Wohnen offen mit einem wahren Herz

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Joram
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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Mon Jan 09, 2017 1:20 pm

Doch, es ist einfach. Vielleicht zu einfach.
Vielleicht, weil es zu einfach ist, übersiehst du was?
Was wird wirklich, direkt erfahren, und was wird als Konzept darauf, vom Geist/mind dazu angeheftet?
Sind: „Ego“, „Nichts“, „Ich“, „Ich schaffe es nicht“, „aus dem Mind heraus zu kommen“, „ins absolute Gewahrsein einzutauchen“ direkte Erfahrungen?
Ich bin eine sehr Mind-verhaftete Person
Wer bist „Du“? Wer ist der, der sagt „Ich bin“? Ist es mehr als ein Gedanke?
Aber ganz konkret. Was braucht es? Raus aus dem Mind, hinein ins Selbst. Wie?
Woher die Annahme, dass „du“ „aus dem Mind“ „hinein ins Selbst“ musst?
Wer/was ist das was „hinein“ will? Ist es mehr als eine Vorstellung?

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Andrew05
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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Jan 17, 2017 7:41 pm

Hallo
Das hat jetzt aber lange gedauert bis ich mich wieder melde. Aber ich habe irgendwie nichts zu berichten.
Ich bin wieder zurück in meinem Leben in Europa und das ist ziemlich angefüllt, beruflich jedenfalls.
Sind: „Ego“, „Nichts“, „Ich“, „Ich schaffe es nicht“, „aus dem Mind heraus zu kommen“, „ins absolute Gewahrsein einzutauchen“ direkte Erfahrungen?
Das Ego und das Ich sind bestimmt keine direkte Erfahrung, weil das Ego und auch das Ich beobachtet werden kann.
Ich schaffe es nicht, ist eine ziemlich direkte Erfahrung. Erst in einem zweiten Schritt wird hier ein Gefühl von "Bedauern" oder "Versagen" hinzugefügt.
Wer bist „Du“? Wer ist der, der sagt „Ich bin“? Ist es mehr als ein Gedanke?
Es ist eine Überzeugung die aufgrund von Erfahrung entstanden ist. Also ist es ein Teil der Persönlichkeit des "Ichs" und nicht des "Selbst"
Woher die Annahme, dass „du“ „aus dem Mind“ „hinein ins Selbst“ musst?
Wer/was ist das was „hinein“ will? Ist es mehr als eine Vorstellung?
Nun genau das ist der Punkt. Meine Inhalte des Bewusstseins, Angelesenes und Gehörtes von spirituellen Lehrern, führt natürlich zu einer Annahme, wie das Erwachen von statten gehen soll, was es braucht und wie es sich anfühlen soll.
Ich beginne mal zu erzählen, was diese Inhalte sind.
Ich erwarte ein einschneidendes Ereignis, einen "big bang". Ein Ereignis, wo z.B. die Wahrnehmung aufhört und es keinen Unterschied zwischen Subjekt und Objekt gibt. Das zumindest berichten viele Erwachte, also erwarte ich, dass es bei mir auch so ein Ereignis geben muss. Bsp2. eine Aktivierung der Kundalini. Das hatte ich zwar vor 4 Jahren erlebt. Aber da war ich total gaga im Kopf und konnte kaum meine täglichen (beruflichen) Pflichten ausführen. Ich habe aber gelesen, dass beim Erwachen die Kundalini bis in den Kopf steigt. Bei mir ist sie bis knapp unters Herzchakra gestiegen.

Du sagst vielleicht übersehe ich etwas. Vielleicht hatte schon mein Erwachenserlebnis, dass ich in einem früheren Post beschrieben habe. Da wo ich während Wochen Frieden erfahren habe, sogar an schlechten Tagen geprägt von schlechten Ereignissen, ging der Frieden nicht weg. So ähnlich wie damals im Herbst, stellte ich mir eigentlich das Erwachen vor. Da es aber nicht nachhaltig war, jetzt nämlich wieder nicht so ist, kann es doch nicht das Erwachen gewesen sein, oder kann man wieder einschlafen, wenn man nämlich gar nicht weiss, was einem geschieht, und man es nicht kultiviert?

Wie ist es denn, wenn man das Selbst erkannt hat, wenn man im natürlichen Zustand verweilt? Ich stelle mir vor:
Da ist Frieden! Das Leben ändert sich nicht, aber man betrachtet die Dinge, ohne gross davon beeinflusst zu sein. So ähnlich war es im Herbst. Jetzt leider nicht mehr.
Ich kann nur sagen, ich bleibe dran, wie auch immer, in meinem Tempo, geduldig mit mir Selbst.
DANKE fürs zuhören.

Andrew05

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Joram
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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Jan 17, 2017 7:58 pm

Ich erwarte ein einschneidendes Ereignis, einen "big bang". Ein Ereignis, wo z.B. die Wahrnehmung aufhört und es keinen Unterschied zwischen Subjekt und Objekt gibt. Das zumindest berichten viele Erwachte, also erwarte ich, dass es bei mir auch so ein Ereignis geben muss.
Okay. Die Hürde ist: >>„Ich“ bin „hier“ und muss „dorthin“. <<
„Erwachen“ wäre: >>„kein Ich“, hier, jetzt, niemand, muss nichts, musste nie was.<< :-)

Kein Bedarf an einem „Big Bang“, Wahrnehmungsprozess ist über „aufhören“ oder „nicht aufhören“, Unterschied zwischen Subjekt und Objekt gab es nie, was anderen berichten, ist deren Sache, alles IST und nichts muss „werden“, nichts muss sich verändern.

Kannst du damit was anfangen?

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Andrew05
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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Jan 17, 2017 8:14 pm

Hi Joram

Ja, da hast Du wohl recht mit der Hürde. Kausalitätsdenken. Irgendwie fühle ich mich mit dem was ist anscheinend nicht wohl und will deshalb dorthin.->
Die Hürde ist: >>„Ich“ bin „hier“ und muss „dorthin“. <<
So langsam beginne ich auch in diese Richtung zu denken, dass kein big bang nötig ist.
Also ich fühle mich momentan nicht wohl, das ist auch eine direkte Erfahrung. Dass ich daraus eine Geschichte mache, es ändern will, das Gefühl habe mein Leben verändern zu müssen, das Gefühl habe etwas tun zu müssen, etwas verändern zu müssen ist keine direkte Erfahrung mehr.
Et Voilà: Das was ist, ist: "Ich fühle mich nicht gut im Moment" Punkt fertig aus, mehr ist da nicht, wenn man dem Ego nicht erlaubt daraus eine Geschichte zu konstruieren.
Heisst das jetzt, direkte Wahrnehmung ist, was ist; und nicht; was ich darüber denke, fühle, usw.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Jan 17, 2017 8:22 pm

Et Voilà: Das was ist, ist: "Ich fühle mich nicht gut im Moment" Punkt fertig aus, mehr ist da nicht, wenn man dem Ego nicht erlaubt daraus eine Geschichte zu konstruieren.
Heisst das jetzt, direkte Wahrnehmung ist, was ist; und nicht; was ich darüber denke, fühle, usw.
Kleine Korrektur:
„Ich fühle mich nicht gut im Moment“ ist NICHT das Gefühl.
Nimm das „Ich“ raus aus der Gleichung. Was bleibt übrig?
Spüre hinein. Was wird WIRKLICH wahrgenommen?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Jan 17, 2017 8:28 pm

Ich verstehe, was Du meinst. Sprache macht es halt nötig, Pronomen zu gebrauchen.
Aber im Endeffekt ist in der direkten Wahrnehmung kein Ich mehr, dass sich mit dem Gefühl identifiziert.
Da ist einfach ein unangenehmes Gefühl, dass erfahren wird.
Noch nicht ganz klar ist der Unterschied zwischen. Erfahrung und Fühlen! Der obige Satz könnte auch lauten:
Da ist einfach ein unangenehmes Gefühl, dass gefühlt wird.
Der zweite Satz verleitet aber sehr wieder zum identifizieren, wobei der erste Satz viel neutraler ist.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Jan 17, 2017 8:34 pm

Da ist einfach ein unangenehmes Gefühl, dass erfahren wird.
Wem gehört das Gefühl?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Jan 17, 2017 9:21 pm

Das Gefühl ist zu nichts zugehörend. Es entsteht aufgrund von Umständen, auf die ich keinen Einfluss habe. Eigentlich ist es nicht einmal unangenehm. Unangenehm ist bereits wieder eine Bewertung des Egos.
Geht man noch weiter, ist da nicht einmal mehr ein Gefühl. Da ist zwar noch was, aber dafür finde ich keine passenden Worte. Vielleicht eine Regung, eine kleine Bewegung, eine kleine Welle im Ozean der Erfahrung.

In einem anderer Ansatz mit anderer Ausdrucksweise, könnte man das Gefühl noch dem Ich zuordnen und dem Selbst bleibt nur die Erfahrung einer Veränderung des Gefühls von A nach B.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Jan 17, 2017 9:54 pm

In einem anderer Ansatz mit anderer Ausdrucksweise, könnte man das Gefühl noch dem Ich zuordnen und dem Selbst bleibt nur die Erfahrung einer Veränderung des Gefühls von A nach B.
Wenn die Aufmerksamkeit auf das Gefühl ruht, Ist da ein „Selbst“/„Ich“/„Beobachter“/„Ego“ was „aufmerksam“ ist?
Bleibt das Gefühl gleich und unverändert?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Jan 17, 2017 10:03 pm

Da stolpere ich wohl noch ein-zweimal drüber.
Nein, da ist natürlich kein Selbst. Wenn man ganz beim Gefühl ruht verschwindet alles, jede Bewertung ist weg, jeder Wunsch etwas zu verändern ist weg. Es ist nichts mehr da. Nur eben das, was da ist.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Jan 17, 2017 10:15 pm

Wenn man ganz beim Gefühl ruht verschwindet alles, jede Bewertung ist weg, jeder Wunsch etwas zu verändern ist weg. Es ist nichts mehr da. Nur eben das, was da ist.
:-)

Versuche morgen, im Alltag, ab und zu, wenn es möglich ist, genauso, nur wahrzunehmen, ohne „anzudocken“.
Was wird erlebt?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Wed Jan 18, 2017 8:38 pm

Hallo Joram
Gerne berichte ich kurz von den heutigen Erfahrungen. Werde das morgen weiter praktizieren.
Es braucht Kraft und Willensanstrengung in der DE zu verweilen. Ganz gut geht das beim Autofahren. Dann ist es so, dass das Denken ruhig ist, dann plötzlich taucht irgendwas auf und das Ego dockt an. Das konnte ich mehrmals feststellen und wieder zurück in die DE gehen. Für mich kann ich das sogar lokalisieren, sobald ich andocke ist der Fokuspunkt vorne und oben ausserhalb des Kopfes. Die DE ist irgendwo in der Brust lokalisiert.
Gestern war die Erfahrung allerdings viel stärker. Als ich in der DE des (unangenehmen) Gefühls war, gab es einen Moment wo ich lauthals lachen musste. In diesem Moment lachte ich, weil es nicht nur kein ICH gab, sondern auch kein (das von mir gesuchte) SELBST.
Das war so stark und unmittelbar. Heute wie gesagt etwas subtiler. Man muss auch aufpassen, dass man DE praktiziert und nicht das was ist negiert/wegdrückt/unterdrückt.
Aber heute hat mir schon gezeigt, dass es mit meiner Erfahrung im Herbst übereinstimmt. Damals war es nur mit viel mehr leichtigkeit, da Glückseeligkeit mit dabei war.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Wed Jan 18, 2017 8:50 pm

In diesem Moment lachte ich, weil es nicht nur kein ICH gab, sondern auch kein (das von mir gesuchte) SELBST.
Schön :-)

Was war JA da? Versuche es wieder zu erleben. Was ist da?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Mon Jan 23, 2017 9:41 pm

Hi Joram

Gerne möchte ich das wieder erleben und im Alltag etablieren.
Irgendwie ist es ruhiger im Moment, auch wenn das Leben eigentlich genau so stressig ist, wie vor einer Woche, ist da trotzdem mehr Ruhe und Besonnenheit. Gerade eben wurde ich sehr unfreundlich kritisiert. Statt jetzt ein schlechtes Gewissen zu haben oder mich schlecht zu fühlen, ist es mir gelungen besonnen zu reagieren und nicht überstürzt emotional. Das wäre mir vor einer Woche im Stress nicht gelungen. Nicht das ich das früher nicht schon gekonnt hätte, aber es tut gut, es wieder zu erfahren und nicht nur mit Besonnenheit, sondern irgendwie auch mit dem Gefühl, dass hat doch gar nichts mit mir zu tun ;-)

Manchmal erfahre ich auch die Freude wieder im Alltag, so wie im Herbst und doch anders.
Ich versuche mich immer wieder bewusst zu entscheiden. Fürs wach sein (sorry mir fält keine bessere Beschreibung ein), zu entscheiden. Manchmal bemerke ich, wie die Gedanken abdriften und es selbstständig zu denken beginnt, sich ein Gedankenstrang zu formen beginnt, der nutzlos und sinnlos ist, niergends hinführt und nichts bringt. Dann höre ich einfach auf und bin wieder. Interessant diese Beobachtung.
Was war JA da? Versuche es wieder zu erleben. Was ist da?
In dem Moment wo ich DAS erfahren habe, war NICHTS mehr da. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Es muss doch ein Selbst/Atman/Seele geben. Für mich war es nicht so. Es war NICHTS.
Deshalb verstehe ich aber all diese Theorien nicht. Wieso die Theorie über Atma/Atman/Jiva/Brahman, wenn es all das gar nicht gibt?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Mon Jan 23, 2017 10:06 pm

Was war JA da? Versuche es wieder zu erleben. Was ist da?
In dem Moment wo ich DAS erfahren habe, war NICHTS mehr da. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Es muss doch ein Selbst/Atman/Seele geben. Für mich war es nicht so. Es war NICHTS.
Deshalb verstehe ich aber all diese Theorien nicht. Wieso die Theorie über Atma/Atman/Jiva/Brahman, wenn es all das gar nicht gibt?
Wieso die Theorie? Vielleicht für die, die die Ichillusion - Anatta – unfähig sind zu begreifen?

Mit der Frage „was war ja da?“ war was anderes gemeint. Da war kein „Ich“, kein „Selbst“, etwas war aber ja da. Etwas ist ja erlebt worden. Was ist erlebt worden?

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