Andreas

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Joram
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Re: Andreas

Postby Joram » Fri Nov 16, 2018 9:19 am

Aber auch Erdachtes und Vorstellungen - wie z.B. Gott - haben ja Wirkungen
Natürlich haben Illusionen eine Wirkung. Bist man sie durchschaut hat.
Oder suchst du immer noch Wasser in einer Fata Morgana? Nein. Die Illusion ist da, die Wirkung, die Reaktion, nicht mehr, wenn die Illusion durchschaut worden ist. Die Sehnsucht hört auf, da dort nichts zu holen ist. Das dort nichts zu holen ist, ist Erkenntnis. Es geht immer nur um Erkenntnisse, nie um das Erleben.

Die Illusion wird immer da sein. Es geht um das Erkennen, das Durchschauen. Da liegt die „Befreiung“…

Was macht dich aus?
Jedenfalls ein mentales Konstrukt; etwas, was über all die Jahre unverändert bleibt, obwohl sich mein Körper und alles andere verändert hat und ständig verändert.
Bleibt das Konstrukt wirklich unverändert?
Siehst du dich wirklich immer gleich?

"Die Trennunglinie ist da, wo der Einflußbereich meines Willens hinreicht und auf den entsprechenden Einflußbereich der Anderen stößt."
„Mein Willen“ – wir haben bis jetzt nicht geschafft denjenigen zu finden dem der Willen gehören sollte…
Schopenhauer: "Der Mensch kann zwar tun, was er will. Er kann aber nicht wollen, was er will."
Wer will da eigentlich? Spüre in dir hinein – was wird wirklich erlebt und was ist „hinzugefügt“?
Ist da Jemand?

_()_
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Sariputta
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Re: Andreas

Postby Sariputta » Fri Nov 16, 2018 4:50 pm

Die Illusion wird immer da sein. Es geht um das Erkennen, das Durchschauen. Da liegt die „Befreiung“…
Die Idee, dass die Illusion immer da bleiben wird, ist neu für mich. Aber Du hast Recht. Die Illusion, dass die Sonne "aufgeht" und sich bewegt bleibt ja auch trotz meiner Erkenntnis, dass es die Erde ist, die sich dreht. Bisher hatte ich immer erwartet, dass die Illusion verplatzen müsse, wie eine Seifenblase und für immer verschwinden, Sehr spannend !!!
Bleibt das Konstrukt wirklich unverändert?
Siehst du dich wirklich immer gleich?
Ja, eigentlich schon.
"Ich hatte als Junge Sommersprossen"
"Ich war als Jugendlicher schüchtern"
"Ich war als junger Mann ehrgeizig"
Alle Eigenschaften des Konstruktes (ICH - Andreas) haben sich verändert, aber der, den ich in meiner Erinnerung "Ich" nenne, ist absolut gleich und nimmt diese Veränderungen wahr.
Wer will da eigentlich? Spüre in dir hinein – was wird wirklich erlebt und was ist „hinzugefügt“?
Ist da Jemand?
Sehr bewegende Fragen !!!
Ich kann sie nicht beantworten, aber ich nehme sie zum Anlass, mich immer wieder zu fragen :"Was ist erlebt und was hinzugefügt"
Das verunsichert mich, denn ich kann in der Tat in dem, was ich wahrnehme kein ICH entdecken. Alles schwankt ein bisschen und ich fühle eine seltsame Mischung aus ängstlicher Unruhe und Freude.

Ich bin nachher ab 18 Uhr bis Sonntag Mittag auf einer Wanderung und kann vermutlich nicht antworten, aber Deine nächsten Fragen nehme ich gerne mit in die Berge und werde sie wirken lassen.

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Re: Andreas

Postby Joram » Sat Nov 17, 2018 5:20 am

Alle Eigenschaften des Konstruktes (ICH - Andreas) haben sich verändert, aber der, den ich in meiner Erinnerung "Ich" nenne, ist absolut gleich und nimmt diese Veränderungen wahr.
Wieder 2 "Ichs"? ;-)
Was ist das alle erste "Ich", was unveränderlich ist, was alles sieht?

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Re: Andreas

Postby Sariputta » Sat Nov 17, 2018 7:55 am

Ich bin Gestern und teilweise auch heute Nacht mit Deiner Frage : "Was wird erlebt und was hinzugefügt" unterwegs.
Eigentlich ist nur eine Wahrnehmung da und danach stellt sich ein Ich-Bezug ein.
Gleichzeitig werde ich ziemlich traurig, was bei mir eim eher seltened Gefühl ist. Ich frage mich, ob dieses Gefühl mit dieser Ich-Erforschung zu tun hat.
Ich werde mich heute Deiner neuen Frage zuwenden.

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Re: Andreas

Postby Sariputta » Sun Nov 18, 2018 9:41 am

Das unveränderliche ICH, das alles wahrnimmt ist nichts Persönliches, denn die Persönlichkeit ändert sich durch die Erfahrung.
Aber es ist trotzdem individuell. Es ist der (vorgestellte ?) Bezugspunkt all meiner bewussten Wahrnehmungen.

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Re: Andreas

Postby Joram » Sun Nov 18, 2018 10:07 am

Das unveränderliche ICH, das alles wahrnimmt ist nichts Persönliches
... ...
Aber es ist trotzdem individuell. Es ist der (vorgestellte ?) Bezugspunkt all meiner bewussten Wahrnehmungen.
Sagst du damit also, dass das „Ich“ ein psychologisches Konstrukt ist?

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Re: Andreas

Postby Sariputta » Sun Nov 18, 2018 12:59 pm

Ja, genau : ein psychologisches Konstrukt.
So, wie auch alle Vergangenheit, die ja nur noch als mentales Konstrukt existiert (und mit dem Gewesenen nur partiell übereinstimmt) und wie alle Zukunft, die bisher nur als mentales Konstrukt in Form einer Vorstellung existiert.

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Re: Andreas

Postby Joram » Sun Nov 18, 2018 4:42 pm

Also gibt es in Wirklichkeit nur ein Konstrukt.
Wem gehören dann Gedanken, Gefühle Wünsche usw.? Dem Konstrukt?
Was ist dann von all dem was geschieht wichtig?


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Re: Andreas

Postby Sariputta » Sun Nov 18, 2018 6:06 pm

Ja, es gibt in Wirklichkeit nur ein Konstrukt. Gedanken, Gefühle, Wünsche gehören Niemandem, sie kommen und gehen.
Vorhin tauchte die Frage auf, wohee die Tendenz kommt, sich mit dem Konstrukt zu identifizieren.
Ohne ICH- Vorstellung gibt es keine (scheinbare) Beeinflussungsmöglichkeit; das ist schon etwas beängstigend.
Aber da ist auch die Sehnsucht nach der Befreiung von der Notwendigkeit, entscheiden zu müssen. Die Sehnsucht nach kompletter Hingabe und Loslassen.

Was von all dem, was geschieht, wichtig ist ?
Nichts und Alles. Wer sollte das werten ?
Alles ist, wie es ist !!!

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Re: Andreas

Postby Joram » Sun Nov 18, 2018 8:24 pm

Mir ist nicht klar was da beängstigend ist.
Ist es beängstigend zu erkennen, dass es kein Weihnachtsmann gibt?

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Re: Andreas

Postby Sariputta » Sun Nov 18, 2018 10:23 pm

Nein.
Es ist beängstigend, zu erkennen, dass es niemanden gibt, der Einfluss auf mein Wohl und Weh hat.

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Re: Andreas

Postby Joram » Mon Nov 19, 2018 7:20 am

Nein.
Es ist beängstigend, zu erkennen, dass es niemanden gibt, der Einfluss auf mein Wohl und Weh hat.
War vorher Jemand da?
Was hat sich wirklich verändert?

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Re: Andreas

Postby Sariputta » Mon Nov 19, 2018 10:29 am

War vorher Jemand da?
Was hat sich wirklich verändert?
Nein, Du hast Recht. es war auch vorher keiner da.
In der Realität hat sich gar nichts verändert.
Und doch ist die Vorstellung, dass es mich gar nicht gibt und damit ja auch niemanden anderen, irgendwie unheimlich.
Vielleicht, weil es noch eine Vorstellung ist ?!

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Re: Andreas

Postby Joram » Mon Nov 19, 2018 12:36 pm

War vorher Jemand da?
Was hat sich wirklich verändert?
Nein, Du hast Recht. es war auch vorher keiner da.
In der Realität hat sich gar nichts verändert.
Und doch ist die Vorstellung, dass es mich gar nicht gibt und damit ja auch niemanden anderen, irgendwie unheimlich.
Vielleicht, weil es noch eine Vorstellung ist ?!
Untersuche den Satz "es mich gar nicht gibt" genauer:
Ein Fluss, eine Welle, existieren.
Es gibt dabei kein "Ichheit", keine "Dingheit" zu finden.
Zu sagen, dass es keine Welle gibt, ist schlicht falsch.

Es ist kein Nihilismus. Ursache und Wirkung werden nicht außer Kraft gesetzt.

Es ändert sich nichts und doch ändert sich etwas.

Erkennst du den Unterschied?


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Re: Andreas

Postby Sariputta » Mon Nov 19, 2018 4:39 pm

Untersuche den Satz "es mich gar nicht gibt" genauer:
Ein Fluss, eine Welle, existieren.
Es gibt dabei kein "Ichheit", keine "Dingheit" zu finden.
Zu sagen, dass es keine Welle gibt, ist schlicht falsch.
Ich kann erkennen, dass das stimmt.
Ein Fluss hat eine sehr individuelle Form; er existiert. Aber da ist kein ICH.
Auch ein Tier, z.B. ein Pferd, hat eine individuelle Form und sogar eine einzigartige Persönlichkeit, aber kein ICH.
Was unterscheidet mich davon ?

Ich kann ICH denken. Aber klar, deswegen existiert ein ICH nicht zwangsläufig.
Es ändert sich nichts und doch ändert sich etwas.
Ich erahne, dass das ein bedeutsamer Satz ist, aber ich erkenne dessen Wahrheit noch nicht wirklich.
Erkennst du den Unterschied?
Wie gesagt : ich habe eine Ahnung, ein Vor-gefühl, aber kein klares Erkennen.


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