Nein, das ist kein direktes Erleben. Das sind Erklärungsversuche, woher plötzliche Einfälle stammen könnten.
Ich trete einem Menschen gegenüber, spüre etwas, sehe etwas, höre etwas. Alle Schlüsse, die ich daraus ziehe, sind ausgedacht.
So ist es.
Ich kann diese Gedanken nicht lenken, ich bilde mir aber ein, dass ich ihnen bewusst zuschauen kann.
Ganz genau -
du bildest es dir ein!
Untersuch mal die Vorstellung, es gäbe eine Beobachterin des Erlebens anhand des "Ich-höre-etwas":
Nimm dir einen Moment, um etwas zur Ruhe zu kommen.
Schliess dann die Augen und richte deine Aufmerksamkeit aufs Hören.
Nimm zur Kenntnis, wie die Aufmerksamkeit auf verschiedene Umgebungsgeräusche gerichtet wird - und wie automatisch gedankliche "Schlüsse daraus gezogen werden": Einzelne Geräusche werden interpretiert, erkannt, benannt (Hund, Auto, Vogel, Kühlschrank...).
Machst du das, oder kommen die Gedanken automatisch?
Beobachte das: Da ist einerseits das
reine wirkliche unmittelbare Hören und anderseits diese
Schicht aus Gedanken, Annahmen, Benennungen, Assoziationen, Kommentaren, Überzeugungen usw.
Wenn du nun diese Gedankenschichten mal unberücksichtigt lässt und die Aufmerksamkeit aufs direkte wirkliche Erleben richtest, auf den reinen Prozess des Hörens, frage dich:
Ist im direkten Prozess des Hörens der "Sender" eines Geräuschs zu finden?
Gibt es im direkten Erleben Geräusche, getrennt vom Hören?
Ist im direkten Prozess des Hörens die "Empfängerin" eines Geräuschs zu finden?
Gibt es im direkten Erleben eine Hörerin, getrennt vom Hören?
...oder ist da nur "Hören"?