Ja. Ach so. Ein blitzartiger Perspektivwechsel. Alles ist noch da. Aber: entladen. Also ob eine Entladung stattgefunden hätte.
Ich bin ungerne pingelig, aber magst du bitte genauer darauf eingehen?
Ja, sicher. Mit "Entladung" meine ich:
Vorher war alles (oder vieles) aufgeladen mit ICH. Jeder Impuls, jede Empfindung steht unter dem ICH-Aspekt.
Wenn dieser Aspekt wegfällt, fühlt sich das an, als ob alles, was Wahrnehmen, Empfinden ist - vom ICH-Gedanken entladen wird. Die Aufladung mit dem Ich ist weg.Die Illusion der Verschränkung vom Impuls + Ich ist weg. Der Blick auf das, was ist, ist viel einfacher, umkomplizierter, direkter - ohne dass sich irgendetwas verändert hat. Nur die Illusion der Aufladung entfällt. Und dieses Wegfallen habe ich wie einen schnellen, blitzartigen Perspektivwechsel empfunden. Alles bleibt, aber die Persptive darauf ist verändert. Die Trennung fällt weg.
Was genau war der Umstand und was genau wurde beobachtet was den Shift ausgelöst hat?
Diese Frage:
Beobachte: wenn "Ich will" - wie läuft das ganz genau ab?
Ich konnte plötzlich "sehen" wie es abläuft: Impuls + ich - Impuls + ich ... und mit dem sehen/durchschauen konnte das Ich dann auch sofort wieder abfallen. Also ob es seine Bindungskraft verloren hätte ... das habe ich einfach (am Schreibtisch sitzend) mit ganz vielen kleinen und größeren Impulsen durchgespielt ... teilweise auch sehr lustig.
Meine erste Beschreibung war so:
Das war ganz klar eine blitzartige Erkenntnis. Ein ganz kurzer Moment in dem sich die Möglichkeit aufgetan hat mit all ihren (ziemlich weitgehenden) Konsequenzen und dem Gefühl von Freiheit. Aber dann auch gleich wieder das Hinterfragen: Das kann doch nicht sein :) Aber ich "weiß", dass es so ist. Trotzdem sind da immer wieder Phasen von Ich-Haftigkeit und Zweifel. Die aber mehr oder weniger sofort verschwinden, wenn ich in die direkte Erfahrung gehe. Was ich versuche zu beschreiben: das wechselt teilweise so schnell, das ich manchmal den Eindruck habe, beides wäre gleichzeitig.
Das Gefühl von "Freiheit" empfinde ich genauso. Das geht ja auch mit Entladung/Entlastung einher. Dann kommt im obigen Text jedoch noch sehr viel Zweifel und gedankliches Hinterfragen, z.B. der Aspekt der Gleichzeitigkeit. Da habe ich versucht das Ja und das Nein (=die Zweifel) irgendwie miteinder zu versöhnen ...
Das ist jetzt nicht mehr so. Ich kann das einfach sehen. Und es ist sehr einfach zu sehen. Und es ist auch nicht so, dass der Mechanismus, dass sich ein Ich-Gedanke an einen Impuls anheftet, verschwunden wäre. Aber ich merke und sehe es ganz klar, wenn es passiert. Da ist sogar ein bisschen lustig, wenn ich mich dabei ertappe, weil es so durchsichtig ist :)
Wenn du dir deine Antworten auf die Abschlussfragen durchliest, würdest du jetzt genau so antworten?
Größtenteils genauso, aber wenn ich es jetzt lese, empfinde ich es teilweise etwas bemüht, abstrakt - aber im Kern richtig.
Die Frage nach dem letzten Anschubs würde ich jetzt anders beantworten. Der Bestand in deinem Beharren darauf, dass die Untersuchung noch nicht zuende ist. Und aus dieser Frage von dir:
Daraus werde ich nicht ganz schlau, zuerst das Wollen, oder doch der Ich-Gedanke...
Beobachte: wenn "Ich will" - wie läuft das ganz genau ab?