Siehst du den Mechanismus, wie aus Gedanken über höchst automatische Abläufe ein z.B. "regeltreues", meist aber ein ziemlich mangelbehaftetes Ich konstruiert wird?
Hmm, aber "regeltreu" ist einfach eine Charaktereigenschaft wie "pflichtbewusst" oder "perfektionistisch". Ich sehe, dass der automatische Ablauf aus dieser Sicht mit "Unkonzentriertheit" etikettiert wird, aber Konzentration gehört zum Autofahren dazu, oder ist das auch nur wieder ein Gedanke?
Aha. Da ist also weder eine Aktivität, noch ein Duft, der dann gerochen wird? Geh' da nicht zu leicht drüber hinweg, es ist eine ziemlich radikale Aussage.
Ich werde das wiederholen und dann werde ich so genau wie möglich beschreiben, was ich wahrgenommen habe. Wenn es aufgehört hat, zu regnen....(weil ich die Blumen nicht abschneide)
ich hab nicht versucht, einen Zustand der Einheit herzustellen. Das war einfach kurz riechen und ein Duft, der alles durchdringt. Dann gab es wieder eine Positionierung "ich hier - die da".
War der Duft /die Einheit dann weg? Oder gab es zusätzlich dann die gedankliche Positionierung?
Ich konnte mich nicht mehr darauf einlassen, es war wie abgebrochen.
Ich möchte üben, mich auf meine Wahrnehmung 100 % einzulassen und das zu beschreiben. Ich glaube, da ist der Kopf (Verstand) manchmal dazwischen, der versucht, die Dinge einfach anders darzustellen als sie wahrgenommen werden.
Ja, das tut der sogenannte Verstand. Aber! - was ist da für ein Verstand außer dem gerade auftauchenden Gedanken, der sagt "ich hier, die da"? (Und einem weiteren Gedanken, der sagt: Da sind aber noch mehr Gedanken!)
ja, das stimmt. Den sehe ich hier nicht.
Ich merke gerade wieder, wie stark das Gefühl der Angst da ist. Da ich ja sehr stark mit Versagensängsten (Angst vor Fehlern) zu tun habe, ist der ganze Körper wieder in Aufruhr. Gerade hatte ich ein Telefongespräch mit einem Kunden. Allein schon das Klingeln des Telefons. Mein Herz klopft wie wild, meine Finger zittern, ein Kältegefühl kriecht die Beine hoch. Versagensangst, Schuldgefühle, alles da. Es gibt dafür keinen plausiblen Grund. Das sind nur Gedanken, die sich überschlagen und einen Ausnahmezustand, manchmal Panikattacken, produzieren. Und ich bin nun auf einmal seltsam ruhig. Während ich zittere und Angst da ist, ist da plötzlich Ruhe. Das Herz wird langsamer, alles beruhigt sich wesentlich. Keine Erklärung im Moment, was passiert.
Da ist diese starke Überzeugung, dass es da eine Person gibt, die so perfekt sein muss, die keinen Fehler erlaubt, die so hohe Anforderungen an sich stellt. Und das ist es, was stresst. Ich höre dauernd, wer macht denn keine Fehler? Das ist doch ganz normal bla bla bla, ich soll mir nicht alles so zu Herzen nehmen...aber bin ich ein Jemand oder passiert das Leben einfach so, Fehler eingeschlossen? Das ist die spannende Frage. Die Angst war ja nicht immer da. Seit sie so gegenwärtig ist, beschäftige ich mich mit der Ich-Frage stärker als jemals vorher. Ich spüre, dass hier die Wurzel des Leids vergraben liegt. Vielleicht gar nicht so tief, aber das wird sich noch herausstellen.