If I were the subject of this thread, what would I be?

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Wed Nov 27, 2019 7:57 am

Braucht es wirklich ein Ich-Konzept um einen Löffel zu heben?
Ein Ich, nein. Ein paar etwas subtilere Konzepte sind aber schon am Werk.
Was ist ein "wahrheitsgetreues Bild"? Wer gleicht das mit was ab?
Gedanken über Gedanken prüfen ob sie nahe an direkter Erfahrung sind. Z.B. kann ja über da Ich-Konzept geschrieben werden. Vollständig erfassen tun Gedanken direkte Erfahrung aber nicht.
Bräuchte es nicht mindestens 2 getrennte Objekte um „Verbindung“ zu schaffen oder sehen? Wo es keine Trennung gibt, kann es da eine Verbindung geben?

Gibt es ohne Gedanken Trennung?
Was wäre, wenn Einssein in jedem Augenblick bereits erlebt wird, aber der Verstand es nicht fassen kann, einfach nicht versteht?
Ich sehe, es kann nur eine Verbindung zwischen mir und dem Baum geben wenn es ein Ich und einen Baum gibt. Ist da einfach nur Sehen, dann ist da einfach nur sehen.
Was ist falsch an Bedeutungslosigkeit? Was wäre, wenn gerade in der Bedeutungslosigkeit die Freiheit liegen würde? Was ist Bedeutung überhaupt? Ist das etwas was in direkter Erfahrung wahrgenommen werden kann? Kannst du Bedeutung sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? Oder ist das einfach nur Gedankeninhalt/Konzept?
Braucht die Laufente eine Bedeutung oder ein Ich-Konstrukt zum Grasen?

Was ist in direkter Erfahrung bezüglich dieser Frage zu finden?
Konzepte. Über "Gut", "Schlecht", "wünschenswert". Sicherlich hilfreich um effizient in der Welt zu operieren, aber nicht so hilfreich in diesen Untersuchungen. Es ist gut dass sie da sind, aber noch besser ist wenn sie für eine Weile bei Seite gelegt werden können.
Such nach demjenigen, das das wissen will, beobachte das genau so wie die Natur! Was ist da? Ist da was? Wieso sollte Leben mehr Bedeutung haben als "leben"? Ist das zu wenig? Wenn ja, wem? Glaubst du dass es irgendwo noch eine verborgene Wahrheit zu entdecken gibt? Unter irgendeinem Stein oder so? Irgendwas zu sehen, was jetzt nicht da ist? Wenn es mehr Bedeutung gäbe als „leben“, warum sollte die sich dann verstecken? Schau nicht in Gedanke nach, schau mit allen Sinnen!

Wenn du siehst, dass jeder Moment vollständig ist, was willst du dann noch? Und vor allem wer will was?
Geht es diesem System aus Geist und Körper gut, kann ich das alles sehen wie oben beschrieben. Sind da "Schmerzen" (Allergie, Muskelkater, Müdigkeit, Trauer, Ärger, ...) werden die Gedanken, insbesondere der Wunsch dass dieser Moment eben nicht ist wie er ist, sehr laut. Es scheint das Ich wird in manchen Situationen leichter durchschaut als in anderen. Wenn ich mich dann ans direkte Schauen erinnere, werden diese Gedankenkonstrukte als solche erkannt und mildern sich plötzlich stark. Passe ich dann aber lange genug nicht auf, kommen sie wieder auf.

Deine Frage "was willst du noch?" ist auch sehr heimtückisch ;-) Das bringt die Gedanken auf Hochtouren. Da kommen immer Gedanken daran was alles sein könnte, das hört nie auf.
Was unglaublich bereichernd und vertiefend sein kann, ist es selbst als Guide tätig zu sein. Hast du dir das schon mal überlegt?
Ich leite aktuell eine Meditationsgruppe auf der Arbeit. Wir benutzen Shinzen Young's See/Hear/Feel und ich bin auch im Unified Mindfulness Teacher Training.

Als wir diesen Thread gestartet haben, habe ich die Technik zur Seite gelegt, bis du dann labeln erwähnt hast. Mit deinen Anleitungen fühlt es sich ganz anders an als ich vorher See/Hear/Feel gemacht habe.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Wed Nov 27, 2019 12:58 pm

Vollständig erfassen tun Gedanken direkte Erfahrung aber nicht.
Bevor du das nächste Mal irgendwas isst, stell dir wieder den Geschmack gedanklich vor so gut es geht und dann gleiche es mit der direkten Erfahrung ab. Kann ein Gedanke – ein Wort das irgendwann mal gelernt wurde – die Erfahrung auch nur im Entferntesten erfassen?
Ich sehe, es kann nur eine Verbindung zwischen mir und dem Baum geben wenn es ein Ich und einen Baum gibt. Ist da einfach nur Sehen, dann ist da einfach nur sehen.
Es geht nur um den Glauben: Wenn geglaubt wird, dass es ein Ich gibt und einen Baum, wird auch geglaubt, dass es Trennung, bzw. Verbindung geben könnte. Was ist "glauben"?
Was ist falsch an Bedeutungslosigkeit? Was wäre, wenn gerade in der Bedeutungslosigkeit die Freiheit liegen würde? Was ist Bedeutung überhaupt? Ist das etwas was in direkter Erfahrung wahrgenommen werden kann? Kannst du Bedeutung sehen-hören-spüren-riechen-schmecken? Oder ist das einfach nur Gedankeninhalt/Konzept?
Braucht die Laufente eine Bedeutung oder ein Ich-Konstrukt zum Grasen?

Was ist in direkter Erfahrung bezüglich dieser Frage zu finden?
Konzepte. Über "Gut", "Schlecht", "wünschenswert". Sicherlich hilfreich um effizient in der Welt zu operieren, aber nicht so hilfreich in diesen Untersuchungen. Es ist gut dass sie da sind, aber noch besser ist wenn sie für eine Weile bei Seite gelegt werden können.
Ich meinte hier eher die große allumfassende Bedeutung... :)) So Sinn des Lebens und so.... Eine Bedeutung die irgendeine „höhere Macht/Selbst“ dem Ganzen gegeben haben könnte... Wie ist es damit? Ist eine Suche nach so einer Bedeutung/Sinn vorhanden? So ein "Irgendwas-muss-es-ja-noch-geben-"Gedankengefühl?"
Wenn du siehst, dass jeder Moment vollständig ist, was willst du dann noch? Und vor allem wer will was?
Sind da "Schmerzen" (Allergie, Muskelkater, Müdigkeit, Trauer, Ärger, ...) werden die Gedanken, insbesondere der Wunsch dass dieser Moment eben nicht ist wie er ist, sehr laut.
Sollten diese Gedanken verschwinden? Ist es das was du willst? Keine nörgelnden Gedanken mehr?
Es scheint das Ich wird in manchen Situationen leichter durchschaut als in anderen.
Empfindest du es so: „Schmerzen“ = „mit Ich“, und „Wohlsein“ = „ohne Ich“?
Wenn ich mich dann ans direkte Schauen erinnere, werden diese Gedankenkonstrukte als solche erkannt und mildern sich plötzlich stark. Passe ich dann aber lange genug nicht auf, kommen sie wieder auf.

Deine Frage "was willst du noch?" ist auch sehr heimtückisch ;-) Das bringt die Gedanken auf Hochtouren. Da kommen immer Gedanken daran was alles sein könnte, das hört nie auf.
So what?
Ich leite aktuell eine Meditationsgruppe auf der Arbeit. Wir benutzen Shinzen Young's See/Hear/Feel und ich bin auch im Unified Mindfulness Teacher Training.
Als wir diesen Thread gestartet haben, habe ich die Technik zur Seite gelegt, bis du dann labeln erwähnt hast. Mit deinen Anleitungen fühlt es sich ganz anders an als ich vorher See/Hear/Feel gemacht habe
Super! Hab mich auch bevor ich zu LU gekommen bin eine zeitlang mit Shinzens Unified Mindfulness beschäftigt, ist sehr hilfreich um die Achtsamkeit auf der direkten Erfahrung halten zu können. Ich habe nur irgendwie so dass Gefühl, dass bei dir noch ein unterschwelliger bzw. teilweise auch ganz offensichtlicher Glaube an den Wahrheitsgehalt von Gedanken da ist. Manche Gedanken scheinst du als bloße Label zu erkennen, andere komplexe Gedankengebilde schaffen es hingegen dir noch Wahrheit vorzugaukeln. Wie siehst du das?
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Thu Nov 28, 2019 8:24 am

Bevor du das nächste Mal irgendwas isst, stell dir wieder den Geschmack gedanklich vor so gut es geht und dann gleiche es mit der direkten Erfahrung ab. Kann ein Gedanke – ein Wort das irgendwann mal gelernt wurde – die Erfahrung auch nur im Entferntesten erfassen?
Nein. Ein Wort ist ziemlich willkürlich...
Was ist "glauben"?
Ein bestätigend wertender Gedanke über einen anderen Gedanken. Im Vergleich zu Zweifel, mit zwei widersprüchlichen Gedanken.
Wie ist es damit? Ist eine Suche nach so einer Bedeutung/Sinn vorhanden? So ein "Irgendwas-muss-es-ja-noch-geben-"Gedankengefühl?"
Bedeutung oder Sinn ist vielleicht das falsche Wort. Muster und Zusammenhänge. Nicht "was ist der Sinn des Ganzen". Eher "wie funktioniert das alles".

Wer will das wissen? Wo kommt das her? Es sind natürlich nur Gedanken. Da ist ein Glaube (siehe oben), dass es Antworten geben muss.

Da sind natürlich auch Zweifel-Gedanken. Ansonsten wäre ich ja nicht hier auf LU.

Das leitet schön über zur nächsten Frage.

Sollten diese Gedanken verschwinden? Ist es das was du willst? Keine nörgelnden Gedanken mehr?

So what?
Ja, da ist ein Gedanke darüber dass Gedanken nur im Weg sind. Gedanken sind ein Perpetuum Mobile. Sie halten sich selbst am laufen, bestätigen sich gegenseitig, sind rekursiv.

Natürlich ist eine anhaltende Stille der Gedanken bisher nicht direkt erfahren worden.
Empfindest du es so: „Schmerzen“ = „mit Ich“, und „Wohlsein“ = „ohne Ich“?

Manche Gedanken scheinst du als bloße Label zu erkennen, andere komplexe Gedankengebilde schaffen es hingegen dir noch Wahrheit vorzugaukeln. Wie siehst du das?
Ich habe ein bisschen Probleme mit dem Wort "Ich". Wenn ich suche kann ich ja keins finden. Aber ja, manche Gedanken gaukel Wahrheit vor, bestätigen sich gegenseitig.

Wenn da gerade keine Abneigung gegen irgendetwas ist, ist da genug Kapazität für klares sehen. Um die physischen/externen Sinne wahrzunehmen muss die Aufmerksamkeit mal nicht auf den Gedanken sein. Um die illusorische Natur der Gedanken wahrzunehmen muss da ein Gedanke wahrgenommen werden UND er muss aufmerksam untersucht werden.

Wenn da viele Gedanken sind, insbesondere Abneigung, Widerspruch, Schmerz, ... ist da wahrscheinlich nicht genug Kapazität diese Gedanken aufmerksam zu untersuchen. Ich kann hier nur vermuten und nicht aus direkter Erfahrung sprechen, da ich in diesen Situationen ja eben gerade NICHT klar genug sehe. In manchen Situationen habe ich sogar bemerkt, dass Gedanken daran den aktuellen Zustand in direkter Erfahrung zu untersuchen von anderen Gedanken aktiv "bekämpft" werden.

Wenn da Schmerzen sind wird gerne alle Energie in dieses rekursive Perpetuum Mobile gesteckt. Es ist also eher „Schmerzen“ = „keine Kapazität für klares Sehen“, und „Wohlsein“ = „genug Kapazität für klares Sehen“. Gedanken sind natürlich immer illusorisch, aber werden nicht in allen Situationen gleich gut durchschaut.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Thu Nov 28, 2019 1:27 pm

Wie ist es damit? Ist eine Suche nach so einer Bedeutung/Sinn vorhanden? So ein "Irgendwas-muss-es-ja-noch-geben-"Gedankengefühl?"
Bedeutung oder Sinn ist vielleicht das falsche Wort. Muster und Zusammenhänge. Nicht "was ist der Sinn des Ganzen". Eher "wie funktioniert das alles".
Da musst du eher bei der Wissenschaft nachschauen... Ach ja, die meinen ja auch, dass jede beantwortete Frage 100 neue aufwirft.... ;)
Nisargadatta hat mal so schön gesagt: „The ultimate understanding is that there is no ultimte understanding.“ Wie ist dieser Satz für dich, wenn du ihn auf ihn wirken lässt?
Ja, da ist ein Gedanke darüber dass Gedanken nur im Weg sind. Gedanken sind ein Perpetuum Mobile. Sie halten sich selbst am laufen, bestätigen sich gegenseitig, sind rekursiv.

Natürlich ist eine anhaltende Stille der Gedanken bisher nicht direkt erfahren worden.
Angeblich ist mit genug Übung und Achtsamkeit sowas zu erreichen. Manche haben den Impuls dazu, anderen nicht. Wenn mal die Natur der Gedanken durchschaut wurde werden sie eventuell von selbst immer uninteressanter, so wie ein Radio das im Hintergrund läuft... :)
Ich habe ein bisschen Probleme mit dem Wort "Ich". Wenn ich suche kann ich ja keins finden. Aber ja, manche Gedanken gaukel Wahrheit vor, bestätigen sich gegenseitig.
Gaukeln sie wirklich Wahrheit vor, oder ist da einfach ein Gedanke und dann kommt ein anderer Gedanke der sagt das ist „Wahrheit“?
Wenn da Schmerzen sind wird gerne alle Energie in dieses rekursive Perpetuum Mobile gesteckt. Es ist also eher „Schmerzen“ = „keine Kapazität für klares Sehen“, und „Wohlsein“ = „genug Kapazität für klares Sehen“. Gedanken sind natürlich immer illusorisch, aber werden nicht in allen Situationen gleich gut durchschaut

Das ist einfach nur Übungssache, manche durchschaut man halt erst hinterher. Ist dir sicher schon öfter so gegangen, dass du irgendwann mal darüber lachen musstest was die Gedanken oft für einen Humbug erzählen... :)

Es könnte auch geschehen, dass auffällt, dass sich ein Großteil der Gedanken um ein „Ich“ dreht, dass es nur in Gedanken gibt.

Kleines Experiment dazu, stell dir einen Timer für ca. 10 Minuten:

Nimm dir Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.

Und dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht einen Strich in der linken Spalte, und für jeden nicht-Ich Gedanken einen Strich in der rechten.
Achte besonders auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. dieses Auto ist hässlich (gefällt "mir" nicht), heute ist schönes Wetter (gefällt "mir"), warum hat der das und das gesagt, es gehört wieder mal neu ausgemalt usw....

Bin neugierig was du findest :)
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Fri Nov 29, 2019 7:59 am

„The ultimate understanding is that there is no ultimte understanding.“ Wie ist dieser Satz für dich, wenn du ihn auf ihn wirken lässt?
Ich habe mich jetzt für 10 min gefragt, warum dieser Satz heute so gar nicht zu mir spricht. Was will denn bitteschön verstanden werden? Ist da nicht nur direkte Erfahrung?

"Verstehen wollen" ist auch nur ein Gedanke. Und heute ist er nicht da. Also ist die ganze Gedanken-Kaskarde nicht da, die er sonst anstößt.

Gestern war er da. Und das Zitat kann diesen Gedanken ja so gar nicht befriedigen. Modelle bilden verlangt nach Verstehen. Aber Realität kann nie vollständig modelliert werden. Also wird diese Suche niemals enden. Zen hat das schöne Zitat "call off the search". Wenn Gedanken vollständig durchschaut werden können sie losgelassen werden ohne ihnen folgen zu müssen. Das habe ich schon ein paar mal selbst erlebt und vielleicht wird das mit Übung zur Gewohnheit. Du sagtest ja:
Das ist einfach nur Übungssache, manche durchschaut man halt erst hinterher. Ist dir sicher schon öfter so gegangen, dass du irgendwann mal darüber lachen musstest was die Gedanken oft für einen Humbug erzählen... :)
Gaukeln sie wirklich Wahrheit vor, oder ist da einfach ein Gedanke und dann kommt ein anderer Gedanke der sagt das ist „Wahrheit“?
Genau
Kleines Experiment dazu, stell dir einen Timer für ca. 10 Minuten:
Zwei Beobachtungen.

Selbst erscheint im Nachhinein. Gedanke an Essen, dann ein Ich das isst.

Da ist auch keine klare Grenze. Manche Gedanken haben eine starke Ich-Komponente, manche eine schwache, manche keine. Bei manchen Gedanken frage ich mich, ist da eine Ich-Komponente? Und prompt ist da ein Ich das sucht, haha.

Ich würde sagen 1/3 der Gedanken sind Ich-Gedanken, 1/3 der Gedanken sind ohne Ich und das letzte 1/3 sind Ich-Gedanken in denen ich deutlich gemerkt habe, dass das Ich im Nachhinein hinzugefügt wird.

Es ist eine sehr schöne Übung. Vielleicht werde ich die in den kommenden Tagen mal wiederholen.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Fri Nov 29, 2019 12:55 pm

The ultimate understanding is that there is no ultimte understanding.“ Wie ist dieser Satz für dich, wenn du ihn auf ihn wirken lässt?
Ich habe mich jetzt für 10 min gefragt, warum dieser Satz heute so gar nicht zu mir spricht. Was will denn bitteschön verstanden werden? Ist da nicht nur direkte Erfahrung?

"Verstehen wollen" ist auch nur ein Gedanke. Und heute ist er nicht da. Also ist die ganze Gedanken-Kaskarde nicht da, die er sonst anstößt.
:)
Gestern war er da.
Bist du sicher? Gibt es „gestern“ überhaupt? Was wenn das nur ein Traum war?
Gibt es denn was anderes als das HierJetzt?


Es gibt die Annahme, dass Zeit linear verläuft und irgendwo in der fernen Vergangenheit startet (falls sie jemals angefangen haben sollte) und weit bis in eine ferne Zukunft reicht. Der jetzige Moment (Jetzt) sei damit ein kleiner Teil der Zeit oder ein Teil, der sich auf der Zeitlinie nach vorne bewegt, aus der Vergangenheit kommend, in die Zukunft gehend.

Aber ist das wirklich so?

Gibt es eine Erfahrung von diesem ‚Jetzt‘, das sich auf der Zeitlinie bewegt?
Ist da eine Erfahrung eines Momentes, der den nächsten ablöst?

Wie schnell bewegt sich der ‘jetzige Moment’ eigentlich?
Schau nur auf ‘diesen’ Moment, kannst du den Punkt finden an dem er angefangen hat?

Wie lange dauert ‘Jetzt’?
Wo fängt das ‘Jetzt’ an und wo hört es auf?

Wann genau wird das ‘Jetzt’ Vergangenheit?
Was genau ist die Erfahrung 'Vergangenheit'?

Gibt es eine Erfahrung von ’Zeit’ oder nur Gedanken über ‘Zeit’?
Und das Zitat kann diesen Gedanken ja so gar nicht befriedigen
Wie könnte ein Gedanke befriedigt werden? Du hast schon gesehen, dass “denken” den gleichen Stellenwert hat wie z. B. sehen, hören oder spüren. Kann “sehen” oder “hören” befriedigt werden? Was ist befriedigt werden/sein überhaupt?

Modelle bilden verlangt nach Verstehen. Aber Realität kann nie vollständig modelliert werden. Also wird diese Suche niemals enden.
Woraus besteht „Suche“ in direkter Erfahrung?
Zen hat das schöne Zitat "call off the search". Wenn Gedanken vollständig durchschaut werden können sie losgelassen werden ohne ihnen folgen zu müssen.
Wie ist dieses „folgen müssen“ beschaffen? Ist da jemand „der den Gedanken folgt“? So wie ein kleines Männchen, so ein Mini-Me das den Gedanken hinterherjagt? Wie schaut die direkte Erfahrung dazu aus? Schau genau nach!
Es ist eine sehr schöne Übung. Vielleicht werde ich die in den kommenden Tagen mal wiederholen
Es wäre generell eine gute Idee, wenn du dir die Übungen, die dich besonders angesprochen haben immer wieder wiederholst. Vielleicht wäre es ja eine gute Gelegenheit mal deinen Thread durchzulesen, in dich zu gehen und zu schauen wie es jetzt so ist. Nimm dir gerne ein paar Tage Zeit dafür... :)
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sat Nov 30, 2019 7:58 am

Ich habe heute morgen die Übung von gestern nochmal in meiner Sitzmeditation gemacht. In Shinzen's Kategorien was es ein "Focus In". Zusätzlich zu den Labeln "See", "Hear" und "Feel" für innere Sinneseindrücke habe ich noch das Label "Self" verwendet wannimmer einer dieser Sinneseindrücke eine wahrnehmbare Ich-Komponente hatte. Hier ist was mir aufgefallen ist:

Da sind visuelle Gedanken bei denen das Wissen da ist, dass ein Teil dieses Gedankens "Ich" bin. Z.B. sehe ich mich mit jemandem im Park auf der Wiese sitzen. In auditiven Gedanken kann "Ich" jemandem etwas erzählen, da ist ein Wissen dass der Sprecher "Ich" bin.

Ich sehe wie "der innere Erzähler" diese zusammenhängenden Geschichte des "Ich" formt. Was in meinen Gedanken bin Ich, wann war das / wird das sein, ... Bei genauerer Betrachtung hat dieses Ich aber nichts besonderes an sich. Da ist ein visuelles Bild mit zwei Formen, das Wissen dass das Menschen auf Wiese sind, dann das Wissen wer diese zwei Menschen sind und wann und wo das war. Es ist nicht so als wäre ein Teil dieses Bildes besonderer als ein anderes. "Ich" und "Anderer" sind nur zwei Label, Gedanken die Gedanken strukturieren.

Auch Gefühle / Emotionen haben dieses "Ich". Wenn da z.B. körperliche Empfindungen einer gewissen Art sind, kommen da urteilende Worte und körperliche Reaktionen von Anspannung auf.

Diese gefühlten Ich-Konstrukte sind schwerer zu durchschauen als die visuellen und auditiven. Ich habe in vorherigen Posts vergeblich versucht zu umschreiben was sie schwerer zu durchschauen macht, also lasse ich es mal bleiben, weitere Konstrukte um diesen Fakt aufzubauen ;-)
Gibt es eine Erfahrung von ’Zeit’ oder nur Gedanken über ‘Zeit’?
Gedanken an "Gestern" sind genau so real wie Fantasie oder Film oder Vorstellung der Zukunft. Ich kann nicht mit Sicherheit unterscheiden, ob Erinnerung erfahren wurde, oder ob ich (dieses Geist-Körper-System) erst gerade jetzt entstanden bin und alles was ich als Erinnerung bezeichne implantiert ist (wiedermal Matrix - feiert dieses Jahr sein 20. Jubiläum, wo wir gerade von Zeit reden...).

Alles passiert im Hier und Jetzt und ist vollkommen zeitlos.
Wie könnte ein Gedanke befriedigt werden? Du hast schon gesehen, dass “denken” den gleichen Stellenwert hat wie z. B. sehen, hören oder spüren. Kann “sehen” oder “hören” befriedigt werden? Was ist befriedigt werden/sein überhaupt?
Da ist nur Existenz. Sehen, Hören, Fühlen, Gedanken wahrnehmen _ist_ einfach nur.

Gedanken sind wie Materie, sie können andere anstoßen. Gedanken _wahrnehmen_ hat den gleichen Stellenwert wie (Materie) sehen, hören oder fühlen. Befriedigt ist ein Gedanken - besser eine Gedankenkette - in diesem Sinne, wenn er keinen anderen anstößt - eine Kette unterbrochen wird.
Woraus besteht „Suche“ in direkter Erfahrung?
Gedankenketten. In direkter Erfahrung werden Gedanken wahrgenommen.
Wie ist dieses „folgen müssen“ beschaffen? Ist da jemand „der den Gedanken folgt“? So wie ein kleines Männchen, so ein Mini-Me das den Gedanken hinterherjagt? Wie schaut die direkte Erfahrung dazu aus? Schau genau nach!
In der gleichen Analogie mit Materie haben manche Gedanken mehr Moment als andere, stoßen leicht andere und/oder mehrere Gedanken an.

In direkter Erfahrung werden natürlich nur die Gedanken wahrgenommen, da gibt es kein "folgen müssen".
Nimm dir gerne ein paar Tage Zeit dafür... :)
Ja, dafür brauch ich etwas länger. Sind schon ein paar Seiten.

Ich würde gerne hören was du zu dem hier geschriebenen zu sagen hast, aber vielleicht stelle für den Moment keine neuen Fragen. Ich werde mich dann melden wenn ich den Thread bis hier her durchgegangen bin.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sat Nov 30, 2019 12:29 pm

Ich sehe wie "der innere Erzähler" diese zusammenhängenden Geschichte des "Ich" formt. Was in meinen Gedanken bin Ich, wann war das / wird das sein, ... Bei genauerer Betrachtung hat dieses Ich aber nichts besonderes an sich. Da ist ein visuelles Bild mit zwei Formen, das Wissen dass das Menschen auf Wiese sind, dann das Wissen wer diese zwei Menschen sind und wann und wo das war. Es ist nicht so als wäre ein Teil dieses Bildes besonderer als ein anderes. "Ich" und "Anderer" sind nur zwei Label, Gedanken die Gedanken strukturieren
Sehr schön gesehen! Ja, das ist einfach das Selbstbild, mit dem meist eine sehr starke Identifikation vorhanden ist. Sobald das mal gesehen wird, darf die zu bröckeln beginnen. Dieses Selbstbild hat nicht mehr Wahrheitsgehalt, als das Selbstbild in einem Traum, und dennoch fallen wir so oft drauf rein und glauben, dass es das ist was "Ich bin"... :)
Auch Gefühle / Emotionen haben dieses "Ich". Wenn da z.B. körperliche Empfindungen einer gewissen Art sind, kommen da urteilende Worte und körperliche Reaktionen von Anspannung auf.

Diese gefühlten Ich-Konstrukte sind schwerer zu durchschauen als die visuellen und auditiven. Ich habe in vorherigen Posts vergeblich versucht zu umschreiben was sie schwerer zu durchschauen macht, also lasse ich es mal bleiben, weitere Konstrukte um diesen Fakt aufzubauen ;-)
Alan Watts hat es mal so wunderbar beschrieben:

„Das „Ich“ ist eine Illusion vermählt mit einer Sinnlosigkeit.
Es ist das zusammen phantasierte Selbstbild das wir von uns haben, welches inkorrekt ist – nur eine Karikatur - kombiniert mit einer sinnlosen muskulären Verspannung."
Gedanken an "Gestern" sind genau so real wie Fantasie oder Film oder Vorstellung der Zukunft. Ich kann nicht mit Sicherheit unterscheiden, ob Erinnerung erfahren wurde, oder ob ich (dieses Geist-Körper-System) erst gerade jetzt entstanden bin und alles was ich als Erinnerung bezeichne implantiert ist (wiedermal Matrix - feiert dieses Jahr sein 20. Jubiläum, wo wir gerade von Zeit reden...).
Haha :) Und sogar da kommt noch ein Teil (von Matrix... :))
Frag dich selbst, ob die Antwort die du gegeben hast rein intellektueller Natur ist, oder ob es auch schon WIRKLICH so gesehen wird, ob es völlig klar ist, dass es nicht gewusst werden kann...
Gedanken sind wie Materie, sie können andere anstoßen. Gedanken _wahrnehmen_ hat den gleichen Stellenwert wie (Materie) sehen, hören oder fühlen. Befriedigt ist ein Gedanken - besser eine Gedankenkette - in diesem Sinne, wenn er keinen anderen anstößt - eine Kette unterbrochen wird.
Schau da noch mal nach - es ist nicht nötig dass du gleich antwortest, du kannst das dann in ein paar Tagen mit machen: Ist ein Gedanke eine "Wesenheit/Entität", die irgendwas fühlen kann wie z. B. Befriedigung? Kann ein Gedanke sich gut oder schlecht fühlen? Oder taucht in diesem Szenario das du beschrieben hast, einfach eine angenehme Empfindung auf die wahrgenommen wird?
Ich werde mich dann melden wenn ich den Thread bis hier her durchgegangen bin.
Ja ist gut. Versuchs ganz leicht und entspannt anzugehen... :)

Frag dich nebenbei immer wieder: Was sollte/müsste geschehen, damit die Suche enden kann?
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sat Dec 07, 2019 10:00 am

Hi :)

Alles gut bei dir? Wie geht‘s?
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sun Dec 08, 2019 6:43 am

Hi Barb,

ich wollte mit die gebührende Zeit nehmen um den Thread durchzugehen. Ich habe es nicht vergessen :-) Die folgenden Zeilen sind zusammengekommen während ich den Thread durchgegangen bin.
Frag dich nebenbei immer wieder: Was sollte/müsste geschehen, damit die Suche enden kann?
Die letzte Woche war sehr interessant. Ich will nicht mehr. Vielleicht besser, ich muss nicht mehr. Ich muss nicht mehr "die Erleuchtung"™️ finden. Erleuchtung ist ein so vages Konstrukt. So leer. Verlangen danach ein so verzweifeltes Unternehmen. Nicht zuletzt weil ein vages Konstrukt natürlich unerreichbar ist...

Diese Woche war da keine Suche, nur Leben. Es ist nicht so, dass keine Ich-Konstrukte mehr aufkommt, aber sie sind durchschaubar. Es ist auch nicht so, dass da keine Energie mehr wäre etwas zu tun. Doch da ist kein verzweifeltes Streben mehr das an ein bestimmtest (imaginäres!) Resultat gebunden ist. Alles fühlt sich mehr organisch an. Weniger innerer Konflikt aus widersprüchlichen Gedanken. Akzeptanz von Dingen wie sie sind.

Ein Beispiel. Ich habe diese Woche fast täglich Konzentrationsmeditation gemacht. Das war vor LU auch der Fall, aber es fühlte sich anders an. Vorher wollte ein Ich exklusive Konzentration erreichen, Erleuchtung finden, etc. Und wenn es nicht geklappt hat wie das Ich es wollte, war da eine gewisse Frustration. Diese Woche war da eher der Gedanke, dass das Leben im Allgemeinen (für "mich" und andere) angenehmer ist wenn dieses Geist-Körper-System meditiert, aber keine urteilenden Gedanken über den tatsächlichen Verlauf der Sitzung. "Ich" "muss" nicht mehr einen bestimmten Geisteszustand erreichen damit "es" "gut" ist.

Diese generelle Akzeptanz führt auch dazu dass ich mal eine Sitzung ausfallen lasse um ganz entspannt einen Abend mit Freunden zu verbringen. Dieses Leben leben.

Da ist kein Ende von Prozessen und Gedanken. Da ist der Wunsch dieses Mysterium des Lebens zu erforschen und erleben. Aber kein Glaube an eine einzige finale Wahrheit. Ich kann Erfahrungen haben ohne den Versuch sie zu erklären. Mehr noch, da ist eine gewisse Abneigung manche Dinge zu erklären. Der Versuch direkt erfahrenes zu erklären erzeugt manchmal so viele überflüssigen Gedankenkonstrukte.

Viele der Experimente werden nicht mehr als sonderlich interessant beurteilt. Es wurde gesehen, fertig. Ein paar wenige sind aber noch immer interessant. Die bei denen noch etwas durchschaut werden kann. Es wurde kurz durchschaut, aber das Durchschauen ist bei diesen Experimenten noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen.
Ist ein Gedanke eine "Wesenheit/Entität", die irgendwas fühlen kann wie z. B. Befriedigung? Kann ein Gedanke sich gut oder schlecht fühlen? Oder taucht in diesem Szenario das du beschrieben hast, einfach eine angenehme Empfindung auf die wahrgenommen wird?
Gedanken sind nur Prozesse, keine Entitäten. Prozesse können andere Prozesse auslösen.
Meine Aufgabe ist es zu versuchen darauf hinzuweisen, dass dieses grundlegende Bewusstsein / Sehen immer da ist und war.
Ich konnte bisher nichts finden das _immer_ da ist. Völlig in Gedanken verloren sein und bewusstloses Schlafen passieren.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sun Dec 08, 2019 12:08 pm

ich wollte mit die gebührende Zeit nehmen um den Thread durchzugehen. Ich habe es nicht vergessen :-)
Haha... :) Hätte eh nicht geglaubt, dass du vergessen hast, wollte nur mal nachfragen wie es dir so geht...

Das was du geschrieben hast, hört sich ganz wunderbar an. Würdest du sagen, die Suche ist beendet? Die Ich-Illusion durchschaut? Wir haben da noch ein paar obligatorische Abschlussfragen, wenn du möchtest kannst du die mal anschauen..:)
Ich konnte bisher nichts finden das _immer_ da ist. Völlig in Gedanken verloren sein und bewusstloses Schlafen passieren
Ist irgendwann mal „Nicht-Sein“ erfahrbar? Hattest du schon mal eine Erfahrung von „bewusstlos sein“? Ob im Schlaf oder tief in Gedanken versunken? Oder ist dass einfach nur Hörensagen, bzw. eine Schlussfolgerung? Ganz egal zu welcher Zeit dir jemand diese Frage stellen würde: „Ist da wahrnehmen?“ - müsstest du nicht ausnahmslos immer mit „JA“ antworten? Ist nicht „wahrnehmen/erfahren“ immer da?

Ein tolles Experiment möchte ich dir gerne noch zeigen zum Thema ob Gedanken die Wahrheit oder Unwahrheit erzählen:

Was würde es bedeuten, wenn ALLER GEDANKENINHALT nur eine Geschichte wäre?

Der folgende Link führt zu einem Fußballspiel (du kannst auch einen anderen Sportclip auf Youtube ansehen der ca. fünf Minuten lang dauert und der kommentiert wird)

https://www.youtube.com/watch?v=AoWRcUvTqVM

1. Betrachte den Clip eine Minute lang mit ausgeschaltetem Ton, beobachte wie die Leute mit einem runden Ding auf einem Feld herumtollen, hoch und runter, hoch und runter. Lass diese gesamte Erfahrung hineinsinken.

2. Wenn die erste Minute vorbei ist, schaue eine weitere Minute mit eingeschaltetem Ton und Kommentar.

Beobachte den Unterschied. Beobachte wie der Kommentator (Gedanken) sehr viel zu wissen scheint, sogar Hinweise gibt, wie es am besten zu tun wäre.
Sieh wie der Kommentator sich fühlt, als könne er das Geschehen beeinflussen, als ob ein Ausgang dem anderen bevorzugt werden würde.

Sieh wie der Kommentator versucht, die Gefühle der Zuschauer aufzustacheln und Identifizierung mit dem ein oder dem anderen Team hervorruft und wie er die Wichtigkeit des Spiels als Ganzes unterstreicht.

3. Schalte den Ton nun wieder aus und beobachte das Treiben ohne hörbaren Kommentar, wie die Farben und Formen auf dem Bildschirm herumtanzen. Beobachte wieder alle Unterschiede im Erleben der Szene...
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Mon Dec 09, 2019 8:11 am

Das was du geschrieben hast, hört sich ganz wunderbar an. Würdest du sagen, die Suche ist beendet? Die Ich-Illusion durchschaut? Wir haben da noch ein paar obligatorische Abschlussfragen, wenn du möchtest kannst du die mal anschauen..:)
Ja.
Ist irgendwann mal „Nicht-Sein“ erfahrbar? Hattest du schon mal eine Erfahrung von „bewusstlos sein“? Ob im Schlaf oder tief in Gedanken versunken? Oder ist dass einfach nur Hörensagen, bzw. eine Schlussfolgerung? Ganz egal zu welcher Zeit dir jemand diese Frage stellen würde: „Ist da wahrnehmen?“ - müsstest du nicht ausnahmslos immer mit „JA“ antworten? Ist nicht „wahrnehmen/erfahren“ immer da?
*Schlägt sich mit der Hand an den Kopf* Klar. Wir haben ja oben schon mal festgestellt, dass es nur das hier und jetzt gibt. Da kann alles andere nur eine Schlussfolgerung sein. Sogar die _Erinnerung_ dass da vorher mal Wahrnehmung war.
Was würde es bedeuten, wenn ALLER GEDANKENINHALT nur eine Geschichte wäre?
WOW. Als ich es auf stumm geschaut habe, habe ich schon gemerkt wie Gedanken kommentieren und erklären. Glücklicherweise habe ich Null Ahnung von Fußball, da war es etwas einfacher ;-)

Aber als ich dann den Ton angeschaltet habe habe ich gesehen wie schmerzhaft all das Kommentieren sein kann. Da fällt einer und ich kann schon empathisch (lies, durch gedankliche Prozesse) den Schmerz nachempfinden. Aber mit den ganzen Kommentaren wie schlimm das was sich da abspielt alles ist... Da schaukelt sich der Schmerz ungemein auf. Auch ist ein Bild vorbei und etwas anderes passiert, aber der Kommentator kann alles endlos nochmal durchkauen und den Schmerz immer schön präsent halten.

Dann wieder auf Stumm waren da einfach nur Dinge die passieren. Da war noch weniger Kopfkommentar als beim ersten Mal.

Das war ungemein lehrreich zu sehen wie Gedankeninhalt durch Urteilen und Wiederholen Schmerzen verursachen kann.

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barb
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Mon Dec 09, 2019 11:52 am

*Schlägt sich mit der Hand an den Kopf* Klar. Wir haben ja oben schon mal festgestellt, dass es nur das hier und jetzt gibt. Da kann alles andere nur eine Schlussfolgerung sein. Sogar die _Erinnerung_ dass da vorher mal Wahrnehmung war.
Ja, das kann noch öfter passieren dass wir den Gedanken auflaufen. Dafür sind die Gefühle ein guter Wegweiser, immer wieder wenn ein sich-ungut-fühlen da ist, die Gedankengeschichte zu überprüfen, ob es denn wirklich wahr ist, was sie erzählen.
Das war ungemein lehrreich zu sehen wie Gedankeninhalt durch Urteilen und Wiederholen Schmerzen verursachen kann.
Fein dass das so aufschlussreich war für dich :)

Hier kommen die Fragen:

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?


Nimm dir dafür die Zeit, die du brauchst... :)
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starflower
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Wed Dec 11, 2019 5:18 am

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Es gibt Prozesse die Wahrgenommen werden. Manche Prozesse haben eine Konnotation von einem Selbstbild, aber das ist genau so nur ein Prozess der Wahrgenommen wird. Selbst diese Selbstbilder sind nicht konsistent, mal ist es der ganze Körper, mal hinter den Augen, mal Gedanken, etc.

Zwar kann die Referenz der Vergangenheit nur aus Erinnerungen (lies Gedankenkonstrukten) konsultiert werden, aber es erscheint eine sinnige Schlussfolgerung (wiederum Gedanken), dass es niemals anders war als in aktueller direkter Erfahrung.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.
Ich ist ein Werkzeug das zur Interaktion zwischen verschiedenen Subsystemen entsteht. Um mein Geist-Körper-System zur Arbeit zu bringen bin Ich ein Körper aus Fleisch und Fahrrad und Andere die Welt durch die Ich mich bewege. Ist das Fahrrad kaputt bin ich ein Körper und Anderes ein Metallkonstrukt das vom Ich manipuliert wird. In Konversation bin Ich meine Gedanken und Anderer ist Gedanken im Konversationspartner zwischen welchen eine Interaktion geschieht. Ist da ein Schmerz sind die Augen das Ich das den Körper als Anderen ansieht um die Ursache zu finden, die Hand Ich um den Schmerz-Anderen zu beheben.

Offensichtlich sind diese Konstrukte variabel. Manchmal ist ein System Ich, dann wiederum wird dieses System in Subsysteme unterteilt von denen eines Ich ist und die anderen Anderer.

Eine der am schwersten zu durchschauenden Illusionen kommt während Meditation auf, wenn sich auf ein einzelnes Objekt konzentriert wird. Wenn ein Gedanke der nicht dem Meditationsobjekt gilt abebbt oder unterbrochen wird, kommt da ein Gedanke dass Ich von einem anderen Gedanken abgelenkt wurde und Ich mich nun erinnert habe zu meditieren. Ein Gedanke ist Ich, ein Gedanke ist Anderer -- lustigerweise hat keiner von beiden was mit dem Meditationsobjekt zu tun...
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Da sind in den letzten Tagen keine Gedanken mehr irgendwo hin zu müssen, irgendetwas herausfinden zu wollen. Von außen betrachtet hat sich nicht wirklich viel geändert. Dieses Geist-Körper-System lebt und agiert im gleichen Umfeld. Die Suche nach Erleuchtung hat nur irgendwie aufgehört. Da ist nichtmal ein Gedanke an die felsenfeste Überzeugung erleuchtet zu sein. Die Frage an sich ist nicht mehr interessant.

Bestimmte Dinge erzeugen noch immer einen subjektiv negativen Eindruck (laute Geräusche, Hunger, Müdigkeit, Worte, Emotionen, ...). Aber sie haften weniger lange. Ein instinktiver Reflex bringt sie detaillierter in die Wahrnehmung, sieht sie sich an, sieht dass es auch nur Dinge sind die Erscheinen. Dann ebben Gedanken ab die diese Erscheinung bestätigen oder verstärken und die Erscheinung ebbt auch ab.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Ich kann mich an keinen bestimmten Moment erinnern an dem "Es" passiert ist. Über die Zeit wurde es immer leichter zu durchschauen - und damit auch irgendwie uninteressanter, wie wenn man etwas schon häufig gesehen hat.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus deiner direkten Erfahrung.
In direkter Erfahrung gibt es diese Dinge nicht. Irgendwann passieren Dinge einfach.

Wenn man Erinnerung und Schlussfolgerung zu Rate zieht (was natürlich nur ein Gedankenkonstrukt sein kann), scheint es als würden viele, teils widersprüchliche Prozesse ablaufen. Manchmal gewinnen einige die Oberhand. mentale Prozesse der Gedanken und physische Prozesse des Körpers scheinen auch untrennbar miteinander verbunden.

Im Resultat kann dann folgendes Beispiel gegeben werden. Am Morgen sind da mehrere Gedanken an verschiedene Mahlzeiten, an Präferenzen und Fakten. Ein anderer Gedanke kann hier schlussfolgern dass die "Entscheidung" für das Abendessen bereits in vollem Gange ist. Am Abend kann dann wahrgenommen werden, wie der Körper in die Küche geht und eine gewisse Mahlzeit präpariert und zu sich nimmt. Da sind oft nicht mal mehr bewusste Gedanken über Optionen wahrnehmbar.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Viel interessanter zu beobachten als Entscheidungen sind Konflikte. Wenn mehrere Optionen in der Wahrnehmung erscheinen, aber keine offensichtlich als "beste" selektiert wird. In der Vergangenheit der Glaube daran dass es ein Ich gibt, dass die "richtige" Option wählen muss viel Schmerz verursacht. Jetzt kann das Schachmatt wahrgenommen werden, ohne dass "jemand" Schuld hat oder agieren muss.

Die Reise war ungemein spannend und lehrreich. Viele der zugrunde liegenden Konzepte waren mir aus meiner bisherigen Meditationserfahrung bekannt und ich habe sie nie angezweifelt. Ich habe sie aber auch nie so unmittelbar in direter Erfahrung untersucht. Das Resultat ist das diese _Konzepte_ im Verstand viel mehr verinnerlicht sind und (viel wichtiger) die zugrunde liegende _direkte Erfahrung_ leichter zugänglich ist. Da sind einige Bereiche, z.B. wie oben beschrieben in Konzentrationsmeditation, in denen das Ich sich noch gerne breit macht. Durch mein Training hier werden Ich-Konstrukte jedoch schneller erkannt und es wird gewusst wie diese Illusion durchschaut werden kann.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Wed Dec 11, 2019 12:50 pm

Es gibt Prozesse die Wahrgenommen werden. Manche Prozesse haben eine Konnotation von einem Selbstbild, aber das ist genau so nur ein Prozess der Wahrgenommen wird. Selbst diese Selbstbilder sind nicht konsistent, mal ist es der ganze Körper, mal hinter den Augen, mal Gedanken, etc.

Zwar kann die Referenz der Vergangenheit nur aus Erinnerungen (lies Gedankenkonstrukten) konsultiert werden, aber es erscheint eine sinnige Schlussfolgerung (wiederum Gedanken), dass es niemals anders war als in aktueller direkter Erfahrung.
Schöne Erklärung, und jetzt ganz einfach: Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals? Ja oder Nein?
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.
Ich ist ein Werkzeug das zur Interaktion zwischen verschiedenen Subsystemen entsteht. Um mein Geist-Körper-System zur Arbeit zu bringen bin Ich ein Körper aus Fleisch und Fahrrad und Andere die Welt durch die Ich mich bewege. Ist das Fahrrad kaputt bin ich ein Körper und Anderes ein Metallkonstrukt das vom Ich manipuliert wird. In Konversation bin Ich meine Gedanken und Anderer ist Gedanken im Konversationspartner zwischen welchen eine Interaktion geschieht. Ist da ein Schmerz sind die Augen das Ich das den Körper als Anderen ansieht um die Ursache zu finden, die Hand Ich um den Schmerz-Anderen zu beheben.

Offensichtlich sind diese Konstrukte variabel. Manchmal ist ein System Ich, dann wiederum wird dieses System in Subsysteme unterteilt von denen eines Ich ist und die anderen Anderer.
Für mich hört sich das an wie der Versuch einer Erklärung „warum“ die Illusion des getrennten Ichs entsteht/entstanden ist. Können wir sicher wissen warum irgendwas so ist wie es ist?
Bitte versuche das nochmal so einfach wie möglich zu beschreiben und wie es für dich in deiner eigenen direkten Erfahrung wahrnehmbar ist – ohne „um zu"-Erklärungen - vielleicht so, wie wenn du es einem Kind erzählen wolltest.... :)

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Da sind in den letzten Tagen keine Gedanken mehr irgendwo hin zu müssen, irgendetwas herausfinden zu wollen. Von außen betrachtet hat sich nicht wirklich viel geändert. Dieses Geist-Körper-System lebt und agiert im gleichen Umfeld. Die Suche nach Erleuchtung hat nur irgendwie aufgehört. Da ist nichtmal ein Gedanke an die felsenfeste Überzeugung erleuchtet zu sein. Die Frage an sich ist nicht mehr interessant.
Hört sich gut an... Was auch immer das ist (erleuchtet sein..) :)))
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Ich kann mich an keinen bestimmten Moment erinnern an dem "Es" passiert ist. Über die Zeit wurde es immer leichter zu durchschauen - und damit auch irgendwie uninteressanter, wie wenn man etwas schon häufig gesehen hat.
:)
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus deiner direkten Erfahrung.
In direkter Erfahrung gibt es diese Dinge nicht. Irgendwann passieren Dinge einfach.

Wenn man Erinnerung und Schlussfolgerung zu Rate zieht (was natürlich nur ein Gedankenkonstrukt sein kann), scheint es als würden viele, teils widersprüchliche Prozesse ablaufen. Manchmal gewinnen einige die Oberhand. mentale Prozesse der Gedanken und physische Prozesse des Körpers scheinen auch untrennbar miteinander verbunden.

Im Resultat kann dann folgendes Beispiel gegeben werden. Am Morgen sind da mehrere Gedanken an verschiedene Mahlzeiten, an Präferenzen und Fakten. Ein anderer Gedanke kann hier schlussfolgern dass die "Entscheidung" für das Abendessen bereits in vollem Gange ist. Am Abend kann dann wahrgenommen werden, wie der Körper in die Küche geht und eine gewisse Mahlzeit präpariert und zu sich nimmt. Da sind oft nicht mal mehr bewusste Gedanken über Optionen wahrnehmbar.
Genau, sehr schön beobachtet :)
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Viel interessanter zu beobachten als Entscheidungen sind Konflikte. Wenn mehrere Optionen in der Wahrnehmung erscheinen, aber keine offensichtlich als "beste" selektiert wird. In der Vergangenheit der Glaube daran dass es ein Ich gibt, dass die "richtige" Option wählen muss viel Schmerz verursacht. Jetzt kann das Schachmatt wahrgenommen werden, ohne dass "jemand" Schuld hat oder agieren muss.
Klingt entspannend :)
Da sind einige Bereiche, z.B. wie oben beschrieben in Konzentrationsmeditation, in denen das Ich sich noch gerne breit macht.
Ist da in direkter Erfahrung wirklich was, was sich breit macht? Oder taucht da einfach nur ein Gedanke auf der „Ich“ zum Inhalt hat?

Kleines Experiment:

Schließe die Augen, entspanne und dann stelle dir eine halbe Zitrone so detailliert wie möglich vor. Das Gewicht, die Struktur, die Kühle, den Geruch, den Geschmack..... Mach das für 2 bis 3 Minuten.
Dann öffne die Augen. Ist da eine Zitrone? War da jemals eine reale Zitrone die sich breitmachen konnte? Hat die Vorstellung was ausgelöst? Wo ist sie hin verschwunden? Kann etwas das nur in der Vorstellung existiert überhaupt verschwinden? Kommt der „Zitronen-Gedanke“ von einer anderen Stelle als ein „Ich-Gedanke“?
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