da bin ich wieder.
Entscheidung: Meine Partnerin fragt welchen Tee ich möchte. Es tauchen Bilder von Teeverpackungen auf. Es tauchen Geschmackserinnerungen der einzelnen Teesorten auf. Bei einer Sorte entsteht ein wohliges Körpergefühl. Die Sorte wird genannt. Alle Gedanken tauchen einfach so auf ohne einen Denker.Beobachte die Aspekte Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle in deinem Alltag.
An einem anderen Tag. Die gleiche Frage von meiner Partnerin. Wieder tauchen Bilder von Teeverpackungen und Geschmackserinnerungen auf. Das Körpergefühl drückt Müdigkeit aus. Es taucht das Bild einer anregenden Teesorte auf. Diese Sorte wird genannt. Alle Gedanken tauchen einfach so auf ohne einen Denker.
Alles geschieht automatisch ohne, dass eine Steuerinstanz zu finden ist.
Wahl: Ist wie Entscheidung. Es tauchen Gedanken auf und vergehen wieder. Es wird eine Wahl getroffen. Die Wahl taucht einfach aus dem Nichts auf. Es ist nicht nachzuvollziehen wie das geschieht.
Absicht: Es taucht der Gedanke auf einzukaufen. Auf dem Smartphone wird eine Einkaufsliste erstellt. Irgendwann bekommt der Körper einen Impuls und setzt sich in Bewegung. Fahrt zum Geschäft.
Die Liste wird abgearbeitet. Alles geschieht ohne eine Steuerzentrale, automatisch.
Freier Wille: Freier Wille setzt einen Wollenden voraus. Aber alles was gefunden wird ist ein Fluss von Wahrnehmungen. Es gibt parallel dazu eine Strom von Gedanken, der alle Wahrnehmung permanent verknüpft, bewertet und ordnet.
Kontrolle: Es bestehen Gedanken (Glaubensvorstellungen), die alle Abläufe einem Steuernden (Ich) zuordnen, dass z.B. das Einkaufen von diesem "Ich" geplant und ausgeführt wird. Aber bei genauem Hinsehen wird nur ein Strom von Wahrnehmungen einschließlich Gedanken gefunden.
Das kriege ich noch nicht hin. Ist noch zu schwierig. Die Seherfahrung besteht aus dem Gesehenen. Selbst bei der Tasterfahrung (mit geschlossenen Augen) geht es nur schwer, aber es geht zumindest so gut, dass ich sagen kann, dass da nur fühlen ist mit tanzenden Gedanken. Da ist immer eine gewisse Verortung. Es ist aber schon etwas klarer geworden.Wie ist es denn mit "dem Gesehenen" ? Ist es da anders? Ist mehr zu finden als die Erfahrung des Sehens selbst?
Wie die Verortung funktioniert erschließt sich mir nur langsam. Da ist ein beständiges Fokusspringen und Verknüpfen von Wahrnehmungen zu einem Zentrum - dem Körper.
Der ist zwar bei genauem Hinsehen nicht da, aber trotzdem ist da dauernd diese Verknüpfungstätigkeit. Ich bin mir noch nicht sicher, aber in Meditation scheint diese rastlose Gedankentätigkeit die Stille zu verdecken. Ähnlich wie bei einem klassischen Konzert das Orchester die Stille im Raum verdeckt.
Gruß,
Brokkoli

