Ich gebe dir die Abschlussfragen, und bei Bestätigung dreier anderer Guides gibt es hier auf LU, sowie auf mehreren Facebookseiten die Möglichkeit weiter zu forschen und deine Fragen aufzuklären.
Wie klingt das?
Das klingt großartig!
--
Hier die Abschlussantworten:
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein das gibt es nicht. Alles was es in dieser Hinsicht gibt, sind geglaubte Gedanken, welche die Illusion eines Persönlichkeitskerns simulieren. Tatsächlich gibt es - und gab es - nie ein eigenständiges Ich.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Es gibt im Wachzustand des Menschen einen gedanklichen „Ich-Prozess“, der ständig von äußeren Impulsen und einfallenden Gedanken genährt wird. Irgendetwas (was auch immer das ist) glaubt, dass hinter diesem Prozess eine persönliche Identität steht. Dieser Glaube ist jedoch falsch, denn es gibt hinter der Vorstellung des Ichs keine Substanz, keinen Willen und keine Kontrolle. Alles geschieht einfach, ohne dass es jemand tut. Das war bereits das ganze Leben so.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Einerseits ist es befreiend, denn es muss im Leben nun nichts mehr erreicht, geschaffen oder verhindert werden. Alles erscheint nun wie ein sehr realistischer Film, der aus der Ich-Perspektive eines Menschen erlebt wird. Dadurch entsteht insgesamt eine Gelassenheit und Freude, die vorher weit weniger präsent war.
Vor dem Dialog lag bereits eine intellektuelle Vorstellung dieser Erkenntnis vor. Nun jedoch kann diese Erkenntnis auch tatsächlich und in immer mehr Details des Lebens erfahren werden. Es ist eine
zweite Perspektive entstanden, von welcher aus alles spielerisch erscheint. Und das ist großartig!
Andererseits ist das Durchschauen für die erste (alte) Perspektive belanglos, denn im Äußeren ändert sich dadurch nichts. Keine Superkräfte, keine besonderen Fähigkeiten. Die erste Perspektive (Ich-Illusion) ist von dieser neuen Erkenntnis nicht berührt.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Sehr hilfreich waren die direkten Hinweise des Guides, die eigene Erfahrung genau zu beobachten, und zwischen tatsächlicher Erfahrung und geglaubten Vorstellungen zu unterscheiden. Dadurch konnte das Wirkliche (=Erfahrene) und das Unwirkliche (=Geglaubte) voneinander getrennt werden. Es gab hierbei allerdings keinen „Schubs“, sondern es ist bei mir ein kontinuierlicher Prozess, der sich auch jetzt noch immer weiter vertieft.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Entscheidung & Wahl: Ein Prozess der Abwägung zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten auf der Basis von z.B. vergangenen Erfahrungen oder aktuellen Impulsen. Es ist eine Art Rechenergebnis, welches sich in meinem Erfahren abspielt. Die Entscheidung setzt sich dann zwar
in mir und
durch mich um, allerdings ohne dass ein „Ich“ daran beteiligt wäre. Es erscheint lediglich die Illusion der eigenen Beteiligung.
Absicht: Die Illusion, etwas zu wollen. Tatsächlich nehme ich aber nur das aktuelle Geschehen wahr, und identifiziere mich mit der Richtung.
Freier Wille: Die Illusion, sich „bewusst“ für etwas zu entscheiden. Tatsächlich gibt es den freien Willen nicht, denn ich kann mir weder aussuchen, welches Essen mir schmeckt, welche Musik ich mag, noch mit welchem Typ von Menschen ich gut klarkomme. Es sind Vorbelegungen und Konditionierungen, welche lediglich illusorisch in der Gewalt eines „freien Willens“ gesehen werden.
Kontrolle: Kontrolle ist der Wunsch, etwas zu beeinflussen, was nicht akzeptiert wird. Kontrolle entsteht aus Angst, und ist sogar noch illusorischer als der freie Wille oder die Entscheidung. Denn selbst aus der Perspektive des Ichs ist Kontrolle oftmals nicht möglich. Aus der neuen Perspektive des Lebens ist Kontrolle erst recht zwecklos, und das Wegfallen des Kontrollwunsches ist ein großer Segen gewesen.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Ich danke Dir, Barbarossa, für die Hingabe und die Zeit, die du mir hier gewidmet hast. Und ich danke den anderen Beteiligten und den Gründern dieses Forums, dass es hier die Möglichkeit gibt, das wohl größte Geheimnis unserer Existenz selber zu entdecken.