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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Mon Apr 13, 2026 10:40 pm

Ist während des Kochens der Einkauf direkte Erfahrung oder Gedankeninhalt?
Okay, ja während des Kochens ist der Einkauf ein Gedankeninhalt.
Ist also an irgendetwas erkennbar, dass ein Erinnerungsgedanke sich auf etwas bezieht, das geschehen ist?
Also wenn ich das richtig verstanden habe, tauchen Erinnerungsgedanken auch einfach nur so auf. Ob sie jemals real waren oder ob ein Wirrwarr von Gedanken auftaucht, kann nicht erkannt werden. In der direkten Erfahrung tauchen Erinnerungsgedanken als ganz normale Gedanken auf.
Was passiert in der direkten Erfahrung, wenn du einen Termin einhältst?
In der direkten Erfahrung geschieht der jeweilige Termin.
Gibt es tatsächlich nur selbstbezogene Gedankeninhalte?
Sicher tauchen auch Gedankeninhalte über Situationen auf, die mir nicht widerfahren sind. Letztendlich haben die Gedanken jedoch immer mit mir zu tun.
Hat sich herausgestellt, dass deine Persönlichkeit (typische Verhaltensweisen und Reaktionen) nicht existiert, oder dass darin kein “Ich” zu finden ist, das denkt, kontrolliert und entscheidet?
Interessante Frage. Meine Persönlichkeit existiert tatsächlich. Nur darin ist niemand zu finden, der denkt, kontrolliert und entscheidet.
Das Erleben ist also, dass Entscheidungen irgendwie fallen, aber da kein “Ich” ist, das Kontrolle über den Prozess hat? Verstehe ich das richtig?
So empfinde ich das. Wie oben beschrieben.

Würdest du dem so zustimmen, oder trifft das nicht ganz dein momentanes Erleben?
Genau so erlebe ich die direkte Erfahrung, dem würde ich so zustimmen.
Wenn du alles, was JETZT in der direkten Erfahrung präsent ist, wahrnimmst - Ist irgendetwas davon “Ich”?
Nein, ein Ich ist nicht zu finden. Ein Spaziergang zum Beispiel wird viel intensiver wahrgenommen. Die Geräusche, die Tiere sogar ein kleiner Käfer bekommt Aufmerksamkeit. Unterhaltungen während dieses Spaziergangs verlieren an Bedeutung. Eine sanfte Ruhe kehrt ein.

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Re: fannifilou

Postby You » Tue Apr 14, 2026 3:36 am

Sicher tauchen auch Gedankeninhalte über Situationen auf, die mir nicht widerfahren sind. Letztendlich haben die Gedanken jedoch immer mit mir zu tun.
Hmm… Und wie ist es mit Gedanken wie zum Beispiel: „Die Planeten kreisen um die Sonne“?

Also wenn ich das richtig verstanden habe, tauchen Erinnerungsgedanken auch einfach nur so auf. Ob sie jemals real waren oder ob ein Wirrwarr von Gedanken auftaucht, kann nicht erkannt werden. In der direkten Erfahrung tauchen Erinnerungsgedanken als ganz normale Gedanken auf.
Bleib nicht beim vermuteten Verstehen stehen. Prüfe es! Schau so lange in der direkten Erfahrung, bis du sicher bist, ob das, was du geschrieben hast, stimmt.



Meine Persönlichkeit existiert tatsächlich. Nur darin ist niemand zu finden, der denkt, kontrolliert und entscheidet.
Das Erleben ist also, dass Entscheidungen irgendwie fallen, aber da kein “Ich” ist, das Kontrolle über den Prozess hat? Verstehe ich das richtig?
So empfinde ich das. Wie oben beschrieben.
Du hast viele Male in der direkten Erfahrung nachgeschaut, ob irgendwo ein “Ich” zu finden ist.
Es war keines zu finden.
Im Alltag kann der Eindruck entstehen, es wäre da ein “Ich”, doch sobald du nachschaust, stellt es sich heraus, dass da doch keins ist.
Würdest du dem so zustimmen, oder trifft das nicht ganz dein momentanes Erleben?
Genau so erlebe ich die direkte Erfahrung, dem würde ich so zustimmen.
Wenn du alles, was JETZT in der direkten Erfahrung präsent ist, wahrnimmst - Ist irgendetwas davon “Ich”?
Nein, ein Ich ist nicht zu finden. Ein Spaziergang zum Beispiel wird viel intensiver wahrgenommen. Die Geräusche, die Tiere sogar ein kleiner Käfer bekommt Aufmerksamkeit. Unterhaltungen während dieses Spaziergangs verlieren an Bedeutung. Eine sanfte Ruhe kehrt ein.
Wunderbar :)

Ist sonst ist noch etwas anders als bevor wir diesen Dialog begonnen haben? - Und was ist gleich?


Fehlt irgendetwas?


Würdest du sagen, dass das:
What are you looking for at LU?
Eine konstante Begleitung. Ich würde gerne die Erfahrung machen, bis wirklich klar wird, dass es kein Ich gibt.
eingetreten ist?


Bei der Registrierung schriebst du auch:
What is your experience in terms of spiritual practices, seeking and inquiry?
Bisher nie zufriedenstellend. Die Suche hört nicht auf.
Wenn du jetzt schaust – ist da noch eine Suche im Gange?


Gibt es etwas, das du gerne hier noch (vertieft) untersuchen möchtest?



Hier eine kleine Anregung für deinen nächsten Spaziergang:

Gehe nach draußen in die Natur und nimm dir etwas Zeit, um die Bewegung um dich herum zu beobachten. Sieh, wie Wolken ziehen, Bäume sich wiegen, Blätter zittern, Gras sich bewegt, Insekten und Vögel in Bewegung sind.

Richte dann die Aufmerksamkeit auf die direkte Erfahrung: Auch hier ist alles in Bewegung – Gedanken kommen und gehen, Geräusche, Farben, Empfindungen und vielleicht Gerüche erscheinen und verschwinden.

Schließe die Augen und schau nach, ob es eine Grenze zwischen „innen“ und „außen“ gibt. Wenn ja, wo verläuft sie?
Gibt es einen Beobachter, der das alles wahrnimmt?
Oder geschieht das Wahrnehmen einfach von selbst?
Ist irgendetwas zu finden, das nicht einfach von selbst erscheint?

Berichte hinterher, was du entdeckt hast.

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Tue Apr 14, 2026 9:50 pm

Und wie ist es mit Gedanken wie zum Beispiel: „Die Planeten kreisen um die Sonne“?
Der Gedanke taucht (in mir) auf, daher muss er ja mit mir zu tun haben.
Ist sonst ist noch etwas anders als bevor wir diesen Dialog begonnen haben? - Und was ist gleich?
In der Ruhe kann ich die direkte Erfahrung wahrnehmen und genießen. Dieses war mir vorher nicht bekannt und nicht möglich. Im Alltag fällt es noch nicht so leicht. Ich falle sehr schnell in gewohnte Gedankenmuster.
Fehlt irgendetwas?
Ich würde mir wünschen die direkte Erfahrung sei immer gegenwärtig.
Würdest du sagen, dass das:
What are you looking for at LU?
Eine konstante Begleitung. Ich würde gerne die Erfahrung machen, bis wirklich klar wird, dass es kein Ich gibt.
eingetreten ist?
Ja eigentlich schon - es hat sich noch nicht ganz gefestigt - Gedanken bleiben oft viel zu lange präsent
Wenn du jetzt schaust – ist da noch eine Suche im Gange?
Ja eine Suche nach dem inneren Frieden - viele Dinge im Alltag werfen mich immer noch aus der Bahn
Gibt es etwas, das du gerne hier noch (vertieft) untersuchen möchtest?
Wie schaffe ich die direkte Erfahrung präsent zu halten - den Gedanken zu erkennen und ihn weiterziehen zu lassen, ohne das ich in ein Wirrwarr von auftauchenden Gedanken falle.
Berichte hinterher, was du entdeckt hast.
Eine Grenze ist nicht zu finden. Es entsteht eine Weite, in der alles zusammenfließt. Das Wahrnehmen geschieht einfach, ohne einen Beobachter. Alles erscheint von selbst.
Wie kann ich diesen Zustand im Alltag halten?

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Re: fannifilou

Postby You » Wed Apr 15, 2026 7:19 am

Was ist innerer Friede - jetzt, hier?



Ist direkte Erfahrung - Farbe oder/und Geräusch, Empfindung, Geruch, Geschmack, Anwesenheit von Gedanken - jemals nicht gegenwärtig?




Berichte hinterher, was du entdeckt hast.
Eine Grenze ist nicht zu finden. Es entsteht eine Weite, in der alles zusammenfließt. Das Wahrnehmen geschieht einfach, ohne einen Beobachter. Alles erscheint von selbst.
Wie kann ich diesen Zustand im Alltag halten?
Ist das ein Zustand, den es zu halten gilt, oder ist es ein Sehen dessen, was immer der Fall ist?

Schau jetzt - wo auch immer du gerade sitzt - nochmal genauso wie gestern in der Natur:
Schließe die Augen und schau nach, ob es eine Grenze zwischen „innen“ und „außen“ gibt. Wenn ja, wo verläuft sie?
Gibt es einen Beobachter, der das alles wahrnimmt?
Oder geschieht das Wahrnehmen einfach von selbst?
Ist irgendetwas zu finden, das nicht einfach von selbst erscheint?

Berichte dann, was du entdeckst.

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Wed Apr 15, 2026 10:09 pm

Was ist innerer Friede - jetzt, hier?
Frei von einem Wirrwarr aus Gedanken- Präsenz in der Ruhe

Ist direkte Erfahrung - Farbe oder/und Geräusch, Empfindung, Geruch, Geschmack, Anwesenheit von Gedanken - jemals nicht gegenwärtig?
Nicht bewusst- wird oft überschattet vom äußeren Ereignissen. Eigentlich ist sie jedoch immer gegenwärtig.

Ist das ein Zustand, den es zu halten gilt, oder ist es ein Sehen dessen, was immer der Fall ist?
Ja du hast recht, ein Sehen dessen, was immer der Fall ist. Dann gilt es immer zu schauen.

Berichte dann, was du entdeckst.
Kannst du mir auf die Sprünge helfen - ich finde niemanden- vielleicht eine Grenze zwischen hell und dunkel, aber da ist diese Weite - ich bin mir unsicher

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Re: fannifilou

Postby You » Thu Apr 16, 2026 7:02 am

Ist direkte Erfahrung - Farbe oder/und Geräusch, Empfindung, Geruch, Geschmack, Anwesenheit von Gedanken - jemals nicht gegenwärtig?
Nicht bewusst- wird oft überschattet vom äußeren Ereignissen. Eigentlich ist sie jedoch immer gegenwärtig.
Ja, sie ist immer gegenwärtig. Und ist sie wirklich nicht bewusst? Wird nicht immer irgendetwas gesehen, gehört, empfunden, gerochen oder geschmeckt? Was GENAU passiert in den Momenten, die du “überschattet” nennst?

Was ist innerer Friede - jetzt, hier?
Frei von einem Wirrwarr aus Gedanken- Präsenz in der Ruhe
Kurze Nachfrage: War das gerade der Fall, als du die Antwort schriebst, oder ist sie eine Beschreibung dessen, wie du dir inneren Frieden vorstellst?

Wenn das nächste Mal ein Wirrwarr aus Gedanken entsteht, probiere aus und schau:
Wie ist Wirrwarr aus Gedanken, wenn kein Widerstand da ist?

Gedanken bleiben oft viel zu lange präsent
Kannst du kontrollieren, wie lange Gedanken bleiben, bevor sie wieder verschwinden?

Ist das ein Zustand, den es zu halten gilt, oder ist es ein Sehen dessen, was immer der Fall ist?
Ja du hast recht, ein Sehen dessen, was immer der Fall ist. Dann gilt es immer zu schauen.
Du hast schon viele Male erlebt: Wenn du hinschaust, wird das, was immer der Fall ist, wieder klar gesehen.

Die nächsten Male, wenn dir im Laufe des Tages einfällt, auf die direkte Erfahrung zu achten, beobachte auch:
Wie kam es zu dem Impuls, zu schauen? Hast „Du“ ihn kontrolliert? Bin gespannt, was du entdeckst.

Schau jetzt - wo auch immer du gerade sitzt - nochmal genauso wie gestern in der Natur:
Schließe die Augen und schau nach, ob es eine Grenze zwischen „innen“ und „außen“ gibt. Wenn ja, wo verläuft sie?
Gibt es einen Beobachter, der das alles wahrnimmt?
Oder geschieht das Wahrnehmen einfach von selbst?
Ist irgendetwas zu finden, das nicht einfach von selbst erscheint?
Berichte dann, was du entdeckst.
Kannst du mir auf die Sprünge helfen - ich finde niemanden- vielleicht eine Grenze zwischen hell und dunkel, aber da ist diese Weite - ich bin mir unsicher
Was genau meinst du mit einer Grenze zwischen hell und dunkel? Wo ist es hell und wo ist es dunkel? Ist es eine erlebte oder eine vorgestellte Grenze?

Erzähl mir mehr über diese Weite: Was wird direkt erfahren, wenn das auftritt, was du als “Weite” bezeichnest? Gibt es da vielleicht bestimmte Empfindungen oder andere direkte Erfahrungen?



Mit folgender Übung kannst du in diese Richtung weiterschauen. Beantworte wie immer die Fragen jeweils einzeln.

Setze oder lege dich für etwa 15 Minuten mit geschlossenen Augen hin.
Achte dabei ausschließlich auf die reinen Empfindungen, ohne dich auf Gedanken (wie z.B. anatomisches Wissen) oder mentale Bilder zu stützen:

Kannst du wahrnehmen, wie groß der Körper ist?

Hast der Körper ein Gewicht?

Hat der Körper in der direkten Erfahrung eine Form oder Gestalt?

Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?

Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und dem Stuhl, der Matte etc.?

Gibt es eine Grenze zwischen “Körper” und “Raum”?

Gibt es ein Innen oder ein Außen?

Wenn es ein Innen gibt – wovon genau ist es das Innere?

Wenn es ein Außen gibt – wovon genau ist es das Äußere?

Worauf bezieht sich das Wort / das Etikett „Körper“ tatsächlich?

Was ist die direkte Erfahrung des Körpers?


Schau sehr genau hin, besonders bei der letzten Frage. Nimm dir Zeit, ohne zu hetzen.
Du kannst im Laufe des Tages mehrmals hinschauen, auch während anderer Tätigkeiten (z. B. beim Händewaschen, Duschen, in einer kurzen Arbeitspause, beim Gehen usw.), bevor du antwortest.



Der Gedanke taucht (in mir) auf, daher muss er ja mit mir zu tun haben.
Wo genau ist dieses „mir“, in dem Gedanken auftauchen? Ist da überhaupt etwas zu finden?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Thu Apr 16, 2026 10:41 pm

Und ist sie wirklich nicht bewusst? Wird nicht immer irgendetwas gesehen, gehört, empfunden, gerochen oder geschmeckt? Was GENAU passiert in den Momenten, die du “überschattet” nennst?
Mein Fokus liegt auf den Gedankeninhalten. Ich verliere mich in dem Chaos.
War das gerade der Fall, als du die Antwort schriebst, oder ist sie eine Beschreibung dessen, wie du dir inneren Frieden vorstellst?
Ich würde beides bejahen.
Wie ist Wirrwarr aus Gedanken, wenn kein Widerstand da ist?
Wahrscheinlich halte ich die Gedanken durch den Widerstand. Sie gewinnen an Bedeutung. Ohne Widerstand hätten sie viel weniger Schwung - muss ich weiter beobachten.
Kannst du kontrollieren, wie lange Gedanken bleiben, bevor sie wieder verschwinden?
Nein, Gedanken lassen sich nicht kontrollieren. Sie kommen wenn sie wollen und gehen, wenn sie keine Beachtung finden.
Wie kam es zu dem Impuls, zu schauen? Hast „Du“ ihn kontrolliert?
Der Impuls erscheint, wenn ich mich in Gedanken verliere. Er ploppt genau einfach so auf wie ein Gedanke erscheint.
Was genau meinst du mit einer Grenze zwischen hell und dunkel? Wo ist es hell und wo ist es dunkel? Ist es eine erlebte oder eine vorgestellte Grenze?
Ich denke eine vorgestellte Grenze - ich habe keine Ahnung
Erzähl mir mehr über diese Weite: Was wird direkt erfahren, wenn das auftritt, was du als “Weite” bezeichnest? Gibt es da vielleicht bestimmte Empfindungen oder andere direkte Erfahrungen?
Eine Wärme, ein Kribbeln tauchen im Körper auf.
Kannst du wahrnehmen, wie groß der Körper ist?
Nein, hier ist keine Grenze zu spüren.
Hast der Körper ein Gewicht?
Die Auflagefläche des Körpers ist zu spüren, ein Gewicht hat er nicht.
Hat der Körper in der direkten Erfahrung eine Form oder Gestalt?
Nein, da ist dieses Kribbeln.
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Ganz klar, nein
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und dem Stuhl, der Matte etc.?
Keine Grenze zu spüren. Der Kontakt zur Matte ist an einigen Stellen zu spüren.
Gibt es eine Grenze zwischen “Körper” und “Raum”?
Nein, es fließt ineinander über.
Gibt es ein Innen oder ein Außen?
Nur eine Wärme und ein Kribbeln.
Wenn es ein Innen gibt – wovon genau ist es das Innere?
Das Innen empfinde ich als Wärme und Kribbeln
Wenn es ein Außen gibt – wovon genau ist es das Äußere?
Worauf bezieht sich das Wort / das Etikett „Körper“ tatsächlich?
Was ist die direkte Erfahrung des Körpers?
Ich muss weiter beobachten - da ist ja nichts zu spüren außer diese Wärme und das Kribbeln.
Wo genau ist dieses „mir“, in dem Gedanken auftauchen? Ist da überhaupt etwas zu finden?
Nein, da ist nichts zu finden. Gedanken tauchen einfach auf.

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Re: fannifilou

Postby You » Fri Apr 17, 2026 7:06 am

Ich muss weiter beobachten
Das klingt, als seist du auf etwas Interessantes gestoßen, das du noch tiefer ergründen möchtest. Geh dem auf jeden Fall ganz in Ruhe noch weiter nach und berichte, was du entdeckst :) Schau dabei besonders auch hierauf:
Hast der Körper ein Gewicht?
Die Auflagefläche des Körpers ist zu spüren, ein Gewicht hat er nicht.
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und dem Stuhl, der Matte etc.?
Keine Grenze zu spüren. Der Kontakt zur Matte ist an einigen Stellen zu spüren.
Wenn du wirklich nur auf die direkte Erfahrung achtest und nicht auf Gedankeninhalte - werden wirklich „Auflagefläche“ und „Matte“ erlebt?

Wie ist Wirrwarr aus Gedanken, wenn kein Widerstand da ist?
Wahrscheinlich halte ich die Gedanken durch den Widerstand. Sie gewinnen an Bedeutung. Ohne Widerstand hätten sie viel weniger Schwung - muss ich weiter beobachten.
Ja, beobachte auch hier noch weiter. Du bist da in einem guten Prozess. Und untersuche:
Wer oder was hält die Gedanken durch Widerstand?
Wer oder was leistet Widerstand?


Gedanken bleiben oft viel zu lange präsent
Kannst du kontrollieren, wie lange Gedanken bleiben, bevor sie wieder verschwinden?
Nein, Gedanken lassen sich nicht kontrollieren. Sie kommen wenn sie wollen und gehen, wenn sie keine Beachtung finden.
Ja, genau.
Was ist „Gedanken bleiben oft viel zu lange präsent - sie sollten schneller verschwinden“ anderes als ein weiterer Gedanke, der auftaucht, ohne dass einen Denker oder Kontrolleur ihn hervorgebracht hat?

Wo genau ist dieses „mir“, in dem Gedanken auftauchen? Ist da überhaupt etwas zu finden?
Nein, da ist nichts zu finden. Gedanken tauchen einfach auf.
Und ist sie wirklich nicht bewusst? Wird nicht immer irgendetwas gesehen, gehört, empfunden, gerochen oder geschmeckt? Was GENAU passiert in den Momenten, die du “überschattet” nennst?
Mein Fokus liegt auf den Gedankeninhalten. Ich verliere mich in dem Chaos.
Ja du hast recht, ein Sehen dessen, was immer der Fall ist. Dann gilt es immer zu schauen.
Du hast schon viele Male erlebt: Wenn du hinschaust, wird das, was immer der Fall ist, wieder klar gesehen.
Wie kam es zu dem Impuls, zu schauen? Hast „Du“ ihn kontrolliert?
Der Impuls erscheint, wenn ich mich in Gedanken verliere. Er ploppt genau einfach so auf wie ein Gedanke erscheint.
Ja! Auch der Impuls zum Schauen ploppt einfach auf. Diese Einsicht ist essentiell!
Gibt es irgendeine zentrale Instanz, die lernen und kontrollieren könnte, von jetzt an immer zu schauen?


Schauen geschieht. Gedanken ploppen auf. Fokus auf Gedankeninhalte entsteht. Ein Impuls taucht auf, wieder zu schauen. Schauen geschieht. Ist da jemand, der irgendetwas in diesem Kreislauf kontrolliert?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Fri Apr 17, 2026 6:05 pm

Wenn du wirklich nur auf die direkte Erfahrung achtest und nicht auf Gedankeninhalte - werden wirklich „Auflagefläche“ und „Matte“ erlebt?
Ich bin mir noch unsicher. Es zeigt sich eine große Unruhe.

Wer oder was hält die Gedanken durch Widerstand?
Der Gedanke selbst. Also ein anderer Gedanke.
Wer oder was leistet Widerstand?
Der Gedanke leistet Widerstand.
Was ist „Gedanken bleiben oft viel zu lange präsent - sie sollten schneller verschwinden“ anderes als ein weiterer Gedanke, der auftaucht, ohne dass einen Denker oder Kontrolleur ihn hervorgebracht hat?
Genau ein weiterer Gedanke folgt dem eigentlichen Gedanken.
Gibt es irgendeine zentrale Instanz, die lernen und kontrollieren könnte, von jetzt an immer zu schauen?
Okay, ich glaube ich verstehe. Da ist ja niemand, es passiert einfach. Wäre (ich) jedoch nicht darauf aufmerksam gemacht worden, wäre das nie bewusst geworden.
Ist da jemand, der irgendetwas in diesem Kreislauf kontrolliert?
Nein, niemand

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Re: fannifilou

Postby You » Fri Apr 17, 2026 7:48 pm

Wenn du wirklich nur auf die direkte Erfahrung achtest und nicht auf Gedankeninhalte - werden wirklich „Auflagefläche“ und „Matte“ erlebt?
Ich bin mir noch unsicher. Es zeigt sich eine große Unruhe.
Ohne zu wissen, worauf du liegst - was spürst du?

Falls die Unruhe wieder auftaucht, schau: Was ist die direkte Erfahrung dieser Unruhe?


Wer oder was hält die Gedanken durch Widerstand?
Der Gedanke selbst. Also ein anderer Gedanke.
Wer oder was leistet Widerstand?
Der Gedanke leistet Widerstand.
Ja. Einfach noch ein weiterer Gedanke im Wirrwarr und niemand, der gegen Gedanken ankämpft.
Nun schau noch näher hin: Wie leistet der Gedanke Widerstand? Tut er wirklich etwas? Was ist sein Inhalt? Was “sagt” er?


Was ist „Gedanken bleiben oft viel zu lange präsent - sie sollten schneller verschwinden“ anderes als ein weiterer Gedanke, der auftaucht, ohne dass einen Denker oder Kontrolleur ihn hervorgebracht hat?
Genau ein weiterer Gedanke folgt dem eigentlichen Gedanken.
Ja. Noch so einer. Aufgeploppt.

Wer hat ihn gedacht, als du dies vor ein paar Tagen schriebst?
Ist wahr, was der Gedanke sagt?
Ist sein Inhalt real?


Gibt es irgendeine zentrale Instanz, die lernen und kontrollieren könnte, von jetzt an immer zu schauen?
Okay, ich glaube ich verstehe. Da ist ja niemand, es passiert einfach.
Ist es ein Verstehen oder ein Sehen, dass niemand das Schauen oder Nicht-Schauen kontrolliert?

Wenn es noch ein Verstehen ist, bleib nicht dabei stehen. Beobachte, suche - immer wieder:
Kontrollierst du, wann Schauen passiert und wann nicht?
Ist eine separate Kontrollinstanz zu finden, die den Impuls zum Schauen steuert?

Wäre (ich) jedoch nicht darauf aufmerksam gemacht worden, wäre das nie bewusst geworden.
Ist das Gedankeninhalt oder direkte Erfahrung?


Ist da jemand, der irgendetwas in diesem Kreislauf kontrolliert?
Nein, niemand
Wie fühlt es sich an, das zu sehen?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Sat Apr 18, 2026 8:49 pm

Ohne zu wissen, worauf du liegst - was spürst du?
Eine Leichtigkeit
Was ist die direkte Erfahrung dieser Unruhe?
Ein Wirrwarr aus Gedanken - ich komme nicht zur Ruhe.
Wie leistet der Gedanke Widerstand? Tut er wirklich etwas? Was ist sein Inhalt? Was “sagt” er?
Der Gedanke ploppt einfach auf, er tut nichts. Er sagt z.B. „so ein Quatsch, jetzt beruhige dich erstmal“. Sein Inhalt sind oft schmerzhafte Erfahrungen aus der Vergangenheit, also auch nur Geschichten. Diese möchten nicht gefühlt werden. In der direkten Erfahrung ist zu erkennen, dass der Gedanke jetzt keine Realität hat - er schmerzt trotz allem.
Wer hat ihn gedacht, als du dies vor ein paar Tagen schriebst?
Ist wahr, was der Gedanke sagt?
Ist sein Inhalt real?
Niemand hat ihn gedacht. In der direkten Erfahrung ist sein Inhalt nicht real. Woher soll ich wissen, ob er wahr ist ? Traurigkeit taucht auf.
Ist es ein Verstehen oder ein Sehen, dass niemand das Schauen oder Nicht-Schauen kontrolliert?
Wenn es noch ein Verstehen ist, bleib nicht dabei stehen. Beobachte, suche - immer wieder:
Kontrollierst du, wann Schauen passiert und wann nicht?
Ist eine separate Kontrollinstanz zu finden, die den Impuls zum Schauen steuert?[

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Sat Apr 18, 2026 9:19 pm

Mein Text wurde nicht gesendet, irgendetwas ist schief gelaufen, ich versuche erneut auf deine Fragen einzugehen.
Ist es ein Verstehen oder ein Sehen, dass niemand das Schauen oder Nicht-Schauen kontrolliert?
Ein Verstehen sagt der Verstand, ein Sehen die direkte Erfahrung - niemand kontrolliert. Schauen passiert einfach.
Ist das Gedankeninhalt oder direkte Erfahrung?
Beides - genau dieses Schreiben ist die direkte Erfahrung.
Wie fühlt es sich an, das zu sehen?
Das Leben wird gelebt, hierauf habe ich keinen Einfluss. Ärger taucht auf, weil ich Gedanken und ihre Inhalte nicht steuern kann. Sie können mir das Leben wirklich schwer machen und sie bleiben so lange, wie sie wollen. Sie haben einen starken Eigenwillen.

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Re: fannifilou

Postby You » Sun Apr 19, 2026 7:49 am

In der direkten Erfahrung ist zu erkennen, dass der Gedanke jetzt keine Realität hat - er schmerzt trotz allem.
Ja, es schmerzt. Ich weiß das. Ich bin vollkommen bei dir.

An dieser Stelle kann oft der Eindruck entstehen, irgendetwas laufe falsch. Es ist, wie wenn etwas sagt: „Wenn doch klar ist, dass die Erinnerungen nur Gedanken sind, und das „Ich“, das in ihnen vorkommt, nicht real ist, dann müssten sie doch schneller verschwinden, damit es endlich nicht mehr so weh tut! Warum funktioniert das nicht???“. Unruhe entsteht, der Versuch, die Gedanken zu stoppen, und Ärger, wenn das nicht klappt. (Kommt das einigermaßen deinem Erleben nahe?)

Doch nichts läuft hier falsch. Zu sehen, dass die Geschichten jetzt keine Realität haben, bedeutet nicht automatisch, dass sie keine Emotionen mehr auslösen. Sie sind wie ein Film oder Roman, der Gefühle in uns weckt, auch wenn wir wissen, dass er Fiktion ist.

Jetzt gilt es, klar zu sehen, was da ist und was nicht. Du siehst schon klar, dass die Gedankeninhalte nicht real sind. Nun wende dich dem zu, was real ist; was direkt erfahren werden kann. Der Schmerz ist da. Die Traurigkeit ist da. Der Ärger ist da.

Was auch immer aufkommt, beobachte die direkte Erfahrung davon: Welche Empfindungen erscheinen im Körper? Wo genau sind sie? Wie ist ihre Textur? Wie verändern sie sich? Beobachte, wie sie intensiver werden und dann wieder verebben. Kannst du dem, was da aufkommt, mit Liebe und Mitgefühl begegnen? Verändert das die Erfahrung? Was passiert, wenn du so vertieft in die Empfindungen bist, dass der „dazugehörige“ Gedanke ganz in den Hintergrund tritt?

Dies sind nur einige Beispielfragen, die du diesmal nicht einzeln zu beantworten brauchst. Sie sollen als Inspiration dienen, wie du mit Interesse und Neugierde auf die Empfindungen schauen kannst. Es ist auch nicht nötig, dass du für jede Beobachtung passende Worte findest. Entscheidend ist nur, deine ganze Aufmerksamkeit den Emotionen und Empfindungen zuzuwenden.

Erzähl mir dann, was du entdeckst.

🤍

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Sun Apr 19, 2026 5:31 pm

Kommt das einigermaßen deinem Erleben nahe?)
Ja genau so ist es. Das hast du sehr treffend beschrieben.
Was auch immer aufkommt, beobachte die direkte Erfahrung davon:
Wut steigt auf. Ich erzähle mir irgendwelche Geschichten, in dem Glauben es seien doch logische Schlussfolgerungen. Meine Schultern ziehen sich zusammen, es wird ganz eng, der Druck steigt im Körper. Ich suche in diesen Situationen oft den Austausch. Sollte niemand in der Nähe sein, führe ich auch Selbstgespräche. Die Wut muss raus - oft geht es im Anschluss ein wenig besser. Tatsächlich verstehe ich mich in diesen Momenten selbst sehr gut. Also es ist kein Wunder, dass ich jetzt so reagiere - ja schon auch Mitgefühl und Liebe. Ich merke, wenn die Wut verbal nach außen getragen wird, die Emotionen weniger werden. Durch mein eigenes Mitgefühl, durch das nach außen tragen meiner Wut, kommt Freude auf - der eigentliche Gedanke tritt in den Hintergrund. Ich fühle mich bestärkt in meinem Handeln aber auch in meinen Gedanken. Ich weiß, dass es totaler Quatsch ist, aber ich habe das Bedürfnis mein Gegenüber zu überzeugen - das ist schon sehr egoistisch und erschreckend. Tagtäglich schreibe ich mir meinen eigenen Film/Roman und meine alle anderen müssten auch so empfinden und denken - hier taucht ein Unwohlsein auf.

Deine Ausführungen helfen mir sehr, genau das, worum es hier geht, noch intensiver zu erleben - Dankeschön 🙏

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Re: fannifilou

Postby You » Mon Apr 20, 2026 3:11 am

Danke für diese klare Beschreibung dessen, wie es normalerweise abläuft.
Es scheint, dass dir beim Schreiben plötzlich etwas klar geworden ist, besonders hier:
Ich fühle mich bestärkt in meinem Handeln aber auch in meinen Gedanken. Ich weiß, dass es totaler Quatsch ist, aber ich habe das Bedürfnis mein Gegenüber zu überzeugen - das ist schon sehr egoistisch und erschreckend. Tagtäglich schreibe ich mir meinen eigenen Film/Roman und meine alle anderen müssten auch so empfinden und denken - hier taucht ein Unwohlsein auf.
Dieses Unwohlsein ist Gold wert. Untersuche es genauer:
Wie fühlt es sich im Körper an?
Frage es: Worauf will es dich hinweisen?


Wut steigt auf. Ich erzähle mir irgendwelche Geschichten, in dem Glauben es seien doch logische Schlussfolgerungen. Meine Schultern ziehen sich zusammen, es wird ganz eng, der Druck steigt im Körper. Ich suche in diesen Situationen oft den Austausch.
Das nächste Mal, wenn die Wut aufkommt, experimentiere:

Was passiert, wenn du an dieser Stelle den Kreislauf unterbrichst? Was passiert, wenn du weiter die Empfindungen im Körper beobachtest und nicht den Austausch über die gerade geschehene Situation suchst?
Der Druck steigt - und dann? Kannst du weiter beobachten, ohne etwas zu tun, damit er wieder verschwindet? Kannst du die Wut beobachten, als hätte sie nichts mit der zuvor geschehenen Situation zu tun? Als wäre es nicht “Wut über/wegen …”, sondern... einfach nur Wut? Wie fühlt sie sich an? Kannst du die Wut selbst mit Liebe und Mitgefühl da sein lassen, als wäre sie ein kleines Kind, das einfach deine Anwesenheit braucht, ohne gesagt zu bekommen, es solle nicht fühlen, was es fühlt? Verändert das die Erfahrung?
Was passiert, wenn du irgendwann sogar das Etikett “Wut” beiseite lässt und die Empfindungen weiter beobachtest? Wo genau sind sie? Wie ist ihre Textur? Wie verändern sie sich?

Diese Fragen sind wieder als Inspiration zum Schauen gedacht und müssen nicht jeweils einzeln beantwortet werden. Berichte hinterher einfach frei von deiner Erfahrung. Wichtig ist: Schau jetzt in der direkten Erfahrung, in einer neuen Situation. Beziehe dich nicht auf Erinnerungen, wie es frühere Male war, wenn eine Emotion aufkam.

Wenn keine Wut aufkommt, experimentiere mit einer anderen Emotion, wenn sie aufkommt (Traurigkeit, Scham, Angst, etc.). Bleib bei ihr und beobachte die Empfindungen, ohne das zu tun, was sie normalerweise wieder verschwinden lässt (wie der bestätigende Austausch mit anderen im Falle der Wut).

Bin gespannt, was du entdeckst.


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