Da ist mir nicht ganz klar was du meinst, kannst du das genauer erklären?
Ich meine damit, dass wenn ich spontan mit „ich“ antworte, dann ist damit nur meine Person bezeichnet, aber nicht ob „Ich“ kontrolliere, was geschrieben wird.
Ich habe aber schon das Gefühl, dass „Ich“ meine Hand lenke.
Das ist eine sehr gute Beobachtung, gib mir mehr Details. Wenn du sagst "zu eigen gemacht werden", wie passiert das genau? Was ist mit Gedanken und Gefühlen, werden sie auch auf diese Weise zu eigen gemacht?
Wenn ich etwas sehe, dann nehme ich es nicht nur einfach war, sondern gleichzeitig „klingelt“ irgendetwas in mir. Ich verbinde die Wahrnehmung mit etwas schon bekanntem aus der Erinnerung. Dadurch wird es gefühlsmäßig „meine“ Wahrnehmung, denn jemand anders würde das gleiche auf andere Weise verarbeiten und in der Erinnerung ablegen. Ich nehme diesen Sinneseindruck für mich in Besitz.
Mit Gedanken ist es ganz ähnlich. Sie scheinen sich in einem geschlossenen Raum zu entwickeln, den nur ich kenne. Sie entstehen nicht beliebig aus dem Nichts, sondern entwickeln sich quasi aus den Sinneswahrnehmungen, oder werden dadurch ausgelöst. Die Sinneswahrnehmungen werden mit Gedankenmustern verbunden, die ebenfalls gespeichert sind. Dadurch entstehen „meine eigenen“ Gedanken.
Bist du sicher? Dass das geht mag offensichtlich erscheinen, aber es gehört überprüft. Stell dir eine farbige geometrische Form vor.
Jetzt ändere bewusst die Farbe.
Jetzt die Form.
Wusstest du für welche Farbe und welche Form du dich entscheiden würdest bevor der entsprechende Gedanke da war?
Mach das gleiche mit einer beliebigen Entscheidung, von der du das Gefühl hast sie bewusst treffen zu können, beschreib was du findest.
Ich stelle mir einen gelben Würfel vor….jetzt einen grünen…. Jetzt blau…. Ich gehe alle Grundfarben durch. Welche ich gerade nehme, entscheide ich wahrscheinlich nicht, sondern hängt von anderen Eindrücken ab, die die „Entscheidung“ beeinflussen. Interessant…
Ich bin allerdings etwas von einer Reportage beeinflusst, die ich vor einiger Zeit gesehen habe. Da ging es genau um das Thema und die Aussage war, dass die Entscheidung schon mehrere Sekunden vor dem Zeitpunkt getroffen ist, vor dem wir meinen, sie zu treffen.
Das ist auch mit dem Schreiben so. Was ich im einzelnen Schreibe, entsteht aus der jeweiligen Situation verbunden mit „altem“ Wissen und eingeprägten Denkmustern. Es ist genau wie mit den Gedanken.
Das wird mir jetzt klar. Aber Sehen tue ich es nicht. Ich werde das weiter beobachten.