Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden
Posted: Mon Mar 07, 2016 4:03 pm
Danke, werde es nachher ausprobieren... :-)
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Wenn ich die Anweisung streng befolge, darf ich ja eigentlich nicht zählen, denn Zahlen sind Gedanken. Das heißt, es wird etwas gefühlt, welches die Kommentarspur "meine Zehen" nennen könnte, aber im Grunde ist es nur eine Empfindung. Die kleineren Zehen einzeln zu spüren, fällt zudem schwer. Ich kann also nicht sagen, wie viele Zehen da sind.Wieviel Zehen hast du?
Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?
Nein, diese Fragen laufen dann auf dieselbe Antwort hinaus. Es gibt nur Wahrnehmungen. Kein Körper, keine Kleidung, kein Bett, keine Grenzen, kein innen und außen.Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und dem Bett?
Dazu kann in den Empfindungen keine Antwort gefunden werden. Die Gedanken halten Antworten bereit, aber das sind auch nur gedankliche Laute.Bist du männlich oder weiblich?
Hast du einen Namen?
Nein, weder innen noch außen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass es nicht gelingt, die Vorstellung der "Körperlandkarte" auszuschalten, oder präziser gesagt (da sie sich ja nicht ausschalten lässt), die Empfindungen ganz ohne die Vorstellung wahrzunehmen. Irgendwie scheint diese auch notwendig zu sein, wenn es darum geht, einen bestimmten Körperteil aufzurufen. Ohne diese Zuordnung würde dieser nicht gefunden, da man ihn nicht aufrufen kann. Der Name ist nur ein Wort und bewirkt ja nicht automatisch, dass, wenn ich "rechte Hand" denke, die rechte Hand auch gefühlt wird. Das kann zwar passieren, aber eben oft auch nicht.Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?
Auf gar nichts, es ist nur ein Wort ohne Bedeutung. Nein, es fehlt auch nichts.Worauf bezieht sich das Wort/die Bezeichnung 'Körper' eigentlich?
Fehlt dir irgendetwas, wenn du dich so erfährst?
Lege dich noch einmal hin und schließe die Augen. Beachte die Körperlandkarte nicht. Sie ist nicht wichtig. Sie existiert nur in Gedanken. Gedanken sind nicht das wirkliche Erleben.Was bei dieser Übung auffällt, ist, dass die Augen wieder relativ angestrengt sind. Ich glaube, das liegt daran, dass das Aufrechterhalten dieser Körperlandkarte anstrengend ist. Dies ist ja gar nicht notwendig, aber da scheint irgendeine Blockade zu sein. Das hatte ich ja auch erwähnt, als es um dieses Selbstbild des eigenen Gesichtes ging.
Das scheinbare "ich" hängt irgenwie stark mit dem Ort, von dem aus angeblich wahrgenommen wird, also angenommenerweise die Augen, zusammen...
Es scheint eine starke Gewohnheit zu sein, auf diese Weise - durch die Brille der Vorstellung - wahrzunehmen.
Gut gesehen. In der reinen Empfindung ist der Beobachter nicht vorhanden.Beim Schauen nach dem ich war es dennoch so, als ob man in eine Halle hinein ruft, aber es kommt keine Antwort. Es ist klar, dass im Körper kein ich bzw. keine Identifikation mit dem Körper vorhanden ist. Wenn ich frage "Wer beobachtet dies?", dann ist es nicht so klar. Allerdings kann der scheinbare Beobachter auch nur dann auftauchen, wenn ich wieder weg von der Empfindung gehe...
Es scheint eine starke Gewohnheit zu sein, auf diese Weise - durch die Brille der Vorstellung - wahrzunehmen.
Gut gesehen. In der reinen Empfindung ist der Beobachter nicht vorhanden. Und im Körper ist kein Ich vorhanden. Woanders?Beim Schauen nach dem ich war es dennoch so, als ob man in eine Halle hinein ruft, aber es kommt keine Antwort. Es ist klar, dass im Körper kein ich bzw. keine Identifikation mit dem Körper vorhanden ist. Wenn ich frage "Wer beobachtet dies?", dann ist es nicht so klar. Allerdings kann der scheinbare Beobachter auch nur dann auftauchen, wenn ich wieder weg von der Empfindung gehe...
Diese Bezeichnungen, wie "Klang", die Namen der Instrumente wie auch das Wort "Hören" gibt es nur ganz am Anfang, wenn man die Musik schon angestellt hat, sich noch zurecht rückt und vielleicht die ersten zehn Sekunden, so lange die Gedanken noch dazwischen funken und ihren Senf dazu geben können. Doch dann verschwindet all das - wie auch ein eventuell gedachter Hörer oder eine Richtung, aus der die Musik zu kommen scheint - und es bleibt nur das was IST. Auf wundersame Weise behält aber z.B. die Violine ihre Charakteristik, sie wird nicht zu einem abstrakten Klang, sondern bleibt ganz Violine - aber eben ohne Worte. Alles, was die Gedanken später (oder zwischendrin) mühsam zu formulieren versuchen - und unendlich mehr - schon darin enthalten...Was wird wahrgenommen, was genau ist Geräusch und Klang? Versuche das Hörempfinden zu beschreiben. Hat es die Bezeichnung "Hören" bereits? Wo kommt sie her und wann?
Das sind sehr geschickte Fragen. Oder auch: Ist der Klang hier, wo er gehört wird oder dort, wo die Lautsprecher stehen? Auch diese Fragen kann man sich nur stellen, so lange man nicht hört. Doch die Unmöglichkeit, Antworten darauf zu finden, offenbart, dass es sich nur um Konzepte handelt. Spätestens, wenn man wirklich ins Hören eingetaucht ist, stellen sich die Fragen nicht mehr, nicht weil eine Antwort darauf gefunden worden wäre, sondern, weil es niemanden gibt, der sie stellen oder beantworten könnte...Wo ist der Klang genau, innen oder außen? Wo ist die Grenze zwischen innen und außen für den Klang?
Nachdem die Platte zuende war, hat es länger als sonst gedauert, bis wieder ein scheinbarer Beobachter da war. Mit geschlossenen Augen wurde mehrmals die Frage gestellt, wer dies hört. Als Antwort kam ein "ich"-Gedanke, der aber als Gedanke erkannt wurde. Und so hallte die Frage weiter, ohne dass eine weitere Antwort kam. (Naja, der Gedanke hat's noch ein, zwei Mal versucht, aber ohne Erfolg :-) Erst als die Augen geöffnet wurden, war wieder der Eindruck eines ich da, das versucht hat, "business as usual" zu etablieren: "Was mache ich jetzt?" u.s.w.Ist ein Beobachter zu finden? Versuche den Augenblick zu erwischen, wenn er ins Spiel kommt. Was ist der Beobachter, wo kommt er her?
:-)). Wunderbar.Das sind sehr geschickte Fragen. Oder auch: Ist der Klang hier, wo er gehört wird oder dort, wo die Lautsprecher stehen? Auch diese Fragen kann man sich nur stellen, so lange man nicht hört. Doch die Unmöglichkeit, Antworten darauf zu finden, offenbart, dass es sich nur um Konzepte handelt. Spätestens, wenn man wirklich ins Hören eingetaucht ist, stellen sich die Fragen nicht mehr, nicht weil eine Antwort darauf gefunden worden wäre, sondern, weil es niemanden gibt, der sie stellen oder beantworten könnte...
So ist es. Das Ich ist ein reiner Gedanke.Nachdem die Platte zuende war, hat es länger als sonst gedauert, bis wieder ein scheinbarer Beobachter da war. Mit geschlossenen Augen wurde mehrmals die Frage gestellt, wer dies hört. Als Antwort kam ein "ich"-Gedanke, der aber als Gedanke erkannt wurde. Und so hallte die Frage weiter, ohne dass eine weitere Antwort kam. (Naja, der Gedanke hat's noch ein, zwei Mal versucht, aber ohne Erfolg :-) Erst als die Augen geöffnet wurden, war wieder der Eindruck eines ich da, das versucht hat, "business as usual" zu etablieren: "Was mache ich jetzt?" u.s.w.
Zunächst ist mir aufgefallen, dass die Verbindung von dem Gedanken "ich" hin zu auf-was-auch-immer-er-hinweist nicht mehr ganz so automatisch und selbstverständlich ist. Der Gedanke steht mehr erst einmal nur für sich - und hat so als Gedanke keine weitere Bedeutung. Wenn man dann fragt, worauf er hinweist, dann gibt es schon Empfindungen oder Gefühle, auf die er hinzuweisen scheint. Aber das ist eher eine lose Verknüpfung, nicht so dass man sagen könnte, das ich gäbe es in einer physischen Form oder Gestalt. Denn jede Wahrnehmung für sich ist nur eine Wahrnehmung und ganz eindeutig kein ich. Das sind die Beobachtungen mit geschlossenen Augen.Worauf weist der Gedanke "Ich" hin? Gibt es das Ich in irgendeiner physischen Form oder Gestalt?
Zum Glück liegt hier kein Stein vor, sondern einfach eine Illusion. Wenn sie einen Augenblick lang klar durchschaut wird, funktioniert der Zaubertrick des Geistes nicht mehr.Steter Tropfen höhlt den Stein ;-)
Sehr gut!Zunächst ist mir aufgefallen, dass die Verbindung von dem Gedanken "ich" hin zu auf-was-auch-immer-er-hinweist nicht mehr ganz so automatisch und selbstverständlich ist. Der Gedanke steht mehr erst einmal nur für sich - und hat so als Gedanke keine weitere Bedeutung. Wenn man dann fragt, worauf er hinweist, dann gibt es schon Empfindungen oder Gefühle, auf die er hinzuweisen scheint. Aber das ist eher eine lose Verknüpfung, nicht so dass man sagen könnte, das ich gäbe es in einer physischen Form oder Gestalt. Denn jede Wahrnehmung für sich ist nur eine Wahrnehmung und ganz eindeutig kein ich. Das sind die Beobachtungen mit geschlossenen Augen.
In der Tat trägt das Sehen am meisten zu der Illusion bei.Mit offenen Augen, wenn hier so getippt wird, ist es nicht so einfach.
Am Anfang war der gewählte Gegenstand eine Flasche. Zuerst wurden die Formen, Farben und Linien betrachtet, so wie du es vorgegeben hattest. Je weniger das Denken sich einmischen konnte, desto mehr verwandelte sich die Flasche in ein komplett unbekanntes Objekt, oder besser gesagt, das ganze Gesehene wurde etwas Unbekanntes.Wähle etwas, was du ansehen kannst. Es sollte nah genug sein, dass auch Details erkennbar sind.
Als diese Fragen gestellt wurden, konnte keine Antwort gefunden werden, da es keinen Bezug gab. Innen oder außerhalb wovon? Diese Begriffen ergeben keinen Sinn mehr und haben mit dem Gesehenen irgendwie nichts zu tun...Wo ist das wahrgenommene Objekt, innen oder außen? Wo ist die Grenze zwischen innen und außen?
Jetzt wurde erkannt, dass es sich mit dem Sehen in der gleichen Weise verhält, wie mit dem Hören. Wenn wirklich gesehen wird, dann hat der Verstand keine Zeit, einen ich-Gedanken zu produzieren. Dieser taucht zwar auf, nicht als Gedanke, sondern als Vorstellungs-Selbstbild, aber eben nur dann, wenn der Fokus nicht mehr auf dem Sehen liegt. So kann quasi hin- und hergeschaltet werden zwischen Wahrnehmung des Gesehenen und Wahrnehmung (ich nenne es mal so, auch wenn es ja keine wirkliche Wahrnehmung ist) der ich-Vorstellung.Gibt es jemanden, der es sieht? Oder ist da einfach sehen?
Ja! Wie du siehst, ist auch das, was als "Sehen" wahrgenommen wird, eine Konstruktion.Das führt dann immer dazu, dass alles noch gegenwärtiger wird und das ganze Bild wird heller, so als ob es ein Dia wäre, durch das plötzlich von hinten ein helles Licht durchscheint. Auch gerade die Ränder der Objekte erhalten hell scheinende Umrisse und alle Farben sowie die Dreidimensionalität verschwinden. Alles verwandelt sich in ein sehr präsentes, total unbekanntes, hellgelb eingefärbtes, Schwarzweißbild.
Genau! :-)Wo ist das wahrgenommene Objekt, innen oder außen? Wo ist die Grenze zwischen innen und außen?
Als diese Fragen gestellt wurden, konnte keine Antwort gefunden werden, da es keinen Bezug gab. Innen oder außerhalb wovon? Diese Begriffen ergeben keinen Sinn mehr und haben mit dem Gesehenen irgendwie nichts zu tun...
Das stimmt für das vollständige Erwachen, wozu das Durchschauen der Ich-Illusion der erste Schritt ist. Allerdings wird das noch einmal einen ganz anderen Sinn bekommen. Wenn du weitermachst, wirst du es entdecken.Ich nehme weiter an, dass nach dem Erwachen das Sehen immer auf diese Art und Weise geschieht, also so, dass die Kommentarspur da ist und dass es klar ist, dass ein Tisch ein Tisch ist, dass aber gleichzeitig in jedem Moment gewusst wird, dass ein Tisch eben kein Tisch ist.... Dieses Gleichnis gibt es ja oft mit dem Berg.
Auch wenn nur Schauen da ist, wird es wahrgenommen. Solange wir bei Bewusstsein sind, ist Wahrnehmung da. Dass es dazu kein Ich braucht, hast du ja schon gemerkt.Nun kam gerade beim Nochmal-Hinschauen der interessante Gedanke auf, dass es ja ein komisches ich ist, dass wahlweise an- und wieder abgeschaltet werden kann. Ein nicht dauerhaftes ich kann ja gar nicht real sein. Aber das wusste ich ja schon auf dieser intellektuellen Ebenen und es sind schon wieder Gedanken, ich schau also nochmal hin... Moment... Während des Schauens ist tatsächlich nichts da, außer Schauen. Das kann aber währenddessen nicht festgestellt werden, da da eben nur Schauen ist. Erst hinterher kommt ein Gedanke und sagt, dass da ja niemand war. Da ist die Frage, woher er das wissen kann, er war ja gar nicht dabei...?
Im Bauch wird Druck gespürt. Die Augen fühlen sich müde an, auch die Emotion Müdigkeit wird gefühlt. Man könnte es auch Sehnsucht nennen, die Sehnsucht, einfach zu SEIN. Gedanken dazu: "Das Leben ist so kompliziert und unglaublich anstrengend gerade, ich hätte es gern einfacher und fröhlicher. Ich kann nicht mehr." Ein neuer Job erfordert wieder eine Umstellung des Lebens. Es ist der Gedanke da, dass dafür keine Kraft vorhanden ist. Insgesamt ist das Gefühl da, wenig Energie zu haben.Welche Körperempfindungen sind da, welche Gedanken? Erlaube dir, die reinen Körperempfindungen zu fühlen, die damit verbunden sind, z. B. Anspannung, Kribbeln, Druck, Enge....
Was spürst du und wo?
Die Körperempfindungen lassen sich schwer trennen von den Emotionen. Aber wenn die gerade vorherrschende Müdigkeit einfach zugelassen wird, dann ist auch diese weder angenehm noch unangenehm. Dadurch, dass es da sein darf, was vielleicht davor nicht der Fall war, fühlt es sich sogar eher angenehm an. Aber das ist nur ein Gedanke, der das jetzige Gefühl mit der Erinnerung abgleicht. Ohne diese Interpretation ist es ok.Haben die reinen Körperempfindungen die Qualität angenehm oder unangenehm?