Flying home

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Re: Flying home

Postby seeadler » Thu Mar 04, 2021 10:28 pm

Liebe Nic,
Seit Beginn des Prozesses hat sich hier sehr viel getan. Die vorherigen, "echt üblen" Verhaltensmuster und Widerstände, die so viel Unruhe, Verspannung und Nervosität mit sich brachten (oder umgekehrt?) sind komplett verschwunden.

Die Corona-Couch-Potato hat sich in Bewegung gesetzt und geht jetzt täglich spazieren. Es wurde ausgemistet, aufgeräumt und sauber gemacht. Hier wird immer öfter fröhlich getanzt, statt TV geschaut. Freude ohne Grund, taucht auch ab und zu auf. Morgens beim Aufwachen singt das Leben. Und die Lieder, wenn auch teils sehr merkwürdig (z.B. „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“) begleiten Nic durch den Tag. Dadurch wird weniger an etwas illusorisches gedacht, bzw die Denkinhalte einfach durch Liedtexte, oder auch nur Melodien ersetzt.
Wow, das klingt alles wirklich wunderbar in meinen Ohren.
und es gab auch eine kleine Erfahrung, die das „Klicken“ (Perspektivwechsel), eher als ein „Knacken ohne Geräusch“, als ein „inneres Rucken, ohne dass es ein Innen gibt“, erlebt hat. Die Perspektive hat sich aber nicht verschoben.
Das hab ich jetzt nicht verstanden....
Das Gefühl sagt dazu: Es geht aber einfach nicht „tief“ genug, damit sich die Perspektive wirklich verschiebt.
Kann ein Gefühl etwas sagen? ;-)

Also wenn du von "Gefühl" sprichst, kann ich mir kaum eine tiefere Wandlung vorstellen als die, welche du oben beschreibst.

Es geht dir nicht tief genug, okay.

Wie wird das erfahren ?




Stell dich mal hin.

Und jetzt gehe in Richtung "Sein".

Wieviele Schritte musstest du gehen ?



Es geht hier bei LU nur um das klare Erkennen,
dass kein getrenntes Ich existiert - dass da keiner ist, der agiert, entscheidet, leidet etc.
Und mir scheint, das ist für dich keine Frage mehr.

Weitere Konditionierungen können natürlich lebenslang angeschaut werden. :-)

Vielleicht magst du nochmal zu der Spaziergangs-Übung zurückgehen (so 21.2. in den PN!).
LG Kalle

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Fri Mar 05, 2021 2:07 pm

Lieber Kalle!

WOW - so viel Ruhe und Frieden...
es breitet sich aus, wie Wellen im Zeitlupentempo
ein „Getragen sein“ im sanften Auf und Ab

„Stromeintritt“ hat nix mit Elektrizität zu tun – Scherz! :)
Es ist „der Fluss des Lebens“, der plötzlich wahrgenommen wird.
Er durchströmt alles, schon immer.
Es ist kein nach Hause fliegen – es ist ein „nach Hause fließen“.

Lachen und Tränen zugleich und immer wieder ein breites Grinsen.
Dankbarkeit und Staunen und immer wieder ein „Hinschauen“,
ob er noch da ist, oder das ganze eine „Fata Morgana“ war...

:)

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Re: Flying home

Postby seeadler » Fri Mar 05, 2021 9:17 pm

liebe Nic,

was soll ich dazu sagen... wunderschön, wenn Sehen geschieht _()_

Dankbarkeit und Staunen und immer wieder ein „Hinschauen“,
ob er noch da ist, oder das ganze eine „Fata Morgana“ war...
tja... ist nun der 'Fluss des Lebens' die Fata Morgana - oder die separate, auf-sich -gestellte Person, die ihr Leben zu bewältigen hat?

:-)


wenn es dich irgendwann juckt, können wir mit den abschließenden Fragen beginnen.

alles Liebe
kalle

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Fri Mar 05, 2021 10:08 pm

was soll ich dazu sagen... wunderschön, wenn Sehen geschieht _()_

Ja, wahnsinnig wunderschön! _()_
Ich meld mich für die Abschlussfragen, wenn sich der "Schwebezustand" und das "Dauergrinsen" etwas gelegt haben.

Habs schön! Liebe Grüße!
:)

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Sun Mar 07, 2021 11:44 am

Lieber Kalle,

der Zustand der „Glückseligkeit“ ist abgeklungen. War ja klar, dass das nix für die Ewigkeit ist… :)

Und der Prozess schreitet weiter voran. Zum einen wird gesehen, dass ICH-Gedanken noch auftauchen, darüber ist hier niemand überrascht, auch, dass sie sich nach wie vor auf die Wahrnehmung kleben und weiterhin enttarnt werden können. Emotionen tauchen auch noch auf, auch die „fiesen“, aber sie sind weniger „persönlich“ und kaum noch "dramatisch". Irgendwie wird hier jetzt alles als Prozess wahrgenommen.

Ein Sache ist aber ein bisschen spooky… Würde es hier nicht diese Datei mit der Überschrift „Lebenslauf“ im Laptop geben, wäre ziemlich viel von Nics Geschichte völlig verloren. Es kann kaum noch etwas erinnert werden. Und wenn, dann sind es bildhafte Erinnerungen an real existierende Fotos. Die Lücken sind so groß, und die dann an die Oberfläche kommenden Erinnerungen so schwammig, dass hier niemand sagen könnte, ob das, was scheinbar erinnert wird, wirklich irgendwann mal passiert ist. Nics Geschichte löst sich auf.

Das ist „normal“, ja?

Und wenn du magst, könnten wir mit den restlichen Fragen beginnen…
Merci!

Liebe Grüße

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Re: Flying home

Postby seeadler » Sun Mar 07, 2021 9:55 pm

Nics Geschichte löst sich auf.
Das ist „normal“, ja?
Ja, wird hier ähnlich erlebt.
Wir haben ja auch ganz doll geübt, im Hier und Jetzt zu sein, oder ? ;-)
Bei mir ist es eher das Kurzzeitgedächtnis, das immer wieder aussetzt. Das berichten auch andere...
Mir scheint, dass viele Erinnerungen/Gedanken Ausdruck von körperlichen Verfestigungen sind, und jetzt findet eben ein Loslassen statt.


Dann schicke ich dir hier die ersten zwei Fragen.

Lass dir ruhig Zeit. Wenn irgendwas unklar ist, können wir es einfach zusammen anschauen.


1) Gibt es irgendwo in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "Mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?



2) Erkläre detailliert, was die Ich-Illusion ist. Wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Mon Mar 08, 2021 1:40 pm

Bei mir ist es eher das Kurzzeitgedächtnis, das immer wieder aussetzt. Das berichten auch andere...
Mir scheint, dass viele Erinnerungen/Gedanken Ausdruck von körperlichen Verfestigungen sind, und jetzt findet eben ein Loslassen statt.
Ja, ein Austausch darüber wäre hier sehr willkommen! :)

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Mon Mar 08, 2021 1:58 pm

1) Gibt es irgendwo in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "Mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein. Nichts davon ist in Wirklichkeit, in der Realität vorhanden. Ein „Ich“ kann, trotz intensiver Suche, nicht gefunden werden. Das einzige was gefunden werden kann, sind Ich-Gedanken, Ich-Identifikationen, Ich-Überzeugungen, Ich-Annahmen, etc… alle sind leer, ohne Substanz, ohne Kern, ohne Beweis. Jahrzehnte wurde hier an etwas geglaubt, das nicht existiert und nie existiert hat.

2) Erkläre detailliert, was die Ich-Illusion ist. Wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.
Heute morgen kurz vor 8 auf der Terrasse beim Tee: Frieden und Ruhe, Freude über das was sich zeigt. Lächeln. Dann taucht auf einmal ein Gedanke an eine Mail meiner Schwester von vor 2 Tagen auf. Der Inhalt der Mail kommt wieder ins Bewusstsein. Er besagt, dass sie mich nächste Woche zum Geburtstag mit ihrem Partner, nebst Wohnmobil besuchen kommen will. „Es gibt ja jetzt Selbsttests“ und vor allem müsste sie „mal rauskommen“ um „ihre Sehnsucht nach Meer“ zu befriedigen. Auf dem Weg zur Küste würde sie dann noch alle ihre Bekannten besuchen, die dafür offen wären. Und sie hätte da auch noch ein paar Wünsche an mich...

Körperempfindungen/ SPÜREN: Stiche im Herz, Enge und Beklemmung im Brustraum und ein plötzlich erhöhter Blutdruck, Nervosität, Unruhe und ein deutliches Unwohlsein folgen. Es entwickelt sich ein intensiver gedanklicher Monolog. GEDANKEN: ICH WILL NICHT DASS DU MICH BESUCHEN KOMMST!!! Bleib weg! Ich will meine Ruhe und ich will kein Corona! Die gedankliche Empörung, dass sie mich nur für ihre Zwecke benutzen will, geht etwa eine Minute lang so weiter. Die Beklemmung im Brustraum verursacht mittlerweile echten Schmerz. Dann taucht plötzlich ein neuer Gedanke auf: STOPPPPP! Wer ist hier so sauer, wer schimpft hier und beklagt sich und vor allem: WAS IST HIER/JETZT REAL wahrnehmbar?

Die Aufmerksamkeit shiftet zuerst auf die Wiese. SEHEN: Sie liegt ruhig und friedliche da in ihrer silbrig-grünen Rauhreifkälte. Einzelne Wassertropfen blinken in der trägen morgendlichen Sonne. HÖREN: viele verschiedene Vogelstimmen, ein Auto fährt vorbei. SEHEN/HÖREN: Eine Amsel kommt angeflogen, setzt sich ins Vogelhaus und pickt energisch Sonnenblumenkerne. Die Enten jagen sich durch die Gräben und landen platschend im Wasser. HÖREN: Die Kirchturmuhr schlägt. GEDANKE: Ah,... es ist 8 Uhr.
Der Blick wird weit und schweift langsam umher… und dann war alles wieder still... :)

Der nächste Gedanke war ein Gedicht von R.M. Rilke
(das etwas umgetextet wurde):

Das Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.

Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn,
Aufgestörte Wünsche ziehn
Darüber wie silberne Möven.

Und dann ist alles wieder still...
Und weißt du was das Leben will,
hast du es schon verstanden?

Wie eine Welle im Morgenmeer
will es rauschend und muschelschwer
an sich selber landen.



Die Ich-Illusion funktioniert nur, weil/wenn an sie geglaubt wird. In fast jedem gedachten, ausgesprochen
u/o geschriebenen Satz findet sich ein „ich“, „mir“, „mein“, „mich“ und es wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich dabei um etwas reales (wichtiges, wertvolles, schützenswertes, zerbrechliches,…) handelt.

Die Ich-Illusion ist eine Geschichte über einen Besitzer und seinen Besitz. Es ist der Glaube, an eine, vom Rest des Lebens (der Welt) abgetrennte Person/Persönlichkeit. Für den Besitzer wird der unkontrollierbar auftauchende Gedankenstrom für die Realität gehalten, wenn nicht erkannt wird, dass Gedanken selber gar nichts erfahren (wahrnehmen) können. Gedanken in ihrem Automatismus können nur beschreiben was bereits geschehen ist oder wahrgenommen wurde, und dies in einen mehr oder weniger wahren Kontext verpacken.

Die Ich-Illusion wird von klein auf anerzogen. Sie wird weitergegeben. Und weil sie so verbreitet ist, wird sie kaum jemals hinterfragt. Wahrscheinlich beginnt die Illusion in einem sehr frühen Kindesalter, vielleicht, wenn der Name gelernt wird und das Kind beginnt sich mit diesem zu identifizieren, auch, weil es darin bestärkt bzw dafür belohnt wird. Dann wird das erste geliebte Kuscheltier „meins!“ und es muss verteidigt werden… Das Spiel nimmt seinen Lauf und schlussendlich wird an eine facettenreiche Person mit vielen Attributen, eigenen Gedanken, eigenen Gefühlen geglaubt, die allein für sich zu kämpfen (handeln, entscheiden,...) hat, um überleben zu können.

Fehlt noch was?

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Re: Flying home

Postby seeadler » Mon Mar 08, 2021 5:56 pm

Gedanken in ihrem Automatismus können nur beschreiben was bereits geschehen ist oder wahrgenommen wurde, und dies in einen mehr oder weniger wahren Kontext verpacken.
Mehr oder weniger wahr?

Dieser Kontext, also die Geschichte, die gedanklich erscheint - ist irgendetwas davon in der Realität vorzufinden, d.h. erfahrbar?

Wie erfährst du 'Kontext'?





3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Bitte berichte aus den letzten Tagen.
(Hast du ja schon ausführlich.. aber bitte nochmal an dieser Stelle für die anderen Guides, danke)

4) Was hat den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Mon Mar 08, 2021 7:28 pm

ok, da fehlte dann wohl was am Ende des Satzes...
Gedanken in ihrem Automatismus können nur beschreiben was bereits geschehen ist oder wahrgenommen wurde, und dies in einen mehr oder weniger wahren Kontext verpacken...

... der aber nie der Realität, also dem was direkt erfahren wird, entsprechen kann. Direkte Erfahrung kann nicht in Worte gefasst werden.

der Satz davor ...
... dass Gedanken selber gar nichts erfahren (wahrnehmen) können.
... sollte das eigentlich zum Ausdruck bringen. Sorry, wenn das nicht klar genug war.

Mehr oder weniger wahr?
Das bezog sich auf den "Wahrheitsgehalt" eines Satzes, nicht auf die Realität.
Es gibt ja durchaus Sätze die wahr sind... z.B. Es gibt kein Ich.

Dieser Kontext, also die Geschichte, die gedanklich erscheint - ist irgendetwas davon in der Realität vorzufinden, d.h. erfahrbar?
Nein! Nie, ein Missverständnis... siehe oben.

Wie erfährst du 'Kontext'?
Gar nicht, nicht möglich.

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Mon Mar 08, 2021 9:04 pm

3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Bitte berichte aus den letzten Tagen.
Es fühlt sich freier an, weiter/offener, nicht mehr so beengt. Das Leben fließt wieder. Es ist auch klarer geworden. Vor allem, nachdem mehrfach eindrucksvoll gesehen wurde, wie und woraus Emotionen entstehen. Die Unruhe, Anspannung und Nervosität haben sich gelegt. Auch die Widerstände sind nicht mehr wahrnehmbar. Die Grundstimmung ist gelassener und der Körper bewegt sich auch wieder regelmäßig. Tanzen und spazieren gehen machen Spaß. Das Leben singt morgens beim Aufwachen und die Lieder begleiten mich durch den Tag. Die Körperempfindungen sind viel ausgeprägter geworden, vielleicht wird auch nur häufiger oder früher hingeschaut. Auf jeden Fall können sie nicht mehr ignoriert werden!

4) Was hat den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Grundsätzlich war es sehr hilfreich, dass so viele verschiedene Übungen gemacht wurden.
Die K.O.-Übungen waren:
„Steh mal auf und geh in Richtung Sein“ (großes Gelächter) und
die „Spaziergang-Übung“ > Alles ist gleichzeitig lebendig und erfahrbar… JA!! :)

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Re: Flying home

Postby seeadler » Mon Mar 08, 2021 11:10 pm

Danke für deine schönen Antworten und das 'erweiterte' Rilke-Gedicht :-)

Mehr oder weniger wahr?
Das bezog sich auf den "Wahrheitsgehalt" eines Satzes, nicht auf die Realität.
Es gibt ja durchaus Sätze die wahr sind... z.B. Es gibt kein Ich.
ja ich verstehe jetzt wie du es gemeint hast.
Ich hab da nur nachgehakt, weil 'wahr' für mich so Absolut klingt; und... ist der Satz

"Es gibt kein Ich"

mehr als ein Konzept?



5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden werden oder geschehen können?

6) Gibt es noch etwas zu ergänzen?

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Tue Mar 09, 2021 12:08 am

ja ich verstehe jetzt wie du es gemeint hast.
Ich hab da nur nachgehakt, weil 'wahr' für mich so Absolut klingt; und...

ist der Satz "Es gibt kein Ich" mehr als ein Konzept?
Nein.
Gäbe es keine Sprache/Worte/Gedanken, würde es auch keine Konzepte geben.

Feldhamster oder Rüsselkäfer interessieren sich nicht für „Wahrheit“ (oder andere Konzepte)
… sie haben keine Worte/Gedanken zur Verfügung.

Der Satz „Es gibt kein Ich“ oder das Wort „Wahrheit“ können nicht real erfahren werden...
> riechen nicht, schmecken nicht, und können auch nicht gehört, gespürt oder gesehen werden.

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Re: Flying home

Postby Pusteblume01 » Tue Mar 09, 2021 6:18 pm

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden werden oder geschehen können?

Das sind alles mentale Konzepte, Ideen einer konditionierten und ängstlichen Menschheit, die vergessen, oder noch nicht erkannt hat, dass Leben über die Sinne erfahren wird, nicht über den Verstand. Und ich sehe da gar keinen wirklichen Unterschied zwischen all den Wörtern, nur 1. die Gemeinsamkeit, dass das alles nicht die Wirklichkeit/Realität ist, wie Leben funktioniert, und 2., den Angstwunsch eines ICHs, das Leben zu managen und zu organisieren, weil es nicht anders gelernt wurde.

Vielleicht könnte man sagen: Leben ist Entfaltung ohne Konzept. Leben ist das, was hier/jetzt real wahrgenommen werden kann als Geruch, Geschmack, Empfindung, Geräusch u/o Bild (Farbe/Form). Und klar, der Gedankenstrom als solcher kann auch wahrgenommen werden. Das, was die Illusion hervorruft ist, dass der Gedankeninhalt ICH fälschlicherweise als eine Instanz anerkannt wird, die das Leben zu führen und zu leiten hat. Und ICH in dieser Position hat riesige Angst, dass es scheitert. Kein Wunder, bei dieser Überforderung!

Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl, Kontrolle und Verantwortung sind „Konzepte des Wegsehens“. Wenn daran geglaubt wird, muss auch mit den sekundär Erscheinungen wie z.B. Schuld, Scharm, Stolz, Überheblichkeit, Unsicherheit, Depression, Konkurrenz, Versagen, Mangel, Unzufriedenheit, Leiden, Verlust, Habenwollen/Nicht-Habenwollen, Widerstand, Bedauern, Beurteilungen, Enttäuschung, Erwartungen,…. gelebt werden, oder der dauerhaften, unterschwelligen Angst davor. Verpasst wird aus lauter Angst dann die Leichtigkeit des Seins, der Fluss des Lebens und all die Wunder die auftauchen - in jedem Moment.

Und bitte!, nicht, dass wir uns hier falsch verstehen…! Niemand kann etwas dafür, wenn das o.g. im IST auftaucht (Nic kennt all diese Illusions-Erfahrungen) und es kann auch niemand etwas dafür, wenn daran geglaubt wird. Es ist einfach nur „Gnade“ wenn all diese Konzepte als Illusion enttarnt werden, weil dem Gedankeninhalt ICH kein Glauben mehr geschenkt wird.

Das Leben hat Nic in viele scheinbar aussichtslose Situationen manövriert. Und dann gab es immer den Punkt, an dem entweder losgelassen und vertraut wurde, oder das große Kämpfen begann. Kämpfen führt in den Schmerz/die Angst. Loslassen/Vertrauen führt zu Wundern und kann Erkennen hervorbringen.

Und an keinem Punkt war da eine Entscheidung oder eine Verantwortung eines Ichs. Nic konnte sich nicht entscheiden, ob nun gekämpft oder vertraut wurde oder hatte die Verantwortung, ob Schmerz auftauchte oder ein völlig verrücktes Wunder. Das waren und sind, alles nur Erfahrungen, die das Leben reichhaltig zur Verfügung stellt und die keinem Ich gehören, sie gehören - wie der „Körper“ - dem Leben.

Erfahrungen tauchen auf, bleiben eine Weile und verschwinden wieder. Nichts ist für die Ewigkeit. Es gibt also keinen Grund etwas zu wollen/nicht zu wollen. Es ist nicht möglich den Fluss des Lebens zu kontrollieren. Der Fluss kann auch nicht nur schön oder irgendwie anders, als er gerade IST, „gestaltet“ werden. Leben macht eben, was es macht.

Es wird hier mittlerweile als sehr natürlich erlebt, das Leben über die Sinne wahrzunehmen und als große Erleichterung, es nicht mehr mental filtern zu müssen.

Ich weiß nicht, wie das bei dir oder den anderen ist, aber der Prozess hat hier definitiv bewusst gemacht, dass es v.a. die Körperempfindungen sind, durch die das Leben „spricht“. Verrückterweise haben diese vor dem LU-Prozess auch die größte Angst und die meisten Schwierigkeiten hervorgerufen.

All das kleine Stechen, Drücken, Jucken, wenn der Blutdruck steigt, wenn Schmerz auftaucht,... Der Verstand hatte immer eine Antwort parat (oder hat diese sofort gesucht), um benennen und einordnen zu können, was das nun schon wieder ist. Ein verzweifelter Versuch "Sicherheit" herzustellen. Hypochonder ist ein lustiges Wort. Hypochonder haben riesige Angst zu erkennen, dass sie keine Kontrolle haben. Heute kann über diese Erfahrung nur noch gelacht werden.

Und nein, nichts hätte jemals irgendwie anders geschehen, sein oder entschieden werden können.


6) Gibt es noch etwas zu ergänzen?

DANKE, Kalle!
Danke für deine klare, feinsinnige und angenehme Begleitung und auch, für die viele Zeit die du dafür eingebracht hast.

Und auch ein herzliches Dankeschön! an alle anderen hier, die LU möglich machen! Merci! _()_
--

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Re: Flying home

Postby seeadler » Tue Mar 09, 2021 9:12 pm

vielen Dank liebe Nic :)

Von meiner Seite keine weiteren Fragen.

Ich werde deine Antworten nun noch den anderen Guides vorlegen, für Fragen oder Bestätigung.

Melde mich dann an dieser Stelle.

schönen Abend dir!


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