Hi Daniela,
ein Klick gab es nicht, nur ein Annehmen dessen, was ist. :-)
Ein Schock, fast schmerzhaft, und eine große Erleichterung, dass niemand da ist und jemals da war.
Das Sehen geschieht einfach, ob der Fokus nach "innen" oder "außen" gerichtet wird.
Beides ist nicht scharf zu trennen.
Es durchdringt sich, eine Trennung scheint künstlich.
Beurteilung ist eine automatisierte Bewertung von Gedanken und Gefühlen, die kommen und gehen.
Sie können auch produziert, formuliert werden. Sie können abgeschnitten und weggeschoben werden.
Nur ist niemand auffindbar, der das tut. Es geschieht einfach.
Nicht zwischen den Ohren, oder den Rippen - und das, erkannt, ist Freiheit! :-)
Schmecken, atmen, spüren - Eindrücke, die gefühlt werden dürfen und wollen, aber keinerlei Bestätigung brauchen.
Die verdirbt ihre Unmittelbarkeit, ihre Authentizität.
Alles ist ganz frisch und fühlt sich richtig gut an. Frei eben.
Herzliche Grüße
Chris
Ziellose Suche
Re: Ziellose Suche
Hi Chris,
muss es denn eine Klick geben? Ich weiss das dies oftmals in der Literatur beschrieben wird, aber erfahrungsgemäss hab ich den Klick bisher kaum erlebt bei Klienten.
Hast Du noch Fragen deinerseits?
Herzliche Grüße
Daniela
muss es denn eine Klick geben? Ich weiss das dies oftmals in der Literatur beschrieben wird, aber erfahrungsgemäss hab ich den Klick bisher kaum erlebt bei Klienten.
Hast Du noch Fragen deinerseits?
Herzliche Grüße
Daniela
Just one second can change your life
- HerzLicht108
- Posts: 12
- Joined: Fri Mar 12, 2021 9:12 pm
Re: Ziellose Suche
Hi Daniela,
ich denke, es hat Klick gemacht.
Mehr Informationen werden nicht gebraucht. Etwas mehr Zeit und die Gelegenheit, dran zu bleiben.
Momentan muss ich mich viel mit weltlichen Dingen beschäftigen, den äußeren Umständen geschuldet, und komme so immer wieder davon ab, noch genauer nachzusehen.
Sehen fand statt und es hat sich etwas geändert.
Die Veränderung geschieht immer noch.
Was meinst du? Was sagt deine Erfahrung?
Wie beurteilst du meine Erkenntnis?
Herzliche Grüße
Chris
ich denke, es hat Klick gemacht.
Mehr Informationen werden nicht gebraucht. Etwas mehr Zeit und die Gelegenheit, dran zu bleiben.
Momentan muss ich mich viel mit weltlichen Dingen beschäftigen, den äußeren Umständen geschuldet, und komme so immer wieder davon ab, noch genauer nachzusehen.
Sehen fand statt und es hat sich etwas geändert.
Die Veränderung geschieht immer noch.
Was meinst du? Was sagt deine Erfahrung?
Wie beurteilst du meine Erkenntnis?
Herzliche Grüße
Chris
Re: Ziellose Suche
Hi Chris,
Ich würde dir gern unsere Abschlussfragen stellen. Bitte beantworte ausführlich da mehrere guides mitlesen werden :-)
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Ich würde dir gern unsere Abschlussfragen stellen. Bitte beantworte ausführlich da mehrere guides mitlesen werden :-)
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
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- HerzLicht108
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- Joined: Fri Mar 12, 2021 9:12 pm
Re: Ziellose Suche
Hi Daniela,
um deinen inquisitorischen Fragenkatalog zu beantworten 😊:
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein, da ist nichts auffindbar. Zunächst ist das verwirrend bis ärgerlich, bisweilen frustrierend.
Dann: Besser so, zum Glück!
Wenn es das „Selbst“ gab, ist es nur als Erinnerung auffindbar, als Gefühl, Bild, Gedanke, Eindruck.
Die lösen sich aber genauso wieder auf und sind zudem veränderlich – da ist nichts Festes, auf dem man (be)stehen kann.
Es loszulassen, sein zu lassen, fühlt sich gut an.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Illusion ist, dass es einen vermeintlich festen Bezugspunkt innen als Lebensmittelpunkt gibt.
Den meint man zu spüren, im Kopf, im Herz, auch mal im Bauch. In den Gedanken, bei ihrer Formulierung, oder wenn man sie abschneidet oder wegschiebt. Auch in den Gefühlen, die sehr persönlich scheinen, wenn sie auftauchen, die mitreißen. Wenn man sie annimmt und sein lässt, zeigt sich ihr Wesen allzu deutlich. „Gute“ wie „schlechte“ scheinen nur erlebt werden zu wollen, sind bestenfalls Helfer und, bei Gewahrsein, keine Herren. Das ist immer wieder eine Erleichterung und auch eine Freude, an sich befreiend.
Wenn man Kopf, Herz und Bauch genau anschaut, stellt sich heraus, dass da nichts und niemand ist. Da bleibt nichts Festes, worauf man sich stützen kann. Keine Identität, keine Dauer. Gedanken kommen und gehen, irgendwoher, irgendwohin. Gefühle ganz genauso. Was bleibt ist Wahrnehmung über unterschiedliche Kanäle im Jetzt.
Wenn man darin ruht, breiten sich Ruhe aus und Klarheit, sauber, frisch und rein. Friede, und auch Freude, körperliches Wohlbefinden. Und immer wieder blitzt auch das Wissen auf, was andere gerade fühlen oder denken, was sich immer öfter auch als wahr herausstellt.
Die Täuschung geschieht an der Stelle, wo gewohnheitsmäßig der Wahrnehmung, den Gedanken und den Gefühlen, während sie geschehen, reflexartig und unbewusst ein Stempel aufdrückt wird: Du bist m e i n Gefühl. M e i n Gedanke. M e i n e Bewertung. Das ist künstlich und unnötig, den nichts davon bedarf irgendjemandes oder irgendeiner Bestätigung, um zu sein.
Das Abstempeln oder „Labeln“ führt zur Fehlvorstellung des Vorhandenseins von Christian als fester Person. Und es zeigt sich immer wieder: Je mehr Etikettierung, desto fester und enger wird wieder alles wieder.
Sobald Offenheit wieder sein darf hört die Identifikation auf.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Beim Durchschauen war es erst ein Schock, ein Schlag. Angst kam auf, Panik. Sogar eine deutlicher Moment von scharfem Verlustschmerz, durchdringend, körperlich spürbar, wie wenn etwas stirbt. Aber keine Trauer. Angst und Panik verebbten. Der Druck auf der Brust löste sich, dann kehrte Ruhe ein und eine Art Schwebezustand. Es war nicht klar, was genau geschehen war und alles fühlte sich unecht an, innen wie außen. War es das? 17 Jahre Meditation, ein paar Sekunden Feuerwerk. Das ist ca. 10 Tage her.
Mittlerweile ist es ist innen ruhiger geworden. Etwas hat sich gelöst, es ist schwer in Worte zu fassen. Notwendige Dinge werden erledigt, ohne großes Aufheben. Es geschieht einfach. Dafür ist irgendwie noch mehr Energie da und es geschieht zwanglos. Wenn Perfektionismus, Angst, etwas falsch zu machen oder übermäßiges Streben auftauchen, verebben sie wieder, wenn sie angesehen werden.
Es besteht das Bedürfnis zu ruhen, einfach nur zu sein, mehr als je zuvor. Formelle Meditation mache ich nur mit, nicht aus eigenem Antrieb. Meistens zieht es mich eh schon gleich zu Anfang in die Verschmelzung. Die wird genossen, bis es etwas anderes zu tun gibt. Die Versprechen bekomme ich geradeso hin. Kluge Ideen haben spürbar an Zugkraft verloren. Alles ist leichter geworden, irgendwie „durchsichtiger“, aber ohne eine optische Erfahrung von Durchsichtigkeit.
Termine, das Leben, läuft einfach ab. Die Gewohnheiten halten es auf Kurs, was gut ist, denn es besteht wenig Interesse, hier einzuwirken. Jetzt, Offenheit, Sein sind zentral. Irgendwie sortiert sich alles gerade neu, aber im Hintergrund, nicht zu offensichtlich.
Vorher musste alles auf Kurs gehalten, gedacht, durchdacht, vorweggenommen und beeinflusst werden. Möglichst fehlerfrei, innerlich gerichtet und makellos sein. Mittlerweile haben diese Etiketten an Anziehungskraft spürbar eingebüßt und es darf alles so sein, wie es ist. Wenn Bedrohliches oder Schlimmes geschieht oder gefühlt wird genügt es meist es einfach anzunehmen und sanft in den Arm zu nehmen.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Ganz klar der Wunsch zu sehen, frei zu sein, wissen zu wollen, was ist, das Gefühl, dass es jetzt soweit ist, die Wahrheit zu erfahren.
Die Berichte in den Büchern von Ilona und Elena, denen ich, wie dir, Daniela, zutiefst dankbar bin für eure Arbeit, die haben das alles in Reichweite gebracht, die haben die Freude, die Neugier und die Lust geweckt, endlich selbst zu wissen und zu sehen. Nicht mehr aus zweiter Hand zu leben, sondern klar zu sehen, was ist.
Ohne diesen äußeren Anstoß und die Erfahrungsberichte wäre es womöglich noch lange im Kreis weitergegangen. Von Kurs zu Kurs, Einweihung zu Einweihung, Praxis zur Praxis, ins Retreat usf. Schon angenehm, schön angenehm, aber ohne echte Veränderung.
Großen Dank für diesen Schubs! Er ist weit mehr als das.
Aber das wisst ihr ja schon.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Entscheidung ist etwas, das geschieht. Äußere Dinge erfordern Entscheidungen, das Nachdenken über das bestmögliche Ergebnis, Berechnung, sind weg. Je nach Situation ist es so, dass, je mehr Zeit ist sich auf sie einzustellen desto passender kann gehandelt werden. Der Impuls ist fast immer intuitiv, kaum kognitiv oder intellektuell. Ergebnisse sind okay, ob sie „besser“ oder „schlechter“ ausfallen. Es gibt eins und das Leben geht weiter. Eventuell wird nachjustiert, Zufriedenheit, Annahme sind da und breiten sich zunehmend aus.
Absicht? Das ist schwer zu beantworten. Absicht ist irgendwie weg. Wie ein leerer Stellplatz, oder so etwas in der Art. Meine Frau findet das schlimm, ich nehme es ihr nicht krumm. Es ist nun so.
Freier Wille? Das Leben geschieht und der Film wird von den meisten Schauspielern bitterernst genommen. Das ist hart zu beobachten und weckt Mitgefühl. Es ist eine Geschichte, die Lustspiel oder Drama sein kann, Thriller oder Spielfilm. Vielleicht auch Sportübertragung 😊. Wenn die Entscheidung getroffen wird sie schön für alle zu machen kann das sehr wertvoll sein und weite Kreise ziehen.
Um die Frage zu beantworten: Freier Wille bedeutet das jeder es selbst in der Hand hat, wie er mit Geschehnissen umgeht, aber offenbar nicht das, was geschieht. Kontrolle bezieht sich da maximal auf die Deutungshoheit über Erfahrungen innerhalb individueller Verkörperung. Weil der Erfahrende aber keine Person ist oder feste Identität ist oder hat er oder sie die Freiheit der Deutung.
Nicht mehr, nicht weniger.
Wer deutet nun? Weisheit, Wissen, das keine Persönlichkeit braucht, um zu sein. Vielleicht der SINN, wie Lao-Tse ihn nennt. Das ist sehr tief und philosophisch. Ganz klar ein Wissen, dass nicht aus dem Wissensschatz eines Christian, gleich wie belesen, entstammen kann. Dafür ist es zu umfassend, zu passend, zu spontan und mühelos.
Zum Beispiel, Sprachwissenschafts-Klausur, dritter Versuch: Das macht nervös, also wird gelernt. Nervosität und Angst lösen sich auf, wenn sie direkt angesehen werden. Man gibt sich schon Mühe und nutzt Wissen über die Situation, z.B. was drankommt, aber es geschieht auch einfach auch nur. Was da bewusst gewollt, was da einfach nur geschieht, ist schwer auseinanderzuhalten. Viel öfter geschehen spontane Pausen oder auch eine Beendigung des Lernens. Da taucht Zuversicht auf, dass alles gut sein wird und dass die Pause klargeht. Intuitives Wissen, das sich wahr anfühlt und gilt, gibt den Ton an und darf entscheiden.
Damit läuft es gut. Bei einem Streit oder einem Gespräch beim Arbeitgeber über die eigenen Leistungen und in anderen diskursiven Situationen muss noch mehr auf Mitgefühl geachtet werden. Klarheit allein bewegt nicht zum Miteinander, schafft meist noch mehr Diskursivität.
Verantwortung besteht in mitfühlendem und klugen Handeln, ob hier drin jemand zuhause ist oder nicht. Die Welt braucht das, weil wir alle uns so nahestehen und die meisten es gar nicht merken.
Es wäre besonders schön, mit dieser Freiheit für alle etwas zu tun, aber dazu besteht kein Zwang. Vielleicht ist die Freude, die daraus entsteht, bester Lohn hierfür.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Genug geredet. 😊
Herzliche Grüße &
beste Wünsche
Chris
um deinen inquisitorischen Fragenkatalog zu beantworten 😊:
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein, da ist nichts auffindbar. Zunächst ist das verwirrend bis ärgerlich, bisweilen frustrierend.
Dann: Besser so, zum Glück!
Wenn es das „Selbst“ gab, ist es nur als Erinnerung auffindbar, als Gefühl, Bild, Gedanke, Eindruck.
Die lösen sich aber genauso wieder auf und sind zudem veränderlich – da ist nichts Festes, auf dem man (be)stehen kann.
Es loszulassen, sein zu lassen, fühlt sich gut an.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Illusion ist, dass es einen vermeintlich festen Bezugspunkt innen als Lebensmittelpunkt gibt.
Den meint man zu spüren, im Kopf, im Herz, auch mal im Bauch. In den Gedanken, bei ihrer Formulierung, oder wenn man sie abschneidet oder wegschiebt. Auch in den Gefühlen, die sehr persönlich scheinen, wenn sie auftauchen, die mitreißen. Wenn man sie annimmt und sein lässt, zeigt sich ihr Wesen allzu deutlich. „Gute“ wie „schlechte“ scheinen nur erlebt werden zu wollen, sind bestenfalls Helfer und, bei Gewahrsein, keine Herren. Das ist immer wieder eine Erleichterung und auch eine Freude, an sich befreiend.
Wenn man Kopf, Herz und Bauch genau anschaut, stellt sich heraus, dass da nichts und niemand ist. Da bleibt nichts Festes, worauf man sich stützen kann. Keine Identität, keine Dauer. Gedanken kommen und gehen, irgendwoher, irgendwohin. Gefühle ganz genauso. Was bleibt ist Wahrnehmung über unterschiedliche Kanäle im Jetzt.
Wenn man darin ruht, breiten sich Ruhe aus und Klarheit, sauber, frisch und rein. Friede, und auch Freude, körperliches Wohlbefinden. Und immer wieder blitzt auch das Wissen auf, was andere gerade fühlen oder denken, was sich immer öfter auch als wahr herausstellt.
Die Täuschung geschieht an der Stelle, wo gewohnheitsmäßig der Wahrnehmung, den Gedanken und den Gefühlen, während sie geschehen, reflexartig und unbewusst ein Stempel aufdrückt wird: Du bist m e i n Gefühl. M e i n Gedanke. M e i n e Bewertung. Das ist künstlich und unnötig, den nichts davon bedarf irgendjemandes oder irgendeiner Bestätigung, um zu sein.
Das Abstempeln oder „Labeln“ führt zur Fehlvorstellung des Vorhandenseins von Christian als fester Person. Und es zeigt sich immer wieder: Je mehr Etikettierung, desto fester und enger wird wieder alles wieder.
Sobald Offenheit wieder sein darf hört die Identifikation auf.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Beim Durchschauen war es erst ein Schock, ein Schlag. Angst kam auf, Panik. Sogar eine deutlicher Moment von scharfem Verlustschmerz, durchdringend, körperlich spürbar, wie wenn etwas stirbt. Aber keine Trauer. Angst und Panik verebbten. Der Druck auf der Brust löste sich, dann kehrte Ruhe ein und eine Art Schwebezustand. Es war nicht klar, was genau geschehen war und alles fühlte sich unecht an, innen wie außen. War es das? 17 Jahre Meditation, ein paar Sekunden Feuerwerk. Das ist ca. 10 Tage her.
Mittlerweile ist es ist innen ruhiger geworden. Etwas hat sich gelöst, es ist schwer in Worte zu fassen. Notwendige Dinge werden erledigt, ohne großes Aufheben. Es geschieht einfach. Dafür ist irgendwie noch mehr Energie da und es geschieht zwanglos. Wenn Perfektionismus, Angst, etwas falsch zu machen oder übermäßiges Streben auftauchen, verebben sie wieder, wenn sie angesehen werden.
Es besteht das Bedürfnis zu ruhen, einfach nur zu sein, mehr als je zuvor. Formelle Meditation mache ich nur mit, nicht aus eigenem Antrieb. Meistens zieht es mich eh schon gleich zu Anfang in die Verschmelzung. Die wird genossen, bis es etwas anderes zu tun gibt. Die Versprechen bekomme ich geradeso hin. Kluge Ideen haben spürbar an Zugkraft verloren. Alles ist leichter geworden, irgendwie „durchsichtiger“, aber ohne eine optische Erfahrung von Durchsichtigkeit.
Termine, das Leben, läuft einfach ab. Die Gewohnheiten halten es auf Kurs, was gut ist, denn es besteht wenig Interesse, hier einzuwirken. Jetzt, Offenheit, Sein sind zentral. Irgendwie sortiert sich alles gerade neu, aber im Hintergrund, nicht zu offensichtlich.
Vorher musste alles auf Kurs gehalten, gedacht, durchdacht, vorweggenommen und beeinflusst werden. Möglichst fehlerfrei, innerlich gerichtet und makellos sein. Mittlerweile haben diese Etiketten an Anziehungskraft spürbar eingebüßt und es darf alles so sein, wie es ist. Wenn Bedrohliches oder Schlimmes geschieht oder gefühlt wird genügt es meist es einfach anzunehmen und sanft in den Arm zu nehmen.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Ganz klar der Wunsch zu sehen, frei zu sein, wissen zu wollen, was ist, das Gefühl, dass es jetzt soweit ist, die Wahrheit zu erfahren.
Die Berichte in den Büchern von Ilona und Elena, denen ich, wie dir, Daniela, zutiefst dankbar bin für eure Arbeit, die haben das alles in Reichweite gebracht, die haben die Freude, die Neugier und die Lust geweckt, endlich selbst zu wissen und zu sehen. Nicht mehr aus zweiter Hand zu leben, sondern klar zu sehen, was ist.
Ohne diesen äußeren Anstoß und die Erfahrungsberichte wäre es womöglich noch lange im Kreis weitergegangen. Von Kurs zu Kurs, Einweihung zu Einweihung, Praxis zur Praxis, ins Retreat usf. Schon angenehm, schön angenehm, aber ohne echte Veränderung.
Großen Dank für diesen Schubs! Er ist weit mehr als das.
Aber das wisst ihr ja schon.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Entscheidung ist etwas, das geschieht. Äußere Dinge erfordern Entscheidungen, das Nachdenken über das bestmögliche Ergebnis, Berechnung, sind weg. Je nach Situation ist es so, dass, je mehr Zeit ist sich auf sie einzustellen desto passender kann gehandelt werden. Der Impuls ist fast immer intuitiv, kaum kognitiv oder intellektuell. Ergebnisse sind okay, ob sie „besser“ oder „schlechter“ ausfallen. Es gibt eins und das Leben geht weiter. Eventuell wird nachjustiert, Zufriedenheit, Annahme sind da und breiten sich zunehmend aus.
Absicht? Das ist schwer zu beantworten. Absicht ist irgendwie weg. Wie ein leerer Stellplatz, oder so etwas in der Art. Meine Frau findet das schlimm, ich nehme es ihr nicht krumm. Es ist nun so.
Freier Wille? Das Leben geschieht und der Film wird von den meisten Schauspielern bitterernst genommen. Das ist hart zu beobachten und weckt Mitgefühl. Es ist eine Geschichte, die Lustspiel oder Drama sein kann, Thriller oder Spielfilm. Vielleicht auch Sportübertragung 😊. Wenn die Entscheidung getroffen wird sie schön für alle zu machen kann das sehr wertvoll sein und weite Kreise ziehen.
Um die Frage zu beantworten: Freier Wille bedeutet das jeder es selbst in der Hand hat, wie er mit Geschehnissen umgeht, aber offenbar nicht das, was geschieht. Kontrolle bezieht sich da maximal auf die Deutungshoheit über Erfahrungen innerhalb individueller Verkörperung. Weil der Erfahrende aber keine Person ist oder feste Identität ist oder hat er oder sie die Freiheit der Deutung.
Nicht mehr, nicht weniger.
Wer deutet nun? Weisheit, Wissen, das keine Persönlichkeit braucht, um zu sein. Vielleicht der SINN, wie Lao-Tse ihn nennt. Das ist sehr tief und philosophisch. Ganz klar ein Wissen, dass nicht aus dem Wissensschatz eines Christian, gleich wie belesen, entstammen kann. Dafür ist es zu umfassend, zu passend, zu spontan und mühelos.
Zum Beispiel, Sprachwissenschafts-Klausur, dritter Versuch: Das macht nervös, also wird gelernt. Nervosität und Angst lösen sich auf, wenn sie direkt angesehen werden. Man gibt sich schon Mühe und nutzt Wissen über die Situation, z.B. was drankommt, aber es geschieht auch einfach auch nur. Was da bewusst gewollt, was da einfach nur geschieht, ist schwer auseinanderzuhalten. Viel öfter geschehen spontane Pausen oder auch eine Beendigung des Lernens. Da taucht Zuversicht auf, dass alles gut sein wird und dass die Pause klargeht. Intuitives Wissen, das sich wahr anfühlt und gilt, gibt den Ton an und darf entscheiden.
Damit läuft es gut. Bei einem Streit oder einem Gespräch beim Arbeitgeber über die eigenen Leistungen und in anderen diskursiven Situationen muss noch mehr auf Mitgefühl geachtet werden. Klarheit allein bewegt nicht zum Miteinander, schafft meist noch mehr Diskursivität.
Verantwortung besteht in mitfühlendem und klugen Handeln, ob hier drin jemand zuhause ist oder nicht. Die Welt braucht das, weil wir alle uns so nahestehen und die meisten es gar nicht merken.
Es wäre besonders schön, mit dieser Freiheit für alle etwas zu tun, aber dazu besteht kein Zwang. Vielleicht ist die Freude, die daraus entsteht, bester Lohn hierfür.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Genug geredet. 😊
Herzliche Grüße &
beste Wünsche
Chris
Re: Ziellose Suche
Die Guides werden jetzt mal draufschauen. Ich melde mich!
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