Hi Johannes,
das hat jetzt etwas gedauert. Da musste ich wiederholt etwas genauer hinschauen.
Wahrnehmung geschieht der denkenden Ich-Gestalt.
Wie real erscheinen die Gedanken?
Ich habe hier ein Definitionsproblem. Was verstehst Du unter Denken und was unter Wahrnehmen, Empfinden, etc.?
Ich habe die Schwierigkeit, dass "reine Empfindung", "Awareness", oder wie immer es genannt werden kann, für mich im Grunde auch so etwas wie denken ist. Denn auch hier benutze ich Begriffe, was für mich diesen Vorgang als Denken definiert. Begriffe benutze ich, um Dinge überhaupt wahrnehmen oder erkennen zu können. Der Unterschied zum Ich-Denken ist, dass das Ich vorkommen kann, dann aber keine Relevanz besitzt, praktisch belanglos oder beliebig wird. Es besitzt keine Bedeutung mehr, sondern ist nur noch so etwas wie eine Bezeichnung oder ein Name für etwas. Das Ich scheint dann nicht mehr da zu sein, "Ich" will nichts mehr, weil es es nichts bringt und auch gar keinen Unterschied machen würde.
Wo bin ich denn in Wirklichkeit in diesem Moment?
Nirgendwo – hier?
Das kappt aber für mich nicht ohne die Begriffe. Denn um feststellen zu können, dass ich nirgendwo bin brauche ich zuvor einen Begriff als Kontrast. Sonst wird alles zu einem sinnlosen Brei. Ich erkenne dann nichts mehr. Ich denke so gesehen immer, allerdings dann nicht mehr urteilend. Falls es mir doch passiert, dass ich ins Urteilen rutsche, reißt der Strom ab, aber es fällt mir sofort wieder auf, ich registriere "Urteilen" und ich kann wieder eintauchen.
Haben die Gedanken irgendetwas mit dem zu tun, was gerade mit den Sinnen wahrgenommen wird?
Wenn man Denken so definiert, wie ich es gerade versucht habe zu beschreiben, dann ja. Wenn es Denken durchs Ich ist, dann nein, weil ich das dann gar nicht wirklich mitbekomme.
Mein Hauptproblem ist, das, was ich erfahre, zu beschreiben. Das geht mit Worten gar nicht. Es ist absurd das in Worte fassen zu wollen.