Lieber Philo,
es waren zuletzt kraftzehrende Tage. Unfälle passieren, Aufgaben kommen, Pflichten werden erfüllt. Das passiert einfach. Nichts davon habe ich bestellt. Aber nun freue ich mich wieder Deinen Fragen zu widmen. Herzlichen Dank für Deine liebe Begleitung! Außerdem ist es mir sehr recht, wenn Du nicht sofort antwortest. Erstens bin ich nicht der Schnellchecker, wie Du bereits gemerkt haben dürftest und zweitens sind da diese Verpflichtungen. Sie sind anstrengend, aber ansonsten vollkommen in Ordnung. Alle leben so. aber nun zu den Fragen:
Es gibt sehen, riechen, schmecken, tasten/fühlen, hören und Gedanken.
Was davon vermittelt den Eindruck von Kontrolle?
Das habe teste ich oft. Es ist ein Gedanke, der Kontrolle vermittelt, aber Hinschauen ist eine große Kunst und die durch Alltag geprägten Gedanken drängen sich nach einer gewissen Zeit wieder auf. Mich dem Hinschauen zu widmen benötigt Ruhe. Alleine sein. Die kommenden Tage werde ich diesen Rahmen wieder genießen dürfen.
Zum Beispiel heute. Bis 14:00h musste ich eine Aufgabe erledigen, bei der ich die Information von 5 weiteren Leute telefonisch einsammeln musste. Teilweise waren es Freigaben von Vorgesetzten. Jedenfalls wurde ich brutal unter Druck gesetzt. Die Zeit flog wie in Zeitraffer an mir vorbei. Die Biopausen wurden zur Stille genutzt. Totale Stille. In diesem Augenblick hatte ich das Gefühl den Gedankenstrom aus einem ruhigen Blickwinkel zu beobachten. Aber da war kein Denken. Da war ein aufgeregtes Rauschen und meine Stille. Während diesen Prozesses beobachtete ich, wie alle Handbewegungen und Handlungen von alleine geschahen. Genauso wie das zurückgehen zur Aufgabe ohne Entscheidung stattfand. Es passierte einfach. Die Zeit der stressigen Arbeit geschah auch von alleine, aber da war das Gefühl der kontrollierten Handlung.
Schau dir das genau und lange an.
Ich werde es vor allem am Wochenende gewissenhaft tun können.
Wie wird aus Wut
Ich bin wütend
Die letzten Tage hatte ich immer wieder Gelegenheit dieser Frage Aufmerksamkeit zu widmen. Es ist immer mit einer Geschichte verbunden. Einem Erlebnis oder auch ein Gesamtkonstrukt, dass meinem Meinungsbild entspricht. Eine klassische Situation ist das Lesen von Nachrichten. Sie verbinden sich mit diesem Meinungskonstrukt und werden zu Ich-bin-wütend. Ein anderer Klassiker ist das rüpelhafte Verhalten von Verkehrsteilnehmern. Hier passiert noch immer die ICH-Identifikation mit der Wut, wobei das schon sehr viel seltener passiert als früher. Aber es kann durchaus noch passieren. Zumindest für einen ganz kurzen Augenblick.
Wie wird aus gehen
Ich gehe
Das kann passieren, wenn eine vermeintliche Entscheidung stattfindet. Ich gehe rechts oder links, wenn man an einer Wegegabelung ist. Zuvor waren Gedanken die sich beide Alternativen vorstellen. Mittlerweile passiert es aber auch immer häufiger, dass ein ICH Gedanke dabei wegfällt. Das gehen nach rechts oder links passiert dann einfach.
So wie beschrieben, scheint kaum Klarheit in das Geschehen gedrungen zu sein, aber mir scheint, dass dies schon stattfindet, aber eher unscheinbar. Mir scheint schon, dass die immer neuen Fragen mehr Klarheit schenken.
Liebe Dank für Alles,
One