Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

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Joram
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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Mon Jan 30, 2017 11:09 am

:-) Schön, genau darum ging es mir :-)

Beobachte wie Gefühle wechseln und wie das "Ich" dabei entsteht :-)

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Mon Jan 30, 2017 8:13 pm

Beobachte wie Gefühle wechseln und wie das "Ich" dabei entsteht
Ich finde kein Entstehungsprozeß von ICH. ICH taucht auf wie auch das Gefühl von Fuß oder Hand. Die Qualität des Ich-Gefühls ist sehr intensiv. Aber eine Entstehung, wann oder wie, kann ich nicht finden. Wenn ich entscheide meinen Fuß zu fühlen, so richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Fuß und das Fußgefühl ist spontan da. Das Gleiche mit jedweden anderem Körperteil, Gedanke, Gefühl. So eben auch das Ichgefühlt. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf ICH und es ist da und wird gefühlt. Was ist eigentlich die Aufmerksamkeit?
Dabei fällt mir auf, dass versucht wird den Fühler zu fühlen und all mögliche Verrenkungen unternommen werden ihn zu finden. Der Fühler wird zu ich bin das, wobei das eigentlich nicht möglich ist. Was ich fühle, bin ich nicht, oder ist das etwa auch nur ein Gedanke?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Mon Jan 30, 2017 8:31 pm

Beobachte wie Gefühle wechseln und wie das "Ich" dabei entsteht
Ich finde kein Entstehungsprozeß von ICH. ICH taucht auf wie auch das Gefühl von Fuß oder Hand.
Was ist das, was auftaucht? Ist es wirklich ein „Ich“? Was ist das?
Ist es ein Gedanke? Ein Gefühl? Eine Identifikation? Der Körper? Die Wahrnehmung?
Was ist es was du „Ich“ nennst?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Tue Jan 31, 2017 2:43 pm

Was ist es was du „Ich“ nennst?
Das was ICH genannt wird, ist ein Gefühl das neben dem existiert was wahr genommen wird.
Wenn ich aus dem Fenster schaue wird gesehen. Korrekter Weise müsste gesagt werden, sehen geschieht. Gibt es einen, dem das Sehen geschieht?
Mir kommt auf. Ist das MIR ein Ding, eine Etwas, oder eben einfach etwas was ebenso geschieht, so wie das Sehen selbst? Korrekter weise müsste mit ja geantwortet werden. Das Sehen und das Mir erscheinen beide im gleichen Moment. Es fühlt sich so an wie ICH SEHE. Rein intellektuell erscheint es logisch, dass diese ICH dann nicht der Seher ist. Es bleibt aber auch intelektuell.
Ich finde ICH gar nicht, sondern immer nur als Eindruck der in der Wahrnehmung enthalten ist.
Mehr kann ich über ICH nicht sagen. Warum reicht das nicht?
Wem könnte es denn reichen oder nicht reichen? MIR?
Da ist er wieder der Hund der seinen Schwanz jagd.

Das alles schreibe ich Dir, damit Du siehst wie sich das Ganze im Kreise dreht. Frag bitte nicht, wer es anders haben wollte. Das führt zur Explosion Deines Rechners...:-)
Mir ist so, als ob ich verstanden habe dass es ICH/MICH nicht geben kann. Meine Erwartung wie sich das anfühlen müsste, wenn es verstanden ist, werden nicht erfüllt. Wer erwartet etwas?.......
Sch... ich trinke jetzt ein Bier.

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Tue Jan 31, 2017 3:26 pm

Was ist es was du „Ich“ nennst?
Ich bin's nochmal. :-)
Ich kam mal auf die Idee, was ich jemanden der mich im Gespräch fragt, wer ich bin, antworten würde.
Da gibt es so etwas wie Visitenkarten. Ich könnte ihm eine geben. Ok, bei mir steht das drauf was ich beruflich bin. Ausführlicher wäre ein Lebenslauf.
Da fiel mir auf, dass ich mich also an ein Haufen Sätze orientiere. Ich besteht aus Sätzen. Meinetwegen auch Gedanken, Beschreibungen.
Ich definiere mich also über etwas, was gesagt/gedacht wird. Das hat gar keine "feste Masse" sondern ist eine lose Blattsammlung von Visitenkarten...:-)

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Tue Jan 31, 2017 3:40 pm

Ich besteht aus Sätzen. Meinetwegen auch Gedanken, Beschreibungen.
Ich definiere mich also über etwas, was gesagt/gedacht wird. Das hat gar keine "feste Masse" sondern ist eine lose Blattsammlung von Visitenkarten...:-)
Was ist alle Visitenkarten gemeinsam, und gibt es ein „Kern“ hinter den Visitenkarten zu finden?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Wed Feb 01, 2017 9:48 am

Was ist alle Visitenkarten gemeinsam, und gibt es ein „Kern“ hinter den Visitenkarten zu finden?
Allen Visitenkarten ist gemein, dass sie ein Aufzählungen enthalten die ein "so Sein" beschreiben. Es sind Beschreibungen wie Name, Alter, Wohnort, Beruf ect. Wenn die Visitenkarte jemanden gegeben wird heißt das soviel wie schau das bin ich. Diese Beschreibungen werden angenommen als die Eigenen, es geschieht Identifizierung damit.
ICH existiert durch die Beschreibungen und fühlt sich dann als das Beschriebene.
Was Du mit einem "Kern" meinen könntest, weiß ich nicht.

Interessant fand ICH den heutigen Morgen. Wie immer beginne ich den Tag mit "fühlen was da ist"
Je mehr ich mich mit dem Ich beschäftige um so stärker wird eine Schmerz im Brustbein. Gesten beim Sport war ich gedanklich ebenfalls beim ICH und der Schmerz wurde so heftig, dass ich fast nicht mehr trainieren konnte.
Wenn ich dort hineinfühle bemerke ich eine tiefe Trauer darüber, das ICH zurückgewiesen wird. ICH möchte da sein, doch durch die permanente Infragestellung wird die Trauer um fehlende Anerkennung, ja Liebe, heftiger.
ICH will existieren und geliebt werden. Wenn es so wie derzeit attackiert wird, fühle ich Schmerz. Ich hatte ein Bild wie ein kleiner Junge darum bittet nicht zurückgewiesen zu werden und schluchzend und wimmernd um Anerkennung bettelt.
Wenn ich dieses Bild übersetze, dann heißt das, das der ICH-Gedanke wirklich vorhanden und akzeptiert, ja geliebt werden will. In dem Moment wo ich (bildlich gesprochen) über den Kopf des ICH streichele passierte etwas Seltsames.
ICH weinte bitterlich und schmiegte sich quasi an das, was es nun mit Liebe begegnete.
Und was war das, was dem ICH mit Liebe begegnet?
Es ist das was nicht beschrieben werden kann aber durchaus in der Lage ist zu Lieben.
Farblos, raumlos, namenslos, ausnahmslos....

Mir ist klar das ICH lieben soviel bedeutet wie den Weihnachtsmann zu lieben. Die Idee, vielleicht der Kern der Kreation, ob nun ICH oder Weihnachtsmann ist real. Die Idee ist real, der Inhalt ist ausgedacht, na und?

Ich hatte etwas über Widerstand geschrieben. Der Widerstand gegen ICH lässt es aufblühen. Es schmerzt Widerstand gegen die IDEE zu haben. Sie ist ja real und existiert im Raum der Wahrnehmung. Der Inhalt der IDEE ist jedoch sehr variabel und hat nichts mit Realität zu tun.

Liebende Grüße an Dich.

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Wed Feb 01, 2017 11:19 am

Allen Visitenkarten ist gemein, dass sie ein Aufzählungen enthalten die ein "so Sein" beschreiben. Es sind Beschreibungen wie Name, Alter, Wohnort, Beruf ect. Wenn die Visitenkarte jemanden gegeben wird heißt das soviel wie schau das bin ich. Diese Beschreibungen werden angenommen als die Eigenen, es geschieht Identifizierung damit.
ICH existiert durch die Beschreibungen und fühlt sich dann als das Beschriebene.
Was Du mit einem "Kern" meinen könntest, weiß ich nicht.
Versuche ein paar Visitenkarten zu visualisieren: Name, Alter, Wohnort, Beruf usw. stehen im Kreis.
Zusammen sollten sie, so sagst du, auf einem „Ich“ hindeuten.

Wo ist aber dieses „Ich“, dieser „Kern“ in der Visualisierung? Ich sehe nur Visitenkarten und nicht mehr…
Ein Kreis voller Visitenkarten die das "Ich" beschreiben, was nicht zu finden ist…

Oder?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Thu Feb 02, 2017 5:02 pm

Ohne ICH, ohne Visitenkarten bleibt die Wahrnehmung. Das ist doch Fakt, oder?
Wenn es zum Erkennen kommt, das es ICH nicht gibt, was macht das 'Gefühl von ICH dann?
Bleibt es erhalten, verschwindet es?
Irgendwie brauche ich eine neuen Ansatzpunkt um zu erkennen was Du meinst?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Thu Feb 02, 2017 5:28 pm

Ne, da haben wir uns nicht verstanden. Noch mal:

Die „Visitenkarten“ sind da: Name, Alter, Wohnort, Beruf usw. stehen im Raum/Kreis.
Zusammen sollten sie, so sagst du, auf einem „Ich“ hindeuten.

Wo ist aber dieses „Ich“, dieser „Kern“ in der Visualisierung?
Gibt es mehr als die Visitenkarten zu „sehen“?
Wo steht das worauf hingewiesen wird?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Thu Feb 02, 2017 5:44 pm

Gibt es mehr als die Visitenkarten zu „sehen“?
Wo steht das worauf hingewiesen wird?
Es gibt nichts Adäquates in der Wahrnehmung (Visualisierung), wo die Visitenkarten ihren Kern/Grund haben. Wenn da ein Name drauf steht, gibt es keine Erfahrung von Namen. Wenn da Beruf drauf steht, dann gibt es keine Erfahrung von Beruf. Da stehen einfach Visitenkarten, das ist es. Wenn ich dagegen die Hand anschaue, gibt es eine Erfahrung von Hand. Das ist der Unterschied. Oder?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Thu Feb 02, 2017 6:10 pm

Gibt es da eine „Hand“ die angeschaut wird, oder ist „Hand“ wiederum, nur ein Name und nicht die Erfahrung?
Versuche „das was wahrgenommen wird“ „runter zu brechen“ bis es nicht mehr weiter geht.
Was bleibt?

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Fri Feb 03, 2017 7:00 am

Guten Morgen Joram,
erstmalig habe ich eine Ahnung bekommen was Du meinst, dass es keinen "Kern" von ICH gibt.
Ich habe hier im Forum einen Text gelesen u.a. mit dem Satz "...es ist niemand da, der erlebt..."
Das Wort ICH deutet auf nichts. Es deutet nicht auf ein separates Wesen und beweist es auch nicht. Die Erfahrung eines separaten Wesens wird gar nicht gemacht. Es wird nur Erfahrung gemacht. In der Erfahrung taucht auch ein Gefühl von ICH auf, das ist es aber auch schon wieder. Das Gefühl beweist keine Existenz einer Person die ICH beanspruchen könnte. Meine Visitenkarten sind Zettel, die nichts beweisen.
Da gibt es ein Schwanken zwischen Erleichterung und doch noch mal genau hinschauen. Ist es denn wirklich so, das gar niemand da ist? Die aller erste Reaktion darauf war Furcht oder auch Erschrecken. Das legte sich dann und wechselte auf Neugier.
Jetzt ist eine Unsicherheit ob das denn wahr ist. Vielleicht kommt doch noch der Beweis für ICH...(lacht).
Die Perspektive ist so ungewohnt, so sehr undenkbar, dass es sich einfach noch zu unsicher anfühlt. Unsicher das das wahr sein soll.

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Joram » Fri Feb 03, 2017 7:11 am

Schön :-)

„Ich“ freue mich für „dich“ :-)

Zu der Angst: Eigentlich war es schon immer so. Nichts hat sich verändert. Nur die Sichtweise… ;-)

Gibt es jemand der Sieht, hört, riecht, schmeckt, berührt und denkt?
Untersuche es heute im Alltag, als Erfahrung. Nicht als Analyse. Als Erfahrung :-)
Vielleicht wäre es einfacher wenn du nur eine Sache oder zwei dir auswählst zum Untersuchen.

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Re: Wenn ich mich suche, entferne ich mich von mir.

Postby Limes » Fri Feb 03, 2017 7:23 am

Zu der Angst: Eigentlich war es schon immer so. Nichts hat sich verändert. Nur die Sichtweise… ;-)
Die Sichtweise haut aber alles über den Haufen und ICH bin mir nicht sicher, ob sie wahr ist. Hier ist Unsicherheit.
Aber ich bin jetzt sehr neugierig geworden.


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