Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

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Tompi
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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Tompi » Tue Apr 23, 2013 5:11 pm

Ok. Vielleicht gehen wir einfach nochmal einen kleinen Schritt zurück und sehen uns die Wahrnehmung an. Du hast am Anfang von einem Beobachter gesprochen. In Deinem Trip war da nur das Wahrnehmen, ohne dass es an eine Person gebunden war. Richtig?

Wenn wir die Wahrnehmung unterteilen, gibt es immer das wahrgenommene Objekt auf der einen Seite und das wahrnehmende Subjekt auf der anderen. Du guckst gerade zum Beispiel auf einen Monitor. Der Monitor ist ein Objekt Deiner Wahrnehmung. Und auch, wenn wir nicht so genau wissen, wer oder was "Du" bist - der Monitor kannst Du schon mal nicht sein. Richtig? Schließlich bist Du es ja, der den Monitor betrachtet. Ist Dir das Prinzip klar? Du kannst es auch auf die anderen Sinne ausweiten. Was auch immer in diesen Sinnen auftaucht - Du bist immer als Betrachter da. Somit kannst Du alles als "Nicht-Ich" ausschließen, was wahrgenommen werden kann. Das ist jetzt ziemlich komprimiert... Nimm Dir einfach mal einen Moment Zeit und sieh Dir alles an, was Du jetzt gerade nicht sein kannst. Der Stuhl auf dem Du sitzt, die Bilder an der Wand, die Musik die du hörst, ... Zähl' doch einfach mal Dinge auf, die Du in jedem Fall schon mal nicht bist.

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Fladek » Wed Apr 24, 2013 10:23 am

Okay, here we are again. Ich bin nichts (bzw. kein Ding), ich bin nicht der Stuhl, nicht die Maus, nicht die Tastatur, nicht das Fenster und nicht der Vogel, der Körper bin ich auch nicht, sowie ich Gedanken und Gefühle auch nicht bin. Was übrig bleibt ist die Wahrnehmung. Somit bin ich das was ist.

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Tompi » Wed Apr 24, 2013 12:27 pm

Was übrig bleibt ist die Wahrnehmung. Somit bin ich das was ist.
Das hört sich total logisch an. Gleichzeitig aber auch etwas "abgeschrieben"... ;) Wie siehst Du das selbst? Hast Du die Illusion des Ich durchschaut - ohne Zweifel? Oder sind da noch Fragen offen? Möchtest Du etwas hinzufügen, ergänzen oder ist da noch ein Thema, über das wir nicht gesprochen haben?

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Fladek » Thu Apr 25, 2013 11:34 am

Ich denke ich habs durchschaut. Es ist aber so ein hin und her. Manchmal ist da quasi nur Wahrnehmung da. Dann wirkt alles ein wenig künstlich. "Mein" Körper tut alles ganz von alleine, die Gedanken sind zum kaputt lachen, weil sie einfach nicht mehr ernst genommen werden können und "andere" wirken wie Schauspieler in einem riesigen Theaterstück. Dann gibt es aber auch wieder Momente, wo das Gefühl wieder da ist ein eigenständiges agierendes Ich zu sein, dass Kontrolle über die Handlungen und Gedanken hat. Vorallem morgens nach dem Aufstehen, denn in den Träumen ist die Ichhaftigkeit noch zu 100 % vorhanden.
Aber wie gesagt, ich denke die Illusion ist durschaut. Jetzt geht es eher darum die Erkenntnis zu festigen und zu vertiefen.

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Tompi » Thu Apr 25, 2013 3:43 pm

Ok. Dann wollen wir mal sehen, was die anderen Guides dazu sagen. Bitte beantworte unsere Abschlussfragen so ausführlich wie nötig, damit sie sich ein Bild machen können. Lass Dir ruhig ein wenig Zeit damit. Wenn möglich versuche Deine eigene, authentische Beschreibung zu finden... ;)

1) Gibt es ein Ich in irgendeiner Form?

2) Was hat Dich davon überzeugt, dass es sich nur um eine Illusion handelt? Was hatte Dir den letzten Schubs gegeben?

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist seit dem anders? Worin besteht der Unterschied?

4) Wie würdest du das jemandem erklären, der noch nie die Existenz eines eigenständigen "Ichs" bezweifelt hat und nichts von alldem gehört hat?

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Fladek » Tue Jul 30, 2013 12:36 pm

Hallo Tom,

ich bin wieder da und möchte das hier nun zuende bringen. Wie ich dir mitgeteilt habe, haben sich bei mir die Lebensumstände geändert und ich musste mich auf andere Sachen konzentrieren.
Nun habe ich aber wieder genug Zeit, um hier regelmässig zu antworten und würde mich freuen, wenn du mich bis zum Ende begleiten würdest.

Ich bin mir momentan nicht sicher ob die Ich-Illusion durchschaut ist oder nicht.

Es taucht immer wieder das Gefühl auf Kontrolle zu haben über Gedanken und Handlungen und das ich der bin, der redet, der sitzt ... der, der tut. Dann wird aber wieder genau hingesehen, wie jetzt gerade. Schreiben, Gedanken, Baumrascheln, Uhrticken sind Sachen die passieren auf die ich keinen Einfluss habe. Aber ich muss gezielt darauf acht geben. Im Alltag ist mir das nicht bewusst.

Wenn ich jetzt wieder bewusst auf das Geschehen achte, wird ein Gewahrsein spürbar. Ich habe dann das Gefühl präsenter zu sein. Aber es verschwindet auch schnell wieder, wenn ich abgelenkt werde. Vorallem in Gesprächen mit anderen.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich es tatsächlich noch nicht durchschaut habe oder ob es einfach nur der Gedanke ist, dass es das doch nicht schon gewesen sein kann, dass es so einfach nicht sein kann.

Jedoch für die Abschlussfragen fühle ich mich noch nicht wirklich bereit.

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Tompi » Wed Jul 31, 2013 8:30 am

Willkommen zurück. :) Freut mich sehr, dass Du dran bleibst.
Es taucht immer wieder das Gefühl auf Kontrolle zu haben über Gedanken und Handlungen und das ich der bin, der redet, der sitzt ... der, der tut. Dann wird aber wieder genau hingesehen, wie jetzt gerade. Schreiben, Gedanken, Baumrascheln, Uhrticken sind Sachen die passieren auf die ich keinen Einfluss habe. Aber ich muss gezielt darauf acht geben. Im Alltag ist mir das nicht bewusst.
So ist das nun mal mit den Illusionen. Sieh mal auf die Wand gegenüber und führe dann ohne den Fokus zu verändern Deinen erhobenen Zeigefinger zur Nase. Wie viele Finger siehst Du? Wie viele Finger sind Deiner Meinung nach wirklich da? Ja nachdem was Du fokussierst (Wand oder Finger) ändert sich die Anzahl der Finger, die Du siehst. Beunruhigt Dich das? ;) Was ist in Wirklichkeit da?

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Fladek » Wed Jul 31, 2013 9:59 am

Ich weiß zwar nicht genau worauf Du hinaus willst, es ist aber auch völlig egal. :)

Denn die Zweifel sind verschwunden. Das Gefühl ein eigenständiges Ich zu sein taucht zwar immer mal wieder auf, aber selbst das erscheint ja nur in... ja in was überhaupt? Es gibt keinen Grund sich gegen Ich-Gedanken zu wehren. Sie tauchen auf und verschwinden wieder, wie alles andere auch. Niemand da, der Einfluss darauf hat, niemals.
Nichts was ich tun kann, um es zu halten, um es immer zu haben. Denn es ist wie es ist. Es ist. ...

Ich wüsste nicht was Du noch schreiben könntest, um das klarer zu machen.
Ich werde mich nun an die Beantwortung der Abschlussfragen machen, denn ICH habe die Illusion durchschaut ...haha. Torloses Tor... Klasse. Ich musste gerade laut lachen. SOOOO einfach, wie kann man das denn jemals übersehen.

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Tompi » Wed Jul 31, 2013 10:40 am

Dann bin ich mal sehr gespannt. :)

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Fladek » Thu Aug 01, 2013 10:33 am

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

Nein, alles geschieht aus sich selbst heraus. Niemand der für irgendetwas verantwortlich ist, niemand dem irgendwas gehört. Leben lebt sich, ohne dass es jemand für sich beanspruchen kann.


2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

Es ist der Glaube daran, für Geschehnisse verantwortlich zu sein. Jetzt gerade glaube ich z.B. keine Ahnung zu haben was ich noch schreiben soll. Aber beim Schreiben merke ich, dass das ja gar nicht stimmt und sehe wie es einfach nur Gedanken sind, die auftauchen. Dann kommen wieder Momente in denen den Gedanken geglaubt wird. Aber da ist ja niemand, der den Gedanken glauben kann, trotzdem passiert es. Wieso? Keine Ahnung! Die Frage, wie die Ich-Illusion entsteht, ist für mich genauso wie die Frage: Wie entstehen Gedanken? Keine Ahnung, sie kommen aus dem nichts. Genauso ist es mit der Ich-Illusion, sie entsteht einfach.


3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

Gestern bin ich im Garten auf die Knie gefallen, um den Rasen zu spüren, der ich selbst war/bin. So eine Freude.
Am Nachmittag dann überkam mich eine solche intensive Euphorie, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe. Grundlos.
Momentan ist eine unglaubliche Lebendigkeit zu spüren und Intimität mit dem Moment an sich.


4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

Es war die Erkenntnis, dass Ich-Gedanken, genau so wie alles andere, einfach nur auftauchen und wieder verschwinden. Im Prinzip ist der Ich-Gedanke nichts anderes als Vogelgezwitscher oder sonst irgendetwas. Eine Erscheinung im unendlichen Meer des Seins.


5) Gibt es irgendwelche Ereignisse im Leben, über die Du Kontrolle ausübst? Kannst Du über irgendetwas entscheiden, es beeinflussen oder herbeiführen? Gib ein paar konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung.

Nein, wie schon bei 1) beschrieben. Alles geschieht von ganz allein. Absolut keine Kontrolle über irgendetwas.


6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Vielen Dank Tom
auch wenn du nichts dafür kannst.

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Re: Eigentlich weiß ich ja, dass ich nicht existiere.

Postby Fladek » Thu Aug 01, 2013 1:49 pm

Da ist nur Ewigkeit Unendlichkeit Sein.
Es gibt keine Möglichkeit näher heran oder weiter weg zu kommen.
Das Bedürfnis entsteht es zu ergründen, wo es nichts zu ergründen gibt.
Der Wunsch ihm näher zu kommen, obwohl es näher nicht mehr geht.
Und so wird verloren, was nicht zu verlieren ist.
Doch da ist niemand der es haben will, aber doch jemand der danach lechzt.

Was ist das für ein blöder kosmischer Witz?


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