Lieber Daniel,
ich habe es jetzt nochmals mit geschlossenen Augen probiert, um mehr zu fühlen.
Die "neutralen" Benennungen "sitzen, Druck spüren, Ticken hören..." verändern die Erfahrung nicht wirklich. Es kommt einfach der Gedanke dazu... das Benennen selbst scheint nicht das Problem zu sein. Erst wenn das "Ich" dazu kommt, verändert es sich.
Liebe Grüße,
Maria
Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
Das Benennen verändert nicht die unmittelbare Erfahrung selbst. Die Aufmerksamkeit geht zu den Gedanken. Die Gedanken können nichts erleben, sie benennen nur.
Wenn die Aufmerksamkeit zu den Gedanken gegangen ist, ist sie nicht mehr bei der Erfahrung, sondern bei einem geistigen Bild und Wort, was die Erfahrung nicht widergibt.
Schau nochmal, ob das so stimmig ist. :)
Du findest keinen Denker und das ICH gehört - wie du sagst - in die Kategorie "fiktive Figur".
Wo sitzt dieses Ding, das sich das Gefühlte, Empfundene und Gedachte zu eigen macht und dadurch die Ich-Illusion entstehen lässt?
Liebe Grüße
Daniel
Das Benennen verändert nicht die unmittelbare Erfahrung selbst. Die Aufmerksamkeit geht zu den Gedanken. Die Gedanken können nichts erleben, sie benennen nur.
Wenn die Aufmerksamkeit zu den Gedanken gegangen ist, ist sie nicht mehr bei der Erfahrung, sondern bei einem geistigen Bild und Wort, was die Erfahrung nicht widergibt.
Schau nochmal, ob das so stimmig ist. :)
Auf was verweist das Wörtchen ICH, MICH, MEIN?Erst wenn das "Ich" dazu kommt, verändert es sich.
Du findest keinen Denker und das ICH gehört - wie du sagst - in die Kategorie "fiktive Figur".
Wo sitzt dieses Ding, das sich das Gefühlte, Empfundene und Gedachte zu eigen macht und dadurch die Ich-Illusion entstehen lässt?
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
danke für Deine Antwort.
Ja, das mit dem Benennen ist stimmig.
Wo sitzt dieses Ding, das sich das Gefühlte, Empfundene und Gedachte zu eigen macht und dadurch die Ich-Illusion entstehen lässt?
Das ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht, ich weiß nicht wo es ist und kann es auch nicht finden. Mir ist klar, dass das ICH nur ein Gedanke ist und doch ist diese Ich-Illusion sehr vertraut und allgegenwärtig in unserem Sprachgebrauch. Anscheinend stehe ich hier an. Das habe ich auch gemeint wie ich geschrieben habe: Ich weiß, dass es das ICH nicht gibt, aber ich kann es nicht (so) fühlen. Sobald ich mit einem anderen Menschen spreche verwenden wir beide diese Bezeichnung für "das was da miteinander spricht". Dieser "Ich-Gedanke", dieses Ding, sitzt nirgends, ist aber doch ständig da - beim Sprechen, wenn ich jemanden ein mail schreibe, usw. So kommt es mir halt vor. Entschuldige, ich kann mich nicht besser ausdrücken. Ich weiß, dass es das ICH nicht gibt und doch ist es ständig da.
Liebe Grüße,
Maria
danke für Deine Antwort.
Ja, das mit dem Benennen ist stimmig.
Wo sitzt dieses Ding, das sich das Gefühlte, Empfundene und Gedachte zu eigen macht und dadurch die Ich-Illusion entstehen lässt?
Das ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht, ich weiß nicht wo es ist und kann es auch nicht finden. Mir ist klar, dass das ICH nur ein Gedanke ist und doch ist diese Ich-Illusion sehr vertraut und allgegenwärtig in unserem Sprachgebrauch. Anscheinend stehe ich hier an. Das habe ich auch gemeint wie ich geschrieben habe: Ich weiß, dass es das ICH nicht gibt, aber ich kann es nicht (so) fühlen. Sobald ich mit einem anderen Menschen spreche verwenden wir beide diese Bezeichnung für "das was da miteinander spricht". Dieser "Ich-Gedanke", dieses Ding, sitzt nirgends, ist aber doch ständig da - beim Sprechen, wenn ich jemanden ein mail schreibe, usw. So kommt es mir halt vor. Entschuldige, ich kann mich nicht besser ausdrücken. Ich weiß, dass es das ICH nicht gibt und doch ist es ständig da.
Liebe Grüße,
Maria
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
Ja, in der Sprache ist es vorhanden. Ohne dies wäre Kommunikation wohl kaum oder nur schwer möglich.
Wir wollen es auch nicht aus der Sprache verbannen, nur schauen, ob das Wörtchen ICH auf irgendetwas substanzielles verweist. D.h. Entscheidungen trifft, Kontrolle besitzt, verantwortlich ist für das, was passiert.
Das lässt sich klar sehen. Es muss nicht bei einem inneren verstehen bleiben. Schau einfach neugierig weiter, ganz gelassen auf das, was ohnehin schon immer der Fall war....Du machst das gut.
Können Gedanken etwas Besonderes tun? Können sie z.B. andere Gedanken denken?
Können sie sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken?
Gedanken sind real. Der Denker ist nicht real. Da sind nur vorbeiziehende Gedanken, wie Wolken am Himmel.
Was ist gewahr? Ist da irgendetwas, das gewahr ist? Ist da irgendetwas, das „gewahr sein“ ausführt?
Berichte aus Deiner unmittelbaren Erfahrung. Nimm Dir Zeit zu schauen. Es sind einige Fragen.
Freue mich auf Deine Antwort.
Liebe Grüße
Daniel
Ja, in der Sprache ist es vorhanden. Ohne dies wäre Kommunikation wohl kaum oder nur schwer möglich.
Wir wollen es auch nicht aus der Sprache verbannen, nur schauen, ob das Wörtchen ICH auf irgendetwas substanzielles verweist. D.h. Entscheidungen trifft, Kontrolle besitzt, verantwortlich ist für das, was passiert.
Das lässt sich klar sehen. Es muss nicht bei einem inneren verstehen bleiben. Schau einfach neugierig weiter, ganz gelassen auf das, was ohnehin schon immer der Fall war....Du machst das gut.
Genau. Das ICH ist ein Gedanke.Mir ist klar, dass das ICH nur ein Gedanke ist....
Können Gedanken etwas Besonderes tun? Können sie z.B. andere Gedanken denken?
Können sie sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken?
Gedanken sind real. Der Denker ist nicht real. Da sind nur vorbeiziehende Gedanken, wie Wolken am Himmel.
Was ist gewahr? Ist da irgendetwas, das gewahr ist? Ist da irgendetwas, das „gewahr sein“ ausführt?
Berichte aus Deiner unmittelbaren Erfahrung. Nimm Dir Zeit zu schauen. Es sind einige Fragen.
Freue mich auf Deine Antwort.
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
danke für deine Antwort und deine Geduld.:-)
Können Gedanken etwas Besonderes tun? Können sie z.B. andere Gedanken denken?
Können sie sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken?
Gedanken können nichts "tun", manchmal kommt es mir aber vor, dass es Gedanken gibt, die die Aufmerksamkeit besonders "anziehen". Ich frage mich auch, warum bestimmte Gedanken auftauchen, warum gerade DIESE Gedanken auftauchen und nicht andere. Was entscheidet, welche Gedanken kommen? Und manche Gedanken erscheinen mir wie "Programme", die immer wieder abgespielt werden, wie so eine Endlosschleife.
Ich glaube nicht, dass Gedanken andere Gedanken denken können. Sie ziehen dahin bis sich die Aufmerksamkeit auf einen Gedanken richtet, diesen "anhält" und so in den Fluß der Gedanken eingreift und diesen verändert.
Die Gedanken können weder sehen, hören, fühlen... noch was anderes. Sie benennen aber die Erfahrung des sehens, hörens, fühlens... geben dem ein Etikett. Heute morgen habe ich das sehr schön beobachten können: Da war ein Klang zu hören, sehr schön. Dann "sagten" die Gedanken: Die Kirchenglocken, es ist 6 Uhr.
Was ist gewahr? Ist da irgendetwas, das gewahr ist? Ist da irgendetwas, das „gewahr sein“ ausführt?
"Gewahrsein" ist einfach da. Es wird nicht "ausgeführt" oder "unterlassen". Es ist da und nimmt wahr, was da ist. Es nimmt wahr was die Sinne "liefern", wie Körperempfindungen oder Töne oder Farben, es nimmt aber auch die Gedanken wahr oder die Gefühle. Die Gefühle werden von den Gedanken wieder etikettiert. "Angst", "Dankbarkeit", "Ärger" usw.
Sitzen und auf den Computer schauen, Wärme spüren, den Druck von der Decke spüren - das Gewahrsein ist da, jetzt, immer, und nimmt wahr. Gedanken kommen, auch die werden wahrgenommen. Nichts ist (aktiv) gewahr. Gewahrsein ist einfach da, geschieht...
Wünsch Dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße,
Maria
danke für deine Antwort und deine Geduld.:-)
Können Gedanken etwas Besonderes tun? Können sie z.B. andere Gedanken denken?
Können sie sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken?
Gedanken können nichts "tun", manchmal kommt es mir aber vor, dass es Gedanken gibt, die die Aufmerksamkeit besonders "anziehen". Ich frage mich auch, warum bestimmte Gedanken auftauchen, warum gerade DIESE Gedanken auftauchen und nicht andere. Was entscheidet, welche Gedanken kommen? Und manche Gedanken erscheinen mir wie "Programme", die immer wieder abgespielt werden, wie so eine Endlosschleife.
Ich glaube nicht, dass Gedanken andere Gedanken denken können. Sie ziehen dahin bis sich die Aufmerksamkeit auf einen Gedanken richtet, diesen "anhält" und so in den Fluß der Gedanken eingreift und diesen verändert.
Die Gedanken können weder sehen, hören, fühlen... noch was anderes. Sie benennen aber die Erfahrung des sehens, hörens, fühlens... geben dem ein Etikett. Heute morgen habe ich das sehr schön beobachten können: Da war ein Klang zu hören, sehr schön. Dann "sagten" die Gedanken: Die Kirchenglocken, es ist 6 Uhr.
Was ist gewahr? Ist da irgendetwas, das gewahr ist? Ist da irgendetwas, das „gewahr sein“ ausführt?
"Gewahrsein" ist einfach da. Es wird nicht "ausgeführt" oder "unterlassen". Es ist da und nimmt wahr, was da ist. Es nimmt wahr was die Sinne "liefern", wie Körperempfindungen oder Töne oder Farben, es nimmt aber auch die Gedanken wahr oder die Gefühle. Die Gefühle werden von den Gedanken wieder etikettiert. "Angst", "Dankbarkeit", "Ärger" usw.
Sitzen und auf den Computer schauen, Wärme spüren, den Druck von der Decke spüren - das Gewahrsein ist da, jetzt, immer, und nimmt wahr. Gedanken kommen, auch die werden wahrgenommen. Nichts ist (aktiv) gewahr. Gewahrsein ist einfach da, geschieht...
Wünsch Dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße,
Maria
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
gerne. :)
Danke für Deinen Bericht und den Einblick in die Gedanken und Fragen, die da sind.
Nimm Dir 5 Minuten.
Wo kommen die Gedanken her und gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Liebe Grüße
Daniel
gerne. :)
Danke für Deinen Bericht und den Einblick in die Gedanken und Fragen, die da sind.
So ist es. Könntest Du das "Labeln" und Etikettieren irgendwie stoppen? Beobachte...Die Gedanken können weder sehen, hören, fühlen... noch was anderes. Sie benennen aber die Erfahrung des sehens, hörens, fühlens... geben dem ein Etikett.
Nicht vermuten. Werfe einen ehrlichen Blick darauf.Ich glaube nicht, dass Gedanken andere Gedanken denken können.
Nimm Dir 5 Minuten.
Wo kommen die Gedanken her und gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Wie macht das die Aufmerksamkeit genau?Sie ziehen dahin bis sich die Aufmerksamkeit auf einen Gedanken richtet, diesen "anhält" und so in den Fluß der Gedanken eingreift und diesen verändert.
Prima, genau. :)das Gewahrsein ist da, jetzt, immer, und nimmt wahr. Gedanken kommen, auch die werden wahrgenommen. Nichts ist (aktiv) gewahr. Gewahrsein ist einfach da, geschieht...
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
danke!
Könntest Du das "Labeln" und Etikettieren irgendwie stoppen? Beobachte...
Nein, kann ich nicht. Ich sehe, höre, fühle etwas und da ist schon der Gedanke mit dem Etikett da und die Benennung erfolgt. Es geschieht einfach.
Wo kommen die Gedanken her und gehen sie hin?
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Die Gedanken tauchen einfach auf, manchmal um eine Erfahrung zu benennen, manchmal einfach so, z.Bsp. beim Autofahren auf der Autobahn, wenn nichts Besonderes geschieht. Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft, an etwas was ich gehört oder gelesen habe usw. Auch der "Ich" Gedanke kommt und geht wie die anderen Gedanken. Er erscheint mir nicht "besonders" oder "anders". Er kann auch nicht "Gedanken denken". Er kommt von der selben Stelle. Ich kann aber nicht sagen woher, sie tauchen auf und dann verschwinden sie wieder. Ausser...
Wie macht das die Aufmerksamkeit genau?
...die Aufmerksamkeit "hält den Gedanken fest". Da kommt z.Bsp. der Gedanke "Ich habe vergessen den Termin abzusagen"
Erschrecken erfolgt, da ist es dann umgekehrt, erst der Gedanke - dann die Empfindung (Unbehagen), und die Benennung.
Dann kommen Gedanken, was ich jetzt tun könnte. Die Aufmerksamkeit beschäftigt sich damit eine Lösung zu finden und es sind nur Gedanken da, die damit zu tun haben. Keine anderen. So macht das die Aufmerksamkeit.
Liebe Grüße,
Maria
danke!
Könntest Du das "Labeln" und Etikettieren irgendwie stoppen? Beobachte...
Nein, kann ich nicht. Ich sehe, höre, fühle etwas und da ist schon der Gedanke mit dem Etikett da und die Benennung erfolgt. Es geschieht einfach.
Wo kommen die Gedanken her und gehen sie hin?
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Die Gedanken tauchen einfach auf, manchmal um eine Erfahrung zu benennen, manchmal einfach so, z.Bsp. beim Autofahren auf der Autobahn, wenn nichts Besonderes geschieht. Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft, an etwas was ich gehört oder gelesen habe usw. Auch der "Ich" Gedanke kommt und geht wie die anderen Gedanken. Er erscheint mir nicht "besonders" oder "anders". Er kann auch nicht "Gedanken denken". Er kommt von der selben Stelle. Ich kann aber nicht sagen woher, sie tauchen auf und dann verschwinden sie wieder. Ausser...
Wie macht das die Aufmerksamkeit genau?
...die Aufmerksamkeit "hält den Gedanken fest". Da kommt z.Bsp. der Gedanke "Ich habe vergessen den Termin abzusagen"
Erschrecken erfolgt, da ist es dann umgekehrt, erst der Gedanke - dann die Empfindung (Unbehagen), und die Benennung.
Dann kommen Gedanken, was ich jetzt tun könnte. Die Aufmerksamkeit beschäftigt sich damit eine Lösung zu finden und es sind nur Gedanken da, die damit zu tun haben. Keine anderen. So macht das die Aufmerksamkeit.
Liebe Grüße,
Maria
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
Danke für den Bericht.
Gehen wir hin zum Hören. Identifikation findet z.b. statt, wenn Du, sobald ein Klang ertönt, glaubst, dass ein „Ich“ vorhanden sei, das den Klang hört. In der Realität kannst Du durch direkte Erfahrung erkennen, dass da nur das Hören des Klanges ist. Das Hinzufügen eines „Ichs“, das den Klang hört, ist rein begrifflich. Da ist kein ICH, das sieht, hört, riecht, schmeck, fühlt/tastet, denkt. Da ist nur sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/tasten, denken. Niemand dahinter, kein Steuermann. Stimmt das?
Lausche einem Klang. Was hört den Klang? „Ich bin“ ist lediglich ein Gedanke. Verfolge aufmerksam die direkte Erfahrung des Hörens des Klangs. Was war es, das den Klang hörte? Ist da ein Abstand zwischen Klang und Hören? Kann das eine ohne das andere da sein?
Probiere es auch gerne mit den anderen Sinnen aus.
Freue mich über Deine Forschungsergebnisse. :)
Liebe Grüße
Daniel
Danke für den Bericht.
Verstanden. Danke :)So macht das die Aufmerksamkeit.
Auch das geschieht einfach, ja. Nicht möglich, die Benennung zu beeinflussen oder zu stoppen. Genau.Könntest Du das "Labeln" und Etikettieren irgendwie stoppen? Beobachte...Nein, kann ich nicht. Ich sehe, höre, fühle etwas und da ist schon der Gedanke mit dem Etikett da und die Benennung erfolgt. Es geschieht einfach
Gehen wir hin zum Hören. Identifikation findet z.b. statt, wenn Du, sobald ein Klang ertönt, glaubst, dass ein „Ich“ vorhanden sei, das den Klang hört. In der Realität kannst Du durch direkte Erfahrung erkennen, dass da nur das Hören des Klanges ist. Das Hinzufügen eines „Ichs“, das den Klang hört, ist rein begrifflich. Da ist kein ICH, das sieht, hört, riecht, schmeck, fühlt/tastet, denkt. Da ist nur sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/tasten, denken. Niemand dahinter, kein Steuermann. Stimmt das?
Lausche einem Klang. Was hört den Klang? „Ich bin“ ist lediglich ein Gedanke. Verfolge aufmerksam die direkte Erfahrung des Hörens des Klangs. Was war es, das den Klang hörte? Ist da ein Abstand zwischen Klang und Hören? Kann das eine ohne das andere da sein?
Probiere es auch gerne mit den anderen Sinnen aus.
Freue mich über Deine Forschungsergebnisse. :)
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
schön von Dir zu lesen.
Ja, das stimmt. Da ist nur sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/tasten, denken. Kein ICH, das das "macht". Es geschieht.
Lausche einem Klang. Was hört den Klang? „Ich bin“ ist lediglich ein Gedanke. Verfolge aufmerksam die direkte Erfahrung des Hörens des Klangs. Was war es, das den Klang hörte? Ist da ein Abstand zwischen Klang und Hören? Kann das eine ohne das andere da sein?
Probiere es auch gerne mit den anderen Sinnen aus.
Ich habe heute einiges ausprobiert. Zuerst zu Hause. Ich habe die Aufgabe gelesen und fühlte den Wunsch Klang zu hören. Dann kam der Gedanke mit dem Löffel auf die Tasse zu klopfen. Dieser Gedanke kam so wie die anderen Gedanken auch. Nicht, dass da ein "ich"etwas macht, aber als Lösung für den Wunsch Klang zu hören, als Antwort sozusagen. Also da war ein Wunsch und eine Lösung, Antwort. Das habe ich interessant gefunden... weiter...
Was hört den Klang? Der Klang wird gehört, es geschieht. Ich konnte keinen Abstand zwischen Klang und Hören feststellen.
Es kann auch nicht das eine ohne das andere da sein. Wenn kein Klang da ist, wird nichts gehört und wenn nichts gehört wird ist kein Klang, kein Ton, da. Da ist die Erfahrung des Hörens, die geschieht.
Zu Mittag war ich draussen und habe andere Empfindungen angeschaut. Der Wind z. Bsp. kann gehört und gefühlt werden. Auch der Tastsinn ist sehr interessant. Eine rauhe Mauer berühren oder Holz oder Metall. Da war zuerst das Sehen des Gegenstandes, dann die Berührung. Das Sehen lieferte eine Vorinformation, das fühlen eine intensive Erfahrung. Die Erfahrung des Fühlens fängt mit der Berührung an und endet mit dieser. Kein Abstand dazwischen. Ich ging an einem Cafe vorbei - da war Geruch nach Zigaretten. Einfach da bis er wieder verflog. Auch Geruch ohne Riechen oder Riechen ohne Geruch geht nicht. Ja, das waren so die Wahrnehmnungen von heute.
Schönen Abend und liebe Grüße,
Maria
schön von Dir zu lesen.
Ja, das stimmt. Da ist nur sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/tasten, denken. Kein ICH, das das "macht". Es geschieht.
Lausche einem Klang. Was hört den Klang? „Ich bin“ ist lediglich ein Gedanke. Verfolge aufmerksam die direkte Erfahrung des Hörens des Klangs. Was war es, das den Klang hörte? Ist da ein Abstand zwischen Klang und Hören? Kann das eine ohne das andere da sein?
Probiere es auch gerne mit den anderen Sinnen aus.
Ich habe heute einiges ausprobiert. Zuerst zu Hause. Ich habe die Aufgabe gelesen und fühlte den Wunsch Klang zu hören. Dann kam der Gedanke mit dem Löffel auf die Tasse zu klopfen. Dieser Gedanke kam so wie die anderen Gedanken auch. Nicht, dass da ein "ich"etwas macht, aber als Lösung für den Wunsch Klang zu hören, als Antwort sozusagen. Also da war ein Wunsch und eine Lösung, Antwort. Das habe ich interessant gefunden... weiter...
Was hört den Klang? Der Klang wird gehört, es geschieht. Ich konnte keinen Abstand zwischen Klang und Hören feststellen.
Es kann auch nicht das eine ohne das andere da sein. Wenn kein Klang da ist, wird nichts gehört und wenn nichts gehört wird ist kein Klang, kein Ton, da. Da ist die Erfahrung des Hörens, die geschieht.
Zu Mittag war ich draussen und habe andere Empfindungen angeschaut. Der Wind z. Bsp. kann gehört und gefühlt werden. Auch der Tastsinn ist sehr interessant. Eine rauhe Mauer berühren oder Holz oder Metall. Da war zuerst das Sehen des Gegenstandes, dann die Berührung. Das Sehen lieferte eine Vorinformation, das fühlen eine intensive Erfahrung. Die Erfahrung des Fühlens fängt mit der Berührung an und endet mit dieser. Kein Abstand dazwischen. Ich ging an einem Cafe vorbei - da war Geruch nach Zigaretten. Einfach da bis er wieder verflog. Auch Geruch ohne Riechen oder Riechen ohne Geruch geht nicht. Ja, das waren so die Wahrnehmnungen von heute.
Schönen Abend und liebe Grüße,
Maria
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
schön von Deinen Erfahrungen zu lesen.
Gibt es ein Zentrum, von wo aus gehört, gefühlt wird? Wo ist das 'hier und da' in der Direkten Erfahrung?
Bezieh Dich nicht auf die Interpretation der Gedanken. Lausche aufmerksam, fühle achtsam.
Liebe Grüße
Daniel
schön von Deinen Erfahrungen zu lesen.
Von wem oder was wird der Klang gehört oder ein Gegenstand erfühlt, wenn zwischen Klang, Hören und Hörer, fühlen und gefühltes keine Grenze, kein Abstand, kein Unterschied in der unmittelbaren Erfahrung gemacht werden kann?Der Klang wird gehört
Gibt es ein Zentrum, von wo aus gehört, gefühlt wird? Wo ist das 'hier und da' in der Direkten Erfahrung?
Bezieh Dich nicht auf die Interpretation der Gedanken. Lausche aufmerksam, fühle achtsam.
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
danke, ich hoffe, ich verstehe die Frage richtig:
Beim Fühlen berührt die Hand die Oberfläche und auf der Haut entsteht eine Empfindung, die wieder von den Gedanken interpretiert wird. "rauh", "kalt", "warm" usw. Das Fühlen geschieht also über den Körper.
Ich kann kein Zentrum erkennen von wo aus gefühlt wird, des Gefühlte erscheint im Gewahrsein als Erfahrung. Sobald die Berührung erfolgt, erfolgt das Fühlen. Für mich fühlt es sich gleichzeitig an, kein "hier und da". Es erscheint im Gewahrsein und verschwindet bzw. endet wieder.
Beim Hören ist es prinzipiell genauso. Der Ton erscheint im Gewahrsein, wird benannt und verschwindet wieder. Was mir aufgefallen ist, ist dass, wenn die Kirchenglocken läuten ja nur der Klang zu hören ist. Die Gedanken sagen, "das sind die Kirchenglocken und die Kirche ist im Ortszentrum" (also der Eindruck von hier und da) aber die unmittelbare Erfahrung ist nur der Klang, der im Gewahrsein erscheint.
Liebe Grüße,
Maria
danke, ich hoffe, ich verstehe die Frage richtig:
Beim Fühlen berührt die Hand die Oberfläche und auf der Haut entsteht eine Empfindung, die wieder von den Gedanken interpretiert wird. "rauh", "kalt", "warm" usw. Das Fühlen geschieht also über den Körper.
Ich kann kein Zentrum erkennen von wo aus gefühlt wird, des Gefühlte erscheint im Gewahrsein als Erfahrung. Sobald die Berührung erfolgt, erfolgt das Fühlen. Für mich fühlt es sich gleichzeitig an, kein "hier und da". Es erscheint im Gewahrsein und verschwindet bzw. endet wieder.
Beim Hören ist es prinzipiell genauso. Der Ton erscheint im Gewahrsein, wird benannt und verschwindet wieder. Was mir aufgefallen ist, ist dass, wenn die Kirchenglocken läuten ja nur der Klang zu hören ist. Die Gedanken sagen, "das sind die Kirchenglocken und die Kirche ist im Ortszentrum" (also der Eindruck von hier und da) aber die unmittelbare Erfahrung ist nur der Klang, der im Gewahrsein erscheint.
Liebe Grüße,
Maria
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
Wenn ich einen Finger auf die Taste lege, spüre ich einen sanften Druck, Härte, Berührung. Was Finger und was Objekt ist, kann ich nicht sagen.
"Das Gesäß spürt den Kontakt zur Sitzfläche." Ebenfalls eine gedankliche Interpretation, eine "Zubereitung", zu dem mehrere mentale Bilder gebraucht werden. Das Bild vom Körper, vom Stuhl und von Dir, wie Du drauf sitzt.
Schau selbst einmal…schließe dabei die Augen.
Setze Dich auf einen Stuhl und fühle Deinen Körper.
Fühle Dein Gesäß auf der Stuhlfläche und den Rücken an der Rückenlehne.
Kannst Du spüren, wo Dein Gesäß/Rücken aufhört? Wo fängt der Stuhl an? Sind die Berührungspunkt immer gleich oder verändern sie sich? Ist es heiß oder kalt? Gibt es eine konkrete/starre Grenze? Wo ist außen und wo ist innen?
Bitte berichte ausschließlich von Deiner reinen Sinneserfahrung "Fühlen", was genau wahrgenommen/erfahren wird.
Keine Anstrengung nötig…einfach nur Wahrnehmen, was die Sinne melden.
Freue mich über Deinen Bericht.
Liebe Grüße
Daniel
Ok.Beim Fühlen berührt die Hand die Oberfläche und auf der Haut entsteht eine Empfindung, die wieder von den Gedanken interpretiert wird. "rauh", "kalt", "warm" usw. Das Fühlen geschieht also über den Körper.
Wenn ich einen Finger auf die Taste lege, spüre ich einen sanften Druck, Härte, Berührung. Was Finger und was Objekt ist, kann ich nicht sagen.
"Das Gesäß spürt den Kontakt zur Sitzfläche." Ebenfalls eine gedankliche Interpretation, eine "Zubereitung", zu dem mehrere mentale Bilder gebraucht werden. Das Bild vom Körper, vom Stuhl und von Dir, wie Du drauf sitzt.
Schau selbst einmal…schließe dabei die Augen.
Setze Dich auf einen Stuhl und fühle Deinen Körper.
Fühle Dein Gesäß auf der Stuhlfläche und den Rücken an der Rückenlehne.
Kannst Du spüren, wo Dein Gesäß/Rücken aufhört? Wo fängt der Stuhl an? Sind die Berührungspunkt immer gleich oder verändern sie sich? Ist es heiß oder kalt? Gibt es eine konkrete/starre Grenze? Wo ist außen und wo ist innen?
Bitte berichte ausschließlich von Deiner reinen Sinneserfahrung "Fühlen", was genau wahrgenommen/erfahren wird.
Keine Anstrengung nötig…einfach nur Wahrnehmen, was die Sinne melden.
Freue mich über Deinen Bericht.
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
danke für deine Antwort.
Ich sitzte auf dem Stuhl und spüre Druck. Wo genau der Stuhl beginnt und der Körper (Rücken und Gesäß) aufhört kann ich nicht sagen. Der Druck fühlt sich ohne klare Grenze an. Auch die Berührungspunkte variieren ein wenig, dann verlagert sich der Druck. Die Stellen, wo Druck zu spüren ist, sind etwas wärmer, erscheinen mir aber "fließend", also ohne konkrete/starre Grenze. Je länger ich mit geschlossenen Augen auf dem Stuhl sitze und den Vorgang beobachte, desto mehr verschwimmen die Gernzen des Körpers allgemein, nicht nur die Stellen mit Druck. Daher habe ich auch keine konkrete Wahrnehmung von "innen" und "außen". Langsam fühle ich Müdigkeit und öffne die Augen wieder.
Liebe Grüße und einen schönen Abend,
Maria
danke für deine Antwort.
Ich sitzte auf dem Stuhl und spüre Druck. Wo genau der Stuhl beginnt und der Körper (Rücken und Gesäß) aufhört kann ich nicht sagen. Der Druck fühlt sich ohne klare Grenze an. Auch die Berührungspunkte variieren ein wenig, dann verlagert sich der Druck. Die Stellen, wo Druck zu spüren ist, sind etwas wärmer, erscheinen mir aber "fließend", also ohne konkrete/starre Grenze. Je länger ich mit geschlossenen Augen auf dem Stuhl sitze und den Vorgang beobachte, desto mehr verschwimmen die Gernzen des Körpers allgemein, nicht nur die Stellen mit Druck. Daher habe ich auch keine konkrete Wahrnehmung von "innen" und "außen". Langsam fühle ich Müdigkeit und öffne die Augen wieder.
Liebe Grüße und einen schönen Abend,
Maria
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
Danke Dir. Das ist schön beobachtet und beschrieben.
Empfindest Du Widerstand gegen die Übungen? Eine Art Ablehnung oder Angst während der Übungen?
Liebe Grüße
Daniel
Danke Dir. Das ist schön beobachtet und beschrieben.
Empfindest Du Widerstand gegen die Übungen? Eine Art Ablehnung oder Angst während der Übungen?
Liebe Grüße
Daniel
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Lieber Daniel,
danke für Deine Antwort.
Nein, ich finde die Übungen sehr bereichernd und freue mich über die neuen Eindrücke und Wahrnehmungen, die ich dadurch bekomme. Die Übung mit dem Sitzen mag ich sehr und genieße es immer wieder mal zwischendurch in diese "Grenzenlosigkeit" und "Weite" einzutauchen. Sehr schön.
Liebe Grüße,
Maria
danke für Deine Antwort.
Nein, ich finde die Übungen sehr bereichernd und freue mich über die neuen Eindrücke und Wahrnehmungen, die ich dadurch bekomme. Die Übung mit dem Sitzen mag ich sehr und genieße es immer wieder mal zwischendurch in diese "Grenzenlosigkeit" und "Weite" einzutauchen. Sehr schön.
Liebe Grüße,
Maria
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