Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Fri Jan 18, 2013 9:56 am

Schön beschrieben, danke, mein Herz hört dich.

Also, du kennst Erleben ohne Ich und hast bemerkt, dass du das Ich nicht „unbedingt bräuchtest“.

Wobei stört dich das Ich?

Fühle mal in dich hinein, ob das Ich irgendsoein kleines Dingens da (spezielle Hirnfunktion z.B.) ist, oder ob es vielleicht das große Ganze ist, du selbst, also die Vorstellung, das Bild was du dir von dir machst.

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Fri Jan 18, 2013 10:07 am

Spüre gerade eine ganz starke Verbindung auf der Herzensebene. Danke dafür.

Wobei mich das ich stört weiß ich nicht. Es fühlt sich nur besser an ohne. Vielleicht stört es mich einfach nur dabei, das Leben so zu nehmen wie es kommt?

Wenn ich mich hineinspüre, dann kommt mir mein ich sehr klein vor, ein kleines kränkliches Männchen, irgendwo im Hinterkopf glaub ich. Mit ich meine ich nicht das große Ganze. Das ist es eher dann, wenn wenn das gerade nicht da ist.

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Fri Jan 18, 2013 10:18 am

Entschuldige bitte die Tipp- und Rechtschreibfehler die sich immer wieder einschleichen. Wenn's bei mir sprudelt, dann passiert das. Ich hoffe das lLesen meiner Beiträge strengt dich dadurch nicht wesentlich mehr an.
Ich weiß nicht was es ist, aber ich hab' das Gefühl wir sind jetzt irgendwie online. Tut gut dich? zu spüren.

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Fri Jan 18, 2013 10:52 am

Wenn ich mich hineinspüre, dann kommt mir mein ich sehr klein vor, ein kleines kränkliches Männchen, irgendwo im Hinterkopf glaub ich. Mit ich meine ich nicht das große Ganze. Das ist es eher dann, wenn wenn das gerade nicht da ist.
Offenbar sind da zwei Ichs:
das kleine und
das, welches ich sich hineinspürt.
Ist das so?

PS: keine Sorge wegen Tippen, innere Beteiligung ist wichtiger als Orthographie. Danke für die Wertschätzung, wolf

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Fri Jan 18, 2013 11:05 am

Nicht ganz. Hab mich da wohl falsch ausgedrückt. Da ist das kleine, kränkliche und mittlerweile nervige Männlein auf der einen Seite. Es springt auf und ab und schreit: "Ich will, ich will, ich will,..." Und auf der anderen Seite das Gefühl von Ganzheit, wenn das ich gerade nicht da ist. Dann ist da nur mehr das große Ganze. Und keine Gedanken. Kaum zu erklären, diese Sache.

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Fri Jan 18, 2013 11:37 am

Kaum zu erklären, diese Sache.
stimmt.

Also wenden wir uns dem Kleinen zu.

Wieviel Realität hat dieses Ich? soviel wie dein Monitor, oder soviel wie z.B. die Universität oder soviel wie Dornröschen?

Offenbar hat dieses Ich in deinem Alltag Macht und Bedeutung.

Ist es eine Schauspieler-rolle, die das Lebewesen Quasam einnimmt?

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Fri Jan 18, 2013 11:54 am

Ich schwanke da zwischen Universität und Dornröschen. So real wie der Monitor ist es nicht.

"Ist es eine Schauspieler-rolle, die das Lebewesen Quasam einnimmt?"
Diese Frage tut mir weh. Aber ich fürchte es stimmt. Es ist eine Rolle. Trauer und Erleichterung ist jetzt da.

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Fri Jan 18, 2013 5:35 pm

Also, dieses Ich hat vielleicht ein bisschen Realität und lässt den Quasam eine Rolle spielen, an die er so sehr glaubt, dass er meint, er wäre das.

Und dieser Rollen-Vorstellung gemäß muß er sich verhalten.

Und die Figur, die er darstellt muss er zum Lebensglück führen.

Wenn Quasam „ich“ sagt, dann meint er diese Figur, die er darstellt.
Ist das so?

Natürlich existiert ein Körper, der als Vermittler all der Wahrnehmungen und Gefühle dient.

Aber die Persönlichkeit, als die er sich wähnt, ist das mehr als eine Illusion?
Wenn Quasam sagt: „ich, Quasam, …“ spricht er dann von einem real existierenden Wesen, oder wovon spricht er da?

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Fri Jan 18, 2013 9:18 pm

Wenn quasam ich sagt, glaubt er tatsächlich noch daran, dass es ihn wirklich gibt. Und das verteidigt er mit Zähnen und Klauen. Er will nicht wahrhaben, dass er nur die Summe von Erfahrungen ist, aus denen er sich eine Persönlichkeit zusammengereimt hat. Quasam ist für sich keine Illusion. Für sich existiert er.
Wenn ich sage, "ich, quasam,...", dann kommt dahinter nichts mehr, das sich wahr anfühlt. Es schmerzt, wenn mach sich auflöst.

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Sat Jan 19, 2013 3:51 am

Aufpassen!

Wir haben soeben einen Wechsel des Standpunkts vollzogen und begeben uns auf dünnes Eis.
Vorher: die naturwissenschaftlich festgefügte Welt von Quasam und Wolf. Sie löst sich auf wie ein Nebelschleier.
Jetzt: ein wortloses, stilles Wahrnehmen dessen was ist.

Worte und Beschreibungen, die hier gebraucht werden, sind aus der „festen Welt“ entliehen, denn hier gibt es keine.
Und die Gefahr besteht, dass wir
entweder, ohne es zu bemerken, wieder in die „feste Welt“ zurückfallen, oder
Opfer der eigenen Vorstellungskraft werden und Vorstellungen anhängen, die mit dem, was wahrgenommen wird nichts zu tun haben.

Ab hier müssen wir beide auf einander aufpassen.

Jetzt gönnen wir uns erstmal eine Pause und lenken unsere Aufmerksamkeit auf die Gefühle, die durch die Auflösung der „festen Welt“, die Entschleierung der Vorstellung die Quasam oder Wolf von sich hatten ausgelöst werden.
Gedanken tauchen auf wie: das kann doch nicht wahr sein und heftige emotionale Gegenwehr ("mit Zähnen und Klauen").
Nimm dir Zeit und notiere alles, was in diesem Zusammenhang wahrgenommen wird. (Hauptaufgabe)

Gibt es auf diesem dünnen Eis eine Grenze zwischen dir und mir? (Nebenfrage).

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Sat Jan 19, 2013 7:34 am

zur Hauptaufgabe (in Stichworten): Vergangenheit und Zukunft nicht real, Realität in Gegenwart, wo ist das ich, keine Erklärung, Trauer und Wut, Verzweiflung und Einsamkeit, Mich gibt es nicht, Entspannung, Erleichterung, Zufriedenheit, Wo ist das verdammte ich? Tasten im Dunkeln, Brennen im Brustbereich, Selbstmitleid, dann wieder ein inneres Aufblühen, Leichtigkeit, Gefühl von Schweben, Verwirrung, Gefühl kurz vor dem Gedanken zu sein, der alles erklärt, grübeln, Sturz in ein Loch, Knoten im Hirn, weiß nicht mehr was ich denken soll, alles wird angezweifelt, Blick auf die eigene Hand, kommt mir vor wie von Fremden, Ängste was da noch kommen wird (und hier bin ich sehr dankbar, dass du mich begleitest), Aufatmen, dann wieder Grübeln, ...
Ein ewiges auf und ab.

zur Nebenfrage: Da spüre ich keine Grenze zwischen dir und mir. Beim Gedanken an dich, bist du irgendwie da. Fühlt sich gut an. Nur wie real sind nun Gedanken und Gefühle?

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Sat Jan 19, 2013 6:39 pm

Von der neuen Warte aus:

Ist von quasam mehr übrig geblieben, als ein Lebewesen, welches als Wahrnehmungs- und Verständigungs-Instrument fungiert?
Hast du durchschaut, wie dieses Lebewesen jederzeit bereit und in der Lage ist, wieder in die altgewohnte Rolle zu schlüpfen und sich als „ich bin QUASAM !!“ darzustellen?

Von der neuen Warte aus ist wahrzunehmen:
Die Quasam-Illusion hat sich aufgelöst und das Leben sprudelt weiter.
Bemerkbar wird die Veränderung, wenn das Lebewesen im Alltag seine Wünsche, die ihn zu was Besserem, Größerem, Erwachten oder Erleuchteten machen sollen, als bedeutungslos empfindet .

Gibt es einen Quasam in irgendeiner Form oder Zustand? (Hauptfrage)

Vielleicht sind da noch ein paar Reste, die sich gerne als bedeutungsvoll und real darstellen ?
War das zu schnell ? Wo bist du hängen geblieben? Wie geht es dir jetzt ?

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Sat Jan 19, 2013 8:52 pm

Von der neuen Warte aus:
Ist von quasam mehr übrig geblieben, als ein Lebewesen, welches als Wahrnehmungs- und Verständigungs-Instrument fungiert?
Hast du durchschaut, wie dieses Lebewesen jederzeit bereit und in der Lage ist, wieder in die altgewohnte Rolle zu schlüpfen und sich als „ich bin QUASAM !!“ darzustellen?
Da ist von ihm nicht mehr viel übrig. Aber er taucht immer wieder auf. Meistens muss ich darüber schmunzeln und denke mir z.B.: "Ja, rede du nur!" und versuche ihm keine Bedeutung beizumessen. Heißt das, dass ich die Illusion durchschaut habe? Ich kann’s nicht sagen.
Von der neuen Warte aus ist wahrzunehmen:
Die Quasam-Illusion hat sich aufgelöst und das Leben sprudelt weiter.
Bemerkbar wird die Veränderung, wenn das Lebewesen im Alltag seine Wünsche, die ihn zu was Besserem, Größerem, Erwachten oder Erleuchteten machen sollen, als bedeutungslos empfindet.
Das Wünschen ist auch schon fast weg. Manchmal gibt es dadurch ein Gefühl von Ohnmacht und Resignation. Ich kann spüren, dass das Leben auch ohne Ich-Illusion funktioniert.
Gibt es einen Quasam in irgendeiner Form oder Zustand? (Hauptfrage)?
"Nein!" sagt der Kopf. Nur ich spüre es so noch nicht. Ich weiß nur, dass er weder Körper, Gedanken oder Emotionen ist.
Vielleicht sind da noch ein paar Reste, die sich gerne als bedeutungsvoll und real darstellen ?
War das zu schnell ? Wo bist du hängen geblieben? Wie geht es dir jetzt ?
Da sind offensichtlich noch ein paar Reste, die sich sehr wichtig geben. Ob das zu schnell war kann ich nicht sagen, hab keinen Vergleich. Somit wird's so schon passen. Es fühlt sich komischerweise nicht so an als würde ich hängen. Genau jetzt fühle ich mich deutlich besser als noch ein paar Augenblicke zuvor.

User avatar
wolf
Posts: 146
Joined: Thu Apr 19, 2012 9:42 am

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby wolf » Sun Jan 20, 2013 10:22 am

Von der Warte des Wahrnehmens bedeutet es nichts ob Leben unter dem Einfluss der Illusion wahrgenommen wird, oder eben direktes Erleben. Immer findet das Wahrnehmen des Lebens statt, still, wertfrei und liebevoll. In der illusorischen festen Welt hat alles illusorische Bedeutung.

Ändere mehrfach deinen Standpunkt:
Schau von der Warte des Wahrnehmens aus und schau von der Warte der gewohnten festen Welt aus. Schau auf Quasam.
Schau, was an Quasam real ist und was Vorstellung ist. Mal schlüpfst du in den Quasam, mal nimmst du ihn einfach wahr. Mehrfach, hin und her.
Hier bist du allein, nur du schaust und nimmst wahr. Weder dein Wissen, noch das was ich sage kann dir helfen.
Du siehst, was du siehst und was du nicht siehst.

Dann sag:

Was bedeutet das: „. Aber er taucht immer wieder auf.“ ..?

Fragst du das immernoch?: „Heißt das, dass ich die Illusion durchschaut habe? Ich kann’s nicht sagen.“ . . . welche Bedeutung haben letzte Zweifel, die immerwieder auftauchen ? Kannst du sie einfach vorüberziehen lassen, oder mußt du dich mit ihnen auseinandersetzen? (Wenn auseinandersetzen müssen, dann her damit!!)

„"Nein!" sagt der Kopf. Nur ich spüre es so noch nicht. Ich weiß nur, dass er (Quasam) weder Körper, Gedanken oder Emotionen ist.“ Die Erkenntnis, dass Quasam eine Illusion ist, ist ebenso eindrücklich, wie das plötzliche Entdecken eines Autostereogrammes. Diese Erkenntnis gewinnst du indem du Quasam von der Warte der Wahrnehmung her anschaust. Wissen ist dafür eher hinderlich.
Stört dich vielleicht, dass du eigentlich Feuerwerk und Hosianna-Singen erwartet hattest? Wer (!) erwartet das?

User avatar
quasam
Posts: 20
Joined: Wed Jan 09, 2013 12:00 pm
Location: Österreich (Steiermark)

Re: Ich will nichts, und deshalb bin ich hier...

Postby quasam » Sun Jan 20, 2013 4:22 pm

Von der Warte des Wahrnehmens aus ist es egal ob es quasam gibt oder nicht. Dann ist er nur soetwas wie eine Idee. Wenn ich in die Rolle schlüpfe gibt es da Sorgen und Ängste. Es zieht die Gedanken in die Vergangenheit und Zukunft.

Dann sag:
Was bedeutet das: „. Aber er taucht immer wieder auf.“ ..?

Das Bild das dazu gekommen ist, ist ein Ertrinkender, der immer wieder versucht den Kopf aus dem
Wasser zu heben. Aber es ist klar, dass er untergehen wird.

Lieber wolf, mittlerweile weiß ich gar nichts mehr. Da schaltet der Kopf ab. In diesem Moment, da ich das hier schreibe sind keine Zweifel da.

Stört dich vielleicht, dass du eigentlich Feuerwerk und Hosianna-Singen erwartet hattest? Wer (!) erwartet das?
Autsch! Es hat eine Zeit gegeben, da hätte ich mir das so gewünscht. Ich war immer sehr ehrgeizig. Das hat vom Standpunkt des Wahrnehmens aus keine Bedeutung. Weil es irgendwie kein davor und dannach gibt.


Return to “Deutsch (Archiv)”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 43 guests