1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein, das gibt es nicht und hat es auch nie gegeben. Das anscheinende ‚Ich‘ hat immer nur aus Gedanken bestanden, war nie wirklich da und wird auch nie da sein.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion besteht aus angelernten ‚Gedankenbündeln‘ die zum Inhalt haben, dass es eine Entität ‚Ich‘ gibt, die steuert und entscheidet. Funktionieren tut die Illusion z.B. durch eingeübte Gedankenketten die den Körper als ‚Wohnstätte‘ dieser Entität ‚Ich‘ verorten. Ebenso dadurch, dass Handlungen und ihre Folgen in direkte Beziehung gesetzt werden zu den Gedanken, welche anscheinend das Geschehen gesteuert haben.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Es fühlt sich leichter und beschwingter an. ‚Probleme‘ im Alltag werden nicht mehr so als so bedrohlich empfunden und verlieren schneller an Bedeutung. Es wird häufiger eine Weite und ein zartes Glück erlebt, welches nicht an irgendwelche Ursachen geknüpft ist. Das Zusammensein mit anderen Menschen geschieht leichter und müheloser.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
So genau lässt sich das nicht festlegen. Die Metapher der Fatamorgana war sicher hilfreich weil sie ein so gutes Bild für die Überzeugungskraft der Ich-Illusion ist. Auch das ständige genaue Hinschauen, welches alleine schon durch die Existenz des Dialogs gefördert wurde.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle tauchen auf ohne die Möglichkeit einer wirklichen Einflussnahme und sind das Resultat von Herkunft und Prägung, gegebenen Bedingungen und dem Zusammenspiel mit anderen Körpergeistsystemen.
Handlungen geschehen, das ‚Etikett‘ welches die Handlung einordnet und in Beziehung setzt zum Geschehen wird erst unmittelbar nach dem Handlungsimpuls hinzugefügt.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Da ist große Dankbarkeit für die Existenz dieser Möglichkeit einen fokussierten Dialog zu führen. Und natürlich Dankbarkeit gegenüber Barbarossa, dem Guide, für die geduldige und beharrliche Begleitung.