Nach Hause

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Thu May 04, 2017 2:38 pm

Dieses Gedankenkarussell auf der inneren Bühne der Ich-Tragödie wird von "Etwas" (Wer oder Was ??) angeschaut... wahrgenommen. Fassungslosigkeit, Perplexität /Verwirrung ?, Verständnis (Christkind !? Aha !) werden registriert.
Es erscheint wie--- auf einer Projektionsfläche, einem 3D-Kino--- Etwas fühlt sich innerhalb.. auf der Bühne und zugleich außerhalb als Zuschauer... so komisch...
Nochmal zur Ergänzung ...
Genau darum geht es, im Umgang mit den Gefühlen: alles vollkommen zu fühlen und gleichzeitig zu erkennen, dass all das in Wirklichkeit nur Geschichten sind ...

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Donna
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Re: Nach Hause

Postby Donna » Fri May 05, 2017 7:07 pm

Liebe Karin.

es geht weiter...
Könntest du den Widerstand gegen all das ebenfalls hier sein lassen, alles Ändernwollen, oder daran Festhaltenwollen?

Und auch das Gefühl, dass die ganze Geschichte persönlich ist, als wenn es dabei um dich geht ...

Um dich dann mehr und mehr von den Geschichten zu lösen, die sie erzählen, um am Ende nur noch die rohe Empfindung wahrzunehmen, frei von jeglicher Wertung ...

Kannst du sämtlichen Empfindungen die Zeit und den Raum geben, den sie brauchen, dich ihnen vollkommen hingeben? Sogar der Raum sein, in dem all das stattfindet?
Heute ist mehr Ruhe eingetreten, die angstvollen Empfindungen sind in abgeschwächter Form da.
Im längeren Verweilen in Ruhe und bei geschlossenen Augen öffnet sich ein innerer Raum,wo -zumindest für einige Sekunden - plötzlich nur noch Wahrnehmen stattfindet. Das wird vom ICH als Hingabe verstanden... Zwischendurch steigen einzelne Gedankenfetzen hoch, die dann wieder verschwinden. Ein schnelles Pendeln zwischen Gedankenfetzen und tieferem Wahrnehmen wird registriert. Während dieser wenigen Sekunden, etwa 2-3 Mal in dieser Zeit gibt es kein Festhalten und kein Ändernwollen mehr. Eher mehr oder weniger den Körper in diffusen Umrissen spüren und eine schwache Angstempfindung im "Hintergrund"...
Da gibt es nichts mehr Persönliches... keine Geschichte mehr...
Mit Gedankenfetzen ist bereits die Bezeichnung/Wort z,B. Angst gemeint oder auch "Druck" in bestimmten Bereichen bzw. Gliedern... Schon einer einzigen !! sprl, Bezeichnung /z.B."Angst", "Druck" gelingt es dann sehr leicht wieder einzelne längere Gedankenfetzen hervor zu rufen...
Bei geöffneten Augen werden die mentalen Phasen länger.
Frag dich dann hinterher, ob du in direkter Erfahrung den Beweis dafür finden kannst, dass irgendeine dieser Geschichten wahr ist. Kannst du einen Jemand finden, um den es hier geht und der alles das wahrnimmt oder ist da nur Wahrnehmung zu finden?
Eindeutig Nein! Leider dauert diese pure Wahrnehmung nicht lange ...

Ein Ereignis heute hat MiCH noch bewegt: Im Auto beim in der Natur Parken wurde ein klassisches Lieblingsstück gespielt-
Mit geschlossenen Augen fand auch wieder ein tiefes Hören statt, innerhalb dessen lediglich ein lauter oder leiser empfunden wurde begleitet von der Wahrnehmung eines vibrierenden Körpergefühls (Musik war laut aufgedreht) sowie einer traurigen Körperempfindung...
Bei geöffneten Augen passierte ganz kurzzeitig ähnlich ein "leeres Sehen und Hören" ---
Leider so kurz... !

LG Donna

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Fri May 05, 2017 8:52 pm

Liebe Donna,
Heute ist mehr Ruhe eingetreten, die angstvollen Empfindungen sind in abgeschwächter Form da.
Im längeren Verweilen in Ruhe und bei geschlossenen Augen öffnet sich ein innerer Raum,wo -zumindest für einige Sekunden - plötzlich nur noch Wahrnehmen stattfindet. Das wird vom ICH als Hingabe verstanden... Zwischendurch steigen einzelne Gedankenfetzen hoch, die dann wieder verschwinden. Ein schnelles Pendeln zwischen Gedankenfetzen und tieferem Wahrnehmen wird registriert. Während dieser wenigen Sekunden, etwa 2-3 Mal in dieser Zeit gibt es kein Festhalten und kein Ändernwollen mehr. Eher mehr oder weniger den Körper in diffusen Umrissen spüren und eine schwache Angstempfindung im "Hintergrund"...
Da gibt es nichts mehr Persönliches... keine Geschichte mehr...
Mit Gedankenfetzen ist bereits die Bezeichnung/Wort z,B. Angst gemeint oder auch "Druck" in bestimmten Bereichen bzw. Gliedern... Schon einer einzigen !! sprl, Bezeichnung /z.B."Angst", "Druck" gelingt es dann sehr leicht wieder einzelne längere Gedankenfetzen hervor zu rufen...
Bei geöffneten Augen werden die mentalen Phasen länger.
Hut ab, das klingt so, als wenn du dich da durch einiges durchgearbeitet hast! Lass die Gefühle weiterhin zu, so gut es geht. Für einige von uns gehört diese Intensität einfach mit zum Prozess ...
Ein Ereignis heute hat MiCH noch bewegt: Im Auto beim in der Natur Parken wurde ein klassisches Lieblingsstück gespielt-
Mit geschlossenen Augen fand auch wieder ein tiefes Hören statt, innerhalb dessen lediglich ein lauter oder leiser empfunden wurde begleitet von der Wahrnehmung eines vibrierenden Körpergefühls (Musik war laut aufgedreht) sowie einer traurigen Körperempfindung...
Bei geöffneten Augen passierte ganz kurzzeitig ähnlich ein "leeres Sehen und Hören" ---
Leider so kurz... !
Kannst du sehen, wie der Wunsch, das leere Sehen und Hören festzuhalten, es zu verlängern, sowie die Abneigung gegen Gedanken, dazu führt, dass der Fokus nicht mehr auf der Stille liegt? Das kann total subtil sein ...

Bemerke diesen Wunsch und lass auch diesen einfach vollkommen hier sein. Schau nach, ob dieser Wunsch jemandem gehört. Ist in direkter Erfahrung wirklich eine Wünscherin zu finden? Oder ist da einfach nur ein Wunsch, eine Serie von Gedanken und Gefühlen, die niemandem gehören?

Was passiert, wenn du das machst?

Liebe Grüße!

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Re: Nach Hause

Postby Donna » Fri May 05, 2017 9:48 pm

Liebe Karin,

Dein lieb gemeintes "Hut ab" kann ICH nicht auf Meine eigene Kappe nehmen, da ICH das Gefühle fühlen lange Zeit in den BÜs geübt habe. Aber es scheint dann zu sein, dass dieses ofte Üben Mir jetzt noch einen Zugang zu diesem sehr kurzzeitigen Erleben gewährt ...
Mein ganz "persönliches" Problem bei den BÜs war bereits von Anfang an, dass Mir die be-griffliche Suche nach dem "Etikett" der Körpergefühle schon von Anfang an sehr schwer gefallen ist! Schwer und sehr anstrengend deshalb, da Mich -wie Ich schon geschrieben habe- der erste sprachliche Begriff bereits blitzartig wieder in eine Gedankenschleife zog und immer noch zieht, so daß dieses Wahrnehmen nur sekundenweise geschehen konnte... und bis jetzt genauso erlebt wird-
Wie gehe Ich damit um ?
Kannst du sehen, wie der Wunsch, das leere Sehen und Hören festzuhalten, es zu verlängern, sowie die Abneigung gegen Gedanken, dazu führt, dass der Fokus nicht mehr auf der Stille liegt? Das kann total subtil sein ...
Jetzt wird es registriert !! Sowohl bei den Gefühle fühlen wie auch bei dem "leeren" Sehen und Hören besteht ein starker ICH-Wunsch, diese Sekunden-Erfahrungen festzuhalten!!! Weil sie das "Leiden" verringern, das Mir durch den ICH-Verstand beschert wird !!! Das Leiden am Gedankenkarussell mit seiner Geschichte !! Und das ist in der Tat sehr subtil!

Genau das- wie du empfiehlst - muss geübt werden: den Wunsch da sein zu lassen, hinter ihm vielleicht den "Sucher"/Wünscher nach Leidverringerung zu entlarven und zu durchschauen...

Das Ich übt weiter! Danke!
Deine Worte, dass die Gefühlsintensität zum Prozess gehört wirken tröstlich auf MICH!

LG Donna

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Sat May 06, 2017 7:52 am

Liebe Donna,
Mein ganz "persönliches" Problem bei den BÜs war bereits von Anfang an, dass Mir die be-griffliche Suche nach dem "Etikett" der Körpergefühle schon von Anfang an sehr schwer gefallen ist! Schwer und sehr anstrengend deshalb, da Mich -wie Ich schon geschrieben habe- der erste sprachliche Begriff bereits blitzartig wieder in eine Gedankenschleife zog und immer noch zieht, so daß dieses Wahrnehmen nur sekundenweise geschehen konnte... und bis jetzt genauso erlebt wird-
Wie gehe Ich damit um ?
Kannst du sehen, wie du mit diesen wenigen Sätzen aus der Summe von Erinnerungen eine komplette Identität serviert bekommst, wenn du ihnen glaubst? Mit ganz bestimmten Verhaltensweisen und Einschränkungen? Die ein Problem darstellen? Und der sicheren Erwartung, dass diese Einschränkungen auch weiterhin Gültigkeit haben, weil sie eben Teil dieser fixen Persönlichkeit sind?

Wie wahr sind diese Erinnerungen? Sieh dir die Sätze oben an. Sind sie tatsächlich ein 1:1-Abbild des ehemalig Erlebten? Dessen, was damals mit den 5 Sinnen wahrgenommen wurde?
Wieviel davon ist reine Interpretation/Spekulation?

Schau, was ist in diesem Moment wirklich da ist! Sehe, Höre, Spüre, ….

Hat diese Geschichte, die aus einer Summe von Gedanken besteht, irgendwas mit der wahren Realität des Augenblicks zu tun? Ist sie wahr? Kannst du die Protagonistin im HIER und JETZT finden, um die sie sich das Drama zu drehen scheint?

Und wem gehört der Wunsch, sich mit der Geschichte zu identifizieren?

Dir ein schönes Wochenende!

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Re: Nach Hause

Postby Donna » Sat May 06, 2017 6:03 pm

Liebe Karin,

wie Schuppen von den Augen!! Betroffenheit und Wahrnehmen ist angesagt.

Bis morgen und einen schönen Sonntag.

LG Donna

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Re: Nach Hause

Postby Donna » Sun May 07, 2017 5:04 pm

Liebe Karin,

neue Erlebnisse...

Diese Geschichte aus den Erinnerungen wollen weismachen, dass es da eine Person gäbe, die solche Erfahrungen "besäße" ---
Dabei gibt es noch nicht einmal ein klares Wissen darüber, was nun das tatsächliche Erleben und was die dazu gehörenden Interpretationen des Minds waren... Eine 1:1 Abbildung ist das nie und nimmer !!
Weil das Ich sie für wahr hält und sich allzu gerne damit identifiziert, gibt es eine Blockade frei im Moment zu verweilen !!
Immer wieder unachtsam und betrügerisch... das passiert so rasend schnell...
Im freien momentanen Erleben gibt es keinen Besitzer, Wünscher --- Es ist ein hartnäckiges Üben notwendig, um diesen Tanz immer wieder und öfters zu durchschauen ...

Mittlerweile wird der Kontrollglaube etwas durchlässiger. Z.B. Nähe- und Distanzwünsche in verschiedener Intensität gegenüber meiner Lieben werden registriert, wie sie einfach kommen und gehen ohne jegliche Steuerungsmöglichkeit. So manches will das Ich/ Verstand gar nicht bemerken..., weil sie mit Bewertungen einher gehen, "es sollte anders sein..."
Auch das geschieht mit einem ungeheuerlichen Speed ...

Als Folge davon ist eine zaghafte Veränderung insofern eingetreten, dass das gedankliche Vorausplanen zukünftiger Ereignisse wie es dem gewohnheitsmäßigen Muster dieser nicht-existierenden Person entspricht, etwas abgenommen hat und in kürzeren Abschnitten gedacht wird. Da kommt bereits ein erstes Entlastungsgefühl hoch ... neben diverser Angstgefühle. Es ist erstaunlich !

Ein "leeres" Sehen ist heute sequentiell mehrmals aufgetreten, immer noch kurz aber immerhin! Im Nachgang!! wurde das Sehen mit den Bezeichnungen "Farbe und Form" betitelt.
Der Prozess schreitet schubweise voran, die Bewertung "Wie schön" folgt in diesem Moment.

Alles Liebe Donna

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Mon May 08, 2017 9:31 am

Liebe Donna,

ich freue mich über deine positiven Rückmeldungen aus dem Alltag, da ist offensichtlich einiges im Prozess :))
Diese Geschichte aus den Erinnerungen wollen weismachen, dass es da eine Person gäbe, die solche Erfahrungen "besäße" ---
Dabei gibt es noch nicht einmal ein klares Wissen darüber, was nun das tatsächliche Erleben und was die dazu gehörenden Interpretationen des Minds waren... Eine 1:1 Abbildung ist das nie und nimmer !!
Weil das Ich sie für wahr hält und sich allzu gerne damit identifiziert, gibt es eine Blockade frei im Moment zu verweilen !!
Gut erkannt, ... jedoch ... hält ein "Ich" sie tatsächlich für wahr? Das "Ich" ist ja eine Vorstellung, ein Gedanke, kann sich eine Vorstellung mit anderen Gedanken identifizieren? Oder findet identifizierung einfach statt?
Immer wieder unachtsam und betrügerisch... das passiert so rasend schnell...
Im freien momentanen Erleben gibt es keinen Besitzer, Wünscher --- Es ist ein hartnäckiges Üben notwendig, um diesen Tanz immer wieder und öfters zu durchschauen ...
Ohne Frage, Praxis ist auf jeden Fall hilfreich, aber musst du dem Satz glauben, dass das Üben hartnäckig sein MUSS?
Was passiert schon, wenn der Tanz mal nicht durchschaut wird?

Vermutlich protestiert jetzt in dir ein intensiver Wunsch, frei zu sein.
Aber ist dieser Wunsch nicht auch wieder nur etwas, was wahrgenommen werden kann?

Und gibt es dieses Zukunfts-"Ich", dass vollkommen frei ist (oder erwacht, oder frei von Leiden, hemmungslos glücklich, ...etc.) tatsächlich? Wird es das jemals geben?

Wenn du hinschaust ... Kannst du in irgendeinem Moment mehr als Wahrnehmung zu finden?

Dir nen schönen Tag!

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Re: Nach Hause

Postby Donna » Mon May 08, 2017 1:12 pm

Liebe Karin,

zum Problem:
jedoch ... hält ein "Ich" sie tatsächlich für wahr? Das "Ich" ist ja eine Vorstellung, ein Gedanke, kann sich eine Vorstellung mit anderen Gedanken identifizieren? Oder findet identifizierung einfach statt?
Der Ich-Gedanke hält die Erinnerungsgedanken recht hartnäckig für wahr...und umgekehrt ... jedoch kann sich ein Gedanke nicht mit einem anderen identifizieren !Logisch! Im direkten Erleben wird erfahren, dass diese Gedanken einfach da sind... Ich-Gedanke und Erinnerungsgedanken sind jedoch so "verschmolzen.. nicht differenzierbar"..., sodass die Erinnerung erscheint mit dem starken verschmolzenen Glauben, da gäbe es ein Ich... Identifizierung der beiden findet einfach statt ohne Trennbarkeit.
Ohne Frage, Praxis ist auf jeden Fall hilfreich, aber musst du dem Satz glauben, dass das Üben hartnäckig sein MUSS?
Was passiert schon, wenn der Tanz mal nicht durchschaut wird?
Nein, es braucht nicht geglaubt zu werden! Ja, was passiert ? ... dann starten wieder Gedankenketten...mit der Ich-Illusion, aber ohne Glaube daran werden diese vielleicht immer kürzer... oder auch nicht ... und irgendwann kommt wieder der momentane Durchschauensvorgang ... und dann wieder von vorne... und immer so weiter...das ewige göttliche Spiel ...
Vermutlich protestiert jetzt in dir ein intensiver Wunsch, frei zu sein.
Aber ist dieser Wunsch nicht auch wieder nur etwas, was wahrgenommen werden kann?
Ja, der intensive protestierende Wunsch wird wahrgenommen, auch im Körper ...
Und gibt es dieses Zukunfts-"Ich", dass vollkommen frei ist (oder erwacht, oder frei von Leiden, hemmungslos glücklich, ...etc.) tatsächlich? Wird es das jemals geben?
Es gibt kein Zukunfts-Ich ..Freiheits-Ich...etc. das sind alles wieder nur Gedanken und ihre Ketten /Tänze. Die Frage, Wird es das jemals geben? ist per se hinfällig ! Nur Gedanke !
Wenn du hinschaust ... Kannst du in irgendeinem Moment mehr als Wahrnehmung zu finden?
Nein, im "leeren" Schauen gibt es nur noch Wahrnehmung von Gedanken, Empfindungen und Sinnesdaten...
In der Tat, so IST es!!

Liebe Grüße
Donna

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Mon May 08, 2017 5:24 pm

Liebe Donna, schön beobachtet ...
Der Ich-Gedanke hält die Erinnerungsgedanken recht hartnäckig für wahr...und umgekehrt ... jedoch kann sich ein Gedanke nicht mit einem anderen identifizieren !Logisch! Im direkten Erleben wird erfahren, dass diese Gedanken einfach da sind... Ich-Gedanke und Erinnerungsgedanken sind jedoch so "verschmolzen.. nicht differenzierbar"..., sodass die Erinnerung erscheint mit dem starken verschmolzenen Glauben, da gäbe es ein Ich... Identifizierung der beiden findet einfach statt ohne Trennbarkeit.
Ja, tatsächlich ist es so, dass sich der Glaube an ein Ich vor allem aus diesen Erinnerungen nährt ... Darum ist es so wichtig, immer wieder zu erkennen, dass Erinnerungen eigentlich nur Geschichten sind.
K: Ohne Frage, Praxis ist auf jeden Fall hilfreich, aber musst du dem Satz glauben, dass das Üben hartnäckig sein MUSS? Was passiert schon, wenn der Tanz mal nicht durchschaut wird?
D: Nein, es braucht nicht geglaubt zu werden! Ja, was passiert ? ... dann starten wieder Gedankenketten...mit der Ich-Illusion, aber ohne Glaube daran werden diese vielleicht immer kürzer... oder auch nicht ... und irgendwann kommt wieder der momentane Durchschauensvorgang ... und dann wieder von vorne... und immer so weiter...das ewige göttliche Spiel ...
Wie gesagt, es geht mir gar nicht darum, dass Üben bzw. Durchschauen seingelassen wird.
Nur, ... braucht es zum Üben wirklich die Überzeugung: "Ich muss hartnäckig üben."? Oder kann es möglicherweise einfach geschehen, ohne MUSS? Mit Leichtigkeit?

Es ist dir nicht schon einmal passiert, dass du dich durch den Glauben an Muss-Sätze unter Druck gesetzt hast und damit möglicherweise sogar Widerstand gegen die Handlung auftauchte? Oder dir die eigentliche Handlung dann ziemlich freudlos erschien?

Schau einfach jedesmal, wenn ein MUSS, SOLLTE, oder DARF NICHT auftaucht, ob du das "Ich" darin finden kannst.
Ist es wahr, was der Gedanke sagt? Auf der tiefsten Ebene der direkten Erfahrung?

Dir einen schönen Abend!

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Re: Nach Hause

Postby Donna » Tue May 09, 2017 9:57 am

Liebe Karin,

der Muss- Gedanke ...ein großes Hindernis und "Ärgernis" ...
Wie gesagt, es geht mir gar nicht darum, dass Üben bzw. Durchschauen seingelassen wird.
Nur, ... braucht es zum Üben wirklich die Überzeugung: "Ich muss hartnäckig üben."? Oder kann es möglicherweise einfach geschehen, ohne MUSS? Mit Leichtigkeit?
Dazu eine wichtige Erinnerung zu der berufliche Umstellung, "eine kurze Geschichte der Zeit"---, die im Moment Raum einnimmt:
Das "hartnäckige Müssen", Festhalten an Unterrichtsplänen wie es konventionell Usus ist, erfolgte wie ein dominantes Diktat- nach einer Weiterbildung (Klientenzentriertes Arbeiten) entfielen die 2 hartnäckigsten Gebote traditioneller Pädagogik: Das Ich muss ! immer die Kontrolle im U. behalten und der Meister muss! immer besser sein als sein Schüler !
Die Umstellung auf das "Freiheitsprinzip" ermöglichte eine bahnbrechende Wende: Entlastung und Begeisterung beim Ich sowie Freude, Lernneugier und hohes Engagement bei den Schülern. Und das nachhaltig !
Eine prägende Erfahrung im Beruf "Es geht sogar viel besser mit Leichtigkeit und Freiheit!" ... ohne das Kontrollgebot des MUSS hat seinen Gedanken-Nachhall bis jetzt!
Wie kann diese prägende berufliche Erfahrung mein JETZT-Problem im Alltag beeinflussen ? Die "Überzeugung des Müssens" wurde bereits durch dieses Erleben aufgeweicht--- Erinnerungs-Ich Gedanken/Geschichten sind manchmal auch hilfreich...
Es ist dir nicht schon einmal passiert, dass du dich durch den Glauben an Muss-Sätze unter Druck gesetzt hast und damit möglicherweise sogar Widerstand gegen die Handlung auftauchte? Oder dir die eigentliche Handlung dann ziemlich freudlos erschien?
Ja, genau! Im Jetzt "Dies und Das müsste unbedingt getan werden... etc. Viele freudlose Handlungen...
Schau einfach jedesmal, wenn ein MUSS, SOLLTE, oder DARF NICHT auftaucht, ob du das "Ich" darin finden kannst.
Ist es wahr, was der Gedanke sagt? Auf der tiefsten Ebene der direkten Erfahrung?
Auf der tiefsten Ebene der direkten Erfahrung...: das Auftauchen des MÜSSENS, SOLLENS und NICHT-DÜRFENS im Alltag und im Moment... erzeugt zunächst Anspannung im KÖrper ( Bauch, Brust, Kehle...Extremitäten)... ein Widerstandsgedanke kommt blitzartig dazu und intensiviert diese Körperempfindungen, zusätzlich tauchen Gefühle wie z. B. Ärger auf und Ich-Gedankenketten beginnen zu kreisen--- die eigentliche / notwendigen Handlung für den Moment wird damit verzögert... ausgehebelt...freudlos ...

Diese Ich-Gedanken enthalten keine Wirklichkeit ... Wahrheit , sie unterlaufen...unterbinden die frei fließenden...wahren Handlungen im Jetzt, die geschehen könnten, würde der Mind nicht diesen Affentanz aufführen...
Es ist der "hartnäckige" Glaube, dieses Ich existiere und die Bedeutung /... Bewertung, dass... die Kontoll-Lier-Barkeit des Minds vertrauenswürdiger sei, was das TUN bzw. notwendiges Handeln im Augenblick betrifft. Das Misstrauen, ohne Kontolle durch Ich-Gedanken liefe alles aus dem Ruder...

Soviel zu den Fragen im Moment-

Herzensgrüße: Donna

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Tue May 09, 2017 10:49 am

Liebe Donna,

danke für deine Reflektion über das MUSS-Thema, auch was das Schulsystem betrifft. Bei meinen Nachbarkindern nehme ich aufgrund der vielen Pflichten nach wie vor wahnsinnig viel Widerstand wahr ...
der Muss- Gedanke ... ein großes Hindernis und "Ärgernis" ...
Ja, wenn wir ihm glauben, wirkt dieser Satz häufig so in uns. Aber, ... ist wirklich der Satz "Schuld"?
Was passiert, wenn wir diese Sätze entlarven und erkennen, dass dass sie um ein leeres Zentrum kreisen? Das da kein Ich vorhanden ist, das MÜSSEN könnte?

Ist diese Regel wahr? Kannst du in direkter Erfahrung denjenigen finden, der sie aufgestellt hat?
Auf der tiefsten Ebene der direkten Erfahrung...: das Auftauchen des MÜSSENS, SOLLENS und NICHT-DÜRFENS im Alltag und im Moment... erzeugt zunächst Anspannung im KÖrper ( Bauch, Brust, Kehle...Extremitäten)... ein Widerstandsgedanke kommt blitzartig dazu und intensiviert diese Körperempfindungen, zusätzlich tauchen Gefühle wie z. B. Ärger auf und Ich-Gedankenketten beginnen zu kreisen--- die eigentliche / notwendigen Handlung für den Moment wird damit verzögert... ausgehebelt...freudlos ...
Ja, so oder so ähnlich kenne ich das auch. Auch wenn es absurd erscheint ... Wenn gleichzeitig mit dem MUSS ein Gefühl auftaucht, erlaub dir, auch das vollständig zu fühlen.
Es ist der "hartnäckige" Glaube, dieses Ich existiere und die Bedeutung /... Bewertung, dass... die Kontoll-Lier-Barkeit des Minds vertrauenswürdiger sei, was das TUN bzw. notwendiges Handeln im Augenblick betrifft. Das Misstrauen, ohne Kontolle durch Ich-Gedanken liefe alles aus dem Ruder...
Ja, der Glaube an die Kontrolle ist ein entscheidendes Thema, zu dem wir noch kommen werden ...

Liebe Grüße!

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Re: Nach Hause

Postby Donna » Wed May 10, 2017 7:49 am

Liebe Karin,

der Mind hat sich gestern "verheddert", nachgedacht und wieder verstrickt.
Heute morgen - jetzt - mehr Klarheit !
Ja, wenn wir ihm glauben, wirkt dieser Satz häufig so in uns. Aber, ... ist wirklich der Satz "Schuld"?
Was passiert, wenn wir diese Sätze entlarven und erkennen, dass dass sie um ein leeres Zentrum kreisen? Das da kein Ich vorhanden ist, das MÜSSEN könnte?
Der Satz... die Wörter / Gedanken "ICH muss..soll...kann.. darf ...Weiß etc. ist nicht "schuld"/ursächlich "verantwortlich" für die danach auftauchende Geschichte / Denkkette/ Empfindungsvielfalt ... Nur wenn ihm geglaubt wird, der Glaube mit seiner Bedeutung !, dass es da ein Zentrum gäbe mit einer Geschichte macht den gravierenden Unterschied !

Diese klar erkennbaren Ich-Gedanken des Müssens, Dürfens; Könnens etc. sind auch "nur" Gedanken, die in der Abfolge bewußter Gedanken erscheinen! Vor allem Wortverbindungen wie "ICH muß, kann, soll, will, weiß , darf" sind sehr klar identifizierbare Ich-Gedanken, die weniger "versteckt" sind wie in anderen Subjekt-Prädikat Kombinationen ...wie z.B. "Ich trage (noch ein gram.Objekt hinzu) den Koffer."

Wenn diese ICH-Blase zerplatzt, erkannt ... identifiziert wird...dann... ist da nur noch ...ein Wahrnehmen dieser ICH-Gedanken mit seiner ICH-Gedankenkette vorhanden !!
Die Folge --- bei den Müssens ,Sollens etc. ist, dass der innerpsychische Druck nachläßt! Es findet dann eher ein Sehen von z.B. Unordnung...Staub statt und eine reaktive Handlung... z.B. Staubsaugen oder aber sitzen bleiben ...

Erleichterung taucht dann -jetzt - auf.
Ist diese Regel wahr? Kannst du in direkter Erfahrung denjenigen finden, der sie aufgestellt hat?
Wirklich und wahr in der DE des WAHRNEHMENS ist, dass ... in der zeitlichen Aufeinanderfolge von Gedanken auch ICH-Gedanken wie anderen Gedanken genauso auftauchen und verschwinden! Mehr oder weniger schnell durchschaubar .
So ist in dem Gedanken /Satz "Dieser Garten ist so schön" der ICH-Gedanke implizit versteckt, während dieser in so vielen anderen Satz-/Gedankenkonstruktionen des Müssens, Wissens etc. äußerst klar erscheint!

In der direkten Erfahrung ist KEIN ICH zu finden, nur WAHRNEHMUNG von Ich-Gedanken und anderen Gedanken. es findet sich NIEMAND, der die Regel aufgestellt hat. Sie erscheint ganz einfach!

Jetzt -- in diesem Moment herrscht Klarheit-

Liebe Grüße: Donna

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Wed May 10, 2017 11:29 am

Liebe Donna,
Der Satz... die Wörter / Gedanken "ICH muss..soll...kann.. darf ...Weiß etc. ist nicht "schuld"/ursächlich "verantwortlich" für die danach auftauchende Geschichte / Denkkette/ Empfindungsvielfalt ... Nur wenn ihm geglaubt wird, der Glaube mit seiner Bedeutung !, dass es da ein Zentrum gäbe mit einer Geschichte macht den gravierenden Unterschied !

Diese klar erkennbaren Ich-Gedanken des Müssens, Dürfens; Könnens etc. sind auch "nur" Gedanken, die in der Abfolge bewußter Gedanken erscheinen! Vor allem Wortverbindungen wie "ICH muß, kann, soll, will, weiß , darf" sind sehr klar identifizierbare Ich-Gedanken, die weniger "versteckt" sind wie in anderen Subjekt-Prädikat Kombinationen ...wie z.B. "Ich trage (noch ein gram.Objekt hinzu) den Koffer."

Wenn diese ICH-Blase zerplatzt, erkannt ... identifiziert wird...dann... ist da nur noch ...ein Wahrnehmen dieser ICH-Gedanken mit seiner ICH-Gedankenkette vorhanden !!
Die Folge --- bei den Müssens ,Sollens etc. ist, dass der innerpsychische Druck nachläßt! Es findet dann eher ein Sehen von z.B. Unordnung...Staub statt und eine reaktive Handlung... z.B. Staubsaugen oder aber sitzen bleiben ...
Erleichterung taucht dann -jetzt - auf.
Schön klar beschrieben. Wenn der Satz vollkommen durchschaut wird, verliert er jegliche Bedeutung und Erleichterung taucht auf.
Jetzt -- in diesem Moment herrscht Klarheit-
Wunderbar :)) Schau mal bitte, ob du in irgendeinem Moment KEINE Klarheit finden kannst.
Voraussetzung dafür ist, dass du für einen Moment innehältst. Suche also in diesem Moment nach der Unklarheit oder Unvollkommenheit. Kannst du sie finden?

Nimm die Gedanken, die in diesem Moment auftauchen zwar wahr, glaube ihnen jedoch nicht, nimm stattdessen mit allen Sinnen alles das wahr, was sich dir zeigt.
Lass dich dabei nicht von subtilen Etikettierungen oder Bewertungen von Empfindungen in die Irre leiten.

Schau einfach in die rohe Empfindung. Könnte irgendwas in diesem Moment anders sein, als es ist? Ist irgendetwas NICHT vollkommen in diesem Moment?

Mach diese Übung gern mehrmals am Tag und berichte, ob du irgendwo in diesen Momenten Unvollkommenheit finden konntest.

Ich fliege übrigens morgen früh nach London und bin erst Montag Abend spät wieder da. Mein Rechner passt leider nicht ins Handgepäck. Ich gehe jedoch einfach mal davon aus, dass ich Samstag oder Sonntag ein wenig Zeit finde, um den Rechner meiner Freunde zu benutzen. In jedem Fall Ich geb dir nachher noch eine kleine Übungsreihe mit, die du in der Zwischenzeit praktizieren kannst.

Wenn du zwischendurch irgendwelche Erkenntnisse haben solltest, schreib sie einfach zeitnah auf.

Bis hachher. Karin

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Re: Nach Hause

Postby pregunta » Wed May 10, 2017 4:33 pm

...
Wenn dich die Übung oben in eine Öffnung bringt, mach sie ruhig immer wieder,
schau, ob dieser Moment in irgendeiner Art oder Form anders sein könnte als er IST.

Danach könntest du untersuchen, ob es eine Handelnde gibt.
Kommentiere dazu für 5-10 Minuten ganz entspannt alles, was du wahrnimmst, wichtig hierbei ist, dass der Schwerpunkt immer auf den Verben liegt, und schreib einige Sätze hier auf.

1. Ich sitze auf dem Stuhl und spüre die Lehne. Ich sehe aus dem Fenster. Ich höre einen Vogel. Ich spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, ich stehe auf. Ich gehe in die Küche usw.
Mach das eine Weile und spüre in dich rein, wie sich das anfühlt, dann variiere die Übung ein wenig. Lass diesmal das Ich weg, also:

2. Sitzen und die Lehne spüren. Aus dem Fenster sehen. Einen Vogel hören. Die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. Aufstehen. In die Küche gehen, usw.
Was ist bei dieser zweiten Übung anders? Welche Betrachtungsweise fühlt sich freier an? Welche fühlt sich "wahrer" an? Braucht es ein Ich, um zu sein, etwas zu tun?

Wenn du das gemacht hast, führe bitte den dritten (und wie ich finde schönsten) Teil der Noting-Übungen aus. Dazu reduzierst du alles, was erfahren wird, auf Sehen, Hören, Spüren, Schmecken, Riechen und beschreibst entsprechend.

Aus der Beobachtung aus der ersten Übung … Ich sitze auf dem Stuhl und spüre die Lehne. Ich sehe aus dem Fenster. Ich höre einen Vogel. Ich spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, ich stehe auf. Ich gehe in die Küche, usw. ... könnte also z. B. diese werden:

3. Spüren. Sehen. Hören. Spüren. Spüren. Sehen, usw.

Eine komplexe Handlung wie Radfahren lässt sich z. B auf spüren, sehen und hören reduzieren. Schau mal, wie diese Sichtweise das Wahrnehmungsgefühl verändert.

Diesen dritten Teil der Übungen kannst du auch gern öfters wiederholen.

Liebe Grüße und bis dann!


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