präsenz an einem bestimmten Ort?
Also, es ist kein richtiges ICH Gefühl da…es ist eher so: dass sich das Spüren des Druckes verstärkt: UND das wiederum löst Analysegedanken aus….und diese sind stark. Ich sage zwar ICH, das lässt sich aber weder lokalisieren, noch beschreiben. E sind mehr Gedankenaktivitäten, die sich über die direkte Erfahrung (das spüren des Druckes) legen.
Was sieht das alles? Die „innere Ablenkung“ und so? Und ja - gute Frage: „meine Aufmerksamkeit“? Was macht sie zu „deiner“ Aufmerksamkeit?
Weil da noch immer irgendwie die Annahme da ist, es gibt ein Zentrum der Wahrnehmung….ICH genannt. Andererseits ist bei genauer Betrachtung da nichts auffindbar. Daher die Frage. Ich habe festgestellt, dass manches Vertraut erscheint (die Ansicht meines Körpers, Gedankenmuster die sich wiederholen, Objekte in meiner Umgebung). Und dieses Vertraut sein löst ein Gefühl (bzw. Gedanke, Gefühle auslösen – zumindest scheinbar)von Sicherheit und Identität aus. Dieses Vertautsein würde sich als ICH bezeichnen. Auf einer Reise in ein unbekanntes Land, „fühlt sich das „ICH“ daher auch ganz anders an. Freier, luftiger. Die Wahrnehmung dessen, was gerade ist, hat eine höheren Stellenwert für mich...
Woher kommen die Gedanken und Konzepte die mit Erleuchtung, spiritueller Befreiung, dass alles besser ist, wenn man mal erkannt hat wer man ist etc...?
Erinnerungen an Erzählungen, Berichte. das Beobachte spiritueller Lehrer. Sie gaukeln einem als Zukunftsvorstellungen vor, ebenso über den Dingen zustehen, in Frieden zu baden…Erinnerungen (nicht mal eigene) und daraus gemachte Vorstellungen.
Fahre fort, den Verstand als Etikettiermaschine zu betrachten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen. Erkenne, wie alles automatisch abläuft, und berichte mir, wie es dir damit ergangen ist :)
Teilweise läuft die Etikettierung sehr schnell ab. Das Rot an der Ampel….Form, Örtlichkeit, Farbe…sehr schnell und ohne bewusstes Nachdenken ist die weitere Bedeutung dieses Bildes klar. Es liegen auch sofort die gedanklichen Informationen bereit „was zu tun“ ist. Ads Hören, wenn jemand spricht. Kaum merklich, wie es nur >Töne sind, die sehr schnell in verständliche Worte anhand Erinnerungen zugewiesen werden. Fast nicht bemerkbar. Oder das sehen von Obst auf dem Tisch nach dem Auge öffnen: Form Farbe, Frucht…was damit gemacht werden kann. Es ist nicht nur die Klassifizierung, sondern die Gedanken gehen blitzschnell weiter. Es liegen alle Informationen bereit (Erinnerungen), was damit wie gemacht werden kann. Ein weiterer Gedanke (wobei zwischen Gedanke und tun genaugenommen keine Verbindung erkennbar ist…sie wird gedacht/interpretiert) genügt, und die Frucht wird richtig geschält, zubereitet, verzehrt.
Also die Gedanken kategorisieren nicht nur, sondern stellen anhand von Erinnerungen notwendige Informationen für weitere Interaktionen bereit. Die Frage ist nun, wird eine weitere Interaktion durch Gedanke ausgelöst, oder erscheint das nur so. Wird ev. In der geformten Erinnerung, Das Tun mit dem Gedanken verbunden? Quasi der Gedanke als Ursache als „Befehlshaber“ dargestellt?
Und noch ein Gedanke: Meine Antworten sind zu lange, ich schreibe zu viel ;-)