Ja: „Wechselwirkung“ verrät erst einmal die dualistische Sichtweise. Obwohl es nur jenen Strom von Wahrnehmung gibt, „empfinde“ Ich das als aufgespalten in Ich = hier = Wahrnehmer = Kern und Du = dort = Wahrnehmung = Umgebung. Der Satz muss also heißen, „Wahrnehmung als Basis erfordert wach sein für die – oft extrem schnell ablaufende – ,Wahrnehmung´ “ - was unsinnig ist. Wahrnehmen alleine wäre vielleicht alles … diese Gewohnheit des Aufspaltens in die Subjekt-Objekt-Dualität ist jedoch so stark …, ach im Moment ist da Mutlosigkeit und Trotz.
Dass die Erfahrung des Unterschiedes zwischen“ Gefühl erfahren“ und „es benennen“ zwischendurch mal wie vergessen war, macht mich traurig. Aber es war ja nicht ganz weg :-)
Mir dämmert mittlerweile auch, dass in Momenten des nicht-Denkens jene dualistische Sicht nicht einfach weg ist, weil da kein Rumgrübeln ist. Rumgrübeln geht bestimmt auch ichlos … Es ist eben eine verflixte Gewohnheit, die jenes schlichte ein-fache Wahrnehmen zweiteilt und sieht als „Wechselwirken“, so dass darüber „entschieden“ oder etwas „beurteilt“ werden könnte. Dann entsteht die Illusion, es gäbe eine Wahl zwischen gedachten Positionen. „Kontrolle“ verrät ebenso das Aufteilen in „Kontrolleur“ und „Kontrolliertes“. Auch „Absicht“, „freier Wille“ und „Verantwortung“ verlangen immer nach einem „Absichtshaber“, „Woller“ und „Verantwortlichen“. Immer der gleiche Mist. Hoffentlich ist da die offensichtlich notwendige Geduld für´s Entwöhnen.
Morgenstund hat Gold im Mund.
- Barbarossa
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Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Das ist in Ordnung.diese Gewohnheit des Aufspaltens in die Subjekt-Objekt-Dualität ist jedoch so stark
Wichtig ist nicht, wie es scheint, sondern wie es wirklich ist.
Nachzuschauen was wirklich ist, wie es wirklich ist - das ist etwas was du immer tun kannst.
Mach das mal bitte, und schildere, was jetzt (da) ist.
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Hier ist das Tropf- und Rauschgeräusch des Regens, der feine Tinitus (bin seit 30 Jahren dran gewöhnt), und weitere Geräusche, Fingerspitzen auf den Tasten, ab und zu ein Schluck kühles alkoholfreies Bier und noch diverse Fühl- & Tastempfindungen (Jucken & ein wenig kratzen), die Gedanken (siehe unten), Blicke durch´s abgedunkelte Zimmer und durch Fenster nach draußen und auf den Bildschirm, Atmen. Das ist.
Nachtrag - vorhin während eines Regenspazierganges kamen noch folgende Gedanken, die mich auch jetzt umtreiben:
Mit etwas entspanntem Abstand betrachtet wird vielleicht klar, was tatsächliche Freiheit sein könnte: Die Freiheit sowohl dualistisch, als auch ganzheitlich wahrzunehmen. Weil das „Dualistische“ in dem „Ganzheitlichem“ enthalten ist, kann es vielleicht auch so gesagt werden: Es besteht die Freiheit, die gewohnheitsmäßige Selbstbegrenzung im Dualistischen loszulassen, so dass das Ganzheitliche sichtbar wird. Es ist zwar die ganze Zeit schon da, wird aber gewohnheitsmäßig … wie … übersehen. Aber ich bin frei darin, den Blick zu weiten und dafür muss die Illusion eines Ichs … durchschaut werden.
Nachtrag - vorhin während eines Regenspazierganges kamen noch folgende Gedanken, die mich auch jetzt umtreiben:
Mit etwas entspanntem Abstand betrachtet wird vielleicht klar, was tatsächliche Freiheit sein könnte: Die Freiheit sowohl dualistisch, als auch ganzheitlich wahrzunehmen. Weil das „Dualistische“ in dem „Ganzheitlichem“ enthalten ist, kann es vielleicht auch so gesagt werden: Es besteht die Freiheit, die gewohnheitsmäßige Selbstbegrenzung im Dualistischen loszulassen, so dass das Ganzheitliche sichtbar wird. Es ist zwar die ganze Zeit schon da, wird aber gewohnheitsmäßig … wie … übersehen. Aber ich bin frei darin, den Blick zu weiten und dafür muss die Illusion eines Ichs … durchschaut werden.
- Barbarossa
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Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Sehr gut, das verstehe ich.Es besteht die Freiheit, die gewohnheitsmäßige Selbstbegrenzung im Dualistischen loszulassen, so dass das Ganzheitliche sichtbar wird. Es ist zwar die ganze Zeit schon da, wird aber gewohnheitsmäßig … wie … übersehen
Wie meinst du das "dualistisch wahrnehmen" - welche Wahrnehmung ist dualistisch?Die Freiheit sowohl dualistisch, als auch ganzheitlich wahrzunehmen.
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Da ist die Erfahrung der letzten Tage ganz hilfreich: Da war jenes Wahrnehmen, was schlicht Wahrnehmen war, ich hatte es jedoch als eine stete Abfolge von hinter einander ablaufenden Entscheidungen „interpretiert“ (umgedeutet). Also so, als ob sich in das schlichte Wahrnehmen eine Art hauchzarter Farbton „einschleicht“, so dass das Wahrnehmen nicht wirklich klar wäre … es „schleicht“ sich eben jene Trennung in „hier-und-da“ ins Wahrnehmen ein. Das meine ich mit „dualistisch“. Sobald getrennt wurde, ist als „hier“ (= Kern) das „Ich“ da. Also: Wahrnehmen ist schlicht da. … und danach, wie hinterhergeschaltet, ist da so etwas wie eine Umdeutung der Wahrnehmung. Das geht enorm schnell und fühlt sich an wie „wechselwirken“, also ein Pendeln zwischen hier und da. Dadurch verrät sich das Aufgeteilt sein, jene „Einfärbung“ (oder Eintrübung) des ursprünglichen schlichten Wahrnehmens.
- Barbarossa
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Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Ist das Gesehene jemals getrennt?
Ist das Gehörte jemals getrennt?
Ist das Geschmeckte jemals getrennt?
Ist das Gerochene jemals getrennt?
Ist das Gespürte jemals getrennt?
Sind Gedanken jemals getrennt?
Vermittelt eine Wahrnehmung jemals eine Trennung?
Ist das Gehörte jemals getrennt?
Ist das Geschmeckte jemals getrennt?
Ist das Gerochene jemals getrennt?
Ist das Gespürte jemals getrennt?
Sind Gedanken jemals getrennt?
Vermittelt eine Wahrnehmung jemals eine Trennung?
Wodurch passiert diese Umdeutung?wie hinterhergeschaltet, ist da so etwas wie eine Umdeutung der Wahrnehmung.
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Danke, diese Bestätigung brauchte ich jetzt (ehrlich, nicht ironisch !) und – nein – jede Wahrnehmung ist Berühren, verbunden sein, eben inniglich :-) Das darf nun endlich vertraut werden.
Wodurch diese Umdeutung passiert, versuche ich entspannt zu beobachten. Mal schauen, was ich da entdecke …
Wodurch diese Umdeutung passiert, versuche ich entspannt zu beobachten. Mal schauen, was ich da entdecke …
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Wodurch die Umdeutung passiert, ist noch nicht klar. Es wäre zu einfach zu sagen: „Das Ich macht´s“, weil ich nicht sicher bin, ob „Ich“ am Anfang steht, was Wahrnehmung in seinem Sinne umdeutet, oder jene „dualistische Gewöhnung“ das Ich hervorbringt.
Zu den Wahrnehmungen – was bis jetzt beobachtbar war:
Wenn ich in die Vergangenheit denke oder planend in die Zukunft denke, geschieht das leicht mit einer Intensität, die die 5 Sinneswahrnehmungen wie verschwinden lässt. Da kann es leicht passieren einen Insektenstich zu bekommen, ihn nicht zu bemerken und sich später über´s Jucken zu wundern. Oder im Verlaufe des Wahrnehmens gleite ich in einen träumenden Zustand hinein, in dem auch die Verbindung zur Wahrnehmung „betäubt“ wird. Die Wahrnehmung kann diese intensiven Denk- oder Träumzustände erfassen – dann schwächen sie sich ab oder verschwinden gar. Oder diese Zustände laufen unerkannt weiter – dann fühlt sich das ichig an. Ach ja, und dann gibt es intensive Gefühlszustände, die das Ichen auch stark ermöglichen.
Sicher können diese Zustände (intensives Denken, Träumen, Fühlen) als zu einer klaren Wahrnehmung gehörend erkannt werden. Bis jetzt passiert das „Vernebeln“ oder „Umdeuten“ gerne während dieser Zustände … ohne das klar ist, WODURCH das passiert. Dummerweise merke ich das erst oft hinterher.
Zu den Wahrnehmungen – was bis jetzt beobachtbar war:
Wenn ich in die Vergangenheit denke oder planend in die Zukunft denke, geschieht das leicht mit einer Intensität, die die 5 Sinneswahrnehmungen wie verschwinden lässt. Da kann es leicht passieren einen Insektenstich zu bekommen, ihn nicht zu bemerken und sich später über´s Jucken zu wundern. Oder im Verlaufe des Wahrnehmens gleite ich in einen träumenden Zustand hinein, in dem auch die Verbindung zur Wahrnehmung „betäubt“ wird. Die Wahrnehmung kann diese intensiven Denk- oder Träumzustände erfassen – dann schwächen sie sich ab oder verschwinden gar. Oder diese Zustände laufen unerkannt weiter – dann fühlt sich das ichig an. Ach ja, und dann gibt es intensive Gefühlszustände, die das Ichen auch stark ermöglichen.
Sicher können diese Zustände (intensives Denken, Träumen, Fühlen) als zu einer klaren Wahrnehmung gehörend erkannt werden. Bis jetzt passiert das „Vernebeln“ oder „Umdeuten“ gerne während dieser Zustände … ohne das klar ist, WODURCH das passiert. Dummerweise merke ich das erst oft hinterher.
- Barbarossa
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Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Kannst du ein Ich mit den Sinnesorganen finden?Wodurch die Umdeutung passiert, ist noch nicht klar. Es wäre zu einfach zu sagen: „Das Ich macht´s“, weil ich nicht sicher bin, ob „Ich“ am Anfang steht, was Wahrnehmung in seinem Sinne umdeutet, oder jene „dualistische Gewöhnung“ das Ich hervorbringt.
Kannst du ein Ich mit den Sinnesorganen finden, welches Wahrnehmung umdeutet?
Mit welchem Sinnesorgan nimmst du Zeit wahr?Da kann es leicht passieren einen Insektenstich zu bekommen, ihn nicht zu bemerken und sich später über´s Jucken zu wundern.
Was nimmst du wahr, jetzt?
- Barbarossa
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Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Was meinst du mit "5 Sinneswahrnehmungen verschwinden"?Wenn ich in die Vergangenheit denke oder planend in die Zukunft denke, geschieht das leicht mit einer Intensität, die die 5 Sinneswahrnehmungen wie verschwinden lässt.
Wohin würde eine Sinneswahrnehmung verschwinden?
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Lieber Barbarossa,
1. Ein Ich ist mit den Sinnesorganen definitiv nicht zu finden, …
2. … also auch keins, was Wahrnehmungen umdeuten könnte.
3. Das Wahrnehmen mit Hilfe der Sinnesorgane ist immer im Jetzt. Zeit entsteht im denkerischen Kontext, indem Vergangenes erinnert wird oder Zukünftiges sich vor-gestellt wird … das ist Bilddenken oder Wortdenken. Weil nicht tatsächlich in der Zeit vor- oder zurückgereist werden kann und eben jene Erinnerung oder Vorausplanung immer im Denken jetzt ist, ist Zeit … eine Illusion ? Ich traue mich garnicht es zu denken :-)
Jetzt bin ich hier, die Finger auf der Tastatur, leicht verschwitzt, ein bisschen juckt,s hier und da, Gedanken strömen durch … der Bildschirm leuchtet, der Tinitus singt, … Zeit ist nicht hier. Eigentlich ist Ewigkeit hier … was ich mich auch fast nicht traue zu denken. Aber es ist so. Schlicht – es ist.
*Ich bin Dir sehr dankbar für diese „Rückführung“ ins Hier, ich spüre eine Erleichterung, wie als ob etwas Schweres verschwindet.*
4. Mit "5 Sinneswahrnehmungen verschwinden" meine ich das Phänomen, dass bei intensiver Denk- oder Träumtätigkeit Sinneswahrnehmungen wie betäubt sind. Obwohl ich träumend nach draußen glotze, sehe ich den Baum nicht. Vielleicht sollte ich schreiben, der Baum existiert in jenem Augenblick nicht, sondern „nur“ die Traumbilder. Auch das traue ich mich kaum zu schreiben. Dann verschwände eine Sinneswahrnehmung schlicht nicht – sie wäre einfach nicht da. Ist sie dann nicht da? Nein sie ist nicht da – sie verschwindet einfach nicht, weil sie nicht da ist. ICH konstruiert denkend die Wahrnehmung hinterher „zurück“, die hätte sein können. Ist das jene Umdeutung?
*Uff, das ist viel und sehr erstaunlich … *
Noch etwas, was mir heute tagsüber aufgefallen ist: Wenn beim Wahrnehmen die „richtige“ Distanz besteht, also nicht ins Denken oder Träumen „hineingefallen“ wird, kann das Wahrnehmen unbeschwerter (weniger beeindruckend) geschehen.
Was ist das „Schwere“, was auch gerade eben oben als abwesend *...* empfunden wurde, das „hineinfallen“ lässt und so beeindruckt?
Das Schwere ist die zu starke Nähe zu den Gedanken, ohne es zu merken … kann das sein?
1. Ein Ich ist mit den Sinnesorganen definitiv nicht zu finden, …
2. … also auch keins, was Wahrnehmungen umdeuten könnte.
3. Das Wahrnehmen mit Hilfe der Sinnesorgane ist immer im Jetzt. Zeit entsteht im denkerischen Kontext, indem Vergangenes erinnert wird oder Zukünftiges sich vor-gestellt wird … das ist Bilddenken oder Wortdenken. Weil nicht tatsächlich in der Zeit vor- oder zurückgereist werden kann und eben jene Erinnerung oder Vorausplanung immer im Denken jetzt ist, ist Zeit … eine Illusion ? Ich traue mich garnicht es zu denken :-)
Jetzt bin ich hier, die Finger auf der Tastatur, leicht verschwitzt, ein bisschen juckt,s hier und da, Gedanken strömen durch … der Bildschirm leuchtet, der Tinitus singt, … Zeit ist nicht hier. Eigentlich ist Ewigkeit hier … was ich mich auch fast nicht traue zu denken. Aber es ist so. Schlicht – es ist.
*Ich bin Dir sehr dankbar für diese „Rückführung“ ins Hier, ich spüre eine Erleichterung, wie als ob etwas Schweres verschwindet.*
4. Mit "5 Sinneswahrnehmungen verschwinden" meine ich das Phänomen, dass bei intensiver Denk- oder Träumtätigkeit Sinneswahrnehmungen wie betäubt sind. Obwohl ich träumend nach draußen glotze, sehe ich den Baum nicht. Vielleicht sollte ich schreiben, der Baum existiert in jenem Augenblick nicht, sondern „nur“ die Traumbilder. Auch das traue ich mich kaum zu schreiben. Dann verschwände eine Sinneswahrnehmung schlicht nicht – sie wäre einfach nicht da. Ist sie dann nicht da? Nein sie ist nicht da – sie verschwindet einfach nicht, weil sie nicht da ist. ICH konstruiert denkend die Wahrnehmung hinterher „zurück“, die hätte sein können. Ist das jene Umdeutung?
*Uff, das ist viel und sehr erstaunlich … *
Noch etwas, was mir heute tagsüber aufgefallen ist: Wenn beim Wahrnehmen die „richtige“ Distanz besteht, also nicht ins Denken oder Träumen „hineingefallen“ wird, kann das Wahrnehmen unbeschwerter (weniger beeindruckend) geschehen.
Was ist das „Schwere“, was auch gerade eben oben als abwesend *...* empfunden wurde, das „hineinfallen“ lässt und so beeindruckt?
Das Schwere ist die zu starke Nähe zu den Gedanken, ohne es zu merken … kann das sein?
- Barbarossa
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Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Das widerspricht sich doch?Ein Ich ist mit den Sinnesorganen definitiv nicht zu finden,...
ICH konstruiert denkend die Wahrnehmung hinterher „zurück“, die hätte sein können.
Kannst du etwas finden, was "Wahrnehmung hinterher zurück komstruiert"?
Du nimmst "Finger" und "Tastatur" wahr?Jetzt bin ich hier, die Finger auf der Tastatur
Was nimmst du wahr - nicht was du meinst wahrzunehmen, sondern was du wirklich wahr nimmst?
Was wissen Gedanken, welcher Gedanke ist wahr?
Prüfe das, wieder und wieder.
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Es gilt 1.+ 2. von gestern – also neu: Eingewöhntes Denken sagt: „Tja-ha, der Baum war und ist immer da, Du warst eben bloß abgelenkt, Du hast zwar hingeglotzt, aber du warst in deinen Traumbildern gefangen.“ Das war gemeint mit „denkend wird eine Pseudowahrnehmung“ erschaffen, die nie da war. Was da war, waren die Bilder des Tagtraumes, die wurden wahrgenommen. Indem die Tagtraumbilder zu „Trugbildern“ umgedeutet werden, legt sich dieser „Schleier“ über die reine Wahrnehmung. Die ist im Augenblick frisch und unmanipuliert. Das Umdeuten geschieht sehr schnell hinterher und fast unbemerkt.
Wahrgenommen werden im Moment die Tasterlebnisse beim Kontakt mit der Tastatur (die selbst fühle ich nicht), das Reibgefühl „Finger auf Augenlied“, das Bildschirmlicht, der Tinituston … ohne Wahrnehmer. Stimmt. Tagsüber gab es ein paar Momente, in denen jeder Blick, Ton, jedes Körpergefühl schlicht da war und es war deutlich kein Wahrnehmer vorhanden. Solche Momente mitten im Gewühl des Alltages mit vielen Kontakten zu Kollegen, Schülern, … sortieren, weitermachen, sich erinnern, vorausplanen … hatte ich noch nicht so oft.
„Was wissen Gedanken, welcher Gedanke ist wahr?“ Nach allem, was bisher geschah, wissen Gedanken eigentlich nichts. Da gibt es eben „nur“ diese eingewöhnten Denkprozesse … als naturwissenschaftlich geschulter Mensch beginnt da einiges an gelernten Dogmen zu bröckeln
(siehe oben, die Umdeutung von im Moment wahren Traumbildern, zu späteren „Trugbildern“, weil die „Realität“ ja so-und-so aussieht …).
Jeder Gedanke ist wahr, der im Geist entsteht und wahrgenommen wird, weil er eben da ist. Bezüglich der Sinneswahrnehmungen ist Gedanke nur auf die reine Sinneswahrnehmung draufgelegt, nicht der Sinneseindruck selber. Gedanken kommen von nirgendwo und gehen nirgendwo hin, haben etwas chaotisches in ihrer Abfolge…
Die Tagesaufgabe für morgen: Prüfen, „was Gedanken wissen, welcher Gedanke ist wahr?“
Wahrgenommen werden im Moment die Tasterlebnisse beim Kontakt mit der Tastatur (die selbst fühle ich nicht), das Reibgefühl „Finger auf Augenlied“, das Bildschirmlicht, der Tinituston … ohne Wahrnehmer. Stimmt. Tagsüber gab es ein paar Momente, in denen jeder Blick, Ton, jedes Körpergefühl schlicht da war und es war deutlich kein Wahrnehmer vorhanden. Solche Momente mitten im Gewühl des Alltages mit vielen Kontakten zu Kollegen, Schülern, … sortieren, weitermachen, sich erinnern, vorausplanen … hatte ich noch nicht so oft.
„Was wissen Gedanken, welcher Gedanke ist wahr?“ Nach allem, was bisher geschah, wissen Gedanken eigentlich nichts. Da gibt es eben „nur“ diese eingewöhnten Denkprozesse … als naturwissenschaftlich geschulter Mensch beginnt da einiges an gelernten Dogmen zu bröckeln
(siehe oben, die Umdeutung von im Moment wahren Traumbildern, zu späteren „Trugbildern“, weil die „Realität“ ja so-und-so aussieht …).
Jeder Gedanke ist wahr, der im Geist entsteht und wahrgenommen wird, weil er eben da ist. Bezüglich der Sinneswahrnehmungen ist Gedanke nur auf die reine Sinneswahrnehmung draufgelegt, nicht der Sinneseindruck selber. Gedanken kommen von nirgendwo und gehen nirgendwo hin, haben etwas chaotisches in ihrer Abfolge…
Die Tagesaufgabe für morgen: Prüfen, „was Gedanken wissen, welcher Gedanke ist wahr?“
- Barbarossa
- Posts: 2077
- Joined: Sun Apr 30, 2017 7:22 pm
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Was kannst du jemals finden ausser reiner Wahrnehmung?Indem die Tagtraumbilder zu „Trugbildern“ umgedeutet werden, legt sich dieser „Schleier“ über die reine Wahrnehmung.
Du fühlst die Tastatur nicht? Was meinst du denn, was die Tastatur ist?Tasterlebnisse beim Kontakt mit der Tastatur (die selbst fühle ich nicht)
Ja, das ist richtig. Die Frage war aber anders gemeint:Jeder Gedanke ist wahr, der im Geist entsteht und wahrgenommen wird, weil er eben da ist.
Wieviel Wahrheit steckt in der Aussage eines Gedankens?
Re: Morgenstund hat Gold im Mund.
Lieber Barbarossa,
da ist nichts außer Wahrnehmen, wie beispielsweise jenes Tastgefühl beim Berühren der Tasten, jenes Sehen der Tastatur und Veränderungen auf dem Bildschirm, jenem Klang beim Tippen, jener Denk-Erinnerung an vergangene Tastaturbegegnungen, die in Übereinstimmung sind mit der laufenden Wahrnehmung jetzt. Was in alldem Tipp-Wahrnehmen die Tastatur ist, interessiert nicht, sie ist vorübergehender Bestandteil der strömenden Wahrnehmung, sie bekommt keine weitere Zuwendung. Das meinte ich mit, „ich fühle die Tastatur selbst nicht“ - zugegeben, eine recht schlampige Beschreibung.
Wieviel Wahrheit in der Aussage eines Gedankens steckt, siehst Du oben. Wahrnehmen ist das Zusammenspiel von erlebten Sinneswahrnehmungen und Gedanken. Neben Wort-Etiketten für bestimmte Sinneswahrnehmungen läuft ein sehr komplexer Gedankenstrom, der Erinnerungen mit jetzt gemachten Sinneswahrnehmungen vergleicht, vorausgreifende Bildgedanken enthält („Planung“), sprunghaft assoziative Gedanken (das Chaotische). Gedanken haben keine Aussage, Gedanken sind. Oder gib doch einmal ein konkretes Beispiel.
… und das coole ist, in alldem ist kein Ich zu finden.
Bevor wir über „Wahrheit“ reden, müssten wir uns erst einmal um diesen Begriff einpendeln, der ist zu „weit“. Im Moment gibt es viel zu viele Gedankenverbindungen in alle möglichen Richtungen zu „Wahrheit“. Wollen wir in diese Richtung weiterdenken?
da ist nichts außer Wahrnehmen, wie beispielsweise jenes Tastgefühl beim Berühren der Tasten, jenes Sehen der Tastatur und Veränderungen auf dem Bildschirm, jenem Klang beim Tippen, jener Denk-Erinnerung an vergangene Tastaturbegegnungen, die in Übereinstimmung sind mit der laufenden Wahrnehmung jetzt. Was in alldem Tipp-Wahrnehmen die Tastatur ist, interessiert nicht, sie ist vorübergehender Bestandteil der strömenden Wahrnehmung, sie bekommt keine weitere Zuwendung. Das meinte ich mit, „ich fühle die Tastatur selbst nicht“ - zugegeben, eine recht schlampige Beschreibung.
Wieviel Wahrheit in der Aussage eines Gedankens steckt, siehst Du oben. Wahrnehmen ist das Zusammenspiel von erlebten Sinneswahrnehmungen und Gedanken. Neben Wort-Etiketten für bestimmte Sinneswahrnehmungen läuft ein sehr komplexer Gedankenstrom, der Erinnerungen mit jetzt gemachten Sinneswahrnehmungen vergleicht, vorausgreifende Bildgedanken enthält („Planung“), sprunghaft assoziative Gedanken (das Chaotische). Gedanken haben keine Aussage, Gedanken sind. Oder gib doch einmal ein konkretes Beispiel.
… und das coole ist, in alldem ist kein Ich zu finden.
Bevor wir über „Wahrheit“ reden, müssten wir uns erst einmal um diesen Begriff einpendeln, der ist zu „weit“. Im Moment gibt es viel zu viele Gedankenverbindungen in alle möglichen Richtungen zu „Wahrheit“. Wollen wir in diese Richtung weiterdenken?
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