Auflösen

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barb
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Re: Auflösen

Postby barb » Mon Sep 19, 2022 12:09 pm

Mit der früheren Person meine ich die Gabi, die bis zu einer gewissen Zeit fest davon überzeugt war, nichts weiter als der Körper-Mind zu sein.
Wie ist es jetzt? Ist diese Überzeugung nicht mehr da?
Der Widerstand gegen dem was jetzt ist, ist vollkommen sinnlos.
Ist trotzdem Widerstand da?

Findest du einen "Anfang" und ein "Ende" von Sehen?
:)) Was?? Wo soll denn das sein?
Also ich hab es mehrmals gemacht. Es ist ein braun-oranger ... Ausblick. Da sind Punkte, Striche, Blitze. Mal wie eine Leinwand, mal mit Tiefe. Da ist kein Anfang, kein Ende, keine Grenze. Aber was soll mir das sagen?
Die Fragen bezogen sich auf deine Aussage, dass „Sehen“ vom Kopf ausgeht... Also hattest du das quasi als Anfang empfunden. Und die Übung sollte dich animieren nachzuschauen, ob es tatsächlich so ist... :)
Ich kann mich an nichts erinnern, wenn ich schlafe und nicht träume.
DE funktioniert doch nur durch oder mit sehen, riechen, schmecken usw.
Im Traum ist ja auch sehen, hören, riechen, schmecken, spüren da, oder? Ohne dass die Sinnesorgane involviert sind...
Wer weiß, vielleicht ist das ja alles nur ein Traum oder eine Simulation... :)
Wenn der Körper nicht mehr lebt, was soll da noch DE machen?
Und wahrnehmen? Nimmt der Körper wahr, oder wird er wahrgenommen? Schaue da wirklich ganz tief nach...
Also ich zum Beispiel weiß absolut nicht was ist, wenn der Körper das Zeitliche segnet... Alles was man sich da ausdenkt sind nur Geschichten...

Alles läuft auf „Ich weiß nicht...“ hinaus... :)
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Gabi7777
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Tue Sep 20, 2022 6:36 am

Mit der früheren Person meine ich die Gabi, die bis zu einer gewissen Zeit fest davon überzeugt war, nichts weiter als der Körper-Mind zu sein.
Wie ist es jetzt? Ist diese Überzeugung nicht mehr da?

Diese scheinbare Gewissheit ist mächtig ins wanken geraten. Das was ich wahrnehme, kann ich nicht sein. Gedanken können nichts entscheiden, kontrollieren, sich nichts bewusst sein, nicht erfahren. Der Körper wird wahrgenommen. Die Hand ist nicht bewusst.
Da sind aber noch alte Muster, die die Aufmerksamkeit auf das Wahrgenommene lenken und das Wahrnehmen selbst wie verschleiern.
Ich muss nochmal etwas zum Ich und Nicht-Ich sagen. Du sagtest, wenn ich mich recht erinnere, dass sind alles nur Worte. Manche Worte oder Metaphern können hilfreich sein. Bei der Vorstellung einer Leere in der alles erscheint, bin ich mir im klaren darüber, dass man z.B. in einen leeren Raum alles mögliche reinstellen kann. Wenn er nur vollkommen leer ist. Wenn es nur wahrnehmen gibt, kann es , muss es absolut keine Eigenschaften haben. Dieser Raum "enthält " also ein "Nicht-Klavier", damit wir tatsächlich eins reinstellen können. Er ist praktisch die Negation aller erdenklichen Dinge, auch die des Ichs. Als sich diese Gedanken das erste Mal formten, die Vorstellung eines Nicht-Ich, damit so etwas wie die Illusion eines Ichs überhaupt erscheinen kann, durchrieselte meinen Körper eine Wärme und es war wie ein dahin-schmelzen.
Ich "begriff" oder hatte eine Ahnung von dieser Leere, in der alles erscheint und aus der letztendlich alles ist. Da ich das wahrnehme, die Gedanken die sich auf vergangene Ereignisse beziehen, von denen ich annahm, sie sind "meine" Vergangenheit, bin ich , was immer das ist, wohl eher das Wahrnehmende. Ich bekomme doch mit, was kommt und geht, wie kann ich das sein?
Der Widerstand gegen dem was jetzt ist, ist vollkommen sinnlos.
Ist trotzdem Widerstand da?
Nein, da ist manchmal Traurigkeit.
Die Fragen bezogen sich auf deine Aussage, dass „Sehen“ vom Kopf ausgeht... Also hattest du das quasi als Anfang empfunden. Und die Übung sollte dich animieren nachzuschauen, ob es tatsächlich so ist... :)
Ah, ok. Es fühlt sich eher an, wie aus einem Zentrum zu sehen. Aus einem ovalen Fenster, das hinten offen ist.
Im Traum ist ja auch sehen, hören, riechen, schmecken, spüren da, oder? Ohne dass die Sinnesorgane involviert sind...
Sind Träume nicht aus Erinnerungen an DE gemacht?
sind...
Wer weiß, vielleicht ist das ja alles nur ein Traum oder eine Simulation... :)
Dann gibt es nurr Einen Träumer und alles, die geträumte Welt, die geträumten Menschen die sowenig und soviel Eigenleben besitzen wie die Figuren in meinem Traum, sind alle aus dem demselben Stoff gemacht.
Wenn der Körper nicht mehr lebt, was soll da noch DE machen?
Und wahrnehmen? Nimmt der Körper wahr, oder wird er wahrgenommen?
Ganz klar, der Körper wird wahrgenommen.
Die weitere Antwort auf diese Frage sah vor wenigen Minuten noch ganz anders aus. Doch wenn ich mir meinen Satz zum Traum davor ansehe, ist die klare Schlussfolgerung dass die Personen keine eigenen Wesenheiten oder Entitäten sein können. Alle großen Religionen sagen im Kern, es gibt nichts Getrenntes, nur Eins. Ganz zu schweigen von all den "Typen" in unserer Zeit, die immer wieder sagen: es gibt dich nicht, so wie du es glaubst. (Das Wort Typ ist nicht abwertend gemeint, soll nur die bunte Mischung widerspiegeln).
Das Geschenk das ich erhielt, diese ungesprochenen Worte, von denen einer war: es gibt keinen Tod. Es gibt ihn, aber niemand der stirbt.
Ich verstand ihn damals nicht, ich glaubte es ginge um mich, um meine Person.
Es muss immer wieder nachgeschaut werden, hast du vielleicht noch eine Übung für mich, liebe Barb?

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barb
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Re: Auflösen

Postby barb » Tue Sep 20, 2022 11:21 am

Diese scheinbare Gewissheit ist mächtig ins wanken geraten. Das was ich wahrnehme, kann ich nicht sein. Gedanken können nichts entscheiden, kontrollieren, sich nichts bewusst sein, nicht erfahren. Der Körper wird wahrgenommen. Die Hand ist nicht bewusst.
Da sind aber noch alte Muster, die die Aufmerksamkeit auf das Wahrgenommene lenken und das Wahrnehmen selbst wie verschleiern.
Ja, das ist einfach nur Übungs- und Gewohnheitssache
Ich muss nochmal etwas zum Ich und Nicht-Ich sagen. Du sagtest, wenn ich mich recht erinnere, dass sind alles nur Worte. Manche Worte oder Metaphern können hilfreich sein. Bei der Vorstellung einer Leere in der alles erscheint, bin ich mir im klaren darüber, dass man z.B. in einen leeren Raum alles mögliche reinstellen kann. Wenn er nur vollkommen leer ist. Wenn es nur wahrnehmen gibt, kann es , muss es absolut keine Eigenschaften haben. Dieser Raum "enthält " also ein "Nicht-Klavier", damit wir tatsächlich eins reinstellen können. Er ist praktisch die Negation aller erdenklichen Dinge, auch die des Ichs. Als sich diese Gedanken das erste Mal formten, die Vorstellung eines Nicht-Ich, damit so etwas wie die Illusion eines Ichs überhaupt erscheinen kann, durchrieselte meinen Körper eine Wärme und es war wie ein dahin-schmelzen.
Ich "begriff" oder hatte eine Ahnung von dieser Leere, in der alles erscheint und aus der letztendlich alles ist. Da ich das wahrnehme, die Gedanken die sich auf vergangene Ereignisse beziehen, von denen ich annahm, sie sind "meine" Vergangenheit, bin ich , was immer das ist, wohl eher das Wahrnehmende. Ich bekomme doch mit, was kommt und geht, wie kann ich das sein?
Es scheint so, als wollest du das auf der gedanklichen Ebene lösen... Ja Metaphern können hilfreich sein solange sie aus dem Denken hinausführen. Die Wärme und das dahinschmelzen, die du gespürt hast ist ein deutliches Zeichen, dass das Denken angestanden ist... Danach ist es wieder zurückgekommen und hat versucht das zu analysieren... :) Das Denken kann über sich selbst nicht hinausgehen, deshalb versuchen wir immer wieder ins „Schauen“ zu kommen, also ins wahrnehmen (egal ob sehen-hören-spüren-riechen-schmecken...)

Mit Nicht-Ich, oder Nicht-Klavier kann ich nichts anfangen... Es gibt ja nicht mal ein Ich oder ein Klavier... :)

Was ist ein Klavier? Es ist eine Ansammlung von Holz und Metall und Kunststoff und Ideen das auf eine bestimmte Art und Weise zusammengebaut wird usw... Das Wort ist etwas worauf sich Mensch geeinigt hat...

Lass uns noch mal einen weiteren Blick auf Label/Etiketten werfen:

Wir nutzen Etikette für Aspekte in der direkten Erfahrung. Die ‚Dinge‘ auf die sie sich beziehen sind real, aber die Label selber beziehen sich auf eine Sammlung von Sachen und nicht auf eine echte Entität, oder?

Das Wort "Universität", worauf bezieht sich das Etikett? Gibt es im echten Leben eine "Universität"? Es gibt Gebäude, Studenten, Bücher, Auditorien, Professoren, ist irgendetwas oder irgendjemand davon "Universität"? Oder ist das nur ein Wort das wir für Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Jetzt schau dir mal das Wort "Ich" an. Worauf bezieht sich dieses Label? Gibt es sowas wie ein eigenständiges "Ich"‘ im echten Leben? Da gibt es Gedanken, Gefühle, körperliche Wahrnehmungen, gehörte Geräusche, Gesehenes – ist irgendwas davon ein "Ich"? Oder ist das nur ein Wort das wir für Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Es scheint sehr einfach und nützlich zu sein Etiketten für eine Sammlung von Dingen zu benutzen, aber ist es immer so harmlos?

Es könnte auch geschehen, dass auffällt, dass sich ein Großteil der Gedanken um ein „Ich“ dreht, dass es nur in Gedanken gibt.

Kleines Experiment dazu:

Nimm dir Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir zu Hause wieder richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.

Und dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken einen Kreis. Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto ist nicht schön (gefällt Gaby nicht) usw....

Erzähle mir dann bitte, wie es dir damit gegangen ist

Ah, ok. Es fühlt sich eher an, wie aus einem Zentrum zu sehen. Aus einem ovalen Fenster, das hinten offen ist.
Von wo aus wird dieses Zentrum wahrgenommen?
Sind Träume nicht aus Erinnerungen an DE gemacht?
Keine Ahnung... :)
Es muss immer wieder nachgeschaut werden, hast du vielleicht noch eine Übung für mich, liebe Barb
Ja genau, es muss immer geschaut werden... Schlussfolgerungen sind nur dann hilfreich, wenn sie zum Schauen animieren...

Beschäftige die mal ein bisschen mit der obigen Übung mit den Ich-umkreisenden Gedanken, zuerst mit aufschreiben, und dann beobachte weiterhin den Tag über...

Und auch danach gibt es noch einige Übungen... Keine Sorge, wir haben Zeit... :)
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Gabi7777
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Thu Sep 22, 2022 4:26 pm

Die Wärme und das dahinschmelzen, die du gespürt hast ist ein deutliches Zeichen, dass das Denken angestanden ist...
Könntest du bitte mit anderen Worten sagen, wie du das meinst? Vor allem mit: dass das Denken angestanden ist... .Danke.
Das Denken kann über sich selbst nicht hinausgehen, deshalb versuchen wir immer wieder ins „Schauen“ zu kommen, also ins wahrnehmen (egal ob sehen-hören-spüren-riechen-schmecken...)
Denken gehört dazu, ich glaube mein Problem ist, dass ich mich immer wieder im Denkinhalt verliere, ohne es zu bemerken.
Mit Nicht-Ich, oder Nicht-Klavier kann ich nichts anfangen... Es gibt ja nicht mal ein Ich oder ein Klavier... :)
Ja, es ist nur ein Konzept, wie jedes Wort. Kein Wort kann beschreiben, was jetzt uns hier wirklich ist.

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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Thu Sep 22, 2022 4:56 pm

Hoppla, ich hab versehentlich auf Absenden getippt.
Kleines Experiment dazu:

Nimm dir Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir zu Hause wieder richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.
Und dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken einen Kreis. Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto ist nicht schön (gefällt Gaby nicht) usw....
Erzähle mir dann bitte, wie es dir damit gegangen ist
Als ich 15 Striche und zwei Kreise hatte, habe ich aufgehört zu zählen. Damit habe ich nicht gerechnet. Es war fast niederschmetternd. Alles Bewertungen, Urteile, Reisen in die Zukunft und Vergangenheit...

Die Sätze für die Kreise lauteten: es ist kalt und: es regnet. Es ist deutlicher geworden, dass da Geschichten ablaufen, die nichts mit dem zu tun haben was wirklich ist.

[
Ah, ok. Es fühlt sich eher an, wie aus einem Zentrum zu sehen. Aus einem ovalen Fenster, das hinten offen ist.
Von wo aus wird dieses Zentrum wahrgenommen?
die spontane Antwort: unmöglich festzustellen. Dann schaltete sich der Verstand ein und die neue Antwort: vom Zentrum selbst.
Diesmal habe ich es bemerkt und hab die Gedanken Gedanken sein lassen und ... nur wahrnehmen sein lassen. Ich kann nicht sagen, von wo dieses Zentrum aus wahrgenommen wird, ich weiß es nicht.

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Re: Auflösen

Postby barb » Fri Sep 23, 2022 11:18 am

Die Wärme und das dahinschmelzen, die du gespürt hast ist ein deutliches Zeichen, dass das Denken angestanden ist...
Könntest du bitte mit anderen Worten sagen, wie du das meinst? Vor allem mit: dass das Denken angestanden ist... .Danke.
Das ist zum Beispiel die Aufgabe von einem Koan... Es wird über etwas nachgedacht, auf das der denkende logische Teil des Gehirnes unmöglich eine Antwort finden kann, und da kann es geschehen, dass sich dieser linear operierende Teil der linken Gehirnhälfte erschöpft und mehr die rechte räumliche, umfassende Gehirnhälfte aktiv wird. Wir sind so stark konditioniert und programmiert aus der linken Gehirnhälfte zu leben, alles mit dem Denken lösen zu wollen, und das Spüren ist meist sehr im nicht beachteten Hintergrund. Darauf bezog sich auch der Hinweis mit dem peripheren Sehen, kannst du dich noch daran erinnern? Wenn wir in diese Sichtweise eintreten ist auch hauptsächlich die rechte Gehirnhälfte aktiv, auch das lächeln und sich freuen bewirkt das... (Das alles ist natürlich wieder nur eine sehr vereinfachte Geschichte zu dem was die Gehirnforschung zu dieser Thematik beschreibt, und auch die Gehirnforschung ist eine Geschichte... :))
Denken gehört dazu, ich glaube mein Problem ist, dass ich mich immer wieder im Denkinhalt verliere, ohne es zu bemerken.
Deshalb untersuchen wir es so genau... :) Und am Besten funktioniert es sich immer mehr darüber zu amüsieren wenn es bemerkt wird... Du hast doch schon gesehen, dass du da keine Verantwortung oder Kontrolle darüber hast, oder? Also kannst du auch nichts dafür dass es so ist, und vor allem ist es wieder nur der denkende kritisch konditionierte Teil, der dies bemängelt, oder?
Als ich 15 Striche und zwei Kreise hatte, habe ich aufgehört zu zählen. Damit habe ich nicht gerechnet. Es war fast niederschmetternd. Alles Bewertungen, Urteile, Reisen in die Zukunft und Vergangenheit...
:)
Von wo aus wird dieses Zentrum wahrgenommen?
die spontane Antwort: unmöglich festzustellen. Dann schaltete sich der Verstand ein und die neue Antwort: vom Zentrum selbst.
Diesmal habe ich es bemerkt und hab die Gedanken Gedanken sein lassen und ... nur wahrnehmen sein lassen. Ich kann nicht sagen, von wo dieses Zentrum aus wahrgenommen wird, ich weiß es nicht
Perfekt, genau so... :) Die Gedanken können sagen was sie wollen, wenn gesehen wurde, dass es einfach nur Geschichten sind...

Hier habe ich eine schöne Übung für dich zum Thema:


Was würde es bedeuten, wenn aller Gedankeninhalt nur eine Geschichte wäre?

Finde einen Sportclip auf Youtube, der ca. fünf Minuten lang dauert. Der folgende Link führt zu einem Fußballspiel:

https://www.youtube.com/watch?v=ageIAGU1IXQ

1. Betrachte den Clip eine Minute lang mit ausgeschaltetem Ton, beobachte wie die Leute mit einem runden Ding auf einem Feld herumtollen, hoch und runter, hoch und runter. Lass diese gesamte Erfahrung hineinsinken.

2. Wenn die erste Minute vorbei ist, schaue eine weitere Minute mit eingeschaltetem Ton und Kommentar.
Beobachte den Unterschied. Beobachte wie der Kommentator (Gedanken) sehr viel zu wissen scheint, sogar Hinweise gibt, wie es am besten zu tun wäre. Sieh wie der Kommentator sich fühlt, als könne er das Geschehen beeinflussen, als ob ein Ausgang dem anderen bevorzugt werden würde.
Sieh wie der Kommentator versucht, die Gefühle der Zuschauer aufzustacheln und Identifizierung mit dem ein oder dem anderen Team hervorruft und wie er die Wichtigkeit des Spiels als Ganzes unterstreicht.

3. Schalte den Ton nun wieder aus und beobachte das Treiben ohne hörbaren Kommentar, wie die Farben und Formen auf dem Bildschirm herumtanzen. Beobachte wieder alle Unterschiede im Erleben der Szene

4. Jetzt wird es interessant:
Schalte den Ton wieder  ein  und ignoriere was du glaubst, das Kommentator/Gedanken erzählen könnten und vernehme es nur als KLANG ohne Bedeutung. 

Was kann beim Ein- und Ausschalten des Tons beobachtet werden? Was passiert und erscheint tatsächlich?

Ist der Kommentar zu dem Fußballspiel eine Notwendigkeit, dass das Spiel geschieht?

Und in der selben Weise: 
Ist der innere Kommentar der Gedanken eine Notwendigkeit, dass das Spiel des Lebens geschieht?




Bin schon neugierig wie es dir damit geht... :)
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Sat Sep 24, 2022 8:21 pm

Übung Videoclip Fußball
Was kann beim Ein- und Ausschalten des Tons beobachtet werden? Was passiert und erscheint tatsächlich?
Es spielt überhaupt keine Rolle, was der Kommentartor sagt oder nicht. Das Spiel läuft einfach, der Kommentartor plappert immer "hinterher", er hat natürlich keinen Einfluss auf das Spiel, aber er redet als wenn er ihn hätte. Das Spiel erscheint einfach, wie es ist.
Ist der Kommentar zu dem Fußballspiel eine Notwendigkeit, dass das Spiel geschieht?
Absolut nicht. 10 Kommentartoren würden 10 verschiedene Interpretationen liefern, 10 Versionen, keine einzige davon die Wahrheit.
Und in der selben Weise: 
Ist der innere Kommentar der Gedanken eine Notwendigkeit, dass das Spiel des Lebens geschieht?
Gott im Himmel es ist genau dasselbe. Die Gedanken haben nichts mit dem Leben zu tun, das einfach abläuft. Sie verzerren das was wirklich ist.
Ich hab bemerkt, wie ich die Tage beim Einkauf eine Frau sah. Automatisch fing an, eine Bewertung abzuspulen. Als ich mir dessen bewusst wurde, liefen die Gedanken sozusagen ins Leere, es wurde einfach ruhig. Und dann war da einfach eine Frau die aus dem Laden kam.
Danke für deine Zeit barb :)

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Re: Auflösen

Postby barb » Sun Sep 25, 2022 10:56 am

Und in der selben Weise: 
Ist der innere Kommentar der Gedanken eine Notwendigkeit, dass das Spiel des Lebens geschieht?
Gott im Himmel es ist genau dasselbe. Die Gedanken haben nichts mit dem Leben zu tun, das einfach abläuft. Sie verzerren das was wirklich ist.
Ich hab bemerkt, wie ich die Tage beim Einkauf eine Frau sah. Automatisch fing an, eine Bewertung abzuspulen. Als ich mir dessen bewusst wurde, liefen die Gedanken sozusagen ins Leere, es wurde einfach ruhig. Und dann war da einfach eine Frau die aus dem Laden kam.
Wunderbar gesehen :) Und super wie du das dann gleich in der Praxis beobachten und umsetzen konntest. Darauf läuft es hinaus, sich dessen immer wieder bewusst zu werden und einfach nicht mehr so ernst zu nehmen. Die Gedanken werden nicht aufhören, auch nicht die bewertenden, weil es einfach das ist was ein Teil des Gehirnes tut. Es kann sich aber eine neue Gewohnheit etablieren – sobald erkannt wird, dass die Gedanken nicht ernst zu nehmen sind – dass die Aufmerksamkeit nicht andauernd darauf gerichtet ist. Manchen mag es zwar so erscheinen, dass keine Gedanken da sind, und ich glaube das ist das Missverständnis, das auch schon so manchen fast verzweifeln lässt wenn die Gedanken einfach nicht still sein wollen. Aber mal ganz nüchtern betrachtet, der Herzschlag ist immer da, die Atmung ist immer da. Und kriegt man das mit? Wenn die Aufmerksamkeit nicht gerade darauf gerichtet ist, ist es als wäre es nicht vorhanden. Und das gleiche kann auch mit den Gedanken geschehen. Nicht zwanghaft, nicht mit Anstrengung, sondern einfach dadurch dass man durch immer wieder untersuchen die Natur der Gedanken durchschaut und sie einfach nicht mehr für voll nimmt, sie einfach nicht mehr interessant genug sind...

Wie ist es bei dir zur Zeit generell? Wo würdest du sagen stehst du seit Beginn unserer gemeinsamen Reise, wenn du dir die Eingangsfragen nochmal durchliest?
Danke für deine Zeit barb :)
Es ist mir wirklich eine große Freude... <3
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Mon Sep 26, 2022 10:15 am

Wie ist es bei dir zur Zeit generell? Wo würdest du sagen stehst du seit Beginn unserer gemeinsamen Reise, wenn du dir die Eingangsfragen nochmal durchliest?
Die erste Frage ist für mich die entscheidende Frage.
Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Die Übungen machen immer deutlicher das es niemanden gibt, der etwas steuert. Das ist nur ein Glaube. Du hast mal geschrieben das Metaphern nützlich sind, solange sie einen ins wahrnehmen bringen. Das war ein ganz entscheidender Hinweis. "Früher " konnte ich mir nicht erklären was da eigentlich passiert wenn ich dies oder das lese oder höre. Das hat was gemacht, ich konnte es mir nicht erklären, was da abgeht.
Und das dies bei jedem Menschen anders ist, ist wohl der Vita geschuldet.
Und: ins wahrnehmen bringen, tatsächlich bedeutet diese Ausdrucksweise für mich, der Wahrheit oder wie immer man dies bezeichnen will, am nächsten zu kommen. Die Gegenwart Gottes spüren scheint dasselbe zu meinen, ich dachte da nur, na toll, ich glaube nicht an Gott. Was meint er?? Worte können eine Falle sein, sie beschäftigen den Verstand.
Diesen Dialog zu lesen ist auch sehr hilfreich. Es gibt auch in anderen Dialogen Passagen die mich selig machen... :)
Nun, Barb, ich bin auf dem richtigen Weg, ja ich weiß, es gibt keinen Weg. Es ist bereits da.
Wenn ich einen Wunsch äußern darf, möchte ich mich mit der Identifizierung des Körpers beschäftigen.

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Re: Auflösen

Postby barb » Mon Sep 26, 2022 12:42 pm

Und: ins wahrnehmen bringen, tatsächlich bedeutet diese Ausdrucksweise für mich, der Wahrheit oder wie immer man dies bezeichnen will, am nächsten zu kommen.
Ja genau, so sehe ich das auch... :)
Die Gegenwart Gottes spüren scheint dasselbe zu meinen, ich dachte da nur, na toll, ich glaube nicht an Gott. Was meint er?? Worte können eine Falle sein, sie beschäftigen den Verstand.
Oh ja, gut ausgedrückt, dass Worte eine Falle sein können... :) Worte können der Wind sein, der die Wolken vor die Sonne bringt, aber genauso der Wind der sie wieder weg weht und freie Sicht auf die Sonne freigibt... :) Deshalb ist es so wichtig immer wieder nachzuschauen. Und ebenso wichtig ist es immer mehr in die eigene Autorität zu kommen, dass es nicht mehr für bare Münze genommen wird was irgendwer sagt, und wenn es der Oberguru ist. Es läuft darauf hinaus dass du deine eigene Autoriät bist und nur das für dich zählt, was du selber erfahren kannst. Hat was von „erwachsen“ werden... :)
Nun, Barb, ich bin auf dem richtigen Weg, ja ich weiß, es gibt keinen Weg. Es ist bereits da.
:)
Wenn ich einen Wunsch äußern darf, möchte ich mich mit der Identifizierung des Körpers beschäftigen.
Auf jedenfall darfst du jeden Wunsch äußern... <3

Hier ist eine sehr schöne Übung zum Thema:

Stell dich vor einen größeren Spiegel.

1. Schließe zuerst die Augen und fühle die Empfindungen, die als "Körper" bezeichnet werden.
2. Dann öffne die Augen und schaue in den Spiegel, während du immer noch auf die Empfindungen achtest.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen und dem Bild im Spiegel? Oder nur Gedanken (und/oder mentale Bilder) die das vorschlagen?


3. Während du immer noch auf die Empfindungen achtest, bewege eine Hand und beobachte die Bewegungen im Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen der gefühlten Empfindung ( als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der Bewegung im Spiegel?

4. Nun mach die gleiche Bewegung mit der Hand, aber diesmal schaue direkt auf die Hand, nicht in den Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen (als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der "Bewegung"? Oder nur Gedanken deuten darauf hin?

5. Nun achte nur auf das Bild im Spiegel.

Sagt das Bild für sich allein aus, dass es "Du" oder "dein Körper" ist?

Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein "Körper" ist?
Oder gibt es nur Farben und Formen?


6. Wo der Spiegel endet, können einige Teile des Körpers (wahrscheinlich Beine oder Füße) nicht gesehen werden.

Nur durch das Bild im Spiegel, gibt es irgendein "Wissen" , dass es Beine/Füße geben muss oder nur Gedanken und mentale Bilder, die das vorschlagen?

7. Nun dreh dich weg vom Spiegel und schau nach vorn (schau nicht direkt auf Körperteile).

Gibt es irgendwo einen "Körper" wenn alle Gedanken und Bilder ignoriert werden oder gibt es nur Empfindungen?



8. Beginne langsam zu gehen
.
Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?

Gibt es überhaupt eine Erfahrung des "Gehens" ? Oder nur GEDANKEN über "Gehen"?

Kann sowas wie "Körper" gefunden werden oder nur Gedanken über einen "Körper"?Kann so etwas wie "Gehen" gefunden werden?


9. Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert , (wie durch den Raum gehen) , ODER gibt es nur ein Bild, das mit "Raum" beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?

Viel Freude damit :)
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Wed Sep 28, 2022 11:48 am

Deshalb ist es so wichtig immer wieder nachzuschauen. Und ebenso wichtig ist es immer mehr in die eigene Autorität zu kommen, dass es nicht mehr für bare Münze genommen wird was irgendwer sagt, und wenn es der Oberguru ist. Es läuft darauf hinaus dass du deine eigene Autoriät bist und nur das für dich zählt, was du selber erfahren kannst. Hat was von „erwachsen“ werden... :)
YES!
Schließe zuerst die Augen und fühle die Empfindungen, die als "Körper" bezeichnet werden.
2. Dann öffne die Augen und schaue in den Spiegel, während du immer noch auf die Empfindungen achtest.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen und dem Bild im Spiegel? Oder nur Gedanken (und/oder mentale Bilder) die das vorschlagen?
Es ist eher ein Vorschlag. Es würde mich nicht überraschen einen Fleischsack mit zwei Augen zu sehen.
Während du immer noch auf die Empfindungen achtest, bewege eine Hand und beobachte die Bewegungen im Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen der gefühlten Empfindung ( als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der Bewegung im Spiegel?
Es fühlt sich an, wie etwas fremdes zu betrachten.
Nun mach die gleiche Bewegung mit der Hand, aber diesmal schaue direkt auf die Hand, nicht in den Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen (als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der "Bewegung"? Oder nur Gedanken deuten darauf hin?
Das Gefühl der Fremdheit ist geblieben.
Nun achte nur auf das Bild im Spiegel.

Sagt das Bild für sich allein aus, dass es "Du" oder "dein Körper" ist?

Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein "Körper" ist?
Oder gibt es nur Farben und Formen?
Ja, das bin ich.
Ich sehe 3D.
Wo der Spiegel endet, können einige Teile des Körpers (wahrscheinlich Beine oder Füße) nicht gesehen werden.

Nur durch das Bild im Spiegel, gibt es irgendein "Wissen" , dass es Beine/Füße geben muss oder nur Gedanken und mentale Bilder, die das vorschlagen?
Nur durch den Spiegel ist da kein Wissen über Füße. Füße sind eine Erinnerung.
Nun dreh dich weg vom Spiegel und schau nach vorn (schau nicht direkt auf Körperteile).

Gibt es irgendwo einen "Körper" wenn alle Gedanken und Bilder ignoriert werden oder gibt es nur Empfindungen?
Da gibt es nur Empfindungen.
Beginne langsam zu gehen
.
Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?
Die Empfindungen sagen mir eindeutig der Körper läuft.
Gibt es überhaupt eine Erfahrung des "Gehens" ? Oder nur GEDANKEN über "Gehen"?
Ja, ich habe das Gefühl zu gehen, würde ich hier etwas anderes sagen, wäre es nicht die Wahrheit.
Kann sowas wie "Körper" gefunden werden oder nur Gedanken über einen "Körper"?Kann so etwas wie "Gehen" gefunden werden?
Da ist ein Körper und der läuft umher.
. Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert , (wie durch den Raum gehen) , ODER gibt es nur ein Bild, das mit "Raum" beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?
Die Empfindungen sind im Raum, alles 3D.

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Re: Auflösen

Postby barb » Wed Sep 28, 2022 12:31 pm

Sagt das Bild für sich allein aus, dass es "Du" oder "dein Körper" ist?

Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein "Körper" ist?
Oder gibt es nur Farben und Formen?
Ja, das bin ich.
Ich sehe 3D.
Kann das Bild, das „Sehen“ wirklich was sagen? Weiß „sehen“ etwas über „Körper“? Oder sind das bloß gelernte Etiketten die von der Gedankenmaschinerie auf das Bild aufgedrückt werden?
Wenn du die Augen schließt, bist „du“ dann weg?
Beginne langsam zu gehen
.
Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?
Die Empfindungen sagen mir eindeutig der Körper läuft.
Können Empfindungen sprechen? Schau da nochmal genau nach und fokussiere dich ganz aufs Spüren...
Gibt es überhaupt eine Erfahrung des "Gehens" ? Oder nur GEDANKEN über "Gehen"?
Ja, ich habe das Gefühl zu gehen, würde ich hier etwas anderes sagen, wäre es nicht die Wahrheit.
Was ist „gehen“?
Kann sowas wie "Körper" gefunden werden oder nur Gedanken über einen "Körper"?Kann so etwas wie "Gehen" gefunden werden?
Da ist ein Körper und der läuft umher.
Sagen die Gedanken... Es ist auch nichts verkehrtes wenn Gedanken einteilen und Aussagen machen, solange sie hilfreich sind. Wir wollen das hier auch nicht schlecht reden... Doch in unserer Untersuchung wollen wir alles so weit hinunter dampfen wie möglich. Raus aus den Konzepten in die Erfahrung...
. Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert , (wie durch den Raum gehen) , ODER gibt es nur ein Bild, das mit "Raum" beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?
Die Empfindungen sind im Raum, alles 3D
Ist ja in Ordnung dass du 3D siehst, es erwartet auch keiner von dir, dass du das nicht mehr tust :) Das ist eine ganz phantastische Gehirnfunktion, manche Leute haben da Probleme damit und die tun sich dann ganz schön schwer im Alltag. Und wir wollen das auch nicht Auflösen, wir wollen auch gar nichts zum Verschwinden bringen... Wir wollen nur ganz nüchtern nachschauen was wirkliches direktes Erleben ist bevor gelernte (auch oft nützliche) Konzepte es einteilen... Weiß ein Baby das noch keine Worte und Konzepte gelernt hat was das Wort 3D bedeutet?

Was von „Raum“ kannst du sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? Schau genau nach...


Auch ein Selbstgefühl ist etwas nützliches, auch das wird nicht verschwinden... Die Frage ist nur: Gibt es ein von allem getrenntes, eigenständiges Ich?

Worauf bezieht sich das Wort "ICH"?

Nehmen wir mal ein anderes Wort her, z.B. Feuer:

Gibt es „Feuer“ wirklich? Es gibt Holz/Kohle, Flammen, Glut usw., ist irgendetwas davon „Feuer“? Oder ist das nur ein Wort , das wir für die Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Jetzt schau dir mal das Wort „Ich“ an. Worauf bezieht sich dieses Wort? Da gibt es Gedanken, Gefühle, körperliche Wahrnehmungen, gehörte Geräusche, Gesehenes – ist irgendwas davon ein „Ich“? Oder ist das nur ein Wort das wir für die Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Was ist dieses Ich, das du loswerden willst, das zu viel ist?
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Gabi7777
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Sat Oct 01, 2022 11:02 am

Kann das Bild, das „Sehen“ wirklich was sagen
Sehen kann nichts sagen, es "weiß" überhaupt nichts.
Weiß „sehen“ etwas über „Körper“? Oder sind das bloß gelernte Etiketten die von der Gedankenmaschinerie auf das Bild aufgedrückt werden
Sehen weiß auch nichts über den Körper. Was da an Informationen kommt, habe ich gelernt.
Wenn du die Augen schließt, bist „du“ dann weg?
Ich bin da.
Beginne langsam zu gehen.
Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?
Die Empfindungen sagen mir eindeutig der Körper läuft.
Können Empfindungen sprechen? Schau da nochmal genau nach und fokussiere dich ganz aufs Spüren...
Die Empfindungen können ebenso wenig sprechen wie sehen. Wenn ich sage 'ich gehe' dann weil ich das gelernt habe.
So langsam dämmert es, wenn du sagst es läuft darauf hinaus, dass wir in Wahrheit nichts wissen. DE weiß nichts. Aber diese Konditionierung ist stark, ich muss mich voll konzentrieren um zu erkennen, dass die Aussage 'ich gehe' NACH der Empfindung kommt, die wiederum weiß nichts.
Was ist „gehen“?
der Ausdruck
Gehen ist eine Interpretation oder Auslegung von Empfindungen auf die wir uns geeinigt haben.
Was von „Raum“ kannst du sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? Schau genau nach...
Der Raum wird einfach wahrgenommen als Resultat von ... von räumlicher Wirkung der Objekte, der Schatten, der Entfernungen... wobei klar ist, dass ein Zug der in 3 km Entfernung zu sehen ist, genauso weit weg oder nah dran ist in meiner Erfahrung wie der Marienkäfer auf meiner Hand.
Jetzt schau dir mal das Wort „Ich“ an. Worauf bezieht sich dieses Wort? Da gibt es Gedanken, Gefühle, körperliche Wahrnehmungen, gehörte Geräusche, Gesehenes – ist irgendwas davon ein „Ich“? Oder ist das nur ein Wort das wir für die Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Was ist dieses Ich, das du loswerden willst, das zu viel ist?
Dieses Ich sind Gedanken, Gefühle und Empfindungen die mit dem Selbstgefühl identifiziert sind. Dieses Wissen da zu sein, bewusst zu sein ist mit ihnen verknüpft. Das was wahrnimmt hat sich damit identifiziert. Handlungen, Reaktionen beruhen auf dieser Identifikation.
Das will ich nicht mehr. Wer sagt das? Das ist ein Gedanke... und das Gefühl der Unzufriedenheit mit diesem... Zustand .?.. fühlt sich persönlich an, eng.
Und was heißt das nun wieder? Was heißt, es fühlt sich persönlich an? Das sind alte Muster, alte Identifikationen. Ich vermute, da hilft nur immer wieder zu schauen.
Und da ist auch die Angst vor dem Tod. Das das Gefühl aufhört, da zu sein. Obwohl die Angst tatsächlich schwächer geworden ist, das kann ich nicht abstreiten.

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barb
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Re: Auflösen

Postby barb » Sat Oct 01, 2022 12:26 pm

Sehen weiß auch nichts über den Körper. Was da an Informationen kommt, habe ich gelernt.
Genau :)
So langsam dämmert es, wenn du sagst es läuft darauf hinaus, dass wir in Wahrheit nichts wissen. DE weiß nichts. Aber diese Konditionierung ist stark, ich muss mich voll konzentrieren um zu erkennen, dass die Aussage 'ich gehe' NACH der Empfindung kommt, die wiederum weiß nichts.
Wunderbar... Einfach immer wieder beobachten und sehen, dass in Wirklichkeit kein Wort/kein Gedanke wahr ist...
Gehen ist eine Interpretation oder Auslegung von Empfindungen auf die wir uns geeinigt haben.
:)
Dieses Ich sind Gedanken, Gefühle und Empfindungen die mit dem Selbstgefühl identifiziert sind. Dieses Wissen da zu sein, bewusst zu sein ist mit ihnen verknüpft. Das was wahrnimmt hat sich damit identifiziert. Handlungen, Reaktionen beruhen auf dieser Identifikation.
Das will ich nicht mehr. Wer sagt das? Das ist ein Gedanke... und das Gefühl der Unzufriedenheit mit diesem... Zustand .?.. fühlt sich persönlich an, eng.
Und was heißt das nun wieder? Was heißt, es fühlt sich persönlich an? Das sind alte Muster, alte Identifikationen. Ich vermute, da hilft nur immer wieder zu schauen.
Ja genau, immer wieder schauen...

Wenn du das noch weiter hinunterdampfst, was ist es ganz konkret, was du nicht mehr willst? Versuche da so weit es geht auf die direkte Erfahrung hinunterzukommen. Was willst du nicht mehr sehen-hören-spüren? Was willst du nicht mehr denken? Und warum willst du das nicht mehr? Kontempliere da ausgiebig darüber...
Und da ist auch die Angst vor dem Tod. Das das Gefühl aufhört, da zu sein. Obwohl die Angst tatsächlich schwächer geworden ist, das kann ich nicht abstreiten
Ja, kann ich verstehen... Das ist eine ganz normale und natürliche Angst des Körpers – Überlebensinstinkt. Wenn wir diese Angst nicht hätten, würde man vielleicht gleich mal aus dem Fenster springen wenn der Kaffee nicht gut schmeckt... :)

Dann kommt natürlich die künstlich durch Gedanken erzeugte Angst dazu, und da ist es schon ganz gut die Vernunft einzuschalten... Es gibt da auch keine ultimative Beruhigung dazu, denn alles was nicht mit der eigenen Erfahrung verifiziert werden kann, stellt niemals dauerhaft zufrieden. Jedem Glauben wohnt der Zweifel inne, jeder Hoffnung schon die Furcht. Bezüglich des Todes kann ich nur sagen, dass es ihn nicht wirklich gibt. Denn es gibt nur 2 Möglichkeiten: Falls es wirklich komplett aus und finster ist, dann ist ja nichts da was den Tod erfahren könnte. Und wenn etwas da wäre das etwas erfährt kann das ja nicht tot sein, oder?

Kennst du den schon?

Ein Aspirant fragt: „Meister, was geschieht nach dem Tod“?
Der Meister: „Ich weiß es nicht...“
Aspirant: „Wie meinst du das du weißt es nicht? Bist du nicht ein Zen-Meister?“
Meister: „Ja, aber ich bin kein toter Meister..“
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Gabi7777
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Re: Auflösen

Postby Gabi7777 » Tue Oct 04, 2022 9:41 am

Liebe barb, ich brauche noch etwas Zeit.


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