"Wie fällt eine Entscheidung ?"
Möchte Deine letzten Fragen im einzelnen durchgehen:
-der Gedanke, dass es wichtigeres als Fernsehen gibt, ist einfach aus dem Nichts aufgetaucht. Er war auf einmal da.da war ein Gedanke, dass es Wichtigeres zu tun gibt. Wer hat ihn "gemacht"? Jedenfalls kein "Zensor", denn das ist nur eine Vorstellung. Es ist nur ein weiterer Gedanke, der sich auf einen vorherigen Gedanken bezieht. Es gab also diese Gedanken und dann eine Handlung. Dann verstrickst Du Dich wieder: den "Kontrolleur" (ein umbenannter "Zensor"?) gibt es auch nicht. Da sind einfach nur Gedanken. Und da sind Handlungen. Kannst Du wirklich jemanden finden, der eines von beidem auslöst? Nach dem Aufstehen vom Sofa mag da der Gedanke sein "Dass ich jetzt aufgestanden bin, lag an den Gedanken, dass es Wichtigeres zu tun gibt." Aber das ist nur ein weiterer Gedanke, der auftaucht. Wann und wo hat da "jemand" eine Entscheidung getroffen, wie und was passieren soll? Wann genau hast Du unter den unzähligen möglichen Gedanken ausgewählt, dass Du gerne "es gibt Wichtigeres zu tun" denken möchtest? Wann genau hast Du entschieden, dass Du auf diesen Gedanken mit Aufstehen reagieren möchtest? Und wie genau hast Du das gemacht?
Wer ihn gemacht hat, weiß ich definitiv ist. Es scheint auch Blödsinn zu sein, ihn als "meinen" Gedanken zu betrachten. Anderen erscheint er bestimmt auch.
- der Kontrolleur und der Zensor sind einfach nur kontrollierende oder zensierende, also wertende Gedanken.
- Wer die Handlung auslöst, kann ich auch nicht sagen. Dazu mehr im 2. Teil "Kaufentscheidung".
-Du meinst mit "Entscheidung" die Handlung selber und nicht die vorherigen Gedanken, oder ?
Die Entscheidung wurde von niemanden nirgendwo und nirgendwann getroffen. Sie hat sich selber getroffen oder besser es ist eine Handlung passiert, die ich Entscheidung nenne.
Im Grunde war es so: ich saß vor demTV und es kamen diese wertenden Gedanken. Und bevor die Gedanken sich zuende gedacht haben, stand ich schon überraschend schnell und abrupt auf.
Für das "Ich" ist gar kein Platz. Es, ein Gedanke, mogelt sich da rein und sagt "ich war''s".
Wenn ich nicht so genau hinsehe, wie gerade beschrieben, dann falle ich auf die zeitliche Nähe zwischen dem Gedanken und der dazu passenden Tat rein.
Es gibt auch Handlungen ohne Gedanken. Ich erinnere mich, dass ich mal an einer roten Fussgängerampel einfach so "wie ferngesteuert" losgegangen bin. Es gab keinerlei Motivation (Eile) oder irgendeinen Gedanken vorher darüber. Ich dachte immer, ich sei blond bis schusselig.
Teil 2
Habe mich heute bei einer "Kaufentscheidung", Marke Impulskauf, beobachtet: das Auge sieht einen Artikel. Interesse. Einkaufswagen steuert auf das Teil zu. Arm nimmt den Artikel vom Ständer. Verlangen,das Teil zu besitzen. Dann Gedanken wie: "brauche ich das wirklich ? Kann ich mir eigentlich sparen, unnötige Ausgabe, etc."
Und mittendrin, die finale Entscheidung im Kopf war noch in der Verhandlung, hat der Arm Fakten geschaffen: das Teil landete einfach so im Einkaufswagen.Völlig unvermittelt.
Habe jetzt Spaß bekommen, mir selbst zuzusehen, was einfach so passiert.
Bei Tätigkeiten wie Treppe putzen und Auto fahren ist es nicht so schwer zu sehen, dass "ich" nicht fahre, sondern etwas mich fährt. Knöllchen kriege ich natürlich trotdem. Reichlich.... ;-))

