Nehmen wir einmal an, da ist ein Gedanke über "Ich".
"Ich" hat sich hier nicht gut verhalten.
Könntest du jemals wieder glauben, dass da wirklich ein "Ich" existiert, das sich auch noch ungut verhalten könnte?
Was wäre dann dieses "Ich"? Ein kleines Männchen im Kopf? ^^
nein, an ein Ich das sich ungut verhält könnte ich nicht mehr glauben.
das gefühlte come-back eines Ich, dem das Leben schlimm mitspielt, kann ich mir jedoch gut vorstellen.
das wäre dann eine lange gehegte und geglaubte Leidensgeschichte, um ein Zentrum gewoben, das es zwar nicht gibt, aber dennoch so eng, verknotet und unangenehm dass es sich wieder so anfühlen würde als stecke ein Ich da drin und leide daran.
Bitte beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden und geschehen sein können?
nein. es kann nie anders geschehen als es geschieht. es kann auch nicht anders entschieden oder gehandelt werden als es eben geschieht. Lernen Optimierung und Entwicklung findet trotzdem statt.
als Beispiel: an Silvester hab ich einen Singkreis angeleitet. gefühlt hätte der zu einer früheren Stunde stattfinden sollen, aber es gab nicht den Impuls dazu. Buffet, Gespräche, Tanzen, die Dynamik war einfach anders. Als es begann war schon viel Ausgelassenheit und Alkohol im Spiel und es gab Zweifel, ob das mal was wird. Kein Gefühl von Verantwortlichkeit. Vertrauen dass es sich entfalten wird wie es eben sein soll. Das hat es leicht gemacht zu entspannen und einfach etwas anders einzusteigen als geplant. Aus der wilden Affenbande wurde am Ende dann ein harmonisches sich-Finden im Klang.
Ich kenne von früher dass solche Situationen extrem stressig werden können, aber auch dann gabs keine andere Möglichkeit.
So etwas wie Fehler gibt es aus dem jetzigen Empfinden nicht. Das Leben, die Umstände, Impulse, Energien drängen uns in eine Richtung oder auch nicht und daraus ergeben sich scheinbare Entscheidungen, Wahlen für oder gegen etwas, aber tatsächlich ist da kein Zentrum das so lange abwägen könnte bis es einen letztendlichen Schalter umlegt.
Gedanken über Kontrolle oder Entscheidungsfindung stehen beim genauen Hinschauen in keinem klaren Verhältnis zu den tatsächlichen Handlungen. Sie finden wie auf einer anderen Ebene statt, manchmal auch erst im Nachhinein.
Beispiel: als ich mich an diese Plattform erinnert habe war es ein passender Impuls für den Freund dem ich davon erzäht habe. Gedanken dazu waren : für ihn könnte das passen, für mich nicht, schon gerade jetzt nicht. Erst mal finanzielle, berufliche und gesundheitliche Balance finden bevor ich mich in so einen intensiven Prozess stürze. Dennoch gabs wieder ein Mitlesen und dann plötzlich, überraschend den Impuls mich wieder anzumelden.