Hallo
Ich 'kämpfe' immer noch mit dem andern (wer kämpft da überhaupt?), aber mit dem hier kann ich mich ablenken. Auf andere Gedanken kommen... haha, WER schafft das überhaupt? Wenn da niemand ist, wieso schaffe 'ich' es dann, nicht vollkommen in etwas zu versinken?? Wieso schaffe 'ich' es viel besser als früher? Dann habe 'ich' doch etwas gelernt? Jedenfalls ist das das, was hier geschieht, ob nun mit oder ohne ich...
Also:
Kannst Du Dich absolut darauf verlassen, dass andere Menschen auch Gedanken haben?
Beim Zuhören höre ich ständig, was sie so für Gedanken haben. :-)
Ok, ernsthaft: Klar kann ich es nicht 100% wissen, weil ich überhaupt NICHTS 100% wissen kann. Vielleicht ist alles ein Traum. Vielleicht gibt es mich gar nicht. (Das soll ich ja hier rausfinden).
Dennoch habe den Eindruck, es sei so. Der gesunde Menschenverstand NIMMT AN, wenn ich als menschliches Wesen ständig Gedanken am laufen habe, dann geht er davon aus, dass es bei den anderen 7 Milliarden Menschen ähnlich ist. Kombiniert mit dem Hinweis, dass diese ihre Gedanken ständig äussern und nimmt an: Gut, dann sind dort auch welche da.
Absolut? Nein.
Die Matrix habe ich nicht gesehen.
Was wäre, wenn das hier alles nur eine Simulation ist?
Dann wäre nichts. Dann wäre es so. Ich habe keine Ahnung, was dann wäre.
Kannst Du mit absoluter Sicherheit den Moment finden an dem DU entschieden hast z.B. für 10 Sekunden den Atem anzuhalten?
Ich kann bloss einen Gedanken finden, der das entschieden/gedacht hat. Und kurz darauf die Ausführung.
Wie genau hast Du den entscheidenden Gedanken ausgesucht?
Der kam einfach. Evtl. ging ein anderer Gedanke voraus wie „Was könnte ich tun?“ Und dann steigen weitere als Antworten/Ideen auf. Woher der kommt? Keine Ahnung. Aus dem Nichts? Aus dem Gehirn? Ich weiss es nicht.
Gab es verschiedene Gedanken zwischen denen Du bewusst gewählt hast und somit wirklich DU verantwortlich für den Gedanken bist die Luft anzuhalten?
Es gab verschiedene Ideen, was ich für ein Beispiel bringen könnte: der Arm, Luft anhalten. Dass somit wirklich ich für das Aufsteigen des Gedankens verantwortlich bin, kann ich nicht sagen. Ich weiss es nicht. Ob vom Gehirn, aus dem Nichts, sie kommen, ich nehme einen wahr… und tue vielleicht, was er sagt oder nicht.
Bist Du Dir jetzt gerade absolut sicher, dass Du ein Gesicht hast (Thema Körper...)? Welchen Beweis gäbe es dafür?
Ja, obwohl man es auch anders benennen könnte (z.B. Englisch ‚face‘). Aber das, was damit gemeint ist. Ich kann es anfassen oder im Spiegel oder auf einem Foto anschauen.
Wenn ich das richtig verstehe findest Du bei genauem Hinsehen keinen Verursacher von Bewegungen, Handlungen oder Gedanken. Richtig? Ist es nur eine Annahme, dass es da "etwas" gibt, das über diese Dinge Kontrolle hat?
Hmm, es sieht so aus… kleiner Scherz. Also: Ja bei dem Beispiel finde ich keinen Verursacher.
Nenne mir ein ganz konkretes Beispiel aus den letzten Minuten, bei dem Du eindeutig beobachten konntest wie DU Kontrolle ausgeübt hast.
Ich habe ein A auf ein Blatt geschrieben. Es ist kein B drausgeworden. Die Finger haben ein A hingezeichnet.
Mir ist klar, dass es kein Ich in der Vergangenheit gibt, weil es keine Vergangenheit gibt. Sie ist weg, vorbei. Und erlebt habe ich sie ja auch nur als Jetzt. Jetzt ist sie nur noch als Erinnerung da, also gibt es dort kein Ich. Mir ist auch klar, dass es in der Zukunft kein Ich gibt, weil die Zukunft nicht existiert. Sie ist noch nicht da.
Also bleibt nur das Jetzt. Wenn es ein Ich gibt, kann es das nur genau jetzt geben. Es müsste also hier und jetzt vorhanden sein. Etwas Festes/Fixes kann ich nicht finden (so: hier schau mal, hier ist es und drauf zeigen). Und sonst finde ich nur den Körper, Gedanken, Empfindungen, Wahrnehmungen.
Dann müsste ich die Gesamtheit von dem allen sein. Da das aber kommt und geht und nicht tot umfalle sondern immer noch da bin, wenn manche Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen NICHT da sind, müssen das ‚Teile‘ sein, die in mir auftauchen.
Dann bleibt übrig nur das ‚Sein‘ selbst, der Moment, der gerade ist. Dann bin ich der Moment, der gerade ist.
Vor einigen Wochen war die Chefin mit ihrem 1-monatigen Baby zu Besuch. Als sie es ansah und ‚Nora‘ sagte, ging mir der Gedanke durch den Kopf „wie absurd, das ist keine Nora, sie hat gar keinen Namen, sie ist bloss, was sie ist“.
Bei Babies oder Tieren ist mir klar, dass es kein Ich gibt, und bei Erwachsenen, dass da einfach Gedanken durch den Kopf gehen, die eine Geschichte spinnen und sonst das Leben selbst passiert. Dennoch identifiziere ich mich ständig, täglich, stündlich mit diesen Vorstellungen und Geschichten, denke das sei ich.
Und ich kann mir nicht erklären, wie kein-Ich/auch kein-Irgendwas damit zusammenpasst, durch ändern Glaubenssätze sein Leben zu ändern zu können. Wenn da nichts ist, kann auch nichts das Leben ändern. Dennoch sieht man genau das ständig, dennoch sagen Menschen, die die Illusion durchschaut haben (in meinen Augen): Change your beliefs and you change your life (Bentinho) und während der eine "Erwachte" sagt, es gibt keine Wahl" (Tony Parsons), sagt der andere "Erwachte" (Bentinho) "Everythin is choice".
Der Gedanke ist da "er wird sicher schreiben, ich soll die Bentinhos weglassen und mich auf mich selber konzentrieren." :-)
Der ist doch aufgetaucht, weil 'etwas' da ist, das sich an das Vorherige erinnert? Gedanken selbst können sich ja nicht erinnern, sondern nur aufsteigen. (Oder?) Muss es dann nicht doch so etwas wie 'Bewusstsein' oder wie immer man es nennen will geben?