Das könntest Du aus zwei Perspektiven nochmal untersuchen. Du sagst, dass etwas darüber entscheidet jetzt bewusst zu sein oder auch nicht. Wenn bewusst zu sein bedeutet, dass etwas wahrgenommen wird, dann ist dieses "bewusst sein" doch immer da, oder nicht? Oder gibt es eine Pause in der Wahrnehmung? Kurze Unterbrechungen? Man könnte ja sagen, dass wenn die Augen geschlossen werden, das Sehen kurz nicht da ist. Aber sieht man in dem Moment nicht doch etwas - nämlich schwarz bzw. Farben? Gibt es also wirklich eine Entscheidung darüber, ob "bewusst sein" da ist oder nicht?
stimmt. hui. das wirft dann aber einiges auf. zB Sätze wie
"richte deine aufmerksamkeit auf dein Bewusstsein" oder
"gehe bewusster mit x um" und auch
"mir ist ein Gedanke, der mir lange unbewusst war bewusst geworden"
Oder gibt es eine Pause in der Wahrnehmung?
ich kann nur Unterbrechungen im Wahrgenommenen feststellen, aber ich kann nicht sagen wann es keine Wahrnehmung gab.
Zum Anderen teilst Du das Wahrnehmen ja in zwei Elemente. Da ist etwas "Äußeres", das wahrgenommen wird - wie ein Geräusch oder eine Vorstellung. Und dann sagst Du, dass es Bewusstheit ist, die etwas damit macht. Überprüfe nochmal, ob Du das Wahrnehmen wirklich in verschiedene Komponenten unterteilen kannst. Besteht Hören aus mehreren Teilen, oder ist das nicht eine vollständige, ungeteilte Erfahrung?
Bewusstsein werkelt nicht, aber wenn ein Gedanke bewusst wird, dann verliert er an Kraft. Und wenn einem zB ein Baum bewusst wird, dann merkt man ihm erst seine Stille und seine Pracht an, die man üblicherweise übersehen hat.
Bewusstsein selber ist da wie eine brennende Sonne und das betrachtete verbrennt, aber Bewusstsein ist nicht mal operativ und mal nicht.
Das Wahrnehmen selber kann man nicht in verschiedene Komponente aufteilen.
Die Ich-Geschichte um diese Ereignisse herum mag es ja geben. Aber gibt es auch ein Ich, das damit etwas zu tun hätte?
Da ist Wut auf eine Person. Der Gedanke und das Gefühl kommt und es hält sich. da ist der Gedanke "immer versucht er MICH auszutricksen". da ist ein "jemand", der "mich" nervt...
Wut auf eine Person ist ein Gefühl. Ist da ein Ich, das dieses Gefühl hat? Oder - wie oben gefragt - lässt sich das Erleben von Wut unterteilen in das Gefühl und jemanden, der es hat?
Da ist kein Besitzer des Gefühls. da ist ein Wut als Welle, die durch den Körper geht, aber niemand dem sie eigen ist.
Es gibt nicht Wut und den Wütenden.
Die Geschichte beginnt ja schon, wenn Du sagst "immer wieder". Diese gedankliche Referenz auf eine Vergangenheit, ist der erste Baustein der Geschichte.
stimmt.
Jetzt gerade ist es nur ein Gedanke, dass die erlebte Einschüchterung schon mehrmals erlebt wurde. Da ist jetzt gerade das Gefühl von Einschüchterung. Und es gibt halt eine ganze Menge Gedanken dazu, die eine Ich-Geschichte erzählen. Das alles passiert jetzt, ohne dass da ein Ich wäre, das sich dazu entschieden hätte so zu reagieren oder zu denken. Genauso gut könntest Du einem "Ich" die Schuld für das Wetter geben. Oder hast "Du" irgendeinen Einfluß darauf, was geschieht?
Da ist kein Einfluss auf die Gedanken die passieren (im doppelten Sinne). es kommen auch immer wieder Gedanken, das man da was machen müsste und diese singen auch irgendwie das gleiche lied.