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Re: Pointing

Posted: Fri Jun 08, 2012 11:54 pm
by Ingen
Ich hätte gerne ein Beispiel. Wie ist es, wenn "der Kopf kommt". Was passiert dann, genau? Gibt es dann ein Ich?
nicht wirklich, aber ich muss aufpassen ;)
Gibt es, oder gibt es nicht? Gibt es eins, wenn du nicht aufpasst?

Re: Pointing

Posted: Sat Jun 09, 2012 12:05 am
by thomas
Ich hätte gerne ein Beispiel. Wie ist es, wenn "der Kopf kommt". Was passiert dann, genau? Gibt es dann ein Ich?
antwort folgt morgen
Gibt es, oder gibt es nicht? Gibt es eins, wenn du nicht aufpasst?
gibts den weihnachtsmann, wenn ich nicht aufpasse ;) nein. aber es ist nervig, sich immer wieder daran zu erinnern.

morgen mehr, liebe grüsse :)

Re: Pointing

Posted: Sat Jun 09, 2012 9:27 am
by thomas
Ich hätte gerne ein Beispiel. Wie ist es, wenn "der Kopf kommt". Was passiert dann, genau? Gibt es dann ein Ich?
ein ich gibt es nicht.

wie es in kopf kommt? keine ahnung. es taucht da einfach ein gedanke auf, gerne gefolgt von noch einem. in der regel ketten, die es mitunter zu erkennen gilt.

praktisches beispiel? das wort "ich" in der kommunikation/gedanken neu verknüpfen. hättest du hier vielleicht ne gute formulierung? (außer gibts nicht^^)
Gibt es, oder gibt es nicht? Gibt es eins, wenn du nicht aufpasst?
nein, auch nicht, wenn ich nicht aufpasse.

Re: Pointing

Posted: Sat Jun 09, 2012 12:43 pm
by Ingen
Hier war noch eine Frage, auf die ich eingehen wollte:
mal für die praxis: (dual gesagt) die anderen sind nicht getrennt von mir, weil sie nur in "meiner" wahrnehmung auftauchen?
Ja. Aber sogar wenn du die anderen als physisch existent betrachten willst, sind sie in keiner Weise von dir getrennt. Da findet nur Materie- und Energie-Austausch statt, und eine Trennungslinie ist immer willkürlich.
ich bemerke, dass ich dazu neige, das benennen zu wollen, was ich da und wie ich es wahrnehme. da meine wahrnehmung in dieser hinsicht noch "jung" ist, führt mich das gerne in alte denkmuster.
ich nehme war, dann nehme ich war, wie ich drauf reagiere. alles "meine" wahrnehmung (und dann wieder doch nicht)?
Da es von dir aus gesehen sowieso nur deine Wahrnehmung gibt, kannst du das "deine" streichen: es gibt nur Wahrnehmung. Alle anderen Wahrnehmungen sind Geschichten. Die "objektive" Weltsicht ist eine Fiktion.

Hast du noch irgendwelche Zweifel bezüglich deiner Existenz?

Re: Pointing

Posted: Sat Jun 09, 2012 1:30 pm
by thomas
Hier war noch eine Frage, auf die ich eingehen wollte:
mal für die praxis: (dual gesagt) die anderen sind nicht getrennt von mir, weil sie nur in "meiner" wahrnehmung auftauchen?
Ja. Aber sogar wenn du die anderen als physisch existent betrachten willst, sind sie in keiner Weise von dir getrennt. Da findet nur Materie- und Energie-Austausch statt, und eine Trennungslinie ist immer willkürlich.
ok. danke. ich bleibe aber mal bei wahrnehmung, finde das zielführender.
Da es von dir aus gesehen sowieso nur deine Wahrnehmung gibt, kannst du das "deine" streichen: es gibt nur Wahrnehmung. Alle anderen Wahrnehmungen sind Geschichten. Die "objektive" Weltsicht ist eine Fiktion.
ok, dann hilf mir mal hiermit bitte weiter: gibt es nur "meine" wahrnehmung oder hast "du auch wahrnehmung?
oder wie würdest du das weise erklären, dass nicht 2 auftauchen? wahrnehmung ist doch nicht getrennt?!
Hast du noch irgendwelche Zweifel bezüglich deiner Existenz?
was ist "meine" existenz in diesem zusammenhang? da "ist" was, was nichts wirkliches ist (also kein wahrnehmender). daran zweifele ich nicht.
aber du fragtest ja auch nicht, was es ist - erwischt ;)

Re: Pointing

Posted: Sun Jun 10, 2012 9:06 am
by Ingen
Ingen wrote:Da es von dir aus gesehen sowieso nur deine Wahrnehmung gibt, kannst du das "deine" streichen: es gibt nur Wahrnehmung. Alle anderen Wahrnehmungen sind Geschichten. Die "objektive" Weltsicht ist eine Fiktion.
ok, dann hilf mir mal hiermit bitte weiter: gibt es nur "meine" wahrnehmung oder hast "du auch wahrnehmung?
oder wie würdest du das weise erklären, dass nicht 2 auftauchen? wahrnehmung ist doch nicht getrennt?!
Hier tauchen Buchstaben auf dem Bildschirm auf, die Gedanken auslösen. Ob die aus einer anderen Wahrnehmung eines Menschen namens Thomas kommen oder von einem fernen Planeten hierhergelenkt wurden, weiß ich nicht.

Der Gedanke "Ein Mensch namens Thomas schreibt mir" erscheint recht glaubhaft, und bekommt das Etikett "Realität" angehängt. Dieses Etikett bedeutet so was wie: "besonders wichtig".

Und so habe ich mir auch eine Theorie zusammengebastelt, dass das Universum sich sozusagen nur "von innen" erfahren kann. Es gibt nur subjektive Standpunkte, und die Welt einer Laus sieht anders aus als meine". Aber das ist natürlich auch nur eine Geschichte.

Kannst du damit was anfangen?

Wie fühlt sich das Dasein jetzt an im Vergleich zu bevor wir unseren Dialog angefangen haben? Hat sich was verändert in deinem Erleben?

Re: Pointing

Posted: Sun Jun 10, 2012 10:50 am
by thomas
ja, kann damit was anfangen, danke. das mit den subjektiven standpunkten ist ein wichtiger punkt. fürs hirn nicht immer einfach, dabei will es doch immer objektiv recht haben ;)
ich bleib dann mal bei mir und sehe die dinge "bei mir" auftauchen und packe die frage, ob es dich gibt in die schublade.

mein erleben ist durch die dialoge anders geworden. die dinge bekommen mehr distanz, auch wenn sie teilweise (gerade gefühle) "näher" sind als vorher. vieles im denken oder "erfahren" ändert sich. stück für stück.
das, was du ja immer so an mir "schätzt" in den paar minuten, wo wir uns täglich "begegnen" - damit habe ich ja den ganzen tag zu tun. wird aber zunehmend entspannter.

magst du vielleicht so langsam nochmal die finalen fragen stellen? ich bin mir sicher, in deiner wahrnehmung taucht freude auf, wenn wie diesen thread schliessen können *gg* wobei - diesen unterschied gibts eigentlich nicht.

Re: Pointing

Posted: Sun Jun 10, 2012 11:20 pm
by Ingen
magst du vielleicht so langsam nochmal die finalen fragen stellen? ich bin mir sicher, in deiner wahrnehmung taucht freude auf, wenn wie diesen thread schliessen können *gg* wobei - diesen unterschied gibts eigentlich nicht.
"Den thread abschließen" macht nur Sinn, wenn du klar gesehen hast, dass es kein Ich gibt. Also nicht nur intellektuell, sondern erfahrungsmäßig.

Es bin ja nicht ich, die einschätzt, ob du "gesehen hast" oder nicht, sondern die anderen guides.
Ich möchte dich also bitten, die Fragen klar und ausführlich zu beantworten, und spirituelle und philosophische Schnörkel wegzulassen. Erzähle von deiner Erfahrung damit.


1. Gibt es ein Ich in irgendeiner Form oder Zustand?

2. Erkläre, wie das sogenannte "ich" funktioniert, und wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt?

3. Wie fühlt es sich an, erwacht, d.h. von dieser Vorstellung befreit zu sein?

4. Wie würdest du das jemandem erklären, der noch nie die Existenz eines eigenständigen "Ichs" bezweifelt hat und nichts von alldem gehört hat? Aber der sehr gerne wissen will, was du darüber sagen kannst.

Re: Pointing

Posted: Mon Jun 11, 2012 8:43 am
by thomas
1. Gibt es ein Ich in irgendeiner Form oder Zustand?
nein.
es gibt gedanken, die "ich" "verwenden. zb. folgt auf die wahrnehmung eines hauses "da ist ein haus" (außerhalb von mir) -> "ich habe dieses haus gesehen". der wahrnehmende erhält den gedanken, als habe er willkürlich bestimmt hat das haus zu sehen.
es ist in etwa vergleichbar mit einer kinoleinwand, auf der eine 4d-biographie gezeigt wird und die leinwand irgendwann davon ausgeht, dass sie die gezeigte person ist, da ich ich-form erzählt wird.

der "wahrnehmende" "ist" einfach nur. er ist kein glas, in den etwas gefüllt wird, noch gibt es einen befüller. er nimmt wahr, was "ist" ("auftaucht").
2. Erkläre, wie das sogenannte "ich" funktioniert, und wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt?
es erscheinen gedanken mit dem thema "ich". zb. "ich" schreibe hier.
die durchschauung erfolgte durch betrachten der reihenfolge und gedankenketten. es erscheint schrift auf dem bildschirm, finger bewegen sich und tippen auf buchstaben - doch da ist niemand, der dies bewusst tut. es passiert einfach - bilder/gedanken erscheinen und verblassen wieder, der körper handelt, wie er handelt. in "alter" gewohnheit könnte man meinen, dass man selbst diese handlung ausführt. auf gedanken des "nachfragens" folgen gedanken einer "antwort", "ich". beides sind aber nur gedanken, die mit dem wahrnehmenden nichts zu tun haben.

"ich" habe nichts durchschaut, noch wurde ich "überzeugt". diese in eine frage gekleidete aussage (feststellung) impliziert bereits, dass es jemanden gibt, der "die kontrolle" hat oder entscheiden kann. es ist passiert, was passiert ist.
da es weder "ingen" noch "thomas" gibt, kann ingen nicht "ursache" sein, noch thomas "auswirkung" dieses prozesses. sicherlich könnte ich interlektuell was von den guten fragen von ihr als ursache benennen, doch wäre dies unwahr.

ich weiss nicht, warum ich abends einschlafe und morgens aufwache. es geschieht einfach.

3. Wie fühlt es sich an, erwacht, d.h. von dieser Vorstellung befreit zu sein?
vor ein paar tagen hätte ich "gut" geschrieben, derzeit bin ich mir nicht sicher. das "fundament" "meiner" wahrnehmung ändert sich. "erwachen" oder "glücklich sein" ist auch nur ein gedanke, der genauso kommt und geht wie alles andere. je bewusster ich die gedanken oder gefühle wahrnehme, desto mehr zeigt sich, dass "dahinter" "nichts" ist. dieses "nichts" ist aber kein schwarzes loch oder ein abgrund, sondern in gewisser weise frieden.
es ist anders als gedacht und komischerweise verschwinden die gedanken ums "aufwachen" immer mehr und weichen ganz alltäglichen gedanken, zb. was noch eingekauft werden muss.
4. Wie würdest du das jemandem erklären, der noch nie die Existenz eines eigenständigen "Ichs" bezweifelt hat und nichts von alldem gehört hat? Aber der sehr gerne wissen will, was du darüber sagen kannst.
ich denke, diese frage sollte an den projektor, nicht an die leinwand gestellt werden.
ich weiss nicht, was "ich" sagen würde.
aus der falschen sichtweise heraus, dass "ich" da was bestimmen kann, würde ich zunächst sagen, dass es auf den gegenüber (der letztlich auch nur ein bild aus "meiner" wahrnehmung ist) ankommt. weiter würde ich dann fälschlich fragen, wo "sein" "ich" ist, woher er das weiß, ob er es schon gesehen hat oder andere fragen stellen.
sicherlich würden in meine aussagen einige dinge einfliessen, die ich als erlerntes wissen bezeichnen würde. durchaus aber auch dinge, die ich bewusst so nicht erlernt habe.
im grunde kann "ich" "mir" nur zuschauen, was "ich" tue und gedanken wahrnehmen, die aufeinander folgen. hätte fast geschrieben "gedanken betrachten, die sich selbst betrachten" - aber einen gedanken (in meinem kopf) habe ich noch nie gesehen. vielleicht ist der blick auf den monitor vor mir ein gedanke, der sich selbst betrachtet - doch dann wäre da ja wieder "etwas" was diesen gedanken denkt. und da ist nichts.

wenn es bei dieser frage um etwas konkretes geht, so wäre eine eingrenzung der frage passend. einem kind würde "ich" etwas anderes sagen als jemandem in einem forum, hier auf der seite, persönlich oder in einem blog mit einer bestimmten zielgruppe.

Re: Pointing

Posted: Mon Jun 11, 2012 12:49 pm
by Ingen
Lieber Thomas, da besteht schon noch Klärungsbedarf...
der "wahrnehmende" "ist" einfach nur. er ist kein glas, in den etwas gefüllt wird, noch gibt es einen befüller. er nimmt wahr, was "ist" ("auftaucht").
Wer oder was ist es, der da wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmer?

Und würdest du dir Frage 4 nochmal vornehmen? Die Aufgabe ist, in sehr einfachen worten zu erklären, warum es kein Ich gibt. Die Zielgruppe sind wir hier bei LU, und wir sind schwer von Begriff.

Re: Pointing

Posted: Mon Jun 11, 2012 2:31 pm
by Ingen
Und, wenn's dir recht ist, wird Bernhard für einen Weile übernehmen. Ich denke, dass ein neuer Winkel, eine andere Stimme, die das Eine auf eine andere Art ausdrückt, hilfreich sein wird.

Ich bin aber immer noch da!! Bis dann...

Re: Pointing

Posted: Mon Jun 11, 2012 4:50 pm
by thomas
der "wahrnehmende" "ist" einfach nur. er ist kein glas, in den etwas gefüllt wird, noch gibt es einen befüller. er nimmt wahr, was "ist" ("auftaucht").
Wer oder was ist es, der da wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmer?
es gibt keinen wahrnehmer. es tauchen in einem bewusstsein undefinierbarer weite phänomene auf, die man als gedanken oder gefühle bezeichnen kann. sie erscheinen einfach, sind dann "da" (präsent) und verschwinden wieder.
Und würdest du dir Frage 4 nochmal vornehmen? Die Aufgabe ist, in sehr einfachen worten zu erklären, warum es kein Ich gibt. Die Zielgruppe sind wir hier bei LU, und wir sind schwer von Begriff.
wkipedia:>>Ich ist die Bezeichnung für die eigene separate individuelle Identität einer menschlichen natürlichen Person, zurückweisend auf das Selbst des Aussagenden.<<
>>Das Ich erlebt der Mensch als das eigene Sein in den Ausdrucksformen von Denken, Fühlen und Handeln und betrachtet sich insofern auch meist als den Urheber derselben. Das Ich wird daher als Persönlichkeitsmittelpunkt empfunden, der die Struktur der Person maßgeblich bestimmt. In diesem Sinne wird es aufgefasst als real seiender Quell oder Wesenskern von Eigen- oder Selbstschöpfung. Das Ich-Erleben beinhaltet die Empfindung des Menschen als eigenständige Ganzheit, als Unteilbares = Individualität. Damit betrachtet sich der Mensch als selbstkompetent, als mündiges Wesen, dem damit das Recht auf Selbstbestimmung grundsätzlich zusteht. Somit bildet dieses Ich-Erleben einerseits die Grundlage für die Anerkennung der Menschenwürde und die der Gestaltung der Menschenrechte, andererseits besteht durch das Ich-Erleben die Gefahr einer Egozentrik aus der heraus die eigenen Grenzen und die Grenzen des Anderen nicht mehr wahrgenommen werden und es so zu Grenzüberschreitungen und übertriebenen Raumausweitungen kommt, welche meist Leiderfahrungen, Konflikte zwischen Einzelnen als auch von Interessensgruppen gegeneinander, nach sich ziehen. Im Tiefschlaf ist dagegen kein Ich-Erleben möglich – und damit stellt sich auch die ungewisse Frage, inwieweit es nach dem Tod ein Ich-Erleben geben kann – bzw. die weitere: ob Ich gleich Ich-Erleben ist bzw. ob es verschiedene Formen von Ich-Erleben gibt. Im Ich-Erleben ist auch das Erleben des Ich-Zweifels zugegen: bin ich der, für den ich mich halte – oder habe ich nur ein Ich-Bild von mir (meinem Ich) – bzw. bin Ich nur Vorstellung, gibt es das Ich evtl. überhaupt nicht als reales Sein?.<<


da "ich" die gedanken nicht mache sondern sie einfach erscheinen, bin "ich" nicht urheber dieser ausdrucksform.
alle weiteren schlussfolgerungen hinsichtlich "ich" bildung fußen auf fehlinterpretationen, dass man selbst urheber ist.

das resultat oder die antwort auf die frage "wer bin ich" kommt also immer von "außen". sein es nun durch die wahrgenommenen gedanken, durch "äußere" prägung in der kindheit ("du bist thomas") oder durch fehlinterpretationen durch einen blick in den spiegel. (was letztlich alles auf "innere" wahrnehmung von eindrücken die mit gedanken und gefühlen unterlegt sind, zurück zu führen ist).

eine abgrenzung (separation) ist nicht möglich, da die wahrnehmung sich nicht selbst wahrnehmen kann, was zur "ich"-bildung aber erforderlich wäre. ebenso ist der umkehrschluss, dass man ist, was man denkt falsch, da die gedanken nichts mit dem wahrnehmenden zu tun haben.

Und, wenn's dir recht ist, wird Bernhard für einen Weile übernehmen. Ich denke, dass ein neuer Winkel, eine andere Stimme, die das Eine auf eine andere Art ausdrückt, hilfreich sein wird.
oki, hab dank für deine mühe ;)

Re: Pointing

Posted: Mon Jun 11, 2012 6:23 pm
by thomas
kleiner nachtrag nochmal, was die einfachheit angeht: wenn "ich" etwas verstanden habe, kann ich es auch kurz und prägnant zusammenfassen.
da ich noch manches nicht verstehe bzw. nicht in worte kleiden kann, sind es eben komplizierte denkmuster.
die "einfache" formel, die die welt beschreibt gibt es ja lt. s. hawking nicht, weswegen er dicke bücher schreibt.
und wie sollte ich armes würstchen es schaffen, etwas zu erklären, was der größe physiker unserer zeit nicht kann?
vielleicht liegts aber auch einfach daran, dass man nicht erklären kann, was nicht existiert.
"beschreibe, warum es keine rosa elefanten gibt, nachdem du erkannt hast, dass es keine gibt?" 'es gibt keine' ist meine einzig mögliche einfache antwort auf diese frage. alles andere wird kompliziert.

du sprachst punkt 4 an - "Die Aufgabe ist, in sehr einfachen worten zu erklären, warum es kein Ich gibt. " -- ist das nicht punkt 1?

es gibt kein ich, da wahrnehmung nur erfährt, so zb. dass ein "ich" existiert. wahrnehmung ist aber nicht urheber oder "aus"-denker dieses gedankens oder der gefühle.
ein krug ist ein krug und nicht das wasser, welches man in ihn füllt.so ist wahrnehmung auch nicht der gedanke oder das gefühl, welches erscheint.

hab mal gerade mal quer gelesen, was die anderen so zu diesem punkte schreiben. persönlich und rein auf die antwort bezogen (ohne die vorpostings) finde ich da nirgends ne gute und stichhaltige beweiskette, ohne dass da ein macher (ego) im spiel ist. es wäre leicht, mich auf die position zu beschränken, dass "ich" nur die gedanken des "über-egos" wahrnehme (was sich in milliarden einzelne splitter aufgeteilt hat) und fälschlicherweise als meine eigenen ansehe (so wie jeder "normale" mensch). da es aber kein ego gibt, fällt dieser punkt flach. und damit wirds kompliziert.
also entweder: es gibt kein ego, es gibt keine welt, es gibt keinen macher (eben keine illusion) - nur sein. oder: kompliziert.
aber vielleicht kanns ja doch wer stichhaltig in 2 sätzen klar formulieren ohne sich zu widersprechen. ich kanns nicht.
wie denn auch, wenns mich nicht gibt ;)

Re: Pointing

Posted: Mon Jun 11, 2012 10:12 pm
by Bernhard
es gibt keinen wahrnehmer. es tauchen in einem bewusstsein undefinierbarer weite phänomene auf, die man als gedanken oder gefühle bezeichnen kann. sie erscheinen einfach, sind dann "da" (präsent) und verschwinden wieder.)
Kann ich das übersetzen in "In thomas Erleben sind Gedanken und Gefühle aber niemand der Denkt oder Fühlt" ?
die "einfache" formel, die die welt beschreibt gibt es ja lt. s. hawking nicht, weswegen er dicke bücher schreibt.
wir wollen hier auch nicht die Welt beschreiben.
Wir forschen im Subjektivsten, dem Erleben, und der Frage ob das Ich mehr als ein Gedanke ist.
da es weder "ingen" noch "thomas" gibt, kann ingen nicht "ursache" sein, noch thomas "auswirkung" dieses prozesses.
Auch wenn es Niemand gibt der die Kontrolle hat
wirken die scheinbaren Objekte aufeinander.
So hat thomas auf ingens Fragen geantwortet.

Mit der Frage "wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt?"
wollen wir keine absolut 100% beweisbare Aussage
sondern eine Einschätzung was in dem direct pointing Prozess
zum Durchschauen der Ich-Illusion verhalf, und warum.

wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt?


also entweder: es gibt kein ego, es gibt keine welt, es gibt keinen macher (eben keine illusion) - nur sein. oder: kompliziert.
Gibt es in Deinem Erleben ein Ego?

Re: Pointing

Posted: Tue Jun 12, 2012 12:02 am
by thomas
hallo bernhard,

erstmal danke, dass du weiter machst :)
es gibt keinen wahrnehmer. es tauchen in einem bewusstsein undefinierbarer weite phänomene auf, die man als gedanken oder gefühle bezeichnen kann. sie erscheinen einfach, sind dann "da" (präsent) und verschwinden wieder.)
Kann ich das übersetzen in "In thomas Erleben sind Gedanken und Gefühle aber niemand der Denkt oder Fühlt" ?
ja, kannst du ;)
den ersten teil hab ich aus der fb-gruppe (gefiel mir so gut die beschreibung) - da hat niemand ne übersetzung gewollt.
ohne dass ich es auf mich als ego beziehe, die gedanken oder gefühle zeigen sich "bei mir" in meiner wahrnehmung.
also in meinem "sein" tauchen bestimmte wolken auf und verschwinden wieder.
die "einfache" formel, die die welt beschreibt gibt es ja lt. s. hawking nicht, weswegen er dicke bücher schreibt.
wir wollen hier auch nicht die Welt beschreiben.
Wir forschen im Subjektivsten, dem Erleben, und der Frage ob das Ich mehr als ein Gedanke ist.
das "ich" ist nicht mehr als ein gedanke.

das erleben kann ich hiervon im erklären nicht trennen, denn ich erlebe ja nur gedanken oder gefühle, die auf gedanken basieren.

da es weder "ingen" noch "thomas" gibt, kann ingen nicht "ursache" sein, noch thomas "auswirkung" dieses prozesses.
Auch wenn es Niemand gibt der die Kontrolle hat
wirken die scheinbaren Objekte aufeinander.
So hat thomas auf ingens Fragen geantwortet.

Mit der Frage "wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt?"
wollen wir keine absolut 100% beweisbare Aussage
sondern eine Einschätzung was in dem direct pointing Prozess
zum Durchschauen der Ich-Illusion verhalf, und warum.

wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt?
ganz ehrlich? ich weiss nicht, obs direct pointing war, die frage der schuld (wer hat die kontrolle) am anfang dieses threads, einfach das hinhören/-sehen, woher die gedanken kommen, das jahr ein kurs in wundern vorher oder mein mohnbrötchen gestern.
da ich nicht die gedanken mache, kann ich auch nicht sagen, was und warum passiert. warum ich blau lieber mag als rot und welcher "gedankenblitz" zum verständnis geführt hat.

ich kann folgendes raten, aber ich weiss es objektiv nicht:
ich kam zu der überzeugung, dass das "ich" nicht existiert, weil ich bemerkt habe, dass gedanken/gefühle nicht von mir gemacht werden, sondern ich sie einfach nur wahrnehme. so konnte ich erkennen, dass ich nicht der handelnde bin, sondern durch den dp-ansatz des hinsehen/-hörens gedanken und gefühle einfach nur wahrnehme - sie "mir" aber weiter nichts tun können. weiter konnte ich erkennen, dass diese "impulse" aus dem nichts auftauchen (hab keinen gefunden, der sie mir in den kopf steckt) und auch dort wieder verschwinden (hab nicht gesehen wohin).
überzeugt hat mich letztlich, dass "ich" als "reiner wahrnehmender" unschuldig bin, was die gedanken angeht, ebenso, dass die gefühle mir nichts anhaben können.
besonders hilfreich und überzeugend war dabei das durchschauen der "kettenreaktionen", also einfachen alltägliche prozesse in ihre bestandteile zu zerlegen.
bsp. spielgel: erscheinen eines umrisses > zuordnung einer form > erkennen des gesichtes > gedanke "das bin ich" > gefühle oder weitere gedanken. ohne dp wäre mir diese kette nicht bewusst geworden.
das "ich" ist also nur ein gedanke, der mit "mir" als wahrnehmendem nichts (außer, dass er erscheint) zu tun hat.
nehme ich war, dass ich hier tippe? es folgen gedanken und gefühle in einer kette, die aber nichts mit "mir" zu tun haben. die ketten beschreiben, was passiert - aber ich habe auf diese handlung keinen einfluss.

einfach gesagt hat mir dp zur erkenntnis verholfen, dass "ich" "gewahrsein" bin, in dem bestimmte dinge auftauchen und wieder verschwinden. ich geniesse die neue freiheit des fühlens ohne mir gedanken um ein "warum" machen zu müssen, da mir dp geholfen hat, gedanken und gefühle in ihrer ursachenkette zu durchschauen.

dp ist eine ganz tolle frage-/antworttechnik, die hilft, die illusion des "ichs" durch einfaches hinsehen und hinterfragen zu durchschauen. ich würde dp jedem suchendem weiter empfehlen, wenn ich kontrollieren könnte, was ich tue.

also entweder: es gibt kein ego, es gibt keine welt, es gibt keinen macher (eben keine illusion) - nur sein. oder: kompliziert.
Gibt es in Deinem Erleben ein Ego?
nein, ich erlebe kein ego.
da ist wahrnehmung oder "sein", in dem gedanken erscheinen und verschwinden. aber die haben nichts mit "mir" zu tun.
ich hab lange "gesucht" und nirgends irgendwas gefunden. weder einen wahrnehmenden (im sinne eines "ichs"), noch einen "gedankenschicker", noch anfang noch ende von mir. da ist nichts. nur gedanken/gefühle, die auftauchen und wieder verschwinden.
in meinem erleben zeigt sich kein ego.

---

wenn nun die fragen wieder "falsch" beantwortet sind, lass uns abbrechen oder was anderes machen. der prozess war toll und ich würde auch gerne mehr über die hintergründe (fragetechnik) erfahren. ich halte es aber für sinnfrei, zum 4. oder 5. mal die gleiche frage gestellt zu bekommen und die immer gleiche antwort in anderen worten zu geben.
geht es um mein erleben oder darum, bestimmte schlagworte im kontext zu nennen? mein erleben ist recht einfach gestrickt - ob dus glaubst oder nicht. kompliziert und einsam wirds nur, wenn "ich" "mich" (oder meine sicht) erklären oder begründen soll (sprachlich ausdrücken, metaphern finden). alles andere, was "mich" nicht betrifft geht ganz leicht.