Maria

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Maria

Postby Maria1 » Sat Mar 27, 2021 11:44 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
entsprechend dem Kurs in Wundern geht es wohl um das Christusbewusstsein. Meiner Meinung nach geht es darum, die Identifikation mit der eigenen Geschichte und Vergangenheit zu lösen. Mich nicht mehr mit Körper, Gedanken und Emotionen zu identifizieren.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Mir hat eine Freundin ein Youtube Video von Ilona gesandt und danach habe ich mir ihr Buch Liberation unleashed gekauft. Meine Freundin und ich sind beide sehr interessiert daran, um jeden Preis die Wahrheit zu finden.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche? ich habe schon vieles gelesen (z.B. Robert Adams, Kurs in Wundern, Eckart Tolle etc.) und habe schon an vielen Yoga- und Meditationsretreats teilgenommen. Auch bei Annette Kaiser. Ich habe selbst ein Yogalehrerausbildung gemacht

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum? Fortschritte und Erkenntnisse

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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barb
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Re: Maria

Postby barb » Sun Mar 28, 2021 10:27 am

Hi :)

Wenn du möchtest, werde ich dich gerne ein Stück des Weges begleiten

Zu Beginn ein paar Erklärungen:

Dies ist kein "normaler Dialog". Im Wesentlichen geht es darum, dass ich dir Fragen stelle und Aufgaben gebe und du sie aus deiner direkten Erfahrung heraus beantwortest. Schau jeweils, was du mit deinen fünf Sinnen dazu findest und welche Gedanken du beobachten kannst. Schau dabei immer ganz frisch und berufe dich nicht auf Gelesenes oder Erfahrungen, die du irgendwann gemacht hast. Es ist wichtig, dass du versuchst hierbei in deinem eigenen Interesse zu 100% ehrlich zu sein...
Für die Dauer dieser Untersuchung lass bitte alle Bücher, Videos, Satsangs, andere Threads in diesem Forum oder was auch immer zu dem Thema links liegen, das könnte das direkte Schauen und die Wahrnehmung beeinflussen. Wenn du eine Meditationspraxis hast, kannst du die natürlich gerne aufrecht erhalten, notwendig ist es aber nicht.

Damit der Prozess hier im Fluss bleibt, wäre es gut, wenn du möglichst jeden Tag zumindest jeden zweiten Tag antworten könntest. Wenn es mal nicht passen sollte oder du mehr Zeit zum Indichgehen brauchst, sag einfach Bescheid.


Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte (vor allem den Teil mit "LU ist nicht" unter diesem Link durch viewtopic.php?f=18&t=6280

Und damit das Lesen einfacher wird, benutze bitte die Zitierfunktion. Wie diese funktioniert findest du hier: viewtopic.php?f=18&t=6275

Für diese Untersuchung ist es wichtig, möglichst frisch und unvoreingenommen auf das, was im Augenblick erlebt wird, zu schauen.

Hier soll es einzig und allein um die Frage gehen, ob das "Ich" real ist oder nicht.
Deine Aufgabe in diesem Prozess ist unter anderem, dich nicht in Gedanken zu verlieren, sondern immer auf das direkte Erleben des Augenblicks zu schauen. Nachdenken, um Antworten zu finden, ist am Ende nichts weiter als eine Ablenkung von der direkten Erfahrung :)

Wenn diese Punkte grundsätzlich in Ordnung sind für dich dann lass uns mal deine Erwartungen anschauen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Freue mich auf deine Antworten :)
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Re: Maria

Postby Maria1 » Sun Mar 28, 2021 1:02 pm

Hallo Bab,

herzlichen Dank für Deine Unterstützung!!

zu deinen Fragen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Ich kenne (kurze) Zustände von "no-mind", über die ich mich dann immer freue. Ich schätze, dass es sich nicht unbedingt um einen Augenblick der Erkenntnis handelt, sondern eher um einen Prozess hin zu diesem Zustand, ohne Gedanken über die ich nachdenke, ohne "Kopfkino", ohne von Emotionen mitgerissen zu werden.

Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Verändern wird sich wohl die Dauer mit der ich mich mit Problemen, Sorgen und negativen Emotionen befasse. Idealerweise identifiziere ich mich gar nicht mehr damit. Das kann ich mir im Moment aber noch nicht vorstellen. Gleich bleiben wird wohl mein "Schicksal" und die Erfahrungen, die ich machen soll. Ich schätze, dass auch meine Bedürfnisse (z.B. derzeit nach einer neuen Partnerschaft) die selben bleiben, eventuell aber weniger "dringlicher"".

Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?
Für mich ist die Wahrheit zu erkenne das Einzige, was wirklich Sinn macht. Ich habe keine wirkliche Hoffnung hierbei.

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Re: Maria

Postby barb » Mon Mar 29, 2021 10:48 am

herzlichen Dank für Deine Unterstützung!!
Sehr gerne :)


Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Ich kenne (kurze) Zustände von "no-mind", über die ich mich dann immer freue. Ich schätze, dass es sich nicht unbedingt um einen Augenblick der Erkenntnis handelt, sondern eher um einen Prozess hin zu diesem Zustand, ohne Gedanken über die ich nachdenke, ohne "Kopfkino", ohne von Emotionen mitgerissen zu werden.
Wie du schon so schön gesagt hast sind das „Zustände“. Zustände kommen und gehen... Wir sind nicht darauf aus einen bestimmten Zustand herbeizuführen, sondern zu schauen was immer (auch jetzt) da ist egal welche Zustandserscheinung auftaucht...:)
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?
Für mich ist die Wahrheit zu erkenne das Einzige, was wirklich Sinn macht. Ich habe keine wirkliche Hoffnung hierbei
Wunderbar :)

Grundsätzlich klingen deine Erwartungen ziemlich realistisch, manche davon könnten gleich eintreffen andere später oder vielleicht auch gar nicht... Packe bitte jedoch für die Dauer der Untersuchung sämtliche Erwartungen in eine Kiste und versuche immer ganz Erwartungslos und frisch auf das zu schauen auf das hingewiesen wird. In erster Linie sind es die Er-wartungen (das Warten darauf, dass etwas anderes erscheint als das was jetzt gerade da ist) die das klare Sehen dessen was immer da ist verhindern...

Es ist gut sich etwas Zeit zu nehmen, um zu schauen, was direktes Erleben ganz konkret ist – das erleichtert alle anderen Schritte.

Ganz klar, wenn ich dich frage, wie das Wetter bei dir ist kannst du es mal kurz googeln, darüber nachdenken, in deinen Erinnerungen schauen, was der Wetterbericht gesagt hat, jemanden anrufen – oder du stehst einfach auf und schaust aus dem Fenster. Ganz sicher kannst du dir nur sein, wenn du selber geguckt hast, oder?

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?


Beobachte das heute immer wieder mal über den Tag verteilt, wann immer es in den Sinn kommt und erzähle mir was du gefunden hast... :)
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Re: Maria

Postby Maria1 » Mon Mar 29, 2021 2:29 pm

Hallo barb,

interessante Frage:
Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?

Ja, ich kann auch manchmal Stille erfahren. Und ich weiß aus Erfahrung, dass ich mich "instiktiv" in Sicherheit bringen kann und dass es eine starke Verbindung vor allem zwischen Mutter und Kind geben kann, weil ich früher oft von meiner Mutter angerufen wurde, wenn ich in Schwierigkeiten war. Ich kenne auch Menschen mit medialen Fähigkeiten und ich denke auch an den "7. Sinn", mit dem wohl Intuition gemeint ist - wobei ich diesen Sinn leider selbst kaum wahrnehme oder nur im kreativen Bereich. Ich kann auch etwas erahnen und empfinden und wahrnehmen.

viele Grüße,
Maria

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Re: Maria

Postby barb » Tue Mar 30, 2021 10:40 am

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Ja, ich kann auch manchmal Stille erfahren.
Ist da ein „Ich“ das die Stille erfährt? Gibt es da eine Trennung zwischen „dir“ und der Stille? (Beantworte die Frage bitte nur, wenn du die Gelegenheit hast Stille zu erfahren und nicht aus der Erinnerung... :))
Und ich weiß aus Erfahrung, dass ich mich "instiktiv" in Sicherheit bringen kann und dass es eine starke Verbindung vor allem zwischen Mutter und Kind geben kann, weil ich früher oft von meiner Mutter angerufen wurde, wenn ich in Schwierigkeiten war.

Ich kenne auch Menschen mit medialen Fähigkeiten und ich denke auch an den "7. Sinn", mit dem wohl Intuition gemeint ist - wobei ich diesen Sinn leider selbst kaum wahrnehme oder nur im kreativen Bereich. Ich kann auch etwas erahnen und empfinden und wahrnehmen.
Instinkte.... Intuition... wenn du das mal genauer anschaust setzt sich das doch auch zusammen aus „fühlen“ und „denken“... Klar wenn der Bus daherkommt springt man instinktiv auf die Seite (sehen-spüren), Intuition kann manchmal richtig liegen oder auch daneben, je nachdem welche Ergebnisse man sich erwartet (Intuition = denken und ev. spüren)

Es gibt vielerlei Konzepte wovon einige auch sehr nützlich sein können. Wir wollen hier jedoch versuchen alles so weit wie möglich hinunterzudampfen um herauszufinden, ob es tatsächlich ein getrenntes Ich gibt oder ob auch das nur ein mehr oder weniger nützliches Konzept ist... :)

Ungeachtet dessen wie man es nennt, „wahrnehmen/erfahren“ ist immer allem zugrundeliegend da, oder?


Wahrnehmen/erfahren ist so ziemlich das neutralste Wort, und danach teilen wir das dann auf in sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken. Alles was darüber hinausgeht wird immer mehr eingefärbt und eingeteilt gemäß der eigenen Konditionierungen und Konstitution.


Untersuche bitte mal, was an Reaktionen (z.B. Körperempfindungen, Gefühlen, Gedanken) auftaucht, wenn du folgende Sätze liest und auf dich wirken lässt, und schreibe alles gleich auf:

Es gibt kein Ich, und es hat nie eins gegeben, auch jetzt nicht genau in diesem Moment. Kein Ich dass irgendein besonderes Bewusstsein erlangen könnte, kein Ich dass sich mit irgendwas identifiziert, bzw. die Identifikation auflösen könnte.

Das Ich ist eine Illusion, eine Täuschung, ein unbeweisbarer Gedankeninhalt.
Es gibt nur Prozesse, die passieren, aber niemandem gehören. Da ist niemand, der über irgendetwas eine Kontrolle hat, nur Leben, das sich entfaltet.


:)
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Re: Maria

Postby Maria1 » Tue Mar 30, 2021 11:39 am

Danke für Deine Nachricht.
Als ich den Text las, musste ich nach dem ersten Abschnitt lachen, - irgendwie erleichternd, festzustellen, dass es da keine "Bewusstseinsentwicklung" oder ähnliches gibt.

Zum Rest habe ich widersprüchliche Gefühle und viele Widerstände. Kurz davor habe ich mich mit positiver Psychologie befasst und damit, wie man mittels positiver Emotionen in eine Aufwärtsspirale kommt, um zu "erblühen". - die Vorstellung, ich habe eh nichts unter Kontrolle, ist jetzt unangenehm. Ich spüre den Wunsch nach einer positiven Veränderung in meinem Leben sehr stark. Ich habe die Befürchtung, dass ich, wenn ich diesem Drang nicht nachgebe und nichts dafür tue, eher wieder in eine Abwärtsspirale komme.
Außerdem höre auch ich viel von Abgrenzung und wie wichtig das ist, um sich nicht von anderen Menschen übervorteilen zu lassen etc. Allgemein um sich abzusichern glaube ich, ist es wichtig, Grenzen zu setzen. Dafür brauche ich mein Ego.
Vor einiger Zeit wurde mir auch nahegelegt mich mehr mit der Erfüllung meiner innersten Bedürfnisse zu befassen....

Andererseits erfahre ich durch den Text auch einen Eindruck von Weite, Leere, Bedeutungslosigkeit und Gelassenheit.

Ich empfand schon als Jugendliche, dass vieles von dem Fremdbild meiner Eltern auf deren Projektion beruhte. Und dennoch erkenne ich meine Individualität - vor allem in Abgrenzung zu meinen Geschwistern.

Ich spüre, da auch Ängste. Wie wäre ein Leben ganz ohne Konditionierung? - Führt das zu Untreue oder gesellschaftlich nicht akzeptiertem Verhalten etc. Aber vor allem Frustration tut sich bei dem Gedanken auf, nichts verbessern zu können, keinen Einfluss auf mein Leben haben zu können und dadurch irgendwie nutzlos zu sein, keine Selbstwirksamkeit zu besitzen schadet wohl auch dem Selbstbewusstsein. Und was ist in dem Zusammenhang eigentlich Selbstbewusstsein? - ist das gleichbedeutend mit dem Bewusstsein für die eigenen Konditionierungen? In dem Fall wäre es nicht viel wert.

Also insgesamt sehr gemischte Gefühle und leicht verwirrte Gedanken...:-)

Ich freue mich dennoch schon, auf Deine nächste Nachricht!

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Re: Maria

Postby barb » Tue Mar 30, 2021 12:41 pm

Als ich den Text las, musste ich nach dem ersten Abschnitt lachen, - irgendwie erleichternd, festzustellen, dass es da keine "Bewusstseinsentwicklung" oder ähnliches gibt.
:)
Ich spüre den Wunsch nach einer positiven Veränderung in meinem Leben sehr stark. Ich habe die Befürchtung, dass ich, wenn ich diesem Drang nicht nachgebe und nichts dafür tue, eher wieder in eine Abwärtsspirale komme.
Außerdem höre auch ich viel von Abgrenzung und wie wichtig das ist, um sich nicht von anderen Menschen übervorteilen zu lassen etc. Allgemein um sich abzusichern glaube ich, ist es wichtig, Grenzen zu setzen. Dafür brauche ich mein Ego.
An all dem ist nichts verkehrt :) Man wird jetzt auch nicht zum Fußabtreter für scheinbar andere nur weil die Ich-Illusion durchschaut wird ;) Es geht hier nicht darum irgendwas zu ändern. Wenn ein Wunsch oder Impuls auftaucht und dem nachgegangen wird, ist es eben das was ist. Es geht hier einzig und allein um die Frage ob ein „Ich“ diesen Wunsch hat und dem nachgeht, oder ob all das genauso ein Happening ist...

Vor einiger Zeit wurde mir auch nahegelegt mich mehr mit der Erfüllung meiner innersten Bedürfnisse zu befassen....
Das stellt keinen Widerspruch dar... :)
Ich empfand schon als Jugendliche, dass vieles von dem Fremdbild meiner Eltern auf deren Projektion beruhte. Und dennoch erkenne ich meine Individualität - vor allem in Abgrenzung zu meinen Geschwistern.
Ja natürlich ist da Individualität, so wie kein Blatt dem anderen gleicht, so wie keine Schneeflocke gleich wie eine andere ist. Braucht es dazu eine Steuereinheit „Ich“?
Ich spüre, da auch Ängste. Wie wäre ein Leben ganz ohne Konditionierung?
Wieso ohne Konditionierungen? Dass kein vom Leben getrenntes Ich wirklich existiert, bedeutet nicht, dass keine Konditionierungen vorhanden sind... Es ist ja auch jetzt kein echtes substanzhaftes Ich vorhanden außer in der Ein-bildung... :)

Also insgesamt sehr gemischte Gefühle und leicht verwirrte Gedanken...:-)
Hört sich alles in allem gut an und die Emotionen scheinen jetzt nicht unbedingt überwältigend zu sein, so dass wir sie ein wenig später genauer unter die Lupe nehmen können wenn das für dich ok ist. Falls es im Laufe des Prozesses mal heftiger werden sollte mit Emotionen, dann lass es mich bitte wissen... :)

Insgesamt sind es sehr viele Gedankengeschichten die um die ganze Sache herum auftauchen und die meiste Zeit bewegen wir uns in dieser Cyberwirklichkeit der Gedankengeschichten und nehmen gar nicht so richtig an dem Leben teil, durch das der Körper geht.

Probiere es mal aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduzieren dabei die die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind. Das könnte ungefähr so aussehen:

Ein Auto – sehen oder hören
den Wind – spüren
das Essen – riechen oder schmecken
das Klirren des Kaffeelöffels beim Umrühren – hören
die Wärme der Tasse - spüren
die Zahnpasta auf der Zahnbürste – riechen
die Zahnbürste im Mund – spüren
Wasser im Gesicht – spüren
Gedanken an die Arbeit – denken
usw.


Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne die Erfahrungen einfach als sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken. Am besten ist es, wenn du die Benennung laut machst wenn du alleine bist, das ist noch effektiver. Und du brauchst auch nicht jede Sinneswahrnehmung zu labeln, finde einfach einen Takt der angenehm und bequem ist, so alle paar Sekunden vielleicht... :)

Mache das mal mindestens bis morgen und erzähle mir dann wie das für dich ist :)
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Re: Maria

Postby Maria1 » Wed Mar 31, 2021 9:04 am

Guten Morgen!

Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne die Erfahrungen einfach als sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken. Am besten ist es, wenn du die Benennung laut machst wenn du alleine bist, das ist noch effektiver. Und du brauchst auch nicht jede Sinneswahrnehmung zu labeln, finde einfach einen Takt der angenehm und bequem ist, so alle paar Sekunden vielleicht... :)
Ich schildere dir gerne meine Erfahrungen mit der Übung:
- mir ist aufgefallen, dass meine Stimmung die Wahrnehmungen beeinflusst. zum Beispiel war ich im Park spazieren und genoss es, die Vögel zwitschern zu hören, die Knospen an den Bäumen zu sehen und die Frühlingssonne zu spüren. Danach las ich eine unverschämte Email, war empört und fast nur noch mit Gedanken befasst. Die übrigen Wahrnehmungen traten in den Hintergrund.
- Ich nahm auch wahr, dass ich vieles in angenehm - unangenehm einteile und sich je nach Intensität daran Monologe in Form von Interpretationen, Bewertungen, Wünschen etc. anknüpfen
- in den Momenten, in denen es mir gelang, mich allein auf die Wahrnehmungen der fünf Sinne einzulassen und die Gedanken in den Hintergrund traten, erfuhr ich Frieden und Entspannung. Spürte aber nach einer Weile auch eine gewisse Grund-Traurigkeit und Angespanntheit, die mich wiederum veranlasste, Pläne zu schmieden oder mir Wunschvorstellungen meines Lebens zu machen.

Herzliche Grüße und bis bald,
Maria

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Re: Maria

Postby barb » Wed Mar 31, 2021 10:53 am

Gute Beobachtungen hattest du schon :)


Versuche diese Übung öfter in den Alltag zu integrieren, ganz so wie es in den Sinn kommt. Das hilft mehr und mehr die direkte Erfahrung wahrzunehmen und auch die Gedankengeschichten immer mehr zu durchschauen.

Du kannst schon sehr gut sehen wie das mit den Gedanken so abläuft. Schauen wir da doch noch ein wenig genauer hin:

Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen.

Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.

Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert. Dann schließe die Augen wieder.

Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl
taucht auf, und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz offensichtlich ist das auch bei Schriften, Werbeplakaten, Ortsschildern... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))

Und dann erzähle mir morgen wieder wie das gegangen ist :)

PS: Ich hoffe es stört dich nicht dass ich keine Grußformeln schreibe, aber für mich wirkt unsere Unterhaltung so fließender... :)

PPS: Um etwas in ein Zitierfenster zu setzten brauchst du nur den Text zu markieren und dann auf "Quote" klicken, du hast dann auch noch die Möglichkeit unter "Vorschau" neben dem "Absenden"-Icon zu gucken ob das geklappt hat. Aber am Smartphone oder Tablett kann das manchmal ein bisschen tricky sein, also wenns nicht hinhaut auch kein Problem... :)
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Re: Maria

Postby Maria1 » Thu Apr 01, 2021 3:24 pm

Ja, das war interessant. Sobald ich neugierig darauf achtete, was nun etteckiert wird, wurde es eher still :-)...ein anderes mal erkannte ich dass je nach dem, worauf sich die Aufmerksamkeit hin bewegte, Erinnerungen wach wurden, und auch Impulse, was damit als nächstes gemacht werden sollte. Größtenteils bezogen sich die Themen auf die persönliche Bedeutung, die ich den jeweiligen Dingen schon in der Vergangenheit mal gab.

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Re: Maria

Postby barb » Fri Apr 02, 2021 10:17 am

Ja, das war interessant.
Ja, das ist schon spannend wenn man mal anfängt die Gedanken genauer unter die Lupe zu nehmen... :) Bleib da noch ein bisschen dran.

Nimm dir Zeit, setze dich ganz bequem hin, atme sanft und langsam - entspanne. Und dann beginne die Gedanken zu beobachten:


1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit nicht zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?


Viel Spaß mit der Übung und beobachte auch das weiter während des Alltags :)
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Re: Maria

Postby Maria1 » Fri Apr 02, 2021 3:53 pm

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit nicht zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Hallo!
hier meine Antworten:
1. Ich denke die Gedanken kommen teilweise aus dem Gedächtnis und werden getriggert durch Sinneswahrnehmungen, Erinnerungen, oder den Themen die derzeit anstehen. Je nach dem, ob sie wichtig oder unwichtig sind, werden sie entweder im Gedächtnis gespeichert oder es wird ihnen keine weiter Beachtung geschenkt.

2. Nein, ich kann Gedanken nicht vorhersagen, aber in gewisser Weise steuern, zum Beispiel durch die Auswahl eines Buches, einer Fernsehsendung oder ähnlichem. Verhindern oder ungeschehen machen kann ich keinen Gedanken. Aber ich glaube an dieses Sprichwort aus dem Osten "Du kannst nicht verhindern, dass Gedanken wie Raben um dein Haupt schwirren, aber du kannst verhindern, dass sie darauf Nester bauen". Also in gewisser Hinsicht kann ich zumindest beeinflussen, ob und wie intensiv ich mich mit dem jeweiligen Gedanken befasse.

3. Nein, ich kann nicht die Entscheidung treffen, längere Zeit nicht zu denken. Ich kann höchstens Entscheiden, darauf nicht zu reagieren und Handlungsimpulsen nicht nach zu gehen.

4. Ich kann nicht kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken. Aber ich denke (und wünsche es mir) dass ich Einfluss auf die Ausrichtung der Gedanken nehmen kann, in dem ich mich zum Beispiel mit angenehmen Themen, schönen Tagträumen, inspirierenden Büchern oder ähnlichem befasse. Es heißt durch bewussten und aktivem Genuss von positiven Erlebnissen und Achtsamkeit darauf können dieses Situationen ins Positive gesteigert werden und eine gewisse Aufwärtsspirale in Gang setzten. Ich meine also, ich kann es in gewisser Weise steuern, aber kontrollieren kann ich es nicht.

5. Nein, ich wusste nicht, welche Zahl erschien. :-)

6. Ich glaube nicht, dass "Ich" selbst denkt, aber dass ich Gedanken auswerten kann und entscheiden kann ob und wie ich darauf reagiere.

7 Das Denken geschieht von selbst, aber ob ich mich von Gedanken mitreißen lasse, oder sie vorbei ziehen lasse, entscheide wiederum ich bzw. ist auch abhängig vom Grad meiner Entspanntheit/Achtsamkeit oder Unruhe/Stress. Ich glaube in der Hinsicht schon an eine gewisse Kontrollmöglichkeit.

Vielen Dank für die Fragen. Bin schon gespannt auf Deine Antworten!
Frohe Ostern!

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Re: Maria

Postby barb » Sat Apr 03, 2021 10:30 am

Ich komme heute leider nicht dazu auf deine Antworten einzugehen und schreibe dir morgen, spätestens übermorgen wieder. Beobachte in der Zwischenzeit einfach weiter so oft wie möglich die Gedanken :)

Dir auch frohe Ostern <3
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Re: Maria

Postby barb » Sun Apr 04, 2021 10:14 am

hier meine Antworten:
1. Ich denke die Gedanken kommen teilweise aus dem Gedächtnis und werden getriggert durch Sinneswahrnehmungen, Erinnerungen, oder den Themen die derzeit anstehen. Je nach dem, ob sie wichtig oder unwichtig sind, werden sie entweder im Gedächtnis gespeichert oder es wird ihnen keine weiter Beachtung geschenkt.
Bitte erinnere dich daran, dass wir hier mit der direkten Erfahrung arbeiten und uns nicht interessiert was Gedanken erzählen! Die Frage war ganz wortwörtlich gemeint:
Kannst du in direkter Erfahrung, also durch sehen-hören-spüren-riechen-schmecken ausfindig machen von woher die Gedanken kommen. Kommen die überhaupt von irgendwo daher, so wie ein Zug aus der Ferne, oder sind die einfach auf einmal da und dann wieder weg? Kannst du so etwas wie "Gedächtnis" in direkter Erfahrung finden?
2. Nein, ich kann Gedanken nicht vorhersagen, aber in gewisser Weise steuern, zum Beispiel durch die Auswahl eines Buches, einer Fernsehsendung oder ähnlichem.
Ist diese Auswahl dann nicht auch einfach ein weiterer Gedanke gemäß deiner Vorgeschichte und Vorlieben und Abneigungen?
3. Nein, ich kann nicht die Entscheidung treffen, längere Zeit nicht zu denken. Ich kann höchstens Entscheiden, darauf nicht zu reagieren und Handlungsimpulsen nicht nach zu gehen.
Entscheidest wirklich „du“ das? Oder geschieht da die Entscheidung?
4. Ich kann nicht kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken. Aber ich denke (und wünsche es mir) dass ich Einfluss auf die Ausrichtung der Gedanken nehmen kann, in dem ich mich zum Beispiel mit angenehmen Themen, schönen Tagträumen, inspirierenden Büchern oder ähnlichem befasse.
Es heißt durch bewussten und aktivem Genuss von positiven Erlebnissen und Achtsamkeit darauf können dieses Situationen ins Positive gesteigert werden und eine gewisse Aufwärtsspirale in Gang setzten.
Ja, das mit dem man sich beschäftigt, darum kreisen die Gedanken das mag schon stimmen...
Woher kommt der Impuls dass eine Vorliebe und Neigung vorhanden ist sich mit derlei zu beschäftigen? Machst „du“ das? Wenn du jetzt z.B. total gerne eine bestimmte Speise isst, machst „du“ das dann, dass sie dir so gut schmeckt? Oder hast du es mal gekostet, es hat total gut geschmeckt und jetzt hast du eine Vorliebe dafür... So vielleicht?
6. Ich glaube nicht, dass "Ich" selbst denkt, aber dass ich Gedanken auswerten kann und entscheiden kann ob und wie ich darauf reagiere.
Sind das nicht einfach weitere Gedanken?
7 Das Denken geschieht von selbst, aber ob ich mich von Gedanken mitreißen lasse, oder sie vorbei ziehen lasse,
Was bedeutet „ich mich von Gedanken mitreissen oder sie vorbeiziehen lasse“ in direkter Erfahrung? Ist es nicht so dass da einfach nur weitere Gedanken in die eine oder andere Richtung auftauchen?
entscheide wiederum ich bzw. ist auch abhängig vom Grad meiner Entspanntheit/Achtsamkeit oder Unruhe/Stress. Ich glaube in der Hinsicht schon an eine gewisse Kontrollmöglichkeit.
Beobachte mal ganz genau wie diese „Entscheidung“ zustande kommt und erzähle davon...

Bitte versuche alle Fragen nicht intellektuell sondern schauend aus der direkten Erfahrung zu beantworten. Und bitte beantworte die Fragen einzeln nacheinander für eine bessere Übersicht. Lass dir dafür gerne ausreichend Zeit... :)
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