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Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Wed Sep 27, 2017 3:45 pm
by Daniel777
Liebe Monika,

Danke für Deinen ausführlichen Bericht. Schön, dass Du so offen schreibst. Verzeih, wenn ich nicht auf alles eingehe. Wir sollten die Aufmerksamkeit etwas bündeln, sonst gibt es nur noch mehr Wirrwarr. Wir haben Zeit....und nochmal als Erinnerung....Ich bitte Dich, nicht über die Fragen nachzudenken, sondern sie in der aktuellen Erfahrung zu untersuchen und zu berichten, was Du gefunden hast. :)
Jetzt, wo ich mit der Aufmerksamkeit länger bei den Organen verweile, und bei dem was im Sehen als Körper whrgenommen wird, kommen mir Tränen. Das bin nicht ich. und für Momente ist es noch nicht einnmal der "Container" für die Wahrnehmungen.
Gut hingeschaut. Der Körper bist Du nicht.
Wer gibt diesen Impuls, weiterzuschreiben, von wo kommt der Impuls innezuhalten, den Fuss zu streicheln, zu seufzen?
Die Frage ist nicht "Wer" das tut, sondern ob das tun überhaupt einen "Tuer" beinhaltet oder braucht. Dafür schau in das direkte, unmittelbare Erleben.
Gibt es einen KLang und eine Hörerin? Es IST beides gleichzeitig,
Eine Hörerin ist in der unmittelbaren Erfahrung des Hörens da, sagst Du. Schau nochmal genauer hin. Hier habe ich ein schönes Video für Dich.

https://youtu.be/YanLQwrzwaU

Berichte mal, wie es war. ;)

Liebe Grüße
Daniel

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Thu Sep 28, 2017 10:16 pm
by dancer
Lieber Daniel,

danke für Dein Dran bleiben und den Link.
Berichte mal, wie es war. ;)
Hören findet statt. ;)

Und : mein persönlicher magischer Moment war heute Morgen, während des Tanzens: das war weder der Körper, noch ich, da war auf einmal nur Bewegen/ Bewegung die stattfand. Und Fühlen. Und Sehen.
Es war ein völlig neues Erleben, nochmal anders als "den Körper bewegen lassen".
Von außen oder innen besehen stimmte das auch, es fühlte sich aber anders an, vielleicht auch weil das Erkennen auftauchte " Bewegen findet statt". Keiner bewegt. Es war so eine ungeheure Erleichterung, so eine Freude. Ich brauche überhaupt nichts tun! Ich kann gar nichts tun! Da ist nichts, was "ich" heißt und so handelt. Eine Art von Leere, tatsächlich eher innen, aber eine Leere wie ein frisch gelüfteter Raum. Als wärn die grauen Gardinen abgehangen. Köstlich.

Und dann, beim Frühstück, fiel der Blcik auf die Zeitung- und das Sehen veränderte sich. Es war auf einmal kein aktives LEsen, sondern ein Sehen und ein Verstehen von text- aber anders. ohne den "ich" Zensor, der sich gleich in die GEschichten mit einhakt und bewertet, ode rüberhaupt aktiv liest. Auf einmal gab es eine Neutralität des Gelesenen. Weder gut noch schlecht, einfach existent. No Drama.
Alles erscheint auf einmal anders.

Ein intensiver Tag war es.
Ich bin in diesen tagen schneller müde als sonst, und mein Hirn fühlt sich etwas nach Muskelkater an vom ganzen hinschauen und - fühlen und fragen. Zeit lassen ist wahrschienlich das ultimative Stichwort? Es gibt aber keinen Widerstand gegen die Müdigkeit, passt schon.

Tja, und nun- zum Ende des Tages
hat mich ein Telefonat gerade total emotional aufgewühlt, und alles scheint dahin.
Verdammt. :)
trotz des gesprochenen/ gehörten Inhalts des Gesprächs, und der aufgetauchten Gefühle dazu, bei denen ich mich gar nicht mehr neutral fühlte
gab es dabei einen Moment des inneren "Umschaltens", in dem auf einmal eine Art Abstand entstand, und es gab Sehen und HÖren und Verstehen
aber kein Ich mehr, welches in eine Geschichte oder ein Drama mit einsteigt. Dafür bin ich dankbar. Der andere Teil hängt aber doch noch darin.
Und es klopft das Herz und eine Art Empörung, Wut, Trauer, Zorn- eine starke Emotion sitzt in Hals und Brustkorb.
Jetzt, wo ich sie beschreibe, verliert sich der Begriff, mir kommen Tränen, der Bauch gluckert. Mehr Tränen. Atmen.
Sorry dass so oft von tränen die Rede ist- haaach, da kriegste aber auch die ganze Durchlässigkeit mit.:-)

Ja, Gefühle fühlen ist möglich. Eben war es schon noch etwas von "ich fühle mich wütend und enttäuscht", schwer auseinanderzudröseln ob da jemand fühlte oder es einfach fühlen war, dazu war es zu intensiv und stürmisch.
Dann kamen Gedanken, dann wieder Fühlen, das leitet dann ziemlich bald in eine Handlung.

Es ist mir so, als würde Erkennen "durchrieseln" oder "aufploppen", als würden die Strecken sich verlängern - und ich warte aber irgendwie immer noch darauf, dass es nicht wieder "zurückpendelt".
Gibt es so etwas wie Übung im Bewußtsein? Im Sein?

Lieber Daniel, ich freue mich auf Deine Antwort und dank Dir für Deine Präsenz, mir den Raum zu halten, das ist hilfreich, danke!

Alles liebe, MOnika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Fri Sep 29, 2017 2:32 pm
by Daniel777
Liebe Monika,

das war ein Ereignisreicher Tag für Dich. Freue mich.
Ja, es ist ein völlig neues Erleben, wenn die Gardinen fallen.
Das Erkennen tritt bei vielen Häppchenweise ein. Wie ein durchrieseln, wie Du schreibst. Es muss nicht wie eine Lawine hereinrollen.
Von daher bleibe gelassen, wenn der Anschein entsteht, „Du“ hättest es wieder verloren. „Du“ hast buchstäblich nichts zu verlieren oder zu gewinnen. Stimmt das?
das war weder der Körper, noch ich, da war auf einmal nur Bewegen/ Bewegung die stattfand. Und Fühlen. Und Sehen.
Es war ein völlig neues Erleben, nochmal anders als "den Körper bewegen lassen".
Wunderbar, nicht wahr?
Keiner bewegt. Es war so eine ungeheure Erleichterung, so eine Freude. Ich brauche überhaupt nichts tun! Ich kann gar nichts tun! Da ist nichts, was "ich" heißt und so handelt. Eine Art von Leere, tatsächlich eher innen, aber eine Leere wie ein frisch gelüfteter Raum. Als wärn die grauen Gardinen abgehangen. Köstlich.
Das hast Du gut in Worte gefasst. Herrlich.
Zeit lassen ist wahrschienlich das ultimative Stichwort?
Genau. Bist Du in Eile? Gibt es was zu erreichen? Oder sind da nur Gedanken über „erreichen“? Was fehlt?
und ich warte aber irgendwie immer noch darauf, dass es nicht wieder "zurückpendelt".
Hmm...Zustände kommen und gehen wie alles andere auch. Was könntest Du tun, damit Du nicht zurück pendelst?

Freue mich von Dir zu lesen.

Liebe Grüße
Daniel

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Sat Sep 30, 2017 8:15 am
by dancer
lieber Daniel!

:-) Danke! Ja, das sind ereignisreiche Tage, es hört nicht auf.. natürlich nicht..;)
Hmm...Zustände kommen und gehen wie alles andere auch. Was könntest Du tun, damit Du nicht zurück pendelst?
Nachdem ich diese Worte gelesen hatte, überkam mich ein langes Lachen, obwohl ich vorher so erschöpft war- auf einmal lachte ich bloß... Was könnte ich tun, damit ich nich zurück pendele? Was für ein Sinnloses Unterfangen! Nichts!
Genau. Bist Du in Eile? Gibt es was zu erreichen? Oder sind da nur Gedanken über „erreichen“? Was fehlt?
EIn Königreich dafür. Wieso war das so schwer zu erkennen, das auch das Gedanken über "erreichen" sind? Ah, was für eine Erleichterung. Gestern Abend gab es viele "Genuss- Momente", und von zweien mag ich kurz berichten. Genau genommen aren es keine MOmente, es macht es leichter, die Erfahrungen so zu nennen:
Ich hatte zum monatlichen Sing-Event eingeladen, und während wir mit einer Gruppe von 10 Leuten da waren und sacngen und tanzten, war es immer mehr, oder auf einmel, ich weß nicht,, dass es d keine Sängerin mehr gab. Es gab nur noch Sehen, SIngen, Fühlen, ..und gleichzeitig gab es einen Kontakt mit allen. Aber auch der fühlte sich anders an- nicht mehr persönlich. Die GEschichten fielen weg, meine Vorlieben oder Abneigungen..körperlich fühlte sich das wieder nach einer ungeheuren Leichtigkeit und Leere an. Eine Art Leuchten, Freude, über diese Schlichtheit, dass alles da ist und nichts mehr wegfallen kann.

UNd dann, gab es säter einen MOment in dem sich der Körper wieder schwerer, klebriger anfühlte, GEdanken und Wahrnehmungen "wie gewohnt" eintrudelten. Leichter, aber doch spürbar. Und in diesem Erleben gab es gar nichts zu verändern, sondern bloss dieses Pendelns"gewahr" zu sein, auf eine Ar und Weise sogar zu geniessen, diese Qualität wieder bewusst wahrzunehmen - und das war´s.

Lieber Daniel, die letzten NÄchte hatten wenig Schlaf, und ich brauche noch etwas zu essen bevor ich gleich noch arbeiten darf. freue mich.

Alles Liebe, MOnika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Sat Sep 30, 2017 12:24 pm
by Daniel777
Liebe Monika,

schön, wie sich der Prozess bei Dir entfaltet. Du schaust - so nehme ich an - gut und genau hin. Prima.
Aber auch der fühlte sich anders an- nicht mehr persönlich. Die GEschichten fielen weg, meine Vorlieben oder Abneigungen..körperlich fühlte sich das wieder nach einer ungeheuren Leichtigkeit und Leere an. Eine Art Leuchten, Freude, über diese Schlichtheit, dass alles da ist und nichts mehr wegfallen kann.
Das alles liest sich super.
UNd dann, gab es säter einen MOment in dem sich der Körper wieder schwerer, klebriger anfühlte, GEdanken und Wahrnehmungen "wie gewohnt" eintrudelten. Leichter, aber doch spürbar. Und in diesem Erleben gab es gar nichts zu verändern, sondern bloss dieses Pendelns"gewahr" zu sein, auf eine Ar und Weise sogar zu geniessen, diese Qualität wieder bewusst wahrzunehmen - und das war´s
Und das wars. :)
Gewohnte Abläufe im Denkprozess oder altbekannte Empfindungen und Reaktionen bauen sich oft nach und nach ab...es ist selten, das alle Blätter gleichzeitig vom Baum fallen.

Schau einfach nach, wenn der Anschein entsteht, da sei ein ICH...entsteht und vergeht ein reales Ich, nur weil es eine "Ich-Trance" gibt?
Wenn es kein reales Ich gibt, sondern nur eine Vorstellung davon - welche Bedeutung hat es dann, ob gerade eine "ICH-Trance" da ist oder nicht?

So in etwa.

Nun...bestehen noch Zweifel oder gibt es Unklarheiten?
Gab es ein getrenntes Ich, dass diese Untersuchung begonnen hat? Gab es jemals ein getrenntes Ich das etwas getan hat?

Liebe Grüße
Daniel

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Sun Oct 01, 2017 9:36 am
by dancer
Lieber Daniel,

so langsam kommt hier ein MItEmpfinden, ein Erleben davon an wenn Menschen schreiben
"wenn die Illusion einmal durchschaut wurde, gibt es kein zurück mehr".
Fragen gibt es zur Zeit eigentlich keine, und wenn, dann sind es eher Momente mit Resten von Zweifeln, die versuchen alles nochmal in Frage zu stellen und doch versuchen, zur alten Routine zurück zu kehren und einen Teppich des vergessens über das Sein zu stülpen. Sobald ich es in Worte fasse, oder beim Erleben verharre, löst es sich auf. Dieser ganze Prozess hat eine große Sogwirkung, in seiner Schlichtheit, auf mich. Es ist so ein Erleben von "dranbleiben wollen".
Gab es ein getrenntes Ich, dass diese Untersuchung begonnen hat? Gab es jemals ein getrenntes Ich das etwas getan hat?
Es ist fast nicht zu glauben, dass etwas nicht verschwinden kann, was sich so real anfühlt oder angefühlt hat. Und genau so unbeschreiblich, wie Leben sich aus sich selbst schöpft, "schlafend", sehend.. alles gleich-gültig, im ursprünglichen Wortsinn.
Da ist kein ICH.
Die Momente ohne "Gardine" ( großartig, danke! :-) ) sind die pure Freude. Diese Stlle und Friedlichkeit die einkehrt. AUf einmal zu sehen, dass "ich" nichts besitze. Stattdessen ein Gefühl von Dakbarkeit für all das was um mich ist, und viel, viel weniger zu brauchen. Mein Essverhalten ändert sich, ich esse zur Zeit in Zeitlupe, und weniger- weil alles intensiver ist. Ich sehe mehr, rieche mehr, geniesse mehr, schmecke mehr.
Dankbarkeit für das, was geschieht, weil es wahr ist. Ich kenne aus meinem Leben viel das Gefühl eines "dopplten Bodens", einer Wahrheit hinter der Realität. Damit verbunden war ein Misstrauen, eine Unsicherheit, ein EMpfinden von "da stimmt doch was nicht, das ist noch nicht alles". Der Weg über das "Sein im Körper", das viele Spüren, um aus dem KOpf ins Erleben zu kommen, war schon eine langsame Aufdröselung in den lezten Jahren. Aber nichts war so simpel und revolutionär wie das hier.
Schau einfach nach, wenn der Anschein entsteht, da sei ein ICH...entsteht und vergeht ein reales Ich, nur weil es eine "Ich-Trance" gibt?
Der Begriff der "ICH-Trance" gefällt mir gut, und das absurdeste ist,
dass es in Zeiten der "ICH Trance" Angst davor gibt, in der ICH Trance stecken zu bleiben und zu "vergessen". Perfide, irgendwie, und gleichzeitig löste die Erkenntnis beim Schreiben gerade einen herzlichen Lachanfall aus. Life!
Und- es ist schön zu wissen, dass es Gelegenheit für Austausch gibt, wenn es dran ist. Es gibt nichts zu verlieren.

Lieber Daniel,
schön dass es Dich gibt. Danke, dass wir unseren Impulsen folgen und uns hier begegnet sind und uns gegenseitig begleitet haben. :-)

Von Herzen, may your day be golden,

Monika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Sun Oct 01, 2017 12:43 pm
by Daniel777
Liebe Monika,

wie immer ein Herzerwärmender Beitrag. Danke. Ich habe keine weiteren Fragen.

Wir können gerne weiterhin in Kontakt bleiben, wenn Du magst.

Möchtest Du noch die obligatorischen Abschlussfragen beantworten? Die anderen Begleiter schauen auch nochmal drüber. Es ist keine Prüfung, und ein Zertifikat wird es auch nicht geben. :)

Sehe die Abschlussfragen als nochmaliges hinschauen und ‚Revue passieren lassen‘ für Dich selbst.

Wenn daraufhin keine weiteren Fragen der anderen Begleiter da sind, so würde ich Dich gerne zu unserer stillen und gemütlichen Gruppe bei Facebook einladen.

Dort kannst Du Dich mit Menschen austauschen, die ebenfalls die ICHlosigkeit erkannt haben. Hin und wieder finden auch Treffen und Online-Video-Meetings statt.

Besteht Interesse?

Danke für die angenehme Zeit. Schönen Sonntag. <3

Liebe Grüße
Daniel

Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Sun Oct 01, 2017 12:49 pm
by dancer
Lieber Daniel,

Ja zu allem Fragen und Offenen Türen- Interesse, Freude und Dank hier.:)

🦋🌈🙏

Alles Liebe und einen schönen Sonntag,

Monika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Sun Oct 01, 2017 1:03 pm
by Daniel777
Prima, hier die Fragen.

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Liebe Grüße
Daniel

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Mon Oct 02, 2017 7:00 am
by dancer
Lieber Daniel,

danke. Mit den Fragen kommen gerade nochmal viele ICH-Klebereien, in der Form von Widerstand und Zweifeln
und bevor ich die Fragen beantworte, widme ich mich den Gefühlen von Traurigkeit, verletztem Stolz und Angst ( alles Bennenungen, um DIr eine Idee zu geben..). Und vielen Zweifeln in Gedankenform. Ich gebe außerdem zu, dass ich neulich auf der LU Seite noch in den Interviews und Podcasts gestöbert habe, um "zu vergleichen", ehrlich gesagt, wenn ich es ehrlich betrachte. Klebereste überall. Die Blätter fallen nicht alle auf einmal vom Baum.
Ein Gefühl, was ich als Schuld oder Selbstverurteilung kenne, taucht auf.


Melde mich, wenn´s hakt. Ist ja Zeit.
Puh, grad erschöpft und enttäuscht übe ich mich im "es ist was es ist"-Pendeln.

Alles liebe,

Monika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Mon Oct 02, 2017 7:31 am
by Daniel777
Guten Morgen Monika,

wollen wir zusammen ein wenig weiter schauen?

Liebe Grüße <3
Daniel

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Mon Oct 02, 2017 8:07 am
by dancer
Guten Morgen Daniel,

Ich habe direkt nach der ersten Nachricht mich eine zweite begonnen, Danke!

In ein paar Minuten kommt eine Klientin, drum geht es nicht sofort, aber ich melde mich wieder.

<3
Monika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Mon Oct 02, 2017 10:54 am
by dancer
lieber Daniel!

Herrje, wow - was für eine fiese Erfahrung. Kaum hatte ich es abgeschickt, gab es einen Impuls von "nä, das kann und soll so nicht stehen bleiben, das ist nicht wahr. Das ist doch alles ein Fake. Das ist die alte "ohnmachts-Nummer". Scheisse, fühlt sich das fies an". Dann gab es einen dringenden Impuls, den Raum zu verlassen ( war ein Raum, in dem ich zu Gast bin, voll mit Kisten bis oben hin.)

Jetzt sitze ich zwischen Pflanzen an der frischen Luft. Seufzen, erleichtertes schnaufen, ungläubiges Lachen, wie nach einer Achterbahnfahrt. Danke für Deine schnelle Antwort heute Morgen. Ich schreibe Dir einmal, was heute MOrgen zu den ersten beiden Fragen auftaucht, denn die Trance klebt. Es ist eigenartig.
Darum zurück zum Erleben...
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Aus diesem Erleben kann ich schreiben, dass es wohl ein "ich BIN" gibt, ein Erleben vom "Selbst" als Existenz,
aber nicht als persönliche Institution "ICH". Da gibt es keine Monika. Monika ist ein Label für eine Existenz, in menschlicher Form, weiblicher Natur. Mit einem Körper, Sinnesempfindungen und -wahrnehmungen, Emotionen, Gedanken, Erfahrungen.
Aber da ist kein ICH, da ist nichts.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die ICH -Illusion ist die Idee, dass es etwas wie einen Besitz von Persönlichkeit gibt. ICH ist eine Identifiktion mit allen Sinneswahrnehmungen, den ätherischen eingeschlossen, Emotionen und - vor allem - allen Gedanken/ Weltbildern.
So konstruiert sich das ICH als Selbst-Bild über die Jahre.
Das ICH entwickelt sich in Beziehung, mit einem Gegenüber, mit dem ich mich in Beziehung setzen kann, mich als anders und getrennt, mit einer eigenen Innenwelt erfahre.
Erfahrungen von Handlung und Wirkung in der Welt werden als Selbst-Wirksam oder ohnmächtig erlebt ( "ICH" spreche jemandem Mut zu, und das gegenüber fühlt sich unterstützt/ "ICH" fühle Angst in Situationen, die als bedohlich bewertete Erinnerungen triggern, und erstarre innerlich und äußerlich).
All dies wird unterstützt, gelobt oder bestraft- Erfahrungen sammeln sich an, und diese Erfahrungen ergeben das Bild von "ICH".
In meinem ICH - Erleben gibt es erwünschtes und nicht erwünschtes Erleben, DU und ICH, innen und außen. Es gibt eine Idee von Teilhabe am großen Weltengeschehen durch das, was durch mich geschieht. Eine Möglichkeit von Zielen, von "wahr und nicht wahr". Gelingen Pläne und geschieht Leben, wie in der ICH Welt-Vorstellung, gibt es ein Empfinden von Freude, "richtig sein/ in Übereinstimmung mit dem Lebensfluss sein", Gnade.
Geschieht Leben entgegen der ICH -Wünsche, gibt es Leiden in vielerlei Form- in erster Linie bezogen auf "mein eigenes" ICH Bild. "Falsch handeln", "Schuld tragen" ,"nicht genug sein", "es nicht schaffen", "abhängig von...sein", alles GEdanken und Erwartungsbilder im Kopf. Trauer und Scham kann auch zum Leiden werden, je nachdem wie leicht sie "sein dürfen" und vom Label gelöst sind.
Zu meinem ICH Bild gehört auch das Empfinden, "eine alte Seele" zu sein. Ein schmaler Grad zwischen Gefühl, Erinnerung, Gedanke oder Einsicht.

Im Erkennen der ICH Illusion hebt sich alles auf. Alle Dramen. Alle Machtverhätnisse, Hierarchien, alle Ziele.
Auf einmal ist alles, was es ist, frei vom Wunsch etwas zu ändern- und ein großer Friede kehrt ein.

Im Erleben der ICH Illusion oder ICH-Trance wirkt alles wahnsinnig echt. Gedanken werden als wahr erlebt und das Drama beginnt von vorne, etwas aufzulösen oder in Harmonie zu bringen, was es so gar nicht gibt. Die katze, die sich selbst in den Schwanz beisst.
Die größte Sehnsucht in der ICH Illusion, in Frieden zu kommen und alle Widersprüche aufzulösen, ist zugleich die größte Angst, weil es dadurch seine Existenz verliert. Wenn ich mich aber fühe, als wäre ICH, dieses Erleben, fühlt es sich an wie sterben. Das Erleben ist hier vergleichbar mit kleinen Kindern, die vor lauter Übermüdung so sehr schreien dass sie nicht einschlafen können. Sobald eine Spur von "Lösen" aus dem aktuellen Zustand geschieht, auch wenn es ja eine Entspannung ist, schlägt das System Alarm und beginnt das Drama von vorne.
In meiner ICH Illusion gibt es einen Glauben zu wissen, wie das Leben "funktioniert". Dazu gehört das Paradoxon, dass es ein Mysterium gibt, und es sozusagen ein "Wissen im Nichtwissen" gibt.


Lieber Daniel,
das waren jetzt fast alles Gedanken.
Es gibt hier eine echt große Überraschung über dieses Heer von Widerstand, das auftaucht,
sobald ich formuliere, dass es kein ICH gibt und mit diesem ICH auch
keine Absicht, keine Verantwortnug, keinen Glauben.
Woooooooow, das rüttelt an einem Kern, die Verantwortung, und die Absicht.
Eine unfassbare Trauer schwemmt da durch mich, ein "nicht-wahr haben wollen".
HInter der Trauer sitzt die Angst, nun kommt sie doch wieder. Angst, alles zu verlieren. Nicht mehr glaubwürdig zu sein. NIcht mehr in diese Welt zu passen. NIcht mit dieser Welt zurecht zu kommen.
UNd doch findet doch so etwas statt wie "sich ausrichten", "MItgefühl".

es ist, als ob der Verstand verstehen möchte, was in den letzten Tagen an Gardine gelüftet wurde, und damit sind quasi die Rolläden gleich mit runter gegangen. Dä.

Bis später,

Monika

Leben geschieht und alles stürzt

Posted: Mon Oct 02, 2017 11:15 am
by dancer
Hallo Daniel,

hier noch ein PS-
gefühlt fallen hier doch viele Blätter gleichzeitig vom Baum:
ich habe gestern meinen Wohnraum für einen Nachmieter aufgelöst und bin nun in einem anderen Raum untergeschlüpft,
zwei Jobs hören auf, gleichzeitig ist meine Abreise nach Maui auf unbekannte Zeit verschoben- so viel gewohnte Identitätsstützen kippen gerade weg, und
die innere Ausrichtung ( Absicht?) von "Leben geschieht, es gibt eine Ordnung, und mein Sein ist ein Teil davon"
war ein zentraler Pfeiler, der so viel Hingabe ermöglicht. Eigentlich bin ich in der ganzen Zeit gut mit diesem ganzen Lebensfluss geschwommen, und war dankbar dafür wie leicht es ging,
aber heute schüttelt mich der gefühlte freie Fall wohl doch. Weil nun auch noch die Absicht eine mögliche Illusion ist.
Ich habe so viele MEnschen mit Traumata im Leben, was ist mit diesem Erleben, teilweise mehrere zu sein?
Weltbilder stürzen.

So gesehen: schütteln findet statt. Verletzlichkeit wird gefühlt, Trauer drückt sich aus. Müdigkeit wird gefühlt. Sehen und Fühlen. Mal aktiv, mal einfach so.


xx
MOnika

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Posted: Mon Oct 02, 2017 5:55 pm
by Daniel777
Liebe Monika,

ui, eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es gehört bei vielen zum Prozess dazu und ist nicht ungewöhnlich. Du machst das gut. Schau mutig weiter.

Angst vor dem Unbekannten und Vorstellungen, wie es ‚danach’ sein wird...nicht mehr echt zu wirken, nicht mehr mitzuhalten, nicht mehr ernst genommen zu werden, an einem Trauma zu erleiden, usw...kenne diese Gedankengänge ganz gut und fühle mit Dir. Und doch ist alles nicht so, wie es aussieht. Und es wird nicht so sein, wie Gedanken es behaupten oder sich vorstellen.

Die Gedanken versuchen das, was erlebt wurde, in Konzepte zu fassen. Aber alle Konzepte versagen, denn das Erlebte ist nicht in Worte der dualen Sprache zu kleiden.

Seh es so...Die Gedanken sind dazu da Dich zu schützen. Sie sorgen für das Überleben und deshalb glauben sie jetzt, Du seist in Gefahr, weil sie das Geschehen nicht mehr nachvollziehen können.

Du kannst gut sehen, welche vorhandenen Konzepte mit Angst und welche mit Entspannung verbunden sind. Alles sind lediglich Worte, leere Etiketten, die mit der eigentlichen Erfahrung wenig zu tun haben.

Wenn wir durch die Namen Trauer oder Angst hindurchtauchen und einfach mal in die Körperempfindungen hinein spüren, die mit dem Etikett Trauer oder Angst gerade vorhanden sind, was ist da?
Sind Sie wirklich so dramatisch, wie Gedanken es umschmücken? Woher sollen wir zb wissen, wie sich sterben anfühlt? Können wir das tatsächlich wissen?

Haben die Empfindungen an sich einen Namen? Wissen Gedanken tatsächlich etwas über die Empfindungen? Oder wissen Empfindungen etwas über Gedanken?

Liebe Grüße
Daniel