Fliessende Übergänge

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Ghata
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Tue Oct 11, 2016 6:00 pm

Hi flowings,

danke für deine Ehrlichkeit :-)
Hierzu habe ich schon einige Erfahrungen gemacht und tippe jetzt einfach mal los, ohne mich vorher hinzulegen:
Ja, du hast mir deine Erinnerungen geschrieben.

Ich möchte von deinen direkten Erfahrungen hören. Die direkte Erfahrung kann nur JETZT gemacht werden.
Da ist nur EINS.
Bitte beschreibe die direkte Erfahrung dieser Worte. Wie sieht jetzt, in diesem Augenblick, das Eine aus?

Lieben Gruß,
Ghata
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Tue Oct 11, 2016 8:22 pm

Ja, du hast mir deine Erinnerungen geschrieben.
Ja und Nein.
Da habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Was ich da aufschrieb, entstammte schon im Grossen und Ganzen der augenblicklichen Erfahrung. Dadurch, dass ich diese Erfahrungen gemacht habe, fällt es mir mittlerweile recht leicht, ohne grosse Anstrengng in diese Körperempfindungen einzutauchen. (Ich schrieb ganz am Anfang im Dialog schonmal davon)

Ich möchte aber nicht ausschliessen, dass hier auch Erinnerungen mit einfliessen und die direkte Erfahrung verwässern und ich mir darüber garnicht so ganz im Klaren bin.
(Zum Beispiel der Satz "Ich kann einem Gegenüber in die Augen schauen und Bewusstsein schaut sich selbst an." kam eindeutig aus der Erinnerung.)
Bitte beschreibe die direkte Erfahrung dieser Worte. Wie sieht jetzt, in diesem Augenblick, das Eine aus?
Das direkte unmittelbare Gefühl von Lebendigkeit, Bewusstsein, welches immer gleich ist. Gedanken, Gefühle, Sinneswahrnehmungen geschehen innerhalb dessen, wie Projektionen auf der Leinwand des Einen.
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Wed Oct 12, 2016 6:41 am

Hi flowings,
Bitte beschreibe die direkte Erfahrung dieser Worte. Wie sieht jetzt, in diesem Augenblick, das Eine aus?
Das direkte unmittelbare Gefühl von Lebendigkeit, Bewusstsein, welches immer gleich ist. Gedanken, Gefühle, Sinneswahrnehmungen geschehen innerhalb dessen, wie Projektionen auf der Leinwand des Einen.[/quote]

Gut :-)

Wir untersuchen alles, bis in die feinsten Details. Was ist Sinneswahrnehmung, was ist Interpretation?

Was ist die direkte Erfahrung von "Bewusstsein"? Woher weißt du, dass Bewusstsein vorhanden ist? Schau hin.

Wo kommt der Name "das Eine" her? Wie sieht das Eine in der sinnlichen Wahrnehmung aus?

Lieben Gruß!
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Wed Oct 12, 2016 12:08 pm

Was ist die direkte Erfahrung von "Bewusstsein"? Woher weißt du, dass Bewusstsein vorhanden ist? Schau hin.

Wo kommt der Name "das Eine" her? Wie sieht das Eine in der sinnlichen Wahrnehmung aus?
Oh. Wenn ich mich hinsetze und beobachte, sind da nur all diese Prozesse, also Hören, Sehen, Fühlen, Denken etc. Werde ich mir des Beobachtens bewusst, entdecke ich da keine Instanz, also keinen Beobachter in dem Sinne. Ich sage dann: "Das Beobachten wird sich des Beobachtens bewusst"
Das Bewusstsein oder das Eine wird nicht auf der sinnlichen Ebene wahrgenommen: Sobald ich mich aufs "Schau hin" konzentriere, sind da einfach nur diese Prozesse, die passieren.
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Thu Oct 13, 2016 10:12 am

Oh. Wenn ich mich hinsetze und beobachte, sind da nur all diese Prozesse, also Hören, Sehen, Fühlen, Denken etc. Werde ich mir des Beobachtens bewusst, entdecke ich da keine Instanz, also keinen Beobachter in dem Sinne. Ich sage dann: "Das Beobachten wird sich des Beobachtens bewusst"Das Bewusstsein oder das Eine wird nicht auf der sinnlichen Ebene wahrgenommen: Sobald ich mich aufs "Schau hin" konzentriere, sind da einfach nur diese Prozesse, die passieren.
Sehr gut, flowings :-). Es gibt nur diese Prozesse.

Ich sage dann: "Das Beobachten wird sich des Beobachtens bewusst"Das Bewusstsein oder das Eine wird nicht auf der sinnlichen Ebene wahrgenommen
Das wichtigste ist, Gedanken von Erfahrungen zu trennen. Gedanken können alles Mögliche erzählen und erfinden.

Kannst du beobachten, dass sich das Beobachten des Beobachtens bewusst wird, dass "das Eine" sich des Beobachtens bewusst wird - und was ist das Eine genau? Oder sind es Gedanken, die auf nichts hinweisen, was es tatsächlich gibt?

Lieben Gruß, Ghata
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Thu Oct 13, 2016 4:02 pm

Das wichtigste ist, Gedanken von Erfahrungen zu trennen. Gedanken können alles Mögliche erzählen und erfinden.

Kannst du beobachten, dass sich das Beobachten des Beobachtens bewusst wird, dass "das Eine" sich des Beobachtens bewusst wird - und was ist das Eine genau? Oder sind es Gedanken, die auf nichts hinweisen, was es tatsächlich gibt?
Puh. Mir fällt es nicht leicht, jenseits von den sinnlichen Wahrnehmungen Wörter zu finden, um zu beschreiben.
Alles, was innerhalb von sprachlichen Konzepten ausgedrückt werden kann, endet letzendlich mit der Einsicht:

Das Leben entfaltet sich in fortwährenden, fließenden Prozessen; ohne dass dort ein fester Kern, ein Ich zu finden ist.
Es passiert halt einfach Alles ohne das Zutun von Jemandem oder Etwas.

Die Formulierung, dass sich "Beobachten des Beobachtens" bewusst wird, ist letzlich eine Aussage, die auf einem Gedanken beruht. Ich habe es innerhalb der Satipatthana-Meditationspraxis als Werkzeug verwendet. Aber: Es ist eine Etikettierung. Ja. Auch andere Begriffe, die ich verwende, sind letztendlich lediglich Wörter. In meinem zweiten Eintrag unseres Dialoges hatte ich formuliert:
Da war halt kein Ich mehr, sondern reines Gewahrsein, ohne Konzept, ohne Begrenzung auf Körper oder Person, ohne Gedanken. Raum- und Zeitlos.
Die Wörter "Kein" und "Ohne" sind hier wahrscheinlich wichtiger als "Das Eine".
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Thu Oct 13, 2016 6:21 pm

Hey flowings,

du hast sehr genau hingeschaut, danke :-)
Die Wörter "Kein" und "Ohne" sind hier wahrscheinlich wichtiger als "Das Eine".
Sehr gut!

Mir ist noch nicht ganz klar, ob es für dich "das Eine" wirklich gibt in dem Sinne, dass es erlebt werden kann.
Gibt es eine sinnliche Erfahrung "des Einen"?

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Thu Oct 13, 2016 8:15 pm

Nein.
Sinnliche Erfahrung = Passierende fliessende veränderliche Prozesse. Verben.
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Fri Oct 14, 2016 11:24 am

Gut, flowings :-)

Es ist wirklich wichtig das zu sehen. Sonst wird aus den Verben ein Substantiv, das "Eine", dem Substantiv wird Substanz verliehen und aus dem Substantiv wird ein Ding, an das geglaubt wird.

Es geht darum, wirklich alle Interpretationen zu durchschauen. "Im Gesehenen nur das Gesehene..."

Wie sieht es mit Entscheidungen aus? Wie werden sie gefällt? Was ist mit dem freien Willen und wofür bist du verantwortlich?

Liebe Grüße,
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Fri Oct 14, 2016 1:26 pm

Es ist wirklich wichtig das zu sehen. Sonst wird aus den Verben ein Substantiv, das "Eine", dem Substantiv wird Substanz verliehen und aus dem Substantiv wird ein Ding, an das geglaubt wird.
Ja. Das leuchtet ein, liebe Ghata!
Tatsächlich waren da bei mir leichte Anhaftungen an diesen Begriff vorhanden.
Diese Begriffe im Buddhismus Tathata, Anatta, Sunnata (oder auch Neti-Neti.... Nicht-dies, nicht-das) weisen ja auch eigentlich darauf hin, sich nicht ein neues Konzept zu bauen mit etwas Festem als Inhalt, in welches sich dann wieder der Glaube an ein Ich etablieren kann.
Ich kann mich damit begnügen, im Gesehenen nur das Gesehene zu sehen :)
Danke!
Wie sieht es mit Entscheidungen aus? Wie werden sie gefällt? Was ist mit dem freien Willen und wofür bist du verantwortlich?
Entscheidungen, freier Wille, Verantwortung sind Illusion.

Entscheidungen passieren einfach. Wie alles Andere.
Wenn "ich hier sitze und nachdenke, was ich schreiben will und dann die Entscheidung treffe, loszutippen" und das so glaube, befinde ich mich mitten in der Ich-Illusion.
Da ist: Sitzen, Denken, Entscheiden, Tippen. Ohne Einen, der das tut.

Der freie Wille impliziert ein Ich, das einen Willen hat und entscheidet. Tatsächlich ist ein Impuls, dies oder das zu tun, nichts anderes als Denken oder Fühlen oder eine Mischung davon.

Mit der Verantwortung ist es ähnlich. Natürlich übernimmt auf der alltäglichen Ebene die Action-Figur, die hier "flowings" genannt wird, Verantwortung für "ihr" Geschehen, handelt moralisch usw. Dennoch ist das Empfinden von Verantwortung auch nur ein Prozess, der erfahren wird.

Beispiel: Wenn es einem Freund schlecht geht, "übernehme ich Verantwortung" und tue oder sage Dinge, die helfen oder unterstützen sollen. Das heisst, Zuhören geschieht, die Empfindung von Verantwortung wird wahrgenommen und entsprechendes Handeln passiert.

Das Leben läuft ab ohne Zutun eines "Machers" und ohne Widerstände.
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Fri Oct 14, 2016 1:50 pm

Sehr schön, flowings :-)

Ja, es bildet sich gern schnell wieder eine neue Anhaftung. Das ist genau die Grundursache für alle Illusionen und Interpretationen, die wir über das tatsächliche Erleben legen. Wir möchten so gerne etwas haben, woran wir uns festhalten können, was von Dauer ist, tatsächlich Substanz ist und uns zuverlässig glücklich macht. Aber das gibt es nicht. Die Suche danach aber schon.

Erst wenn die Illusionen vollkommen durchschaut sind, werden auch keine Anhaftungen mehr gebildet.

Hast du noch Fragen oder gibt es Dinge, die du noch abklären möchtest?

Bist du dir zu 100% sicher, dass es kein Ich gibt, das denkt, erlebt, entscheidet und handelt?
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Fri Oct 14, 2016 1:59 pm

In Bezug auf die Ich-Illusion habe ich keine Fragen mehr; und ich bin mir vollkommen sicher, dass hier niemand ist.
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Fri Oct 14, 2016 2:05 pm

Sehr gut :-)

Gibt es noch andere Fragen, die du gern anschauen möchtest?
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Re: Fliessende Übergänge

Postby flowings » Fri Oct 14, 2016 4:49 pm

Da hab ich jetzt noch mal gründlich nachgedacht.

Der Prozess geht weiter, aber hier und jetzt gibt es keinerlei weitere Fragen :)
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Re: Fliessende Übergänge

Postby Ghata » Fri Oct 14, 2016 5:28 pm

Gut, flowings :)

Ja, der Prozess geht weiter und wenn du magst, kannst du auch in Facebook Gruppen die Erkenntnisse noch weiter zu vertiefen.

Bist du bereit für die Abschlussfragen?

Lieben Gruß,
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